9,45 Sekunden sind möglich – meint Professor John Barrow.

Bekanntlich liegt Bolts Rekord (noch) bei 9,58 Sekunden. In einer im April erschienenen Studie hat John Barrow nun berechnet, dass Bolt diese Zeit ohne zusätzliche Anstrengung oder verbesserte Fitness auf 9,45 Sekunden verbessern könne, nur indem er seine Reaktionszeit beim Start verbessert, optimalen Rückenwind bekommt und in mehr als 1000 Meter Höhe läft. Das klingt alles nicht besonders originell, aber jedenfalls wurde die Arbeit in “Significance” veröffentlicht.

Das Video ist Teil der vom Maths Millenium Project zur Londoner Olympiade entwickelten Webseite Maths and Sports mit vielen Projekten für Schulklassen, z.B. “Medal count: how do our predictions add up?” oder Ratespielen zu olympischen Zahlen und Maßen oder weiteren Videos zur Statistik der Olympiade wie auch zur Physik einzelner Sportarten.

Kommentare (21)

  1. #1 painfulbrain
    2. August 2012

    Olympiade: “Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen” also die olypischen Spiele in London. Das steht jetzt sogar auf den Medaillen drauf und ärgert mich immer wieder. Mathematiker oder Physiker würden sich auch ärgern wenn die falsche Formel verwendet werden würde.

  2. #2 Thilo
    2. August 2012

    Nun ja, Sprache entwickelt sich halt und Wörter haben gelegentlich heute eine andere Bedeutung als vor 100 Jahren. Wenn ich über die olympischen Spiele der Antike schreiben wurde, dann wäre Olympiade der Zeitraum zwischen den Spielen, für die Olympischen Spiele 2012 scheint mir aber Olympiade der gängige Ausdruck fur die Spiele selbst zu sein. Sonst dürfte man ja auch nicht mehr von Mathematik-Olympiaden sprechen.

  3. #3 TopDoors
    2. August 2012

    Der Mann ist einfach nur unfassbar schnell. Inzwischen würde mich auch eine Zeit unter 9,45 Sekunden nicht mehr schocken.

  4. Und hätten seine Mitspieler ihm dann noch in den Rücken gepustet wären nochmal 0.01s dringewesen..

  5. #5 segeln141
    2. August 2012

    @Thilo

    Sonst dürfte man ja auch nicht mehr von Mathematik-Olympiaden sprechen.

    Man kann nicht die falschen Begrifflichkeiten der Mathematiker als Rechtfertigung nehmen ,die Begrifflichkeiten im Sport falsch zu verwenden.

    Es bleibt dabei :Olympiade ist der Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen.

    Zur Zeit laufen die olympischen Spiele.

  6. #6 sax
    2. August 2012

    @painfulbrain & Segel141

    Wenn du zu einem Gerichtstermin musst, sage doch ich gehe zum Ding. Ihr fragt euch auch bestimmt oft, warum in den Nachrichten einfache Stallburschen(Minister), immer so oft zu Wort kommen.

    Ich lebe in Elend, bedeutet für euch sicherlichl, dass ihr aus einem Land ausgewiesen wurdet. Solltet ihr euch mal eine weibliche Haushaltshilfe leisten, wünsch ich euch viel Spaß dabei, von eurer Dirne zu erzählen. Und wenn ihr einen freundlichen Menschen als albernen Menschen bezeichnet. sollte das wohl auch jeder verstehen 😉

    Wenn ihr eure “es bleibt bei der ursprünglichen Wortbedeutung” Einstellung konsequent Umsetzt, dann wünsche ich euch viel Spaß bei der Kommunikation ;-).

  7. #7 noch'n Flo
    2. August 2012

    @ painfulbrain:

    Das steht jetzt sogar auf den Medaillen drauf und ärgert mich immer wieder.

    Offiziell heissen die Olympischen Spiele aber schon seit 1904 “Spiele der x. Olympiade”. Sprich: die Spiele bilden den Abschluss der 4jährigen Olympiade (aus diesem Grund wurde auch bei den während der Weltkriege ausgefallenen Spielen 1916, 1940 und 1944 einfach weiter gezählt; was dazu führt, dass es die Spiele der 6., 11. und 12. Olympiade nie gegeben hat – aber die Zählung der 4-Jahres-Zeiträume lief trotzdem weiter). Lediglich den 1. Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 ging keine wirkliche Olympiade voraus (und bei den Winterspielen ging den Spielen 1994 in Lillehammer nur eine 2jährige Olympiade voraus, weil man damals von der Regelung, dass Sommer- und Winterspiele im selben Jahr stattfinden, abging und in einen 2jährigen alternierenden Rhythmus wechselte).

    Somit ist die Aufschrift “XXX. Olympiad London 2012” nur unglücklich gekürzt, aber nicht zwingend falsch.

  8. #8 JPeelen
    2. August 2012

    Hallo noch’n Flo, wie schon seinerzeit bei Raumpatrouille habe ich die Fakten anders in Erinnerung. Ich will mir Leni Riefenstahl nicht extra deswegen nochmal antun, bin aber ziemlich sicher dass es 1936 hieß: Ich erkläre die Spiele von Berlin zur Feier der 11. Olympiade neuer Zeitrechnung für eröffnet.
    Die erste Olympiade ging demnach von 1892-1896. An deren Ende standen die Spiele von Athen.
    Auch mir gehen sprachliche Nachlässigkeiten wie der Gebrauch von Olympiade für die Olympische Spiele gegen den Strich. Das mag damit zusammenhängen, dass ich im Zusammenhang mit dem 01.01.2000 mich intensiv mit Kalendern und Epochen beschäftigen musste.

  9. #9 BreitSide
    2. August 2012

    @JPeelen: Oh ja, die Mehrzahl dachte, am 1.1.0 begänne das 3. Millenium. Mittels Zollstock und der Info, dass es das “Jahr null” nicht gab, waren sie dann doch zu überzeugen.

    Bei der “Olympiade” sehe ich das nicht ganz so eng. Ich weiß es ja besser…

    Mich ärgert – oder besser wundert – eher, dass wir einerseits griechische/lateinische Fremdwörter griechisch/lateinisch zu beugen haben, englische aber zB nicht.

    Wir haben “Lexika” zu schreiben statt “Lexikons” (oder “Lexikönner”), aber “Hobbys” und nicht “Hobbies”.

    Ist aber noch mehr OT als die “Olympiade”…

    Die Rechnung mit der möglichen Zeit von UB finde ich nicht so furchtbar aufregend. Jede Komponente/jedes Zeitglied hat halt sein Optimum.

    Faszinierend finde ich dagegen die Tatsache, wie viele “Zufälle” bzw. günstige Umstände/Optima für einen Rekord zusammenkommen müssen. Gerade an der Reaktionszeit lässt sich ja viel machen. Früher mit den 2 erlaubten Fehlstarts konnte man schon ein Zehntel durch Versuch rausschinden. Dann müssten die Kurzstreckenrekorde aber nach der Verschärfung auf null Fehlstarts eine Zeitlang nicht mehr so schnell gepurzelt sein. Weiß jemand da was Genaueres?

    Ob die 3 legendären Fehlstarts von Jürgen Hingsen und Linford Christie durch zu hohes Pokern kamen oder durch Nervosität oder (bei Christie) durch den Wunsch nach einem spektakulären Abgang, ist mir nicht bekannt.

  10. #10 H.M.Voynich
    3. August 2012

    @painfulbrain:
    Wenn man vom Wikipedia-Artikel nicht nur den ersten Satz liest, findet man weiter unten: “Herodot zufolge verwendete man schon zu seiner Zeit (im 5. Jahrhundert v. Chr.) den Begriff nicht nur für den Vierjahreszeitraum, sondern auch für die Veranstaltung der Olympische Spiele.”

  11. #11 schlappohr
    3. August 2012

    Dumm jetzt, dass London nicht auf 1000m liegt. Aber wenn er bergab laufen dürfte, wäre er bestimmt noch schneller. Was bitteschön soll das? Gerade sind Olympische Spiele (oder Olympiade) , da schaut jeder hin und an diese Publicity kann man sich doch mal dranhängen, indem man als Mathematikprofessor ausrechnet, wie schnell ein Sportler laufen könnte, wenn die Bedingungen dafür stimmen. Ein anderer Professor hat vor ein paar Jahren sogar mal kurz vor der WM ausgerechnet, dass Deutschland theoretisch Fußballweltmeister werden könnte, wenn es gut läuft und sie alle Spiele gewinnen. Da waren wir ganz erstaunt, was man mit Mathematik so alles machen kann.
    Von Politikern ist man es ja schon gewohnt, aber ich finde es reichlich armselig, wenn ausgerechnet Wissenschaftler Opfer ihrer eignen Profilierungssucht werden und sich auf diese Weise ins Rampenlicht bringen wollen. Die Wissenschaft hat noch eine ganze Reihe ungelöster Probleme in der Pipeline, die zwar weniger sexy sind, aber die uns vielleicht eher unter den Nägeln brennen.

  12. #12 Thilo
    3. August 2012

    @schlappohr: Mir ist schon klar, was Du meinst. Allerdings muss man sagen, dass http://sport.maths.org/content/ vor allem für Lehrer gedacht ist, die dort eben aktuell zur Olympiade Themen finden, die sie mal mit ihren Schulklassen durchrechnen können. Das sind keine Themen für ernsthafte Forschungsprojekte.

  13. #13 schlappohr
    3. August 2012

    @Thilo
    Ja, dieses sport.maths ist eine gute Sache. Unter diesem Aspekt geht meine Kritik an Barrow wahrscheinlich ins Leere. Aber diese Profilierungsnummern bei Wissenschaftlern gibt es leider trotzdem ziemlich oft.

  14. #14 Thilo
    3. August 2012
  15. #15 MisterX
    6. August 2012

    Wieso heißt das eigentlich “Maths and Sport”? Wohl eher “Physics and Sport” tsss

  16. #16 Thilo
    6. August 2012

    Na ja, ein Teil der Aufgaben sind schon durchaus Spielereien mit Zahlen und Statistik. Zum Beispiel sollen die Schüler in einer Aufgabe herausfinden, nach welchem mathematischem Prinzip die Länder in der Nationenwertung angeordnet sind.

  17. #17 MisterX
    6. August 2012

    Naja also vielleicht bin ich ja kleinlich aber das gehört alles in die Physik Schublade, schauen Sie sich auch mal die anderen (tollen!) Videos an. Ausserdem wüsste ich nicht das irgendein Sportler je einen mathematischen Satz mit seiner Sportart bewiesen hätte. Was hat das also mit Mathe zu tun? An einem Kommentar sieht man auch gleich den Schaden den so was anrichtet ” Da waren wir ganz erstaunt, was man mit Mathematik so alles machen kann.” -.- aha, sehr schöne Vorstellung von Mathematik -.- und von Physik noch nie gehört oder wie? Nur weil man in der Physik mal was ausrechnet bedeutet das nicht das es großartig mit Mathe zu tun hat.

  18. #18 Franky
    6. August 2012

    Guten Morgen Thilo!

    Aber der Pampashase kann die Quittung der Dopingkontrolle nicht unterschreiben und knabbert alles an, was ihm sein Sponsor (Humpesch Möhrenhandel) vorlegt.

    Franky

  19. #19 Thilo
    6. August 2012

    @ MisterX:
    Ist ja richtig und steht ubrigens oben auch im letzten Satz des Artikels. Ein paar Themen wie z.B. http://sport.maths.org/content/mapping-medals gehoren fur meine Begriffe aber doch nicht zur Physik, jedenfalls wenn man nicht elementare Statistik als ein Teilgebiet der Physik ansieht.

    @Franky: Humpesch? Ist das der hier?

  20. #20 Franky
    6. August 2012

    @Franky: Humpesch? Ist das der hier?

    Ja, fand ich vom Namen her witzig.

    Zu Mr. Bolt: er hat diesen Artikel wohl nicht gelesen. Trotzdem tolles Rennen!

  21. #21 Belles Lettres
    7. August 2012

    @painfulbrain

    Da liegst Du falsch. Die Beweisführung ist ein wenig zu aufwendig für das Kommentarfeld: http://www.belleslettres.eu/blog/olympiade-bedeutung-etymologie.php