Das Delphinkalb im Duisburger Zoo im Alter von einer Woche verstorben.
Die Todesursache: Lungenentzündung.
Im Duisburger Zoo sind seit 1971 22 Delphine zur Welt gekommen.
7 davon leben noch.
15 sind verstorben, davon 13 innerhalb des ersten Jahres.
http://www.delfinarium-zoo-duisburg.de/unsere_tiere_jungtiere.html

“Bis Frühjahr 2016 wollen Tierrechtler einen Bericht zum Tod der Nürnberger Jungtiere vorlegen, basierend auf 22.000 Seiten Aufzeichnungen der Tierärzte und -pfleger.” http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/duisburger-zoo-untersuchung-soll-tod-des-definbabys-klaeren-aid-1.5337715
Das hört sich nicht nach einer unabhängigen Untersuchungskommission an.

Mehr Fakten habe ich zurzeit nicht.
Eigentlich wäre das für mich auch keinen Blogartikel wert.
Aber einige Delphinschützer haben mal wieder den Heiligen Krieg um Zoodelphine ausgerufen.
Die aggressive Vorgehensweise dieser extremen Delphinschützer ist für mich unsäglich, es geht um Meinung, nicht um Fakten. Mit viel Polemik und sehr lautstark.
Zoos, Tierärzte und Biologen haben diesen unsachlichen Anwürfen wenig entgegenzusetzen, sie versuchen eher sachlich zu bleiben.
So entsteht in der Öffentlichkeit ein verzerrtes Bild.
Und darum schreibe ich jetzt doch.
Ziel dieses Beitrags ist, herauszufinden, welche Fakten hinter den Anwürfen der Delphinariumsgegner, hier: der WDSF, stehen.

Artgerechte Haltung – ein paradiesischer Zustand?

Das Leben von Delphinen im Meer ist ein leben voller Stress, Aggressionen, Nahrungsknappheit und insgesamt sicherlich nicht paradiesisch. Hier stelle cih ein paar Fakten zu frei lebenden Delphinen vor.
Das Habitat der Freiland-Delphine
Der Lebensraum jeder Delphin-Population ist einzigartig.
Manche Küsten-Population bringt den größten Teil ihres Lebens in flachem Wasser, das oft nicht tiefer als 3 Meter ist, in einem eng umgrenzten Gebiet zu. Andere leben im offenen Ozean.
Es ist nicht belegt, dass Delphine es toll finden, hinter ihrer Nahrung her zu schwimmen. In manchen Habitaten (Shark Bay, Australien) ist nachgewiesen, dass gerade Mütter mit Jungtieren erhebliche Probleme haben, genügend Nahrung zu finden. Sie hatten darum eine neue Technik entwickelt: Das Schwammtauchen. Allerdings war ihr Ernährungszustand immer noch eher schlecht.
http://scienceblogs.de/meertext/2014/01/10/delphin-verhaltensforschung-von-schwammtauchern-und-kindsmoerdern-1/

In der Haltung von Tieren in menschlicher Obhut geht es um eine tiergerechte Haltung.
http://www.scilogs.de/vom-hai-gebissen/tiergerecht-und-artgerecht-eine-betrachtung/

Aggression durch unnatürliche Gruppenzusammensetzung?
Intraspezifische Aggression (aggressives Verhalten innerhalb einer Art) gehört in vielen Delphinpopulationen zum Alltag.
In mehreren Populationen von Großen Tümmlern kommt es regelmäßig zum Kindstod. Erwachsene Männchen attackieren Jungtiere, die an ihren schweren Verletzungen sterben.
http://scienceblogs.de/meertext/2014/01/12/delphin-verhaltensforschung-2-von-schwammtauchern-und-kindsmoerdern/

In freier Wildbahn kommt noch die interspezifische Aggression (aggressives Verhalten zwischen verschiedenen Arten) dazu. Haie, Orcas, Langflossen-Grindwale,…- sie alle jagen Delphine.

Stress?

Intra- und interspezifische Aggression, Nahrungssuche, …in ihrem Lebensraum im Meer haben Delphine jede Menge Stress.
Neu geborene Delphine werden nicht in rosa Kuscheldecken gewickelt und von allem Stress bewahrt, sondern sind, wie alle wilden Tiere, gleich voll im Milieu. Mit sämtlichen Stressfaktoren.

Delphinarium böse, Freiland gut?
Nein.
1. Weltweit leiden viele Delphinpopulationen unter starker Bejagung (legal und illegal) durch Menschen. Das bedeutet, dass in manchen Arealen jährlich mehrere Hundert Delphine abgeschlachtet werden. Delphine sind leider durch die Statute der IWC nicht geschützt sondern als Kleinwale vogelfrei. Alle Anstrengungen, die Kleinwale international unter IWC-Quoten zu stellen und dadurch die Fangquoten überhaupt regulieren zu können, waren bis jetzt erfolglos. Von einem Stopp des Kleinwalfangs können wir im Moment nicht einmal träumen (mich persönlich macht es unglaublich wütend).
2. Weltweit sterben Hunderte von Delphinen jährlich an direkten Folgen der anthropogenen Umweltverschmutzung.
Ich hatte die Folgen der Ölpest im Golf von Mexiko nach der Explosion der Deepwater Horizon verfolgt: In den Folgejahren sind dort so viele Frühgeburten oder Neugeborene der Großen Tümmler gestorben, wie nie zuvor. Die Tierärzte und Biologen vor Ort schätzen, dass in einigen Jahren fast der gesamte Offspring eines Jahres verstorben ist. Es ist schwierig, den Zusammenhang zwischen Delphintod und Ölpest direkt nachzuweisen. Die seit Jahrzehnten geführten Statistiken und die Begleitumstände sind für die meisten Wal-Experten aber sehr starke Hinweise darauf. Auch wenn der Ölkonzern versucht, es zu verschleiern.
Wer sich für diese Diskussion interessiert, findet hier mehr:http://blog.meertext.eu/2012/07/30/%E2%80%9Eder-perfekte-sturm%E2%80%9C-fur-die-delphine-des-golf-von-mexiko-kommentar/

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Kommentare (53)

  1. #1 JW
    28. August 2015

    Danke für den Beitrag. Und irgendwie fiel mir wieder der überdimensionierte Porsche Cayenne mit “Sea shepherd”-Aufkleber ein. Ein gutes Gewissen ist so einfach 😉

    • #2 Bettina Wurche
      28. August 2015

      @JW: Vielen Dank für genau diesen Kommentar. Genauso geht es mir nämlich auch. Als ich gestern auf dem Fahrrad an einem Auto mit “SeaShephard”-Aufkleber vorbeistrampelte. Als ich mein Studium bekann und Anfang 20 war, war ich auch ein Fan von Sea Shephard und viel radikaler. Aber mittlerweile habe ich mich etwas weiterentwickelt und weiß leider, dass es für den Walschutz nicht so eine einfache Lösung gibt. Aber ich mache natürlich trotzdem weiter : )

  2. #3 Silke
    28. August 2015

    Vielen Dank, dass Sie diesen Kommentar geschrieben haben.
    Es fasst die ganze Situation sehr schön zusammen.
    Ich persönlich habe seit über 20 Jahren Einblick hinter die Kulissen des Delphinariums und mich ärgern diese haltlosen Vorwürfe ungemein. Man kann sus den meisten aggressiven Angriffen gehen das Delphinarium meistens herauslesen, dass diese “Delphinschützer”, die es wahrscheinlich sogar wirklich gut meinen, ihre Quellen aus dubiosen Webseiten, fragwürdigen Filmen wie the cove und blackfish oder gleich durch Bild oder RTL beziehen.
    Das ist schade, denn so manch aufgebrachte Energie könnte, richtig angewandt, vielleicht wirklich Delphinen in Notsituationen wie in Taiji etc helfen.
    Leider sind viele dieser selbsternannten Delphinschützer einfach zu verblendet, um sich mal die Gegenseite ernsthaft anzuhören, um erstaunt feststellen zu müssen, dass ein Großteil ihres Weltbildes ganz anders ist als das Internet ihnen vorgaukelt.
    Ihr Kommentar wird das leider wohl auch nicht ändern, aber es tat gut ihn zu lesen.
    Danke.

    • #4 Bettina Wurche
      28. August 2015

      @Silke: Danke. Ja, ich hätte mir soviel Engagement von Walschützern gewünscht, als jetzt in Alaska die Bohrgenehmigungen durchgewunken worden sind. Eine Ölpest im arktischen Ökosystem wird Hunderte von Wale das Leben kosten. Auch beim Oil spill im Golf von Mexiko, der schon jetzt sicher über 1000 tote Wale gekostet hat, hätten wir diese Stimmen gut gebrauchen können.

  3. #5 BreitSide
    Beim Deich
    28. August 2015

    Schöner Beitrag, danke!

    Ich hab da mal was gelesen von einer “Konstanz der Gesamtmoral” oder so. Ist man in einem Bereich ein besonderer Gutmensch, lässt man gerne andere schleifen.

    Im Negativen kenne ich da den Spruch: “Die Summe aller Laster bleibt gleich.”

    Man muss nur aufpassen, nicht zum https://www.youtube.com/watch?v=VWFEVEi-R9M zu werden 😉

    Für die nicht-Kölner: http://www.bap.de/start/musik/songtexte/titel/m%C3%BCsli-m%C3%A4n

    Sehr erhellend der Spektrum-Artikel zum Overclaiming. Kann mir zum Glück niiie passieren… 😉

  4. #6 Rüdiger
    Mering
    28. August 2015

    Vielen Dank für Ihren hervorragenden Kommentar. „Die aggressive Vorgehensweise dieser extremen Delphinschützer ist für mich unsäglich, es geht um Meinung, nicht um Fakten. Mit viel Polemik und sehr lautstark“, schreiben Sie.

    Im Sommer 2014 gab es tatsächlich Fakten, allerdings solche, die dem WDSF und dessen Geschäftsführer wohl nicht so schmeckten.

    Ortmüller hatte in seinen Presseportal nämlich behauptet: „Ortmüller und Morlok charterten sofort einen Helikopter, um die Grindwale zurück ins Meer zu geleiten.“ In einem You-Tube Videao behauptet er heute noch „Die Tierschützer charterten einen Hubschrauber, um die Grindwalschule aus dem Fjord in Haraldssund zurück ins offene Meer zu geleiten, bevor eine Treibjagd und das Abschlachten der Grindwale durch Färinger Waljäger beginnen konnte.“

    Ein Recherche-Kontakt mit der Helikopterfirma ergab jedoch, dass dies niemals der Fall war. Ortmüller räumte das in einem Kommentar sogar kleinlaut ein: „Fakt ist, dass wir die Absicht (!) hatten, mit dem tatsächlich gebuchten und dann durchgeführten Helikopterflug die gesichtete Grindwalschule zurück ins Meer zu geleiten.“ Er hatte nur die Absicht gehabt!

    Leider blieb Ortmüllers „Darstellung“ der Sache für ihn ohne weitere Konsequenzen.

    Nicht so für ein Online-Magazin welches „lautstark“ titelte „Jürgen Ortmüller rettet achtzig Grindwalen das Leben“. Weil dies eben nachweislich falsch war und weil auch die eingeforderte „Richtigstellung“ nicht korrekt war, sprach der Presserat dem Onlinemagazin im Dezember 2014 eine Missbilligung aus.

    So viel zur Art und Weise, wie das WDSF sich mit unbewiesenen Behauptungen lautstark in die Öffentlichkeit drängt.

    • #7 Bettina Wurche
      28. August 2015

      @Rüdiger: Dazu kann ich nichts sagen, weil ich die Fakten nicht kenne. Allerdings halte ich es für ausgeschlossen, mit einem Helikopter eine Schule Grindwale irgendwohin zu dirigieren. Die Tiere würden nur panisch reagieren. Deswegen muss bei Surveys mit Helikoptern auch eine Mindestflughöhe eingehalten werden, ca 100 Meter.
      Die einzige gute Lösung, die Färinger endlich in der Post-Whaling-Ära ankommen zu lassen, ist die Reaktion, dort keinen Urlaub/keine Kreuzfahrt ankommen zu lassen. Das wirkt.

  5. #8 dolphinaria.truth
    28. August 2015

    An sich ein durchaus gelungener Beitrag, aber leider sind die Zahlen zu den Jungtieren falsch:
    Hier finden Sie alles nochmal ganz genau erläutert: https://www.facebook.com/729987117081529/photos/a.733823220031252.1073741827.729987117081529/907454049334834 Wir sind sicher, dass die Zahlenverwechslung nur aus Versehen geschah.

    Hier finden Sie unseren Beitrag zu Ihrem Artikel: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=909079605838945&id=729987117081529 Es ist natürlich selbstverständlich, dass wir nach Berichtigung des Artikels den Inhalt ändern. Zahlen kann man ja immer mal verwechseln – ist ja auch nix Schlimmes bei. Kontaktieren Sie uns bitte diesbezüglich auf facebook nochmal.

    Wir sind gerade dabei uns eine Mailadresse einzurichten, deshlab konnten wir oben noch keine funktionierende anbieten, allerdings sind wir über facebook ohnehin besser zu erreichen. Beste Grüße dolphinaria.truth

  6. #9 Gerd
    Düren
    28. August 2015

    Danke für den Eintrag. Es gibt zuviel Experten auf der Welt. In meiner Ausbildung habe ich einmal folgenden Ausspruch gehört :

    Was ist der Unterschied zwischen Fachmann und Experte? Den Fachmann fragt man vorher und der Experte albert hinterher.

    Eine Frage noch: es wurde von einer Untersuchung geschrieben, die 2016 fertig sein soll. Wer hat diese veranlasst, wer führt sie durch und zu welchem konkreten Zweck.

    • #10 Bettina Wurche
      28. August 2015

      @Düren: “Bis Frühjahr 2016 wollen Tierrechtler einen Bericht zum Tod der Nürnberger Jungtiere vorlegen, basierend auf 22.000 Seiten Aufzeichnungen der Tierärzte und -pfleger.” http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/duisburger-zoo-untersuchung-soll-tod-des-definbabys-klaeren-aid-1.5337715
      Das hört sich eher nicht nach einer unabhängigen Untersuchungskommission an.

      • #11 Gerd
        Düren
        28. August 2015

        Jetzt ist bei mir der Groschen gefallen. Das sind die 22000 Seiten, die das WDC damals aufgrund des bayerischen Informationsgesetzes erschritten hat. Die Arbeiten also immer noch daran. Nein. Objektiv wird das nicht, aber ich halte die Mitarbeiter des WDC für qualifizierter als der Mitarbeiter des WDSF aus Hagen.

  7. #12 J. L. Lacross
    28. August 2015

    @JW
    Die praktische Umsetzung einer Ideologie entscheidet über deren Erfolg. Muss man als Seashepherd-Sympathisant vegan leben und jeden Tat mit dem Göppel unterwegs sein?

    Mir ist ein Porschefahrer mit Aufkleber lieber, als 100 Fahrradfahrer von denen man nicht sagen kann, ob sie sich denn für etwas Anderes als für sich selbst interessieren.

    Die Umsetzung einer Ideologie benötigt Freunde und Geld. Viel Geld.

    Daran Kritik zu üben ist so weitsichtig wie etwa der kognitionsirrige Glaube, mit einem Göppel unbeschadet gegen eine Betonwand fahren zu können weil man ja schließlich auf Gummireifen fährt.

    Glauben Sie vielleicht auch, die Ostermärsche der 70er und 80er Jahre hätte den Kalten Krieg beendet?

    • #13 Bettina Wurche
      28. August 2015

      @J.L.Lacross: Bitte definieren Sie “Göppel” und “kognitionsirrig” auf hochdeutsch. Danke. Mein Beitrag hat mit “Glauben” nichts zu tun. Was Sie glauben , ist Ihre Privatangelegenheit. Ein Seashepard-Sympathisant muss gar nichts. I. d. R. auch nichts mit Walschutz zu tun haben. In meinem Beitrag ging es übrigens um etwas Sachlichkeit in der Diskussion.

  8. #14 BreitSide
    Beim Deich
    28. August 2015

    https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6ppel_Bus vielleicht?

    Er spricht ja das alte Problem an, das sogar im NT thematisiert wurde: Das Scherflein der Witwe zählte Jesus mehr als die großzügige Spende des Reichen.

    Aus dem Aufkleber an einem teuren Auto allerdings auf große Spenden zu schließen finde ich allerdings schon gewagt. Passender wäre es allerdings gewesen, wenn der Wohlbegüterte einen Tesla fahren würde. So würde er sein Scherflein dazu beitragen, dass weniger Öl gefördert werden muss.

    • #15 Bettina Wurche
      28. August 2015

      @BreitSide: Der monetäre Aspkt lag gar nicht in meiner Absicht. Mir ging es um den Brennstoffverbrauch.

      • #16 BreitSide
        Beim Deich
        28. August 2015

        Hehe, da haben sich zwei Posts gekreuzt 🙂

  9. #17 J. L. Lacross
    28. August 2015

    @Bettina Wuche
    Die Begrifflichkeit der tier- oder artgerechten Haltung ist bereits anthropozentrisch.

    Wissenschaftliche Theorien sind so gut wie die ihnen zu Grunde liegenden Erkenntnisse. Wir müssten nicht unentwegt weiterforschen, wenn die Erkenntnisse ausreichten, allgemeingültige Aussagen machen zu können.

    Pauschalisierungen in Bezug auf art- oder tiergerechte Haltung sind aufgrund der Individualitäten bereits innerhalb einer einzigen Population absurd. Erst recht, wenn im natürlichen Umfeld die daraus resultierenden Einzelverluste mit einer offensichtlich empathischen, menschlichen Wertung wie böse oder gut versehen werden. Daher geht es primär und im Ganzen – wie bei uns Menschen – um das Überleben einer Art als solchen und nicht darum in welchem Umfeld sie überleben wird.

    Wenn es aber nur darum geht kann Individualität nur dann eine Rolle spielen, wenn man sie nicht wissenschaftlich betrachtet sondern allzu menschlich.

    • #18 BreitSide
      Beim Deich
      28. August 2015

      Und was hat dieser Text jetzt mit dem Startpost zu tun?

      Wo meinst Du ungerechtfertigte Pauschalisierungen entdeckt zu haben?

      Und was soll der Käse mit den “allgemeingültigen Aussagen? Welche meinst Du hier? Findest Du, dass wir bei Delfinen nicht mehr weiterforschen müssten?

    • #19 Bettina Wurche
      28. August 2015

      @J. L. Lacross: Bei “tiergerecht” stehen immerhin die Bedürfnisse der Tiere im Vordergrund. Etwa die speziestypisch unterschiedlichen Anforderungen in Bezug auf Sozialkontakte oder Abgeschiedenheit. Das ist das objektivste, was es zurzeit gibt. Für alles Weitere müsen wir wohl warten, bis endlich ein paar Aliens mit der perfekt neutralen Außensicht landen (das ist nicht ironisch gemeint).
      Wenn Sie Ihren persönlichen Kenntnisstand für ausreichend halten, steht Ihnen das natürlich zu. Ich persönlich finde es phantastisch, dass Whitehead und andere Cetologen gerade aufgrund neuer Resultate zu der Erkenntnis gekommen sind, dass Wale Kulturen bilden. Und ich möchte auch gern noch mehr darüber wissen, wie sich das Spermaceti-Organ der Pottwale gebildet hat.Und ich hoffe sehr, dass einige Leute weiterhin an neuen Medikamenten forschen und vieles mehr.

      Das ist für mich allerdings nicht Gegenstand dieses Beitrags.

  10. #20 J. L. Lacross
    28. August 2015

    Als Göppel wird im Schwäbischen und einigen alemannischen Dialekten ein Fahrrad bezeichnet

    • #21 BreitSide
      Beim Deich
      28. August 2015

      Und warum lässt Du dann diesen fetten Strohmann auf Deinem Göppel fahren?

  11. #22 J. L. Lacross
    28. August 2015

    @BreitSide
    Dass ein Tesla in der Gesamtbilanz umweltfreundlicher ist als ein herkömmlich brennstoffbetriebenes Fahrzeug ist falsch.

    In der Gesamtbilanz stellt die Entwicklung dieses vermeintlichen Fortschrittes eine Optimierung dar und eine Optimierung führt zu einer negativen Gesamtbilanz.

    • #23 BreitSide
      Beim Deich
      28. August 2015

      Also von eAutos hast Du auch keine Ahnung?

      Du betest nur die Behauptungen von AutoBILD nach. EAutos sind um Längen besser als die Stinker. Ich erkläre Dir auch gerne die Einzelheiten dazu (Produktion, Betrieb, Entsorgung/Recycling).

  12. #24 Bettina Wurche
    28. August 2015

    Es fällt mir extrem schwer, aber ich muss diese Diskussion jetzt verlassen und zu einer großen Veranstaltung am Wochenende aufbrechen.
    Keine Ahnung, ob ich vor Sonntagabend noch einmal die Kommentare ansehen kann. (Deswegen hätte ich den Artikel fast nicht geschrieben, denn eine lebhafte Diskussion war zu erwarten).

    • #25 BreitSide
      Beim Deich
      28. August 2015

      Schade, aber Du weißt ja, Diskussionen können sich auch gut entwickeln, wenn die Hausherrin nicht da ist. Siehe bei Primaklima/Georg Hofmanns “Dies und Das”… 😉

  13. #26 Bettina Wurche
    28. August 2015

    @BreitSide: Ich bin als Referentin eingeplant, da kann ich nicht einfach wegbleiben : )
    Viel Spaß beim Weiterdiskutieren.

    • #27 BreitSide
      Beim Deich
      28. August 2015

      .Schon klar. Viel Erfolg!

  14. #28 J. L. Lacross
    28. August 2015

    @BreitSide
    Ich glaube Sie missverstehen meine Verwendung der Begrifflichkeit von Gesamtbilanz als die populär gebräuchliche Gesamtbilanz. Ich meinte Gesamtbilanz im Sinne einer futurologischen Betrachtung, die weit über die Bilanz einer einzelnen, in sich abgeschlossenen Entwicklung oder Erfindung hinausgeht.

    Mir Unkenntnis zu unterstellen spricht nicht gerade für Ihr Intellekt. Dafür umso mehr für Ihre Aggressivität, deren Ursprünge Sie vielleicht erhellen lassen sollten.

  15. #29 Bettina Wurche
    28. August 2015

    J. L. Lacross: Ich fand Ihre Kommentare auch teilweise recht aggressiv. Und ansonsten recht verschwurbelt, mit einer Nuance allgemeiner Wissenschaftskritik. Und Sie waren auch der erste, der hier sehr persönliche Anwürfe gestartet hat.
    Zur Erinnerung: In meinem Beitrag ging es um die Suche nach Fakten hinter Behauptungen.

  16. #30 BreitSide
    Beim Deich
    28. August 2015

    – “Gesamtbilanz im Sinne einer futurologischen Betrachtung, die weit über die Bilanz einer einzelnen, in sich abgeschlossenen Entwicklung oder Erfindung hinausgeht.”

    Das klingt mir jetzt sehr esoterisch. Das hätte ich jetzt gerne etwas näher erleutert.

  17. #31 Dr. Kerstin Ternes
    Duisburg
    28. August 2015

    Vielen Dank für Ihren Blog und Ihre ehrliche Meinung. Zum Tod unserer Delfine (Ursachen stehen auf der Homepage) wurden wir nie gefragt, daher denke ich nicht, dass wir Teil des Untersuchungsberichtes sein werden. Zumindest fragt niemand genauer nach. Zur Todesursache von unserem letzten Kalb möchte ich nur hinzufügen, dass die Lungenentzündung ein erster augenscheinlicher Hinweis ist, der aber bislang histologisch noch nicht bestätigt werden konnte. Eine genauere Ursache steht noch aus. Allerdings muss ich dazu sagen, dass die Untersuchung an einer tierärztlichen Hochschule von unabhängigen Pathologen durchgeführt wird und nicht von uns selbst. Daher halte ich sie schon für unparteiisch. Beste Grüße aus dem Zoo, Kerstin Ternes

    • #32 Bettina Wurche
      30. August 2015

      @Dr. Kerstin Tennes: Danke. Eine unabhängige Untersuchungskommission – etwa über die tierärztliche Hochschule – wäre sicherlich eine gute Idee gewesen. Da sind einige Walspezialisten dabei, die etwa die regelmäßige Pathologie der angestrandeten Schweinswale durchführen.

  18. #33 WDSF
    Hagen
    29. August 2015

    Sie schreiben: “Die Behauptung, der neu geborene Delphin sei durch die Motorgeräusche eines Ferrari so gestresst worden, dass er an Lungenentzündung einging, ist schon sportlich.”

    Wer hat das behauptet?

    In der Pressemeldung des WDSF steht es ganz anders, nämlich als Frage und nicht als Behauptung, wobei die Frage durchaus berechtigt ist, da in der Haltungsrichtlinie zur Delfinhaltung (Säugetiergutachten) steht: “Die Tiere sind vor übermäßigem Lärm zu schützen.” Dass das Treffen der Ferrari-Fahrer an der Tigerkasse in unmittelbarar Nähe des Delfinariums eine konzentrierte Lärmkulisse verursacht hat, sollte jedem klar sein.

    WDSF-PM:
    http://www.mynewsdesk.com/de/wdsf/pressreleases/delfinkalb-stirbt-nach-nur-einer-woche-wdsf-kritisiert-laustarke-ferrari-show-vor-delfinarium-1206300

    Die kleinen Unterschiede machen das Ganze aus und sie sollten stimmen und nicht verdreht werden. Wenn der Nürnberger Tiergartendirektor Dag Encke folgendes öffentlich im Rahmen einer Bundestagsanhörung im Jahr 2013 zum Delfinarium Duisburg äußert, wird es wohl auch stimmen:
    „Von den 26 Geburten waren fünf Totgeburten. Elf Jungtiere starben in den ersten 13 Lebenstagen. Ein Jungtier starb nach 67 Tagen. Ein Jungtier starb nach zwei Jahren. Ein Tier starb im Alter von elf Jahren.” Mit dem nun leider verstorbenen Delfinbaby in Duisburg hat sich die Todesrate auf 27 Delfine erhöht – also auf rund 75 Prozent. Das finden Sie im Freiland normal? Ist es aber nicht!

    Leider ist Ihr Beitrag nicht frei von Polemik und Unstimmigkeiten, die sie den Delfinschützern allerdings vorwerfen.

    • #34 Bettina Wurche
      31. August 2015

      @WDSF: WDSF fragt, ob der Lärm der Ferraris den Tod den Kalbes verschuldet hat:
      “Einen Tag vor dem Tod des Delfinkalbs fand im Zoo am Samstag in der Nähe des Delfinariums eine Ferrari-Show statt. Einen ersten Fototermin mit den “eleganten Flitzern” gab es bereits am vergangenen Mittwoch. “Hat der unerträgliche Lärm zum Tod des Delfinbabys beigetragen?””
      Durch Ihre Rhetorik implizieren Sie einen Zusammenhang, ohne ihn nachweisen zu müssen.
      Das Kalb hatte Lungenentzündung. (Die ist bis jetzt makroskopisch nachgewiesen, das Ergebnis der Histo folgt noch. Entzündungen in Organen sind makroskopisch gut zu erkennen, wie ich aus Schweinswal-Autopsien weiß.
      Nach Ihrer Logik müsste also ein Zusammenhang zwischen den Ferraris und der Lungenentzündung bestehen.

      Mit dem gesunden Menschenverstand wäre ich hier etwas vorsichtig. Fakten wären mir lieber. Welche Fakten /Messungen/Beobachten zur Untermauerung Ihrer Behauptung hier sinnvoll gewesen wären, habe ich oben geschrieben.

      Grundsätzlich müssten Sie für eine ernstzunehmende Diskussion daran arbeiten, wissenschaftliche Fakten besser zu recherchieren und zu verstehen. Es gibt umfangreiches Datenmaterial zur Überlebensrate von Kälber und zur Lebenserwartung von Tursiops im Meer. Dazu könnte man Arbeiten aus Sarasota Bay, Gulf of Mexico, Moray Firth heranziehen. Eine Zusammenfassung vieler wissenschaftlicher Studien kommt zu den Auffassung: Die normale Lebensspanne eines Delphins im Meer liegt bei 20-30 Jahren. Einige Delphine können bis zu 50 Jahren alt werden. Das sind aber Ausnahmen.
      http://www.whalefacts.org/how-long-do-dolphins-live/
      Für so eine Diskussion ist die Kenntnis der Baselines und das Verstehen einer Statistik unerläßlich. Das vermisse ich auf der WDSF-Seite ganz erheblich.
      Übrigens: Der älteste Zoo-Delphin war Mary aus Marineland Dolphin Adventure und ist 61 Jahre alt geworden. Aber das ist ein Einzelfall.
      Die überaus meisten Zoo-Delphine erreichen im Zoo ein ähnliches Alter wie ihre Artgenossen im Freiland.
      Das ist Ihrer “Todesliste” so nicht zu entnehmen.

      Die Sterblichkeit der Kälber hängt von vielen Faktoren ab, von der Erfahrung der Mutter, dem Habitat, der Gruppenzusammensetzung und den jeweiligen spezifischen Umständen. Die kann im Freiland 50 % betragen (z. B. Doubtful und Dusky Sound, NZ)
      http://www.doc.govt.nz/documents/conservation/native-animals/marine-mammals/abundance-population-structure-bottlenose-dolphins-doubtful-dusky-sounds.pdf
      oder auch mal sehr viel höher liegen, z. B. seit 2010 im Golf von Mexiko.
      http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0117248
      Im GM sind in 2010/11 der größte Teil des Tursiops-Nachwuchses eines ganzen Jahres perinatal (Neugeborene oder voll entwickelte Totgeborene direkt vor dem Geburtstermin) tot angestrandet.
      http://blog.meertext.eu/2012/07/30/%E2%80%9Eder-perfekte-sturm%E2%80%9C-fur-die-delphine-des-golf-von-mexiko-kritische-diskussion-der-publikation/
      Wie ich bereits schrieb: Delphine leben im Freiland nicht im Paradies und erreichen nur äußerst selten ihre hypothetisch mögliche Lebenserwartung.

      Mein Hauptvorwurf an WDSF war, dass Sie statt Fakten eher Behauptungen aufstellen.
      Statt verläßlicher (peer-reviewd Daten) persönliche Anwürfe.
      Genau diese Strategie haben Sie mit Ihrem Kommentar eindrucksvoll belegt.
      qed.

  19. #35 Radicchio
    29. August 2015

    “den Heiliger Krieg um Zoodelphine ausgerufen”

    Kümmern Sie sich mal um Ihre Grammatik.

    • #36 BreitSide
      Beim Deich
      29. August 2015

      Wenn das Dein einziger Kritikpunkt ist 🙄

    • #37 Bettina Wurche
      30. August 2015

      @Radicchio: Grammatik behersche ich ganz gut. Nur gegen Tippfehler bin ich nicht gefeit.

  20. #38 Dennis
    30. August 2015

    Sehr guter Kommentar, im Gegesatz zu all den unqualifizierten Wortmeldungen der Möchtegern-Naturschützer. Es ist schon interessant, dass manche von ihnen es nicht einmal merken, wie sie von bestimmten Leuten vor den Karren gespannt werden um als Selbstbestätigung des eigenen Egos oder einfach für Sicherung des Lebensunterhalts zu sorgen. Oder glaubt wirklich jemand, dass “Patenschaften” für Wildtiere oder Spenden für ominöse Lagunenprojekte bei diesen 1-Mann-Organisationen auch nur ansatzweise für irgend einen Delphin ausgegeben werden?

    Wer das glaubt, glaube wohl auch an den Weihnachtsmann.

    • #39 Bettina Wurche
      30. August 2015

      @Dennis: Ich finde auch, dass hier viele konstruktive Kommenatare geschrieben worden sind!

      Bei den Partnerschaften würde ich immer auf den Einzelfall schauen und mich sehr genau informieren. Ich bin sicher, dass das Geld in vielen Projekten wirklich für den genannten Zweck verwendet wird. Bei anderen aber auch nicht.
      Beim Naturschutz (und Walschutz) halte ich es grundsätzlich halte ich es für mich so, dass ich grundsätzlich eine wissenschaftliche Basis erwarte. Mit Kenntnis der wissenschaftlichen Literatur, Diskussion in Fachforen mit Wissenschaftlern, eigene Publikationen, … Dadurch ist ein Filter und für mich auch ein Minimum an Zuverlässigkeit gegeben.

  21. #40 Dennis
    30. August 2015

    Der Hagener Steuerberater (hier unter seiner Unternehmergesellschaft “WDSF” schreibend) stellt also wieder Behauptungen in den Raum:

    “Dass das Treffen der Ferrari-Fahrer an der Tigerkasse in unmittelbarar Nähe des Delfinariums eine konzentrierte Lärmkulisse verursacht hat, sollte jedem klar sein.”

    Weder war in der Nähe des Delphinariums eine “konzentrierte Lärmkulisse”, noch war ein “Treffen der Ferrari-Fahrer” in der “unmittelbaren Nähe”.

    Der Herr Steuerberater stellt also die gleichen Unwahrheiten in den Raum die er auf Facebook und seiner Presseschleuder neulich erst geleugnet hat. Soso.

  22. #41 Rüdiger
    31. August 2015

    WDSF schreibt:

    “Dass das Treffen der Ferrari-Fahrer an der Tigerkasse in unmittelbarer Nähe des Delfinariums eine konzentrierte Lärmkulisse verursacht hat, sollte jedem klar sein.”

    Natürlich machen Autos Lärm. Die Frage ist nur wie viel? Der Parkplatz an der Tigerkasse ist 250 m Luftlinie vom Delfinarium entfernt, die Autobahn 90 m. Welcher “Lärm” ist dann wohl eher wahrzunehmen?

    WDSF, Ihre Argumente sind so was von an den Haaren herbeigezogen, dass man sie doch überhaupt nicht mehr ernst nehmen kann.

    Bringen Sie belastbare, nachprüfbare Fakten und nicht solche “Scheinargumente”, bei denen man schon im Ansatz sieht, dass es Ihnen nur darum geht, ins Gespräch zu kommen und auf Tiergärten rumzuhacken.

  23. #42 dolphinaria.truth
    31. August 2015

    WDSF (i.e. Jürgen Ortmüller) schreibt hier: “Mit dem nun leider verstorbenen Delfinbaby in Duisburg hat sich die Todesrate auf 27 Delfine erhöht – also auf rund 75 Prozent. Das finden Sie im Freiland normal? Ist es aber nicht!”

    Ist schon peinlich, wenn man Todesraten falsch errechnet und so versucht, sich irgendwelche Desinformationen zu stricken. Solche “Milchmädchenrechnungen” haben nichts mit seriöser Auswertung von Daten zu tun.

    Wir haben die Daten mal ordentlich errechnet:

    Hier: https://www.facebook.com/729987117081529/photos/pb.729987117081529.-2207520000.1441033041./907454049334834

    Das zeigt ganz klar, dass die Überlebensraten mit der Wildbahn vergleichbar sind und teilweise sogar noch besser. Kurze Zusammenfassung: Die Abortenrate ist nicht besorgniserregend oder unnormal. Die Überlebensrate der geborenen Jungtiere entspricht der Wildbahn. Die mediane Lebenserwartung sowohl der in Duisburg geborenen Tiere als auch aller in Duisburg gestorbenen Tiere übertrifft die höchste in der Wildbahn.

    Mit nicht ordentlichen Rechnungen zu versuchen, die gut funktionierende Zucht im Delfinarium Duisburg, mies machen zu wollen, scheitert nun erneut an der Realität.

    • #43 Bettina Wurche
      31. August 2015

      @ dolphinarium.truth: Bisher habe ich nur Aussagen zur Lebenserwartung und Sterblichkeit in einzelnen Populationen gefunden, die ja sehr unterschiedlich sind. Gibt es dazu eine globale Zusammenfassung? Oder einen globalen Trend?

  24. #44 Delfinschützer
    31. August 2015

    An WDSF:

    Werfen sie anderen nicht Unstimmigkeiten und Polemik vor, wenn ihre Kommentare mal wieder voll davon sind!

    Über den Ferrari-Schwachsinn will ich mich hier gar nicht mehr auslassen, das haben einige Vorredner schon gut widerlegt.

    Ihre Zahlen zur Delfinsterblichkeit in Duisburg sind mal wieder von vorne bis hinten falsch. Dabei zitieren sie sogar noch Dag Encke korrekt, aber anscheinend haben sie es selbst nicht verstanden. Sie schreiben mit dem neuen Jungtier sei die Todesrate auf 27 angestiegen. Falsch! 27 ist die Gesamtzahl aller Geburten! Das hat Dag Encke so auch korrekt angegeben (damals noch 26). Die Todeszahlen sind auf der Webseite des Zoo Duisburg korrekt angegeben. Da sind es jetzt genau 19.

    Sie schreiben die Todesrate liege für den Zoo Duisburg somit bei 75%. Falsch! Sie gehen ja von einer ganz falschen Zahl, nämlich der Geburtenzahl aus. Eine Rate beschreibt übrigens die Änderung einer Größe G über einen Zeitraum t. Sie würde man deshalb als Todesfälle pro Jahr beschreiben, nicht in Prozent!

    Was sie also eigentlich meinen ist die Sterblichkeit. Wie sie schon selbst sagen, die kleinen Unterschiede machen das Ganze aus. Also sorgen sie bitte dafür, dass sie korrekt definieren, dass die Daten stimmen und nicht verdreht werden!

    Wenn sie die Berechnung der Jungtiersterblichkeit meinen, ist auch diese falsch! Sie haben fälschlicherweise die Aborte miteinbezogen. So berechnet man keine Jungtiersterblichkeit! Denn auch in der Wildbahn können ja nicht die Aborte miteinbezogen werden. Wenn sie das aber als Vergleich nehmen, müssen sie beide Seiten statistisch gleich behandeln!

    Außerdem haben sie einen Todesfall eines Adulten miteinbezogen. Dieser Delfin war 11 Jahre alt zum Todeszeitpunkt. Das gilt nicht mehr als Jungtier. Und das hat Dag Encke auch nicht dazugerechnet, er hat nur eine zahlenmäßig korrekte Angabe gemacht. So sind es genau nur noch 14 Todesfälle von Jungtieren auf alle Geburten gerechnet. Somit kommen wir auf eine Jungtiersterblichkeit von ~ 51,85 %. Das ist immer noch bedauerlich, aber durchaus normal auch in der Wildbahn.

    In etwa 75% Jungtiersterblichkeit dagegen erreicht das Dolphin Reef in Eilat, Israel, dass sie doch als leuchtendes Vorbild für ihr Sanctuary am Roten Meer anführen. 12 von 16 Jungtieren sind dort gestorben. Trotz Meerwasser, trotz des Verzichts auf “Showzwang”, trotz der angeblich so natürlichen Familiengruppe. All das berichten sie doch auf der Webseite ihres Partners von ProWal. Warum ist die Jungtiersterblichkeit dort so hoch?

    Eventuell weil eine Ölraffinerie in direkter Nachbarschaft steht, die Wasserqualität miserabel ist, ständig Öltanker und Touristenschiffe direkt am Außennetz des Dolphin Reef vorbeifahren? Das ist doch alles auf ihren eigenen Dokumentationsfotos zu sehen! Warum kommen sie da nicht drauf?

    Für die Delfinarien in Deutschland und Europa gibt es schon seit langer Zeit ein Zuchtbuch und somit eine transparente Möglichkeit für jeden, genau jedes individuelle Tier zu verfolgen.

    So etwas gibt es für die Schwarzmeertümmler im Dolphin Reef nicht. Auch gibt es bisher keine Untersuchungen zum Stresslevel bei diesen Tieren, wie es in europäischen Delfinarien mittels Cortisolwerten schon lange praktiziert wird.

    Ihre gesamte Arbeit ist wissenschaftlich der Lächerlichkeit preisgegeben weil sie überhaupt nicht logisch vorgehen, ständig Daten vertauschen und falsch interpretieren und natürlich auch Leute persönlich angreifen. Sie sind überhaupt nicht dazu in der Lage, ein eigenes professionelles Sanctuary für Delfine zu führen. Sie kennen ja noch nichtmal den Unterschied zwischen Antibiotikum und Antimykotikum! Sowas muss man aber wissen wenn man auch kranke Delfine rehabilitieren will!

    Wenn sie weiterhin so stümperhaft vorgehen wird ihre betreute Meeresbucht am Roten Meer ein Todeslager für Delfine. Außerdem ist ihre Arbeit eine Bedrohung für alle dort wildlebenden Delfine, denn sie denken ja sie könnten einfach irgendwo wildfremde Spezies auswildern oder ohne jegliches Fachwissen kranke Delfine rehabilitieren.

    Schon jetzt stören sie ja schon die Arbeit der Tierärzte in den europäischen Delfinarien mit all ihren unsinnigen Klagen und Strafanzeigen. Das ist bestimmt nicht im Sinne der Tiere.

    Machen sie endlich vernünftigen Tierschutz oder ziehen sie sich aus diesem ernsten Thema endlich zurück!

  25. #45 Rüdiger
    31. August 2015

    Ortmüllers Art zu rechnen hat mich zu einer Überlegung veranlasst.

    Derzeit leben auf der Welt rund 7,3 Millarden Menschen.
    (Quelle: http://www.umrechnung.org/weltbevoelkerung-aktuelle-momentane/weltbevoelkerungs-zaehler.htm) Seit Anbeginn lebten rund 108 Millarden Menschen auf der Welt. (Quelle:
    http://www.spektrum.de/frage/wieviele-menschen-lebten-auf-der-erde/1253576)

    Über 100 Milliarden sind also schon tot. 92,6 %! Das kann doch nicht nachhaltig sein. Ich bin dafür, die Welt sofort zu schließen.

    EMPTY THE WORLD!!!

    • #46 Bettina Wurche
      31. August 2015

      @ Rüdiger. mmmh…die Rechnung ist wirklich strange. Und, nein, Menschen sidn bestimmt nicht nachhaltig. Die Wale sind Jahrmillionen gut ohne uns ausgekommen und hätte als evolutiv hartnäckige Gruppe – sie reichen mindestens bis 58 Mio jahre zurück – sicherlcih wenig dagegen, wenn die Hominiden sich wieder auf ihre Bäume bzw. in die Höhlen zurückziehen würden.

  26. #47 Bettina Wurche
    31. August 2015

    Für die rege Diskussion möchte ich mich bedanken.
    Zu den Zahlen möchte ich anmerken, dass ich es für wichtig halte, an dieser Stelle etwas zu differenzieren.
    Da geht es um die Jungensterblichkeit und die Lebenserwartung.
    Bie der Jungensterblichkeit kenne ich aus dem Freiland adhoc keine Zahlen, die frühe Aborte mit einbeziehen. Bei älteren Kälbern kann man dann i d R nicht mehr bestimmen, ob die Tiere Aborte, Totgeburten oder kurz nach der Geburt verstorben sind. Bei den Arbeiten zum Golf von Mexiko wurden die verstorbenen Jungtiere als “perinatal” zusammengefaßt, also “um den Geburtszeitpunkt herum” (def. durch die Körperlänge). Damit möchte ich sagen, dass frühe Aborte in Freilandstudien selten erfaßt werden. Darum müsste man zur korrekten Vergleichbarkeit der Kälbersterblichkeit in Gefangenschaft auch die Aborte herausrechnen. Da hat “Delphinschützer” recht.
    Da der Zoo diese Aborte herausgerechnet hat, der WDSF aber nicht, tobt hier eine heftige Diskussion aufgrund unterschiedlichen Zahlenmaterials.

    Den Begriff “Todesliste” lehne ich ab. Er suggeriert etwas Gewaltsames und trifft nicht zu, da hier auch die Delphine auftauchen, die ein für Tursiops im Freiland normales Lebensalter erreicht haben.
    Besser wäre hier, das Lebensalter direkt mit aufzunehmen und die Kälbermortalität gesondert zu betrachten. Begriffe wie “Todesfall” oder “Todesrate” sind irreführend. Und man kann sie dadurch nicht mit den Sterblichkeitsraten im Freiland vergleichen.
    Auch da ist “Delfinschützer”s Betrachtung absolut korrekt.

    Dazu kommt noch die Tendenz über die Zeit.
    Soweit ich gesehen habe, ist die Tendenz in Duisburg ganz klar so, dass die Tiere mit zunehmender Zeit durchschnittlich älter werden.
    Ohne Zweifel hat es zu Beginn der Dephinhaltung in Zoos weltweit zu wenig Knowhow für diese wunderbaren Meeressäuger gegeben. Ich sehe aber ganz klar, dass die Lebensbedingungen (nicht nur ) für Delphine sich signifikant verbessert haben.
    Wenn ich daran denke, was in den USA Anfang der 70-er Jahre in der Delphinhaltung abgelaufen ist, schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen. Mit der Delphinhaltung in Duisburg (und Nürnberg) im Jahr 2015 kann ich leben.
    Ich hatte ja an anderer Stelle schon ausführlich geschrieben, warum ich diese Haltung für vertretbar halte.

  27. #48 Daniela Harth
    5. September 2015

    Es heisst SeaShepherd, mit e, das sollte sich eigentlich rumgesprochen haben. Und wenn Gefahren in der freien Wildbahn Ihre Rechtfertigung für Haltung in der Gefangenschaft sind, müssten viel mehr Menschen aus Gründen der persönlichen Sicherheit ein Leben in einer JVA den Alltahsgefahren vorziehen.
    Inwieweit Zirkusvorführungen einen Bildungsauftrag erfüllen, erschließt sich mir ebenso wenig wie die Annahme, dass man über freilebende Delfine an in Gefangenschaft geborenen und völlig artfremd lebenden Delfinen lernen kann. Sie können ja nicht einmal artgerecht gefüttert oder mit Wasser versorgt werden. Da Sie sich so super mit Herrn Hengl verstehen, der sehr engagiert einen persönlichen Feldzug gegen das WDSF betreibt, finden Sie seine Unterstützung für Delfintherapien oder auch seinen Schulterschluss mit den färingischen Walschlächtern prima.
    Wie auch immer, anlässlich von Umweltgefahren Gedangenschaft zu propagieren, ist widersinnig. Sie unterstützen in einer Zeit, in der Widerstand gegen Zirkusse wächst, den Delfinzirkus in den beiden letzten verbliebenen Delfinarien und im Weiteren durch Ihre Propaganda auch die Gefangenschaft in Delfinarien weltweit, die sich der Treibjagdergebnisse aus z.B. Taiji bedienen. Schade.

    • #49 Bettina Wurche
      5. September 2015

      @Daniela Hart: Mittlerweile ziehen die meisten Menschen ein geordnetes Leben in der Stadt dem Leben in der freien Wildbahn vor. Wieweit das artgerechter Haltung entspricht, möge jede/r selbst entscheiden.
      Ich habe NICHT anstelle von Umweltgefahren Gefangenschaft propagiert und habe mich selbstverständlich gegen das Fangen von Walen ausgesprochen. Egal, ob zum Essen oder für Delphinarien. Ich kenne Herrn Hengl nicht und lehne Delphintherapien ab. Ich führe keinen Feldzug gegen den WDSF, sondern stelle mich nur gegen eine sehr dumme Aktion.
      In Delphinarien ist sehr viel Grundlagenforschung durchgeführt worden, vor allem zur Kognition und Sinnesphysiologie. Das wäre im Freiland so nicht möglich gewesen. Außerdem ist hier viel Wissen zur Delphingesundheit angesammelt worden, das bei Lebendstrandungen zur Anwendung kommt. Auch wenn verletzte Wale zur Rehabilitation vorübergehend in menschliche Obhut genommen werden müssen (Jungtiere, die die Mutter verloren haben, schwer verletzte Tiere, …) profitieren sie vom Know-how der Delphinarien.
      Warum ich die heutigen Vorführungen in Nürnberg und Duisburg für wichtig und richtig hallte, habe ich bereits an anderer Stelle ausführlich geschrieben.
      http://scienceblogs.de/meertext/2013/06/18/verbot-fur-delphinhaltung-in-deutschland/
      Übrigens: Dass Delphine nicht artgerecht gefüttert werden dürfen, nämlich mit lebenden Fischen, liegt an der Tierschutzgesetzgebung und ist nicht Schuld der Delphinarien.

      Bevor Sie mir Meinungen und Einstellungen unterstellen, wäre es sinnvoll gewesen, sich über meine Meinung erst einmal zu informieren.
      Auch Ihr Kommentar ist keinesfalls frei von Tippfehlern. Aber ich halte es für sinnvoller, mich mit Inhalten auseinanderzusetzen.

    • #50 Tobi
      6. September 2015

      Daniela Harth: diese Propaganda wird von Ihnen und den anderen WDSF-Drohnen verbreitet. Sie versuchen immer wieder deutsche Zootierhaltung mit Delphinjagden in Japan zu verbinden. Verbreiten Sie keine Lügen. Sie sollten sich lieber die Frage stellen, was der Steuerberater mit den Spendeneinnahmen macht, oder werden Sie von diesen Spenden bezahlt? Ihre Penetranz im Verbreiten von Unsinn lässt den Eindruck aufkommen.

  28. #51 Ger
    5. September 2015

    @Daniela Harth
    Da Sie sich so gut mit Herrn Ortmüller verstehen ist Ihr Kommentar auch so zu verstehen. Inhaltlich entspricht er den Verlautbarungen des WDSF. Also alles subjektiv.

  29. #52 C N Walter
    Dresden
    4. Januar 2016

    dieser ganze bericht ist nicht nicht ihr ernst!!!!
    ich zitiere:es ist nicht belegt das es delfine toll finden hinter ihrer nahrung herzujagen… auch die ganzen anderen negativen seiten der freiheit die sie hier anbringen-das gehört zum leben dazu!!auch ich gehe nicht immer gern arbeiten o. einkaufen.dafür kann ich aber in meiner freizeit selber entscheiden was ich gern tun möchte.es ist definitiv belegt das delfine keinen toten fisch mögen u. auch in der natur keine medikamente zu sich nehmen (müssen).außerdem ist belegt das delfine sehr viel platz also das meer brauchen.alles was sie so an “denkanstößen” anbringen rechtfertigt trotzdem niemals das delfine in gefangenschaft gehalten werden.bei dem was sie hier geschrieben haben kann man nur die hände über den kopf zusammen schlagen.es sind natürlich wahrheiten dabei ABER in was für einem zusammenhang sie die hier setzen u. damit argumentieren das lässt mich doch sehr an ihrer glaubhaftigkeit zweifeln.wenn man sich ihren werdegang so ansieht ist es natürlich klar das sie pro delfinarium sind.ich habe mich dermaßen über diesen geistigen dünnschiss aufgeregt!!!eines zeigt es ganz deutlich:noch nie haben sie sich in die lage von gefangenen delfinen versetzt!!das leben der delfine in freiheit ist wie auch das der menschen die in freiheit leben:es kann hart sein u. man muss für sich sorgen aber es hält trotzallem schöne momente für einen bereit was in gefangenschaft wohl keiner von sich behaupten kann… mfg

    • #53 Bettina Wurche
      4. Januar 2016

      @C N Walter: Doch, das ist mein Ernst. Zumindest einige Delphine – wie auch andere Meerestiere – finden toten oder halbtoten Fisch ganz klasse. Bei etlichen Fischereifahrten habe ich es selbst beobachtet, dass die Delphine gern unter dem Ausgang des Gammelbands, über das die Fischabfälle außenbords gelangen, schwimmen. Außerdem nehmen Delphine, wie auch Robben, sehr gern Fisch aus Aquakulturen. Der hohe Medikamentengehalt ist dabei offenbar kein Hinderungsgrund.
      Bitte sehen Sie sich erst einmal den natürlichen Lebensraum von Küstendelphinen an, bevor Sie aufzählen, was Delphine an Lebensraum benötigen. Es gibt ganze Populationen, die nicht im offenen Meer leben. Dann beschäftigen Sie sich am besten noch mit der Verhaltensbiologie von Delphinen, zu der es ja recht kontroverse Publikationen gibt.

      Außerdem möchte ich Sie darauf hinweisen, dass ich immer offen für sachliche Argumentationen bin, persönliche Ausfälle mir gegenüber aber auf meinem Blog nicht unbedingt stehen lassen muss. In Ihrem Kommentar vermisse ich neben einer grundsätzlichen sprachlichen Mindestqualität und einem Mindestmaß an halb zivilisiertem Umgangston, jegliche Sach-Argumente. Worauf beziehen Sie sich? Wen oder was zitieren Sie?
      Wenn Sie mir mit diskutieren möchten, beherzigen Sie das bitte.
      Für einen verbal entgleisten Schlagabtausch von Tierschutzextremisten (die sich z. B. durch einen extremen Umgangston auszeichnen) stehen ich und “meertext” nicht zur Verfügung.