Die BILD-Zeitung beklagt sich in einem Kommentar über die Zahlen des Robert-Koch-Instituts:

Auf Basis dieser Zahlen und Daten haben wir die schärfsten Freiheits-Einschränkungen seit Bestehen der Bundesrepublik beschlossen. Sie müssen stimmen!
Die Experten müssen uns erklären, wie ihre Statistiken zustande kommen. Wie sie entscheiden, ob ein Infizierter wirklich an Corona gestorben ist.

Für die Abweichungen zwischen den Zahlen des Robert-Koch-Instituts und denen der Johns Hopkins University gibt es freilich eine sehr einfache Erklärung: das RKI ist eine Behörde, die ihre Zahlen auf Basis der Meldungen anderer Behörden erstellt, in denen vermutlich abends und am Wochenende nicht gearbeitet wird. Das „Center of Systems Sciences and Engineering“ der Johns Hopkins University sammelt dagegen einfach alle Informationen, die es irgendwo bekommen kann, im Internet, bei Gesundheitsorganisationen, anderen Forschern oder in der Lokalpresse betroffener Regionen. Offensichtlich sind diese Zahlen sehr viel aussagekräftiger als die behördlich gemeldeten.

Kommentare (22)

  1. #1 RPGNo1
    26. März 2020

    BL*D treibt mal wieder eine Sau durchs Dorf. Eine Erklärung des Sachverhalts, warum die Zahlen von RKI und John Hopkins University, habe ich den letzten 1-2 Wochen bereits vielfach in zahlreichen anderen seriösen Medien gelesen oder gehört.

    Und dass sich BL*D als Hüter der Freiheitsrechte generieren will, nehme ich ihnen unter dem aktuellen “Staatssekretär für Volksaufklärung” Reichelt sowieso nicht ab.

  2. #2 Rki says
    26. März 2020

    Wiehler sagte gerade Durchschnittsalter der covid-Verstorbenen wäre 81 Jahre.

    Wow.

    Jetzt komm ich mir verarscht vor.

    Also irgendwo ist halt auch mal Schluss.
    Ist doch mal eine willkommene Entschlackung für unser Gesundheitswesen.
    Leider geht das ganze nicht schnell genug 🙁

  3. #3 Rki says
    26. März 2020

    Die alten faschos Mal schön durch Mama Natur entsorgen lassen.

    Lets spread Corona

  4. #4 schorsch
    26. März 2020

    Wenn man sich beim RKI nur das Tagesbild anschaut, kann man leicht einen ganz erheblich verzerrten Eindruck bekommen. So waren z. B. für den 22.03. nur 3 neue Fälle für NRW ausgewiesen – eine völlig absurde Zahl. Am 23. waren’s dann auf einmal 2070 neue Fälle – da ist das ganze Wochenende zusammengeschmissen worden.

    Dennoch dürften die RKI-Fallzahlen, wenn man sie über die Zeit verfolgt, völlig ausreichend sein, längerfristig die Trends erkennen zu können.

    Sehr ärgerlich ist es deshalb, dass das RKI die Zahlen der Vortage nicht vorhält (zumindest habe ich sie nirgends finden können) – und damit sind diese Zahlen dann völlig unbrauchbar *1, da könnte das RKI auch Lottozahlen publizieren.

    Ich habe mir daher angewöhnt, jeden Tag einen Snapshot der RKI-Zahlen zu speichern.

    *1) Die RKI-Zahlen sind fast so unbrauchbar wie das Eingabefeld für die Kommentare in den Scienceblogs. Auch so eine freche Unverschämtheit…

  5. #5 Harald Mauz
    Ehingen / Donau
    26. März 2020
  6. #6 P. Berberich
    München
    26. März 2020

    Heute ist doch der 25.März. Warum sollen die Daten zu Corona stimmen wenn Sie es nicht einmal fertig bringen das heutige Datum abzubilden?

  7. #7 LasurCyan
    26. März 2020

    wenn Sie es nicht einmal fertig bringen das heutige Datum abzubilden?

    Überholen ohne Einzuholen. Nie was davon gehört?

    Es gibt unterschiedliche Zeitzonen. Weltweit..

  8. #8 Michael
    26. März 2020

    @3

    Sind Sie praktizierender Nazi? Oder wie ist Ihr Beitrag zu verstehen?

  9. #9 Veronika
    26. März 2020

    Das vorgebrachte Argument erklärt dennoch nicht die durch den exponentiell immer steileren Kurvenverlauf immer drastischer abweichenden Werte zwischen RKI und JHU.
    Aber auch, wenn man ein, zwei (Wochen)Tage alte JHU-Daten mit den neuesten RKI-Zahlen vergleicht, besteht eine extreme Diskrepanz, welche nicht zu erklären ist.
    Doch gerade Feldforscher benötigen nun mal exakte und aktuelle Daten für deren Rechenmodelle.
    Das RKI versagt hier aber durch gesetzliche Vorgaben – auf ganzer Linie.
    Es ist traurig, dass gerade in dieser Krise die Wissenschaftler auf amerikanische Daten angewiesen sind – denn wie oft schon funktioniert in Deutschland/Europa einfach nichts.

  10. #10 rolak
    26. März 2020

    auf amerikanische Daten angewiesen

    Welche amerikanischen Daten? Die JHU/US-MD ist weder amerikanisch (private Uni) noch Datensatz, sondern einer der vielen Aggregatoren der auflaufenden Daten.

    funktioniert in Deutschland/Europa einfach nichts

    Ach, und deswegen stützt sich die Zusammenstellung der JHU auf ua WHO, ECDC, ‘national government health departments’ und Worldometers(), letzterer zB bei den gestrigen DLand-Werten ausschließlich auf den Aggregator der Berliner Morgenpost, der sich wiederum bei den DLand-Angaben auf die Daten von auf RKI/ECDC stützt?

    Solch ein Text in seiner vorgegaukelten Sinnhaftigkeit ist ja noch deutlich unter dem Niveau der Tiraden von ‘Rki says’ weiter oben…

  11. #11 Veronika
    26. März 2020

    Die JHU ist nun mal in Amerika ansässig und sammelt aktuelle Daten. Daher sehe ich die Bezeichnung “amerikanische Daten” durchaus als korrekt gewählt.

    Vergleiche doch einfach:
    RKI:
    https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/page/page_1/
    Berliner Morgenpost:
    https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/
    JHU:
    https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

    Wie ich beschrieben habe, benötigen die Forscher aktuellste Daten.
    Und da fällt das RKI m.E. gnadenlos durch.

    Die BMP sucht mehrmals täglich die aktuellsten validen Veröffentlichungen einzeln und aufwändig aus den einzelnen Bundesländer-Veröffentlichungen auf deren verschiedenen Seiten im Web und ist dadurch dem RKI min 24h oder noch weiter voraus.
    Diese aktuellen Daten sind ja im Web verfügbar, aber weder in einem einheitlichen Format noch darf das RKI diese in dieser Form nutzen.

    Selbst wenn das RKI bedingt durch rechtliche Vorgaben nur die eine vorgeschriebene Kommunikations-Übermittlung zur Aufbereitung seiner Zahlen verwenden darf, könnte es dennoch ganz legal eine extra Seite aufbauen, auf der eben nicht die über den vorgeschriebenen Weg erlangten Zahlen publiziert werden, sondern einen weiteren Kommunikationskanal errichten, über welchen wirklich aktuelle Zahlen zeitnah erfasst werden.

    So muss man aber den Eindruck bekommen, dass das RKI den Tatsachen um Tage hinterher hinkt.

    Das liegt m.E. auch am System in Deutschland – alles muss in doppelter und dreifacher Ausführung vorliegen und wird erst nach zahlreichen Genehmigungen möglich.
    Aber gerade in einem solchen Fall sieht man klar, was dabei herauskommt.

  12. #12 catweazle
    26. März 2020

    Sind die Leute schon so verkommen das sie einen Echtzeit-Todes-Ticker benötigen?

    • #13 Thilo
      26. März 2020

      Da auf Basis der Zahlen weitreichende Entscheidungen getroffen werden müssen, wären möglichst aktuelle Zahlen schon hilfreich.

  13. #14 Zapp
    26. März 2020

    Was ich mich frage: wenn die JHU mehrere Quellen einbezieht, wie vermeiden sie dann, dass Fälle doppelt gezählt werden? Woher wissen sie, ob eine Zeitungsangabe über 20 neue Infektionen nicht schon in einer ihrer anderen Quellen ganz oder teilweise auftaucht? Sie haben doch wohl kaum die Namen jedes einzelnen Betroffenen!?

  14. #15 Stefan
    26. März 2020

    Hmm, bei manchen Kommentaren habe ich so ein bisschen den Eindruck, dass die Institution Recht hat, die die meisten Fälle publiziert.
    Wie Kommentator Zapp schon anmerkt: Wie vermeiden die “Aggregatoren” (JHU, BMP) dass sie Fälle doppelt zählen? Wie detailliert und eingehend kann eine Analyse der Datenquellen sein, die täglich neue Zahlen veröffentlicht?
    Laut einem Artikel (etwas älteren Artikel vom 16.03.) bei Heise hat das RKI damit zu kämpfen, dass diese Ihre Daten von Behörden erhält, bei denen die Beschäftigten eine “geregelte Arbeitszeit” haben. Zum Teil werden da – laut Heise – Fallzahlen ausgedruckt, auf das Faxgerät gelegt und an das RKI geschickt, wo dann wiederum Leute die gefaxten Zahlen in eine Datenbank tickern müssen. Also kann man das RKI wohl nicht unmittelbar für die Datenlage verantwortlich machen…

    Hier mal ein Link zu dem Heise-Artikel:
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Coronavirus-Fallzahlen-und-der-Amtsschimmel-4683120.html?seite=all

  15. #16 Stefan
    26. März 2020

    Ähmm, mich kann man aber sehr wohl für mein grammatikalisches Gestammel verantwortlich machen – Entschuldigung!

    PS: Eine Editierfunktion für abgesetzte Beiträge wäre nicht schlecht… 🙂

  16. #17 RPGNo1
    26. März 2020

    @Zapp

    Gute Frage. Kurze zusammengefasst lässt sich momentan statuieren:

    RKI – langsame Zahlen, offizielle Quellen
    Johns-Hopkins-Universität – Schnelle Zahlen, intransparente Quellen

    https://www.ndr.de/nachrichten/info/Corona-Fallzahlen-Warum-unterscheiden-sie-sich-so-stark,coronafallzahlen100.html

    Weder RKI noch KH haben den Stein der Weisen, was Fallzahlen angeht. Beide Methoden haben ihre Schwächen, aber das RKI fällt sicher nicht durch, wie manche Personen behaupten.

  17. #18 Zapp
    26. März 2020

    @RPGNo1

    Ich persönlich würde mich auch eher auf die Zahlen des RKI verlassen, auch wenn die systembedingt 2 Tage hinterherhinken, was bei einer exponentiellen Kurve sehr viel ausmachen kann. Aber da man um den Verzug weiß, kann man ihn in Entscheidungen oder Überlegungen berücksichtigen.

    Aber die Zahlen der JHU können quasi NICHT genauer sein als die des RKI, denn ich gehe mal davon aus:
    – jeder bestätigte COVID-19 – Fall musste logischerweise einen Test über offizielle medizinische Stellen machen. Daher landet sein Testergebnis früher oder später auch über dem offiziellen Weg beim RKI.

    Daher frage ich mich, woher die JHU weitere oder zusätzliche Infizierte nimmt. Ein Vorlauf kann das auch nicht unbedingt erklären, da das Gesundheitsamt ja eigentlich der erste (nach Labor und Arzt) ist, der von einem bestätigten Fall erfährt. Eine Zeitung z.B. kann auch keine zusätzlichen Infizierten diagnostizieren.

  18. #19 rolak
    26. März 2020

    ?doppelt zählen

    Diese Frage verwundert ein wenig – es sollte doch wohl klar sein, daß bei zwei oder mehr Quellen mit verschiedenen Angaben zur Fallzahl im Areal A entweder nachgefragt oder gemittelt wird, keinesfalls jedoch addiert wie im alten Klassiker: Draußen hats 11°, drinnen 15°, mach ichs Fenster auf, hab ich schon 26°.
    ~•~

    korrekt gewählt

    Keinesfalls – ‘amerikanische Daten’ sind Daten über Amerika (btw verwechselst Du ‘USA’ und ‘Amerika’, Veronika) oder von einer amerikanischen Institution erhobene Daten; auf einer amerikanischen site publizierte Daten sind dagegen keinesfalls automatisch als ‘amerikanisch’ benennbar.
    Du verlinktest zum (im übrigen nicht validen) Beleg die zeitlich unspezifischen, jeweils aktuellen Zusammenstellungen, eben beim Aufruf gisand: ‘3/26/2020, 9:06:19 AM’, RKI: ‘26.03.2020 00:00 Uhr’ und BMoPo: ‘ 26.03.2020, 09 Uhr’. Solche Daten sind unweigerlich unvergleichbar. Trotzdem machten gisand und BMoPo dieselben Angaben für DLand.
    Die anderen Gründe, warum Deine Behauptungen unhaltbar sind, wurden Dir ja bereits aufgeführt.

  19. #20 hto
    26. März 2020

    #2
    Er hat Durchschnittsalter 46 gesagt!

  20. #22 the invisible
    universe
    28. März 2020

    Statistik und die Erfassung der Zahlen sind natürlich ein großes Problem, aber das RKI macht schon lange einen richtig schlechten Job.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=59617