Bei “Mathematik im Alltag” ging es letzte Woche um den als Parabolspiegel wirkenden Londoner Wolkenkratzer, der Autos zum Schmelzen bringt oder jedenfalls ihre Armaturenbretter.

Schiefe Neubauten entwickeln sich auch hier in Seoul zu einem verbreiteten Stilmittel gegen die Monotonie der die Stadt dominierenden Hochhäuser. Ich weiß nicht, ob das ein globaler Trend oder eine Besonderheit Seouls ist; in Deutschland war mir dergleichen noch nicht aufgefallen, vielleicht liegt das aber nur daran, daß ich die letzten Jahre im hochhausfreien Münster wohnte.

Hier jedenfalls nur mal eine willkürliche Auswahl schiefer Neubauten, die mir heute abend vor die Kamera gekommen sind:

das “Global Center”, eine Art zentraler Dienstleistungsstelle für Ausländer:
globalcenter (2)

ein Bürogebäude gegenüber des Gyeongbokgung (aus dieser Perspektive kann man die verschobenen Einbuchtungen oben und unten nur erahnen)
gwanghwamun (2)

ein Bürogebäude nahe des Cheonggyecheon
euljiro (2)

ein Bürogebäude an der Eulji-ro
cheonggyechon (2)

und, nicht wirklich schief, das Hauptpostamt
postamt (2)
(Postämter in einzelnen Stadtbezirken gibt es hier übrigens kaum noch, die Smartphones haben Briefe und Postkarten komplett verdrängt.)

Kommentare (5)

  1. #1 Sepp
    12. September 2013

    In Hamburg gibt es zum Beispiel die Tanzenden Türme.

  2. #2 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com/category/kunst/
    12. September 2013

    Man kann dies als besondere Spielart eines allgemeineren Trends der Moderne betrachten, die Dinge schon bei der Produktion als kaputte, zerstörte zu entwerfen.

    Bestens bekannt etwa von Jeans, die beim Kauf lange Zeit schon getragen aussehen mussten, bevor sie schließlich zerrissen verkauft wurden.

  3. #3 scf
    12. September 2013

    Als jemand, der schon an schiefen Bildern nur unter Mühe eingriffslos vorbeigehen kann, wäre ein Spaziergang an solcher Architektur vorbei vermutlich nicht sonderlich erholsam für mich. 😉 Mich würde mal interessieren, wie eine Skyline mit mehreren solcher Bauten wirken würde. Wenn die einzeln so schief wirkenden Gebäude sich in der Gesamtsicht zu einer passigen Kombination ergänzen würden, wäre es vielleicht doch ganz angenehm..

  4. #4 JaJoHa
    12. September 2013

    Intressanterweise hat Architekt vom “walkie scorchie” ein Hotel in Las Vegas gebaut.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Vdara#Solar_convergence_or_.22death_ray.22

  5. #5 Hans Peter
    14. September 2013

    Eines der neueren Hochhäuser in Frankfurt folgt ebenfalls diesem Trend: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Turm_am_Thurn-und-Taxis-Platz_2010-02-08.jpg