When you work on mathematics problem also you put together all the ingredients and you mix and mix and everything together and you mix and mix and mix and you wait until there is a chemical reaction between the ideas: BAFF! (Cedric Villani)

“Colors of Math” heißt ein neuer Dokumentarfilm von Jekaterina Jerjomenko, der zeigen will, daß Mathematik gefühlt, getastet und gerochen, gesehen und gehört werden kann.

Der Film wurde am 12. Juni in der FU Berlin vorgeführt (leider eine Woche zu früh für mich) und hatte am 23. Juni beim Moskauer Filmfestival seine öffentliche Premiere.

Der Trailer:

Die beteiligten Mathematiker sind in der Reihenfolge des Auftretens Kontsevich (das ist der, der am Anfang ein paar unverständliche russische Worte murmelt), Bismut (das ist der, der sich beklagt, als Mathematiker wäre man unverständlich für Freunde, Familie und Frau), Villani (das ist dann der, der sagt, es gäbe kein Verhängnis, denn zwar hätten Boltzmann und Turing Selbstmord begangen und Nash 30 Jahre in geistiger Umnachtung verbracht, aber Maxwell sei es gut gegangen), Rangan (der mit den Gerüchen), Fomenko (mit den Seifenblasen) und Ziegler (der im weißen Kittel mit den Pillen- und Tetraeder-Packungen). Eigentlich geht es im Film wie gesagt darum, wie Mathematik über die 5 Sinne wahrgenommen werden kann, das veranschaulichen im Trailer vor allem Kontsevichs Bilder p-adischer Gleichungen (die für mich eher wie Feynman-Graphen aussehen).
Ich hoffe mal, daß der Film noch an anderen Unis gezeigt wird oder es vielleicht sogar in die Kinos schafft.

Die Regisseurin Jekaterina Jerjomenko hatte übrigens vor 4 Jahren auch einen Dokumentarfilm gedreht über die Absolventen der Moskauer Spezialschule für Mathematik (Schule 91): “Meine Klasse”. Laut Beschreibung geht es darum, was aus den Schülern des Jahrgangs 1982 (dem Jahrgang der Regisseurin) geworden ist – die meisten arbeiten im Ausland, bemerkenswerterweise ist fast keiner in der Wissenschaft aktiv. Dieser Film gewann zwar mehrere Preise, einen Trailer im Internet habe ich aber nicht gefunden.

Kommentare (1)

  1. #1 Ponder
    4. Juli 2012

    Thilo, vielen Dank für diese superschöne Anregung!

    Gibt es eigentlich Untersuchungen darüber, ob unter Mathematikern besonders viele Synästhetiker anzutreffen sind? – Der Film scheint dies zu suggerieren.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Syn%C3%A4sthesie

    Mir kommt es manchmal so vor, als ob die “echten” = genuinen Mathegenies sich wie in einer Art inneren Landschaft ganz natürlich bewegen, die anderen Menschen (mir zum Beispiel) weitgehend verschlossen bleibt.