http://oceanservice.noaa.gov/hazards/hab/PHOTO-SanDiegoCounty-RedTide-KaiSchumann-CALIF-102315-690x690.jpg

Giftalgenblüte – Harmful algal bloom (NOAA)

Gleichzeitig können eine erhöhte Bioproduktivität im Kontext mit El Nino und anderen Farbpigmenten auch auf die Entstehung von Giftalgen-Blüten hinweisen. Diese giftigen Algen sind Rotalgen und bilden regelrechte rote Teppiche auf der Meeresoberfläche. Die “Harmful Algal blooms” sind so giftig, dass sie eine große Gefahr für andere Meeerestiere sind. Betreffen sie Meeresgebiete mit Aquakulturen, vergiften sie auch die dort produzierten Meerestiere. Mit einer Vorwarnung könnten die Aquakulturen möglicherweise verlagert und geschützt werden.
Solche Zonen hoher Produktivität ziehen dann auch den Rest der Nahrungskette wie Fische an.

Diese und http://i1.mirror.co.uk/incoming/article4558436.ece/ALTERNATES/s1023/Penguins-and-rover.jpgandere Datensätze ermöglichen die Erstellung von Populationsmodellen von Fischen, erklärte die Ozeanographin Estelle Obligis vom Collecte Localisation Satellites im französischen Ramonville-Saint-Agne in der Pressekonferenz.

Übrigens: In der gestrigen ESOC-Pressekonferenz kam auch der Pinguinforscher Yvon Le Mahon vom National Centre for Scientific Research in Strasbourg zu Wort. Das ist der Herr mit dem Pinguin-Rover-mit-Kamera, über dessen genialen Einfall ich kürzlich geschrieben hatte. Auch diese Daten laufen über Satelliten wie Sentinel3.

Sentinel 3 – Envisats und Cryosats Erbe

Für diese komplexen Aufgaben ist der Ozean-Wächter mit neuartigen Instrumenten ausgestattet. In diese Geräte sind, so die Hilary Wilson von EUMETSAT, die Erfahrungen vom Betrieb der Umweltsatelliten Envisat und Cryosat beruhen.
Die wichtigsten Parameter zur Ozeanüberwachung sind die Ozean-Topographie (Meeresoberfläche), die Ozean- Temperatur und die Farbe der Ozeanoberfläche.

In diesem Video zeigt Sentinel 3, wie er aufgebaut ist und welche Instrumente wo sitzen.
Ein Satelliten-Striptease, sozusagen.

Hier gibt es detaillierte Informationen zu Sentinels Instrumenten.
Und für Freaks ist hier sogar noch die Verkabelung abgebildet:  SpaceWire architecture of the Sentinel-3 spacecraft (image credit: TAS-F).

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Kommentare (14)

  1. #1 rolak
    17. Februar 2016

    raumfahrtbegeistert und meereslastig

    *klick* Da wäre doch der gute alte Meister Brin mit seinem Uplift-Zyklus ziemlich passend – die NeoDelphine schippern in wassergefüllten Schiffen… Kommen aber nicht großartig vor, wenn ich mich recht erinnere.

    Ansonsten wieder mal ausnehmend umfassend informierend!

    • #2 Bettina Wurche
      18. Februar 2016

      @rolak: Ein Brin-Uplift für Pinguine – das wär´s noch. Vielleicht kann man sie mit etwas Krähen- oder Papageien-Gehirn pimpen. Ich stell mir gerad vor, wie ein Seeleopard nach einem Pinguin hascht und der ihn dann einfach totlabert. Oder mit 20 Kumpels koordiniert den Seeleoparden verwirrt.

    • #3 rolak
      18. Februar 2016

      einfach totlabert

      Zuviel Madagascar, Bettina? Ansonsten lieber Krähe.

      • #4 Bettina Wurche
        18. Februar 2016

        @rolak: Nix Madagascar, Papageien und Krähen sind so. In real life. Abgefuckt. Neulich auf´m Fahhrad: Schräg über mir steht´ne Krähe in der Luft. Und wirft mir eine Nuß vors Fahhrad. Ich konnte gerade eben noch ausweichen, sonst hätte es einen Unfall gegeben. Die musste noch lernen, dass Fahrräder keine Nüsse knacken, sondern sie auf ein Vehikel mit vier Rädern warten muss. Und Papchen sind keinen Deut besser, die hecken dauernd was aus.

      • #5 rolak
        18. Februar 2016

        sind so

        Nee, das betraf die totlabernden Pinguine.

        • #6 Bettina Wurche
          18. Februar 2016

          @rolak: (facepalm) …natürlich

  2. #7 meregalli
    18. Februar 2016

    Die ESA wurde wegen ihrer restriktiven Informationspolitik häufig kritisiert. Angesichts der geradezu exhibitionistischen, detaillierten Aufklärung muß man die Kritik wohl revidieren.
    Danke für die links

    • #8 Bettina Wurche
      18. Februar 2016

      @meregalli: “restriktiven Informationspolitik”? Das höre ich zum ersten Mal. Allerdings habe ich vielleicht auch eine verzerrte Wahrnehmung: In Darmstadt gibt es regelmäßig gute Veranstaltungen dazu und ich habe halt viele persönliche Kontakte zu ESOC. Vor allem die Facebook- und Twitter-Accounts stehen aber jedem offen. Ich finde EUMETSAT immer noch recht abgeschottet. Dabei stammt von denen die Graphik, die jeden Abend in der Tagesschau das Wetter zeigt. Die machen großartige Arbeit, aber kaum jemand kennt sie.

  3. #9 Alderamin
    18. Februar 2016

    @meregalli

    Meinst Du Rosetta? Da war’s weniger die ESA, als vielmehr das OSIRIS-Team des MPI für Sonnensystemforschung, das der ESA verbot, die Aufnahmen zu veröffentlichen (und es selbst weitgehend unterließ). Andere Teams veröffentlichten ihre Ergebnisse weitaus freizügiger.

    • #10 Bettina Wurche
      18. Februar 2016

      @meregalli @alderamin: Worum geht es jetzt – Öffentlichkeitsarbeit/Infos zum Projektablauf oder wissenschaftliche Publikationen? Ich meinte ersteres.

  4. #11 Alderamin
    18. Februar 2016

    @myself

    Ähm, freigiebiger. *rotwerd*

  5. #12 Alderamin
    18. Februar 2016

    @Bettina

    Bei mir ging’s um Öffentlichkeitsarbeit, dazu gehört natürlich auch das zeitnahe Veröffentlichen von Fotos, wenn ein neuer Himmelskörper besucht wird. Das Rosetta-Projekt war da heftig kritisiert worden, zu wenige Daten zeitnah freizugeben (während die NASA gleich ihre Rohdaten online stellt, z.B. bei New Horizons). Ich mutmaße, dass meregalli sich auf dies bezog. Aber das war halt auch speziell den MPI-Leuten geschuldet, nicht der ESA an sich.

  6. #13 meregalli
    18. Februar 2016

    Tut mir leid, ich kann meine eigene Aussage nicht objektivieren. Ich hatte nur im Hinterkopf, dass die ESA vergleichsweise sparsam mit Informationen umging, bzw dieses mehrfach behauptet wurde.
    Wo und wann das war, kann ich leider nicht sagen.
    Die ausgiebige technische Erläuterung der Sonde und die Faszination für diese Technik führten mich dazu, einen Kommentar zu erstellen.

    • #14 Bettina Wurche
      18. Februar 2016

      @meregalli: Diese technischen Kennblätter sind bei ESA. EUMETSAT und teils DLR immer abrufbar, man muss unter den einzelnen Missionen suchen.
      Zur Veröffentlichung der Bilder von Rosetta gab es ziemlichen Stunk. ESA konnte/durfte nur die (schlechten) Bilder der Navigationskameras sofort publizieren. Die wesentlich besseren und interessanteren Bilder der wissenschaftlichen Instrumente hingegen nicht. Die Instrumente waren von verschiedenen Institutionen bezahlt worden, die dafür die Erst-Publikationsrechte beanspruchten. Erst mit der Publikation der wissenschaftlichen Ergebnisse gab es dann auch diese Bilder.
      Dazu gibt es ein BBC-Interview von Jonathan Amos mit Jacques Dordain:
      “Nearly all of the images seen to date have come from the probe’s navigation cameras. The products of its science cameras, on the other hand, which are far superior, have been given only a very limited release because of the proprietary period.”
      “Even I’ve tried to get more data,” Mr Dordain said. “I might be the DG but I’m also a fan of Rosetta and [its lander] Philae. It’s a problem; I don’t deny it’s a problem. But it’s a very difficult problem, too,” he told BBC News.
      “I understand the frustration of the public and the media, but, on the other hand, I understand the position of the principal investigators who have invented the mission.”
      http://www.bbc.com/news/science-environment-30859411
      Das hat sehr viel Ärger gegeben und wird bei anderen Missionen jetzt wohl auch anders geregelt. Z. B. bei Sentinel.