Sicher sollte man über die Thesen von Kevin Kühnert diskutieren. Aber ich kann es mir dann doch nicht verkneifen, dazu einige Fotos aus der Greifswalder Altstadt der 80er Jahre zu posten.






Die Fotos stammen alle aus diesem Video:

Natürlich ist das nur die eine Seite der Medaille; die andere ist, dass beispielsweise in Augsburg die Wohnungspreise in den letzten drei Jahren um 42 Prozent gestiegen sind und speziell die Preise für 30qm-Wohnungen sich seit 2011 sogar verdreifacht (!) haben.

„”Astronomische Wahrheiten mögen zwar der Phantasie einen großen Aufschwung geben, tragen aber zur Lösung dringender Probleme wenig bei.” schrieb (in einem anderen Zusammenhang) die Schriftstellerin Vita Sackville-West.

Kommentare (28)

  1. #1 Frank
    Greifswald
    3. Mai 2019

    Ich bin Anfang der sechziger Jahre in Greifswald geboren und kenne die Stadt seitdem. Wenn man die Fotos und Film so sieht, da könnte jeder glauben, es sah hier überall so aus. Die zerfallenen Häuser sollten waren zum größten Teil leer und sollten abgerissen werden, um Plattenbauten hinzusetzen. Natürlich gab es marode Altbauten, die noch bewohnt waren, aber die Oberen in der DDR investierten zu wenig für den Erhalt!

    Stralsund hatte da mehr Glück, denn der Altstadtkern dort hatte die SED Zeit besser überstanden und sieht heute toll aus. Greifswald’s Stadtbild ist heute übrigens sehr schön geworden.

  2. #2 Thilo
    3. Mai 2019

    Die Häuser in der Altstadt waren durchaus bewohnt. (Meine Schule lag am Rand dieses Gebiets.) Natürlich waren die besonders heruntergekommenen Häuser meist von sozial Schwachen, Alleinerziehenden usw. bewohnt. Akademiker oder die Mitarbeiter des Kernkraftwerks wohnten da eher nicht.

  3. #3 Armin
    Bornheim
    3. Mai 2019

    Interessant sind die Bilder schon. So schön Sepia eingefärbt, um den Nachkriegs-Trümmer-Eindruck noch besser wirken zu lassen. Ich frage mich nur, was das mit dem zu tun haben soll, was Kühnert gesagt hat.

  4. #4 hto
    3. Mai 2019

    Die Bilder haben mit der geschürten Angst und der gepflegten Bewusstseinsschwäche zu tun.
    Wenn die wettbewerbsbedingten
    Profitler und Gewinner des “Kalten Krieges” es zugelassen hätten, dass ein zweiter deutscher Staat den Sozialismus ohne Mauer probt, dann wären die Worte Kühnerts heute sicher noch sehr viel sozialistischer ausgefallen.

  5. #5 hto
    4. Mai 2019

    Für eine UNKORRUMPIERBARE Welt- und Werteordnung OHNE Symptomatik in “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei”, auf der Basis eines zweifelsfrei-eindeutigen Menschenrechts auf KOSTENLOSE Nahrung, MIETFREIEM Wohnen und KLASSEN-/KASSENLOSER Gesundheit – denn wenn GRUNDSÄTZLICH alles Allen gehören darf, kann PRINZIPIELL allles wirklich-wahrhaftig demokratisch organisiert und nicht regiert werden.

  6. #6 Spritkopf
    4. Mai 2019

    wenn GRUNDSÄTZLICH alles Allen gehören darf, kann PRINZIPIELL allles wirklich-wahrhaftig demokratisch organisiert und nicht regiert werden.

    Genau. Und wenn die Masse sich weigert, den sozialistischen Phrasendreschern Wohltätern demokratisch zu folgen (zum Beispiel, indem sie sie an der Wahlurne mit Missachtung straft), dann muss sie halt notfalls mit vorgehaltenen Gewehrläufen freundlicher Überredung zu ihrem Besten gezwungen werden.

    Wie Sie schon einmal drüben bei Florian Freistetter schrieben: Sich nach den Kreuzchen auf dem Wahlzettel zu richten hat in Ihrer Welt keinen Vorrang.

  7. #7 hto
    4. Mai 2019

    Heh Spritkopf, die Masse ändert sich langsam, und ich bin einer von vielen der das Kreuzchen auf dem Blankoscheck nicht mehr macht. Meine Wahlunterlagen wandern direkt in die Mülltonne, denn auch die demonstrative Ungültigmachung dient der Wahlbeteiligung!

  8. #8 LasurCyan
    4. Mai 2019

    Dass die Interview-Äusserungen jetzt zu ‘Thesen’ gemacht werden, lässt hoffen, dass es bald das ‘Kühnertsche Manifest’ war, was er rausposaunt hat.

    An welcher Stelle des Interviews (das die meisten wahrscheinlich garnicht gelesen haben, war hinter der paywall) hat er eigentlich DDR-Verhältnisse herbeigewünscht? So gesehen finde ich die imposante Fotosammlung hier einigermassen daneben. Schade.

    • #9 Thilo
      4. Mai 2019

      Naja, er hat sich gegen den Privatbesitz an (nicht selbst genutzten) Immobilien ausgesprochen. Darum geht es hier.

  9. #10 rolak
    4. Mai 2019

    DDR-Verhältnisse

    Den von ihm gesehenen Zusammenhang (Titel, Bilder, Interview) über eine gewisse, kleine thematische Schnittmenge hinaus wird Thilo sicherlich darlegen können, LasurCyan.
    ‘These’ ist imho allerdings korrekt, wenn auch nicht ‘von Kevin Kühnert’. Liegt wie so manches wohl daran, daß Parteiprogramme nicht (mehr) gelesen werden, anders dürfte die Aufwallung aufgrund dieses Interviews nicht erklärbar sein. Denn in dem der SPD ist im normalgroß Gedruckten, unversteckt, und schon im ersten Drittel zu lesen:

    Der demokratische Sozialismus bleibt für uns die Vision einer freien, gerechten und solidarischen Gesellschaft, deren Verwirklichung für uns eine dauernde Aufgabe ist. Das Prinzip unseres Handelns ist die soziale Demokratie.

    und

    Die soziale Absicherung hat ein hohes Niveau erreicht. Der ungezügelte globale Kapitalismus gefährdet dieseErfolge. Armut nimmt wieder zu und die Kluft zwischen Arm und Reich vertieft sich weiter, auch in Deutschland.

    Dat hamse zwar damals dem Schröder nicht verraten, doch Kevin straft alle Namensvorurteile Lügen und hat sich schlau gemacht. Und sein konkretes Beispiel ist jetzt auch nicht gerade eine neue Wahl für die Verdeutlichung der Problematik.

    Also nochmals: Woher zum Geier kommt die Aufregung?

  10. #11 LasurCyan
    4. Mai 2019

    Also nochmals: Woher zum Geier kommt die Aufregung?

    Eben, rolak. Das frag ich mich auch, inhaltlich ist das jedenfalls nicht zu begründen. BibelZitate vom Papst ecken weitaus weniger an.

    Darum ging es mir freilich nicht. Das framing DDR=Sozialismus ist einfach fragwürdig. Ging mir schon seinerzeiten im ‘real existierenden Sozialismus’ so, aber wenn das aber heute noch aus anderer Ecke bedient wird..

  11. #12 Laie
    4. Mai 2019

    Wenn Politiker versagen beim Schaffen der für die Bürger des Staats notwendiger Rahmenbedingungen, dann hilft es auch nichts, wenn irgendwas Gutes oder gut Gemeintes in einem Parteiprogramm steht. Auch das Dreschen von Parolen hilft wenig, dient höchstens der kurzzeitigen medialer Aufmerksamkeit.

    Warum sind die Mieten auf das 3-fache gestiegen?
    * Durch Einkommenszuwachs der Nachfrager?
    * Durch Zunahme der Nachfrager?
    * Durch Wertverlust des Euros?
    * Durch Spekulation mit Wohnraum?
    * Durch Staatsversagen?
    * Durch Marktversagen?
    * Durch andere Umstände?

    Her mit den Fakten!

    • #13 Thilo
      4. Mai 2019

      Das alles – und außerdem noch, dass immer mehr Leute vom Land in einige wenige Städte bzw. deren Umland ziehen. In vielen abgelegenen ländlichen Gegenden sind die Immobilienpreise immer noch sehr niedrig.

  12. #14 rolak
    4. Mai 2019

    Darum ging es mir freilich nicht

    Das nutze ich nur als Einstieg, LasurCyan, behandelte es reichte es dann auch bloß an Thilo durch und beendete mit dem ersten Punkt Satz und Thema. Leerzeile danach wäre allerdings besser gewesen, die Unterschiede des Umbruches Vorschau/endgültig machen mich immer noch ein wenig wuschig…

    Mir widerstrebten sogar zwei Einrahmungen: das von Dir bereits genannte (übrigens galt bei unsrer Clique schon vor den 80ern das ‘real existierend’ nurmehr als Euphemismus für “Tchuligom, bessa hamwa’t nich hinjekricht”) und das DDR=schwach-aufgebaut+stark-heruntergekommen. WW2-RestSchutthaufen an/auf der Straße hab ich zwar ab Ende 70er keine mehr gesehen, doch ansonsten hätten in den umliegenden Städten im Rheinland an passenden Stellen durchaus äquivalente Bilderstrecken aufgenommen werden können.
    Eigentlich könnten sie das heutzutage ebenfalls, wäre aber wieder ein ganz anderer Kontext…

  13. #15 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2019/05/02/fdp-chaoten/
    4. Mai 2019

    Enteignungen fände ich diskussionswürdig, wenn ich ein gewisses Mindestvertrauen darauf hätte, dass die öffentliche Hand in signifikantem Umfang bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen schafft, ohne dass es massiv teurer wird, als würde es privat bezahlt.

    Ein solches Vertrauen fehlt mir aber.

    Ein zweites ist, dass mir nicht einleuchtet, dass es dafür überhaupt Enteignungen braucht. Wieso kann das Bauland nicht gekauft werden – man ist doch nicht auf fixe Grundstücke angewiesen.

  14. #16 Quanteder
    4. Mai 2019

    @Thilo
    In #13 beschreibst du eine weitere Form von Monopolbildung, die dem Kapitalismus eigen ist. Wie diese auflösen?
    Du hast vor kurzem über dies geschrieben: http://scienceblogs.de/mathlog/2019/01/04/filterblasen-und-mehrheitsmeinungen/ Ich denke, das beschreibt das Funktionieren von Monopolbildung recht gut. ABER: In https://www.pro-physik.de/nachrichten/geboren-der-apokalypse lese ich von Monopolbildung älteren Ursprungs.

    Kapitalistische Monopolbildung hat ihren Ursprung nicht nur in der Mathematik, sondern findet auch Anwendung in der Physik. Zwei Bewegungsformen der Natur, der Natur des Universums und der Natur des Menschen . . . .. Na …

    Mathematiker bilden ja auch so etwas wie eine Filterblase und Demokratie ist ein Sammelsorium von Filterblasen (welche Menschen erst bilden müssen). Diktaturen stellen Filterblasen dar. Unternehmen und Aktiengesellschaften und auch Familien stellen Filterblasen dar. „Sto delat`?“ „Was tun?“ hat mal ein Mann gefragt. Ein Mann, dem die Bewegung des russischen Flusses Lena imponierte und er daraufhin sich den Nickname Lenin gab. Noch früher sagte mal jemand „Panta rhei“ zu obigen Thema. In der Gegend wurde auch die Mathematik „erfunden“. Philosophie und die Münze als Zahlungsform haben ungefähr ein gleiches Geburtsalter.
    Es geht um Denken und Mathematik | und | es geht um Denken und Physik: es geht um Köpfe von Menschen. Diese können sich bilden oder sie werden von anderen „physisch beeinflusst“ . . . ..

    Vorschlag: Lass uns etwas zu Mathematische Philosophie III schreiben 🙂
    Zum Beispiel über „Die Philosophie von mathematischer Freiheit“.

  15. #17 bote19
    5. Mai 2019

    Laie
    Deutschland gehört nach dem Bruttosozialprodukt zu den reichen Ländern. Diese Sichtweise berücksichtigt aber nicht die realen Nebenbedingungen.
    Deutschland hat auch den höchsten Anteil von Nichtwohnungseigentümern. In Berlin wohnen über 50 % zur Miete.
    Das darf man nicht dem freien Markt überlassen, wenn man keine soziale Schieflage riskieren will und damit soziale Unruhen.
    Es ist schon sonderbar, überall entstehen neue Parkhäuser aber keine Sozialwohnungen.

  16. #18 Quanteder
    5. Mai 2019

    @Thilo
    Ich vermute, das ich dich für meine Ideen nicht begeistern kann. Darf ich denn das Wissen, welches du mit deinem Mathlog ins Netz gestellt hast, verwenden, um Monopolbildungen aufzulösen und wieder in einen „Fluss“ zu bringen? Urheberrechte und Eigentumsverhältnisse (ich soll dich vom „Nüschel“ aus Chemnitz grüßen, K.M. hat heute seinen 201. Geburtstag 🙂 ) => zurück zu den Eigentumsverhältnissen von Wissen: Wem gehört eigentlich Wissen? Wie lange gehört es jemandem? Soll ich Wissen über die Natur vom Universum und der Natur des Menschen in Privattheorien nur einer kleinen Gruppe von Menschen offenbaren (!! Vorsicht vor Monopolbildung !!) ?

    Es ist schon verwunderlich, wie eine DDR unter den in deinen Bildern festgehaltenen Lebensverhältnissen (gemeinsam mit ihrem grossen Bruder UdSSR) Atomwaffen herstellen konnten. Dabei die kapitalistische Gesellschaft von einem freien Markt in einen regulierten Sozialmarkt drängen konnten. Aber das ist ja nun Geschichte.

    Irgendwie aber doch nicht: Siehe Nordkorea! Sie haben Atomwaffen und deren Lebensverhältnisse sind nicht erstrebenswert. Es wird erwartet, das eine Hungersnot ausbrechen wird. In 201 Jahren werden wir nachlesen, wie unsere Zukunft ausgegangen ist . . . ..

  17. #19 demolog
    11. Mai 2019

    Wissen sie, was diese Bilder darstellen?

    Ausser arg Sanierunfsbedürftige Bausubstanz.

    Fast vollkommen unverbastelte, alte Bausubstanz, die es so nicht mehr gibt.

    Und ich habe Sanierungen gesehen, die man lieber nie gemacht hätte. Weil sie ausschliesslich den Schein wahren, aber kaum auf Qualität und sinnvolle bauliche Verbesserungen achteten. Vor allem im Osten Deutschlands.

    Sie können sich diese Häuserreihen heute wahrscheinlich ansehen und sehen von Aussen schön restaurierte Bausubstanz. Aber die Bewohner werden wohl berichten können, das es in solchen sanierten Bauwerken zieht, wie durch einen Tunnel, und die Billigsanierung zwar schöne Dielenböden hinterliess, die aber soviel knarren, dass das ganze Haus wach wird, wenn einer Nachts aufs Klo geht.

    Das sind nur zwei Beispiele der westlichen “Schönheitsopperationen”, die an alter Baussubstanz stattfindet.
    Wenn im DDR-Osten also, wie die Bilder es zeigen sollen, nichts hinreichend saniert wurde, so wurde dann nach der Wende Schnellsanierungen mit Blick auf unterm Strich hohe Profite saniert. Mieteinnahmen hoch, Bau-/Sanierungskosten niedrig… haufenweise Baumängel inbegriffen. Hauptsache “schön” aussehend.

    Und das hat wenig mit Denkmalschutz-Vorschriften zu tun, wie immer wieder mal als Ausrede hergenommen wird.

  18. #20 demolog
    11. Mai 2019

    Es gibt unter Oldtimer-Liebhaber eine Art Prämisse.
    Die besgat, dass man lieber einen eindeutig “unverbasteklten”, rostigen und sichtbar nie restaurierten für sein eigenes Projekt kauft, als einen blitz blank hergerochteten, der aussieht, wie neu.
    Der “Rostlauben-hype” ist aus genau den selben Gründen in die Welt gekommen, weil Sanierungen mit dem Ziel des Herstellens eines Blenders vorgenommen werden. Möglichst mit wenig Geldaufwand zu einem blendend aussehenden Oldtimer zu kommen.

  19. #21 demolog
    11. Mai 2019

    phoenix persönlich
    Christoph Gröner zu Gast bei Alfred Schier

    Moderation: Alfred Schier

    -> Diese Sendung gab es gestern im Fernsehen bei Phoenix.
    Darin sagt ein erfolgreicher Immobilienentwickler (?), dass die Komunen und Städte selbst schuld seien, weil komunaler Immobilienbesitz sich durchaus lohnen kann und, angesichts gewisser sozial-prämissen es ohne nicht geht.

    Was er da sagt, ist die Widerlegung dessen, was in den 90´gern allgemeiner Usus war: Staatlicher Besitz ist teuer, unrentabel und verkommt regelmäßig, weil der Staat keinen hirneichenden Anreiz hat, seinen Besitz und Betrieb hinreichend wirtschaftlich zu gestalten.
    Behörden, Ämter und alle Beamtenjobs waren in den 90´gern sowas von Pfui und von allerschlechtestem Ruf.
    Folge waren quasi Panikverkäufe des Besitzes der Komunen und Städte. Und haufenweise uneingelösste Versprechungen aus der Weißheit, dass die freie Wirtschaft alles besser machen täte. ökonomisch absolut. Aber für den “Kunden” eben nicht. Die Vertragspartner sind die Leidtragenden, die aus dem großen Run auf den Staatsbesitz und Aufgabenspektrum des Staates keinen Vorteil von der großen Privatisierung hatten.
    Das war, wie es mit der Aussage damals war, das sich Arbeit wieder lohnen müsse…
    Was sie dann auch hat – aber eben vor allem für Arbeitgeber.

    Ok, nun hat Kühnert gesagt, man solle Wohnungen enteignen.
    Das sagt er deswegen, weil Komunen und Städte die Wohnungen zurück kaufen müssten, um ihre Aufgabe wieder erfüllen zu können.
    Das geht aber nicht, weil dann die Preise astronomisch steigen würden, wenn es bekannt wird, dass Komunen und Städte auf Einkaufstour sind.
    Und deswegen ist dem Staat das Privileg der Enteignung vorbehalten. Aber “Enteignungen” im Sinne von “einfach wegnehmen” ist das natürlich nicht.

  20. #22 Laie
    16. Mai 2019

    @Thilo, #13
    Eine Gesamtbewertung fällt mir schwer. Berichte über den Bau von Wohnungen durch die eigenen Dienstgeber lassen vermuten, dass Staatsversagen vorliegt.

    Letztendlich schadet es auch der Wirtschaft, wenn die Arbeitskräfte keine Behausung in der nähe ihres Arbeitsplatzes finden.

    Eine Folge der 0-Zins-Politik, so dass zu viele in das “Betongold” flüchten?

    @bote19, #17
    ODER: Die Zinspolitik darf man nicht der EU überlassen?

  21. #23 Thilo
    16. Mai 2019

    Jo, egal, worum es geht, am Ende ist die EU Schuld.

    Wie gesagt, in bayrischen Grenzregionen oder den ehemaligen DDR-Neubaugebieten sind die Mieten immer noch so niedrig wie vor einigen Jahren. Anders eben als in München, Berlin oder Augsburg. Zur EU gehören freilich beide.

  22. #24 Laie
    16. Mai 2019

    Nicht nur die EU, ich sehe da mehrere Beiteiligte, ohne jetzt die genaue Aufschlüsselung angeben zu können. Neben der Niedrigzinspolitik wird auch die schlechte Bezahlung (nicht real gestiegene Nettolöhne) eine Rolle spielen, wie auch höherer Andrang an die Ressource Wohnraum, ohne das Angebot aufzustocken (durch Staat, Markt).

    Manche Wirtschaftweisen meinen, die 0-Zinspolitik verwerfe den freien Markt, so dass die Folgen auch wieder Armut bedeuten. Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen, oder eine Bewertung vornehmen?

  23. #25 Karl Mistelberger
    mistelberger.net
    17. Mai 2019

    Das Kontrastprogramm zu Venezuela Kevin:

    Thilo Sarrazzin

    Berliner Wohnungsbau: Nach mir zurück zu den alten Fehlern

  24. #26 demolog
    19. Mai 2019

    @ Mistelberger

    Zitat Sarrazin:
    Wohnungspolitische Nostalgie nach DDR-Zuständen

    -> Ist natürlich Überspitzung, dieser Satz. Um das Wort in den Mund zu nehmen: Populismus.

    Das er schildert, wie Mietpreisbindung und Sozialwohnungssubventionen angehen, mag ja seltsam und stimmig sein.
    Aber hat Kühnert Kevin denn das im Sinn?

    Schlechte Führung der Wohnungsgesellschaften ist nun auch kein Argument gegen komunalen Wohnungsbau. Sarrazin erklärt das ja eigendlich auch: Nach seiner Umorganisation lief es gut.

    Im Grunde ist das nur schlecht, wenn ich selbst Anteile an Wohnungs-/Immobiliengesellschaften habe und auf ordentliche Miet-Renditen hoffe.

    Vielleicht ist das auch nur wieder ein Vorstoß zum Bauernfang…funktioniet: der Bauer in mir fühlt sich angesprochen.

  25. #27 demolog
    19. Mai 2019

    Ja, Kühnert hat sich vor einen Karren spannen lassen, und weiß gar nicht, wo er hinfahren soll. Er glaubt nur (die harmloseste Erklärung), er würde damit Gutes tun.

  26. #28 Thilo
    16. Juli 2019

    Die Stadt Berlin kauft 670 Wohnungen, um befürchtete Mieterhöhungen zu vermeiden: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/nach-protest-berlin-kauft-670-wohnungen-in-karl-marx-allee-a-1277406.html Das ist natürlich eine gute Sache. Noch besser wäre es aber, wenn die Stadt sich dort engagierte, wo tatsächlich sozial Schwache wohnen – und nicht nur dort, wo gutvernetzte Rentner aus dem Staatsapparat und dem Kunst- und Wissenschaftsbetrieb ihre Wohnungen haben.