Jedes Jahrzehnt hat seinen eigenen Forschungshype.

In den Siebzigern sollte der Krebs besiegt werden … was scheinbar etwas schwieriger ist.

In den Achtzigern hatte man dann tatsächlich sogar mal Erfolg (1982!) bei der Bekämpfung  von Diabetes. Aber dafür entdeckte man Cholesterin … was zu zahlreichen Missverständnissen führte.

Die Neunziger waren dann das Jahrzehnt der Gehirnforschung … und wie jeder weiß ist seitdem alles anders und es gibt keine psychischen Krankheiten mehr … oder eben auch nicht.

Und die Nuller-Jahre kann man zweifellos als das Jahrzehnt der klinischen Genforschung bezeichnen.

Im Jahr 2000 lag die erste Arbeitsversion des menschlichen Genoms vor und es wurde ein riesiges Output an personalisierten Medikamenten angekündigt, die nie auf den Markt kamen und auch nicht kommen werden (vereinzelte Ausnahmen bestätigen die Regel).

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Wer eins und eins zusammenzählen kann, wird zweifellos feststellen, dass die Gesellschaft erneut um zahlreiche Milliarden betrogen wurde. Hochgradig ineffizient sind Gelder von Politikern und wissenschaftlichen Gremien nach dem Gießkannenprinzip in kleinste Laboratorien geflossen, die zu kaum mehr in der Lage waren, als Labor-Kits von BioMol und Konsorten zu bestellen.

Der Wert für die Medizin, bzw. zugunsten einer Verbesserung der Gesundheit von Mensch und Tier (wie es der Wellcome Trust so schön formuliert) hat dabei leider etwas zu häufig gegen null tendiert.

Höchste Zeit also damit aufzuhören.

Doch wie könnte die Zukunft unserer klinischen Genforscher aussehen.

Im Prinzip muss man dazu nur innerhalb der Forschungslandschaft vergleichen, ob es nicht ähnliche Exoten gibt, die großspurige Ankündigungen machen dann doch nur sehr bescheidene Outputs haben … unweigerlich stößt man dabei auf die Hochenergiephysik.

Auch dort erklären Anhänger – oder sollte man sie Fans nennen? – seit gut 50 Jahren, dass wir in 25 Jahren funktionierende Fusionsreaktoren haben werden und damit sämtliche Energieprobleme auf der Erde für alle Zeiten gelöst sein werden …

In der Medizinersprache klingt der Satz dann so: „Ich stelle mir vor, dass wir künftig lebenslang von einem molekularbiologischen Raster erfasst werden” „Eines Tages werden wir Medikamente zur Vorbeugung haben. Die Medizin der Zukunft soll verhindern, dass wir überhaupt krank werden.” (Beide Zitate vom Psychiater und Forscher Florian Holsboer im Spiegel 18/2009).

Was also macht man mit solchen „Berufsoptimisten”?

Am besten schafft man ein international ausgerichtetes Forschungsinstitut mit Standort in Heidelberg, Göttingen oder Vergissmichnicht. Konzentriert da alle, die ohnehin nichts anderes als ihre Forschung interessiert (vergleichbar mit den „Bewohnern” von physikalischen Großforschungseinrichtungen). Wissenschaftspolitisch muss natürlich entschieden sein, wie viel das Ganze im Jahr kosten darf. Aber dann lässt man die Forscher in Ruhe Mäuse, Bakteriophagen und was auch immer vernichten. Muss ja nicht alles so floppen wie der LHC.

Aber was wird dann eigentlich der nächste Hype? Also für die Zehner-Jahre?

Kommentare (62)

  1. #1 Florian Freistetter
    Juni 12, 2009

    Haben wir jetzt hier die “Anti-Wissenschafts-Wochen” bei ScienceBlogs oder wie? Zuerst Jörg Friedrich, jetzt Peter Artmann… Langsam kann ich mich wirklich nur noch wundern.

  2. #2 Tobias
    Juni 12, 2009

    Unerträglich. Dein Artikel brilliert mit Ahnungslosigkeit, bewusst falschen Behauptungen und er bedient haltlose Klischees. Ich sehe nicht, warum ScienceBlogs dir als Plattform für solchen Schwachsinn zur Vefrügung stehen sollte.

  3. #3 Ludmila
    Juni 12, 2009

    Arrgh. Hochenergiephysik hat so gut wie gar nichts mit Fusionsreaktoren zu tun.
    Das ist Plasma-, Kernphysik und Laserphysik. Ganz anderes Feld und auch da nur Teilbereiche davon.

    Bei der Hochenergiephysik geht es um reine Grundlagenforschung: Higgs-Bosonen, Dunkle Materie, WIMPS, supersymmetrische Teilchen, Strings, Quarks und co. Und nebenbei um Material- und Medizinphysik

    Peter, Du hast schon von Medizin keinen Schimmer, aber von der Physik solltest Du echt die Finger lassen. Selbst für Deine Verhältnisse ist dieser Artikel unglaublich schlecht.

  4. #4 rolak
    Juni 12, 2009

    /der nächste Hype?/ Vielleicht die automatische Rduktion der Produktion antiwissenschaftlicher, aber ansonsten sinnleerer Artikel durch einfaches, stetiges Dazulernen in Kombination mit Nachdenken?

  5. #5 Alexander
    Juni 12, 2009

    Okay, dann eben mit Grundschulmathematik. Peter, du schreibst selbst:

    Im Jahr 2000 lag die erste Arbeitsversion des menschlichen Genoms vor […]

    Im Jahr 2000 hatte man also die Sequenz, nur die Information, in welcher Abfolge A, C, G und T im menschlichen Genom vorkommen. Annotiert, also mit einer entsprechenden Funktion versehen, war da praktisch noch nichts. Aber bleiben wir sogar mal bei 2000. Ein Medikament auf den Markt zu bringen dauert mindestens 10 Jahre.
    2000 + 10 = ?
    Ich will damit nicht sagen, dass wir für nächstes Jahr eine Schwemme von personalisierter Medizin erwarten sollen. Es ist nur totaler Quatsch, jetzt schon der Forschung vorzuwerfen, sie hätte versagt, wenn die Erfolge noch gar nicht stattfinden konnten!

    Achja, noch ein technischer Punkt: Der blockquote-Tag in HTML ist genau dafür da: zum Zitieren. Wenn du also eine eigene Aussage hervorheben willst, dann mach den Text bitte fett oder kursiv. Sonst entsteht der Eindruck, jemand anderes hätte manche Sätze von dir gesagt.

  6. #6 radicchio
    Juni 12, 2009

    wilfert hat den zugang gehackt und stellt jetzt selbst artikel ein *lol*

  7. #7 Happy
    Juni 12, 2009

    An dieser Stelle reicht eigentlich ein Zitat des Autors über sein Gesamtwerk:
    “Manchmal denke ich dann, dass es sinnvoll wäre sorgfältiger zu schreiben und genauer zu recherchieren.”

  8. #8 S.S.T.
    Juni 12, 2009

    Ist die Medizin der Vergangenheit die Zukunft? Ich finde, der Aderlass muss dringend intensiv erforscht werden; schließlich wurden zahllose Patienten nach einem Aderlass wieder gesund, während heutzutage alle Patienten nach einer Behandlung sterben, jedenfalls früher oder später.

  9. #9 Adromir
    Juni 12, 2009

    Also je mehr ich hier lese, desto weniger kann ich glauben, daß Herr Artmann Biologe ist. Anscheinend fehlt hier sogar das Wissen, daß es ein gewaltiger Unterschied ist, einen Sachverhalt rein beschreibend zu erfassen, diese zu verstehen und dann auch noch Nutzbar zu machen.

    Und das Versprechen einzelner Wissenschaftler (die auch nur Menschen sind) kein Maßstab für die Sinnhaftigkeit eines Forschungszweiges ist. Es kommt drauf an, was am ende dabei rumkommt und dazu braucht es nun mal einen, im Vorfeld unabschätzbaren, Zeitraum, da man nie im Vorfeld weiß, welche weiteren Fragen die Forschung aufwirft, die ebenfalls erst zum “vollen” Verständnis beantwortet werden müssen.

    Manchmal glaube ich, daß es nicht nur an den Schulen fehlt, den Schülern die Wissenschaftliche Arbeitsweise näher zu bringen, sondern auch in ganzen naturwissenschaftlichen Sudiengängen.

    Nehmen wir mal als Analogie die Dampfmaschine: Schon in der Antike und dem Mittelalter gibt es Nachweise von verschiedenen Dampfmaschinen. Die ersten Versuchsdampfmaschinen ohne sinnvolles Einsatzgebiet kamen dann erst in den 1690gern durch Denis Papin und Thomas Savery auf. Die erste Dampfmaschine, die eingesetzt wurde dann 1712 von Thomas Newcomen zum Abpumpen von Wasser aus Bergwerken entwickelt. 22 Jahre! Die Wattsche Dampfmaschine, die dann quasi zum Standardmodell wurde, entstand 1769 und bekamm ihre letzte Weiterentwicklung 1788.
    Also, zwischen der ersten Erforschung der Dampfmaschine und ihrer letzten Weiterentwicklung liegen gut und gerne 98 Jahre und sie regen sich über 10 Jahre auf?

    VSchauen sie sich die Geschichte der Luft- (und Raum)fahrt an. Die hat fast noch länger gebraucht um richtig in Schwung zu kommen.

    Üben sie sich in Geduld und dann schauen sie mal, was am Ende rauskommt. Erst dann können sie sagen, ob es verschwendetes Geld war oder nicht.

    Und bei der Gehirnforschung (die ja immer noch nicht abgeschlossen ist) glaube ich nicht, daß sie die Bedeutung jeder gewonnenen Erkenntnis für spätere Forschungen überschauen können.

  10. #10 Peter Artmann
    Juni 12, 2009

    Die Physik ist nicht mein eigentliches Anliegen. Ich wollte lediglich mit einem Begriff LHC und Fusionsreaktor zusammenkriegen . Ich habe dafür Hochenergiephysik gewählt, weiß immer noch nicht, was besser wäre?

    Grundsätzlich geht es mir aber ohnehin nicht um Wortdefinitionen, sondern um die Bündelung von Kompetenzen an bestimmten Standorten und die Begrenzung von Budgets.

    Etwas überrascht bin ich, dass man hier gleich als Wissenschaftsfeind gilt, bloß weil man forschungspolitische Überlegungen anstellt.

    Da haben aber manche Wissenschaftler ein eigenartiges Selbstverständnis.

    Ich denke, dass in der Medizin auch andere Forschung, als Beispiel nenne ich mal die Medizinsoziologie, einen höheren Stellenwert erhalten könnte.

    Keiner redet davon die klinische Genforschung einzustellen.

  11. #11 GeMa
    Juni 12, 2009

    “… dass die Gesellschaft erneut um zahlreiche Milliarden betrogen wurde.”
    Also entschuldige Andromir, aber das klingt nicht nach wenig Geduld.

    Ganz großes Damentennis, Herr Artmann. Wie immer. Die ganzen Fuzzis aka Betrüger gehören also konzentriert. Na dann …

  12. #12 GeMa
    Juni 12, 2009

    Wow, so schnell zurückrudern?

    Forschungspolitische Überlegungen – klar doch.

  13. #13 Adromir
    Juni 12, 2009

    Niemand nennt sie wissenschaftsfeindlich, weil sie über solche Dinge nachdenken, sondern wahrscheinlich eher aufgrund der Gründe die sie anführen und welche Schlüsse sie daraus ziehen.

    Stellen sie sich in meinem Dampfmaschinenbeispiel vor, die Leute hätten damals anstatt weiter zu forschen und zu entwickeln nach 10 Jahren gesagt “Gibt ja immer noch nix vernünftiges, lassen wir es bleiben” . Wo währen wir dann heute technisch und wirtschaftlich?

    Sie schauen sich das Problem zu kurzsichtig an. Grundlagenforschung bringt keine schnellen und tollen Ergebnisse. Sie können uns aber wichtige Erkenntnise liefern, die uns in der späteren Forschung die Tür für revolutionäre Ergebnisse öffnen.

    Belesen sie sich doch mal ein bißchen für die Entdeckung von Peter Grünberg und Albert Fert für die diese 2007 den Nobelpreis in Physik bekamen. Das sah anfangs auch wie eine langweilige Grundlagenforschung aus, hat aber erst die großen Magnetspeicher, wie sie heute überall in PCs verwendet werden ermöglicht.

    Würden sie wirklich wissenschaftlich denken, dann wäre es ihnen klar, daß man den Nutzen einer Forschung im Vorfeld nicht abschätzen kann.
    Und nur weil einzelne Wissenschaftler (die auch nur Menschen sind und sich manchmal wichtig machen wollen) irgendwelche Versprechungen gegeben haben, die nicht eingehalten wurden, gleich eine Budgetbegrenzung abzuleiten, halte ich an der Sache (wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn) völlig verfehlt.

  14. #14 Ludmila
    Juni 12, 2009

    Die Physik ist nicht mein eigentliches Anliegen. Ich wollte lediglich mit einem Begriff LHC und Fusionsreaktor zusammenkriegen . Ich habe dafür Hochenergiephysik gewählt, weiß immer noch nicht, was besser wäre?

    Ist mir egal, was Sie wollten. LHC und Fusionsreaktor. Gehört nicht zusammen, passt nicht zusammen. Wenn es falsch ist, schreibt man es nicht. Jedenfalls nicht auf einem Blog, der von sich den Anspruch erhebt auch nur irgendwie wissenschaftlich zu sein. Wenn Sie so Ihre Doktorarbeit schreiben, wird das nie was, Herr Artmann. Dann rammt man Sie spätestens bei der Disputation ungespitzt in den Boden. Verarschen lässt sich so eine Prüfungskomission nämlich in der Regel nicht gerne.

  15. #15 S.S.T.
    Juni 12, 2009

    Heutzutage wird zwar mehr geforscht als früher, aber die zu lösenden Fragen werden auch immer schwieriger. Man denke doch nur einmal an die zahllosen Fortschritte in der Chirugie, Operationen, die vor 50 Jahren noch in den Sternen standen, werden wie z.B. Transpantationen routinemäßig durchgeführt, unterstützt von neu entwickelten Arzneimitteln.

    Dass man bei zahlreichen Erkrankungen noch keinen Durchbruch geschafft hat, liegt auch an der Komplexität der Fragen und auch an dem gestiegen Bedarf für Heilmittel dieser Erkrankungen, weil die Menschen aufgrund der med. Fortschritte älter werdn und damit häufiger an solchen Erkrankungen leiden.

    Und was Genforschung angeht, so sind Bakterien in der Lage hochpotente Antibiotika herzustellen. Die Forschung ziehlt darauf ab, die Bakterien genetisch so zu verändern, dass die Wirkstoffe maßgeschneidert sind.

  16. #16 Jörg Friedrich
    Juni 12, 2009

    Die Gemeinsamkeit von LHC und Fusionsreaktor besteht darin, dass in beiden Fällen die Kosten – um es vorsichtig zu sagen – deutlich über den ursprünglichen Schätzungen liegen und die Termine für erste Ergebnisse immer wieder deutlich nach hinten verschoben werden. Und das haben diese beiden Beispiele auch mit denen aus der Medizin-Forschung gemeinsam.

    Natürlich gibt es unvorhersehbare Schwierigkeiten,wenn man Neuland betritt. Aber wenn man Kostenschätzungen und Terminpläne macht, kalkuliert man soetwas normalerweise mit ein.

    Die Neigung, hinsichtlich Terminen und Kosten von Großvorhaben zu optimistisch zu sein, haben allerdings nicht nur Wissenschaftler – das ist ein Grundproblem vieler staatlich finanzierten Prestige-Projekte.

  17. #17 Magrat
    Juni 12, 2009

    Verstehe ich das richtig, dass in Ihren Augen der LHC ein staatliches Prestige-Objekt ist, Herr Friedrich?

    Was machen solche Leute wie Sie und der Artmann eigentlich bei SCIENCEblogs? *kopfschüttel*

  18. #18 S.S.T.
    Juni 12, 2009

    “Die Neigung, hinsichtlich Terminen und Kosten von Großvorhaben zu optimistisch zu sein, haben allerdings nicht nur Wissenschaftler – das ist ein Grundproblem vieler staatlich finanzierten Prestige-Projekte.”
    Ich denke mal das ist auch eines von zahllosen privaten Projekten. Eines unter ganz, ganz, ganz vielen: VW/Porsche. Haun Sie mal bloß nicht so auf die Steuer-Pauke, die privaten Fehlleistungen zahlen Sie auch sehr schön mit, nur gelangen die meisten Fehlleistungen nie an die Öffentlichkeit. (Sie zahlen über den Preis, da die Fehlleistungen sich von Fa. zu Fa. nicht wirklich sooo sehr unterscheiden.)

  19. #19 Jörg Friedrich
    Juni 12, 2009

    @S.S.T.
    Da haben Sie sicher recht. Diese Neigung ist wohl immer dann gegeben, wenn man fürchtet, dass man bei realistischer Kosten- und Zeitschätzung kaum eine Realisierungschance hätte, man das Projekt aber unbedingt durchführen möchte. So etwas passiert auch in der Privatwirtschaft – dort gibt es allerdings häufiger als in staatlich finanzierten Projekten den Fall, dass man selbst persönliche Konsequenzen tragen muss, wenn sich später eine Schätzung als zu optimistisch erwiesen hat

  20. #20 Ludmila
    Juni 12, 2009

    @Jörg Friedrich: Hey ja klar und Äpfel und Birnen sind auch Obst.

    Das hat der Herr Artmann geschrieben:

    unweigerlich stößt man dabei auf die Hochenergiephysik. Auch dort erklären Anhänger – oder sollte man sie Fans nennen? – seit gut 50 Jahren, dass wir in 25 Jahren funktionierende Fusionsreaktoren haben werden und damit sämtliche Energieprobleme auf der Erde für alle Zeiten gelöst sein werden

    1. Die Anhänger oder Fans der Hochenergiephysik. Wer oder was soll das sein? Als ich das letzte Mal an einem Teilchenbeschleuniger war, habe ich keine Groupies vor den Toren “Ich will ein Kind von Dir-Schilder schwenken sehen.

    2. Wer erzählt so etwas? Ich behaupte, diese Aussage ist schlicht aus den Finger gesaugt oder zumindest völlig falsch dargestellt. Ich kann mir nur einen einziges Szenario vorstellen, wo ein Teilchenphysiker so etwas von sich geben würde.

    Szenario:
    Teilchenphysiker erklärt, wozu das LHC wirklich gut ist. Higgs-Bosonen, der Erkenntnis über die Anfänge von einfach allem, Dunkle Materie etc. pp.
    Reporter: Ja, kann man damit auch was Nützliches mit machen?
    Forscher. Wie meinen Sie das jetzt?
    Reporter: Kann man damit irgendwann z.B. Strom erzeugen.
    Forscher ist leicht überfordert und genervt. Die ehrliche Antwort wäre “Keine Ahnung und es interessiert mich auch nicht. Ich hab schon mehr als genug im hier und jetzt zu tun. Kann ich hellsehen? Was wollen Sie eigentlich? Ist Wissen jetzt wertlos oder was?” Aber so etwas sagt man nicht, hat der PR-Dienst ihm eingeschärft.
    Forscher: Ähm ja, nun wenn man etwas über den Aufbau der Materie erfährt, dann ist das immer gut. Vielleicht kann man damit z.B. bessere Fusionsreaktoren bauen.
    Szenario Ende

    So und aus so etwas macht ein Peter Artmann “seit gut 50 Jahren, dass wir in 25 Jahren funktionierende Fusionsreaktoren haben werden und damit sämtliche Energieprobleme auf der Erde für alle Zeiten gelöst sein werden”

    Wollt Ihr mich beide verarschen oder seid Ihr beide wirklich derart merkbefreit, dass Ihr noch nicht mal grobe Fehler und Unterstellungen erkennt?

  21. #21 Klaus
    Juni 12, 2009

    Mag sein, dass es vor 50 Jahren arg optimistische Vorstellungen von der Realisierbarkeit eines Fusionsreaktors gab. Ich entsinne mich aber, in letzter Zeit (damit meine ich 20 – 30 Jahre) vor allem höchst vorsichtige Schätzungen gehört habe, in den Fällen, in denen sich überhaupt ein Forscher eine In-wieviel-Jahren-Zahl hat abpressen lassen. Ist aber vielleicht auch selektive Wahrnehmung und nachlassendes Erinnerungsvermögen. Als Wissenschaftsjournalist wird Herr Artmann das sicher genauer recherchiert haben, sonst würde er das ja so pauschal nicht schreiben, oder?

  22. #22 redi
    Juni 12, 2009

    Hat man Ihnen die Forschungsgelder gekürzt oder Sie gleich rausgeschmissen? Sie klingen wie die beleidigte Leberwurst. Ich weiß gar nicht, warum ich immer wieder hierher komme. Ach doch: Ist irgendwie unterhaltsam, dieser Dilettantismus.

  23. #23 S.S.T.
    Juni 12, 2009

    So etwas passiert auch in der Privatwirtschaft – dort gibt es allerdings häufiger als in staatlich finanzierten Projekten den Fall, dass man selbst persönliche Konsequenzen tragen muss, wenn sich später eine Schätzung als zu optimistisch erwiesen hat.

    Nein, Herr Friedrich, Sie zahlen auch diese Preise mit. Die aktuelle Finanzkrise ist nur die Spitze des Eisberges, an der man Missmanagment erkennt. Entweder einer Fa. wird mit Staatsknete geholfen oder Sie zahlen für Alg I + II. Und Sie haben noch nicht einmal etwas davon (MwSt), wenn der Firmeneigentümer eine Jacht in Monaco verkaufen muss. Was die pers. Risiken angeht, so sind diese parallel zu den Renditeerwartungen.

  24. #24 MartinB
    Juni 12, 2009

    ..in den 70ern sollte derKrebs besiegt werden, aber man hat uns betrogen?

    Richtig ist sicher, dass man seit den 70ern einiges darüber gelernt hat, wieviele verschiedene Krebsarten es tatsächlich gibt und dass es eigentlich “den Krebs” nicht gibt. Aber war das nutzlos?
    Haben Sie eigentlich eine Ahnung, wieviele Krebsarten es gibt? Und wieviele davon in den 70ern noch absolut tödlich waren und heute behandelbar sind?

    Und die 90er waren das Jahrzehnt der Hirnforschung – stimmt, aber dass wir dabei unglaublich viel über das Gehirn gelernt haben, dass es auch hier viele neue Therapien etc. gibt zählt wohl auch nicht.

    Das Missverständnis kommt hier sicher da durch, dass in populären Veröffentlichungen immer gleich das Maximalversprechen gegeben wird – wenn ein Forscher irgendeinen Mechanismus entdeckt, der es erlaubt, einen Aspekt eienr Krebsart zu verstehen, steht in der Zeitung dann gleich “Mittel gegen Krebs entdeckt”. Aber als Journalist sollten Sie doch etwas tiefer gehen.

  25. #25 Jane
    Juni 12, 2009

    Ja, ja diese Forscher! Haben nix zustande gebracht, die kiffen sich wahrscheinlich mit unseren Steuergeldern während der Arbeitszeit die Birne zu. Gut, dass es Überflieger wie Herrn Artmann gibt, die diesen Skandal der Öffentlichkeit bekannt geben.

    BTW, Herr Artmann, worüber promovieren Sie noch mal und in welchen Fachzeitschriften haben Sie bereits publiziert? Die Frage wurde ja schon häufiger gestellt, aber nie beantwortet.

  26. #26 radicchio
    Juni 13, 2009

    »Aber als Journalist sollten Sie doch etwas tiefer gehen.«

    MartinB, es sind doch die journalisten, welche überzogene erwartungen schüren. um sich einige jahre später über das nicht eingehaltene »versprechen«, welches sie selbst getextet haben, zu echauffieren. sie sind es, die studienergebinsse nach gusto interpretieren (akupunktur wirkt!) und die menschen letztlich nur verdummen, ihr interesse an wissenschaft abwürgen mit polemik.

    von einem journalisten tiefgang zu erwarten, das ist das gleiche, wie einen fuchs vom vegetarismus überzeugen zu wollen.

  27. #27 Peter Artmann
    Juni 13, 2009

    Ich verstehe nicht, weshalb hier wieder Denkverbote erteilt werden.

    Mein Ansatz ist doch gar nicht so schwer zu verstehen:

    Forschung ist teuer und muss stets einen Geldgeber finden.

    Deshalb kann auch ein Wissenschaftler nicht beliebige Themen, die ihm wichtig erscheinen, “einfach so” erforschen.

    Forschungsanträge müssen gestellt und geprüft werden.

    Zum Ausschütten stehen dann bestimmte Fördertöpfe bereit.

    Die Fördertöpfe sind grundsätzlich themengebunden.

    Und die Auswahl der Forschungsthemen wird von der Gesellschaft an die Wissenschaft herangetragen. Hier setze ich an.

    Denn ich sehe mittlerweile eine ganze Reihe anderer praktischer Probleme, die ebenso gute Gründe haben, erforscht zu werden.

    Und da es Mittel nicht unbegrenzt gibt … müsste an anderer Stelle gespart werden.

    Ach und dieses Geschreiben von den guten Wissenschaftlern und den bösen Journalisten, erinnert nicht von ungefähr an das Selbstmitleid der besonders fleißigen Politiker.

  28. #28 radicchio
    Juni 13, 2009

    »Und die Auswahl der Forschungsthemen wird von der Gesellschaft an die Wissenschaft herangetragen.«

    nö.

  29. #29 Florian Freistetter
    Juni 13, 2009

    “Und die Auswahl der Forschungsthemen wird von der Gesellschaft an die Wissenschaft herangetragen. Hier setze ich an.”

    Und genau das ist Blödsinn. Wer ist “die Gesellschaft”? Und warum sollen diese Leute besser darüber Bescheid wissen, was sich zu erforschen lohnt als die Forscher?

  30. #30 S.S.T.
    Juni 13, 2009

    Herr Friedrich, bitte listen Sie doch mal auf, was nach Ihrer Meinung erforscht werden soll und was nicht.

    Auch eine retrograde Erfassung wäre nicht schlecht und zumindest amüsant. In der Forschung gibt es in der Tat eine ganze Reihe von Themen, die augenscheinlich grenzwertig sind. Nur, wer will das bitteschön im Voraus beurteilen? Die sog. Gesellschaft, die Journaille? Ich lach mich kaputt.

    Mein Tip für ein Thema: Der Zufall in der Forschung; Fleming, Ziegler um nur zwei Stichworte zu geben. Berührt sehr vieles.

  31. #31 Querdenker
    Juni 13, 2009

    Das Internet-Mobbing geht weiter.

    Peter Artmann wurde bei Esowatch eingetragen.

    http://esowatch.com/index.php?title=Peter_Artmann

    Dem unseriösen Esowatch-Portal fehlt noch immer das Impressum.

    http://esowatch.com/index.php?title=EsoWatch:Impressum

  32. #32 Jörg Friedrich
    Juni 13, 2009

    @Klaus· 12.06.09 · 17:41 Uhr:
    Als vor 3 Jahren das Projekt ITER Reaktor gestartet wurde, ging man von inem Produktivstart 2020 aus. Heute ist man bei 2025. Die Schätzung dser Projektkosten hat sich in diesem Zeitraum verdoppelt. (nature, 459, 28.05.2009, Seite 488)

    @S.S.T.: Ich weiß zwar nicht genau, warum Sie mich das ier fragen, aber in meinem Artikel “Grundlagenforschung und Gesellschaft” habe ich diese Frage implizit beantwortet: Ich wünsche, dass jedes Thema erforscht wird, für das sich Sponsoren finden. Diese müssen begeistert werden, sei es, weil sie konkreten Nutzen erwarten oder weil sie das Thema einfach spannend finden. UNd die Begeisterung muss erhalten werden.

  33. #33 Florian Freistetter
    Juni 13, 2009

    @Friedrich: “Ich wünsche, dass jedes Thema erforscht wird, für das sich Sponsoren finden. Diese müssen begeistert werden, sei es, weil sie konkreten Nutzen erwarten oder weil sie das Thema einfach spannend finden.”

    Man kann die Forschungsförderung durchaus dem freien Markt überlassen. Aber das führt dann meiner Meinung nach erst Recht dazu, dass sich z.B. bei ihren Forschungsanträgen bemühen werden, irgendwo den Satz “Damit könnte man Krebs heilen” unterzubringen. Durch so ein Förderungsprinzip bekommt verstärkt man das, was hier kritisiert wird, noch: der Druck auf Wissenschaftler, zu optimistische Aussagen zu machen, wächst. Das ist der Grund, warum (zusätzlich) der Staat Grundlagenforschung fördern muss; auch und gerade Projekte, die sonst keine Sponsoren finden (was nicht heisst, dass hier keine Überprüfung stattfinden soll). Das gehört durchaus zu seinen Aufgaben und Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft.

  34. #34 MartinB
    Juni 13, 2009

    Lieber Herr Artmann,

    es geht doch (zumindest mir) nicht darum, Denkverbote zu erteilen. Es geht darum, dass Sie den populären Medien entnommene, hochgejubelte Statements aus der Vergangenheit nehmen, und aus der Tatsache, dass die dort erweckten überzogenen Erwartungen nicht eingehalten wurden schließen, dass die Forschung sinnlos war.
    Als hätte die intensive Krebsforschung der 70er und nachfolgender Jahre nichts bewirkt. Gut, es hat sich herausgestellt, dass Krebs kompliziertert ist, als man damals dachte, aber schauen Sie doch mal, wieviele Krebsarten in den 70ern ein Todesurteil ware und heute heilbar sind oder zumindest lebensverlängernd therapiert werden können.
    Und diese simple Schwarz-Weiß-Denke (“trotz des Jahrzehnts der Hirnforschung gibt es noch psychische Krankheiten”) ist doch hier der Aufreger.
    Und gerade als Journalist tragen Sie doch hier eine Mitverantwortung, die Komplexität der Wissenschaft der Gesellschaft zu vermitteln.

    Dass Sie die Frage stellen, ob Themen, die gerade wissenschaftlich “modern” sind, tatsächlich immer halten, was sie versprechen, ist prinzipiell völlig nachvollziehbar und berechtigt – aber dann bitte mit mehr Bezug zur Realität. Und möglichst auch mit einer konkreten Idee, wie man denn entscheiden soll, welche Themen vielversprechend sind. (“Die Gesellschaft” ist dann doch etwas zu schwammig.) Ansonsten erweckt es einfach den Eindruck des Wissenschaftler-Bashings.

  35. #35 Jörg Friedrich
    Juni 13, 2009

    @Florian Freistetter: Ich habe durchaus nicht die Vorstellun, dass jeder Sponsor ein privater sein muss. Der größte Sponsor – gerade der Grundlagenforschung – ist und soll der Staat sein

  36. #36 Peter Artmann
    Juni 14, 2009

    Erstens sage ich nicht, dass die Forschung sinnlos war – oder ist – ich schreibe lediglich, dass der Output nicht überwältigend war oder ist.

    Und bezüglich der Kritik am Begriff “Gesellschaft” … soll ich stattdessen Politik schreiben? Ist das dann präziser? Es geht doch um den größen Investor.

    Aber abgesehen davon plädiere ich für mehr Ehrlichkeit! Wir sollten endlich aufhören uns bezüglich des Begriffs “Grundlagenforschung” etwas vorzumachen.

    Es gibt kaum noch “Grundlagenforschung”. Nahezu die gesamte Forschungslandschaft ist themengebunden!

  37. #37 Jane
    Juni 14, 2009

    “Ich verstehe nicht, weshalb hier wieder Denkverbote erteilt werden.”

    Denkverbote, Herr Artmann, kann nur der Staat erteilen (genauso, wie übrigens Zensur nur vom Staat ausgehen kann). Sie werden einfach nur für den Schmonzes kritisiert, den Sie hier ablassen. Dass Sie jetzt alle, die Ihnen widersprechen als “Faschisten/Stalinisten” diffamieren sagt mehr über Sie als über Ihre Kritiker.

    Aber naja, wer den Unterschied zwischen “Politik” und “Gesellschaft” nicht kennt, der verwechselt auch die freie Meinungsäußerung seiner Gegner mit Denkverboten.

  38. #38 radicchio
    Juni 14, 2009

    »Erstens sage ich nicht, dass die Forschung sinnlos war – oder ist – ich schreibe lediglich, dass der Output nicht überwältigend war oder ist.«

    herr artmann, es drängt sich die frage auf, ob sie für dieses urteil qualifizierend in »die forschung« involviert sind und was sie als maßstab für ihr urteil heranziehen.

    sollte der maßstab aus BILD-headlines bestehen, erübrigt sich diese diskussion.

    ich halte es von der »wissenschafts«-journaille(*) für überaus unredlich, erst unrealistische erwartungen zu wecken und »durchbrüche in absehbarer zeit« zu propagieren, und dann, wenn sich das ganze doch als zu komplex für den simplen schreiberlingsschädel herausstellt, die forschung in grund und boden zu polemisieren. das billige ich lieschen müller zu. und sonst niemandem.

    (*) ob sie sich selbst dort verorten mögen, überlass ich ganz ihnen.

  39. #39 MartinB
    Juni 14, 2009

    “Erstens sage ich nicht, dass die Forschung sinnlos war – oder ist – ich schreibe lediglich, dass der Output nicht überwältigend war oder ist.”

    Eben. und jetzt googeln Sie sich mal Sterblichkeitsstatistiken für Morbus Hodgkin, Hodenkrebs, Leukämie bei Kindern usw. und überlegen, ob Sie dieses Statement wirklich aufrecht erhalten wollen.

    Ihr Grundanliegen – wir müssen uns fragen, wie wir begrenzte Geldmittel in der Forschung verteilen wollen, und der eine oder andere Hype kann hier zu Problemen führen – ist ja verständlich und nachvollziehbar. Die Beispiele, mit denen Sie das begründen, sind allerdings mindestens fragwürdig.

    “Und bezüglich der Kritik am Begriff “Gesellschaft” … soll ich stattdessen Politik schreiben? Ist das dann präziser? Es geht doch um den größen Investor.”

    Nein. Präzise wäre es, wenn Sie konkret sagen würden, *wie* Sie sich vorstellen würden, dass die Politik in die Forschungsförderung eingreifen soll. Soll es einen Forschungsrat geben, der die Gelder verteilt? Wie soll er besetzt werden? Oder sollen Forschungsprojekte per Volksentscheid verteilt werden? Oder wie?

    Ihre Idee am Ende des Artikels, die Leute in Forschungseinrichtungen einzusperren, war ja vermutlich tendenziell ironisch gemeint (und es ist ja nicht so als gäbe es nicht schon MPIs usw.) – falls nicht, dann auch da wieder die Frage: *Wer* entscheidet, *welche* Mittel für *welche* Einrichtung zur Verfügung stehen. Hilft also nciht wirklich. (Mal davon abgesehen, dass es ein Verbrechen wäre, die Humboldsche Idee der Einheit von Forschung und Lehre aufzugeben.)

    Und ist es nicht gerade so (wie auch andere hier angemerkt haben), dass es die politischen Zwänge sind, die dazu führen, dass Wissenschaftler heutzutage versuchen müssen, möglichst irgendwie noch die weltrettende Anwendung in ihr Projekt unterzubringen und deshalb überzogene Prognosen stellen?

    “Aber abgesehen davon plädiere ich für mehr Ehrlichkeit! Wir sollten endlich aufhören uns bezüglich des Begriffs “Grundlagenforschung” etwas vorzumachen.
    Es gibt kaum noch “Grundlagenforschung”. Nahezu die gesamte Forschungslandschaft ist themengebunden! ”

    Diesen Satz verstehe ich nicht so ganz. Was meinen Sie denn mit Themengebunden? Ist Grundlagenforschung in Ihren Augen nicht themengebunden, sondern irgendwie zielloses herumwursteln? Oder wie?
    Und natürlich gibt es auch heute noch Grundlagenforschung, bei der mögliche Anwendungen nicht absehbar sind, und Forschung, die garantiert niemals eine Anwendung finden wird.

  40. #40 Rincewind
    Juni 14, 2009

    ZIT Artmann: “Aber abgesehen davon plädiere ich für mehr Ehrlichkeit! Wir sollten endlich aufhören uns bezüglich des Begriffs “Grundlagenforschung” etwas vorzumachen.

    Es gibt kaum noch “Grundlagenforschung”. Nahezu die gesamte Forschungslandschaft ist themengebunden!”

    Ich versteh sie nicht. Erst bürsten Sie mit abenteuerlicher Ignoranz die Grundlagenforschung nieder, dann beklagen Sie sich über die Wissenschaftsbetrieb, der diese vernachlässigt?

    Dass es hier tatsächlich Probleme gibt was die Kurzfristigkeit und Ergerbnissorientiertheit bei der Vergabe von Forschungsgeldern gibt, bestreitet ja niemand, sowas wär mal wirklich ein Thema.

    Aber Sie belieben wohl wie Kollege Friedrich eher das Rundumbashing ohne Sinn und Verstand zu betreiben.

  41. #41 Albert Wilfert
    Juni 15, 2009

    Am besten wäre es den Wissenschaftsbetrieb auf das Mass des 19. Jhdt. zurückzufahren. In dieser Zeit wurden die grossen Entdeckungen gemacht ohne diese riesige Getöse im vorhinein, das Erwartungen weckt, die niemals erfüllbar sind.
    Mit einem Bruchteil der Mittel, der heute zur Verfügung steht. Gerade die astronomische Vergrösserung der materiellen Resourcen hat Leute auf den Plan gerufen, die in der Wissenschaft eigentlich nichts zu suchen haben. Der Wissenschaftler sollte wieder zum Forscher werden, der sich mit festen Prinzipien und Enthusiasmus auf die Suche begibt in ein unbekanntes Land.
    Und nicht vorher schon ausposaunt, was er finden wird.
    Chargaff hat behauptet, dass schon die Sequenzierung des Human Genom mit einer eisernen Regel der Wissenschaft brach, nämlich der Überprüfbarkeit. Seiner Ansicht nach könnte nur eine Heerschar von Wissenschaftlern in vielen Jahren das nachrechnen. Bis dahin hatte eine Versuch nur Gültigkeit, wenn er überprüft werden konnte. Was in diesem Fall nicht mehr möglich ist in angemessener Zeit. Damit ist der Spekulation Tür und Tor geöffnet.
    Weiters hat er behauptet, dass sich die Hoffnung in die Gentechnik nicht erfüllen wird. Gerade 20 Jahre danach scheint er verifiziert zu werden.
    Schade dass man sowenig auf ihn hört. Er hat gute und konstruktive Vorschläge gemacht um das Abgleiten der Wissenschaft zu einer Sekte von Abenteurern, P.R. Fachleuten und geldgeilen Spekulanten zu verhindern.
    So wird halt nach der Gentechnik eine neue Sau gefunden werden und durchs Dorf getrieben. Und nach 10 Jahren die Nächste. Der Vorteil für die Menschen ist mehr als fragwürdig.

  42. #42 MartinB
    Juni 16, 2009

    “Am besten wäre es den Wissenschaftsbetrieb auf das Mass des 19. Jhdt. zurückzufahren.”

    hahahahahahahahahaha.

    Klar, früher war alles besser, und im 19.Jh wurden mit einem Bruchteil der Mittel von heute vielmehr Ergebnisse erzielt – der Transistor, der Laser, der Computer, das Internet, die moderne Medizin, die Quantenfeldtheorie, die Urknalltheorie, die moderne Synthese der Evolution, der Quanten-Hall-Effekt, der Riesenmagnetowiderstand, (um nur die ersten paar Sachen zu nennen, die mir spontan einfallen) alles Dinge, die im 19.Jh im heldenhaften Alleingang entdeckt und erfunden wurden, ohne den blödsinnigen Wisenschaftsbetrieb…

    Und natürlich wird das menschliche Genom überprüft – falls Sie es noch nicht gemerkt haben, die Geschwindigkeit der Gensequenzierung steigt extrem schnell. Und spätestens bei den Anwendungen des Genoms wird man dann merken, falls irgendwo ein fehler stecken sollte (was sich bei einem solchen Riesenprojekt natürlich tatsächlich nicht ausschließen lässt).

  43. #43 Andrea N.D.
    Juni 16, 2009

    @Wilfert: Na endlich haben Sie sich zeitmäßig geoutet. Ihr wertes Geburtsdatum fällt wohl auch noch in die Zeit vor der Entdeckung der elektrischen Glühbirne. Deshalb hätte ich folgendes Vorschlag: Bitte belästigen Sie uns hier nicht mehr mit Ihren niveaulosen und inkonsistenten Gedanken. SIE können nämlich gar nicht schreiben. Der Wissenschaftsbetrieb des Maßes des 19. Jahrhunderts kennt nämlich keine BITS. Also setzen Sie sich mit einer Feder an Ihren Sekretär und vergessen Sie nicht die Briefmarke, wenn Sie Ihren Brief per Postkutsche an Science Blogs schicken. Ewig Gestrige haben der Welt bislang nur geschadet.

  44. #44 Alice
    Juni 16, 2009

    “forschungspolitische Überlegungen”

    Wieder ein Thema, von dem der Blogautor keine Ahnung hat. Langsam wird es eng bei der Frage: Talent gesucht.

  45. #45 Alice
    Juni 16, 2009

    Mal eine Frage an die Scienceblogs-Redaktion. Bekommt man mit solchen Einträgen Honoarar?

  46. #46 Albert Wilfert
    Juni 16, 2009

    @ MartinB

    Das Problem ist hier nur, dass ein Fehler recht drastische Konsequenzen haben könnte. Bis jetzt war das Problem bei Unglücken in der Vergangenheit (Seveso/Bhopal/Tschernobyl) am Anfang am grössten und verringerten sich im Ablauf der Zeit durch die natürlichen Zerfall der Giftstoffe . Bei einem Fehler durch genetische Manipulation könnte es passieren, dass gefährliche Lebewesen (Viren, etc.) geschaffen werden, die durch die natürliche Vermehrung nicht mehr kontrollierbar wären. Und das sind keine sehr guten Aussichten.

  47. #47 Albert Wilfert
    Juni 16, 2009

    @ Andrea N.D

    Was soll man da darauf sagen. Ich habe doch nur von der Struktur des Wissenschaftsbetriebes gesprochen und nicht von den Erfindungen.
    Aber das wollen sie halt nicht verstehen. Ich kann mit den Erfindungen des 20. Jhdt. ganz gut umgehen und bin auch fast gezwungen, es zu tun. Wirklich aussuchen kann man sich das nicht. Ob sie wirklich für die Menschen so segensreich sind, steht auf einem anderen Blatt.

  48. #48 Adromir
    Juni 16, 2009

    Bei einem Fehler durch genetische Manipulation könnte es passieren, dass gefährliche Lebewesen (Viren, etc.) geschaffen werden, die durch die natürliche Vermehrung nicht mehr kontrollierbar wären. Und das sind keine sehr guten Aussichten.

    Wenn sich niemand hinsetzt und gezielt so einen Supervirus erschafft, dann ist die Wahrscheinlichkeit nicht größer, als bei einem “natürlichen” Virus.

  49. #49 Albert Wilfert
    Juni 16, 2009

    @ Adromir

    Wenn sich niemand hinsetzt. Da bin ich ja ganz beruhigt. Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass sich meist Irgendeiner hinsetzt und das tut, was möglich ist, aus welchen Gründen auch immer.
    Ich kenne mich da fachlich zuwenig aus. Prof. Dr. Erwin Chargaff, der sich auskannte, sagte dass, das bei der sogenannten recombinant DNA recht leicht passieren könnte.
    Also wer hat recht. Ein Wissenschaftler der ein halbes Jahrhundert an der Spitze gearbeitet hat und entscheidende Entdeckungen dazu gemacht hat, oder Adromir?

  50. #50 Adromir
    Juni 16, 2009

    @A.W.: Und immer noch verstehen sie nicht, daß Argumente ad Autoritatem hier nichts bringen. Wie ihnen schon erzählt wurde, hat sich seid der Eremetierung des Professors eine Menge getan, was unser Wissen auf diesem Gebiet angeht.

    Wenn sich niemand hinsetzt. Da bin ich ja ganz beruhigt. Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass sich meist Irgendeiner hinsetzt und das tut, was möglich ist, aus welchen Gründen auch immer.

    Natürlich besteht immer die Möglichkeit, daß eine Technik mißbraucht wird, unbestritten, aber lehnen sie deswegen den Automobilbau ab, weil durch Autos Menschen zu Tode kommen?

  51. #51 Albert Wilfert
    Juni 16, 2009

    @ Adromir

    Argumente ad autoritatem bringen hier Nichts. Offensichtlich.
    Ich bin so altmodisch, dass ich bei einem Thema, bei dem ich mich nicht auskenne, versuche, auf mir als vertrauenswürdig erscheinende Ansichten zurückzugreifen.
    Ich halte das für redlich.
    Wahrscheinlich wäre es besser überhaupt die Schnauze zu halten, nur wenn das jeder beherzigen würde, wäre es sehr still auf dieser Welt.

    Nein, ich lehne den Automobilbau nicht grundsätzlich ab, was auch dumm wäre. Ich bin nur gegen die Anbetung.
    Die Vorteile liegen auf der Hand, die Nachteile und die Zerstörung der Umwelt sind aber auch ziemlich klar.
    Die Atombombe lehne ich grundsätzlich ab, was auch nicht viel hilft, da ich nicht gefragt werde. Und die hätte, im Gegensatz zu Fahrzeugen, ohne die Wissenschaft nicht einfach gebaut werden können.

  52. #52 Adromir
    Juni 16, 2009

    Die Atombombe lehne ich grundsätzlich ab, was auch nicht viel hilft, da ich nicht gefragt werde. Und die hätte, im Gegensatz zu Fahrzeugen, ohne die Wissenschaft nicht einfach gebaut werden können.

    Genau, weil sich sowas wie notwendige thermo-/mechanische Prinzipien den Konstrukteuren in Visionen offenbart hätte

  53. #53 MartinB
    Juni 16, 2009

    Nanu? Eben war es noch so, dass die moderne Forschung nix taugt und eh zu keinen Ergebnissen führt, und jetzt, nachdem das widerlegt ist, ist die moderne Forschung schlecht, weil sie ganz schnell und leicht zu ganz bösen Ergebnissen führt? Klasse, hier wird die Ziellinie schneller verschoben, als man gucken (geschweige denn argumentieren) kann.

    Ja, moderne Forschung kann zu Problemen führen. Ja, deshalb muss man sie auch kontrollieren. Aber so einfach Schwarz-Weiß, wie man das gern darstellt, ist die Welt nicht – schauen Sie mal in die Biografie vom Herrn Oppenheimer, dann sehen Sie, dass es durchaus auch gute Gründe gab, die Bombe zu bauen und auch das Einsetzen der Bombe war – immerhin war man im Krieg und rechnete womöglich noch mit monatelangen, überaus blutigen Inselschlachten im Pazifik – nicht ganz so offensichtlich böse, wie es im Nachhinein aussieht. (Nein, das soll nicht heißen, dass ich es gutheiße, aber es galt damals, Argumente abzuwägen, was schwieriger war, als es im Nachhinein aussieht).

    Und schließlich, was das Anrufen von Autoritäten angeht: Prinzipiell ist nichts dagegen zu sagen, auch mal einer Autorität zu vertrauen (ich habe auch nicht alle Gleichungen der Relativitätstheorie nochmal hergeleitet) – allerdings sollte es vielleicht jemand sein, der an aktueller Forschung beteiligt ist, wenn es um ein aktuelles Thema geht, und das ist Chargaff vielleicht nicht die erste Wahl…

  54. #54 Andrea N.D.
    Juni 16, 2009

    @A. Wilfert: Na ja, aber wenn Sie das Maß herunterfahren, hätten Sie immer noch keine Bits (die kämen dann nämlich erst 2750 oder so), insofern ist Ihr Einwand Makulatur und deshalb noch einmal meine Bitte: Benutzen Sie doch einfach die nicht-segensreichen Erfindungen nicht und begeben sich zurück in das 19. Jahrhundert. Ich weiß, ich weiß, man kann Ihren Unsinn nicht ernst nehmen, aber wenn es zu blöd wird, nehmen Sie die Postkutsche, dann kommen nicht ganz so viel Kommentare.

  55. #55 Albert Wilfert
    Juni 17, 2009

    @ Adromir

    Die Fahrzeuge müssten halt langsamer fahren, was kein wirklicher Nachteil wäre.
    Ausserdem kann man solche Dinge auch empirisch herausfinden.

  56. #56 Albert Wilfert
    Juni 17, 2009

    @ Adromir

    Die Fahrzeuge müssten halt langsamer fahren, was kein wirklicher Nachteil wäre.
    Ausserdem kann man solche Dinge auch empirisch herausfinden.

  57. #57 Gluecypher
    Juni 17, 2009

    @F.artman

    Die Physik ist nicht mein eigentliches Anliegen. Ich wollte lediglich mit einem Begriff LHC und Fusionsreaktor zusammenkriegen . Ich habe dafür Hochenergiephysik gewählt, weiß immer noch nicht, was besser wäre?

    Auweia! Physik ist nicht nur nicht Ihr eigentliches Anliegen, sondern Sie haben von Physik ungefähr soviel Ahnung wie die Kuh vom Uhrmacherhandwerk.

    Grundsätzlich geht es mir aber ohnehin nicht um Wortdefinitionen, sondern um die Bündelung von Kompetenzen an bestimmten Standorten und die Begrenzung von Budgets

    Hmmm….von den Größenwahnsinnigen 3% des Bundeshaushalts für den Betrieb von Unis und Ausseruniversitären Forschungseinrichtungen müssen wir unbedingt mindestens die Hälfte einsparen. Bringt ja eh’ nix.

    Aber dann lässt man die Forscher in Ruhe Mäuse, Bakteriophagen und was auch immer vernichten. Muss ja nicht alles so floppen wie der LHC.

    Ach so, da Sie keine Ahnung von Physik haben ist es an Ihnen, den Erfolg oder Misserfolg des LHC zu Beuteilen. Magalomanie ist da wohl der angebrachte Ausdruck.

    Wer eins und eins zusammenzählen kann, wird zweifellos feststellen, dass die Gesellschaft erneut um zahlreiche Milliarden betrogen wurde.

    Starke Worte. Haben Sie schon mal im StGB § 263 nachgesehen? Oder Unter StGB §§ 164, 187 & 187? Die könnten nämlich auf Sie zutreffen.

    @Jörg Friedrich

    So etwas passiert auch in der Privatwirtschaft – dort gibt es allerdings häufiger als in staatlich finanzierten Projekten den Fall, dass man selbst persönliche Konsequenzen tragen muss, wenn sich später eine Schätzung als zu optimistisch erwiesen hat.

    Ungefähr solche Konsequenzen, wie sie Herr Middelhoff gerade zu tragen hat, der arme? Oder Frau Schäffler? Oder Herr Wiedeking? Da waren die Schätzungen nicht optimistisch, sondern unrealistisch bis zum Anschlag. Also wenn 85 Mios. Einkommen eine Konsequenz aus Missmanagement ist, dann nehme ich solch eine Konsequenz gerne in Kauf.

    @Wilfert

    Klar, jemand, der medizinische “Errungenschaften” aus der Zeit Napoleons für das Nonplusultra hält, möchte die Zeit eben gerne zurückdrehen. Wieso sind Sie dann nicht so konsequent und verweigern die Nutzung der Erkentnisse, die seither gewonnen wurden? Ach so, wäre unbequem. Ja, nee, ist klar. Darauf schimpfen kann man aber dann schon.

  58. #58 miesepeter3
    Juni 19, 2009

    @Peter Artmann

    Wenn man einem Hund auf den Schwanz tritt, jault dieser.
    Wenn man einem Wissenschaftler……………..?
    Wenn man einem Wissenschaftler die Forschungsmittel wegnehmen will, dann jault er nicht nur, sonder beißt auch. Und das zu recht. Forschung ist aufgrund der immensen Datenmengen und technischem Aufwand, die heutzutage dabei anfallen, sehr teuer und kann daher nicht mehr beliebig privat aufgebracht werden.
    Und ohne Forschung ist das Leben für den Forscher ziemlich sinnlos und für die Gesellschaft gibt es keinen Fortschritt mehr. Will man das?
    Sollte Ihr Artikel reine Satiere sein, so haben Sie mit an den hier aufgelaufenen Reaktionen selbst Schuld. Es gibt nicht viele Wissenschaftler, die auch mal über sich selbst lachen können.

  59. #59 Adromir
    Juni 19, 2009

    Es gibt nicht viele Wissenschaftler, die auch mal über sich selbst lachen können.

    Da kennen sie aber nur wenige Wissenschaftler. Unsere Physikvorlesungen sind immer die reinste Comedyshow, so wie sich der Prof und sein Assistent verbal bekriegen.
    Und im Netz gibt es mehr als genug Beispiele für den Humor von Wissenschaftlern.

    Ernsthaftes und gewissenhaftes Arbeiten schließen Spass und Humor nicht aus

  60. #60 miesepeter3
    Juni 19, 2009

    @Adromir

    Ernsthaftes und gewissenhaftes Arbeiten schließen Spass und Humor nicht aus

    Habe ich nie bezweifelt. Frage ist nur, lachen die dabei auch über sich selbst?

  61. #61 Adromir
    Juni 19, 2009

    Hauptsächlich üer sich selbst. Selbstkritik und Reflexionsfähigkeit führen fast zwangsläufig dazu 😉

  62. #62 Bundesratte
    Juni 25, 2009

    Ich habe selten einen schlechteren Artikel gelesen als diesen.
    Kritik gabs bereits genug, ich unterschreibe nur noch.

    Peter Artmann ist Biologe, promoviert an der Medizinischen Hochschule Hannover, arbeitet als Wissenschaftsjournalist und als Webdesigner.

    Ich wünsche dem angehenden Webdesigner alles Gute!

    Bundesratte