Lehrerbildung im Vergleich

mehr Pädagogik-Kurse ==> schlechtere Mathe-Lehrer

Geograffitico hatte schon berichtet
über die unter dem Titel “Breaking the Cycle” (pdf, 10 MB) veröffentlichte 57-seitige Studie, die die Lehrerbildung in den USA mit der in anderen Ländern vergleicht.

Bemerkenswert ist die Erklärung, mit der in der Zusammenfassung (auf Seite 2) die bescheidenen Ergebnisse der US-Mittelschullehrer erklärt werden:

For middle school teachers

the top achieving
countries
on average allocated half of the course taking related specifically to teacher preparation to the study of formal mathematics. The other half was allocated to either mathematics pedagogy (30%) – which focuses on such things as how students learn
mathematics and how it is best taught – or general pedagogy (20%) which includes
instructional design, classroom management as well as the foundation courses related to
schooling.

By contrast the average for the 81 U.S. institutions was 40% for the study of
mathematics and 60% for the two pedagogy areas evenly split
.

This difference is best illustrated by the pattern of course taking associated with two fundamental mathematics courses which are the gateway to the study of formal mathematics – linear algebra and a basic two-course sequence in calculus. Such differences in course taking were found to be related to the knowledge of the future teacher as they left their teacher preparation institution.

While those countries achieving at the top level had on average 90% of their future teachers taking these courses, in the United States about two-thirds of the future middle school mathematics teachers took linear algebra and only slightly more than half took the basic two-course sequence in calculus.

Also: mehr Pädagogik-Kurse ==> schlechtere Mathe-Lehrer, so jedenfalls das Ergebnis der Studie.

Aufgabe aus dem Test. Quelle: NYT

Kommentare (8)

1. #1 matthias
17. April 2010

AB = 2cm, BM = 1cm, AM = sqrt(3) cm
hoffe mal, ich hab die Aufgabe richitg übersetzt…

2. #2 rolak
18. April 2010

Nicht, daß ich (letztendlich) etwas gegen die matthias’sche Lösung einzuwenden hätte, aber bei vom Himmel gefallenen Werten fehlt mir einfach der Weg… Mag sein, daß ich eine offensichtliche, supersimple Methode übersehe, doch hier ist mein Gedankengang:

[◄ für Winkel(), ∆ für Dreieck(), 2 Buchstaben seien Strecke]
Mit dem schön vereinfachenden 60°=φ=◄DAB (lieber Bier als schlecht 😉 und unter der Vorgabe, daß sich die Winkelhalbierenden auf der gegenüberliegenden Seite des Paralellogrammes schneiden ergibt sich:

• ◄CBM=(180°-φ)/2=φ, also ∆CBM gleichseitig
• ◄AMB=180°-φ/2-φ=90°, also ∆AMB rechtwinklig

Also ergibt sich für die gefragten Strecken:

• AB=DC=2cm
• AM=sqrt(AB²-BM²)=sqrt(3)cm

Schön zum Munterwerden 🙂

3. #3 peer
19. April 2010

Hauptproblem sind imho nicht die Pädagogikkurse an sich, sondern, dass sie sehr diffus sind – hier geht es um alles von Hegel bis zur Lernpsychologie. Nicht nur Lehrer werden ausgebildet, sondenr auch Diplompädagogen. vergleichende Erziehungswissenschaftler… Allesamt unterschiedliche Zielgruppen, allesamt haben unterschiedliche Vorraussetzungen und Motivationen.
Damit sind die Pädagogikkurse letztlich größtenteils für die Katz.

4. #4 matthias
19. April 2010

Ich hab die Lösung einfach so gesehen…
Nee, im Ernst, wie bekomm ich denn ein phi in einen Kommentar rein?

5. #5 Thilo Kuessner
20. April 2010

Mit copy & paste 🙂

6. #6 Wb
20. April 2010

Sacharbeit und Kommunikation derselben sind seit eh und je miteinander konkurrierend verbunden (jedenfalls in mod. zeitgenössischen pol. Systemen), was leistet eigentlich ein kommunikationschwacher Sacharbeiter, was ein kommunikationsstarker Sachfremder?

Es ist also ein Mittelweg einzuschlagen, wichtig dabei auch die Kooperationsbereitschaft zu berücksichtigen, also den Umgang miteinander, der Wb, familienseitig stark pädagogisch vorbelastet, würde diese sogar als drittes Kriterium erkennen wollen.

Sacharbeit kommt nicht ohne Betreuung aus, Betreuung nicht ohne Sache und wichtig eben auch lehren (und lernen 🙂 zu wollen, beim geschätzten Inhalteträger hat der Webbaer hier keinerlei Bedenken.

MFG
Wb

7. #7 rank zero
21. April 2010

“Pädagogikkurse” sind etwas undifferenziert. Konkret mathematikbezogene Didaktik erweist sich nach meiner Erfahrung häufig als sinnvoll, zumindest wenn dabei oberflächliches Verständnis aufgezeigt wird (es ist nun einmal ein Unterschied, etwas so zu lernen & zu verstehen, dass man damit durch eine Prüfung kommt, oder so, dass man es anderen mit dem Verständnis für die jeweiligen Voraussetzungen und Kapazitäten auch erklären kann). Das allgemeine Geschwafel der Erziehungswissenschaften dagegen erweist sich halt oft als verblödende Zeitverschwendung, insofern ist das Ergebnis nicht verwunderlich.

8. #8 Frakturfreund
27. April 2010

@matthias und Thilo Kuessner: Am besten geht das mit dem Neo-Tastaturlayout – auf der 5. Ebene liegen griechische Kleinbuchstaben (αβγδε…), und auf der 6. liegen essentielle mathematische Sonderzeichen (wie ⊂∫∀∃∩∫ℕ⇒…), und für die seltenern Fälle gibt es die Compose-Taste: ♫∫∫=∬, ♫3∫=∭, ♫o∫=∮, ♫o2∫=∯, … – die Umstellung auf ein modernes Tastaturlayout erfordert zwar die Bereitschaft, zwei bis drei Wochen umzulernen – aber es lohnt sich! Und das gilt jetzt nicht nur für Mathematik, sondern auch für ›normale‹ Texte oder Programmcode … wobei mit \usepackage{unicodemath} natürlich auch in LaTeX ein ε schöner als ein \epsilon ausſieht – und schneller getippt werden kann :).