Kritische Masse

Gerade trudeln wieder die Verlagsprogramme ein, hier ein paar Titel: “Grundkurs Pendeln”, “Das Mond-Orakel”, “Reinigungsrituale für Haus und Wohnung (mit Räucherkegel, Steinsalz und Zimbel)”, “LebensAbdruck – Was Fingerabdrücke über den Lebensweg verraten”, “Karma, die Gebrauchsanleitung”, “Sexualmagie, die praktische Anleitung ohne Tabus”, “Mysterium Kristallschädel: Ein Rätsel der Menschheit wird entschlüsselt”, “Quantum Engel Kinder” und so weiter ..

Mir scheint, dass sich immer mehr Regalmeter in den Buchhandlungen mit dem esoterischen Schrott vollgeschrieben werden. Meine Frage: Sollen wir als Wissenschaftsjournalisten gegen alls die Scharlatane und Quacksalber anschreiben, oder wäre es besser sie als nicht satifaktionsfähig zu ignorieren? Joachim Bublath hat ja auch mit guten Grund die Maischberger-Talkshow verlassen, nachdem die UFO-Sektierer allzu schrill wurden.

Kommentare

  1. #1 nutella
    Januar 4, 2008

    Wir müssen mit einer eigenen Wissenschafts-Religionslehre gegen Eso-Themen anschreiben. Alle Versuche, mit kritischen Beiträgen diese Seuche einzudämmen, werden von Leserschaft und Publikum durch Nichtbeachtung abgestraft. Während das SKEPTIKER-Magazin allenfalls einige tausend Kunden findet, kann man doch mit jeder Mond-Engel-Klangschalen-Therapie Millionen Menschen begeistern, unterhalten, Millionen Bücher oder Hefte verkaufen. Also überlegt doch mal, wie eine solche Science-Religion aussehen müsste: 10 Gebote, Bibel, Jesus (Giordano Bruno, Dawkins?), Kirchen sind noch zu finden. Aber Einstein als Gott haben wir doch schon.

  2. #2 Christian Weber
    Januar 4, 2008

    Nein, das ist doch gerade die größte Gefahr, wenn Atheisten, Agnostiker oder Skeptiker ähnlich dogmatisch werden wie katholische Bischöfe. Wissenschaft ist eben nicht Religion, weil sie immer offen bleiben muss für Kritik und von der Vorläufigkeit aller Erkenntnis weiß.Darüberhinaus glaube ich nicht, dass die Sinnfragen des Menschen (natur)wissenschaftlich geklärt werden können. Weder Teilchenphysiker noch Evolutionsbiologen konnten irgendeinen “Sinn” in ihrem Forschungsgegenstandf entdecken.