Philipp Rösler erklärt die negativen Zahlen.

Nee, Herr Rösler, so erklärt man vielleicht das Rechnen mit negativen Zahlen (wenn man vor den Schülern nicht über Schulden und Kredite reden will), aber mit Mengenlehre hat das nicht so wirklich viel zu tun. Das wäre eher der Fall, wenn man von Addition und Subtraktion als binären Operationen sprechen würde. Oder wenn man beim Vergleichen zweier Anzahlen auf surjektive oder injektive Abbildungen zurückgriffe. Oder wenn man fragte: “Nehmen Sie eine Menge, bilden Sie das Komplement und dann den Durchschnitt von diesem mit der Ausgangsmenge. Was erhalten Sie?”

Der FDP-Chef dürfte wohl zu jung sein, um Mengenlehre noch in der Schule gelernt zu haben. (Die war bei Didaktikern Mitte der 70er Jahre populär.) Wie kommt er also auf dieses Beispiel? Ganz einfach: mit Google. Tja, man sollte halt nicht alles ernst nehmen, was im Internet steht.

Und nun ja, eine (frei erfundene) Variante zu Röslers Witz, die sich geradezu aufdrängt: “Meine Damen und Herren, wir erwarten für dieses Fiskaljahr Einnahmen in Höhe von 249,2 Mrd Euro. Davon entfallen auf das Verteidigungsministerium 31,7 Mrd, auf das Wissenschaftsministerium 12,9 Mrd, ferner ….. Wenn dann noch 26,1 Mrd Euro wieder hereinkommen, haben wir einen ausgeglichenen Haushalt.”

Kommentare (11)

  1. #1 wereatheist
    14. Januar 2012

    Ich bin in München 1970 eingeschult worden und hatte in der 1. Klasse schon “Mengenlehre”. Ich meine, sowas wie Venn-Diagramme malen bzgl. graphisch dargestellter Punktmengen. Da ich schon ganz gut rechnen konnte, war das eher eine interessante Neuerung 😉
    Der Rösler verbrät halt nur einen ziemlich bärtigen Witz, aber beim jetzigen Zustand der FDP haben die eh nix zu lachen.

    regards, W.

  2. #2 Schmidts Katze
    14. Januar 2012

    Naja, mit Zahlen unter 10 scheint unser Wirtschaftsminister es ja verstanden zu haben, auch wenn er sich darüber lustig macht.

  3. #3 wereatheist
    14. Januar 2012

    Achso, eigentlich wollte ich nur sagen, dass die 70er Mengenlehre mir nicht unbedingt geschadet hat.. Wir hatten auch Restklassengruppen modulo einer Primzahl oder sowas (nicht in der Grundschule, natürlich).

  4. #4 rolak
    14. Januar 2012

    Nichts gegen Mengenlehre – wie offensichtlich, müßte man Manchem noch Mengen lehren.

  5. #5 Schmidts Katze
    14. Januar 2012

    Das sollte man tun, bevor man ihn zum Minister macht.

  6. #6 JK
    14. Januar 2012

    Herrn Röslers Mengenlehre ist, das wird er auf Anfrage sicher bestätigen, in mühevoller Kleinstarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler, aber Frau Merkel hat ja keinen wissenschaftlichen Assistenten eingestellt, sondern einen Wirtschaftsminister. Da kommt es nicht so darauf an.

  7. #7 Statistiker
    15. Januar 2012

    Was Herr Rösler sagen will……. wenn heute noch zwei Leute die FDP wählen und morgen fünf Leute weniger, dann hat die FDP übermorgen drei Wähler mehr….

    Nunja, so rechnen diese xxx nun mal….

  8. #8 ilona
    16. Januar 2012

    Also ich bin 95 eingeschult worden, und ich hatte auch noch Mengenlehre.. soweit ich weiß (angefangen haben wir mit Bauklötzchenmengen.. Eine Menge nur Dreiecke, die andere nur rote Kreise, Vierecke und Dreiecke, und dann die Schnittmenge aus roten Dreiecken..).

  9. #9 Scotty
    16. Januar 2012

    @JK
    Der war echt Gut, rofl.
    Im übrigen ist die F.D.P. nur noch Geschichte, sie hat es nur noch nicht begriffen.

  10. #10 Raul Katos
    26. Januar 2012

    Es ist erschreckend. Aber wenn man sich anschaut, was die FDP in den letzten Jahren fabriziert, wundert es nicht …

  11. #11 Klausenmann
    3. Februar 2012

    @Statistiker – rofl, ja, genau so läuft’s bei der FPD. (: Was glaubst Du, was für komplexe Rechenwege das dann erst vor ein paar Jahren gewesen sein mussten, die die “18” zum Ergebnis hatten. (Das erinnert ein bisschen an die “42” aus Douglas Adams per Anhalter durch die Galaxis…) Solch horrend “hohen” Stimmanteile könnten sie ja bekommen, wenn sie zu ihren Überlegungen aus den Neunzigern, eventuell im rechtspopulistischen Lager Stimmen zu jagen, zurückkehren würden. (siehe: “Mitte der neunziger Jahre begannen dann innerparteiliche Diskussionen, ob diese Entwicklung nicht durch eine rechtspopulistische Wende aufzuhalten sei.” bzw. http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/106410.html )

    Jajaja, die FDP. Wer weiß, ob sie nicht bald so verzweifelt sind, dass sie’s mit etwas “Haiderisierung” versuchen. Eine Partei, zu der man stundenlang Themen, mit der man sie bashen könnte, finden kann. (: