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Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung hat heute ihre Medienpreisträger für dieses Jahr bekanntgegeben.

Den DMV-Medienpreis bekommt die Filmemacherin Jekaterina Jerjomenko für ihre Dokumentarfilme, die “Mathematiker unterschiedlichen Charakters bei ihrer alltäglichen Arbeit und in ungezwungenen Lebenssituationen quasi teilnehmend begleiten”.

Ihr bekanntester Film ist sicherlich “Colors of Math”

Die beteiligten Mathematiker sind in der Reihenfolge des Auftretens Kontsevich (das ist der, der am Anfang ein paar unverständliche russische Worte murmelt), Bismut (das ist der, der sich beklagt, als Mathematiker wäre man unverständlich für Freunde, Familie und Frau), Villani (das ist dann der, der sagt, es gäbe kein Verhängnis, denn zwar hätten Boltzmann und Turing Selbstmord begangen und Nash 30 Jahre in geistiger Umnachtung verbracht, aber Maxwell sei es gut gegangen), Rangan (der mit den Gerüchen), Fomenko (mit den Seifenblasen) und Ziegler (der im weißen Kittel mit den Pillen- und Tetraeder-Packungen). Eigentlich geht es im Film darum, wie Mathematik über die 5 Sinne wahrgenommen werden kann, das veranschaulichen im Trailer vor allem Kontsevichs Bilder p-adischer Gleichungen (die für mich eher wie Feynman-Graphen aussehen).

Andere Filme Jeremenkos zu Mathematikern sind “The discrete Charme of geometry”

oder die für die Abelpreis-Zeremonien gedrehten Filme über Andrew Wiles, John Nash und Louis Nirenberg.

Ebenfalls bekanntgegeben wurde heute der Gewinner des DMV-Journalistenpreises. Dieser Preis geht an Robert Gast für den Artikel Das Ende der Fünfeck-Saga über die 15 möglichen Pflasterungen der Ebene durch Fünfecke. Die 15. solche Pflasterung war erst vor 2 Jahren entdeckt worden, inzwischen hat die Wikipedia auch ihre Grafik vervollständigt:
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Kommentare (3)

  1. #1 uwej
    24. Oktober 2017

    Die allgemeine Eventisierung auch der Naturwissenschaften ist, scheint’s, ist nicht aufzuhalten. Schräge Persönlichkeiten, youtube-Stars, Mythen, Monster, Mutationen. Her damit.

    Hält ja auch kaum jemand nüchtern sachlich (läse niemand) dagegen.

  2. #2 schlappohr
    24. Oktober 2017

    Irgendwo habe ich da einen Denkfehler: Wenn man die Parkettierung links oben (türkis) vertikal schert (also z.B. die rechte Seite des Quadrates nach unten schiebt), sodass ein Parallelogramm daraus wird, dann verformen sich alle Fünfecke auf die gleiche Weise (sind nach der Scherung also wieder alle identisch), aber die Fläche bleibt dennoch lückenlos gekachelt. Daher müsste es von dieser Kachelung eigentlich unendlich viele Varianten gaben.
    Ich vermute, dass die oben gezeigten Kachelungen jeweils Repräsentat eine Klasse sind?

  3. #3 seidel.graphics
    Mannheim
    20. November 2017

    @schlappohr: völlig richtig, im Artikel “Das Ende der Fünfeck-Saga” ist daher von 15 verschiedenen Fünfeck-Familien die Rede.
    Beim roten Fünfeckmuster links in der dritten Reihe kann man beispielsweise eine Varianz dadurch erzeugen, dass man die 3 Kanten innerhalb aller Sechsecke des Rasters einheitlich um einen kleinen Winkel nach links oder rechts dreht.