Wie sähe die Welt wohl aus, wenn Maschinen eine Seele hätten? Wohin könnte es führen, wenn die Technik Entscheidungen über Leben und Tod trifft? Darf ein entschlusskräftiger Sechszylinder sich über Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens hinwegsetzen, um die Weltgeschichte zu ändern?

Ein – zugegebenermaßen SEHR provokanter – Spot dreier Ludwigsburger Diplomanden will diese Fragen zur Diskussion stellen und wurde dafür am Montag mit einem Nachwuchsfilmpreis für den besten Werbefilm ausgezeichnet:

(Die zahlreichen Hinweise, es handele sich nicht um Mercedes-Benz-Werbung, wurden nachträglich auf massiven juristischen Druck des Unternehmens eingebaut.)

Ich muß vorab sagen, dass ich den Film beim ersten Betrachten auch eher geschmacklos fand und erst durch den Einstellungskommentar bei YouTube die “Stoßrichtung” des Spots realisierte.

Man kann den Spot natürlich unter zwei Gesichtspunkten diskutieren: darf man solch “unkorrekte” Videos drehen, um ein bisher wenig beachtetes Thema in den Fokus der öffenltichen Diskussion zu bringen; und die eigentliche Frage, wieviele Entscheidungen wir künftig Maschinen überlassen wollen?

Trotz der Überschrift dieses Artikels will ich den ersten Punkt mal außen vor lassen (ob man eine vergleichbare Diskussion auch mit einem weniger provokanten Film hätte auslösen können, weiß ich nicht) und auf die (eher in die scienceblogs passende) zweite Frage fokussieren. Die stellt sich ja nicht nur bei Fragen von Leben und Tod oder Krieg und Frieden, sondern auch in ganz banalen Alltagsdingen. Zum Beispiel wenn Google+ mir Ratschläge gibt, welche Personen oder Webseiten für mich interessant sein könnten.

Wir hatten hier in den scienceblogs ja schon lebhafte Diskussionen zu den Vor- und Nachteilen genetisch designter Kinder (Gauß-Stiftung fordert Neubesetzung des Deutschen Ethikrates). Während es bei PID natürlich nur um das Verhindern genetisch bedingter Krankheiten geht, wäre es ja im Prinzip auch heute schon möglich (aber nicht erlaubt), Embryos etwa nach Haarfarbe oder Geschlecht auszuwählen.

Und irgendwann in 50 oder 100 Jahren wird es vielleicht auch möglich sein, genetische Präferenzen für gewisse charakterliche Eigenschaften vorherzusagen, natürlich nur mit prozentuellen Wahrscheinlichkeiten und einer großen Unsicherheit, aber immerhin. Und dann stellt sich natürlich die Frage, was man mit einem solchen Wissen dann machen soll. Irgendwo habe ich kürzlich mal den Vorschlag gelesen, solche “geborenen Verbrecher” dann (bei guter Behandlung und Verpflegung) in geschlossene Anstalten abzuschieben. Das wäre immerhin noch humaner als die Lösung im Werbespot. Viel Raum für Diskussionen.

Kommentare (44)

  1. #1 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    19. September 2013

    Hoppla, wo sind die Kommentare hin?

  2. #2 Thilo
    19. September 2013

    Vielleicht beim vorigen Beitrag? Im Spamfilter hangt jedenfalls nichts.

  3. #3 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    19. September 2013

    Ja, tatsächlich – vor Bäumen den Wald nicht gesehen. 🙂 Danke.

  4. #4 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    19. September 2013

    Also zum Thema hier, dann: 🙂

    Wir wissen nicht, was wir in 50 Jahren für Menschen brauchen. Diese heute schon auszuwählen ist also auch unter pragmatischen Gesichtspunkten zweifelhaft.

    Zweitens: Ein prophylaktisches Wegsperren sagt ja aus, dass man keine Möglichkeit hat, die Menschen zu sozialen Wesen zu machen. Man stellt sich damit auch selbst ein Zeugnis aus. Sollten die Verbrecher ausbrechen, und sich an den Peinigern rächen – welche Moral sollte es ihnen verbieten?

    Was den Spot als Diskussionsanfacher betrifft, so halte ich die Legitimation für vorgeschoben. Der Macher kam auf die Idee zu dem Film und hat dann eine Legitimation drauf gepfropft. Mich regt der Film überhaupt nicht zur Diskussion der Frage an, denn eine derartige Gefahrenerkennung bietet das Auto bekanntermaßen nicht.

    Es ist nur ein Witz der die Gefahrenerkennung überstrapaziert und durch die groteske Übertreibung eine absurde Situation herstellt.

    Wenn das Video aber unkorrekt sein soll, dann ist jeder Krimi, jedes 2. Theaterstück und fast jede Oper unkorrekt – auch da sterben die Protagonisten um die Geschichte zu befeuern.

    Es ist ein Reflex zu glauben, dass wenn Hitler vorkommt entweder etwas sehr wichtig sein muss, oder anrüchig. Es ist weder Nazipropaganda, noch Aufklärung über den Faschismus – nur die Erwartung der Film müsse doch eins von beidem sein, wenn Hitler vorkommt, ist falsch.

    Da Mercedes ein Sponsor des Filmpreises war liegt die Vermutung nahe, dass die Filmemacher Mercedes provozieren wollten, was offenbar prächtig gelungen ist. Sicher hat man sich die Köpfe im Gremium heiß diskutiert. Damit hat der Film dann eine besondere Aufmerksamkeit erreicht. Ob er in anderer Hinsicht den Konkurrenten überlegen war kann ich nicht sagen.

  5. #5 michael
    19. September 2013

    Hätte denn das Tod von Hitler im Alter von zehn Jahren die Geschichte grundlegend geändert? Hätte es dann keine Judenverfolgung gegeben oder keinen Krieg mit Frankreich. Wäre die erste Atombombe in Deutschland entwíckelt worden?

  6. #6 Thilo
    19. September 2013

    @ michael: Sehe ich genauso. Es gibt ja den bekannten Roman “Adolf H zwei Leben” von Éric-Emmanuel Schmitt, in dem genau das behauptet wird (dass die Weltgeschichte anders verlaufen wäre), den halte ich aber für ziemlichen Käse.

  7. #7 rolak
    20. September 2013

    Nun, die Weltgeschichte wäre auf jeden Fall anders gelaufen (falls es jenes Modell von Daimler damals schon gegeben hätte), die Frage ist nur, wie sehr anders. Alternative Geschichte ist btw ein klassisches Subgenre der phantastischen Literatur.

    Allerdings wäre imho die genetisch bedingte prohylaktische Ausmerzung nur dann (ansatzweise) diskutabel, wenn eine Kausalität der Güte ‘alle mit Gen G begehen später Verbrechen V’, eine völlig irreale Grundlage.
    Läßt mich instantan an Seyfried denken…

  8. #9 Toni
    20. September 2013

    Hitler haben wir hinter uns, die nächste Katastropha (für die Welt) steht aber schon vor der Tür – leider.

    Von was Rede ich – vom Schulden-Armageddon.

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=294406

    Seid 2007 haben wir bzw. die Welt leider nurmehr die Wahl zwischen Pest und Cholera – zwischen einem defaltionärem oder hyperinflationärem Zusammenbruch der Weltwirtschaft. Die Frage ist leider nurmehr wielange sich der Tag der “Abrechnung” noch hinauszögern läßt….

  9. #10 Toni
    20. September 2013

    Dies beste Analyse im Fernsehen wer Hitler war und was er im Deutschen Volk bewirkt hat, hat übrigens in meinen Augen der Historiker Jörg Friedrich abgeliefert. Jeder seiner Redebeiträge in der Sendung ist eifnach genial (leider quasseln die anderen drei an der Sendung beteiligten auch ständig unqualifiziert mit….)

  10. #11 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com
    20. September 2013

    Von Roald Dahl gibt es übrigens eine Geschichte, bestimmt über 30 Jahre alt, da wird ein Krankenhaus im vorletzten Jahrhundert geschildert, mit einer jungen Mutter, die Angst hat ihr Kind zu verlieren. Sie hat schon Kinder verloren die klein und schwächlich auf die Welt kamen, und bald danach starben. Der Vater hat ihr darauf die Schuld gegeben und sie verdroschen bis sie blau ward.

    Sie macht sich Sorgen, das Kind würde wieder zu schwach, aber Arzt und Hebamme beschwichtigen sie – nein, das Kind sei kräftig – nicht sehr, aber kräftig genug, es wird es schon schaffen usw.

    Spärliche Hinweise (Oberösterreich, Vater Zöllner, Mädchenname der Mutter) sind zwar gestreut, aber man geht in die Falle und drückt innerlich dem Kind die Daumen. Pointe: Wie das Kind heißen soll, fragt am Ende der Arzt – Hitler, Adolf Hitler. Es ist so gemein!

    Daran habe ich zuerst denken müssen, als ich den Film sah.

  11. #12 Stefan W.
    http://demystifikation.wordpress.com/2013/09/06/freiheit-statt-angst/
    20. September 2013

    Als Konsequenz der Ideologie des historischen Materialismus habe ich erlebt, dass der Einfluss von Individuen auf die Geschichte rundweg geleugnet wurde. Alles unterläge objektiven Gesetzmäßigkeiten und das System befördere irgendwelche Hanseln als Charaktermasken an die Schalthebel der Macht.

    Richtig ist ja, dass Hitler den Antisemitismus nicht erfunden und über die Deutschen gebracht hat, aber dass es Personen gibt, die die Massen elektrisieren und andere, die es nicht tun – das läßt sich doch schlecht übersehen. Die Person alleine macht es auch nicht, sondern sie muss schon an Dinge anknüpfen, die da sind. Nach Möglichkeit Mehrheiten verschiedener Art zu einer Koalition führen.

    Die Verträge von Versailles waren für die Massen ein starkes Motiv, Antisemitismus ein anderes, Antimodernismus ein weiteres. Ohne entsprechende Leute an den Stellen bilden sich aber die Koalitionen woanders.

    Sieht man die militärische Stärke des dt. Reiches am Vorabend des 2. WK an, dann kann man sich aber auch vorstellen, dass die Versailler Verträge mit Drohungen zur Disposition gestellt worden wären.

    Bemerkenswert finde ich, dass die kolportierte Erbfeindschaft zu Frankreich nach dem Krieg so komplett verschwunden ist. Während andere Konflikte durch die Zeit entstanden scheinen (NL, GB) oder andauern (Serbien).

  12. #13 Orci
    20. September 2013

    Jacob Burckhardt hat dazu mal gesagt, dass die Geschichte es beizeiten liebe, sich in einem Mann zu verdichten, dem fürderhin die Welt gehorche.
    Und ich denke, ganz von der Hand kann man das nicht weisen, denn immerhin ist unser historisches und erst recht unser Zeitgenössisches Verständnis immer sehr eng mit konkreten Personen verknüpft und nicht nur mit abstrakten Ereignissen.

  13. #14 Hobbes
    20. September 2013

    Zur alternativen Geschichte:
    Ich weiß nicht in wie fern die Leute das Spiel hier kennen, aber die Story von Command &Conquer 2 basierte genau darauf.
    Albert Einstein entwickelte eine “Chronosphäre” reiste damit in der Zeit zurück und tötete Hitler. Als er das erledigt hatte wird zu ihm gesagt: “Sie haben es geschafft, sie haben die Zukunft gerettet”. AE: “Gerettet? Das wird sich noch zeigen!”.

    @Toni: Danke für das Video.

  14. #15 Hobbes
    20. September 2013

    Auszug aus meinem Kommentar drüben, wo es ursprünglich um die “Spinner” ging. Allerdings gehört dieser Abschnitt thematisch viel eher hier hin.

    Interessanter wird der Blick des auf das Video jedoch, wenn man nicht den Betrachter im Auge hat sondern das Auto an sich. Hier müsste ich jetzt eigentlich zum andern Mathlog Beitrag springen.
    Das Auto trifft eine rein kosequentalistische Entscheidung. Da es eine emotionslose Maschine ist, ist dies auch richtig. Bei Menschen führen rein konsequentalistische Weltbilder schnell zu einem Paradoxen Punkt an dem sich Individuen finden können. Bsp:
    Es ist für beide Seiten sinnvoll dem anderen zu vertrauen. Es ist auch für beide Seiten sinnvoll, dieses Vertrauen nie zu missbrauchen. Bis zu dem Punkt wo sich die Person sicher seien kann, dass dieser Missbrauch nie auffliegt. Wie soll man aber unter der Voraussetzung wirklich vertrauen.
    Um diese Mechanismen auszuschließen bewährte sich ja Rechtsstaatlichkeit und Gleichheit vor dem Gesetz. (Viele die sich über Bürokratie beschweren, verstehen ja nie das die Emotionslosigkeit gerade ihr Vorteil und nicht ihr Problem ist.) Es gibt einfach Situationen in denen Pragmatismus erforderlich ist. Wenn diese Situationen allen bekannt sind entsteht wieder die Möglichkeit in diesem Rahmen zu vertrauen. Diese Situationen von einer Maschine beurteilen zu lassen wäre dann der nächste Schritt, da sie ja zuverlässiger arbeitet. Aber ist der auch wünschenswert? Ist nicht die Illusion der Kontrolle so beruhigend, dass man am Ende immer einen Menschen sitzen haben will? Die erste Frage der Youtube Erklärung halte ich für typisch Künstler (sorry) aber die anderen beiden sind sehr interessant, eben weil sie von etwas begangen werden was keinen freien Willen hat aber in der Lage ist auf komplexe Zusammenhänge zu reagieren.

  15. #16 Hobbes
    20. September 2013

    @Stefan W.
    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Menschen auf das aktuelle Geschichtsgeschehen einen sehr geringen Einfluss haben. Ohne Hitler wäre es ähnlich gelaufen. Nur evtl. 20 Jahre später. Was jedoch einen Massiven Einfluss auf die Geschichte hätte.
    Die Atombombe wäre mitten innerhalb des Krieges entwickelt worden und nicht erst am Ende. Russland hätte ohne den äußeren Feind ganz andere innenpolitische Entwicklungen Vollzogen. Deutschland selbst wäre unmöglich gewesen vorher zu sagen.
    Sicher ist nur, es wäre irgendwann zu einem Weltkrieg gekommen.
    Aber! Auch wenn die Geschichtsschreibung bis dahin ähnlich bleibt, haben die nicht all zu großen Änderungen der Gegenwart eine immense Auswirkung auf die Zukunft.

  16. #17 Earonn
    21. September 2013

    Ich finde ja auch die Frage des Films – ob nun so gewollt gestellt oder nicht – ab wann denn die Tötung eines Menschen ‘gut’ ist, sehr interessant.
    Bzw., dass es hier um einen Menschen geht, den die meisten wirklich nur ablehnen (der Film hätte mit Stalin, Josef Fritzl etc. vermutlich auch funktioniert).

    Ich finde, er stößt uns mit der Nase darauf, wie schnell wir von unseren bewussten ethischen Grundsätzen abweichen, wenn das Opfer der Ungerechtigkeit nur unserem Feindbild entspricht.
    Oder meinetwegen auch, wie sehr wir auf billige schwarz-weiß-Lösungen reinfallen. Kein Hitler = kein 3. Reicht, Weltkrieg, Vergasungen? Ehrlich, ist es so einfach? Haben wir nicht alle in der Schule die Faktoren gelernt, die da mit reinspielten (und die weiter oben ja schon genannt wurden)?

    Auch das hier finde ich interessant: wie kann ich über den Witz schmunzeln, und gleichzeitig die Ethik der Aussage ablehnen? (Wie kann ich als Epileptikern über Epi-Witze, als Frau über Blondinenwitze etc. lachen – zumindest über einige?)
    Ist doch eigentlich komisch, dass wir unsere Überzeugungen so ausblenden können, oder?

  17. #18 Joseph Kuhn
    21. September 2013

    @ Hobbes:

    “Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Menschen auf das aktuelle Geschichtsgeschehen einen sehr geringen Einfluss haben.”

    Aber wer macht dann die Geschichte? Einen “Weltgeist” gibt es ja nicht.

  18. #19 Earonn
    21. September 2013

    @Josef
    Die Geschichte könnte ein Ausdruck psychologischer Strömungen sein, die einfach ihre Kondensationskerne in bestimmten Menschen finden.
    Vielleicht so, wie unser Liebesbedürfnis seinen Kondensationskern in dem Menschen findet, den wir lieben. Die wenigsten von uns lieben nur einmal. Das heißt nicht, dass unsere Liebsten beliebig ersetzbar sind, nur dass die ‘Schablone’ für “Mensch, den Earonn lieben kann” nicht auf 1/Achtmilliardstel genau ist.
    Ähnlich könnte ja auch die Schablone für “Massenführer” mehrere verschiedene Menschen zulassen, so dass Klein-Hitler zu töten nur zu einem “Führer Michael Müller” geführt hätte.

    Wir können uns bei jedem Massenphänomen fragen, ob nur diese eine Sache (Harry Potter, Katzenmeme, Apple Computer) es hätte auslösen können. Hat die Welt wirklich auf die Beatles (genau so und nicht anders) gewartet – oder hat ihre Musik nur bis dahin unbewusste Bedürfnisse zu 90% erfüllt? Könnte ein einzelner, total charismatischer Mensch uns alle dazu bringen, einem katzenopfernden Kult beizutreten?
    (Bei letzterem bin ich mir nicht sicher, da ein überaus charismatischer Kater es ohne weiteres geschafft hat, dass ich einem Dosenfutter-opfernden Kult beitrete …ahem… ^^ )

  19. #20 Toni
    21. September 2013

    Der Redebeitrag von Jörg Friedrich im verlinkten philosophischen Quartell ist äußerst wichtig, weil hier klar zum Ausdruck kommt, daß zwischen Volk und Führer nicht nur ein faustischer/teuflischer Pakt bestanden hat sondern sich auch die mörderische, destruktive = böse Energie des Regimes längst in der Volksseele aufgelöst hatte wie eine Tablette (um die Worte von Friedrich zu benutzen).

    Hitler war zweifellos der größte Verführer aller Zeiten.
    Erstaunlich bei der ganzen Geschichte ist auch, daß es ihm überhaupt gelungen ist so mächtig zu werden.

    Ich zitiere dazu ein paar Passagen aus dem im Anschluß verlinkten “Europa das kommende 8. Reich des Drachen” in dem auch Hitler und das Naziregime als sog. 7. Reich des Drachens abgehandelt werden (und zwar Punkt a und c der Punkte, die dort als Merkmale Hitlers genannt werden und in den Augen des Betrachters im Buch Daniel/Bibel prophetisch beschrieben sind :

    a) Hitler nannte sich selbst den “größten Magier aller Zeiten”. Es waren ausgesprochen okkulte politische Kräfte, die bei seiner Machtübernahme im Jahre 1933 durchgebrochen waren. Der frühere Senatspräsident von Danzig, Hermann Rauschning, bestätigte in seinem Buch “Gespräche mit Hitler”, dass Hitler unter einem starken dämonischen, okkulten Einfluss gestanden habe. Selbst Gebildete hätten damals erklärt, ‘der Führer ist ein Halbgott’. Das weithin vom reformatorischen Bekenntnis abgefallene Deutschland fiel dem zu Füßen, von dem es vorher in der behördlichen Kartei geheißen hatte: “Asozialer, Arbeitsscheuer”. Hitler hatte es im Kriege nur bis zum Gefreiten gebracht. Er besaß keine natürlichen Führungsqualitäten, wie Rauschning in dem genannten Buch in aufschlussreicher Weise darstellt. Als der Adjutant von Hitlers Einheit ihn 1923 in München reden hörte, meinte er, einen ganz anderen Menschen vor sich zu haben. Hitlers Erwählung war durchgebrochen. “Und der Drache gab ihm seine Kraft” (Offb 13,1). Hermann Rauschning schreibt als Zeitzeuge, dass Hitler ‘trunken vom Größenwahn’ gewesen sei und ‘nicht bloß der Parteiführung, sondern auch seinen konservativen Gegnern und der Reichswehrführung an Einsicht und Weitsicht sehr überlegen war’.

    c) Der Hitlergruß bedeutete, dass in Hitler das Heil liege. Das war offenkundige Auflehnung gegen den Fürsten aller Fürsten, den Sohn Gottes.

    http://www.bibelbund.de/htm/2000-3-217.htm

    Gruß

  20. #21 Joseph Kuhn
    21. September 2013

    @ Earonn:

    Was sollen denn “psychologische Strömungen” sein, die ein Eigenleben haben und dann “ihre Kondensationskerne in bestimmten Menschen finden”? Wovon werden solche “psychologischen Strömungen” getragen, wenn sie gerade keine “Kondensationskerne in bestimmten Menschen” haben? Das klingt doch sehr nach Weltgeisterseherei.

  21. #22 Toni
    21. September 2013

    @ Toni

    Mein Vater stammt aus einer sehr katholischen Bauernfamilie. Obwohl dort keiner gebildet war und mein Vater später nur Hilfsarbeiter wurde, waren sie alle von Beginn an gegen das Hitlerregime, weil ihnen klar war, daß dieses Regime zum einen Böse und zum anderen gegen die Kirche war. Eine Tante ging dabei sogar sowei, daß zwei an der Ostfront (Kaukasus) gefallenen Brüdern meines Vaters schrieb, “sie sollten in die andere Richtung” schiessen.

    Es gibt viele Menschen die im Hitlerregime sehr bald das abgrundtief Böse und im Führer eine Marionette Satans erkannten. Einer davon ist Franz Jägerstädter, Katholik, der erst vor wenigen Jahren von der Kath. Kirche (der ich eigentlich eher ablehnend gegenüberstehe; tut hier aber nichts zur Sache) seelig gesprochen wurde.

    Jägerstädter, ein einfacher junger Bauer mit Familie und bereits mehreren Kindern, brachte sein Bibelstudium dazu, daß er im Hitlerregime immer mehr das Böse und absolut falsche erkannte. Im Laufe der Zeit begriff er, daß er mit seiner Einsicht/Erkenntnis für dieses böse Regime niemals die Waffe in die Hand nehmen dürfte, ohne das ewige Seelenheil zu verlieren. Er verweigerte daher seinen Einberufungsbescheid. Obwohl Ortspfarrer, Bischof, höschte Vorgesetzte im Militär bis hin zum Volksgerichtshof, die alle von ihm und seiner Analyse der weltpolitischen Lage beeindruckt waren, ihn umzustimmen versuchten, blieb er am Schluß bei seiner ablehnenden Haltung, die ihm die Erschießung in Berlin einbrachte und seine Frau und die Kinder als Waise zurück ließ.

    Mit dazu beigetragen hatte auch eine nächtliche Vision:

    Jägerstätter sah sich auf einem Bahnsteig einer mittelgroßen deutschen Stadt. Die ganze Bevölkerung war dort zu abertausenden zusammengelaufen und wartete auf die Einfahrt eines Zuges. Es herrschte ausgelassene Volksfeststimmung. Dann fuhr der über und über mit Girlanden und Naziemblemen geschmückte Zug ein. Gleichzeitig wurde während der Einfahrt permanent über Lautsprecher verkündet “dieser Zug fährt in die Hölle”. Davon aber ließen sich die Menschenmassen nicht abhalten und drängelten und prügelten sich darum in diesen Zug, der am Schluß völlig überfüllt war, hinein zu kommen.

    Friedrich gibt Jägerstätter recht, daß dies die Stimmung in weiten Teilen der Bevölkerung damals war.

  22. #23 Toni
    21. September 2013

    Abschlußstatment:

    Ich denke das viele hier glauben in der Abwendung von der Religion liege das künftige Heil der Menschheit und wir müßten daher unsere Kinder streng atheistisch erziehen.

    Mit Hinblick auf Hitler halte ich das für brandgefährlich, zumal sich auch heute wieder die Zeiten ähneln….

    Auch wir Leben wieder in Zeiten einer Weltwirtschaftskrise, deren Höhepunkt noch vor uns liegt (aktuell läuft nur Vorgeplänkel).

    Wer den Menschen in einer solchen Situation die religiösen Bindungen kappt bzw. das religiöse Fundament entzieht,, macht sie erneut anfällig für alle möglichen ideologischen “Heilsbringer”, die noch kommen werden, wenn sich die Lage erst richtig zuspitzt.

    Und wie soll der atheistische Mensch dann in harten Zeiten “ruhig und ausgeglichen bleiben”, wenn er doch nur das eine (paradisische) Leben im hier und jetzt hat und kennt und ihm das dann evtl. nichtmehr zur Verfügung steht bzw. genommen wird!?

  23. #24 Stefan
    Wien
    21. September 2013

    Der Film ist natürlich provokativ. Eine Maschine tötet ein Kind zum Wohl eder Menschheit. Diese Überlegung setzt auch vorraus, dass das Schicksal eines Menschen, mehr noch: die Geschichte der Welt sei hervorbestimmt. Viele könnte man dagegen schreiben. Ganze Bücher über die philosophische Beweggründe des Videos und die Gegenargumente.

    Aber warum regt gerade dieser Spt so auf? Die Tötung des jungen Hitlers?

    Wir, die Medien lassen mehr oder weniger jeden Tag hunderte Kinder sterben, schauen dabei zu, ignorieren es oder erheben nur leichten Protest dagegen.

    Sudan mit seinen 600.000 Toten in den letzten Jahren. Nichts wird dagegen getan, weil klar wäre, dass Russland und vor allem China ihr Veto einlegen würden. Dort liegen Chinas Ölreserven (das kümmert aber nicht die Leute, die der USA unterstellen nur wegen Öl Kriege zu führen) – ein Veto in der UN wäre sicher. Aber im Gegensatz zu Syrien ist das Thema Sudan auch dem Westen nciht wichtig genug, ansonsten würde man zumindestens auch vom Sudan mehr lesen.

    Ds Hungerproblem in Teilen Afrika würde sich mit Millionen Euro-Beträgen lösen, dafür brauchts keine Milliarden Euro. Interessiert niemanden. Ja, persönlicher Betroffenheitsbeitrag über Spenden Einzelner, das ist alles. Aber an einer wirklichen Lösung ist niemand interessiert, wäre sonst im Wahlprogramm drinnen und Thema im Wahlkampf. Aber die Bevölkerung interessiert sich lieber für Gschichtln aus den 80ern.
    Kein Wunder, Afrika könnte sich selbst versorgen, aber profitabler ist es für die Grundbesitzer der gar nichtmal so unfruchtbaren Felder Nahrung für Europa zu produzieren. Keine Grundnahrungsmitteln, sondern Nahrungsmitteln die für Chips und dergleichen verwendet wird.

    Jetzt will ich da nicht auf großem Moralapostel machen, auch ich, als Europäer aus der Mittelschicht, profitiere davon so wie die Welt ist. Verzicht üb ich auch nur ungern, Gedanken amch ich mir gerne über die Probleme, aber mit dem Tun scheiterts noch. Aber mich erstaunt immer wieder, wie so ein Spot aufregen kann, während zeitgleich durch unser Handeln, die Art wie wir leben, die Art wie wir priviligiert sind, im Vergleich zu 90 % der Weltbevölkerung, vieles in der Welt falsch läuft. EIne offene Diskussion darüber, wie wir tatsächlich eine gerechtere Welt schaffen könnten (wir sind die Industriestaaten, wir haben Demokratie, es sind wir die Druck ausüben können), ist meiner Meinung nach soinnvoller, als über die Moral eines fiktiv getöteten Klein-Adolf zu reden.

  24. #25 Stefan
    21. September 2013

    @Toni: Kleine Geschichtstunde: Der Vernichtungsantisemitismus der Nazis war eine direkte Folge des sogenannten “modernen Antisemitismus”, der den Antisemitismus “nationalisierte”. Judenwurden als ein “Gegenvolk” dargestellt. Der Vernichtungsantisemitismus war die Biologisiserung des nationalistisch geprägten modernen Antisemitismus, aus “Gegenvolk” wurde die “Gegenrasse”.

    Der moderne Antisemitismus war eine direkte Folge des christlichen Antisemitismus. So verwundert es nicht, dass man Argumentationslinien des christlichen Antisemitismus sowohl im modernen als auch im Vernichtungsanisemitismus wiederfindet und auch im sogenannten “Antisemitismus nach 45”.

    Vergleiche hier das entstehen des christlichen Antisemitismus, etwa 900 n.u.Z (davor war es eher ein klösterlicher Antisemitismus, Juden hatten bis dahin relativ viele Freiheiten, durften sogar Waffen tragen und es gibt Belege wo ganze Dörfer zum Judentum welchselten, in Europa). Die Kirche übernahm etwa zu diesem Zeitpunkt heidnische Feste und gestaltete sie um. Gegner waren aber keine heidnischen Götter, sondern die Juden. So wurde der Kampf des Lichts gegen die Dunkelheit im Frühjahr, zu einem Kampf zwischen der Kirche und der “Satanssynagoge”. Das Judentum wurde zu einer “Gegenreligion”, vgl. “Gegenvolk” und “Gegenrasse”.

    Der Vernichtungsantisemitismus wäre ohne christlichen Antisemitismus nicht erklärbar. Und viele Nazis waren überzeugte Anhänger des christlichen Galubens – weit mehr als sie das Christentum ablehnten. Faschistische Bewegungen haben sehr viele religöse Elemente. Vgl. Mussolinie, vgl. Austrofaschismus.

    Religion schützt nicht vor Extremismus, sie selbst kann Teil des Extremismus werden oder selbst eine extremistische Strömung werden.

  25. #26 Toni
    21. September 2013

    @ Kleine Geschichtsstunde zurück:

    1. Hitler und das Natzi-Regime waren nicht nur gegen das Judentum sondern natürlich auch gegen das Christentum. Erst sollten die Juden vernichtet und anschließend in einem lfr. Folgeprozess das Christentum gänzlich aus der Gesellschaft ausgemerzt werden (provokant formuliert; die Nazis hielten vom Gott des “Hirtenvolkes” genausowenig wie viele moderne Atheisten / Naturwissenschaftler heute)

    2. Für mich ist der Nationalsozialismus und der Kommunismus vielmehr aus dem Sozialdarwinismus abgeleitet/eine direkte Folge davon. An die Stelle von Gott tratt Selektion und natürliche Auslese, daß ganze natürlich ohne eine Verantwortung des Menschen vor Gott (deshalb funktionierten ja z.B. auch die Gaskammern so gut und fanden sich immer genügend Menschen, die diese betrieben…).

    3. Hitler instrumentalisierte lediglich den im Volk latent verbreiteten Antijudaismus für seine Zwecke

    4. Ich glaube Einstein war es doch der sagte: “Halte die Dinge einfach”…..

    Für mich war schon als Kind klar, daß mit der Lehre Jesu gewalttätiger Antismetismus/Antijudaismus völlig unmöglich/vereinbar ist (mal ganz unabhängig davon, daß ja alle ersten Anhänger des Christentums selber Juden waren) und auch in den Evangelien und dem Neuen Testament sich keine Legitimation für Gewalt ggü Juden findet (daß sich dort ein paar Stellen finden, welche das Verhalten der Juden nicht gerade Vorteilhaft darstellen, ist dem Umstand geschuldet, daß Jesus nunmal auf Drängen der damaligen jüdischen Eliten umgebracht wurde und es im 1. Jhr. die Juden waren, welche das Urchristentum bis aufs Blut verfolgten und wieder auszurotten suchten)..

    5. Das es in der Volkskirche bzw. im Papsttum bzw. gewissen Strömungen der Kirche Anti-Judaismus gab ist gleichzeitig nicht zu leugnen. Nur waren/sind das dann für mich keine Christen mehr – insbesondere wenn diese zur Gewalt ggü. Juden aufgerufen haben sollten, was nunmal bis in alle Ewigkeit mit der Lehre Jesu unvereinbar bleibt.

    6. Fazit:
    Es ist viel zu simpel für den Antisemetismus nur eine Ursache benennen zu wollen. Die Judenverfolgung/den Antisemetismus gab es schließlich zu allen Zeiten, in allen Völkern und allen Weltanschauungen zu denen bzw. in denen Juden lebten. Auch heute noch sind schließlich Links-, Rechts- u. Islamofaschisten sowie viele andere gesellschaftliche Gruppen im Antisemetismus bzw. Antizionismus geeint. Vielleicht könnte die rationalste Erklärung dafür wiedermal die Bibel haben, welche erklärt, daß sich hinter all dem der Hass der Welt auf ihn selber manifestiert bzw. Satan es ist , der seinem Volk seit der Erwählung nach dem Leben trachtet.

    Gruß

  26. #27 Thilo
    22. September 2013

    @ Toni

    Zu 4.: Das Einstein-Zitat vollständig:

    “Man muß die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.”

  27. #28 Bloody Mary
    22. September 2013

    Ja, das Einstein-Zitat kommentiert die Qualität von Tonis Aussführungen ganz gut.

    @Toni
    Nicht nur die Anhänger von Jesus waren Juden, auch der Messias selbst. Was sollte daraus folgen, außer der Erkenntnis, dass die 3 monotheistischen Religionen nicht unabhängig von einander entstanden sind, und das Judentum als erstes da war?

    Auch das verlogene Geseier, dass es christlich motivierten und befeuerten Antisemitismus nicht gebe (=> das sind dann keine RICHTIGEN Christen) kommt mir langsam zu den Ohren raus. Das Gegenteil ist der Fall, und der Toni weiss das auch. Aber wozu alles sagen, was man weiss?

    Und was Hitler betrifft, der war ein kirchentreuer Katholik, der für die Kirche das Einziehen der Kirchensteuer staatlicherseits eingeführt hat und auch sonst immer gerne behilflich war. Seiner Ideologie kann man die innige Verbundenheit ebenfalls entnehmen. Und deswegen hat sich auch nach seinem Suizid (Todsünde!) im Führerbunker bis zum heutigen Tage niemals ein Kirchenfürst von diesem Massenmörder distanziert.

    Stattdessen begannen sie lieber, nach dem Krieg die “rat lines” für Nazigrößen einzurichten, damit die vor den Alliierten fliehen konnten. Ein bißchen Nächstenliebe muss schon sein.

  28. #29 Toni
    22. September 2013

    @ Bloody Mary

    1. Im AT existiert das Gebot “Du sollst nicht morden”; Jesus erklärte “Wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert umkommen” und ferner “liebt nicht nur Gott und euren Nächsten sondern auch eure Feinde” (all das schließt logischerweise auch Juden mit ein).

    Wer Gott, seinen Nächsten und seine Feinde liebt, will ihnen nichts böses, hält andere Meinungen aus, verleumdet niemanden, wendet gegen Gegner keine Gewalt an und umbringen tut er sie schon gar nicht.

    Wer gegen all das verstösst kann sich schimpfen was er will, er ist dann kein echter Christ mehr sondern in Wahrheit ein Antichrist. Punkt.

    2. Hitler war nicht nur böse sondern auch raffiniert und er kannte sein Volk. Er wußte, daß er zumindest anfänglich die Kirche nicht vollkommen vor den Kopf stossen konnte/durfte und versuchte sie daher mit dem Konkordat an den Staat zu binden bzw. zu Loyalität ggü. ihm zu bewegen. Hinzu kommt noch was anderes. Der Kommunismus war damals der offensichtlichste Feind des Christentums und hatte bereits begonnen die russisch-orthodoxe Kirche und deren Priester auszurotten. Die begründete Angst der Christen vor dem feindlichen Kommunismus in Russland nutzte Hitler aus, in dem er sie auf seine Seite ggü. dem gemeinsamen Feind – Kommunismus – zu ziehen suchte.

    3. Hitler war nicht aus Überzeugung Katholik sondern aus Kalkül – mit Rücksicht auf sein Volk (innerlich lehnte er das Christentum völlig ab und hegte zusammen mit Himmler große Sympathien für den Islam; das ist bestens bezeugt und wird auch von Historikern heutzutage so gesehen).

    4. Das die Amtskirchen bzw, deren hohen “Würdenträger” im Umgang mit Hitler trotzdem versagt haben ist klar (auch wenn man ihnen zu gute halten muß, daß sie damals in der Umklammerung von zwei Todfeinen – Kommunismus und Nationalsozialismus befanden). Gleichzeitig muß festgehalten werden, daß unter den Nazis auch tausende von Priestern und Nonnen im KZ umkamen und im Volk jedem klar war, daß echte Nazis keine Kirchgänger sind….

    5. Aus der Verlinkung hier wird auch klar, daß man im Vatikan zumindest wußte das man es in Hitler mit einer Ausgeburt der Hölle zu tun hatte……

    http://www.spiegel.de/panorama/der-exorzist-wie-papst-pius-hitler-den-teufel-austreiben-wollte-a-137740.html

  29. #30 Toni
    22. September 2013

    @ Bloody Mary

    Im übrigen gilt, die Korumpierbarkeit von Kirchenfürsten durch die Mächtigen ist auch heute wieder ein Problem.

    In meinen Augen haben wir auch heute wieder einen Filz von Politikern und Kirchenfürsten, die aufeinander Rücksicht nehmen. “Der Laden” bzw. die Führung der EKD ist in meinen Augen sogar längst völlig vom Zeitgeist unterwandert und nurmehr ein Anhängsel von “Rot-Grün” (wird ja sogar von Politikern aus diesem Bereich dominiert).

    Heutzutage kommt noch ein mächtiger Druck von den Medien mit dazu, daß sich die Kirchen für z.B. die “Multi-Kulti-Ideologie” ect. aussprechen sollen / müssen.

    Es gehört schon mächtig Rückrat dazu, wenn heute noch Kirchenvordere gegen den Zeitgeist aufzutreten wagen – da das Mittel/Damoklesschwert der medialen Hinrichtung ständig über einem schwebt.

    Aus diesen Gründen und noch vielen mehr fühle ich mich mehr zu Freikirchen hingezogen und scheint mir nurmehr durch sie das Überleben des Christentums in Europa möglich/gesichert.

  30. #31 Bloody Mary
    22. September 2013

    @Toni
    Hitler, der alte Islamist, war nicht nur böse sondern auch raffiniert.

    Das klingt ja gar nicht gut, was Sie mir da erzählen. Was meinen Sie, tat die Luxuskarosse im Werbefilmchen moralisch gut daran, Klein-Adolf in Hakenkreuzform darnieder zu werfen auf dem Dorfanger in Braunau?

  31. #32 Toni
    22. September 2013

    @ Bloody Mary

    Sehr gute Frage.

    Ich las sie hiermal einen christlichen Major und dessen Beichtvater (einer von 4000 ermordeten Priester durch das NS-Regime) vor dem Volksgerichtshof beantworten:

    http://www.youtube.com/watch?v=R-AlocjQ3js

    Und hier ab 1:36:37 noch ein Vorbildlicher Mensch im Angesicht des Bösen:

    http://www.youtube.com/watch?v=iQfW6hHWWuM

    Die Frage die ich mir Stelle ist bloß, was würden eigentlich atheistische Naturwissenschaftler in so einer Situation tun bzw. Antworten für die es ja weder gut noch böse gibt!?

    Gruß

  32. #33 Stefan
    22. September 2013

    @Toni: “Hitler und das Natzi-Regime waren nicht nur gegen das Judentum sondern natürlich auch gegen das Christentum.”

    Das ist schlicht falsch. Es gab heidische Nazis, auch ind er Führungsspitze, es gab aber auch sehr hochrangige christliche Nazis. Die Nähe der Kirche zum Nationalsozialismus war derart hoch, dass sich eine verschwindend geringe Widerstandsbewegung innerhalb der Kirche sich dagegen wehrte, die sogenannte “Bekennende Kirche”.

    Und nein, Antisemitismus entstand mit der christlichen bewegung. Davor war es eine sogennnte “Judenfeindschaft” – die unterschied sich zum Antisemitismus dahingehend, dass Juden nicht die Hauptbetroffenen von Verfolgung waren. Viele Völker wurden von anderen Völkern unterdrückt. Das Christentum machte die Juden zu Gottesmördern, damit wurden sie allmächtig, undurchschaubar und waren die Gegenthese zu Gott, ja quasi zu allen Guten. Das Christentum legte den Grundstein dafür – hier ist sich die Fachliteratur einig.

    Zu ihrem übrigen Geschreibsel spar ich mir Kommentare. KOmmunismus und nationalsozialismus gleichzusetzen ist schon ein starkes Stück. Stalin & Co ging es um Machterhalt, wie vielen zuvor und danach. Die Größenordnung war vielleicht anders. Die Nazis vernichteten aus biologistisch-rassistischen Motiven, sie wollten ausrotten. Von solchen Gedanken war selbst ein Stalin weit entfernt.

    Die Ideologie des Stalinismus lehnte die Evolutionstheorie nach Darwin ab, vgl Trofim Denissowitsch Lyssenko und seine Agrarforschungen in den USA, die zu einer großen Hungersnot führte.

    Und das Jesus angeblich von der jüdischen Elite ermordet wurde, gibt nur wieder die antisemitsiche Theorie wieder, dass die Juden Gott ermordet hätten – ich frage zurück: Welcher Jesus? Heutige Forschung, die nicht von Kirchen abhängig ist, also säluläre Forschung zu diesem Thema, gehen eher von einem Konstrukt Jesus, einem Endergebnis mehrerer wirkender Religionsführer aus dieser Zeit. Die Existenz eines Jesus ist alles andere als gesichert und damit auch die Todesursache. Sie geben hier nur wieder Berichte wieder, die möglicherweise real, möglicherweise fiktiv waren, aber auf jeden Fall schon als Opposition zum Judentum geschrieben wurden. Wenn sie das ernst nehmen, dann sorry bringt auch eine weitere Diskussion herzlichst wenig. Beweisen sie mir mal die Existenz einer Person Jesus.

  33. #34 Michel
    22. September 2013

    Wenn alle gläubigen Christen sich gegen die hitlers gestellt hätten, hatte es A.H. nicht als Führer Deutschlands gegeben. Ich bewundere alle, die ihre Gegnerschaft zum Naziregime mit dem Leben bezahl haben. Leider standen sie ziemlich alleine da.
    Den Film find ich gut. Die Macher (Studenten) hatten offensichtlich einen besonderen Werbefilm im Sinn, nicht mehr. hitler umzubringen find ich nicht schlimm und dem Darsteller ist ja nicht wirklich was passiert 🙂

  34. #35 Toni
    22. September 2013

    @ Stefan

    “Stalin & Co ging es um Machterhalt, wie vielen zuvor und danach. Die Größenordnung war vielleicht anders. Die Nazis vernichteten aus biologistisch-rassistischen Motiven, sie wollten ausrotten. Von solchen Gedanken war selbst ein Stalin weit entfernt.”

    Unsinn, den Kommunisten ging es um Weltrevolution und die Errichtung eines “atheistischen Paradies auf Erden”. Dazu waren ihnen alle Mittel recht. Die orthodoxe Kirche gibt an, dass zwischen 1917 und 1940 allein 120.000 Priester, Mönche, Nonnen und kirchliche Mitarbeiter verhaftet wurden; davon wurden 96.000 erschossen. Ende der dreißiger Jahre war weniger als ein Dutzend Kirchen noch offiziell geöffnet! WEnn das kein Ausrottungs- u. Vernichtungsfeldzug war was dann? Darüberhinaus soll der Kommunismus wohl für doppelt soviele Totenschädel verantwortlich sein wie der Nationalsozialismus.

    Und wenn sie ansatzweise begreifen wollen was Darwinismus mit dem Kommunismus zu tun hat, dann sollten sie mal z.B. das hier lesen:

    http://de.internationalism.org/IKSonline2009_darwinarbeiterbewegung

  35. #36 Toni
    22. September 2013

    ““Hitler und das Natzi-Regime waren nicht nur gegen das Judentum sondern natürlich auch gegen das Christentum.”
    Das ist schlicht falsch.”

    Lesen wir einfach was dazu selbst auf Wikipedia steht:

    “Eine gezielte Vernichtung des Christentums plante das NS-Regime offiziell nicht, wahrscheinlich aber eine reichsweite Auflösung kirchlicher Strukturen und allmähliche Ersetzung durch eine germanisch-nordische Volksreligion für die Zeit nach dem Krieg. Darauf deuten Aussagen von Heinrich Himmler und Reinhard Heydrich, deren SS-Angehörige meist zur Gruppe der „Gottgläubigen“ gehörten, und das Vorgehen im Warthegau. Hitler selbst hielt zwar nach außen hin zu Alfred Rosenberg und dem antichristlichen Parteiflügel Distanz und stellte sich als über den Konfessionen stehend dar; privat äußerte er seit Kriegsbeginn jedoch öfter seine Abneigung gegen den „jüdischen Geist“ des Christentums, dessen „Entjudung“ dringend notwendig sei.

    Der Holocaust galt dem gesamten Judentum als Volk wie als Religion; erst seit 1945 erkannten Christen nach und nach, dass dieser Ausrottungsversuch indirekt auch ihrem Glauben gegolten hatte, der das Judentum als Wurzel und als „ältere Brüder“ ansieht. Damit stellt dieser Zivilisationsbruch das ganze abendländische Christentum in seiner seit der Konstantinischen Wende herrschenden Gestalt in Frage. So sagte der überlebende Auschwitzhäftling Elie Wiesel:[17]

    „Der nachdenkliche Christ weiß, dass in Auschwitz nicht das jüdische Volk, sondern das Christentum gestorben ist.“

    Schlußanmerkung dazu von mir:
    Die nationalsozialistische Ideologie ist für mich in allen Belangen mit dem Christentum unvereinbar und war es natürlich auch schon damals.

  36. #37 Toni
    22. September 2013

    @ Stefan

    “Das Christentum legte den Grundstein dafür – hier ist sich die Fachliteratur einig”

    Wenn schon dann legte eine falsche Theologie bzw. falsche Ansichten von innerkirchlichen Strömmungen / Gruppen ect. den Grundstein dafür.

    Klar ist, daß Antisemetismus aus der Hl. Schrift / dem NT nicht ableitbar ist und schon Paulus selbst z.B. im Römerbrief Kapitel 9 – 11 solche falschen Schlüsse bekämpft und klarstellt das Gott sein Volk = die Juden/israel nicht verworfen hat!

    Das sich allemöglichen (atheistischen) “Fachleute” in allem möglichen Unsinn “einig” sein können, kann darüber nicht hinwegtäuschen.

    Ich kenne das NT und ich kenne die paulinischen Schriften. Antisemetismus enthalten sie nur für denjenigen, der ihn künstlich hineinlesen will bzw. der “zu blöde ist zu kapieren”, daß im 1. Jhr. die Juden die Christen verfolgten und es nunmal die jüdischen Eliten damals waren, die genauso wie die Römer “gute Gründe” für die Tötung Jesu hatten (in die Oppositionsrolle wurden die Urchristen insofern vom damaligen Judentum gedrängt und das auf Basis von blutiger, realer Verfolgung).

    Und auf ihr “unsinniges Geschreibsel” wonach Jesus keine historische Person gewesen wäre, brauche ich nicht weiter einzugehen, weil in diesem Fall die Mehrheit der “Fachleute” (der Konsens) auf meiner Seite steht und solche Annahmen für unhaltbar hält…..

    Notfalls verlinke ich aber auch gerne noch einen Überblick, welche Tatsachen für die Historizität Jesu sprechen, so daß heutzutage kein ernsthafter Althistoriker mehr davon ausgeht, daß Jesus nicht existiert hätte.

  37. #38 Toni
    22. September 2013

    @ Stefan

    Im übrigen berichtet schon das AT-Buch Ester der Bibel über einen Genozid-Versuch speziell am jüdischen Volk im damaligen Perserreich (5. Jhr. v. Chr.), also lange bevor der christliche Antisemetismus überhaupt aufkommen konnte….

    Und nochwas – in den islamischen Hadithen steht, daß der Jüngste Tag erst kommen würde, wenn die Muslime die Juden bekämpfen würden:

    2Der Prophet(s.a.s.) sagte, daß die Stunde nicht kommen wird, bis die Muslime die Juden bekämpfen und umbringen; bis der Jude sich hinter dem Stein und Baum versteckt und der Stein und der Baum sagen wird: Oh, du Muslim, oh, du Diener Allahs, dies ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, komm und bring ihn um!”

    Quelle z.B.
    http://muslimwelt.wordpress.com/2007/12/30/%E2%80%9Edie-stunde-wird-nicht-kommen-bis-die-muslime-die-juden-bekampfen%E2%80%A6%E2%80%9C/

    Ist das etwa kein vom Christentum unabhängiger Antisemetismus?

  38. #39 Bloody Mary
    22. September 2013

    @Toni
    Sie geben ja gerne einfache Antworten auf komplexe Fragen. Aber gar keine (auf meine Frage aus #31)?

    Ein einfaches “Trust me, I’m lying” und ein paar hingeworfene Links, das reicht mir nicht.

  39. #40 Michel
    22. September 2013

    Hitler, soweit man das aus diversen Dokus weiß, hat sich durchaus auf einer göttlichen Mission gewähnt. Und sein Gott war der christengott. Der germanische Unsinn war die Sache von himmler und wenigen anderen. Wer darauf besteht, dass seine Religion gut ist, soll es selbst vorleben. Geschichten von vor 2000 Jahren sind verjährt.

  40. #41 Thilo
    22. September 2013

    @Michel: “Der germanische Unsinn war die Sache von himmler und wenigen anderen”

    Wobei diese “wenigen anderen” (aka SS) natürlich so etwas wie die (nicht nur selbsternannte) Intellektuelle Elite der Bewegung waren. Aber das wäre ein anderes (wenn auch sehr interessantes) Thema.

  41. #42 Stefan Wehmeier
    26. September 2013

    “Ihr habt gehört, dass gesagt ist: “Auge um Auge, Zahn um Zahn.” Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.”

    Jesus von Nazareth

    “Man sagt es harmlos, wie man Selbstverständlichkeiten auszusprechen pflegt, dass der Besitz der Produktionsmittel dem Kapitalisten bei den Lohnverhandlungen den Arbeitern gegenüber unter allen Umständen ein Übergewicht verschaffen muss, dessen Ausdruck eben der Mehrwert oder Kapitalzins ist und immer sein wird. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, dass das heute auf Seiten des Besitzes liegende Übergewicht einfach dadurch auf die Besitzlosen (Arbeiter) übergehen kann, dass man den Besitzenden neben jedes Haus, jede Fabrik noch ein Haus, noch eine Fabrik baut.”

    Silvio Gesell

    “The greatest tragedy in mankind’s entire history may be the hijacking of morality by religion.”

    Arthur C. Clarke

    Die Aussagen von wahren Genies bleiben für gewöhnliche Menschen unverständlich, und selbst den Gelehrten und ernsthaften Studenten können sie nur mit Mühe sinnhaftig werden.

    http://www.deweles.de/willkommen/apokalypse.html

  42. #43 Stefan
    Aachen
    28. September 2013

    Hätte ein allwissender, allmächtiger, wohlwollender Gott nicht den fiktiven Eingriff des Sechszylinders überflüssig und aus Adolf eine potentiell viel ungefährlichere Adolfine machen müssen? Oder in meinem als Kind qualvoll gestorbenen Bruder eine entartete Zelle unauffällig absterben lassen können?
    Für mich der Beweis für die Nichtexistenz oder Nichtanbetungswürdigkeit eines höheren Wesens.

  43. #44 Statistiker
    29. September 2013

    Toni, das AT vernietet es Dir, hier zu posten und befiehlt den sofortigen Suizid.

    Bitte dran halten!!!!!!