Gestern wieder bei Maischberger: Pro und Kontra Sterbehilfe. Was mich schockiert ist, dass es wohl keine Frage gibt, die nicht in einer Talksendung gestellt werden kann, ohne Rücksicht auf Verluste. Da muss eine brustkrebskranke Frau zuhören, wie wenig kenntnisreich darüber spekuliert wird, ob jemand auf einer Palliativstation wohl verhungert oder verdurstet. Da wird gefragt, wie das wohl ist, wenn der Ehemann den letzten Atemzug tut.

Es gibt Momente, die sind sehr privat. Die letzten Momente im Leben eines Menschen gehören dazu. Diese Erlebnisse gehen niemanden etwas an.

Kommentare (2)

  1. #1 A.Stewowitsch
    Dezember 12, 2007

    Sterbedebatte im TV – Privat !?

    Das Sterben , ist eines der wenigen Dinge die uns wirklich in der heutigen Gesellschaft mit der Welt und unseren Mitmenschen verbindet.
    Das Sterben und der Tod ist eben nicht privat Sache, entgegen der Meinung von vielen in der heutigen Fun-Generation.
    Es ist bestimmt nicht leicht mit dem Tod vor Augen zu leben, aber es ist besser wenn man darüber reden kann und nicht alleine ist und spätestens dann seinen Wert für die Menschheit erkennt.

    Die Fun-Gesellschaft hat keinen Platz für den Tod und möchte Ihn ausgrenzen, weil er zu Wahr ist.
    Der Mensch ist ein Gemeinschaftwesen im Leben und im Tod. Also warum keine öffentliche Diskussion darüber führen. Eine gesamte Generation hat meiner Meinung nach enormen nachhol bedarf sich mit dem Tod und der damit verbundenen Verantwortung auseinander zu setzen.

    Wenn wir den Tod weiter so ignorieren , wird es bald in unseren Gesellschaft keine Toten mehr geben.

    Es gibt jetzt schon genug Menschen die sich anonym verscharren lassen, weil Sie das Gefühl haben der Gesellschaft mit Ihrem Tod zu Last zu fallen.
    Welch ein Irrglaube.
    Diese Menschen sind für unsere Gesellschaft für alle Zeiten verloren und setzen uns ein Zeichen, das es so nicht weiter gehen kann.

  2. #2 Monika Armand
    Januar 4, 2008

    “Der öffentliche und der private Mensch”

    Privates, wie z.B. die ganz persönlichen Empfindungen und Erlebnisse angesichts einer schweren Erkrankung im TV auszubreiten und “diskutieren” zu lassen, dazu gehört Mut. Ich vermute einmal, dass Frau Bartholomäus ihre Bemerkung so verstanden wissen wollte. Natürlich trifft der Tod jeden und ist nicht privat. Privat ist das, was man lieber mit engen Freunden teilt und nicht gerne in der Öffentlichkeit diskutiert: das eigene empfundene Leid.
    Traurig finde ich, dass in unserer Gesellschaft eine Notwendigkeit besteht, dieses Thema öffentlich diskutieren zu müssen.
    Keiner diskutiert darüber, ob er sein geliebtes Haustier einschläfern soll, wenn es schwer zu leiden hat. Wenn den Menschen dasselbe “Los” trifft, dann wird ihm dieselbe Humanität nicht gewährt ?

    Eine sehr ausführliche Diskussion zu diesem Thema findet der interessierte Leser hier:
    >http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/libertarian/allgemein/2007-11-27/mein-tod-geh-rt-mir