“Das Fach Mathematik wird in unserer Gesellschaft immer als das ach so schwierige, unnahbare Unterrichtsfach angesehen. Oftmals geht es sogar so weit, daß man Angst davor entwickelt, sich mit mathematischen Problemstellungen beschäftigen zu müssen. Ich habe mir nun zum Ziel gesetzt, Ihnen diese Angst zu nehmen, da nur derjenige seine Aufgaben gut erfüllen kann, der ohne Angst an die gestellten Aufgaben herangeht.” (Zitat Ende).

Bei Fernseh-Beiträgen zur Mathematik fragt man sich ja öfter mal, ob das alles ernstgemeint oder Satire ist. Das Telekolleg Mathematik des Bayrischen Rundfunks jedenfalls meint es offensichtlich ernst mit seinem kreativen Ansatz gegen die Angst vor Mathematik:

Prinzipiell haben die Münchner natürlich recht: Nicht Mathe tut weh, sondern die Angst. Aber daß man Mathematik an alltäglichen Beispielen illustrieren sollte war dann doch eigentlich anders gemeint.

(Disclaimer: Ich habe das Video unter den aktuellen Neueinstellungen bei YouTube gefunden, weiß aber nicht, ob es sich auch um eine aktuelle Ausstrahlung handelt. Der Moderator ist jedenfalls der aktuelle und das Ambiente deutet auch auf eine neuere Sendung.)

Kommentare (31)

  1. #1 Ex-Esoteriker
    27. November 2012

    WAS zum teufel war das den?

    Und was hat das mit Mathematik zu tun???

    Und außerdem habe ich das Gefühl, dass mal wieder die Frauenwelt diskriminiert wird, nach dem Moto: Frauen und Mathe bzw. Frauen und Handwerk passen nicht zusammen, und das sage ich als Mann.

    Also blöder kann man wohl ein Video wohl nicht machen, habe am Anfang gedacht, dass das Video irgendwie aus den 50ern oder 60ern stammt, trotz guter Aufnahmequalität.

    Also ich würde es als Satire bezeichnen, hoffentlich wissen die Frauen selber, dass sie so “blöde” dargestellt werden.

  2. #2 Alexander
    27. November 2012

    @ thilo: der beitrag ist selten dämlich und hat nichts mit mathematik zu tun.

    @ ex-esoteriker: um da eine diskriminierung von frauen raus zu lesen (“mal wieder” – die armen Geschöpfe werden ja in unserem eurozentrischen Patriachat ständig diskriminiert) muss man schon sehr politisch korrekt (lies faktisch unkorrekt) sein.

  3. #3 regow
    27. November 2012

    Das ist halt Gender-Mathematik.

  4. #4 Stefan
    27. November 2012

    ach, regt euch doch nicht auf, das geht im ständigen Männerbashing doch unter. Dafür sorgt Spon mit seinen mehreren wöchentlichen feministischen Kolumnen.

  5. #5 Erik
    27. November 2012

    Na klasse. Erst dachte ich mir: Toll, da will jemand Dara O’Brians Konzept [1] ins deutsche Fernsehen bringen! Aber dann: Ernüchterung. Die Idee ist ja gut, den Leuten die Angst nehmen und durch Selbstvertrauen ersetzen zu wollen, aber das Beispiel ist einfach viel zu weit vom Thema weg. Hier fehlt ganz einfach der Bezug zur Mathematik und ich für meinen Teil habe aus diesem Video nichts mitgenommen außer dem Eindruck, dass hier mit einem Art Tunnelblick einfach nur versucht wird, die negativen Seiten der Mathematik abzumildern und zu beschwichtigen. Von den positiven Seiten, dass die Mathe auch interessanter als in der Schule und bei ganz alltäglichen Dingen sehr hilfreich sein kann, kein Wort.

    Wenn man will, dass die Leute ohne Scheu an etwas herangehen, muss man sie faszinieren, sie dafür begeistern, ihnen zeigen, wie sie davon profitieren können. So steht z. B. im »Handbuch der Algorithmen«[2], wie man effizient sucht, sein Bücherregal ruckzuck umsortiert usw.

    So was braucht die Welt, keine minutenlangen Beiträge mit der Aussage: »Ist doch nicht so schlimm, trau dich einfach«! Das funktioniert schon bei GNU/Linux nicht.

    Grueße
    Erik

    [1] http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/11/12/die-mathematik-muss-ins-fernsehen/
    [2] http://books.google.de/books?id=nNiKHycpc_MC&printsec=frontcover&dq=taschenbuch+der+algorithmen&hl=de&sa=X&ei=us6zUKTrNaKH4gSOhICgCA&ved=0CD8Q6AEwAA

  6. #6 Sebastian
    27. November 2012

    Achso, ja, nun können sie mir nichts mehr anhaben, die Differenzialgleichungen. Danke, Bildungsfernsehen.

  7. #7 Kryptische
    27. November 2012

    Aua…
    Ich bin sprachlos, darüber kann ich nicht einmal mehr lachen, das ist zu grausam…

  8. #8 Spoing
    27. November 2012

    Na das hätte ich aber noch eine Spur sexistischer geschafft. Bei wäre nicht die Freundin zum helfen gekommen sondern ein durch trainierter Handwerker mit aufgeknöpften Hemd.

    Aber das ist wirklich schon an der Grenze zur Satire
    “eine verängstigte Frau”…”zitternd”

    Die Frage die ich mir gerade stelle, hat hier ein Mathematiker versucht ein Thema für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen (glaube ich nicht, bei so dämlichen Beispielen)
    Oder aber ein einer der beim Fernsehen arbeitet den Auftrag bekommen, mach mal was zu Mathe (glaube ich auch nicht, dafür ist das Schauspiel zu schlecht)
    Muss wohl einer sein der in beiden Bereichen fremd ist.
    Aber immerhin lag da kein Stroh in der Ecke.

  9. #9 Stefan W.
    27. November 2012

    An den höheren Schulen sollte man den Schülern vermitteln, dass Mathematik für alle empirische Forschung, etwa Psychologie, Soziologie, Medizin, Pharmakologie, Erziehungswissenschaften in Form von Statistik wichtig ist; zweitens, dass das Kokettieren mit mathematischem Unwissen nicht an wahres Unwissen gebunden sein muss.

  10. #10 Regina
    Bregenz
    27. November 2012

    Oje! Ist das Video ein Fake? Sieht irgendwie “zusammen geschnitten” aus. Es hat nichts mit Mathematik zu tun. Zum Fremdschämen!

  11. #11 Olaf aus HH
    Hamburg, D, Europa, Erde, ...
    27. November 2012

    Herzlich habe ich gelacht ! Besten Dank für diesen link…
    Es hat – im Gegensatz zu diesen anderen unsäglichen roboterhaft vorgetragenen “Telekolleg”-Folgen zu BWL oder Mechanik – immerhin noch einen wohl unfreiwilligen Humorfaktor. Und der Werkzeugkasten ist nicht sissypink.
    Es erinnert mich an Folgen des “7. Sinn” aus den sechziger bzw. frühen siebziger Jahren:

  12. #12 Herman
    27. November 2012

    Also dem Beitrag kann ich auch nur bedingt etwas sexistisches entnehmen. Zwei mögliche Betrachtungsweisen sind wohl:
    1. Eine Frau wird als Beispiel für die Angst an Mathematik herangezogen und dadurch wird das Rollenbild der Frau bedient, das besagt, dass diese keine Mathematik beherrschen, unfähig sind sich selbst zu helfen und gleichzeitig leicht in Angst geraten.
    2. Typischerweise sind es tatsächlich weibliche Menschen die Angst vor Mathematik haben (evtl. Ursachen: Erziehung, soziales Umfeld, Schule etc.). Weil dies so ist, wird eben eine Frau als Beispiel herangezogen, um eben auch die Personengruppe anzusprechen, die am Häufigsten Probleme in diesem Bereich hat. Das soll nicht heißen, dass Männer nicht ebenfalls schlecht in Mathematik sein können, diese neigen jedoch viel häufiger zu einer einfachen Ablehnung und dadurch in eine: “Kein Bock”-Haltung, als in eine tatsächliche Angstsituation zu geraten, wenn diese mit Mathematik konfrontiert werden. Das gilt auch durchaus für andere Lebensbereiche. Dabei spielt wohl die Erziehung eine große Rolle. Meine Freundin und deren Bruder sind beispielsweise sehr hart in Mathematik rangenommen worden. Wirklich sehr hart und unfair vom Vater. Der Bruder studiert jetzt Ingenieurswesen (sehr mathematiklastig) und meine Freundin verfällt regelrecht in Panik, wenn sie das Wort “Mathematik” hört. Das hat in diesem Fall sehr viel mit der Erziehung und der Familiensituation zu tun, dass das Verhalten beider soweit auseinander driftet.

    Desweiteren gilt zu Bedenken: für ein Geschlecht muss sich der Produzent immer entscheiden. Was wäre jetzt, wenn ein Mann als Beispiel gedient hätte? Zum Beispiel in Bezug auf das Kochen, Windelwechseln oder was sonst noch als typische “Frauenbeschäftigung” gilt. Auch dies kann als sexistisch gesehen werden, vor allem auch deshalb, da dieses Geschlecht wohl weniger Angst empfindet und dann vielleicht noch viel mehr zu unrecht pauschalisiert wird, als es im Beitrag ohnehin schon getan wird.

    Die Diskussion wird an diesem Punkt ad absurdum geführt. 100% politisch korrekt wäre in diesem Fall nur noch eine Art Comic mit geschlechtslosem Tier. Vielleicht ein Hund. Der muss dann jedoch so dargestellt werden, dass keine geschlechtsspezifischen Merkmale mehr zu erkennen sind.

    Der Beitrag an sich ist jedoch wirklich “Banane”. Das Beispiel hat nichts mit Mathematik zu tun. Viel besser wäre hier ein Beispiel gewesen, dass eben auch einen mathematischen Kontext gehabt hätte.

    @Erik:
    Ich gebe dir recht, dass die Begeisterung für ein Thema unglaublich wichtig ist. Denn wenn diese da ist, kommt der Rest meist von ganz allein. Bei Menschen die jedoch tatsächlich Angst vor etwas haben, hilft diese Herangehensweise nicht. Dort muss tatsächlich ersteinmal die Angst genommen werden (z.B. die Angst vor dem Versagen). Bei meiner Freundin ist es beispielsweise genau das, was eine ernsthafte Beschäftigung mit der Thematik gar nicht erst zulässt.

  13. #13 Sunny
    27. November 2012

    @ Spoing: Danke 🙂 ich hab den Kaffee grad auf dem Tisch verteilt.

    @ Herman: Es tut mir wahnsinnig leid, dass sich Frauen so leicht verunsichern lassen was dieses Thema betrifft. Und ich geb Dir da recht es hat viel mit der Erziehung zu tun und die Rolle die ich meinen Kindern aufdrücke. (Beabsichtigt oder unbeabsichtigt). Ich bin so erzogen worden, dass ich alles mindestens einmal selbst hab machen müssen. Also angefangen von Boden verlegen über Leitungen ziehen über Router programmieren und ne Lampe anschließen bis hin zum kochen und backen. Und ich war immer neugierig ggü. allem und wenn es nicht gleich geklappt hat dann hab ich eben gefragt oder es mir zeigen lassen oder es erklärt bekommen. Wenn ich Kindern diese natürliche Neugier lasse und sie nicht in Gender-Rollen quetsche dann glaub ich haben sie auch nicht so viel Angst. Wobei sicher auch die Veranlagung eine Rolle spielt, denn in den naturwissenschaftlichen Fächern war ich einfach schon immer besser als in z. B. Sprachen und Kunst. Dafür ist das bei meinem Bruder genau anders herum. Der ist gut in Sprachen aber dafür mies in Mathe.

  14. #14 Peter
    28. November 2012

    einn Link, nicht zum Video, sondern zum Problem

    http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0048076

  15. #15 nyanonie
    28. November 2012

    Was mir zu diesem Thema eigefallen ist:
    http://www.youtube.com/watch?v=ZPMRA4yFeeM

    Mir ist auch aufgefallen, dass viele Menschen zu viel Angst vor Mathe (und auch Physik) haben. (Jedoch hat dabei nie ein Geschlecht dominiert…)
    Daran muss wirklich was geändert werden.
    Ich habe das Gefühl, viele Leute würden so weniger Probleme und mehr Spaß mit Mathe ( und Physik) haben.

    Das Video wirkt wirklich, als wäre es zusammen geschnitten. Das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein!

  16. #16 rolak
    28. November 2012

    Abgesehen von der altbackenen Machart und dem hölzernen Agieren finde ich den Clip gar nicht schlecht. Wenn ‘Bild aufhängen’ als Thema feststand, wäre ein verunsicherter Mann eher unglaubwürdig gewesen, entspricht eine verunsichrte (und dadurch zur vermeintlichen Unfähigkeit getriebenen) Frau wesentlich eher der zu erwartenden Vorstellungswelt bei den Zuschauenden.

    Nur aus Gründen der PC noch einen Clip mit Männern hinterherzuproduzieren halte ich für übertrieben, da in derselben Vorstellungswelt Frauen eher+mehr verängstigt sind als Männer.

    Es wird kein Vorurteil bedient, sondern das Vorhandensein eines solchen konstatiert.

    Es hat nichts mit Mathematik zu tun.

    (stellvertretend): Aber mit Angst und deren Folgen, Regina.

  17. #17 Radicchio
    28. November 2012

    widerlich, wie frauen als idiotinnen inszeniert werden. UND sich inszenieren lassen! wieso spielen frauen bei solcher scheiße überhaupt mit?

    es ist übrigns eine legende, dass begabung für mathe geschlechtsabhängig wäre. aber mit solchen filmchen wird das klischee immer wieder reproduziert. vermutlich spielen frauen bei diesem mist mit, weil sie selbst dran glauben.

  18. #18 Sim
    28. November 2012

    @ Radicchio

    Komm mal runter. Wenn man überall nur noch Sexismus sieht wo keiner ist dann wirds auch nicht besser. Da muss man schon böse Absicht unterstellen.

    Denn auch in einer Welt der Gleichberechtigung würde ein solcher Beitrag wiederspruchsfrei ausgestrahlt werden können. Weil da nämlich erst keiner auf die Idee kommen würde dahinter sexistische Motive zu vermuten.

  19. #19 Radicchio
    28. November 2012

    “Da muss man schon böse Absicht unterstellen.”

    ich unterstelle in diesem fall mangelndes problembewusstsein, gleichgültigkeit und zustimmung zu geschlechtsstereotypen. und zwar auf beiden seiten. zudem eine gewisse naivität was die wirkung von medienbildern angeht. frau zu dämlich einen nagel einzuschlagen, das ist wirklich üblest 50er.

    “Denn auch in einer Welt der Gleichberechtigung würde ein solcher Beitrag wiederspruchsfrei ausgestrahlt werden können.”

    das glaube ich nicht. er kann nämlich nicht einmal in unserer welt ohne gleichberechtigung widerspruchsfrei ausgestrahlt werden. in einer welt mit gleichberechtigung würde so ein mist gar nicht produziert werden. es gäbe nämlich zahlreiche andere möglichkeiten, das beabsichtigte zu illustrieren ohne frauen als idiotinnen darzustellen.

  20. #20 Nele
    28. November 2012

    Vielleicht zittern bayerische Frauen ja vor Angst, wenn sie ohne die stützende männliche Hand vor heimischen Dekoaufgaben stehen, die in die virile Männerwelt der eisenharten Hämmer mit ihren dicken Holzschäften eindringen? Insofern kann es in der Welt am Südrand der Republik mit all ihren in Deutschland allseits beliebten skurrilen Eigenheiten ja schon ein emanzipatorischer Aufbruch sein, dass es die Freundin und nicht der stramme Handwerksbursch von nebenan die Sache in die Hand nimmt? Hat sie nicht ein Hemdchen an, dass man auch als lilafarben deuten könnte? In meiner Kindheit hätte man ihr sicherlich eine Latzhose verpasst.

    Als ich das Video angesehen habe, hatte ich schon befürchtet, dass das in Richtung der typischen Schulmatheaufgaben gehen würde – eine die ich vor einiger Zeit mal gesehen habe, wendete irgendwelche Funktionen an, um die Wölbung eines Gartenteichs zu berechnen, also ein Arbeit bei der normale Menschen einfach nur den Spaten zur Hand genommen hätten. Vielleicht ist das der Grund, warum Lehrer oft nicht so gerne bei Aufgaben gesehen werden, wo es gilt, ganz praktisch anzupacken?

  21. #21 Spoing
    28. November 2012

    “es gäbe nämlich zahlreiche andere möglichkeiten, das beabsichtigte zu illustrieren ohne frauen als idiotinnen darzustellen”

    Naja es werden ja nicht Frauen als idiotinnen dargestellt sondern eine Frau. Die Intention hier 2 Frauen zu nehmen ist ja auch durchaus nachvollziehbar. Wäre das Schaupiel nicht so schlecht und diese Sätze nicht so dämlich würde das ja noch nicht mal auffallen. Vom BR würde ich aber auch gerne eine alternative Version haben, wo die beiden Damen Dirndl tragen und mit nen miesen Süddeutschen Akzent sprechen.

    Hat sich jemand mal die ganze Sendung reingezogen? Wie wurde das jetzt in die Mathematik eingebettet?

  22. #22 Sim
    28. November 2012

    das glaube ich nicht. er kann nämlich nicht einmal in unserer welt ohne gleichberechtigung widerspruchsfrei ausgestrahlt werden. in einer welt mit gleichberechtigung würde so ein mist gar nicht produziert werden. es gäbe nämlich zahlreiche andere möglichkeiten, das beabsichtigte zu illustrieren ohne frauen als idiotinnen darzustellen.

    Was ich nicht verstehe: Du argumentierst hier gegen Sexismus. Aber du interpretierst die Darstellung einer konkreten Person, die zufällig eine Frau ist, als eine Aussage über Frauen im allgemeinen. Oder du unterstellst zumindest, dass andere das so interpretieren könnten. Doch die Handlung der anderen Frau scheint dann wiederrum nicht Gefahr zu laufen allgemein interpretiert zu werden.

    Nur dass wir uns nicht missverstehen: Der Kampf für Gleichberechtigung ist sehr wichtig und richtig. Aber wenn man mit unsauberer Argumentation übers Ziel hinaussschießt, macht man sich sehr angreifbar und das schadet der Sache eher, als dass es ihr dienlich ist.

  23. #23 Radicchio
    29. November 2012

    Aber du interpretierst die Darstellung einer konkreten Person, die zufällig eine Frau ist, als eine Aussage über Frauen im allgemeinen

    die aussage ist zweifellos beispielhaft gemeint und entsprechend in szene gesetzt. sie zahlt eindeutig auf ein stereotyp ein. es wird keine konkrete person dargestellt, sondern ein testimonial, welches eine “typische” szene verkörpert. die darstellerin ist auch nicht zufällig eine frau, denn die selbe spielszene mit einem mann wäre komplett lächerlich und würde nicht als beispiel für die beabsichtige aussage taugen. die frau wird eingesetzt, um ein “typisch weibliches” und negativ konnotiertes verhalten zu veranschaulichen. angst vorm nageleinschlagen als methapher für angst vor mathe. das eine stereotyp soll das andere illustrieren.
    daher handelt es sich eindeutig um sexismus. auch wenn das den autoren, mitwirkenden und einigen kommentatoren nicht klar sein mag.

  24. #24 Spoing
    29. November 2012

    “die darstellerin ist auch nicht zufällig eine frau, denn die selbe spielszene mit einem mann wäre komplett lächerlich”

    Ok also gibt es keine Menschen die unfähig sind einen Nagel in die Wand zu schlagen? (Ich kenne davon nicht wenige, die meisten Frauen aber auch ein paar Kerle)
    Wenn es so was doch gibt, wie entscheidet man sich dann für die Darstellung wenn man also die Wahl zwischen lächerlich und sexistisch hat?
    Nur weil man ein vorherschendes Klischee aufgreift ist dies noch lange nicht böse. Wirklicher Sexismus wäre es, wenn der Gegenpart das gegenklischee darstellen würde.
    Zu verlangen man sollte doch keine dummen unbegabten Frauen mehr darstellen ist Realitätsverweigerung und genau das was vielen Gleichberechtigungsbewegungen den starken Gegenwind in vielen Bereichen eingebracht hat.
    Oder halten sie es verwerflich wenn in amerikanischen Gefängnisfilmen relativ viele schwarze mitspielen? Dieser Anteil ist einfach Realität, dass das ganze einen ernsten und (für die amerikanische Justiz) beschämenden Hintergrund hat steht dabei gar nicht zur Debatte.

  25. #25 Radicchio
    29. November 2012

    also gibt es keine Menschen die unfähig sind einen Nagel in die Wand zu schlagen?

    (langweile mich nicht mich scheißargumenten!)
    es ging hier darum, eine allgemeingültige und allgemein verständliche metapher darszustellen. dazu benutzt man gemeinhin etwas, was man für “mainstream” hält: ein klischee. die ausnahme ist in diesem fall uninteressant. selbst wenn es gar nicht die ausnahme sein sollte, sondern eine frau mit angst vorm handwerken eher die ausnahme wäre.

    Nur weil man ein vorherschendes Klischee aufgreift ist dies noch lange nicht böse. Wirklicher Sexismus wäre es, wenn der Gegenpart das gegenklischee darstellen würde.

    das ist gar nicht nötig, denn die darstellung von klischees und das klischee selbst beinhaltet bereits die aussage, dass es ein “gegenklischee” gibt. man braucht es nicht darzustellen, denn das eine existiert nur durch die existenz des anderen. das ist so fest in der kultur verwurzelt und wird als derart normal angesehen, dass kritik daran oft gar nicht verstanden werden kann. genau das ist die wirkung von sexismus.

  26. #26 Spoing
    29. November 2012

    Und daraus folgt Klischees aus der Öffentlichkeit verbannen? Wenn Sie das wirklich fordern sollten begehen sie den selben Fehler wie viele vor Ihnen. Dadurch ist nämlich erst dieser unsägliche PC Begriff entstanden, den der Rechte und der Linke Rand jetzt andauernd als Kampfbegriff und Todschlagsargument verwenden.

    Wo ist denn der Unterschied zwischen einem Klischee und einer einfachen Beschreibung?
    Ist es nicht einfach nur dann ein Klischee wenn etwas stark verallgemeinert und es zudem nicht ins politisch gewollte Weltbild passt? Wenn in einem Eingeborenstamm Männer als Jäger und Frauen als Sammler gezeigt werden, ist das dann Sexismus?
    Eine Beschreibung (von Menschen) ist immer eine Verallgemeinerung, sicherlich gibt es Bereiche in denen es eindeutig zu weit geht aber hier sehe ich das nicht gegeben. Denn, und da habe ich mein voriges Argument wohl schlecht Formuliert, der Gegenpart der hier auftaucht ist ebenfalls eine Frau, also wird gezeigt, das es auch andere Frauen gibt.
    Ist die Aussage, die Hälfte der Frauen (oder nur es gibt auch Frauen die) können keinen Nagel in eine Wand schlagen Ihrer Meinung nach schon Sexismus?
    Eine Handwerklich unbegabte Frau darzustellen ist ebenso wenig Sexixmus wie einen Franzosen mit Baguette darstellen Rassismus ist. Beides wird es erst wenn das ganze durch die drum herum liegende Aussage ins negative gezogen wird.
    Was in dem Video durch den Auftritt der zweiten, nicht dem Klischee entsprechenden Frau verhindert wird.

  27. #27 Radicchio
    30. November 2012

    Ist es nicht einfach nur dann ein Klischee wenn etwas stark verallgemeinert und es zudem nicht ins politisch gewollte Weltbild passt?

    ein weltbid abzulehnen, dass menschen diskriminiert und einschränkt, ist nicht nur legitim, sondern geboten.

    Eine Handwerklich unbegabte Frau darzustellen ist ebenso wenig Sexixmus wie einen Franzosen mit Baguette darstellen Rassismus ist.

    nein, das ist es nicht. jemand mit einer vermeintlichen unfähigkeit darzustellen ist herabwürdigend. ein baguette hingegen würdigt niemanden herab.

    im übrigen sollten sie sich mit der wirkung von stereotypen befassen. hier können sie den angang machen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bedrohung_durch_Stereotype

  28. #28 Radicchio
    30. November 2012

    “jemand mit einer vermeintlichen unfähigkeit darzustellen ist herabwürdigend. ein baguette hingegen würdigt niemanden herab.”

    ergänzung:

    jemanden stellevertretend und beispielhaft für eine gruppe mit einer klischeehaften vermeintlichen unfähigkeit darzustellen ist herabwürdigend für den einzelnen und für die betr. gruppe.

  29. #29 Spoing
    30. November 2012

    Dann stellt sich die Frage, was eine Unfähigkeit ist. Ist es eine illegitim wenn im Fernsehen das dicke Kind beim Hochsprung nicht gewinnt? Sicher ist es nicht schön, und wenn das in einer Form wie bei RTL und co dargestellt wird ist das verachtenswert. Aber daraus kann nicht folgen, das man dicke Kinder nur noch beim Sport nur noch gewinnen dürfen, wenn sie gezeigt werden.

    Außerdem steht diese Frau nicht für die Gruppe der Frauen, sondern für die Gruppe der Handwerklich unbegabten Frauen (Sonst wäre die andere Frau ja unsinnig).
    Wie soll eine Eigenschaft herabsetzend seien die zur Beschreibung zwingend erforderlich ist?
    Oder ist es schon illegitim Leute in Gruppen zusammenzufassen welche sich durch eine Unzulänglichkeit definiert? Das geht mir viel zu sehr in die Richtung, alle Menschen können alles (sonst sind sie kein vollwertiger Mensch) sollte das mal nicht der Fall seien wird das aber einfach verschwiegen. Es ist bei weitem nicht schlimm etwas nicht zu können und es ist auch nicht böse Leute und Gruppen da zu stellen die etwas nicht können, solange dies mit Würde und Anstand geschieht.

    Das zwanghafte Verhalten alle Menschen bei Ihren Problemen als Individuen zu sehen führt auch dazu das sich diese Menschen allein vorkommen werden. Der Mensch an sich ist ein Individuum, aber ein Teilaspekt darf durchaus auch in einer Gruppe zusammengefasst werden.

  30. #30 Spoing
    30. November 2012

    “Wie soll eine Eigenschaft herabsetzend seien die zur Beschreibung zwingend erforderlich ist?”

    bevor es in der Antwort auftaucht, schreib ich es schon mal hier. Gemeint ist natürlich eine Eigenschaft die selbst noch Herabsetzung ist. Sprich Handwerklich unbegabt, Nichtschimmer aber, sofern Objektiv und nicht als Schimpfwort Behinderter oder Alkoholkranker etc.

  31. #31 Radicchio
    1. Dezember 2012

    “Dann stellt sich die Frage, was eine Unfähigkeit ist.”

    ich weiß es. du darfst raten.