sollen verboten werden, berichtete vor einigen Tagen der London Evening Standard.

Ganz so weit ist es in Wirklichkeit noch nicht, aber jedenfalls hat der britische Schulminister Nick Gibb am 30.11. angekündigt, daß bei der Überarbeitung der Lehrpläne die Frage der Rechenfertigkeiten eine Schlüsselrolle spielen soll.

We need to look at the use of calculators in primary schools.

Children can become too dependent on calculators if they use them at too young an age. They shouldn’t be reaching for a gadget every time they need to do a simple sum.

They need to master addition, subtraction, times tables and division, using quick, reliable written methods. This rigour provides the groundwork for the more difficult maths they will come across later in their education.

You can’t expect children to cope with complicated quadratic equations if they don’t know their times tables by heart.

Without a solid grounding in arithmetic and early maths in primary school, children go on to struggle with basic maths skills throughout their school careers. It also means they leave school without the knowledge they need to complete everyday tasks in their adult lives.

The use of calculators in primary schools must be appropriate.

Frei übersetzt:

Wir müssen uns ansehen, wie Taschenrechner in Grundschulen genutzt werden.

Kinder könne zu abhängig von Taschenrechnern werden wenn sie sie in einem zu jungen Alter benutzen. Sie sollten nicht jedesmal nach einem Gerät greifen, wenn sie eine einfache Addition auszuführen haben.

Sie müssen Addition, Subtraktion, Multiplikationstabellen und Division mit schnellen, zuverlässigen schriftlichen Methoden beherrschen. Diese Strenge ist die Vorbereitung für die schwierigere Mathematik, der sie später in ihrer Ausbildung begegnen werden.

Man kann nicht erwarten, daß Kinder mit komplizierten quadratischen Gleichungen fertigwerden, wenn sie ihre Multiplikationstabellen nicht auswendig kennen.

Ohne eine solide Grundlage in Arithmetik und früher Grundschulmathematik werden Kinder über ihre gesamte Schullaufbahn mit den grundlegenden mathematischen Fähigkeiten zu kämpfen haben. Das bedeutet auch, daß sie die Schule ohne das für das in den Alltagsaufgaben des Erwachsenenlebens notwendige Wissen verlassen werden.

Der Gebrauch von Taschenrechnern in Grundschulen muß angemessen sein.

Das Beispiel mit den Multiplikationstabellen und den quadratischen Gleichungen finde ich, nebenbei bemerkt, nicht so gelungen. Aber jedenfalls sollte man natürlich schon in der Lage sein, mit Zahlen und Größenordnungen selbst zu rechnen.

Hintergrund ist eine von der britischen Regierung in Auftrag gegebene Studie, in der 7000 Briten zwischen 16 und 65 Jahren befragt wurden. (Man könnte natürlich einwenden, daß fehlende Rechenfähigkeiten bei 65-jährigen sicher nicht am Taschenrechnergebrauch in der Grundschule liegen. Andererseits kann man natürlich auch in höherem Alter Fähigkeiten verlernen, wenn man sie nicht regelmäßig trainiert.) Das Ergebnis der Studie war jedenfalls:
– 49,1% der Erwachsenen haben geringere Rechenfertigkeiten als sie von 9- bis 11-jährigen erwartet werden (LES interpretiert: sie werden Probleme haben, Rechnungen und Preisschilder zu verstehen),
– 14,9% haben Probleme beim Lesen und Schreiben,
– 5% haben die Rechen- und Lesefähigkeiten, die von 5- bis 7-jährigen erwartet werden.

2003 waren es noch 43,5% mit den Rechenfertigkeiten eines 11-jährigen (und 15,2% mit Problemen beim Lesen und Schreiben) gewesen.

Kommentare (56)

  1. #1 michael
    7. Dezember 2011

    quadratische Gelichungen noch per Hand lösen: in den höheren Klassen nimmt man CAS-Rechner! Dann muss man den Schülern auch nur noch beibringen, welche Taste wann zu drücken ist

    http://www.schulen.regensburg.de/wvsg/faecher/mathematik/M3%20Projekt%20Homepage/m3_projekt.html#funktionalitaeten

  2. #2 Stefan
    7. Dezember 2011

    Bei mir zumindest war es so, dass wir quadratische Gleichungen erstmal per Hand lösen mussten, bevor wir dafür nen CAS nehmen durften 😉

    Im Prinzip das Gleiche wie mit den Grundrechenarten – erstmal lernen, dann kann mans auch den Rechner machen lassen

  3. #3 JPeelen
    7. Dezember 2011

    Der Minister redet von “angemessenem Gebrauch,” die Zeitung macht daraus “soll verboten werden.” Heutige Journalisten sind von Berichterstattung offensichtlich noch weiter entfernt als Grundschüler vom Kopfrechnen.

    Taschenrechner sind Teil unseres Lebens geworden wie Feuerzeug und Streichholz. Feuer machen mit Feuerstein und Zunder konnte mal jeder, braucht man heute aber ebenso wenig wie Interpolieren in der Logarithmentafel. Letztere Fähigkeit war für meine Generation selbstverständlich, ist aber durch Nichtgebrauch praktisch verloren gegangen. Kochunterricht wird ja auch nicht am Lagerfeuer, sondern am Elektroherd abgehalten.
    Im Unterricht die alltäglichen Hilfsmittel des Lebens künstlich einzuschränken halte ich für rückwärts gewandten Unsinn. Das Problem des mangelden Bewusstseins für Größenordnungen besteht natürlich. Das liegt aber eher an der mangelnden Reflektion darüber, was man da eigentlich tut, nicht an der Grundschule.

  4. #4 Roland
    7. Dezember 2011

    Heutige Journalisten sind von Berichterstattung offensichtlich noch weiter entfernt als Grundschüler vom Kopfrechnen.

    Vielleicht weil sie schon viel zu abhängig sind von Taschenrechnern, Navis et al.?
    Wenn man schon bei der simpelsten Hirnnutzung auf Hilfsmittel zugreift, muß man sich nicht wundern, wenn das Hirn denkfaul wird.

  5. #5 omnibus56
    7. Dezember 2011

    Ein Kollege (Preisfrage: Wo kommt der her? ;-)) hat mich auf dieses alte (1895) Gemälde hingewiesen:

    http://forum.autoua.net/files/3658245-BogdanovBelsky_UstnySchet.jpg

    Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie auch durchaus intelligente Ingenieure das im Grunde simple Problem angehen – und nicht selten scheitern. Das macht mich tatsächlich betroffen…

  6. #6 MisterX
    8. Dezember 2011

    Also als ich mein Abi dieses Jahr gemacht habe war ein 180 euro teurer Taschenrechner ein muss, ohne konnte man nicht die bestehen, und es gab auch extra Aufgaben bei denen man Rechnenmethoden des Rechners erklären musste. Unsere Mathematik Lehrerin hatte damals gesagt das bei den Unis jetzt mehr auf Wert auf Taschenrechner gelegt wird(allgemein). Naja ich studiere jetzt Physik, und da ist als Hilfsmittel nur ein Gehirn erlaubt 😀

    Und naja ich muss schon sagen, das einem dabei das Gefühl für Terme verloren geht wenn man nur pures “Musterrechnen” macht. Man konzentriert sich mehr darauf die Sachen richtig in den Taschenrechner einzugeben als auf die z.b. Gleichung selbst. Ich finde auch das es die mathematische kreativität behindert. Z.b. kann man einen Ausdruck einfach in den TS eingeben und zack, schon das Ergebniss, obwohl man auch durch geschicktes Umformen selbst den Ausdruck hätte vereinfachen können. Ich weiß aber auch nicht so recht, für Leute die später mal irgendwas mit Mathe machen können, ist das schon hinderlich find ich.

    Gruß

  7. #7 Stefan W.
    8. Dezember 2011

    Ich glaube das Problem der quadratischen Gleichungen ist sehr gut erkannt, aber nicht ganz so gut dargestellt worden.

    In Mathebüchern muss man – beispielsweise bei quadratischen Gleichungen – Umformungen machen, die es einem erlauben Terme zusammenzufassen, bevor man Wurzeln zieht und dergleichen.

    Wenn man aber kein Kopfrechnen beherrscht, dann sieht man nicht, dass 3/7 + 9/14 leicht auf einen Nenner gebracht werden können, wo man Terme zusammenfassen und damit vereinfachen kann, was ein leichtes Anwenden anderer Formeln dann erst erlaubt.

  8. #8 oliver
    8. Dezember 2011

    Taschenrechner an Grundschulen?
    Wusste gar nicht das es das gibt.
    Ich durfte dieses Hilfsmittel erst seit 6./7. Klasse benutzen und viel früher macht es mMn nach keinen Sinn. Simple Mathematikaufgaben in den Grundrechenarten, sowie einfache Gleichungen sollte man im Kopf oder zumindest schriftlich erledigen können.

  9. #9 Wookie Monster
    8. Dezember 2011

    In meiner Grundschule (Niedersachsen, späte 80er), waren Taschenrechner im Unterricht schlicht verboten, im Gymnasium bis zur 8. Klasse auch. In der 9. hat dann der Mathelehrer die Anschaffung eines bestimmten Modells (TI-30X) angeordnet, und wir haben ein paar Wochen damit verbracht, dessen vernünftige Bedienung zu lernen. Das recht primitive Ding hat letztlich bis zum Abi gereicht, selbst im Mathe-Leistungskurs. Heute bin ich wirklich froh über meine gute Fitness im Kopfrechnen.

  10. #10 tobias
    8. Dezember 2011

    In Grundschulen?!
    Auf den Taschenrechner sollte man bis zur 10 oder noch besser bis zur 13 verzichten. Dadurch könnte man dem etwas dem Übel entgegentreten, dass in der Schule Mathematik zu “Rechnen” geworden ist.

    An statt Logarithmen “auszurechnen” ist es viel sinnvoller den Umgang mit den zugehörigen Rechengesetzen zu lernen.

    Umformen lernen, Gleichungen lösen und Beweise führen hätte mir viel mehr gebracht fürs Physikstudium, als krumme Ergebnisse erzeugen, die der Taschenrechner liefert. Zum Glück hatten wir kein CAS, sonst wäre ich vollends verblödet.

  11. #11 doublemoth
    8. Dezember 2011

    Also bei mir ist es mit dem Rechnen wie mit dem Schleifebinden bei Schuhen. Wenn ich es lange nicht mehr gemacht habe, muss ich kurz überlegen, schaffe es aber dann doch.

    Meine Nachhilfeschüler lasse ich kurze Rechnungen im Kopf rechnen. Dabei habe ich dann oft feststellen müssen, dass sie gar nicht wussten, was z.B. ein Bruch oder Prozente überhaupt sind und das in der Oberstufe. Sie sind nur durch Mathe durchgekommen, weil sie Rechenoperationen und Formeln auswendig gelernt haben.

    Deswegen finde ich Taschenrechner gar nicht so schlecht. Das erleichtert mir die Fehlerdiagnose bei meinen Nachhilfeschülern, da ich dadurch herausfinde (wenn sie den Taschenrechner nicht benutzen dürfen), ob sie nur auswendig gelernt oder es auch irgendwann einmal etwas in Mathe verstanden haben.

    Viel schlimmer finde ich es, dass man es schafft in die Oberstufe zu kommen, ohne Grundschul- und Unterstufenwissen verstanden zu haben.

  12. #12 Thilo
    8. Dezember 2011

    Ich transferiere mal noch die beiden Kommentare von http://www.scienceblogs.de/2011/12/schultaschenrechner-nutzlich-oder-schadlich.php#comments , weil sie ja wohl hierherein gehören:

  13. #13 Thilo
    8. Dezember 2011

    Dude 8.12. 10:45:

    In Zeiten wo die Bälger den ganzen Tag auf dem Iphone rumtippen und Videospiele über 18 den Großteil der Spielecharts beachtenund die Gesellschaft immer mehr verroht ist ein solcher Taschenrechner womöglich eines der kleinsten Übel über die man sich Gedanken machen sollte……..

  14. #14 Thilo
    8. Dezember 2011

    Auf keinen Fall 8.12. 11:08:

    Dem kann ich garnicht zustimmen da diese Probleme schon irgendwo miteinander zusammenhängen aber doch seperat zu betrachten sind. Das alles fließt ja ineinander. Wenn die Köpfe wieder mehr gefördert werden und auch die Kreativität wieder mehr angeregt wird, bauen Kids auch wieder andere Interessen auf.

  15. #15 Gustav
    8. Dezember 2011

    Ich verstehe die Aufregung gegenüber von Technik nicht. Vor 50 Jahren hätten bestimmt auch einige gesagt: “Was Taschenrechner ab der Achten? So geht doch jedes Gefühl verloren für das Rechnen selbst”. Zeiten ändern sich, die technischen Möglichkeiten ebenfalls. Ich finde es gut wenn Kindern möglichst früh die Technik beigebracht wird, zumal jedes engagierte Kind im Internet bessere Online-Taschenrechner findet und so die Hausübungen löst, sogar mit den Zwischenschritten. Das “Gefühl” für das Rechnen, also nicht nur das sture befolgen von Rechengesetzen, ich würde das ja mathematisches Verständnis nennen, bekommt man von guten LehrerInnen beigebracht – mit und ohne Taschenrechner. Ich kann mich noch an meine Schulzeit, frühe 80er erinnern, da gab es genau so Mitschüler ohne jegliches Verständnis für Mathematik, die aber sehr gut Regeln befolgen konnten und damit gute Noten schrieben.

    Das Verständnis für Mathematik kommt von einer guten Ausbildung und die kostet Geld und dieses muss man sich leisten. Es hängt aber nicht vom Werkzeug ab, ganz im gegenteil, dieses kann sogar noch das Verständnis erhöhen, wenn es richtig eingesetzt wird.

  16. #16 andreas
    8. Dezember 2011

    Taschenrechner in Grundschulen halte ich für deplatziert, wobei ich hier nicht soweit gehen würde, ihn zu verbieten. Er sollte als Hilfsmittel wahrgenommen werden, nicht als Ersatz für eigenes Denken. Bei uns ist generell bei Rechenaufgaben die Angabe der Rechenschritte notwendig gewesen. Da hilft ein Taschenrechner nur insofern, grobe Rechenfehler zu vermeiden oder Rechenschritte jenseits des kleinen Einmaleins schneller zu meistern. Bei den Grundrechenarten sollte aber sichergestellt werden, dass diese auch ohne Taschenrechner sitzen. Erst wenn es da keine Probleme mehr gibt, kann man zum Hilfsmittel greifen, wenn es damit dann schneller geht.

  17. #17 Roland Tluk
    8. Dezember 2011

    Was die Grundschule und anschließende Schulen versäumen, müssen die Universitäten und Hochschulen ausbaden.

    Das Niveau sinkt stetig.

  18. #18 peter
    8. Dezember 2011

    Taschenrechner sind definitiv schädlich für das eigenständige Denken. Ich bin mit 23 zum Glück nicht mit Grafiktaschenrechner in der Schule aufgewachsen und bin froh darüber. Ich gebe Nachhilfe in Mathe und Physik und ich muss sagen die größten Defizite treten schon durch Unsicherheit beim Bruchrechnen, Wurzelziehen und andere Grundlagen auf. “So, jetzt multiplizier mal die beiden brüche 1/2 und 3/4.” – “Mist ich hab meinen Taschenrechner nicht dabei”. Und das ist kein bischen übertrieben. Ohne Taschenrechner wäre die heutige Schulgeneration aufgeschmissen. Es wird einfach etwas in den Taschenrechner eingegeben, man weiß nich ob das Ergebnis überhaupt stimmen kann und denk nicht mehr selber nach.

  19. #19 Gustav
    8. Dezember 2011

    @peter: Und in die 90er hätte einer, der die Matura bzw Abitur 30 Jahre zuvor gemacht hat, den Kopf geschüttelt, über Taschenrechner beim Abitur. Er hätte wohl ähnliche Worte gefunden.

    Es ist schon wichtig das Ergebnis einschätzen zu können, um bei Tippfehlern im Taschnerechner zu wissen, dass da was falsch sein muss. Das nicht zu können ist aber nicht Schuld von Technik, also nicht Schuld des Werkzeugs, sondern es ist Schuld an einer schlechten Ausbildung.

    Nicht die Taschenrechner sind das Problem, auch nicht die Grafikrechner und auch nicht irgendeine andere technik, die Ausbildung ist das Problem. Es ist allzu oft für LehrerInnen leichter, wenn sie SchülerInnen rechnen lassen, ohne ein Gefühl für Abschätzung von Ergebnissen zu vermitteln. Bei guten LehrerInnen lernen aber genau das die SchülerInnen und lernen noch dazu, wie man gut mit einen Werkzeug umgeht.

  20. #20 ulfi
    8. Dezember 2011

    @Gustav Natürlich ist es einfacher, die Lehrer als Schuldige zu sehen. Aber dort liegt nicht das Problem. Wenn Vereinfachungen möglich sind, werden sie benutzt. Ist doch genauso wie Navigationssysteme und das Kartenlesen. Das Phänomen ist altbekannt: sobald sich die Fahrer auf ihr Navi verlassen, wissen sie nicht mehr was auf dem Streckenverlauf los ist. Kaum ist die Streckenführung dann etwas unübersichtlicher, wissen sie nicht wo es lang geht “muss ich jetzt in Richtung Bochum oder Dortmund?”. Genauso ist es auch beim Taschenrechner. Anstatt dieses wichtige Wissen zu trainieren wird nur die mechanische Operation des Eintippens geübt. Dass die Schüler dann später keine Ahnung mehr haben, was sie da machen ist nachvollziehbar.

    Dazu kommt die Gnadenlose Selbstüberschätzung. Ich sitze gerade in Analysis 1 zusammen mit den Erstsemestern. Das folgende Schema wiederholt sich dabei in regelmäßigen Abständen: “Ungleichungen hatte ich schon in der Schule, das kann ich voll gut.” – 1 Woche später beim Arbeitsblatt: “Ey, ich versteh da nix. Wie geht das?”. Auch typisch: “Heute war das irgendwie voll einfach” – Ich: “Ja, was bedeutet denn die Gleichung hier?” – “Ähh…keine Ahnung.”

    Die Dozenten nehmen das auch ganz gelassen. Die sagen nur: “Sie glauben, sie können das. Ich werde in der Klausur sehen, dass sie es nicht können.”

  21. #21 yah bluez
    8. Dezember 2011

    Ich bin mir sicher, von Klasse 1 bis 10, gibt es unter 100.000 Schülern maximal einen der weiss was jede einzelne Taste des casio zu bedeuten hat.

    Leider!

    mfg
    yb

  22. #22 Thilo
    8. Dezember 2011

    Noch ein Kommentar von http://www.scienceblogs.de/2011/12/schultaschenrechner-nutzlich-oder-schadlich.php#comments

    gfd 8.12. 20:38

    Ich weiss nicht, was diese ganzen Diskussionen sollen. Es kommt doch immer auf die Umstaende an.
    Lernen Kids die Grundrechenarten (was auch in 100+ Jahren noch notwendig sein wird), sind Taschenrechner nicht sehr foerderlich.
    Lernen Aeltere dann hoehere Mathematik, dann
    i) ist es nervig, jeden grossen Bruch von Hand auszurechnen, und
    ii) ist es kontraproduktiv, wenn man beim Integrieren vom Wurzelrechnen abgelenkt wird, aber vor allem
    iii) reicht die Zeit (im Unterricht, bei den Hausaufgaben,…) fuer die wichtigen Dinge nicht mehr
    Ich weiss nicht: In Deutschland diskuttiert man ueber Ueberwachungsprogramme an Schulen, weil zuviele (?) Buchseiten eingescannt werden und man diskuttiert, ob das Lernen von Schreibschrift notwendig ist – und in Sued-Korea werden (Papier-)Lehrbuecher in Schulen in den naechsten 2 Jahren komplett abgeschafft und durch Tablets ersetzt.
    Deutschland war mal ein Synonym fuer fortschrittliche Technik.

  23. #23 Gustav
    8. Dezember 2011

    @ulfi: Ich habe nicht geschrieben das LehrerInnen schuld sind. Es liegt an der Art wie unterrichtet wird, natürlich wird das Einfache vorgezogen und wenn dann der Unterricht sich einfacher gestaltet, sind LeherInnen und SchülerInnen gleichermaßen froh und die Eltern flippen aus, weil die Kinderlein Rechnungen zigmal schneller lösen können, als sie das noch konnten.

    Wenn aber richtig unterrichtet wird, bedeutet ein vernünftiger Umgang mit dem Werkzeug und dazu gesagt wird, was die Schwächen von Taschenrechner sind und dass dagegen eine Fähigkeit hilft Ergebnisse abzuschätzen, bringt das mehr Vorteile, als wir lassen Kinder wieder wie vor 100 Jahren rechnen. Denn wenn wir glauben, dass das gegen die heute erkennbaren Schwächen hilft, werden wir uns fürchterlich täuschen. Es liegt nicht am Werkzeug.

    Mehr Technik und lernen wie mit der Technik umzugehen ist. Dann tun sie sich auch als StudentInnen leichter, wo Computer notwendig werden. Wenn dann nicht schon in der Schule beigebracht wurde, was die Schwächen von Rechnern sind, dann werden sie im Studium die gleichen Fehler begehen, die sie jetzt in der Schule begehen. In der Schule ist es mehr oder wneiger egal, auf der Uni werden sie nach der zweiten in den Sand gesetzten Prüfung ihren Zukunftstraum aufgeben müssen.

  24. #24 Klirrtext
    8. Dezember 2011

    Grundschule heißt doch so, weil man da die Grundlagen lernt. Die Frage ist nun ob es gesellschaftlicher Konsens ist, dass die Bedienung eines Taschenrechners zu den elementaren Grundlagen gehört. Wie auch immer man da entscheiden mag, Addition/Subtraktion/Multiplikation/Division von “Hand” gehört auf jeden Fall dazu, meiner Meinung nach. Also kann der der Taschenrechner eine sinnvolle Ergänzung sein. Sowas kann man ja in empirische Studien testen und dann entscheiden. Eine Diskussion ohne Daten macht keinen Sinn.

  25. #25 Kallewirsch
    9. Dezember 2011

    und die Eltern flippen aus, weil die Kinderlein Rechnungen zigmal schneller lösen können, als sie das noch konnten.

    Davon träumst du aber nur.
    Die Realität sieht nämlich ganz anders aus. Die Relität sieht so aus, dass der Grossteil der Kinderchen bei den einfachsten Rechnereien, die ihre Eltern noch locker im Kopf rechnen, völlig aufgeschmissen sind.

  26. #26 Kallewirsch
    9. Dezember 2011

    die ihre Eltern noch locker im Kopf rechnen, völlig aufgeschmissen sind.

    Nachtrag: Und das fängt bei simplen Prozentrechnen an.

    Gustav: Es geht hier nicht um höhere Mathematik. Die Rede ist von der Grundschule! Also das kleine Einmal-Eins. Es geht um Grundfertigkeiten: Ein Apfel kostet 2 Euro, wieviel kosten 8 Äpfel? Eine ungefähre Lösung würde schon reichen aber selbst die wird oft genug mit einem “In Mathe war ich schon immer schlecht” abgeschmettert.
    Du magst jetzt schmunzeln und es nicht glauben. Aber auf diesem Niveau hat unsere Nachwuchs bereits massive Probleme.

  27. #27 Statistiker
    9. Dezember 2011

    Die Frage, ob mit Taschenrechner oder “zu Fuß” gerechnet wird, ist doch völlig nebensächlich. Wichtig ist, dass die Schüler das PROBLEM erkennen, die richtige METHODE anwenden und die richtigen SCHLÜSSE draus ziehen.

    Zum Beispiel die Wahl des richtigen Mittelwertes. Ob der Höchstwert, der Median, das geometrische, harmonische, arithmetische oder das eigengewichtete Mittel angewendet wird, ist unabhängig von der Benutzung des Taschenrechners. Wenn ich den falschen Mittelwert benutze, ist es unerheblich, ob ich den Endwert durch Taschenrechner oder im Kopf berechne. Das ist plumpe Fließbandarbeit und lehrt nicht das DENKEN.

    Nur weil man im Kopf 13 mit 27 multiplizieren kann, ist man kein toller Mathematiker, sondern weiterhin ein DUMMKOPF, wenn man nicht fragt, warum man dies eigentlich tun sollte.

    Quadratische Gleichungen lösen? Die pq-Formel hab ich nie gelernt, weil ich sie jederzeit herleiten kann, weil ich sie VERSTANDEN habe. Und nur darum es. Um verstehen, um das Nachvollziehen von Mathematik. Das Zahleneintippen, ob ins gehirn oder in den Taschenrechner, ist einfach trivial.

    @ Omnibus56: Die Antwort ist 2. Sieht man sofort, ob mit oder ohne Taschenrechner, wenn man die binomischen Formeln verinnerlicht hat…..

    btw: Hier reiben sich ja einige am Begriff “Grundschule”. Naja, da sollte man doch erst einmal fragen, wie in England der Begriff “Grundschule” definiert ist. Die ersten vier Schuljahre? Oder sechs? Oder einschließlich der gesamten Sekundarstufe? In keinem Kommentar ist dies problematisiert worden, aber gegen den Taschenrechner gehetzt worden. Ergo: Menschen meinen, ohne Taschenrechner besser rechnen zu können, dafür können diese Personen nicht nachdenken. Und Nachdenken ist tausendmal wichtiger als der stupide Rechenvorgang an sich.

    Bestes Beispiel ist excel: Das Programm rechnet stupide, aber das WIE es rechnen soll, erfordert geistige Leistung und die Hinterfragung eines Problems.

    Naja, das Hinterfragen ist ja in allen Bereichen des Lebens, was höchstens 5 % gelingt, siehe Finanz- und Wirtschaftspolitik, Medizin etc…..

    Egal, ich mach noch ein Bier auf.

  28. #28 Statistiker
    9. Dezember 2011

    @ kallewirsch: “Die Relität [sic] sieht so aus, dass der Grossteil der Kinderchen bei den einfachsten Rechnereien, die ihre Eltern noch locker im Kopf rechnen, völlig aufgeschmissen sind.”

    Haben Sie dafür empirische Nachweise? Wenn ja, bitte nennen, wenn nein, bitte entschuldigen. Mein persönlicher Erfahrungshorizont sagt mir das genaue Gegenteil.

  29. #29 Felix
    9. Dezember 2011

    Ich Besuche gerade die Stufe 12 eines Gymnasiums.
    Meiner Meinung nach sollte der Gebrauch von Taschenrechnern erst nach vollständigen beherrschen der Grundrechenarten erfolgen.
    Mein Mathelehrer hat uns beigebracht, zu entscheiden: seitdem habe ich sofort einen Blick dafür, wann ich den GTR und mein Gehirn benutze.
    Während ich die Wurzel aus 49 im Kopf rechnen kann, tippe ich die dritte Wurzel aus 49 direkt in den Taschenrechner ein.

  30. #30 tobias
    9. Dezember 2011

    Wofür braucht man überhaupt einen Taschenrechner in der Schule?

    Pi bleibt symbolisch da stehen und Wurzelausdrücke ebenso. Die Zahlen versucht man klein zu halten und das Problem hat sich erledigt.

    In der Schule bringen sie heute mehr “Rechnen” als Mathematik bei.

  31. #31 Thilo
    9. Dezember 2011

    Und noch zwei Kommentare aus der Paralleldiskussion in http://www.scienceblogs.de/2011/12/schultaschenrechner-nutzlich-oder-schadlich.php#comments:

    Josh 8.12. 22:30:

    Ich halte den Einsatz von Taschenrechnern an Schulen für sinnvoll jedoch müssen sie nicht andauernd und in allen Klassenstufen eingesetzt werden. So halte ich den einsatz von Taschenrechnern in den Klassen 1-6/7 generell für falsch da in diesen Jahren normalerweise die (Grund)rechenarten usw. unterichtet werden und sie jeder Schüler zumindest ausreichend beherschen sollte. In den folgenden Klassen bis zu Gymnasialen Oberstufe kann ein (wissenschaftlicher) Taschenrechner sinnvoll sein solange der Untericht nicht nur auf die Nutzung des Taschenrechners beziehtund man z.B. nur jede Zweite Klassenarbeit mit Taschenrechner schreibt. In der Gymnasialen Oberstufe sollte man da CAS Rechner einsetzen da das händische rechnen sonst sehr viel zeit benötigt und den Untericht aufhält.
    P.S.: Was ich jedoch nicht verstehe ist warum man CAS Rechner in NRW nicht in den Abiturklausuren der Naturwissenschaften verwenden darf jedoch in Mathematik, wo es doch bei ersteren mehr um die Fachinhalte und nicht die Mathematischen Lösungswege geht

    gfd 9.12. 0:21:

    @Josh:
    “(…) kann ein (wissenschaftlicher) Taschenrechner sinnvoll sein solange der Untericht nicht nur auf die Nutzung des Taschenrechners beziehtund man z.B. nur jede Zweite Klassenarbeit mit Taschenrechner schreibt”
    Irgendwann hat man im Unterricht den Punkt erreicht, wo man das 1×1 (und einiges mehr) einfach voraussetzen MUSS. Dann sind Taschenrechner eine gute Sache und irgendwann auch notwendig (schon, weil man sich aus Zeitgruenden nicht mit dem Grundrechnen aufhalten kann).
    Also nochmal: In den unteren Klassen den Rechner komplett weglassen, ist ok.
    Aber ab einem bestimmten ¨Punkt ist er zwingend notwendig: selbst einfachste Geometrie (Wurzel beim Pythagoras, sin, cos im rechtwkl. Dreieck, etc…) ist ohne Rechner in einer vernuenftigen Zeit (Schulstd.) nicht zu bewaeltigen. Die Lehrplaene sind zudem schon uebervoll.
    Und dann ist es auch unsinnig, nur jede 2. Arbeit mit Rechner zu schreiben. Wenn man erstmal den Punkt erreicht, gehoert der Rechner dazu.
    “Was ich jedoch nicht verstehe ist warum man CAS Rechner in NRW nicht in den Abiturklausuren der Naturwissenschaften verwenden darf jedoch in Mathematik (…)”
    Weil man in den Dingern auch Formeln speichern kann – und auf die kommt es in Physik/Chemie mehr an

  32. #32 Spoing
    9. Dezember 2011

    Also bei mir war es so (Abi 2006, Niedersachsen, Mathe und Physik LK) das wir alles mit Taschenrechner gerechnet haben. Ich wusste, zum Beispiel was eine aufgelöste Matrix aussagt etc.. Dann habe ich angefangen Maschinenbau zu studieren und stand völlig auf dem Schlauch.Ich musste alles per Hand ausrechnen und konnte nichts! Nachdem ich jetzt beides gelernt habe muss ich sagen, vieles vom Grundverständniss kommt erst wenn man genau weiß was man macht und nicht einfach nur wie man etwas macht.

    Sicherlich werde ich später keine Formeln mehr per Hand ausrechnen, aber wenn man wirklich verstehen will was man macht, sind Taschenrechner eher schädlich. Und dazu sollte der Mathematikunterricht ja da sein.
    Im Physikunterricht wird ja auch erklärt wie ein Dynamo funktioniert und nicht: Strom kommt aus der Steckdose. Auch wenn letzteres alles ist was man später im alltag wissen müsste.

  33. #33 Gustav
    9. Dezember 2011

    @Kallewirsch: “Gustav: Es geht hier nicht um höhere Mathematik. Die Rede ist von der Grundschule! Also das kleine Einmal-Eins. Es geht um Grundfertigkeiten: Ein Apfel kostet 2 Euro, wieviel kosten 8 Äpfel? Eine ungefähre Lösung würde schon reichen aber selbst die wird oft genug mit einem “In Mathe war ich schon immer schlecht” abgeschmettert.
    Du magst jetzt schmunzeln und es nicht glauben. Aber auf diesem Niveau hat unsere Nachwuchs bereits massive Probleme.”

    Das ist mir schon klar, aber ich glaube, dass die Rechnung “Taschenrechner – schlechte SchülerInnen; per Hand – gute SchülerInnen” einfach nicht stimmt. Ich empfinde es als sehr wichtig, wenn schon in der Grundstufe SchülerInnen beigebracht wird, wie sie mit Technik umgehen müssen. Und dazu gehört ein früher Einstieg mit Taschenrechnern – vor allem, muß erlernt werden, was die Schwächen von der simplen Anwendung von Technik ist. Und das erlernt man am besten so früh wie möglich, in der Grundschule.

    Wenn in der Grundschule die Erfahrung gemacht wird, dass die Technik alleine nicht hilft, sondern es auch ein Gefühl für Größenordnungen und Verhältnissen braucht, dann ist das kein Problem – dafür ist die Grundschule da, um erste Erfahrung zu machen.

    Wenn allerdings Taschenrechner erst sehr spät erlaubt werden oder Computer erst im Studium selbst, dann machen die SchülerInnen bzw StudentInnen die gleiche Erfahrung und Fehler die man eigentlich in der Grundschule machen sollte.
    Wenn man aber diese Erfahrung erst im Studium macht, weil man zuvor kaum mit moderner Technik gearbeitet hat, ist es zu spät. Das wars dann mit dem Studium. Wenn man aber schon in der Grundschule diese Erfahrungen und Fehler macht und von LehrerInnen gezeigt bekommt, wie man mit dieser Technik gut umgeht, dann gibts auch später keine Probleme mit technischen Werkzeug in der Hochschule.

    Bald schon werden die Taschenrechner von Compuert abgelöst werden. Was dann? Computer verbieten? Der Gegenteilige Weg ist meiner Meinung nach richtig: Von Anfang an moderne Technologie nutzen, aber darauf die Lehrpläne abstimmen. So lernen Kinder von Anfang an gut mit morderner Technik umzuegehn.

  34. #34 Statistiker
    9. Dezember 2011

    @ spoing: Dann haben Sie wohl in der Schule nicht aufgepasst, wenn Sie sich beschweren, es im Studium nicht zu können. Geben Sie sich selbst die Schuld, nicht dem Taschenrechner. Peinlich, solche Kommentare….

  35. #35 Statistiker
    9. Dezember 2011

    @ felix: Sie sind unfähig, die dritte Wurzel einer Zahl abzuschätzen? Peinlich……

  36. #36 michael
    9. Dezember 2011

    > ie sind unfähig, die dritte Wurzel einer Zahl abzuschätzen? Peinlich……

    Komm mal nicht so arrogant daher! Felix schrieb :

    …tippe ich die dritte Wurzel aus 49 direkt in den Taschenrechner ein..

    Mach Du mal!

  37. #37 Josh
    9. Dezember 2011

    “Während ich die Wurzel aus 49 im Kopf rechnen kann, tippe ich die dritte Wurzel aus 49 direkt in den Taschenrechner ein.”
    also bei uns reicht es dem Lehrer vollkommen wenn man wurzel(7) aufschreibt zumal dies auch noch genauer ist wenn man mit dem Wert weiterechnen muss.

  38. #38 Thilo
    10. Dezember 2011

    @ Josh: das wäre aber die vierte Wurzel aus 49.

  39. #39 Spoing
    10. Dezember 2011

    @Statistiker:
    Ich beschwere mich ja gar nicht. Zudem habe ich auch alle meine Mathescheine schon längst bestanden. Ich habe lediglich gesagt, dass ich beide varianten hinter mir habe. Einmal alles nur mit Taschenrechner rechnen und einmal alles per Hand rechnen zu müssen.
    Zum verständniss der Mathematik ist es besser auf den Rechner zu verzichten. Ich habe vorher auch alle Aufgaben, welche mir gestellt wurden lösen können. Allerdings habe ich dann einfach nur gewusst was ich wann anwenden muss um auf das Ergebniss zu kommen. Wie ganau das Funktioniert, habe ich mit dem Taschenrechner nicht wissen müssen. Die Frage ist natürlich ab wann es außreicht “nach Schema” zu rechnen.

  40. #40 Christian A.
    10. Dezember 2011

    @ spoing: Dann haben Sie wohl in der Schule nicht aufgepasst, wenn Sie sich beschweren, es im Studium nicht zu können. Geben Sie sich selbst die Schuld, nicht dem Taschenrechner. Peinlich, solche Kommentare….

    Peinlich sind hier nur Kommentartoren die andere dafür runtermachen wollen, dass sie zugeben nicht alles zu können.

  41. #41 Stefan W.
    10. Dezember 2011

    Ich bin ein wenig Hin-und-Hergerissen. Müssen wir heute Kutschieren lernen? Wir würden dann vielleicht den Begriff “Kotflügel” leichter verstehen.

    Tatsächlich ist es ja so, dass Rechner immer leistungsfähiger und verfügbarer werden. Vielleicht kann man in Kürze tatsächlich alles mit dem Smartphone erledigen. Will man wissen, wieviel qm Fläche man zu tapezieren und zu malern hat läd man eine App herunter, und mit verschiedenen Sensoren rechnet das Gerät selbst die Fläche auf – gesteuert per Sprache.

    Aus Nostalgie am Kopfrechnen festhalten ist dann vielleicht wirklich verfehlt.

    Nur kann das Gerät ja dann flüssig übersetzen, liefert Wikipedia² aus und simuliert Chemie und Evolution auf Zuruf – also was soll dann überhaupt noch gelernt werden?

  42. #42 Gustav
    10. Dezember 2011

    Ich höre immer wieder, dass es neue Lehrpläne braucht, neue Schulformen, eine neue Art des Lernes.

    Nur um dann in den Kommentaren zu einer Wissenschaftsseite zu lesen, dass eine Technik untersagt werden sollte, die mittlerweile 30 Jahre alt ist.

    Warum sich nicht überlegen, wie diese neue Art des Lernes mit Hilfe von moderner Technik aussehen könnte – und damit meine ich nicht den Taschenrechner, sondern den PC.

    Mathematisches Verständnis liegt nicht an technischen Werkzeugen, denn weder unterbinden die das Verständnis, noch sind sie hilfreich für das Verständnis, sie sind einfach ein Werkzeug.

    Es ist egal ob ich 45/2 in einen Taschenrechner eintippe um auf die Lösung zu kommen, oder ob ich auch brav gelernt habe, wie die einzelnen Rechenschritte funktionieren – beides zeigt noch kein Verständnis für Mathematik. Ich habe zu meiner Schulzeit MItschüler erlebt, die ohne Taschenrechner und ohne Probleme durch Tests gekommen sind, aber kein Verständnis für Mathematik hatten. Und ich habe Schüler erlebt, die nur mit größter Mühe durch Tests gekommen sind, die dann aber später Mathematik studiert haben (nämlich mich 🙂 die Frage ist allerdings bis Heute, ob ich Mathematik verstanden habe… ;-)).

    Das gut Regeln befolgen können bedeutet noch nicht, dass auch Verständnis für Mathematik vorhanden ist. Wenn ich Regeln beherrsche und diese anwende, dabei aber einen Fehler begehe und kein Verstädnis für das zu erwartende Ergebnis habe, werden die Ergebnisse ebenso so falsch sein, wie jemanden der Taschenrechner verwendet, aber auch kein Verständnis für Mathematik hat.

    Ich postuliere mal, dass bei Test wie “Gegeben ist 45/2, was ist das Ergebnis A 22,5 B 21,5 C 43”, wo man nur ankreuzen muss und nicht rechnen, genau so viele Nicht-Taschenrechner-SchülerInnen durchfallen, wie bei den Taschenrechner-SchülerInnen.
    Und genau das ist die Kritik der Pisa-Studien, wir fragen (teilweise auswendigerlernbares) Faktenwissen ab, anstatt Verständnis.

    Das Problem ist nicht der 30, 40 Jahre alte Taschenrechner, das Problem ist die Art des Lernes und Lehrens.

  43. #43 ohno
    10. Dezember 2011

    @Statistiker: Schön, dass Du das sofort siehst – ich leider nicht. Welche binomische Formel hilft mir denn bei der Berechnung?

  44. #44 Statistiker
    10. Dezember 2011

    @ michael: “Mach Du mal!”

    Ist doch einfach, Iteration sollte man beherrschen. Übrigens: 3,6

  45. #45 BreitSide
    10. Dezember 2011

    x*x*x=?

  46. #46 michael
    10. Dezember 2011

    @Statistiker
    > Ist doch einfach, Iteration sollte man beherrschen

    Im Kopf ? I

    @Ohno

    Google nach “Die dritte Wurzel nach Heron von Alexandria verbale Darstellung”

  47. #47 ohno
    11. Dezember 2011

    @michael: Der Heron hilft mir auch nicht dabei, 10**2+11**2+…14**2=730 “sofort” zu sehen:-)

  48. #48 Statistiker
    11. Dezember 2011

    (a+b)^2 -minus (a-b)^2 hilft immens.

    Sorry, dass ich einigen Leuten auf den Schlips getreten bin. Ich dachte, dass Leute, die auf die Jugend von heute schimpfen, zumindest ansatzweise schlauer sein müssten. Da habe ich mich geirrt.

  49. #49 Schmidts Katze
    11. Dezember 2011

    Statistiker· 09.12.11 · 04:51 Uhr schreibt:

    “Nur weil man im Kopf 13 mit 27 multiplizieren kann, ist man kein toller Mathematiker,”

    Ist doch einfach: 20^2 – 7^2.
    Ich glaube aber nicht, daß ein Taschenrechner-Kid auf diese Lösung kommt.

  50. #50 Thilo
    11. Dezember 2011

    Und noch mal transferiert von http://www.scienceblogs.de/2011/12/schultaschenrechner-nutzlich-oder-schadlich.php#comments
    Josh 9.12. 23:44

    gfd: “Weil man in den Dingern auch Formeln speichern kann – und auf die kommt es in Physik/Chemie mehr an”
    abgesehen davon das sämtliche lehrer die Taschenrechner immer vor den Klausuren Reseten sind zumindest in Physik auch Formelsammlunge erlaubt sind.

  51. #51 Saidiph
    13. Dezember 2011

    Quadratische Gleichungen, Wurzeln und Logarithmen sind ganz schnell derart beschaffen, dass ein Taschenrechner eine kluge Wahl ist. Auch Additionen und Multiplikationen bzw. deren inverse Operationen können haarig werden, das ist klar.

    Klar sollte auch sein: Hier geht es um Mal und Plus auf Grundschulniveau. Also vor allem mit ganzen Zahlen und ein- bis zweistellig. Darüber hinausgehendes ist so gestellt, dass die Methode und nicht die Zahlen an sich das Problem sein soll.
    *Kunstpause*

    Wenn rund 50% der Erwachsenen das nicht hinbekommen, hat das weniger damit zu tun, ob ein Taschenrechner ein Ausweg ist, sondern mehr damit, ob man nicht mit dem Finger draufzeigen und lachen sollte.

  52. #52 Kallewirsch
    13. Dezember 2011

    @Statistiker

    Haben Sie dafür empirische Nachweise? Wenn ja, bitte nennen, wenn nein, bitte entschuldigen. Mein persönlicher Erfahrungshorizont sagt mir das genaue Gegenteil.

    Dann setzen sie sich mal zu den Bewerbungsgesprächen für Lehrlinge (pardon: Auszubildende) dazu und fragen die einfach mal spontan ein paar Prozentrechnungen. Been there, done that. Das Ergebnis war zumindest bei mir ernüchternd.

  53. #53 echt?
    14. Dezember 2011

    Und die Werte für den Sinus nehmen wir aus der Tabelle?

    Fragt sich echt?

  54. #54 Susi
    18. Dezember 2011

    Durch die sofortige und ausschliessliche Verwendung von Taschenrechnern geht der die Vorstellung von Zahlen verloren. Simple Überschlagsrechnungen, die man braucht um eine VORSTELLUNG zu haben, was etwas und wieviel etwas kostet geht völlig verloren.
    Das Auswendiglernen fördert nicht zuletzt die Gedächtnisfähigkeit.
    Es ist doch ein Irrtum zu glauben, dass man kreativ ist, wenn man alles nachschlagen und mit dem Taschenrechner ausrechnen muss. Kreativität lebt doch davon, dass man es zumindest ungefähr weiss. Außerdem hat Kallewirsch völlig recht, es gibt Grundfertigkeiten, die auch heute noch jeder beherrschen sollte.

  55. #55 Alex Müller
    20. Dezember 2011

    Meines Erachtens ist wichtig den Umgang mit dem Taschenrechner zu erlernen, aber schon in der Grundschule!? NEIN!! Ich teste selber Taschenrechner http://www.taschenrechner-test.de/vergleich/taschenrechner-vergleich-uebersicht-zu-allen-taschenrechner-modellen-mit-preisvergleich.php und bin auch davon überzeugt das Taschenrechner ein sinnvolles Hilfsmittel für schwierige und komplexe Rechnungen sind, aber wenn unsere Kinder die Grundrechenarten von haus aus nicht mehr lernen hilft der beste Taschenrechner nichts!

  56. #56 Taschenrechner-Kauf
    Stuttgart
    25. Juni 2016

    Taschenrechner in der Grundschule? Vielleicht! Kommt drauf an in welcher Variante. Digital wäre irgendwie zu früh aber ein Rechenschieber macht sehr viel Sinn!
    Checkt die Dinger doch mal unter http://www.Taschenrechner-Kauf.de !