Quelle: “Evolutionary Patterns among Living and Fossil Kogiid Sperm Whales: Evidence from the Neogene of Central America”: Jorge Velez-Juarbe, Aaron R. Wood, Carlos De Gracia, Austin J. W. Hendy Published: May 20, 2015; DOI: 10.1371/journal.pone.0129186
http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0123909

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Kommentare (13)

  1. #1 Dampier
    Holstein
    21. September 2015

    Hej, das Museum klingt spannend. Und man darf sogar selbst auf Fossiliensuche gehen. Das merk ich mir mal – muss eh mal wieder meinen alten Freund in Flensburg besuchen …

    Ich wusste gar nicht, dass es auch Mini-Pottwale gibt, aber die scheinen ja auch sehr selten und scheu zu sein (laut wikipedia). Niedlich sind sie jedenfalls :]

    Heute gabs auch einen Meertext im Schreibwettbewerb bei Florian, den fand ich auch spannend:
    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/09/21/ficopomatus-enigmaticus/

    (Morgen bin ich dran, aber da geht’s um Urwald ;))

    grz
    Dampier

    • #2 Bettina Wurche
      22. September 2015

      @Dampier: Den Beitrag über Röhrenwürmer habe ich gelesen und mich richtig darüber gefreut. Spannendes Thema und gut geschrieben. Würmer sind in den Science-Blogs wirklich unterrepräsentiert : )
      Auf Deinen Urwald-Artikel bin ich natürlich auch gespannt! Deinen Beitrag über Dampier fand ich jedenfalls klasse.

  2. #3 BreitSide
    Beim Deich
    21. September 2015

    Livyatan melvillei, ein wunderbarer Tribut an einen großen Schriftsteller 🙂

    • #4 Bettina Wurche
      22. September 2015

      BreitSide: : ) Finde ich auch.

  3. #5 rolak
    22. September 2015

    “Taschenformat”, “Zwerg-” und das nicht einmal die ganze ArtikelBreite benötigende Bild führten in Kombination mit den später folgenden “bis 3m30” zu einer schicken WiderspruchsAuflösung — blöde Mustererkennung…

    Spermaceti-Organ …. größer als bei den heutigen

    Darf ich davon ausgehen, daß relative Größe gemeint ist?

    Das Museum sieht wahrlich arg verlockend aus (diese Seite ist imho zum Stöbern geeigneter, wenn auch DK, nicht mehr D), doch arg weit ab vom Schuss – zumindest vom Rheinland aus gesehen. Selbst vom ab+zu-Reiseziel OL aus wärens noch pi mal Daumen 400km – da muß es wohl bis auf einen näherliegenden Urlaub warten…

    • #6 Bettina Wurche
      22. September 2015

      @rolak: Ja, es ist die relative Größe gemeint. Ich persönlich habe etwas Bauchschmerzen mit der Schrumpfung des Spermaceti-Organs und einer “nutzorientierten” Interpretation. Mir geht die Möglichkeit durch den Kopf, dass der ganze Zwergpottwal kleiner geworden ist und das Spermaceti-Organ nicht im gleichen Verhältnis mitschumpfte. Aber um so etwas ernsthaft zu formulieren, kenne ich mich bei Zwergpottis zu wenig aus. Dafür müsste ich die Maße aller Arten vergleichen können, inkl. der Wachstumsparameter und Geschlechstdimorphismen.

      Das Museum in Gram ist recht klein und die Fossil-Ausbeute bestand bei uns nur aus Schill (mit Perlmutterhaltung) und Scaphopoden (Kahnfüßern). Bei einer Tour würde sich vielleicht auch das ausgezeichnete Museum für Natur und umwelt in Lübeck eignen, mit vielen Walen. Darunter die Funde aus Groß Pampau, der 2. großen Walfundstelle in Schleswig-Holstein bzw. Sönderjylland im Glimmerton.
      http://museum-fuer-natur-und-umwelt.de/
      http://blog.meertext.eu/category/fossile-wale/gros-pampau/
      http://museum-fuer-natur-und-umwelt.de/

    • #7 rolak
      22. September 2015

      Vorab schon mal danke für den Tipp, ist schon verlesezeichent.

  4. #8 MartinB
    22. September 2015

    Niedlich. Kann man die noch um nen Faktor 20 verkleinern, dann würde einer in mein Aquarium passen 🙂

    “Sexuelle Attraktivität ist sicherlich immer eine gute Hypothese.”
    Besodners, weil sie bei fossilen Tieren so verdammt schwer zu widerlegen ist…

  5. #9 Bettina Wurche
    22. September 2015

    @MartinB: Jagderfolg ist auch sehr schwierig nachzuweisen.
    Paläontologen übertragen heutige Sachverhalte auf die früheren Zeitalter – Aktualitätsprinzip. Ich halte das schon für legitim, nur manchmal wirken solche Erklärungen sehr bemüht. In diesem Fall finde ich es sogar zu bemüht und frage mich schon, ob es da noch pragmatischere Erklärungen geben könnte, s. Antwort 6.

  6. #10 MartinB
    22. September 2015

    @Bettina
    “agderfolg ist auch sehr schwierig nachzuweisen.”
    Stimmt schon, aber da kann man zumindest vielleicht irgendwie zeigen, dass ein Organ einen tatsächlichen Nutzen hat (also hier z.B. versuchen herauszufinden, wie sich die Größe auf die Leistungsfähigkeit auswrkt.
    Und ganz doof gefragt: Ist für nen Wal unter Wasser ein auf Sicht getrimmtes Attraktivitätsmerkmal ne gute Idee? Da muss man doch schon ziemlich dicht ran, um das zu sehen, oder?
    Ist so eine Melone eigentlich für andere Wale im Ultraschall besonders gut zu detektieren? Das wäre doch dann was…

    • #11 Bettina Wurche
      22. September 2015

      @MartinB: Pottwale (und andere Wale) können mit dem Sonar die äußere Form u Größe anderer Pottis scannen und auch unterschiedlich dichte Gewebeschichten erfassen. Der Pottwalpapst Whitehead hält es sgar für wahrscheinlich, dass Pottwalbullen ihre Größe gegenseitig abchecken und dann ggf. abdrehen (darüber gab es vor einigen Jahren eine Diskussion, s. u.). Insofern spricht mehr dafür als dagegen.
      Ich möchte abe rnicht ausschließen, das die größere/Kleinere Melone auch ein Artefakt aus den Messungen und relativen Vergleichen sein könnte. Oder dass das größere Organ keinen so wesentlichen Gewinn erbracht hat, dass es sich nicht durchgesetzt hat.

      “Der russische Pottwalexperte Berzin (1971, s. u.) hat in seiner sehr detaillierten Monographie „The Sperm Whale“ den damals aktuellen Stand der Forschung unter Berücksichtigung aller englischsprachigen, russischen und japanischen Quellen wiedergegeben. Er kommt auf gerade mal vier moderne Berichte von kämpfenden Pottwalbullen.
      Hal Whitehead bringt ebenfalls nur die historischen Augenzeugenberichte, moderne kennt er nicht. Und Whitehead hat Jahrzehnte seines Lebens mit den Tieren verbracht, er ist sozusagen der „Pottwal-Papst“ und eine sehr glaubwürdige Quelle.

      Der Biologe interpretiert die Seltenheit der Berichte über kämpfende Männchen so, dass sie selten und kurz sind (Whitehead 2003, s. u.: S. 280). Er selbst hat vor Chile eine solche kurze Begegnung gesehen: Ein einzelnes Männchen schwamm auf ein Pärchen zu, dann kam es zur Rangelei – größtenteils unter Wasser – zuletzt umschloss ein Bulle mit seinen Kiefern den Schwanz des Rivalen. Daraufhin zog sich eines der Männchen – vermutlich das unterlegene – schnell zurück.

      Whitehead meint, dass Pottwale, die sich gegenseitig beträchtlichen Schaden zufügen könnten, Kämpfen wahrscheinlich meistens aus dem Weg gehen. Über die Sonarortung könnten sie schon Größe und vermeintliche Stärke des Gegners abschätzen.”
      http://scienceblogs.de/meertext/2013/04/22/moby-dicks-supernase-ein-sturmbock/

  7. #12 Ludger
    22. September 2015

    Mittlerweile ist bekannt, dass dieses namensgebende Organ im Laufe der Pottwal-Evolution zweimal schrumpfte.

    Vielleicht braucht man für ein fortschrittlicheres Gehirn für dieselbe Empfangsqualität kleinere Sensoren?

    • #13 Bettina Wurche
      22. September 2015

      @Ludger: Die Evolution macht keine Sprünge, darum ist das sehr unwahrscheinlich.