Rubinstein in der FAZ zur Spieltheorie

In der FAZ gibt es heute einen Beitrag zu der Frage, ob die Spieltheorie die Probleme der Eurozone lösen und das iranische Atomprogramm aufhalten kann, verfaßt von Ariel Rubinstein, einem führenden Spieltheoretiker. Er bezeichnet die Spieltheorie als Ansammlung von Fabeln und Sprichwörtern (“Eine gute Fabel versetzt uns in die Lage, eine Lebenssituation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, und könnte dadurch irgendwann einmal vielleicht unser Handeln und Denken beeinflussen.”) und vergleicht den Vergleich der Euro-Krise mit dem Gefangenendilemma mit dem Vergleich der Euro-Krise mit einer griechischen Tragödie.

Der Artikel ist hier, sein Fazit im drittletzten Absatz:

Ich glaube, die Spieltheorie ist Teil der Kultur, die zu klären versucht, wie wir denken. Dieses Ideal lässt sich in vielfältiger Weise verwirklichen – durch Literatur, durch Kunst, durch Hirnforschung und, ja, auch durch die Spieltheorie. Falls jemand darüber hinaus auch eine praktische Anwendung für die Spieltheorie fände, wäre das wunderbar.

Kommentare

  1. #1 Dr. Webbaer
    28. März 2013

    Die Spieltheorie findet offensichtlich im Strafrecht, auch bei den Angeklagten, und bei Verhandlungen im wirtschaftlichen Bereich eine Anwendung.
    Wenn auch nie “1:1″, also idealtypisch.

  2. #2 rolak
    29. März 2013

    Der Halbsatz mit den verglichenen Vergleichen gefällt mir vergleichsweise gut, Thilo ;-)

  3. #3 BreitSide
    29. März 2013

    xxx

  4. #4 threepoints...
    1. April 2013

    Die praktische Anwendung ist folgende:

    Man entwickle aus intendiert erwünschten Zielsetzungen eine Theorie, wie sich der Mensch in der Situation verhalten müsste, um das Ziel zu erfüllen.

    Dann … lasse man einige Hundert studenten damit spielen – manipuliert die Situation, damit auch das erwünschte Ergebnis herrauskommt(etwa mit einem Priming oder mit strukturel zwingenden Spielregeln) und dann fertige man ein Paper, welches sich die Welt dann durchliesst.

    Das Ergebnis ist, dass sich millionen MEnschen (bei Erfolg) diese Spieltheorie durchlesen und meinen: “Ja, so könnte es sein!” … und leben dann danach. Die “Spieltheorie” als Priming für zukünftige Situationen.

    Da das ganze mutmaßlich nach anerkannten wissenschaftlichen Methoden verfasst wurde, kommen auch keine aufdringlichen Zweifel auf.

    Das Problem daran ist, dass es sich nicht um Ursache/Wirkungsprinzipie handeln kann, weil der Mensch hier nicht ohne weiteres eine Voreinstellung im Verhalten hat. Alles Verhalten sei mutmaßlich eine Übungssache und Ergebnis der Ideologie vom “Verstand”. Aber der Verstand ist immer eine Kulturtechnik mit darin enthaltenen Zielsetzungen.

    Also kann man diese Zielsetzungen auch Konstruieren, öffentlich aber erklären, sie seien Ergebnis aus wissenschaftlich anerkannte und unmanipulierter Methode in Versuchsstudien.

  5. [...] (zwischen Minute 15 und Minute 29) Das paßt nun ganz gut zu dem Beitrag, den wir letzte Woche zur Spieltheorie hatten, zum FAZ-Artikel von Ariel Rubinstein, der die Spieltheorie als eine “Ansammlung von [...]

  6. #6 Ulrich Berger
    4. April 2013

    Rubinsteins Artikel ist wohltuend, was speziell daran liegt, dass er sich mit meiner Meinung deckt. Seit die Spieltheorie populär geworden ist, geistert das Märchen von den “praktischen Anwendungen” durch die Welt. Journalisten sind immer enttäuscht, wenn ich ihnen sage, dass m.M. nach sämtliche “Anwendungen” der Spieltheorie innerwissenschaftlich sind – mit einer einzigen Ausnahme eventuell im Auktionsdesign (von dem ich aber nicht allzuviel weiß).

  7. #7 Eso-Policier
    www.esopolice.wordpress.com
    7. April 2013

    Die Partei AfD wird im September enorm viele Stimmen bekommen. Zudem trägt das “Europa der Regionen” zum Zerfall der €urozone bei. Z. B. wächst die Autonomiebewegung in Schlesien explosionsartig. Mehr dazu auf meinem Blog.