3-jährige löst Rubik-Würfel in 45 Sekunden.

Über den Sinn und Unsinn von Intelligenztests ist schon viel geschrieben worden und wird sicher noch viel geschrieben werden. Interessanter fände ich ja eigentlich die Frage, warum Leute ihre Intelligenz (die eigene oder die ihrer Kinder) unbedingt von einer “offiziellen” Instanz bestätigt haben wollen.

Im aktuellen SPIEGEL gibt es diese Woche einen amüsanten Artikel über den befremdlichen Trend, immer jüngere Kinder auf ihren IQ testen zu lassen. Ein paar Auszüge:
“In manchen Kreisen zähle ein hochbegabtes Kind mit entsprechendem Gutachten offenbar schon zu den Statussymbolen wie Espressomaschine oder Designer-Sofa. Anders könne er sich das Phänomen der “Test-Hopper” nicht erklären – Eltern, die schon mit Fünfjährigen von Praxis zu Praxis zögen, wenn es beim ersten Mal nichts werde mit dem begehrten Intelligenzlernachweis. […] Weil Eltern einen “sehr eingeschränkten” Blick auf den Nachwuchs hätten, komme es sogar vor, dass er einen kleinen Kandidaten mit einem IQ-Ergebnis von 100 nach Hause schicken müsse … Manche Eltern neigten dann zum Feilschen, andere weigerten sich zunächst, das Honorar zu zahlen: Angesichts des erzielten Ergebnisses müsse garantiert ein Fehler vorliegen.”

Nun ja, jedenfalls scheint es, daß wir (in Deutschland) auch auf diesem Gebiet noch einigen Nachholebedarf haben. In China zum Beispiel können schon die 3-jährigen den Rubik-Würfel in weniger als einer Minute ordnen:

Das wäre doch auch mal was für unsere Privatsender: statt Dschungelcamp oder Big Brother eine Show mit hoch-begabten (oder -dressierten) Kindern. Kostet fast nichts und bringt höhere Quoten.

Kommentare (9)

  1. #1 Eddy
    7. April 2009

    Du meinst sicher dich selbst, du arroganter Feigling?!

  2. #2 Eddy
    7. April 2009

    S’geht um diesen Schwachsinn:

    Zitat Thilo: “@ Eddy: http://www.mathematik.de/ger/presse/fuenfminuten/beitraege/45.htm

    Danke Babba

  3. #3 Thilo Kuessner
    7. April 2009

    @ Eddy: Der Beitrag zur Klimaforschung ist der hier: http://www.scienceblogs.de/mathlog/2009/04/mathematik-in-der-klimaforschung.php
    Bitte dort kommentieren.

  4. #4 Christian A.
    7. April 2009

    Wir hatten doch schon mal so was ähnliches mit der Mini-Playback-Show, ist aber schon ne Weile her. Andererseits finde ich das wieder interessant, dass das Kind so nen Würfel lösen kann, ich kanns nämlich nicht 😉 Muß ja auch nichts schlechtes sein, Hauptsache, das Kind muß später nicht unter seiner Hochbegabung leiden.

  5. #5 Eddy
    7. April 2009

    @Thilo 7.4.09 19.54

    Bitte nicht dort kommentieren … Toll, ähhh Troll, ähhh nein Trollet oder umgekehrt … weiss nicht mehr wie, bin zu doof für Uni ….

  6. #6 Eddy
    7. April 2009

    Ich schlage DIR vor mich einfach zu sperren. Immerhin kanns DU doch auf deinem Blog machen was DU willst Herr Thilo, so wie das Rubiks-genie Jrg 😉

    Oder soll ich DIR dabei helfen?

    Diese rüpelhaften Methoden erinnern sehr an die schöne Zeit, die die Deutschen immer noch nicht verarbeitet haben?! Damals war doch auch jede Methode recht Adersdenkende zu demütigen?!

    Goldhagen lesen!!!!

    Vielleicht wird es ja beim dritten Mal nicht mehr ganz so schlimm???

  7. #7 Thilo Kuessner
    7. April 2009

    @ Christian A:
    ich kann mir schon vorstellen, daß 3-jährige von sich aus probieren, den Würfel zu lösen und das vielleicht auch schaffen. Daß sie von sich aus Algorithmen so systematisch trainieren, daß sie es in 45 Sekunden schaffen, glaube ich eigentlich nicht, aber es ist natürlich möglich. Mich störte hier aber die zirkus-artige Vorführung im Fernsehen.

  8. #8 Christian A.
    8. April 2009

    Leider bin ich bei Rubik-Würfeln ein kompletter Laie. Aber zumindest die Zirkusartige Vorführung ist tatsächlich fragwürdig … wie bei der Mini-Playback-Show 😉

    Ich glaube, ich muß mir mal den SpOn-Artikel durchlesen. Das Eltern mit ihren Kindern durch die Tests hoppen, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen … würde zumindest von mittelschwerer Realitätsverleugnung zeugen.

  9. #9 Thilo Kuessner
    7. Februar 2010

    Über Aufnahmeprüfungen in Kindergärten schreibt http://nymag.com/news/features/63427/