iPads in die Schulen?

Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (die übrigens immer noch so heißt) stellt auf ihrer Webseite als Mathemacherin des Monats eine Mathe-Lehrerin aus Lehrte vor, die in ihrer 7.Klasse Tablet-PCs im Unterricht einsetzen läßt und im Interview berichtet, die digitale Mappenführung habe sich gegenüber der herkömmlichen Mappenführung verbessert, es existieren keine losen Papiersammlungen mehr und das Layout der Mappen habe sich sehr zum Positiven entwickelt.

Nun wird eine flächendeckende Nachahmung auf absehbare Zeit sicher an der im Interview nur kurz angerissenen dritten Frage (der nach der Finanzierung) scheitern, aber jedenfalls ist der Blog zum Projekt durchaus interessant.

In Korea soll übrigens bis 2015 der Schulunterricht auf Tablet-PCs umgestellt werden, einschließlich von per Cloud herunterladbaren Lehrbüchern. Allerdings gibt der Staat dafür auch ca. 2 Billionen Won aus und finanziert (abhängig vom Einkommen der Eltern) einem Teil der Schüler die Geräte. (Und ich nehme mal an, daß die gesponsorten Geräte sicherlich keine iPads, sondern eher Galaxy Tabs oder LG sein werden.)

Kommentare

  1. #1 Eso-Policier
    www.esopolice.wordpress.com
    24. Dezember 2012

    Der Technologismus soll nicht ganz beseitigt, aber stark begrenzt werden. Die orthodoxe Wissenschaft muss durch Naturforschung ergänzt werden. Mehr dazu auf meinem Blog.

  2. #2 peer
    24. Dezember 2012

    Als Lehrer denke ich, dass sich die Schulen nicht mehr allzu lange den modernen Techniken verschließen können (bzw. die Finanzsenatoren, denn an denen hängts ja meistens ;-)
    Es wird (fast) überall immer noch mit Kreide-Tafeln gearbeitet, und ich schätze das wird noch etwas so bleiben. Aber ich würde mich wundern, wenn in zehn Jahren nicht tatsächlich Smart-Boards günstig genug sind, um die zu verdrängen. Das würde sehr viele Probleme beseitigen (Vom Wischen, dem Staub und den Problemen vernünftig zu konstruieren beginnend bis hin zur Möglichkeit Filme und Präsentationen direkt auf die Tafel zu spielen, was wiederrum Beamer spart).

  3. #3 网上订火车票
    24. Dezember 2012

    分析的很透彻,很欣赏你的看法,学习了。

  4. #4 scheißApple
    25. Dezember 2012

    Ja bitte mit Windows oder meinetwegen Android, aber nicht noch weiter diesen monopolistischen Kapitalisten und Blender Apple unterstützen!

    Wie nennt man Apple Kunden? iDiot!

  5. #5 Thorben
    26. Dezember 2012

    Selten dümmlicher Technologismus! Nicht klick-klick und spring-spring sind wichtig, sondern FORMALE Mathematik. Und die wird aus guten Gründen immernoch auf College-Blöcken und auf Tafeln betrieben. Vor allem aber wird sie von Menschen betrieben, und nicht Maschinen (Computern). PS: Ich bin natürlich KEIN Technikfeind, aber ich spreche aus Erfahrung.

  6. #6 3d电视棒软件
    26. Dezember 2012

    看文章,支持一下,是一种美德。

  7. #7 S. Bernstein
    26. Dezember 2012

    Naja, in gewisser Weise sind die Tablets (und nicht nur iPads) moderne Schiefertafeln. Man kann problemlos Wissen und Fakten speichern. Nach 12-13 Jahren Schule kann dann alles entsorgt werden weil das Tablet technologisch völlig veraltet ist!
    Positiv sehe ich, dass das internet besser eingebunden werden kann, Bilder, Animationen für alle zur Verfügung stehen.
    Negativ ist sicherlich, dass die Wissensaneignung selbst davon nur wenig besser wird. Dass “langweilige” Dinge nicht unbedingt interessanter werden nur weil man ein Tablet benutzt. Man kann sie aber besser verdrängen.
    Mich würde mal eine Studie interessieren die den Lernerfolg vergleicht. Lernen Schüler z.B. den Körper des Menschen besser, wenn sie Animationen zur Verfügung haben?
    Wird die Bruchrechnung besser beherrscht, wenn man sie durch Torten und dergleichen darstellen kann?
    Sind die Schüler mit dem Tablet konzentrierter bei der Sache? Sind sie aufmerksamer, lernbereiter?
    Leider werden solche Studien vermutlich nicht eregbnisoffen durchgeführt, aber bisher ist mir überhaupt keine Studie bekannt.

  8. #8 CM
    27. Dezember 2012

    Hinzu kommen bei der Einführung elektronischer Medien anstelle von Büchern aber auch urheberrechtliche Fragen, wenn auf den Tablets z. B. auch sonstiges Lehrmaterial angeboten werden soll – es sei denn es gibt übergreifende Cloudlösungen. Diese sind allerdings nicht so trivial wie es zunächst schein. In der Mathematik mag man ohne aktuelle Bilder auskommen, in anderen Fächern nicht. Aber Unterricht fällt oft mit einem aktuellen Aufhänger einfacher. Kartenmaterial ist ebenfalls oft nicht frei verfügbar. Musikstücke, best. Bücher und Filme ohnehin nicht.

    Die unlängst erfolgte Nachgeben seitens der Verlage (Lehrer dürfen jetzt auch digital genauso mit Kopien aus Büchern umgehen wie zuvor mit Kopierer, Schere und Kleber(!)) stellt zwar eine Erleichterung dar, löst das Problem IMHO nicht in Gänze.

    Die deutschen Länder sind also über kurz oder lang gezwungen Nutzungsverträge für ihre Bildstellen (oder wie diese Einrichtung dann heissen werden) abzuschließen, die über OpenSource-Lösungen hinausgehen. Und das sage ich als unbedingter Verfechter von OpenSource & Co.

    Meine pers. Sicht bzgl. Deutschland ist die, dass Tablets (oder welches Derivat dann geeignet erscheint) kommen werden, die Einführung aber aus versch. Gründen weit länger als 2015 dauern wird. (OK, das war jetzt trivial ;-) Der Grund warum sie in meinen Augen kommen werden, ist aber in erster Linie ein finanzieller: Robuste Tablets halten Jahre und können so billiger sein als Bündel Bücher – und Lernmittelfreiheit ist heute schon in machem Bundesland ein hohler Begriff.

    @Thorben: Den Ersatz der Tafel durch ein Whiteboard oder dergleichen sehe ich ebenfalls kritisch, da er umfangreiche Lehrerbildung erfordert und hohe Kosten mit sich bringen würde. Das ist IMHO ein Generationenprojekt, von dem gar nicht klar ist, ob es sinnvoll ist.

  9. #9 CMP
    27. Dezember 2012

    Zum Thema Tafeln:
    In meinem letzten Schuljahr wurden an meiner Schule die ersten Whiteboards eingeführt. Inzwischen gibt es nur noch vereinzelt Tafeln und ich kann mich CM nur anschließen: dafür braucht es eine “umfangreiche Lehrerbildung”.
    Schön ausgearbeitete Tafelbilder sind damit Geschichte. Die Boards sind viel kleiner als herkömmliche Tafeln mit zwei Flügeln und einfach nur hinderlich, weil man immer wieder rein- und rauszoomen muss oder in andere Dokumente/Abschnitte wieder zurück gehen muss.
    Ich glaube nicht, dass das ein Schritt in die richtige Richtung war und bin froh, jetzt an einer Uni zu sein, wo noch ganze Tafeln mit weißer Kreide bedeckt werden.

    Und zu der Tablet-Geschichte:
    Auch da stehe ich neuen Medien doch sehr kritisch gegenüber. Natürlich ist es schön und gut hier und da mal ein Bild viel schöner zeigen zu können und Zusammenhänge durch wilde Animationen verdeutlichen zu können.
    Aber ich bin der Meinung, dass Lernen nun mal durch die Hand in den Kopf geht. Und da hilft kein Computer und kein Tablet.
    Ich war nie gut in Erdkunde, aber Karten selber zu malen, auszufüllen oder zu ergänzen hat mir doch mehr geholfen, als einfach nur durch GoogleMaps zu fliegen!

  10. #10 Thilo
    27. Dezember 2012
  11. #11 Hanno
    27. Dezember 2012

    Ich finde die Debatte im Prinzip spannend, bin aber immer wieder erschrocken, wie selbstverständlich dann von “iPads” geredet wird.
    Es ist meiner Ansicht nach UNBEDINGT notwendig, dass so etwas Herstellerneutral gestaltet wird. Sprich: Wenn eine bestimmte Software eingesetzt wird, sollte diese für verschiedene am Markt befindliche Geräte verfügbar sein.

    Es war schon lange ein himmelschreiender Skandal, dass Schulen (und auch Unis) oft genug sich im IT-Unterricht als Werbekolonne von Microsoft betätigt haben. Dass die selben Lehrer das heute teilweise für Apple machen, macht es nicht besser. Wenn in Zukunft mehr IT-Technik in die Klassenräume einzug erhält, ist das umso mehr ein Problem. Das mangelnde Bewußtsein für diese Problematik ist bei Lehrern ist leider oft erschreckend.

  12. #12 finne
    4. Januar 2013

    ich empfehle in diesem Zusammenhang allen, die es noch nicht getan haben, Neal Stephensons Diamond Age zu lesen.
    Die kleine Nell wächst hier mit Hilfe ihrer natotech-Fibel von einem Unterschichtsmädchen zu einer politisch engagierten, unabhängigen und erfolgreichen Frau heran. Tolles Buch, das Potenziale und Gefahren technologischer (Lern)hilfen thematisiert.

  13. #13 Thilo
    27. September 2013

    Für alle Schüler ipads: http://www.heise.de/tp/artikel/39/39989/1.html

    (über ein Programm in kalifornischen Grundschulen)