Wen man als Spinner bezeichnen darf und wen nicht, das wurde hier auf den scienceblogs schon in vielen Facetten diskutiert, zum Beispiel bei “Einstein und die Cranks (Spinner)”. Darf man jemandem, der offensichtlich hanebüchenen Unsinn verbreitet, nachsagen er sei “einfach nur gaga” oder sollte man auch in härtesten Fällen noch von guten Absichten ausgehen?

Zum Glück gibt es eine Partei in Deutschland, die sich den Kampf für verleumdete und diffamierte Minderheiten auf ihre Fahnen geschrieben hat, die sich für alte Frauen (und auch jüngere) einsetzt, für Opfer von Politiker-Willkür und Parteien-Arroganz, für mehr Brandschutz und Reisefreiheit und überhaupt für alle, die nur wegen ihrer Einfalt und Dumpfheit diffamiert und verfolgt werden. Selbst einen Wikipedia-Artikel über Spinner konnte sie bisher erfolgreich verhindern.

Ausgerechnet diese Vorkämpfer der politischen Korrektheit hat nun vor einigen Tagen ein hoher Würdenträger öffentlich und politisch absolut unkorrekt als “Spinner” bezeichnet. Die Ärmsten wollen sich dagegen wehren, sehr verständlich, mit Klage vor dem Bundesverfassungsgericht (Eilantrag wegen Beleidigung: NPD klagt gegen Bundespräsident Gauck). Angeblich soll es schon zu Massenselbstmorden schwer gekränkter Mitglieder gekommen sein, ein am Boden zerstörtes Parteifunktionär sprach gestern mit tränenerstickter Stimme von einem beispiellosen und nie dagewesenen Angriff gegen Minderwertige. Seine Partei würde solche Begriffe NIE benutzen.

Ein Gutes hat die Sache jedenfalls: das Bundesverfassungsgericht wird jetzt klare Regeln aufstellen können, wieviel politische Korrektheit im Umgang mit XXX(zensiert) künftig zu gelten habe. Gilt das Diskriminierungsverbot auch für XXX(zensiert)? Soll man stets gute Absicht unterstellen oder darf man Spinner auch künftig als solche bezeichnen? Ich hoffe doch sehr auf Letzteres.


neue pädagogisch-diktatische Methoden

Kommentare (99)

  1. #1 Stefan W.
    demystifikation.wordpress.com
    17. September 2013

    oder sollte man auch in härtesten Fällen noch von guten Absichten ausgehen?

    Was hat Spinnertum mit dem Mangel an guten Absichten zu tun?

    Wenn man einen Sachverhalt diskutiert sollte man sich um eine klare Sprache bemühen. Mein Begriff von Spinnerei, Spinnertum und Spinnern sagt, bezogen auf politische Debatten und Standpunkte, dass die Person oder Partei einen fragwürdigen Standpunkt weitertreibt, eine Idee weiterspinnt, verwirrt agiert und sich in einem Netz veheddert.

    Der Spinner ist, kurz gesagt, geistig verwirrt.

    Für manche Gestalten der betroffenen Partei die ihren eigenen Verschwörungstheorien aufsitzen mag das zutreffen – als Politiker ist Herr Gauck wohl nicht berufen eine psychiatrische Diagnose zu stellen, als Pastor sogar gut beraten vor seinem eigenen Wolkenkuckucksheim zu kehren. Als Staatsoberhaupt hat er Neutralität und Würde zu bewahren und sich nicht billiger Polemik zu bedienen.

  2. #2 Thilo
    17. September 2013

    Das ist sicher richtig. Nur benutzt man in solchen Zusammenhängen das Wort “Spinner” ja meist gerade um härtere Begriffe zu vermeiden. Wer jemanden als Spinner bezeichnet, läßt immerhin noch die Möglichkeit offen, dass die betreffende Person einfach nur verwirrt ist.

    Oder andersherum aufgezäumt: wenn man solche Leute nicht einmal mehr als Spinner bezeichnen darf, als was dann?

  3. #3 maxlrainer
    17. September 2013

    Wenn Gauck die Nazis als Spinner bezeichnet, macht er sich nicht der Beleidigung sondern der Verharmlosung schuldig – und er liefert ihnen einen wohlfeilen Vorwand, sich als verfolgte Unschuld zu inszenieren.
    Das Wahlplakat ist ganz übel! Gerade Voigt ist bekannt für geschmackloseste Provokationen mit denen er unverhohlen auf belustigte Zustimmung von ganz rechts aus ist. Wenn Faschisten aus aller Welt gegen Ausländer hetzen, liegen Mord und Totschlag in der Luft – wenn deutsche Nazis “ausländerfeinlich” werden, riecht´s nach Gas.

  4. #4 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com/2013/09/17/spinner-verklagen-gauck-telepolis/
    17. September 2013

    Was hat ein Bundespräsident nach härteren Ausdrücken zu suchen? Soll er Pausenhoftauglichkeit demonstrieren? Für wen?

    Wenn er die geistige Arbeit scheut etwas von Substanz beizutragen, dann soll er doch stille schweigen. Sollte er meinen, dass er etwas tun muss, dann sollte er überlegen welchen Effekt sein Handeln hat. Er hebt sich durch die Wahl seiner Methode nicht wohltuend vom Gegenstand seiner Kritik ab. Tauscht man die Namen aus, dann könnte es genauso gut eine Beleidigung der NPD gegen ihn sein.

    Der nächste, logische Schritt ist dann, dass Gauck die Springerstiefel schnürt und sich einen Baseballschläger schnappt, um Glatzen klatschen zu gehen. LOL.

  5. #5 Bloody Mary
    17. September 2013

    Darf man sich Werturteile bilden?

    Meine unwissenschaftliche Meinung: ja, darf man. Und in manchen Fällen sehe ich sogar meine Verpflichtung dazu.

    Diejenigen Ärzte, die während des Nationalsozialismus “wissenschaftliche” Menschenexperimente machten, hätten über Thilos Frage besser auch nachgedacht.

  6. #6 Thilo
    18. September 2013

    Das Gericht lehnt den Eilantrag ab: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/npd-scheitert-mit-eilantrag-gegen-bundespraesident-gauck-a-922831.html
    Die Entscheidung in der Sache erfolgt aber erst nach der Wahl.

  7. #7 rolak
    18. September 2013

    Wen man als Spinner bezeichnen darf

    Ming Oma. Das ist kein Chinese, sondern eine Ahnin von mir – und die hat einen Großteil ihres Lebens gesponnen. Um mit dem erhaltenen Produkt den Webstuhl zu beschicken.
    Meineserachtens ist eine Meinungsäußerung ‘für mich sin dat Spinner’ unangreifbar, ein kontextfreies und somit evtl allgemein & absolut klassifizierendes und -strafverschärfend- auch noch hochdeutsches ‘das sind Spinner’ diskut- bis justiziabel.

    Darf man sich Werturteile bilden?

    Es geht gar nicht anders, Bloody Mary, ist doch unser Hirn eine evolutiv optimierte Mustererkennungs-, Kategorisierungs- und (Vorbe)Wertungs-Maschine. Das Sapiens hinter Homo gibts allerdings nur für die, die in der Lage sind, solche Urteile zu reflektieren und ggfs zu verwerfen.

    Außerdem sollten sich die national Undemokratischen nicht beschweren: Wer mit der groben Kelle austeilt, muß geworfene Wattebäuschchen ertragen können.

  8. #8 nihil jie
    18. September 2013

    ich frage mich gerade wie man denn sonnst solche infantilen Gemüter, wie die von der NPD, sonnst umschreiben sollte als mit Spinnern ? dabei sind sie mit dem Begriff “Spinner” noch ganz gut weggekommen, denn das Repertoire an geeigneten Negativbezeichnungen da doch ziemlich groß sein dürfte.

  9. #9 DH
    18. September 2013

    @rolak

    “Außerdem sollten sich die national Undemokratischen nicht beschweren: Wer mit der groben Kelle austeilt, muß geworfene Wattebäuschchen ertragen können.”

    Eben.Wie weinerlich kann man sein?

  10. #10 Dr. Webbaer
    18. September 2013

    Der Präsi gilt allgemein als der parteipolitischen Neutralität verpflichtet:
    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Bundespr%C3%A4sident_(Deutschland)#Reden_und_parteipolitische_Neutralit.C3.A4t

    ‘Spinner’, obwohl aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen keine relevante Beleidigung, kann 1,600,- kosten:
    -> http://facto24.de/2010/05/20/schimpfworterliste-beleidigungen-konnen-teuer-sein-liste-der-teuersten-schimpfworter-und-gesten-liste/

    MFG
    Dr. W

  11. #11 Dr. Webbaer
    18. September 2013

    Der Bundespräsident gilt allgemein als der parteipolitischen Neutralität verpflichtet:
    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Bundespr%C3%A4sident_(Deutschland)#Reden_und_parteipolitische_Neutralit.C3.A4t

  12. #12 Dr. Webbaer
    18. September 2013

    ‘Spinner’, obwohl aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen keine rechtlich relevante Beleidigung, kann 1,600,- kosten:
    -> http://facto24.de/2010/05/20/schimpfworterliste-beleidigungen-konnen-teuer-sein-liste-der-teuersten-schimpfworter-und-gesten-liste/

    MFG
    Dr. W

  13. #13 Dr. Webbaer
    18. September 2013

    Der verwendete Kraftausdruck, obwohl aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen keine relevante Beleidigung, kann 1,600,- kosten:
    -> http://facto24.de/2010/05/20/schimpfworterliste-beleidigungen-konnen-teuer-sein-liste-der-teuersten-schimpfworter-und-gesten-liste/

    MFG
    Dr. W

  14. #14 Dr. Webbaer
    18. September 2013

    ‘Spinner’, obwohl aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen keine relevante Beleidigung, kann 1,600,- kosten:
    -> (hier stand mal ein Webverweis, den das System filterte, gerne selbst recherchieren)

    MFG
    Dr. W

    Anmerkung:
    Die letzten 3 Kommentare waren zunächst im Spamfilter hängengeblieben. TK

  15. #15 Dr. Webbaer
    18. September 2013

    Herr Küssner, danke, musste aber nicht sein.
    🙂

    MFG
    Dr. W (der zuletzt -ohne Systemrückmeldung, also ohne Nachricht a la “in der Moderation befindlich”- etwa 15 Nachrichten verloren hat bei den Sb.de)

  16. #16 Andreas
    18. September 2013

    Dagegen ist das hier natürlich völlig “politisch korrekt”:
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/provokante-fake-werbung-mit-hitler-daimler-distanziert-sich-von-studentenfilm-1.1753825
    Ich nenne es mal “Euthanasie per K(f)z”.

  17. #17 oliver
    18. September 2013

    @ Andreas

    Ich nenne es mal schwarzen Humor auf Kosten einer Person, die nun wirklich von niemandem Mitleid brauch.

  18. #18 Physiker
    19. September 2013

    Am besten fand’ ich ja die Berichterstattung in einem Radiosender zu diesem Thema: “Offensichtlich fühlten sich die Mitglieder der NPD angesprochen…”

    Das Originalzitat lautete nämlich:
    „Wir brauchen Bürger, die auf die Straße gehen und den Spinnern ihre Grenzen aufweisen.“

  19. #19 Andreas
    19. September 2013

    @oliver
    Das ist ja das Perfide an dem Spot – der “Beißreflex Hitler” wirkt.
    Blenden wir mal 1000 Jahre deutsche Geschichte aus:
    “Nachrichten Braunau Herbst 1899:
    In den Nachmittagsstunden wurde der kleine Adolf H. von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Der Fahrer flüchtete unerkannt. Seine Mutter Klara wurde mit einem Schock in das nächste Krankenhaus eingeliefert.”
    Na? Immer noch lustich?
    Und ab wann darf ich denn eine Euthanasie per K(f)z durchführen? Ab 1 Mio Tote? Ab 100.000? Ab 10? Ab 1?

  20. #20 oliver
    19. September 2013

    @ Andreas

    “Beißreflex Hitler”? Ernsthaft?
    Wir blenden eben nicht 100 Jahre deutsche Geschichte aus, weil der Witz eben nur in diesem Kontext witzig sein kann ( ich sag explizit nicht ist ).

    Man darf in der Realität gar keine “Euthanasie per Kfz” durchführen, im Film ist das aber zulässig, eben weil es ein Film ist und nicht die Realität. Oder stellst du nach dem konsum eines Filmes wie “John Rambo” auch Anzeige wegen Massenmord?

    Und ganz ehrlich, ich geh davon aus wenn es Stalin gewesen wäre, ging es dir sowas von am Arsch vorbei. Darauf lässt zumindest die wiederholte Holocaustrelativierung in deinen Posts schliesen.

  21. #21 Andreas
    19. September 2013

    @ oliver
    Sorry, da meinst Du einen anderen “Andreas”.
    Rambo hat auch keinen Preis bekommen!
    Es ist anscheinend nur in gründeutschland möglich, dass ein Kindermörder einen Preis bekommt.
    Und oh ja, ich liebe schwarzen Humor. In einem anderen Forum wurde mit Monty Python verglichen – der hätte den Spot auch machen können, aber in seinem Spot sähe man Hitler z.B. beim Einweihen einer Autobahn als Erwachsenen. Ich finde es schon ziemlich schlimm, dass man einen Film mit einer bewußten Kindstötung witzig findet.
    Stell den Film doch mal in einem Forum ein, in dem sich die Eltern von im Strassenverkehr getöteten Kindern austauschen und finde ihn lustig.
    Mir ist es egal, wer dieses Kind in späteren Jahren mal sein wird – zum Zeitpunkt seines Todes ist es und bleibt es ein Kind. Und ein 10-jähriger ist ja wohl kein Massenmörder!
    Ich bleibe dabei: Einen Preis an so eine Scheiße zu verleihen kann nur in Deutschland passieren.

  22. #22 Bloody Mary
    19. September 2013

    Wie heißt die Thread-Überschrift gleich noch mal: “Spinner” und politische Korrektheit.

    Oder kürzer: Der Andreas.

  23. #23 Andreas
    19. September 2013

    Nachtrag:
    Das geht:
    http://www.horizont.net/aktuell/marketing/pages/protected/Platte-Tyrannen-Verein-fuer-Verkehrsicherheit-wirbt-mit-Hitler–Co_111287.html

    Oder:
    Billy Boy – verhütet schlimmeres!

    DAS sowieso:
    https://www.youtube.com/watch?v=hVaOPl4WExs

    Oder das:
    https://www.youtube.com/watch?v=z9ZbKbtMmnk

    Ich bin mir sicher:
    Weder Charlie Chaplin noch Mel Brooks hätten den Clip vom Kindermörder gut gefunden.

  24. #24 Andreas
    19. September 2013

    @ Bloody Mary:
    DANKE!
    Deine Antwort zeigt mir deutlich, welche Gesinnung in Deutschland herrscht.
    Da haben wir anscheinend in den letzten Jahren RECHTS durch LINKS ersetzt – nur das Motto ist gleich geblieben: TÖTET!

  25. #25 oliver
    19. September 2013

    @ Andreas

    Nein, ich meine genau dich, oder hälst du mich für so blöd die Holocaustrelativierung nicht bemerkt zu haben?

    Und von Monty Python scheinst du nicht viel zu kennen, wenn du die Komikertruppe für einen Typen hälst. Ich garantiere die jedenfalls, dass die den Sketch genauso auch durchgezogen hätten.

    Wie gesagt, man muss es im Kontext sehen, in diesem kann es witzig sein. Und da du immernoch besorgt zu sein scheinst hier wäre ein kind getötet wurden: Ich kann dich beruhigen, ich denke nIcht das beim dreh dieses fiktiven Spots ein Kind zu schaden gekommen ist.

  26. #26 Andreas
    19. September 2013

    @Oliver:
    ICH habe NIEMALS den Holocaust relativiert.
    Manchen Leuten fällt es allerdings auch auf, dass in diesem Forum mehrere Leute mit dem Nick “Andreas” unterwegs sind.
    Und ja, ich habe mich eben bei M.P. vertan. Und ich garantiere dir: Nein, hätten sie nicht.
    Oh ja “Fiktiv” – die Endlösung war auch mal “Fiktiv” bis sie zur zur schlimmen Realität wurde.
    Und falls es dir nicht bekannt sein sollte: ALLE Massenmörder hatten ein ERSTES Opfer.

    Und “Minority Report” und die Botschaft darin sagen dir was?

  27. #27 Thilo
    19. September 2013

    Den Mercedes-Spot http://youtu.be/MZGPz4a2mCA fand ich auch erst geschmacklos bzw. ich verstand die Aussage nicht.

    Mit der Erklärung im YT-Kommentar macht es dann aber doch Sinn.

    ZITAT:
    “Zum Schluss bleiben drei Fragen: Wie sähe die Welt wohl aus, wenn Maschinen eine Seele hätten? Wohin könnte es führen, wenn die Technik Entscheidungen über Leben und Tod trifft? Darf ein entschlusskräftiger Sechszylinder sich über Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens hinwegsetzen, um die Weltgeschichte zu ändern?”

  28. #28 Andreas
    19. September 2013

    Für die, die hier so laut zu toten Kindern applaudieren:
    http://www.stedefeldt.de/EinKindT%F6ten.htm
    Lesen!

  29. #29 oliver
    19. September 2013

    @ Andreas

    Dann bist du nicht der Andreas von weiter oben mit dem “K(f)z” in seinen Beiträgen? Wenn dem so ist Entschuldige ich mich für die Anschuldigung.

    Ich bleibe dabei das MP auch einen solchen Sketch gebracht hätte. Miracle of Birth und Every Sperm ist sacred zeigen ja, dass sie auch wenn es um Kinder geht sehr weit unter die Gürtellinie gehen. Aber da keinen von uns beiden in der Lage ist z.B. Jon Cleese zu fragen, können wir auch einfach sagen, dass wir da unterschiedlicher Meinung sind.

    Ja, ich kenne Minority Report und du wirst es kaum glauben, ich bin auch der Meinung, es darf keine Strafe ohne Tat, oder zumindest Tatabsicht geben. Außerdem verabscheue ich die Todesstrafe. Darum geht es hier aber nicht. Ich persönlich finde den Spot witzig, weil ich erstens eben auf sehr schwarzen Humor stehe, zum anderen er aber auch sehr kontrovers mit dieser Thematik umgeht. Außerdem denke ich nicht, dass die Macher des Spots die Tat positiv ansehen. Da es kein offizieller Spot war, kann man nicht davon ausgehen er wäre wirklich als positive Werbung gemeint.

    Unterm Strich bin ich der Meinung du nimmst einen fiktiven, als witz gedachten, Spot viel zu ernst.

  30. #30 Andreas
    19. September 2013

    Vierte Frage:
    “Darf ich mit gesellschaftlichem Arschkriechertum einen Mord an einem Kind rechtfertigen?”

    Da war doch noch was mit 9/11 und dem Abschiessen von Flugzeugen mit Terroristen:
    http://www.onezblog.de/item/2007/09/darf-man-toeten-um-leben-zu-retten/

  31. #31 Bloody Mary
    19. September 2013

    @Andreas #24
    Wer einen wie Sie “Spinner” nennt, TÖTET?
    Hey, Pfarrer Gauck hat gegen die 10 Gebote verstossen!

  32. #32 Andreas
    19. September 2013

    @oliver:
    Doch, ich bin der mit K(f)z im Beitrag. Ich habe den Holocaust damit nicht relativiert. Wo wollen sie denn die Grenze setzten, ab der die Tötung eines Menschen erlaubt wird. Noch dazu die Ermordung eines Kindes? Und wer kommt dann nach Hitler? Der kleine Göring? Der kleine Goebbels? Der kleine Hess? Der kleine Hugenberg? Wo ist dann die Grenze? Wenn ich die obersten 5 getötet habe, die obersten 50? Wenn ich alle Nazis getötet habe? Und schon habe ich den Begin eines umgekehrten Holocausts. Rein prophylaktisch natürlich – weil die Kinder in 20 Jahre Böses tun könnten.

    @Bloody Mary:
    Welcher Mord ist gerechter:
    Der Mord eines Nazis an einem Juden oder der Mord eines Juden an einem Nazi?

  33. #33 oliver
    19. September 2013

    @ Andreas

    Doch, hast du. Du hast die industriealisierte Folterung und Emordung einer ganzen Volksgruppe mit dem fiktiven, nie statgefundenen, Überfahren eines Kindes gleichgesetzt. Man könnte den vergleich ja durchgehen lassen wenn hier wirklich ein Kind zu schaden gekommen wäre, aber so ist dein Vergleich das wirklich geschmacklose hier.

    Und wie gesagt, niemand sagt das es gut war und man so handeln muss. Ich persönlich finde es witzig, aber ich finde auch ganz andere Sachen witzig, die man so nicht machen sollte und ich auch nie fordern würde. Außerdem scheint es ja sogar so zu sein, dass die Macher es beabsichtigten, sich eben mit dieser Problematik kritisch auseinanderzusetzen und selbst eine solche Tat ablehnen ( Kommentar #27 von Thilo ).

  34. #34 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    19. September 2013

    Super, jetzt ist es ins kindische Förmchenspiel abgeglitten.

  35. #35 Andreas
    19. September 2013

    @Oliver:
    Eben – wehret den Änfängen. Erst ein fiktives Kind – dann ein echtes? Und dann?
    Hat Hitler mit der Realisierung des Holocausts angefangen? Oder mit Reden und Pamphleten?
    Die Macher hatten nur eins im Sinn:
    “Zumindest sollten sich deutsche Autobauer in Sachen Werbung mehr trauen, findet Macher Haase. «Es gibt unglaubliches Potenzial, tolle Filme zu machen, aber die Firmen wollen zumeist ihre technischen Neuerungen gezeigt haben. Das ist langweilig», sagte er.”
    Na da haben wir aber Glück, dass tote Kinder nicht langweilig sind – oder?

  36. #36 Andreas
    19. September 2013

    Hier mal zwei Plots für gute Spots:
    München – Der Mercedes fährt durch die Straßen und bemst vor zwei Schülern. Neue Szene: Der Wagen biegt von der Straße ab und fährt durch ein großes Tor – Schnitt – Hitler im Hofbräuhaus auf der Bühne – Rumms – Wagen wieder auf die Straße – Endtitel

    Autobahn – Hitler im offenen Wagen eröffnet die Autobahn. Mercedes folgt im Korso. Von einem vorausfahrenden Wagen fallen Gegenstände und Mercedes bremst – Schnitt – Hitlers Wagen auf dem Seitenstreifen hat hinten links einen Platten. Hitler mit Radkreuz. Mercedes macht von linker Spur einen Schlenker – Rumms – Wagen wieder auf linker Spur – Endtitel

    Das wäre schwarzer Humor gewesen, über den man lachen kann.
    Übrigens meine subtile Anspielung mit dem Mercedes auf der linken Spur=Überholspur bemerkt?

    • #37 Stefan W.
      http://demystifikation.wordpress.com
      19. September 2013

      Wer ist eine antisemitische Dreckschleuder?

  37. #38 Bloody Mary
    19. September 2013

    Wenn @oliver sachlich und besonnen argumentiert, dann ” ist es ins kindische Förmchenspiel abgeglitten.” gemäß Stefan W.. Denn er hat das richtige Bewußtsein, und alles andere ist Einbildung, ließ uns die antisemitische Dreckschleuder bereits drüben bei MartinB wissen.

    • #39 Stefan W.
      http://demystifikation.wordpress.com
      19. September 2013

      Antwort verrutscht – hier gehört sie hin:

      Wer ist eine antisemitische Dreckschleuder?

  38. #40 Bloody Mary
    19. September 2013

    @Andreas

    “Wo wollen sie denn die Grenze setzten, ab der die Tötung eines Menschen erlaubt wird. Noch dazu die Ermordung eines Kindes? Und wer kommt dann nach Hitler? […] Der kleine Goebbels? […] Wo ist dann die Grenze?”

    Das ist ja mal eine tiefschürfende Frage. Die hätten Sie mit dem Ehepaar Goebbels erörtern müssen, dass seine 6 (oder waren es 8?) Kinder ermordet hat.

    Denn wissen Sie, wenn in Film und Fernsehen jmd. stirbt, dann sind die gar nicht in echt tot, daher gibts in den Fällen auch nie Mordanklagen gegen den Regisseur oder den Ko-darsteller.

    Schwierig für manche, das nachzuvollziehen, aber Sie schaffen das schon noch.

  39. #41 Andreas
    19. September 2013

    Und weil es nicht “echt” ist, darf ich jede Scheiße zeigen? Nur damit es “nicht langweilig” wird?
    Es gibt nun mal Grenzen des guten Geschacks.
    “Schwierig für manche, das nachzuvollziehen, aber Sie schaffen das schon noch”

  40. #42 Bloody Mary
    19. September 2013

    Ah, ein NPDler erörtert mit mir die Grenzen des guten Geschmacks. Finde ich nachvollziehbar, das Ehepaar Goebbels hat schließlich auch immer sehr auf Eleganz geachtet (wenn es nicht gerade damit beschäftigt war, fremdzugehen, mörderische Hetzreden zu halten oder seine Kinder zu ermorden).

  41. #43 Andreas
    19. September 2013

    @Bloody Mary:
    Ahh – die Nazi-Keule!
    Wenn man keine Argumente mehr hat, ist sie schnell herausgeholt.
    Ich nehme gerne einen Beweis für meine Mitgliedschaft in der NPD von ihnen entgegen.

  42. #44 Andreas
    19. September 2013

    Nachtrag:
    Grundregeln des deutschen Werberats:
    “Insbesondere darf Werbung..
    – keine Form gewalttätigen, aggressiven oder unsozialen Verhaltens anregen oder stillschweigend dulden”

  43. #45 NWO-Agent
    19. September 2013

    @ Andreas:

    Nachtrag:
    Grundregeln des deutschen Werberats:
    “Insbesondere darf Werbung..
    – keine Form gewalttätigen, aggressiven oder unsozialen Verhaltens anregen oder stillschweigend dulden”

    Da es sich bei dem Film um keine echte Werbung handelt ist der Verweis auf den Werberat völlig sinnfrei.

    Ach ja, und hierzu

    Ich nehme gerne einen Beweis für meine Mitgliedschaft in der NPD von ihnen entgegen.

    sei noch gesagt: Du kennst doch sicher die Sprüche “Wenn ich einen Vogel sehe, der wie eine Ente geht und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt, nenne ich diesen Vogel eine Ente“ bzw. “Der Ton macht die Musik”?
    Tatsächliche Mitgliedschaft in einer bestimmten Partei ist dabei im Grunde zweitrangig.

    BTW: würde mich mal interessieren, warum Nazis (bzw. andere Rechte/Rechtsradikale) immer bestreiten, rechts zu sein. Eigentlich fallen mir dafür nur zwei Gründe ein: Feigheit oder Selbstverleugnung.

  44. #46 Bloody Mary
    19. September 2013

    @Andreas, finde ich jetzt unschön, dass Sie Ihre Kameraden verraten, noch ehe ich 3 x gekräht habe.

    Wie war das noch mal gleich? Thilo Küssner warf den Eilantrag der NPD gegen den Bundespräsidenten wg Beleidigung in den Ring. Darum gings.

    Worauf Sie einzugehen beliebten in #16 mit “Euthanasie per K(f)z”. Sowie mir die Frage stellen zu müssen glaubten: “Welcher Mord ist gerechter:
    Der Mord eines Nazis an einem Juden oder der Mord eines Juden an einem Nazi?”

    Hmmm…was hat das jetzt mit dem Bundespräsidenten Gauck und der heulend zusammen gebrochenen NPD zu tun? Veraten Sie es nicht Ihrer Wehrsportgruppe, verraten Sie es mir.

  45. #47 Andreas
    19. September 2013

    @NWO-Agent:
    Ach?
    “Und so durfte sich Regisseur Tobias Haase, Absolvent der Filmakademie Ludwigsburg, am Montagabend in Berlin die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung für den besten Werbefilm abholen.” Wenn ich einen Werbefilm machen will, brauche ich mich nicht an die Grundregeln des Werberates zu halten?
    “Niemals begeht man das Böse so gründlich und so freudig, als wenn man es aus Gewissen tut. Blaise Pascal”

    @Bloody Mary: Nicht ablenken! “Euthanasie per K(f)z” bezieht sich ja nun wohl eindeutig auf den Spot. Und da sie mich ja gleich mit ihrer ersten Antwort in die rechte Ecke drücken wollten, beliebte ich die obige Frage zu stellen – auf die sie bisher immer noch nicht geantwortet haben.

    Und ich bleibe dabei:
    Der Spot ist Scheiße!
    Kein vernünftiger Mensch kann ein 10-jähriges Kind für sein Verhalten 20 Jahre später verantwortlich machen.
    Wie der Spot hätte gut werden können, habe ich schon weiter oben ausgeführt.

  46. #48 Earonn
    19. September 2013

    Ich bin da hin- und hergerissen.

    Zum einen bin ich ja für Meinungsfreiheit: die Rechten dürfen ihre Parolen schwingen – und ich darf sie dafür ‘Spinner’ nennen (genaugenommen benutze ich heftigere Worte).

    Zum anderen hat Andreas aber auch nicht Unrecht: selbst der schlimmste, widerlichste Mensch ist eben noch das: ein Mensch. Und so sehr ich persönlich einen wie Hitler oder Fritzl auch gerne mit dem Sparschäler zu Kompostfutter verarbeiten wollte – sie haben ein Anrecht auf ihre Menschenrechte.
    Ein Werbefilmchen mag jetzt nicht gleich das Ende der Welt sein, aber das rechtfertigt es auch noch lange nicht. Wenn mich ein Kerl betatscht, geht davon die Welt nicht unter – muss ich es mir deswegen gefallen lassen?
    So wie ich das verstehe, kritisiert Andreas ja lediglich diesen Film – und das ist sein gutes Recht.

    Und genau darum geht’s doch auch hier: darf man Nazis Spinner nennen? Ist Kindstötung lustig, wenn es Hitler trifft? Wären Vergewaltigungsdrohungen in Ordnung, wenn sie gegen Fritzl gerichtet sind?

    Oder kurz: darf man die Menschenrechte, guten Geschmack, Höflichkeit etc. ausblenden, wenn sie denjenigen abgesprochen werden, die man als ‘böse’ empfindet?

    Ich meine: nein

    Es sei aber eingestanden, dass es so einige Menschen gibt, die mir nicht allein im Wald begegnen dürften, weil mir dann die Menschenrechte sch…egal wären. Zu wissen, was richtig ist und es auch zu tun sind halt zwei paar Schuhe…

  47. #49 oliver
    19. September 2013

    Ach bitte. Wenn der Witz irgendwie anders funktionieren würde und das einfach irgendein unbekanntes Kind wäre und der Sketch Freitagsnachts auf SAT.1 lief, würde es keinen interessieren. Weil man jetzt aber was mit Hitler gemacht hat, kommen die ganzen Spinner aus ihren braunen Löchern, die der Meinung sind man müsste den armen Hitler verteidigen.

    Und ja, ich bleibe dabei. Du hast durch deine Aussagen weiter oben den Holocaust relativiert, was für mich ein Indiz für eine rechte Gesinnung ist.

  48. #50 Andreas
    19. September 2013

    @oliver:
    Anscheinend kommen ja auch die Linken aus ihren roten Löchern und stellen jeden in die rechte Ecke, der nicht ihrer Meinung ist.
    Und NEIN, ich habe den Holocaust nicht relativiert – DU hast nur nicht verstanden, dass der Holocaust mit einem ERSTEN Juden angefangen hat.

  49. #51 oliver
    19. September 2013

    @ Andreas

    Naja, ich stelle nur Leute in die rechte Ecke, die den Holocaust mit einem FIKTIVEM Mord vergleichen. Und jetzt ernsthaft? Der kleine Adi ist jetzt den erster Jude und bald werden alle Leute wild Kinder überfahren? Was willst du eigentlich?

  50. #52 NWO-Agent
    19. September 2013

    @ Andreas: sag mal, stelltst du dich absichtlich blöd?

    Wie schon in der Beschreibung des Filmchens auf youtube zu lesen ist: “Was zunächst aussieht wie ein Werbespot von Mercedes, ist in Wahrheit die Abschlussarbeit von Filmstudenten der Filmakademie in Ludwigsburg.”

    Nur weil die Preisverleiher es unter der Kategorie “Werbefilm” einordnen, muss es noch lange keiner sein.

    Wikipedia sagt folgendes zu “Werbung”:
    “Als Werbung wird die Verbreitung von Informationen in der Öffentlichkeit oder an ausgesuchte Zielgruppen, zwecks Bekanntmachung, Verkaufsförderung oder Imagepflege
    von meist gewinnorientierten Unternehmen bzw. deren Produkten und Dienstleistungen, selten auch für unentgeltliche, nicht gewinnorientierte Dienste oder Informationen, verstanden. Werbung kommt klassisch als Impuls, Anpreisung, Anregung, Stimulation oder Suggestion daher, um eine spezifische Handlung, ein gewisses Gefühl oder einen bestimmten Gedanken bei anderen Menschen anzuregen und zu erzeugen.”

    Gut, nach dieser sehr schwammigen Definition könnte man ihn als Werbefilm bezeichnen, weil er eine “nicht gewinnorientierte Information” verbreitet oder ein “gewisses Gefühl oder einen bestimmten Gedanken suggeriert”.

    Mit dem Werberat hat das Ganze allerdings immer noch nichts zu tun, denn (Hervorhebung von mir):
    “Der 1972 vom ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V.) als selbstdisziplinäres Organ gegründete deutsche Werberat arbeitet als Konfliktregler zwischen Beschwerdeführern aus der Bevölkerung und werbenden Unternehmen.” (Quelle: ebenfalls Wikipedia).

    Und hier hat nun mal kein Unternehmen geworben, jetzt verstanden?

  51. #53 Earonn
    19. September 2013

    @Oliver und Andreas
    Vielleicht könntet ihr mal aus euren Schmollecken kommen und *versuchen*, die Position des jeweils anderen zu verstehen?
    Oliver, was Andreas (glaub ich) meint ist: töten ist nicht in Ordnung. Auch nicht bei Mördern. Auch nicht bei Massenmördern. Auch nicht bei Hitler (oder Stalin).
    Was rechtlich und ethisch korrekt ist. Einem Mörder seine Menschenrechte zusprechen ist aber was völlig anderes, als seine Tat toll zu finden!
    Andreas, ich glaub, der Oliver stört sich einfach daran, dass Du so vehement etwas angreifst, was als Scherz gemeint war. Über Humor kann man gar trefflich streiten. Ja, der Witz ist doof, der ganze Film trifft auch nicht meinen Geschmack. Und für Eltern überfahrener Kinder *ist* der schlimm. Das ist nicht dolle, aber auch kein Weltuntergang (ehrlich, hab nachgesehen, sie ist noch da ^^).
    Wie wär’s, wenn ihr euch darüber einig wärt, dass man antisoziales Gedankentum jedweder Art ablehnen sollte? Ihr scheint ja beider keine Freunde der Recht (oder anderer Extremisten) zu sein…

    @NWO
    Du meinst, es wird ‘Werbefilm’ genannt, ist ja aber von Studenten = der darf alles?
    Okay, dann machen Studenten einen ‘Kinderfilm’ mit Kettensägenmassaker?
    Wenn es eine Comedy in Form einer fiktiven Werbung ist, dann hat halt der Preisverleiher Mist gebaut, indem er den FIlm in eine falsche Kategorie einordnete. Oder ist ‘Blair Witch Project’ neuerdings ein Dokumentarfilm?
    Wenn es aber einen richtigen Werbefilm darstellen sollte, dann haben die Studenten geschlampt, weil sie es nicht geschafft haben, eine ‘funktionierende’ Werbung zu erstellen – eine, die man auch hätte senden können.

  52. #54 Bloody Mary
    19. September 2013

    Wir sehen in dem Spot einen Wagen der wie eine Person eigene Entscheidungen trifft. Er überfährt den 10jährigen Adolf Hitler. Der Schlußslogan zum Mercedes-Benz lautet: „Erkennt Gefahren, bevor sie entstehen“.

    Worüber lachen wir?
    Über die Doppelbödigkeit des Spruchs. Über einen Wagen mit Persönlichkeit. Und, wenn der Schock, dass Hitler als Kind überfahren wurde und hinterher wie ein Hakenkreuz (auch nicht unwitzig) daliegt, der Erkenntnis weicht, dass das so nie passiert ist. Es war nicht nur Fiktion, es wird auch immer Fiktion bleiben – wer lacht da angeblich über Kindstötung, um die Kinder ach so besorgter Lebensborn-Andreas?

    Und weshalb verbindet Andreas die Frage des „guten Geschmacks“ ausschließlich mit einem Werbespot, über dessen Qualität sich streiten mag, wer will. Weshalb verknüpft er sie nicht mit real durchgeführten Kindermorden durch deren Eltern (wie bei den kleinen Goebbels)? Finde ich deutlich relevanter als irgendwelche Filmchen, doch Andreas sieht das anders.

    Wieso fragt mich Andreas nach dem moralischen Gewicht des Mords an Juden und äußert sich abfällig über eine deutsche Partei, wenn es ihm doch angeblich nur um einen preisgekrönten Werbespot geht? Es besteht schlichtweg kein thematischer Zusammenhang (ebenso wie zur NPD, die juristisch gegen Gauck vorgeht).

    Zur gekonnten Volksverhetzung, die allen Fragen des guten Geschmacks standhält, fehlt Ihnen noch ein bisschen was, Andreas. Aber schauen Sie sich ein paar Goebbels-Videos (seiner Hetztiraden, nicht der Mehrfach-Mordtat an seinen Kindern) an, dann wird das schon. Und dann schreiben wir den Spot politisch korrekt um: Christine fährt auf den kleinen Adolf zu, bremst ab, sammelt ihn ein und ab geht’s zur Verhaltenstherapie für Kinder mit nationalsozialistischem Hintergrund.

  53. #55 oliver
    19. September 2013

    @ Earonn

    Natürlich ist töten nicht in Ordnung. Ich habe ja oben auch selber gesagt das ich die Todesstrafe verabscheue.
    Hier wurde aber niemand getötet. ES IST EIN FILM!

    Außerdem geht es mir auch um seine, mMn bewusste, Holocaustrelativierung durch das “K(f)z”.

  54. #56 NWO-Agent
    19. September 2013

    Du meinst, es wird ‘Werbefilm’ genannt, ist ja aber von Studenten = der darf alles?

    Okay, nochmal zum Mitschreiben:

    1. Andreas hat die Richtlinien des Deutschen Werberates ins Spiel gebracht. Er nahm wohl an, sie würden diesen Film betreffen.
    2. Ich habe darauf hingewiesen, dass die Richtlinien des Werberats hier keine Rolle spielen und habe auch begründet warum: Weil der Werberat nur für werbende Unternehmen zuständig ist und hier nachweislich kein Unternehmen geworben hat.

    Das ist auch schon alles. Ob der Film aus geschmacklichen/moralischen/was-auch-immer-Gründen in dieser Form nicht hätte gedreht werden sollen ist im von mir diskutierten Zusammenhang irrelevant.

  55. #57 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    19. September 2013

    @Andreas:

    Kein vernünftiger Mensch kann ein 10-jähriges Kind für sein Verhalten 20 Jahre später verantwortlich machen.

    Das macht der Film ja auch nicht. Der Film inszeniert ein Auto, welches Schaden verhindert – eine moralische Frage wird gar nicht gestellt und auch nicht beantwortet. Du stellst Dir die Frage, und gut so.

    Anders formuliert: Das Kind wird nicht im Voraus bestraft für etwas, was es dermaleinst tun wird, sondern es wird verhindert, dass es das tut.

  56. #58 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    19. September 2013

    @Bloody Mary: In der Tat ist der Impuls die Äußerungen Herrn Gauks zum Anlass zu nehmen sich zu beschweren, wie dieser Film vorgeht (den ich aufgrund seiner Länge und Machart durchaus dem Genre Werbung zuordnen würde – auch wenn er letztlich nicht zum guten Stil Europas größtem Rüstungskonzern passt) ein seltsames Manöver, welches am besten mit rechtsradikaler Gesinnung zu erklären ist. Dazu kommt das K(f)z, wie oliver richtig bemerkte.

  57. #59 Andreas
    19. September 2013

    Ich geb’s auf – lacht weiter über tote (braune) Kinder und freut euch, dass es den Adolf getroffen hat.
    Frei nach dem Motto: “Kunst darf alles”.

  58. #60 Earonn
    19. September 2013

    @Oliver
    dann sind Vergewaltigungspornos okay? Ist doch nur FIlm.
    Folter? Ist doch nur Film. Farbige werden durchweg als Idioten und/ oder Kriminelle dargestellt? Ist doch nur Film.
    Worauf ich (und, ich nehme an, auch Andreas) hinauswill: natürlich ist die Tat nicht real. Aber die Frage bleibt: ist die *Darstellung* einer Tötung okay, weil sie Hitler trifft?

    @NWO: besteht ein Grund, so passiv-aggressiv mit deinem “zum Mitschreiben” daherzukommen? Warum so unhöflich? Vielleicht haben wir uns einfach missverstanden?
    Du scheinst den Standpunkt zu vertreten, da – buchstabengetreu – nur derjenige Werbefilm die Richtlinien des Werberates einhalten muss, der von einem Unternehmen gestaltet wird, sei das hier nicht der Fall.
    Und ich meinte halt: wer ein Werbefilm sein will, soll sich auch an die für diese Filme generell geltenden Richtlinien halten.

    Generell meine ich jedoch, dass wir nun genug über diesen Film gequatscht haben, und auch darüber, ob nun der eine wirklich der verquere Nazi oder der andere eine rote Socke ist. Soweit ich mich erinnere, war doch die Ausgangsfrage inwieweit Political Correctness (oder schlichtweg Höflichkeit) auch für unerwünschte Gruppen gelten soll?
    Ist doch eigentlich eine gute Gelegenheit, das eigene Denken und Handeln zu hinterfragen: wir alle wollen ethisch korrekt handeln und ‘gut’ sein. Sind wir es denn wirklich immer – auch gegenüber denen, die wir ablehnen? Und können wir das rechtfertigen oder läuft es auf “ist okay weil ich den nicht mag” hinaus?

  59. #61 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    19. September 2013

    @NWO-Agent

    “Insbesondere darf Werbung.. – keine Form gewalttätigen, aggressiven oder unsozialen Verhaltens anregen oder stillschweigend dulden”

    Welches aggressive, gewalttätige oder unsoziale Verhalten käme hier in Betracht, welches die Werbung duldet oder anregt?

    Es findet ja kein derartiges Verhalten statt, sondern solches wird nur dargestellt. Es kann also auch nichts geduldet werden. Regt der Film denn zu solchem Verhalten an? Also mich nicht.

    Selbst wenn der Werberat zuständig wäre gäbe es hier nichts zu tun.

  60. #62 oliver
    19. September 2013

    @ Earonn

    Wenn es nur Schauspieler sind und niemand wirklich vergewaltigt wurde, so what? Der Konsument von eben diesen sollte sich vielleicht fragen warum er sie konsumiert, aber ansonsten?
    Das andere läuft unter Volksverhetzung, man muss sich eben an das Gesetz halten.

    Und zum x-ten mal: An so vielen anderen Stellen ist die filmische Darstellung einer Tötung ok, aber wenn es auf einmal Hitler trifft wird groß drüber diskutiert. Lächerlich.

  61. #63 Andreas
    19. September 2013

    @oliver:
    Es geht mir NICHT um Hitler, verdammt noch mal!
    Und jetzt GROSS zum Mitdenken:
    “DARF ICH EIN KIND TÖTEN WEIL ES 20 JAHRE SPÄTER SCHLIMME SACHEN MACHT?”

  62. #64 oliver
    19. September 2013

    @ Andreas

    NEIN, DARFST DU NICHT? DAS SAGT HIER AUCH NIEMAND!!!! DAS IST NUR EIN VERDAMMTER FILM! VERSTEHST DU ES EINFACH NICHT???

  63. #65 Earonn
    20. September 2013

    @Oliver
    Du meinst also, jedwede Darstellung von Gewalt geht völlig in Ordnung, wenn es im Film = nicht real ist?
    Aber wie wäre das mit Volksverhetzung? Könnten Nazis nicht mit derselben Argumentation einen Film über brunnenvergiftende Juden machen? Ist doch keine Volksverhetzung – ist doch nur Film, also fiktiv, also in Ordnung.
    U.a. deshalb sehe ich da einen Unterschied: auch im Medium Film sollte nicht automatisch alles erlaubt sein.

    Und hört doch mal auf, euch anzuschreien. Ihr seid Erwachsene (äh, glaub ich) und könnt das besser.

  64. #66 Andreas
    20. September 2013

    Ja, aber ein SCHEISS-Film. Und noch dazu ein Film der einen Preis bekommen hat.
    Wenn es immer “nur ein Film” ist, wofür haben wir dann eine FSK?
    Ist eine gestellte Kindesschändung in einem Film auch OK?

    Meinetwegen können wir im Film Hitler auch durch Che Guevera ersetzten. Dann würde in #16 der Nachsatz etwa so lauten “Ersetze Todeslager durch Auto”. Oder Stalin – Gulag.

    Übrigens Hitlers “Mein Kampf” war auch nur ein Buch – oder?

  65. #67 oliver
    20. September 2013

    @ Earonn

    Für soetwas gibt es die USK, die Altersempfehlungen rausgibt und Medien auch Indizieren kann.
    Aber Selbstverständlich kann jeder erstmal drehen was man will, solange es sich an die Gesetze hält. Wenn ein Film aber nunmal Volksverhetzend ist ( Juden die Brunnen vergiften ) dann wird er verboten.

    @ Andreas

    Das dir der Film nicht gefällt wissen wir mittlerweile. Natürlich müssen Filme auf ihre Tauglichkeit für Minderjährige überprüft und eingestuft werden. Das mt der Konderschändung ist erstmal legitim, solange es nicht gegen Gesetze verstößt. Anschließend ist dann zu klären ob es nicht indiziert wird. Aber ansonsten, so what?

    Jop, mein Kampf ist nur ein Buch, sogar eines das nicht verboten ist.

  66. #68 Bloody Mary
    20. September 2013

    @Andreas
    Ich wiederhole olivers Frage an Sie: Was wollen Sie überhaupt? Kommen Sie auf den Punkt.

    – Wollen Sie sich hier als Reich-Ranickis Nachfolger bewerben (ein „SCHEISS-Film“)?
    – Preisverleihungskritik üben?
    – Der FSK zu mehr Einfluß verhelfen?
    – Über eine politische Programmschrift (derjenigen Hitlers) diskutieren?

  67. #69 Earonn
    20. September 2013

    @Andreas
    Bitte versuch, dich etwas zu beruhigen. Keiner hier will Kinder töten (1), keiner findet es in Ordnung.
    (1) Bittebitte stellt mir die Frage nicht nach einer zweistündigen Bahnfahrt mit verwöhnten Bratzen, ja? ^^

    @Oliver
    Dann versteh ich das richtig: für dich persönlich wäre jedweder Inhalt okay (Gewalt, Volksverhetzung, Stefan Mross ^^), es kommt halt nur für den Filmemacher darauf an, sich an die jeweiligen Landesgesetze zu halten?
    Ah, okay.
    Ich persönlich mache noch einen eigenen Unterschied zwischen “gesetzlich erlaubt” und “ethisch korrekt” in Geschichten, aber gut, da hat jeder seine eigenen Standards.

    Letztendlich ging es aber, glaub ich, doch darum, ob die gezeigte Handlung *angenommen sie wäre real* okay wäre?
    Also nicht: ist ein Film in Ordnung, in dem Ghandi zu Tode gefoltert wird sondern: wäre es in Ordnung, Ghandi zu Tode zu foltern?
    Denn: sich über den Inhalt eines Films auszutauschen, ist ja letztlich müßig. Viel interessanter finde ich, wie wir die dargestellte Handlung an sich bewerten. Und jetzt mal unabhängig vom humoristischen Gehalt.

    Also: wäre die Tötung eines Kindes in Ordnung, wenn wir wissen oder stark vermuten, dass es der nächste Diktator wird?
    Oder wäre das immer noch Mord und wir müssten entweder einen anderen Weg finden oder zumindest abwarten, bis das Kind zum Diktator geworden ist?

  68. #70 Andreas
    20. September 2013

    @Bloody Mary:
    “Wir alle sind durchseucht von Vorurteilen und Klischeebildern”
    Ist es nicht absurd, wenn man die eigenen Schreckensbilder erfüllt?
    Ich habe übrigens nie etwas mit dem Lebensborn zu tun gehabt, verbinde die Frage des “guten Geschmacks” nur mit der Frage, was sich ein Film erlauben darf und nicht mit der Familie Goebbels – die war nämlich nie Thema bei mir und habe mich auch nicht abfällig über eine deutsche Partei geäußert (merke: die Linken sind nicht DIE LINKE) und einen Ansatz von Volksverhetzung sehe ich auch nicht.
    “Und dann schreiben wir den Spot politisch korrekt um: Christine fährt auf den kleinen Adolf zu, bremst ab, sammelt ihn ein und ab geht’s zur Verhaltenstherapie für Kinder mit nationalsozialistischem Hintergrund.”
    Wäre machbar – aber garantiert nicht so lustig wie meine Plots.

  69. #71 Andreas
    20. September 2013

    @Bloody Mary:
    “- Wollen Sie sich hier als Reich-Ranickis Nachfolger bewerben (ein „SCHEISS-Film“)?” Da wäre ich unwürdig, aber die Aussage über den Film stimmt 🙂
    “- Preisverleihungskritik üben?” Ja, will ich auch. Zumindest die Jury eines Wettbewerbs über Werbefilme sollte die Grundregeln des deutschen Werberats kennen.
    “- Der FSK zu mehr Einfluß verhelfen?” Ne, der reicht schon.
    “- Über eine politische Programmschrift (derjenigen Hitlers) diskutieren?” – Brauche ich nicht, da es nach olivers Ansicht ja “nur” ein Buch ist.

  70. #72 Earonn
    20. September 2013

    Okay, Cracked.com brauche ich euch allen ja wohl nicht vorstellen. Ich hab nur – wirklich zufällig – heute diese beiden alten Artikel gefunden, und sie passen einfach zu gut:

    “Die” Linken, Rechten, Roten, Whatevers:
    http://www.cracked.com/article_14990_what-monkeysphere_p2.html

    Und zu unserer Diskussion allgemein:
    http://www.cracked.com/blog/4-things-we-should-remember-when-arguing-about-politics/

  71. #73 Bloody Mary
    20. September 2013

    @Andreas

    ich verbinde die Frage des “guten Geschmacks” nur mit der Frage, was sich ein Film erlauben darf und nicht mit der Familie Goebbels

    Ist mir aufgefallen, sonst hätte ich es nicht kritisiert.

    und habe mich auch nicht abfällig über eine deutsche Partei geäußert
    Falsch. Siehe # 21.

    und einen Ansatz von Volksverhetzung sehe ich auch nicht.

    Sie wiederholen sich.

  72. #74 Bloody Mary
    20. September 2013

    @Andreas
    So, und jetzt schauen wir uns Ihre wirren, verlogenen und ausweichenden Kommentare noch mal am Stück an:

    #21
    Sorry, da meinst Du einen anderen “Andreas”.
    […]Es ist anscheinend nur in gründeutschland möglich, dass ein Kindermörder einen Preis bekommt

    .#26
    ICH habe NIEMALS den Holocaust relativiert.
    Manchen Leuten fällt es allerdings auch auf, dass in diesem Forum mehrere Leute mit dem Nick “Andreas” unterwegs sind. […] Und falls es dir nicht bekannt sein sollte: ALLE Massenmörder hatten ein ERSTES Opfer.

    #30
    “Darf ich mit gesellschaftlichem Arschkriechertum einen Mord an einem Kind rechtfertigen?”

    #32
    Ich habe den Holocaust nicht relativiert. Wo wollen sie denn die Grenze setzten, […] Wenn ich alle Nazis getötet habe? Und schon habe ich den Begin eines umgekehrten Holocausts. Rein prophylaktisch natürlich – weil die Kinder in 20Jahre Böses tun könnten.
    @Bloody Mary:
    Welcher Mord ist gerechter:
    Der Mord eines Nazis an einem Juden oder der Mord eines Juden an einem Nazi?

  73. #75 Bloody Mary
    20. September 2013

    @Andreas

    Über eine politische Programmschrift (derjenigen Hitlers) diskutieren?” – Brauche ich nicht, da es nach olivers Ansicht ja “nur” ein Buch ist.

    Verstehe. Ist aber auch mühsam, so ein Buch zu lesen (speziell wenn es so schlecht geschrieben ist wie “mein Kampf”). Lieber seine Hetze an einem (gesellschaftlich irrsinnig relevanten) Werbefilmchen festmachen.

  74. #76 Bloody Mary
    20. September 2013

    @Andreas
    Ah, der hier war auch noch schön

    Das ist ja das Perfide an dem Spot – der “Beißreflex Hitler” wirkt.
    Blenden wir mal 1000 Jahre deutsche Geschichte aus:
    ][Na? Immer noch lustich?
    Und ab wann darf ich denn eine Euthanasie per K(f)z durchführen? Ab 1 Mio Tote? Ab 100.000? Ab 10? Ab 1?

    Sie sind ein astreiner Geschichtsrevisionist. Machen Sie sich besser schon mal beim Jurablogger Ihres Vertrauens kundig, wie das so läuft im Falle von Volksverhetzung.

  75. #77 Earonn
    20. September 2013

    @Bloody Mary

    Sorry, aber gerade beim letzten Beispiel – wo ist denn da die Volksverhetzung?
    So wie ich das lese, wollte Andreas ausdrücken, dass bei Nazis/Hitler mit zweierlei Maß gemessen wird – was falsch wäre.
    Und er stellte – nicht zu Unrecht – die Frage, ab wann ein Mord denn “gerechtfertigt” erscheint:
    einen Dieb töten – geht gar nicht
    einen Einzelmörder töten (z.B. Todesstrafe) – wird von vielen (auch mir) abgelehnt
    (Lücke)
    Hitler (mehrere Millionen Opfer auf allen Seiten) töten – jau, ist okay.
    – So, und was kommt in die Lücke? Ab wie vielen Opfern ist es ‘okay’ den Mörder zu töten?

    Ich finde, das ist eine verdammt gute Frage.

    Ganz ehrlich, Andreas drückt sich für meinen Geschmack zu heftig aus, zu einseitig. Aber richtige Volksverhetzung oder Geschichtsrelativierung sieht m.E. anders aus. Das wäre mehr sowas wie “die XX (Opfergruppe nach Wahl) waren selber schuld”, Holocaustleugnung oder ähnliches.

    Alles was ich aus seinen Beiträgen lese ist:
    Mord ist nicht automatisch gut, nur weil es einen ‘Bösen’ trifft, und bei Kindern erst recht nicht.
    Bzw.:
    Wenn im KZ gemordet wird, finden wir das schlimm, wie können wir es dann okay finden, wenn mittels einem Kfz gemordet wird? Nur wegen der unterschiedlichen Anzahl der Opfer? Dann müsste es eine Zahl geben, die beides abgrenzt.

    @Andreas
    Bitte korrigiere mich, falls ich dich da falsch verstanden habe

  76. #78 Earonn
    20. September 2013

    Nachtrag
    Natürlich ist mir klar, dass ein KZ eine Tötungsmaschine war (unter anderem), ein Kfz außer den Buchstaben aber nix damit gemein hat. Diesen Aspekt hatte ich aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen. Also bitte nicht daran aufhängen, die ethische Frage funktioniert ohne den ideologischen Unterbauch genau so gut.
    Nicht die Ideologie machte die Nazis schlimm, sondern ihre Ausführung.

  77. #79 Bloody Mary
    20. September 2013

    @Earonn
    Ich habe allen Respekt vor Dir und Deiner Gutwilligkeit.

    @all
    Andreas Thesen finden sich auf PPQ: http://www.politplatschquatsch.com/2013/09/der-fuhrer-wieder-ganz-vorn.html?showComment=1379498837880

    Hinter dem Blog steckt angeblich Holger Finn (a.k.a. Dimitri Wilms). Finn ist das Pseudonym eines Autors von eigentümlich frei/Wilms ist angeblich Antifamitglied (der rechts- und der linksradikale Zwillingsbruder? 🙂 )

    http://hallesaaleweristwer.blogspot.com/2011/10/wer-bloggt-im-halle-saale-blog.html

  78. #80 Stefan W.
    20. September 2013

    @PPQ Link von Bloody Mary:

    Ein großer, schwarzer Mercedes überfährt ihn.

    Ich hatte den silbermetallic in Erinnerung.

  79. #81 Andreas
    20. September 2013

    @Earonn:
    Richtig – ab wann ist ein Mord gerechtfertigt? Wo ziehen wir die Grenze und wer will die Grenze ziehen?

    @Bloody Mary:
    Deine verzweifelten Versuche mich in die rechte Ecke zu stellen sind langsam arg auffällig und anstrengend.

    Nehmen wir deine letzten Posts mal auseinander:
    #73:
    Warum nimmst du hier immer auf Familie Goebbels Bezug? Das tust nur du. Ich habe nur gefragt, ob man nach dem kleinen Hitler dann auch den kleinen Goebbels töten muss.
    die Linken sind nicht DIE LINKE – du legst doch sonst jeden Buchstaben von mir auf die Goldwaage.
    #74:
    “Sorry, da meinst Du einen anderen “Andreas”.” War eine Antwort auf oliver, weil er mich der wiederholten Holocaustrelativierung beschuldigte – was ich nie getan habe. Ich habe nur gefragt, ab wann es ein “Holocaust” ist – ab 1 Mio oder ab 100.000 oder weniger. Wenn man mitdenkt kommt man zum Schluss, dass der Holocaust bereits mit dem ersten Opfer anfängt.
    “Es ist anscheinend nur in gründeutschland möglich, dass ein Kindermörder einen Preis bekommt” Ja, für mich ist Herr Haase ein Kindermörder. Und dass sich die Leute dabei auf die Schenkel klopfen ist nur möglich, weil es sich bei dem Kind um Adolf handelt.
    “ICH habe NIEMALS den Holocaust relativiert.” Ist oben beantwortet.
    ““Darf ich mit gesellschaftlichem Arschkriechertum einen Mord an einem Kind rechtfertigen?” – Hitler töten ist gesellschaftlich anerkannt und wird gern gesehen. ICH sehe ein KInd, das getötet wird.
    “Ich habe den Holocaust nicht relativiert. ..” Ist oben beantwortet.
    “Welcher Mord ist gerechter:” Hast du immer noch nicht beantwortet: Macht es für dich einen Unterschied? Allerdings hätte ich statt “gerechter” besser “schlimmer” schreiben sollen. Es ging mir daraum aufzuzeigen, dass KEIN Mord besser sein kann als ein anderer.
    #75:
    Da oliver ja so darauf rumreitet, dass der Film “nur” ein Film ist, ist Hitlers Mein Kampf auch “nur” ein Buch – ohne weitere Auswirkungen, oder? Mit “nur ein Film” kann man viel relativieren.
    #76:
    “Sie sind ein astreiner Geschichtsrevisionist. Machen Sie sich besser schon mal beim Jurablogger Ihres Vertrauens kundig, wie das so läuft im Falle von Volksverhetzung.”
    Ah ja Volksverhetzung – das ist aber schon ganz dünnes Eis. Dabei geht es nur um die Frage, ab wann man einen Mörder (als Kind!) ermorden darf. Wenn er 1 Mio umgebracht hat, ab 100.000 usw.
    #79:
    Ich habe mit dem genannten Blog nichts zu tun. Wenn dort andere die gleiche Meinung wie ich vertreten, hat das nichts mit mir zu tun.
    Übrigens:
    http://www.welt.de/kultur/kino/article120130234/Die-C-Klasse-die-den-kleinen-Hitler-ueberfuhr.html#disqus_thread
    Du solltest der Empfehlung folgen und Stephen Frey lesen.

    Um es noch mal klarzustellen:
    Ich bin weder rechts noch sympathiere ich mit rechts orientierten Menschen.
    Ich sympathiere aber auch nicht mit links orientierten Menschen (ACHTUNG BM: Keine Partei gemeint!), die die Tötung einen kleinen Jungen für gerechtfertigt halten.
    Meine Meinung zu einem gelungenen Spot habe ich in #36 kundgetan:
    “Hier mal zwei Plots für gute Spots:
    München – Der Mercedes fährt durch die Straßen und bemst vor zwei Schülern. Neue Szene: Der Wagen biegt von der Straße ab und fährt durch ein großes Tor – Schnitt – Hitler im Hofbräuhaus auf der Bühne – Rumms – Wagen wieder auf die Straße – Endtitel

    Autobahn – Hitler im offenen Wagen eröffnet die Autobahn. Mercedes folgt im Korso. Von einem vorausfahrenden Wagen fallen Gegenstände und Mercedes bremst – Schnitt – Hitlers Wagen auf dem Seitenstreifen hat hinten links einen Platten. Hitler mit Radkreuz. Mercedes macht von linker Spur einen Schlenker – Rumms – Wagen wieder auf linker Spur – Endtitel”

    Abspann
    ENDE

  80. #82 oliver
    20. September 2013

    @ Andreas

    Ja, Mein Kampf ist nur ein Buch, und zwar ein extrem schlecht geschriebenes, nicht verbotenes Buch. Willst du ernsthaft behaupten es hat den Holocaust nur wegen diesem Buch gegeben?
    Du denkst wohl auch es gäbe school shotings nur wegen Videospielen.

    Nein, du hast nicht nur gefragt ab wann es ein Holocaust ist, du hast es implizit gleichgesetzt? Aber wenn du das unbedingt wissen willst: Es ist ein Holocaust, wenn es eine industriealisierte Massentötung der jüdischen Volksgruppe in der Mitte des 20. Jahrhunderts ist und nicht wenn ein fiktives Kind in einem Spot überfahren wird.

    @ Earonn

    Ja, jedweder Inhalt ist ok, solange er sich an die Gesetze hält. Ist das so schlimm? Klar, jeder kann das für sich selbst ethisch einordnen, man kann auch darüber disskutieren ob man das machen sollte. Aber sowas verbieten zu wollen, oder gar mit echten Taten gleichzusetzen, sollte es in einer freien Gesellschaft nicht geben.

  81. #83 oliver
    20. September 2013

    @ Andreas

    Göttlich, in dem welt.de Link von dir, wird sogar erklärt worum es in dem Spott geht und was er will. Hast du aber wohl überlesen, oder willst es erst gar nicht wissen xD

  82. #84 Bloody Mary
    20. September 2013

    @Andreas
    Sie sind ein ganz konventioneller, rechtsextremer Propagandist.
    Zu Ihrer Orientierung: absolutely nobody hat ein Kind ermordet, daher kann es von niemandem gut geheißen worden sein (nicht mal von links, Ihrer anscheinend bevorzugten Schlagrichtung).

    Hier ein typischer Propaganda-Textbaustein

    „Ich habe nur gefragt, ab wann es ein “Holocaust” ist – ab 1 Mio oder ab 100.000 oder weniger. Wenn man mitdenkt kommt man zum Schluss, dass der Holocaust bereits mit dem ersten Opfer anfängt.

    Sie versuchen den Begriff „Holocaust“ radikal umzudeuten und für Ihre Zwecke zu missbrauchen. Der Holocaust war staatlich organisierter Massenmord, die industriell betriebene Vernichtung der europäischen Juden durch die Deutschen. Sie versuchen nun nicht nur, durch radikale Begriffsverdrehung dieses Massenmorden verbal ungeschehen zu machen, wobei Sie nebenbei auch noch mehrmals an der Zahl der Ermordeten zu drehen versuchen, nein.

    Der „Holocaust“ wurde Ihnen zufolge an Adolf Hitler begangen (wir erinnern uns: Filmstudenten haben einen Werbespot gedreht, der genau das tut, was die Aufgabe von Werbung ist: die Kundenaufmerksamkeit erhöhen). Sie sprechen vom angeblich „umgekehrten Holocaust“:

    Wo wollen sie denn die Grenze setzten, […] Wenn ich alle Nazis getötet habe? Und schon habe ich den Begin eines umgekehrten Holocausts.

    Millionen bestialisch ermordeter Menschen versus ein Werbespot für Mercedes-Benz – der Werbespot ist deutlich schlimmer für einen Andreas: „Mit “nur ein Film” kann man viel relativieren.“ meint er, auf das Missverhältnis angesprochen, beleidigt.

    Der Werbespot ist ein „umgekehrter Holocaust“ aber nicht nur das: er ist auch „Euthanasie per K(f)z“. Und „es ist anscheinend nur in gründeutschland möglich, dass ein Kindermörder einen Preis bekommt“. „mit gesellschaftlichem Arschkriechertum [werde der] Mord an einem Kind [ge]rechtfertig[t]“. Denn: „Hitler töten ist gesellschaftlich anerkannt und wird gern gesehen“. „Ich sympathiere aber auch nicht mit links orientierten Menschen (ACHTUNG BM: Keine Partei gemeint!), die die Tötung einen kleinen Jungen für gerechtfertigt halten.“

    Anschließend sagen Sie es ganz direkt: Sie würden gern „mal 1000 Jahre deutsche Geschichte aus[blenden]“, also die Ära des Nationalsozialismus. Zu Ihrer Information: Hitlers Regime währte gar nicht 1000 Jahre, auch wenn er selbst es der christlichen Eschatologie entlehnt „1000jähriges Reich“ nannte.

    Mit Ihrem eigenen Aussagen konfrontiert, suchen Sie Ihr Heil in der Flucht: „Ich nehme gerne einen Beweis für meine Mitgliedschaft in der NPD von ihnen entgegen“. Und ein volksverhetzender Lügenbold sind Sie selbstverständlichauch nicht: es geht Ihnen „nur um die Frage, ab wann man einen Mörder (als Kind!) ermorden darf.“

    Braune Kackbratze! Im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit schicke ich Ihnen zum Trost folgenden Link

  83. #85 Hobbes
    20. September 2013

    Hier gibt es ja schon viele Gräben:
    Zum einen das makabere an dem Werbevideo (es wurde für die Teilnahme an einen Werbewettbewerb entwickelt) is ja das man sich dabei erwischt wie selbst die Tötung eines Kindes auf einmal moralisch akzeptiert, nur weil diese Person danach als das personifizierte Feindbild der Zukunft dargestellt wird.
    Ich finde den Spot auch witzig. Ich kann aber auch über den Witz: “Was bekommt ein blindes und taubstummes Kind zu Weihnachten?
    Aw: Krebs!”
    lachen.
    Der Humor liegt hier einfach mit dem radikalen Bruch des erwarteten bezüglich moralischer Normen. Wer jetzt bei beiden einen Unterschied sieht ist ein Heuchler. Denn es ist völlig daneben jemanden für noch nicht begangene (oder geplante) Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen.
    Wer wirklich denkt, die Tat wäre legitim weil es einen (bestimmten) Österreicher erwischt hat, der erhebt seine eigenen Ansichten über menschliche Grundrechte. Er könnte damit genau so gut KZ-Aufseher werden, sofern er nur der Ansicht ist das Internieren wäre Notwendig um Schaden ab zu wenden. Wer “das Gute” über die Moral erhebt wird zum größten aller Verbrecher.
    Exkurs: Etwas das in dem “gründeutschland” leider zunehmend Verbreitung findet. Auch wenn es überrascht das sogar Kindermord darunter fällt, obwohl die Kinder doch sonst so “lieben”. Aber Spaß beiseite. Die Tatsache das böses welches aus guter Überzeugung getan wird momentan eher bei “ökolinks” zu bemerken ist liegt meiner Meinung nach unter anderem an den Einfluss von so radikalen Tierrechtsorganisationen wie PETA und co. Die “Spinner” aus anderen Lagern schaffen es zum Glück nicht mit ihren Taten öffentlich davon zu kommen. (Ja ich habe sie Spinner genannt! Damit meine ich radikale aller Richtungen)

    Interessanter wird der Blick des auf das Video jedoch, wenn man nicht den Betrachter im Auge hat sondern das Auto an sich. Hier müsste ich jetzt eigentlich zum andern Mathlog Beitrag springen.
    Das Auto trifft eine rein kosequentalistische Entscheidung. Da es eine emotionslose Maschine ist, ist dies auch richtig. Bei Menschen führen rein konsequentalistische Weltbilder schnell zu einem Paradoxen Punkt an dem sich Individuen finden können. Bsp:
    Es ist für beide Seiten sinnvoll dem anderen zu vertrauen. Es ist auch für beide Seiten sinnvoll, dieses Vertrauen nie zu missbrauchen. Bis zu dem Punkt wo sich die Person sicher seien kann, dass dieser Missbrauch nie auffliegt. Wie soll man aber unter der Voraussetzung wirklich vertrauen.
    Um diese Mechanismen auszuschließen bewährte sich ja Rechtsstaatlichkeit und Gleichheit vor dem Gesetz. (Viele die sich über Bürokratie beschweren, verstehen ja nie das die Emotionslosigkeit gerade ihr Vorteil und nicht ihr Problem ist.) Es gibt einfach Situationen in denen Pragmatismus erforderlich ist. Wenn diese Situationen allen bekannt sind entsteht wieder die Möglichkeit in diesem Rahmen zu vertrauen. Diese Situationen von einer Maschine beurteilen zu lassen wäre dann der nächste Schritt, da sie ja zuverlässiger arbeitet. Aber ist der auch wünschenswert? Ist nicht die Illusion der Kontrolle so beruhigend, dass man am Ende immer einen Menschen sitzen haben will? Die erste Frage der Youtube Erklärung halte ich für typisch Künstler (sorry) aber die anderen beiden sind sehr interessant, eben weil sie von etwas begangen werden was keinen freien Willen hat aber in der Lage ist auf komplexe Zusammenhänge zu reagieren.
    (Den zweiten Teil Poste ich noch einmal drüben um die Gespräche etwas entwirrt zu bekommen)

  84. #86 Bloody Mary
    20. September 2013

    @Hobbes
    Mir gehen die Linke und die Grünen sonst wo vorbei.

    Hellhörig werde ich, wenn Thilo Küssner die NPD kritisiert und Andreas im Gegenzug (und ohne ein Motiv, das Thilos Artikel zu entnehmen wäre) anfängt, wild auf links zu ballern (Arschkriecher, Kindermörder).

    das man sich dabei erwischt wie selbst die Tötung eines Kindes auf einmal moralisch akzeptiert

    Ist das so?
    Diese Prämisse hat Andreas gesetzt.

  85. #87 Bloody Mary
    20. September 2013

    @Hobbes
    Ist Dir übrigens aufgefallen, dass Du (und ich) und die CDU-Kanzlerin mitgemeint waren bei “gesellschaftlichem Arschkriechertum” in “gründeutschland”?

    Die demokratische Gesellschaft außerhalb seiner national befreiten Zonen versucht ein Andreas als linke kindermordende Arschkriecher zu definieren.

    Da ist er doch mit einem zärtlichen “Spinner” aus bundespräsidialem Munde noch ganz gut weggekommen. Was meinst Du?

  86. #88 Thilo
    20. September 2013
  87. #89 Andreas
    20. September 2013

    @Oliver
    Aus dem angeblich nicht gelesenen Link zur “Welt”:
    “Schade, dass in Ludwigsburg “Komm und Sieh” nicht zum Lehrstoff gehört. Am Ende von Elem Klimows Antikriegsfilm, nach einem SS-Massaker, steht ein russischer Partisanenjunge mit seinem Gewehr vor einem Hitler-Plakat, und in einer Montage sehen wir Hitler sich verjüngen, bis zum Kleinkind. Und Florja fragt sich, woher das Böse kommt und ob es ein Recht gibt, schon junges Leben zu richten. Florja schießt nicht. So sieht ein menschenwürdiger Film aus. Aber damit hat Werbung ja nichts zu tun.”

  88. #90 oliver
    20. September 2013

    @ Andreas

    Genau diese Frage stellt doch auch der Spot.

    Die letzten beiden Sätze sind die persönliche Meinung des Autors, kann man teilen, muss man nicht. Ich verstehe aber nicht ganz was das mit deiner Aussage, der Film würde das überfahren von Kindern propagieren, zu tun hat.

  89. #91 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    21. September 2013

    @Hobbes:

    nur weil diese Person danach als das personifizierte Feindbild der Zukunft dargestellt wird.

    Ist das so? Akzeptierst Du die Tötung eines Kindes nach dem Spot? Dass muss an Dir liegen, nicht am Spot, denn mir geht es nicht so.

    nur weil diese Person danach als das personifizierte Feindbild der Zukunft dargestellt wird.

    Die Darstellung des Filmes den ich gesehen habe gibt das nicht her. Es wird nur der Name geoffenbart und gar nicht an die Emotionen appelliert, sondern nur an den Verstand. Wer nicht weiß wer Hitler war muss ratlos vor dem Film stehen. Wenn Du dabei starke Feindschaftsgefühle entwickelst bringst Du diese schon mit und der Film ruft sie allenfalls ab.

  90. #92 Earonn
    21. September 2013

    @Bloody Mary
    Danke für das Lob. Leider beruht es auf einem Missverständnis: ich bin nicht ‘gutwillig’. Das würde bedeuten, dass ich in Andreas’ Beiträgen das Gute sehen ‘will’. Dies ist nicht der Fall. Ich muss mich nicht bemühen, seine Worte irgendie zurechtzuinterpretieren. Für mich stellt es sich wirklich einfach so dar:
    Andreas: “Die dargestellte Tat beinhaltet eine schlechte Ethik.”
    Viele andere: “Aber die Tat ist doch gar nicht wirklich passiert! Und was im FIlm passiert, kann nicht ethisch bewertet werden!”

    Und das ist m.E. falsch: in jedem Ethikunterricht (sowieso in den meisten Schulungen) arbeiten wir mit fiktionalen Geschichten, um etwas zu verdeutlichen oder eine Frage darzustellen.
    Oder ist “Herr der Fliegen” etwa nur ein Kinderabenteuer, “Animal Farm” ein Tiercartoon und “1984” ein etwas misslungener Tatort?

    Dann plötzlich wurde Andreas rechtsradikales Denken unterstellt – ich kann EHRLICH nicht verstehen, wieso? Weil er offenbar kein Freund der linken Denkweise ist? Oder weil er ein Beispiel mit einem KZ machte, das nicht gut gelungen ist (aber das macht noch keinen zum Nazi)? Ich sehe immer nur, wie er fragt: ab wann ist denn das Töten eines Menschen okay?

    Hobbes ging m.E. in die richtige Richtung, wenn er sagt, dass diejenigen zu den größten Verbrechern werden, die ihr ‘Gutes’ über die Moral erheben (und auf den Humor anspielt, den wir natürlich auch nicht vergessen sollen, und ich denke, jeder von uns hat schon über ‘schlimme’ Witze gelacht).

    Ehrlich gesagt: dass Andreas ein verkappter Nazi sein könnte ist für mich ebenso problematisch wie die Tatsache, dass von der “Aber es ist doch nur ein FIlm”-Fraktion noch keiner auf die Idee gekommen ist, dass es Andreas nicht um eine wirkliche Tat geht, obwohl sowohl er als auch ich schon darauf hingewiesen haben. Sondern dass es um die ethische Problematik geht. Statt dessen wird hier eine “Andreas ist ein Nazi”-Schlacht geschlagen.

    Mal ganz im Ernst?
    Und wenn Andreas ein Nazi ist, ein Holocaustleugner, ein Kinderschänder, ein Tierquäler, ein Massenmörder (hier bitte weitere gaaaaanz schlimme Sachen eintragen):
    ** Sein. Argument. Kann. Dennoch. Richtig. Sein. **
    Wenn Hitler sagt, dass die Sonne in Berlin im Osten aufgeht, ist das korrekt.
    Wenn Hannibal Lecter behauptet, im Rahmen unserer gewohnten Mathematik sei 2+2=4, dann ist das korrekt.
    Nicht *wer* etwas sagt, entscheidet darüber, ob ein Argument korrekt ist.

    Wie wäre es also, wenn wir weniger über “Ist Andreas ein Nazi?” und “Ist das nur ein Film?” und mehr über “Ist die dargestellte Handlung ethisch korrekt?” diskutieren würden? Vielleicht müssten wir uns dann sogar der EInsicht stellen, dass wir gar nicht so dolle fair und ethisch denken, solange es gegen uns verhasste Personengruppen (Nazis vielleicht?) geht….

    So, und wenn mir jetzt jemand von meiner Seifenkiste runterhelfen könnte? ^^

  91. #93 Bloody Mary
    21. September 2013

    @Earonn
    zur “Gutwilligkeit” – es tut mir wirklich leid, so mißverständlich formuliert zu haben. Es lag mir fern, Dir von oben herab “lobend” den Kopf zu tätscheln, und ich wollte Dir auch nichts von dem unterstellen, was Du herausgelesen hast.

    Es sollte (zu kurz gegriffen, wie ich sehe) nur zum Ausdruck bringen, dass ich, obwohl nicht einer Meinung mit Dir, erkennen kann, dass Dir eine echte Diskussion am Herzen liegt.

    Inhaltlich werde ich auf jeden Fall noch auf das von Dir Gesagte eingehen (jetzt kann ich grad nicht). Bis bald!

  92. #94 Bloody Mary
    21. September 2013

    @Earonn
    Der Werbespot wurde nicht für den Ethikunterricht gedreht, sondern um ein Auto zu bewerben.
    Andreas behauptet, er wurde gedreht, um „von links“ für das Ermorden von Kindern zu werben, weil „die arschkriecherische linke Gesellschaft Töten gut findet“. Die Filmemacher sind gemäß Andreas „Kindermörder“.

    Seine Aussage ist sachlich falsch, und zwar ganz unabhängig von seiner rechtsextremen Gesinnung (obwohl sie in Abhängigkeit von dieser Gesinnung getroffen wurde). Ebenso wie Andreas‘ Aussage, dass real geschehener, millionenfacher Mord (Folterung, Vergasung, „Ausmerzung lebensunwerten Lebens“, „Euthanasie“) moralisch gleich zu gewichten sei mit einer Filmsequenz, die ein in Hakenkreuzform am Boden liegendes Kind zeigt.

    Du bist der Meinung, er mache halt Beispiele, die nicht so gelungen sind. Ich bin der Meinung, hier hat ein Rechtsextremer zum Gegenschlag ausgeholt, weil Thilo Kuessner kritisierte, dass (und warum) die NPD den Bundespräsidenten vor Gericht zerren will.

    Du sagst, dass Du „EHRLICH“ keine rechtsextreme Rhetorik erkennen kannst, was offensichtlich ist und mich einigermaßen erschüttert, da Du beruflich Kinder zu unterrichten und zu erziehen scheinst. Du schreibst: „Ich sehe immer nur, wie er fragt: ab wann ist denn das Töten eines Menschen okay?“ Unabhängig von Deinen Sehschwierigkeiten: Töten von Kindern ist überhaupt nicht okay, diese Antwort hatte Andreas bereits mehrfach von oliver erhalten.

    Der einzige, der unterstellt, wir alle („das linke gründeutschland“) fänden das Töten von Kindern gut, ist Andreas. Er unterstellt das von Vornherein als Tatsache – weshalb glaubst Du dann, es sei von ihm als „ethische Problematik“ in irgendeiner Form zur Diskussion gestellt worden?

    Und noch eine Frage:

    dass wir gar nicht so dolle fair und ethisch denken, solange es gegen uns verhasste Personengruppen (Nazis vielleicht?) geht…..

    Was verstehst Du denn unter „dolle fair und ethisch“? Neonazis zu ihren Thesen auch mal applaudieren?

  93. #95 Earonn
    21. September 2013

    @Bloody Mary
    Danke – fürs Verstehen und für deine Bemühungen. Ist wirklich kein Problem, ich hatte mir schon so was gedacht, fand es aber doch wichtig, den Unterschied herauszustellen (auch für Mitlesende).
    Einzig das darüber-Reden bringt uns doch weiter, schließlich sind wir hier in den Science Blogs und nicht bei PI ^^
    Bin auch schon gespannt auf deine – und alle anderen – Ansichten.
    Bis denne!

  94. #99 rolak
    1. Mai 2017

    ..na, da simmer ma jespannt.