Gestern war der 28.6. Wenn es nach Michael Hartl (diesem, nicht diesem) geht, soll dieser Tag künftig als τ-Tag statt des π-Tag 14.3. gefeiert werden.

Hartl findet nämlich, daß die Mathematik des Kreises in der Schule nur noch mit τ=2π gelehrt werden soll. Statt U=2πr hieße es dann U=τr, statt A=πr2 wäre A=τr2/2, und Sinus und Kosinus wären dann τ- statt 2π-periodisch.

Ich halte das ja für ziemlichen Unfug. Schließlich soll man Formeln verstehen statt sie auswendig (oder auswändig?) zu lernen – und für die Verstehbarkeit spielt der Faktor 2 sicher keine Rolle.

Wie ich dem Artikel auf Spiegel Online entnehme, halten auch deutsche und österreichische Didaktiker diese Neuerung für überflüssig. Sehr beruhigend.

PS: Ich hatte hier schon mehrmals den π-Tag gewürdigt, was mir auf einschlägigen Webseiten wütende Beschimpfungen wegen vorgeblicher Pseudowissenschaftlichkeit einbrachte. Wohl auch weil der 14.3. gleichzeitig Einsteins Geburtstag ist. Zumindest dieses Problem, der Bezug zum Einstein-Geburtstag, würde durch die Zahl τ tatsächlich gelöst werden.

Kommentare (7)

  1. #1 KommentarAbo
    29. Juni 2011

  2. #2 Constantin
    30. Juni 2011

    Am besten jeder sucht sich eine Version, die seine eigenen Formeln schoener machen 🙂
    Ich bin ja dafuer, anstatt ein Symbol fuer pi ein Symbol fuer Sqrt[2 pi] einzufuehren, wegen der Fourier Transformation…

  3. #3 Odysseus
    1. Juli 2011

    Das Symbol tau ist vollkommen unnötig, für theoretische Physiker gilt doch bereits h=2*pi (im alleits beliebten natürlichen Einheitensystem).

  4. #4 Kallewirsch
    4. Juli 2011

    Ich bin da jetzt zu wenig mathematisch bewandert.
    Wie würde das jetzt aussehen? Normalerweise benutzt man doch bei Konstanten immer die kleinste ‘unkürzbare’ Form. In Tau ist aber dann doch ein ganzzahliger Faktor 2 enthalten. D.h. Tau wäre noch um einen Faktor ‘bereinigbar’.

    (Ich hoffe man kan verstehen worauf ich hinaus will. Wie gesagt, bin ich kein Mathematiker und meine mathem. Ausbildung lässt oberhalb von Schul-Differential/Integral zu wünschen übrig.)

  5. #5 Odysseus
    5. Juli 2011

    @Kallewirsch: Tau wäre ebenso wie Pi transzendent, lässt sich also nicht “kürzen”. Durch Rausstreichen eines rationalen Faktors (wie 2) erhält man nie eine “einfachere” Zahl. Es geht einzig darum, ob das bestehende Formelwerk einfacher und intuitiver wird, wenn man jedes Vorkommen von 2*pi durch tau ersetzt. Und da sind sich eben fast alle einig: Nicht wesentlich.

    Das einzige, was mich an der Umstellung anspräche, wäre wirklich die tau-Periodizität der Winkelfunktionen. Aber weil der Physiker eh meistens omega=2*pi*f verwendet, würden unsere Formeln auch nicht einfacher.

  6. #6 Thilo
    5. Juli 2011

    Pi schlägt zurück: http://www.thepimanifesto.com/

  7. #7 Thilo
    18. November 2013

    Pi vs. Tau: any_text_related_to_image