https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/M/MV5BMTExMzU0ODcxNDheQTJeQWpwZ15BbWU4MDE1OTI4MzAy._V1_UX182_CR0,0,182,268_AL_.jpg

Filmplakat von “Arrival” (2016)

Der Plot von „Arrival“ ist ein Erstkontakt-Szenario: Einige Außerirdische sind auf der Erde gelandet, das Militär hat die Landestellen abgeriegelt und sucht nun Hilfe bei einigen Wissenschaftlern, um eine Kommunikation mit den Aliens zu beginnen. Soweit nicht ungewöhnlich.
Die Aliens sind an zwölf Stellen auf der ganzen Welt gelandet und nicht nur in den USA. Das ist schon ungewöhnlicher.
Am Landeplatz in den USA haben die Linguistin Dr. Louise Banks und der Astrophysiker Dr. Ian Donnelly die Federführung. Sie stehen in Kontakt und Austausch mit den anderen Landeplätzen auf der ganzen Welt und tauschen sich mit ihren Kollegen aus, jeder steuert Puzzleteile bei, die ein immer größeres Bild ergeben.
Wirklich ungewöhnlich sind die zeitlichen Ebenen, die sich einschieben und verschieben, und schließlich zu einem wesentlichen Faktor werden.
Ein ungewöhnliches Erstkontakt-Szenario mit intelligenten Dialogen und Handlungen der Hauptakteure. Die „Action“ steckt in den Dialogen und der konzentrierten Arbeitsweise der Hauptpersonen, die ich wesentlich aufregender fand als jede Raumschlacht, Verfolgungsszenen und sonstige körperliche Action.
Und nur der Kanarienvogel ist Zeuge…

Ménage a cinq – Der Colonel, die Linguistin, der Astrophysiker und zwei Heptopoden

Die beiden Hauptpersonen sind Wissenschaftler: Die Linguistin Dr. Louise Banks und der Astrophysiker Dr. Ian Donnelly.
Normalerweise reichen für die Darstellung eines Wissenschaftlers in einem Hollywood-Film eine Brille, der unentwegte Gebrauch einiger Fremdworte und ein irgendwie freakiges Auftreten mit schrägen Hypothesen zur Chaos-Theorie, pseudo-intellektuelles Geschwätz oder ähnliche Charakteristika.

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Louise Banks versucht, mit Aliens zu kommunizieren (“Arrival”, 2016)

Louise Banks macht zunächst einen etwas weltfremden Eindruck. Sie hält, alles andere als engagiert und begeistert, ihre Vorlesung, und ignoriert die Aufregung ihrer Studenten. Statt bei der Ankunft Außerirdischer sofort in eine „Der-Weltuntergang-ist-nah- Pionier-und-Planwagen-Stimmung“ zu verfallen, geht sie nach Hause und zur Arbeit, als ob nichts wäre – nach dem Tod ihrer Tochter lebt sie wie in einer Blase, hat sich in ihre Sprachenwelt geflüchtet und funktioniert einfach.
Dann drängt der General sie in diese Ausnahme-Situation, sie schnappt angesichts der Geschwindigkeit der Ereignisse nach Luft (ich schnappte mit) und schlittert ungelenk und atemlos auf die Trennscheibe mit den Aliens zu. Dass Louise Banks mitnichten so weltfremd und verträumt ist, wie sie scheint, wird spätestens bei ihrem furchtlosen Stehvermögen, als der Alien-Tentakel neben ihr wuchtig auf die Trennscheibe klatscht, klar. Und sie kämpft zäh für die friedliche Verständigung mit den Außerirdischen, mit ihrem ebenso furchtlosen Kollegen, der sie mit seinem Körper gegen die gezogenen Waffen der Soldaten abschirmt.
Der Astrophysiker Dr. Ian Donnelly ist äußerlich auch keine klassische Heldenfigur. Mit seinem Wissen und scharfen Verstand analysiert er die Botschaften, die die Aliens von den 12 Landeplätzen übermitteln. Er tritt in der Kommunikation hinter seiner Kollegin zurück, steht aber hinter ihr und unterstützt und ergänzt ihre Arbeit und kümmert sich um ihr körperliches Wohlergehen. Und stellt sich furchtlos vor sie, als sie versucht, die militärische Intervention zu verhindern.

Genauso ungewöhnlich ist der militärische Befehlshaber, Colonel Weber, der die beiden Wissenschaftler nicht wirklich versteht, sie aber aufgrund ihrer bisherigen Leistungen respektiert, weil er ebenso ernsthaft an einer nicht-militärischen Lösung interessiert ist. Wahrscheinlich ist ihm klar, dass menschliche Armeen gegenüber einer Alien-Rasse, die zum interstellaren Flug in der Lage ist, mit militärischen Mitteln letztendlich nicht gewachsen sein kann. Anders, als es in so vielen Szenarien à la Independance Day dargestellt wird.
Es ist die Akzeptanz, dass der scharfe Intellekt der beiden Wissenschaftler, der sie denken, sprechen und geistig interagieren lässt, eine solche Alien-Situation eher im Sinne der Menschheit lösen kann, als Armeen in einem verheerenden Kampf.

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Louise Banks und Ian Donnelly bei der Datenanalyse (“Arrival”, 2016)

Der Film spaltet sich in Parallelwelten auf: Auf der einen Seite der traumhaft inszenierte Kontakt zwischen Louise Banks , Ian Donnelly und den Hektapoden mit den Hektapoden-Händen, auf der anderen Seite die lärmende Militärmaschinerie und die durch Medien zusätzlich aufgepeitschte alarmistisch-hysterische Stimmung unter der Bevölkerung.
Die Kontaktanbahnung zwischen der Wissenschaftlerin und den Aliens ist überwiegend leise und langsam. Ihre Kommunikationsstrategie entwickelt sie vor den Augen der Zuschauer, die Sprachanalyse dauert quälend lange und ist zäh. Louise tastet sich mit Worten und schließlich mit ihren Schrifttafeln voran, dann sitzen sie und Ian inmitten ihrer Daten und analysieren den Informationswust. Im Zentrum der filmischen Handlung steht die Whorf Sapir-Hypothese, die für die Linguistik besagt, dass das Denken eines Menschen stark durch Grammatik und Wortschatz seiner Muttersprache beeinflusst oder bestimmt wird (Diese Hypothese ist mittlerweile recht umstritten, weil sie offenbar auf fehlerhaften Grundannahmen beruhte, aber das soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden).

Ich habe mich bei diesen Akteuren so angenehm „zu Hause“, unter Gleichgesinnten gefühlt. Und hörte gespannt intelligenten Dialoge mit echten Inhalten zu, statt von den üblichen dümmlichen Dialogen, markigen Sprüchen und schnellen Action-Szenen gelangweilt und genervt zu sein. Stattdessen gibt es eine wissenschaftlich fundierte Annäherung an eine vollkommen unbekannte Intelligenz. Das Sich-Einlassen auf eine vollständig neue und uneinschätzbare Situation, im Vertrauen darauf, dass die andere Seite schließlich auch am Kontakt interessiert ist und nicht daran, die Menschheit zu fressen oder auszulöschen. Das besonnene Verhalten der menschlichen Wissenschaftler und der Aliens, ihr Bemühen, eine gemeinsame Ebene des Dialogs zu finden und gleichzeitig die Ruhe zu bewahren und dann, trotz schrecklicher Tentakeln der Aliens und eines Attentats einiger Menschen, am Dialog festzuhalten, ist ungewöhnlich. Eben sehr verkopft, statt der üblichen Taten im Affekt. Eher auf einer wissenschaftlichen und diplomatischen Basis, statt eines Kräftemessens mittels Waffen und martialischer Gesten.

Brain-Porn – eine Romanze der anderen Art

Eine Frau, die innerhalb von 10 Minuten ihre Sachen für eine ungewisse Zeit packt, sich nicht um ihre Frisur kümmert, sondern einfach aus der Tür stiefelt.
Ein Mann, der ihr zur Begrüßung einen neugierigen Blick schenkt und sie dann mit dem Vorwort ihres eigenen Buches zum intellektuellen Exkurs einlädt. Zu einem neugierigen, konstruktiven Dialog, der die Ausbildung und Berufserfahrung des Gesprächspartners respektiert und darauf aufbaut. Aus dem sich schnell eine enge geistige Bindung zwischen den beiden Hauptpersonen aufbaut.

http://www.slate.com/content/dam/slate/articles/arts/movies/2016/11/161108_MOV_ARRIVAL.jpg.CROP.cq5dam_web_1280_1280_jpeg.jpg

Die Linguistin Louise Banks und der Astrophysiker Ian Donnelly (“Arrival”, 2016)

Die Beziehung der Linguistin und des Astrophysikers, die sich beide mental aufeinander einlassen, als Team Seite an Seite arbeiten, jeder des anderen Expertise akzeptiert und unterstützt ist eine viel intensivere Romanze, als die übliche Männchen-Weibchen-Beziehung viel zu vieler Filme. Die Frage „Möchtest Du ein Baby von mir haben“ noch vor dem ersten Kuß und Koitus zu stellen, ist schon ungewöhnlich. Passt aber in diesem Fall durch die Aufhebung des linearen Zeitgefüges konsequent in die Geschichte.

Die Bildsprache des Films ist verregnet, grau-grün-schlammig-depressiv. Die Akteure stehen einsam und isoliert in dieser Umgebung. Das Alien-Raumschiff ist innen und außen einfach nur eine schwarze geometrische Form, eine reizarme Umgebung. Entgegen der üblichen SF-Visualisierungen mit Raumschiffen und allerlei technischem Schnickschnacke wirkt dieser Film äußerst reduziert. Genauso reduziert wie das Agieren der Hauptcharaktere, die dennoch sehr empathisch und sensibel wirken. Dadurch konzentrieren sich alle Sinne automatisch stärker auf die Akteure und Dialoge.
Durch die Aliens auf der einen Seite der Trennscheibe und die Menschen auf der anderen Seite wirkt die Szenerie wie die Bühne eines modernen Theaterstücks. Allerdings wirken die Schwärze und Bodenlosigkeit des Raums auch bedrückend, einige Kritiker verglichen ihn gar mit einer Grabkammer. In dieser Einsamkeit geben sich die beiden Hauptakteure mentalen Halt.

Ein intensiver und intelligenter Film, bei dem ich viel stärker „mitgegangen“ bin, als in den vielen action-orientierten und unlogischen Erstkontakt-Szenarien.  Denn auch die schönsten Raumschiffe und fremden Welten können mich nicht über mangelnden Inhalt und Ideen sowie dümmliche Dialoge hinwegtäuschen. Brachiale Wortkonstrukte, der süßliche Zuckerguss des Patriotismus und das übliche Macho-Getue fehlen ebenso wie perfektes Make-Up, machomäßige Faustkämpfe, sinnliches Inszenieren von halb entblößten Leibern und eine Menge anderen Mainstream-Zeugs, das mir selbst gute Plots oft vergällt und mich immer daran erinnert, dass es ja nur ein Hollywood-Film ist.

Wie sollte das ideale Team für einen Erstkontakt mit einer außerirdischen Intelligenz aussehen?

Kann man sich auf einen Erstkontakt eigentlich vorbereiten?
Gibt es Grundannahmen dafür?
Was wissen wir denn über die fremden Lebensformen?
Wenn jemals Aliens auf der Erde landen sollten, dann beherrschen sie offenbar interstellare Raumfahrt.
Für eine derartige technische Leistung ist ein langer Zeitraum für Vorentwicklungen notwendig und die Koordination vieler verschiedener Arbeitsschritte.
Nach unseren derzeitigen Annahmen ist für die Entwicklung der interstellaren Raumfahrt eine hoch entwickelte Kultur und Zivilisation nötig: Wissen um Arbeitsabläufe muss erarbeitet und über Generationen weitergegeben werden. Außerdem ist aller Wahrscheinlichkeit nach eine interdisziplinäre Arbeit notwendig.

Die Landung einer außerirdischen Intelligenz auf der Erde kann mehrere Gründe haben:

Hypothese 1:
Die Aliens möchten die Ressourcen der Erde ausbeuten oder sie kolonisieren.

Hypothese 2:
Die Aliens möchten Kontakt zu Erdbewohnern aufnehmen. Das müssen nicht zwangsläufig die Menschen sein, aber es ist zunächst am wahrscheinlichsten.

Wie könnte ein Team aussehen, das den Erstkontakt herstellen soll?
Ich würde wahrscheinlich auch einige wissenschaftliche Disziplinen auswählen: Linguisten, Astrophysiker, Exobiologen, Verhaltensbiologen.
Mathematiker? Musiker? Ingenieure? Experten für Körpersprache, Gerüche oder noch anderes?
Sollte das Militär mit einbezogen werden? Hätten wir überhaupt eine Chance, mit irdischen Waffen eine Spezies in Schach zu halten, die interstellaren Raumflug beherrscht?
Ist nicht die Gefahr, dass jemand mit einer Waffe in der Hand, die Nerven verliert, viel zu groß?
Sollte man einen Delphin mitnehmen, als eine andersartige Intelligenz, mit akustischer Kommunikation?
Oder eine andere irdische Lebensform?

Fragen über Fragen.

Fragen an die LeserInnen:

  1. Welche anderen Gründe für eine Kontaktaufnahme wären noch denkbar?
  2. Frage an die LeserInnen: Wie würde Ihr Team aussehen?
  3. Welche Hilfsmittel würden Sie einpacken?

PS: Die NASA hat zur Thematik des Erstkontakst übrigens diese Publikation herausgegeben: Archaeology, Anthropology, and Interstellar Communication. Eine Sammlung nicht ganz einfach verdaulicher Fach-Aufsätze.

 

 

Kommentare (87)

  1. #1 Eire
    11. Januar 2017

    BW,
    Gratulation zu diesem Thema. Das ist mal wohltuend im Vergleich zu anderen Alienfilmen, wo es nur um das Ausleben von Ängsten gegenüber allem Fremden geht.

    Um die Sache etwa konkreter zu machen, ich würde einen Hund mitnehmen, einen Fachmann für Gebärdensprache und seine Frau nebst Kleinkind. Die Frau ist besonders wichtig, damit die Aliens die gefühlsmäßige Bindung zwischen den Geschlechtern erkennen und positiv werten. Das Kind ist genauso wichtig, damit die Aliens verstehen, wie das Kind die Sprache lernt und wie es sich entwickelt.

    • #2 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @Eire: Das war mir auch durch den Kopf gegangen, Lernen und Interspezies-Komunikation live vorzuführen.

  2. #3 tomtoo
    11. Januar 2017

    Ich hätte mal auf jeden Fall Instrumente die einen weiten Bereich im Schall und EM Bereich abdecken mit dabei. Könnte ja sein das die es gewohnt sind mit UV,IR oder Ultraschall zu kommunizieren. Ansonsten gehe ich davon aus das wenn sie uns technisch so weit überlegen sind, sie uns eh beobachtet haben bevor sie Landen, und wäre diesbezüglich erst einmal entspannt. Gibt halt nix für ein “Movie” her. Klar ein Computer um die Daten aufzuzeichnen.Die Auswertung der Daten kann ja später erfolgen. Aber wie gesagt bei so einer technischen Überlegenheit, quatschen die wohl ein perfektes englisch. 😉

    • #4 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @tomtoo: Auf jeden Fall sollte man einen sehr großen Gerätepark einpacken: Neben der Lautanalyse inkl. Infra- und Ultraschall und Bildaufzeichnung wäre auch UV und Infrarot-Filter sinnvoll. Dazu sollten Gerüche, Bewegungen, etc aufgezeichnet werden. Dass die Englisch sprechen, da bin ich nicht so sicher. Obwohl es de facto die meist gesprochene Sprache ist, gleich danach kommt Chinesisch.
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/150407/umfrage/die-zehn-meistgesprochenen-sprachen-weltweit/
      Es könnte allerdings auch sein, dass sie gar nicht akustisch oder visuell kommunizieren.
      Dann wird es schwieriger : )

  3. #5 Eisentor
    11. Januar 2017

    Vor vielen Jahren stellte in einem Gespräch eine “esoterisch” angehauchte Person einmal die Frage: “Warum wird bei Katastrophen (war irgend eine Überschwemmung bei der Soldaten Sandsäcke gefüllt haben) immer das Militär eingesetzt?”

    Die Antwort darauf ist mMn wesentlich einfacher und trivialer als die Person gedacht hat. Beim Militär sind ist einfach das Material und auch die Manpower vorhanden um relativ spontan solche Dinge durchzuziehen. Das THW in Deutschland nimmt hier eine Sonderstellung ein so was gibt es den meisten Ländern nicht in dem Umfang.

    Ich denke also das Militär (oder THW) durchaus Sinn macht, wenn gerade wie im Film keine (ausreichende) Infrastruktur Vorort ist. Also Militär nicht zum Schutz vor den Aliens sondern für Bereitstellung er entsprechenden Infrastruktur.

    • #6 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @Eisentor: Bei Überschwemmungen etc wird eigentlich zunächst eher die Feuerwehr eingesetzt, weil die schweres Gerät, Manpower und Sachkenntnis haben. Erst bei großflächigen Problemen geht es ans Militär. Die sind organisiert und haben meistens Zeit, im Gegensatz zur Polizei, deren Tage ausgefüllt sind.
      Für die schnelle Bereitstellung von organisierter Logistik ist das Militär sicherlich vorteilhaft.
      Außerdem haben sie einen weiteren Vorteil: Sie sind straff organisiert und gehorchen in Befehlsketten. Das ist vielleicht manchmal auch hilfreich.
      Allerdings gibt es auch andere staatliche Stellen, die Infrastruktur u Logistik zur Verfügung stellen oder organisieren: Katastrophenschutz, etc. Bei Großwalstrandungen habe ich erlebt, wie Stadt- und Landverwaltungen, Amtsveterinäre, Stranding Networks, Naturschutzbeauftragte und Mitarbeiter verschiedener Museen u Universitäten sich vor Ort eingefunden und gemeinsam gearbeitet haben. Viele Arbeistgruppen können sich bei solchen Herausforderungen zügig selbst organisieren. Wichtig ist: Einer/Eine muss den Hut aufhaben. Meistens ist das ein Senior Scientist und ein Kapitän/Amtsperson/o. ä. Allerdings waren das Situationen, für die ein Handlungsleitfaden und -Richtlinien vorhanden waren.

  4. #7 RPGNo1
    11. Januar 2017

    @Bettina
    Das hast du uns ja ein paar tolle Fragen gestellt. Nun gut denn, ich versuche mich mal mit folgenden relativ spontanen Antworten.

    Welche anderen Gründe für eine Kontaktaufnahme wären noch denkbar?

    Die Aliens haben sich verflogen (Navigationsfehler) und müssen sich neu orientieren. Oder sie sind aufgrund eines Unfalls/einer Störung zwangsweise auf der Erde notgelandet. Ein Erstkontakt war gar nicht geplant, ist nun aber aufgrund der widrigen Umstände zwingend notwendig geworden.

    Wie würde Ihr Team aussehen?

    – Je ein Vertreter der Naturwissenschaften (Biologen, Mathematiker, etc). Wir betreten absolutes Neuland, da kann jeder noch so unbedeutende Hinweis wichtig sein und darf nicht verloren zu gehen.
    – Kommunikationswissenschaftler, Sozialwissenschaftler, Ethnologe, Psychologe
    – Ein Vertreter einer supranationalen Organisation, z.B. ein von der UNO beauftragter erfahrener Krisendiplomat, damit sich alle Nationalstaaten zumindest annähernd vertreten fühlen dürfen. Jedoch kein nationaler Politiker, da dieser eher die Eigeninteressen seines Staates im Kopf haben dürfte.
    – Ein erfahrener Moderator oder Mediator, um ausgleichend auf das Team zu wirken, da die Mitglieder vermutlich unter hohem psychologischen Druck stehen werden.
    – Ein Sicherheitstrupp als passive Beobachter, um dem Team zumindest das Gefühl eines Schutzes zu geben. Im Ernstfall dürften sie gegen technologisch überlegende Aliens sowieso nichts ausrichten können.

    Welche Hilfsmittel würden Sie einpacken?

    – Eine Kopie der Voyager Golden Records, einem der bekanntesten Versuch mit Außerirdischen zu kommunizieren.

    • #8 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @RPGNo1: Verflogen? Auweia. Vielleicht wollen sie hier auch nur ihre Smartphones aufladen, damit die Navi-Funktion wieder läuft?
      Internationale Diplomaten und Mediatoren könnten hilfreich sein, auch wegen der Ordnung im Team : )

  5. #9 tomtoo
    11. Januar 2017

    @RPGNo1
    Die “golden Record” gefällt mir ! 😉

    Aber ein Sicherheitsteam halte ich für gefährlich. Nö auf keinen Fall ein Sicherheitsteam. Nur Forscher die es gewohnt sind in ungewöhnlichen Situationen zu bestehen.

  6. #10 Hobbes
    11. Januar 2017

    Naja sollte eine Rasse die Möglichkeit haben hier her zu kommen dürfte es wohl auch eher diese Rasse sein die unsere Kommunikationsweise lernt bevor wir ihre lernen. Ein Erstkontakt dürfte wohl ziemlich nach dem Plan ablaufen den die Aliens sich selbst zurecht gelegt haben. Immerhin dürften die ja schon eine ganze weile von uns wissen bevor wir etwas über die wissen. Anders sähe es bei ungezielten Kontakt auf, aber das ist ja ein komplett anderes Szenario.

  7. #12 RPGNo1
    11. Januar 2017

    @tomtoo
    Der Sicherheitstrupp muss nicht unbedingt schwer bewaffnet sein. Oder überhaupt eine tödliche Bewaffnung haben. Es geht mehr um den psychologischen Effekt, den sie auf das eigentliche kontaktaufnehmende Team haben.
    Denk z.B. an die verstärkte Präsenz von Polizeifstreifen, wenn ein Verbrechen geschehen ist. Die Bevölkerung fühlt sich gleich viel sicherer, auch wenn ein tatsächlicher positiver Sicherheitsaspekt minimal ist.

  8. #13 Ingo
    11. Januar 2017

    Es lohnt sich in jedem Fall sich vorher den Wikipediaartikel ueber die GoldenRecord der Voyager Sonden durchzulesen.
    Interessant vorallen wie dort auf Basis der Wasserstoff 21cm-Linie zunaechsteinmal Masseinheiten fuer Laenge und Zeit definiert werden.
    Darauf aufbauend eine Bauanleitung ein Abspielgeraet der mitgelieferten Bild-Schallplatte.
    Darin dann wiederrum Information ueber das Dezimalsystem und die grundlegene Chemie der Erde und der DNA.

    Bezueglich einer natuerlichen Sprache wird es aber vermutlich noch schwieriger.

    Ein Ansatz koennte auch “Solresol ” sein. Eine Plansprache die sich nicht nur akustisch, sondern auch optisch/farblich oder per Tonfolgen darstellen laesst.

    Die Sprache ist ein wenig in Vergessenheit geraten,- trotzdem ein interessanter Ansatz.
    Schliesslich ist nicht garantiert, dass unsere ausserirdischen Gaeste akustisch kommunizieren koennen, bzw Schriftzeichen optisch wahrnehmen koennen.

    Weiterhin wuerde ich noch einen Designer mit ins Team aufnehmen der sich mit Piktogrammen/Isotype auskennt.
    Vorbild koennten hier Wegweiser an Flughaefen sein die weitgehend ohne Sprache/Schrift auskommen.
    Historisch interessant sind hier sicherlich die Piktogramme die fuer die Olympischen Spiele 1964 erfunden wurden.
    Beschaeftigen sollte man sich auch mit der Arbeit von Otto Neurath in den 30ern. Er hatte das Ziel Lehrbuecher fuer Analphabethen zu entwickeln (Piktogrambasiert)

    • #14 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @Ingo: Der Ansatz mit “Solresol” ist interessant. Ich denke nämlich, dass das Festlegen auf eine Sprache oder eine Golden Record, die ja ein nationales Produkt ist, schon wieder einen gewissen Kultur-Chauvinismus beinhalten. Zunächst müsste man sich bei EINEM Erstkontat mal einigen, wer, was sagt.
      Die “Arrival”-Aliens haben es sehr klug angestellt, an 12 Plätzen auf der ganzen Welt zu landen. Dadurch konnten verschiedene Länder ihre Vorstellung eines Erstkontakts umsetzen.

      Die Idee mit den Piktogrammen ist wichtig, Kommunikationsdesigner könnten eine gute Ergänzung sein. Auch dabei sollte man allerdings neben der optischen auch die akustische, olfaktorische, etc. Kommunikation berücksichtigen.

  9. #15 tomtoo
    11. Januar 2017

    @RPGNo1
    Es gibt einige Wissenschaftler die sich bei ihrer Arbeit in sehr gefährliche Situationen begeben. Aber bei einem Erstkontakt mit einer technologisch weit überlegenen Zivilisation, halte ich schon den Gedanken “Gefahr” für schräg. Gefressen werden ?

  10. #16 RPGNo1
    11. Januar 2017

    @Bettina
    Auf ein Navi würde ich mich nicht verlassen. Hier in Deutschland kommt tatsächlich vor, dass die Leute Aalen in BW und Ahlen in NRW verwechseln. Auch die 40 t LKW, die in verwinkelte Altstadtgassen oder Feldwege einbiegen, “weil es ihr Navis ja so befohlen hat”, sollte man nicht vergessen.
    Wer sagt denn, dass diesbezüglich Alientechnik besser ist? 🙂

  11. #17 RPGNo1
    11. Januar 2017

    @Ingo
    Solresol kam doch im Film “Unheimliche Begegnung der dritten Art” vor. Das würde direkt passen.

  12. #18 iscs
    11. Januar 2017

    @ RPGNo1 #11

    > Denk z.B. an die verstärkte Präsenz von
    > Polizeifstreifen, wenn ein Verbrechen
    > geschehen ist. Die Bevölkerung fühlt sich
    > gleich viel sicherer

    Das stimmt nicht automatisch.
    Das stimmt nur wenn es ein Vertrauensverhaeltniss zur Polizei gibt.
    Privat war ich kuerzlich in Mexiko,- und dort habe ich erlebt wie man der Polzei lieber aus dem Weg geht. Die Polizei verhaftet dort gerne einfach mal den ersten Menschen auf der Strasse den sie nach einem Verbrechen antrifft. (Jedenfalls denken die Leute dass)
    Folgerichtig wird die Polizei nicht als Schutz, sondern als Bedrohung wahrgenommen.*
    *(“Mach das Licht aus,- draussen ist die Polizei auf der Strasse”)

    • #19 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @iscs: Da sind wir schon wieder bei den unterschiedlichen Kulturen der Erde: Ich fände es sehr spannend, Überlegungen für einen Erstkontakt aus verschiedenen Kulturkreisen zu vergleichen.

  13. #20 tomtoo
    11. Januar 2017

    @Bettina
    Klar könnte ja sein das sie unsere Kommunikation über Pherhormone besser verstehen als wir selbst. Und es als die logischste Sprach auf unserem Planeten halten. Also Gaschromatograph muss sein. 😉

  14. #21 RPGNo1
    11. Januar 2017

    @iscs
    Danke für den Einwand. Da bin ich wohl zu sehr von dem relativ guten Ruf der deutschen Polizei ausgegangen.
    Trotzdem bin ich immer noch der Meinung, dass ein Sicherheitsteam einen Nutzen hat. Nicht als Eingreiftruppe gegen die Aliens (technologische Unterlegenheit), sondern schlicht als psychologischer Rückhalt für das Erstkontaktteam. Stichwort: “Ich bin nicht allein, jemand deckt mir den Rücken.”

  15. #22 tomtoo
    11. Januar 2017

    Wie gesagt, technologisch überlegene Aliens werden schon einen Weg finden mit uns zu kommunizieren.
    Vieleicht würde ja eine Pizza, und ein guter Wein zumindest als gute geste verstanden werden ? Oder als feindliche Geste ? Fragen über Fragen 😉

    • #23 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @tomtoo: Alkohol ist ein schweres Nervengift, das könnte als Attacke verstanden werden : ) Und wie sollen die Aliens beim anegebotenen Essen zwischen der Pizza, dem Teller und der reichenden Hand unterscheiden? Was, wenn ihnen die Hand besser schmeckt, als die Pizza? Schon auf der Erde ist Nahrungsaufnahme mit unglaublich vielen Tabus belegt: Menschen möchten ihre Nahrung fast immer gekocht haben (im Gegensatz zu allen anderen Organismen). Europäer wollen keine Katzen und Hunde essen, in so manchen Gegenden Asiens gilt Hund als lecker. Fischeiweiß und Laktose kann bei verschiedenen Menschen schwere allergische Reaktionen hervorrufen, für die Verdauung von Laktose brauchen Menschen ein in Asien nicht vebreitetes Gen. Dann kommen noch die kulturell-religiösen Vorschriften dazu: Für Tuareg-Männer gilt ein Mund-Tabu, eine Frau darf ihnen nicht beim Essen zuschauen. Manchmal ist das Teilen von Essen und Geschirr eine Auszeichnung, manchmal eine Notwendigkeit, manchmal ein Heiratsangebot und manchmal eine schwere Beleidigung. Manche Gruppen betrachten das Essen von Tieren und tierischen Produkten als Nahezu-Kannibalismus.
      In einem SF-Buch, das ich kürzlich las, hatte ein böswilliger Mensch einem interplanetaren Botschafter blähende Lebensmittel ins Essen gemischt. Der Botschafter sollte die Verhandlung mit olfaktorisch kommunizierenden Aliens führen. Die Verhandlungen sind aufgrund der furiosen Blähungen des Botschafters natürlich furios gescheitert.
      Vielleicht sollte man nur ein Glas Wasser reichen.

  16. #24 Sascha
    11. Januar 2017

    Vielleicht machen sie auch nur mal ne Pause. Und sind gar nicht weiter an der Erde und ihren Bewohnern interessiert?
    Ich möchte da mal an die Strugazkis verweisen mit https://de.wikipedia.org/wiki/Picknick_am_Wegesrand

    Oder sie sind uns weit voraus. Und wir stehen da, wie die Urmenschen (Lems https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Stimme_des_Herrn)

    • #25 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @Sascha: Eine Spezies/Zivilisation, die interstellare Raumfahrt betreibt, ist uns zweifellos weit voraus.

  17. #26 AH
    11. Januar 2017

    Rohstoffausbeutung kann ich mir nicht als Motiv vorstellen, da Zivilisationen mit einer derartigen Technologie genauso gut gefahrlos unbewohnte Planeten abbauen können, falls sie nicht direkt die Energie von Sternen anzapfen können. Genauso unschön wäre aber das, für mich etwas realistischere, Motiv einfach mal präventiv alles weg zu bomben, was lebt, da es ja eine potentielle Gefahr in der Zukunft darstellen könnte.

    • #27 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @AH: Auch Energie und Lebensformen können Ressourcen sein. Und das Motiv der Prävention steht zweifellos im Raum.

  18. #28 Ingo
    11. Januar 2017

    Andere Frage:
    Wie hoert man denn richtig zu?

    Es wird viel darueber diskutiert wie man selber spricht,- aber man kann umgekehrt auch erwarten, dass die Aliens versuchen werden mit uns zu kommunizieren.

    Wie dechifriert man denn fremde Kommunikationssysteme?
    (Ganz anderes Themenfeld als das “Sprechen”)

    Wie zum beispiel wurden aegytische Hieroglyphen entziffert?
    Es wird in jedenfall Sinn machen sich diesbezueglich Experten zu suchen.
    (Wie heisst die Fachrichtung ueberhaupt?)

    Brauchen wir Archaeologen?

    • #29 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @Ingo: Der Stein von Rosette ist trilingual beschriftet. Der Franzose Champollion war ein Sprachen-Genie und entzifferte anhand der Königsnamen in den Kartuschen schließlich auch die Hieroglyphen, die unbekannte Sprache. Soweit ich weiß, hatte er mehrere alte Sprachen gelernt (heute: Linguistik), interssierte sich auch für alte Geschichte (Heute: Archäologie) udn war vor allem ein interdisziplinäres Genie. Zum Archäologie-Studium gehören auf jeden Fall auch alte Sprachen. Die meisten großen Forschunsgprojekte laufen heute interdisziplinär, jeder Experte nähert sich mit seinen Methoden.
      Die Entzifferung eines fremden Kommunikationssytems könenn wir auch gerade wieder bei den Walen beobachten, da läuft gerade ganz viel. Ich schreibe demnächst was über die aktuelle Forschung von Denise Herzing, die gerade mit einem neuen Computersystem und frei lebenden Delphinen experimentiert.
      Eine ganze Weile gab es ein SETI-Projekt zur Erforschung der Delphinsprache, ich habe dazu einen Vortrag laufen:

  19. #30 rolak
    11. Januar 2017

    Hektapoden

    Darf bei allen Vorkommen das ‘k’ als vertippt(‘p’) angesehen werden? Bei ‘a’ als vertippt(‘o’) wären wir ja schon auf dem Weg zum Tausendfüßler… ;‑)

    Zu den Fragen (apropos: rekursive Listen sind schräg…):
    1) Ach, denkbar ist alles, bis runter zu Panne oder anderen Zufällen (wie bei den Vulkaniern (apropos: wohl nur Trekkies sortieren um zu ‘Whorf-Sapir’ :‑) )). Die Klassiker ‘Kampf’ und ‘Erleuchtung’ sind halt wunderbar mit uralten ErzählSchemata kompatibel und wohl nur deswegen so ungemein überwiegend.
    2) So breitgefächert wie möglich – mit Schwerpunkt Kommunikation. Nicht wg human-alien sondern insbesondere wg human-Rest(human). Je kleiner aus welchen Gründen auch immer das Team zu sein hat, desto mehrfacheinsetzbar sollten die Beteiligten sein – mit dicker Überlappung, damit ein Ausfall nicht alles zum Scheitern bringen kann. Und Improvisations- aka BastelTalent sollte weit verbreitet sein.
    3) Viel RechnerHardware und eine Werkstatt, die alles Machbare generieren kann. Handtuch.
    Rest via Kommunikation.

  20. #31 Pilot Pirx
    11. Januar 2017

    Mir ist das alles zu anthropozentrisch. Es wurde erwähnt, daß es ein SETI-Projekt zu Delphinen gab. Bedeutet doch nix anderes als dass wir unsere in kosmischen Maßstäben nächsten Verwandten nicht begreifen. Ich bin mir absolut nicht sicher, daß sich Zivilisationen gegenseitig ohne weiteres erkennen.
    Und wenn, ist es noch sehr die Frage ob sie sich verständigen können.
    In der SF des Ostblockes wurde das ja öfter thematisiert. Man war da dem Säbelgerassel bei dem Thema meist abhold….
    Und wieso muß eine Zivilisation, die uns erreicht, unbedingt technisch überlegen sein? Auch dazu gab es einen Roman bei uns.
    Übrigens auch Romane wo beschrieben wurde, wie schwierig es ist, sich als Zivilisation und Gesprächspartner überhaupt zu erkennen.
    Militär, wen man es doch als Besuch erkennt? Zur Abriegelung und für alle Fälle. Wer wem da überlegen ist, das ist auch eine komplexes Thema.
    Was ich mitnehmen würde? erstmal nix. Und das Team? Sicher keine Wissenschaftler. Nur ein paar krass um die Ecke denken könnende kluge Menschen mit Phantasie.

    • #32 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @PilotPirx: Diese Zweifel, ob wir andere Zivilisationen überhaupt erkennen würden,ist sicherlich berechtigt. Ich denke, man sollte vor allem Leute ins Team nehmen, die gut und vielleicht sogar innovativ denken können. Die abstrahieren, kategorisieren und darauf zielgerichtet reagieren können. Dokumentieren und weiterentwickeln. Da fallen mit tatsächlich überwiegend Personenkreise mit wissenschaftlicher Ausbildung ein.
      Phantasie könnte auch nach hinten losgehen, denn sie kann Ängste hervorrufen oder verstärken.
      Unser Denken ist zwangsläufig anthropozentrisch. Wir können nur von dem ausgehen, was wir kennen oder uns vorstellen können.
      Die Aliens in “Arrival” fand ich recht angenehm mal nicht nach anthropozentrischem Vorbild. Obwohl sie natürlich immer noch einer körperhaften Struktur verhaftet waren. Aber es ging ja um die unterschieldiche Kommunikation selbst, nicht um möglichst fremdartige Aliens, schießlich musste der Film ja irgendwie funktionieren.

  21. #33 tomtoo
    11. Januar 2017

    Und das Team? Sicher keine Wissenschaftler. Nur ein paar krass um die Ecke denken könnende kluge Menschen mit Phantasie.

    Der ist gut ! 😉

  22. #34 Pilot Pirx
    11. Januar 2017

    @Tomtoo:
    Und bitter ernst gemeint…

  23. #35 tomtoo
    11. Januar 2017

    Das lustige dabei ist , der Gedanke ist so ein echter Psycho Spiegel.
    @Bettina
    Keine Tests mit mir ! : )

  24. #36 Pilot Pirx
    11. Januar 2017

    @ Bettina #32:
    Das Problem bei Leuten aus dem Wissenschaftsbereich ist nicht, daß sie nicht innovativ denken können. Nur können sie das eben meist nur in ihrem engen Bezugsrahmen. Du kommst doch selbst aus dieser Sphäre und kennst die “Prägungen” an Unis und im “Betrieb”.
    Und wird man so ein eingeprägtes Denken so schnell wieder los?
    Auch über sowas hat man sich in unserer SF lustig gemacht. Sei es in offiziell veröffentlichen oder im Samisdat.

    • #37 Bettina Wurche
      11. Januar 2017

      @Pilot Pirx: Das hängt sicher von den Leuten ab, natürlich gibt es da viele Fachidioten. Ich habe sehr oft in interdisziplinären Teams gearbeitet bzw. Kontakte gepflegt. Das kann natürlich an meiner Vita liegen. Und natürlich müssten es Leute sein, die offen und neugierig auf Neuland zugehen.
      Das filmische Wechselspiel zwischen der Linguistin und dem Astrophysiker war natürlich ein sehr positives Beispiel, aber man kann ja mal was Positives annehmen.

  25. #38 Pilot Pirx
    11. Januar 2017

    @tomtoo: Wer wird denn gespiegelt?

  26. #39 tomtoo
    12. Januar 2017

    @Pilot Pirx
    Na ja von Hunden , Delphinen zu Messgeräten und GSG9.
    Das sagt doch etwas über die eigene Psyche oder nicht ?

  27. #40 tomtoo
    12. Januar 2017

    Ich gehe einfach davon aus das sie uns ja technisch überlegen sind. Ausser es sind alles Telefondesinfizierer und sehen den aufstrebenden Markt der Smartphones hier. 😉
    Dann können die auch denken. Und Beobachten. Wer Raumschiffe fliegt kennt sich wohl so ein bischen mit Technik aus oder ? Mich würde also erst einmal wundern warum sie landen und nicht erst versuchen zu kommunizieren.

  28. #41 rolak
    12. Januar 2017

    Es wurde erwähnt, daß es ein SETI-Projekt zu Delphinen gab. Bedeutet doch nix anderes als dass wir unsere in kosmischen Maßstäben nächsten Verwandten nicht begreifen.

    Ein des öfteren gezogener, dennoch krasser Fehlschluß, Pirx. Nicht nur, daß Delphine bei weitem nicht die nächsten Verwandten des HomoSapiens sind, es ist sehr wohl darüber hinaus möglich, daß mindestens eine Seite zur Kommunikation nicht fähig oder nicht willens ist.

    Das Problem bei Leuten aus dem Wissenschaftsbereich ist nicht, daß sie nicht innovativ denken können. Nur können sie das eben meist nur in ihrem engen Bezugsrahmen. Du kommst doch selbst aus dieser Sphäre und kennst die “Prägungen” an Unis und im “Betrieb”.

    Im Rahmen einer solch undifferenzierten WissenschaftsAversion allerdings auch kein Wunder…

  29. #42 Pilot Pirx
    12. Januar 2017

    Nein Rolak, es ist kein Fehlschluß.
    Nach KOSMISCHEN Maßstäben steht mir mit ziemlicher Sicherheit auch die Rabenkrähe, die gern auf der Laterne vor meinem Fenster sitzt und mich beobachtet, näher als irgendwelche Außerirdischen.
    Und ja, Möglicherweise können wir nie mit Delphinen sinnvoll und komplex kommunizieren. Woran das liegt, wer weiß das schon?
    Und nein, ich habe keine “Wissenschaftsaversion”. Denk doch einfach nochmal genau nach.

    • #43 Bettina Wurche
      12. Januar 2017

      @Pilot Pirx: Deine Ablehnung gegenüber Wissenschaftlern kam schon recht brachial ´rüber. Vielleicht wäre eine konstruktivere Wortwahl dieser Diskussion förderlicher. Es geht ja nicht darum, bestimmte Personenkreise auszuschließen, sondern darum, für einen möglichen Erstkontakt methodisch und strukturiert vorzugehen. Es wird sicherlich darum gehen, hypothetische Konzepte zu entwickeln, die wahrscheinlich vollständig abstrakt sind.
      Und für diesen Part ist eine wissenschaftliche Ausbildung, die genau so etwas trainiert, aller Wahrscheinlichkeit nach am geeignetsten.

  30. #44 Curious.Sol
    12. Januar 2017

    Das Militär würde ich vielleicht schon alleine aus dem profanen Grund mit einbeziehen, damit die Wissenschaftler/-innen, oder wer auch immer, ungestört arbeiten können.

    • #45 Bettina Wurche
      12. Januar 2017

      @Curious.Sol, @tomtoo: Schaulustige könnten de facto ein Problem sein.
      Ich habe keine Vorstellung davon, wie die Menschen in einem solchen Fall bei uns reagieren würden. Angesichts der Terror-Anschläge und verschiedener anderer Vorkommnisse habe ich manchmal den Eindruck, dass die meisten Menschen gar nicht sofort vollständig den Kopf verlieren.
      Es ist anzunehmen, dass ein solcher Alien-Landeplatz weiträumig evakuiert wird, dafür gibt es Pläne des Katastrophenschutzes. Die werden ja auch etwa bei Bombenentschärfungen so umgesetzt. Das würde allerdings wahrscheinlich viele Kräfte der Polizei binden. Ich könnte mir vorstellen, dass in einem solchen Fall die Regierung zumindest für ein Areal den Notstand ausrufen würde, damit könnte wahrscheinlich auch ein militärischer Einsatz gerechtfertig werden. Aber das sind nur Spekulationen…

  31. #46 tomtoo
    12. Januar 2017

    Die Landestelle muss wohl abgeriegelt werden.
    Für Deutschland sehe ich da aber die Polizei in der Pflicht nicht die BW.

  32. #47 tomtoo
    12. Januar 2017

    Ich muss da Rolak absolut Recht geben. Die Kommunikation mit einer technisch weit fortgeschritten Zivilisation sollte wohl anders verlaufen als mit Delphinen oder Rabenvögel. Ein Delphin der Raumschiffe baut, ist halt etwas anderes als ein Delphin der das nicht tut.

  33. #48 tomtoo
    12. Januar 2017

    @Bettina
    Abriegeln würde ich auf jeden Fall. Allein schon zur Sicherheit der Ankömmlinge. Brauchen ja nur ein paar Spinner unterwegs zu sein, und die gibts leider oft. Aber es ist lustig , bei alle dem Spiegelt sich immer die eigene Psyche wieder. Ein Militär hätte bestimmt ganz andere Ideen als z.B du. Deswegen will ich die mal lieber drausen lassen. Auch wegen den Befehlsketten, Kompetenz und Zuständigkeitsstreitereien. Noch sehe ich in dem Fall die Nationale Sicherheit nicht in unmittelbare Gefahr.

  34. #49 tomtoo
    12. Januar 2017

    @Bettina
    Wie gesagt was mich bei dem Szenario stutzig macht ist der Nichtversuch der Kommunikation vor der Landung.
    Vielleicht sind ja gar keine Aliens drin. Und es sind nur 12 gigantische ferngesteuerte H- Bomben. 😉

  35. #50 Alderamin
    12. Januar 2017

    Danke für den Hinweis auf den Film (der derzeit z.B. bei Amazon Instant Video ausleihbar ist; anscheinend sind neue Filme dort nur eine Weile zu leihen, dann muss man sie für ein mehrfaches der Leihgebühr kaufen).

    Mal ein paar Gedanken dazu:

    Ich würde eigentlich nicht damit rechnen, dass Aliens sich so brachial hier auf der öffentlichen Bühne melden würden, wenn sie in friedlicher Absicht kämen, denn sie müssten damit rechnen, Unruhe oder Panik auszulösen. Genauer gesagt müssten sie mit allem Erdenklichen rechnen, denn sie kennen unsere Natur ja noch gar nicht; Angst und Abwehr wären für ein intelligentes Wesen wohl voraussehbare Reaktionen, wenn man davon ausgeht, dass sie aus einem Biotop des Fressens- und Gefressenwerdens stammen, womit zu rechnen ist, denn dieses war die ursprüngliche Ursache für die Entstehung von Mobilität, die dann schließlich in interstellare Beweglichkeit gipfelte.

    Wenn sie es also vorsichtig angehen wollten, würden sie wohl über Funk oder Licht oder dergleichen Kontakt mit sehr wenigen aufnehmen. Vermutlich würden sie nach Kommunikationsstrecken suchen, die nicht rundstrahlen (also Richtfunk oder insbesondere Satellitenstrecken) und sich da aufzuschalten versuchen, vielleicht mit Primzahlen à la Contact. Oder sie würden unbemerkt die Besatzung eines Schiffs auf einsamem Ozean kidnappen und an Bord nehmen, um heraus zu finden, wer die Entscheider auf der Erde sind.

    Also, wenn ich Alien wäre, würde ich das so machen.

    Bei Florian haben wir schon öfters mal darüber diskutiert, warum sich die Menschheit auf den Weg zu den Sternen machen könnte. Der Aufwand ist so riesengroß, der Zeitrahmen so lange, und die Möglichkeit, mal eben hierhin und dann dahin zu fliegen, so ausgeschlossen, so dass man damit rechnen muss, dass das eine Einbahnstraßenaktion sein würde. Entsprechendes sollte in umgekehrter Richtung gelten. Die würden kommen, um zu bleiben.

    Nun wäre es aus Aliensicht vermutlich auch nicht besonders klug, sich mit der Bevölkerung eines ganzen Planeten anzulegen, denn bei aller Supertechnik, man kann nicht allzuviel Material mitnehmen, und die Überzahl der Armeen eines kompletten Planeten würden den technischen Nachteil sicherlich mehr als wettmachen. Wenn ich Alien wäre, würde ich eher einen Planeten zum Leben suchen, auf dem noch keiner wohnt. Nur im Falle dass ich nicht in der Lage gewesen wäre, im voraus festzustellen, dass der Planet bereits von Intelligenzen bewohnt ist, würde ich dort versehentlich hin fliegen. Grundsätzlich könnte man von Ferne am Spektrum der Erde auffällige Gase in der Atmosphäre aufspüren (CFKWs o.ä.), die auf intelligentes Leben hindeuten würden, aber im Falle der Erde erst seit – im Vergliech zur Flugzeit – sehr kurzer Zeit. Wer sich vorher auf den Weg gemacht hätte, der wäre dann bei der Ankunft mit der überraschenden Erkenntnis konfrontiert, auf einen bewohnten Planeten zu treffen. Und dann wäre die Frage, wie man als Alien mit sehr beschränkten Ressourcen damit umgehen würde.

    Wäre auch mal was für ein Buch oder einen Film, aus Sicht hier ankommender Aliens oder auch in umgekehrter Richtung.

  36. #51 Alderamin
    12. Januar 2017

    @myself

    Und dann wäre die Frage, wie man als Alien mit sehr beschränkten Ressourcen damit umgehen würde.

    Eine spontane Idee hätte ich: es ginge um “die oder wir”. Wie könnte man mit hochtechnisierten, aber sehr beschränkten Mitteln die intelligente, zahlenmäßig weit überlegene Bevölkerung eines ganzen Planeten loswerden? Man schafft eine Seuche, die alle Menschen ausrottet. Man programmiert sich ein Virus, das sich schnell verbreitet, um die Schädlinge zu vernichten. Wie der moderne Bauer das vielleicht bald macht. “War of Worlds” andersrum.

  37. #52 tomtoo
    12. Januar 2017

    @Alderamin
    Da würde ich aber nicht in aller öffentlichkeit Landen. Bei einer plötzlich auftretenden Seuche, würde man wohl nicht lange fackeln.

  38. #53 Norbert Weber
    12. Januar 2017

    Welche Art von Aliens könnte das sein, die bei uns landen?
    Ich meine jetzt nicht ob sie aggressiv sind sondern eher die “Berufsgruppe”

    – Ist es eine bunte Mischung?
    – Sind es Militär-Piloten?
    – Sind sie eher vergleichbar mit unseren LKW-Fahrern bzw. einer Schiffsbesatzung auf einem Tanker?

    Ich finde es ist gar nicht so selbstverständlich, dass die Besatzung uns in jeder Sicht überlegen ist.
    Angenommen es handelt sich evtl. um ein Mehrgenerationen-Raumschiff.
    Kann es da nicht sein, dass die Nachkommen vieles an Wissen vergessen haben und gerade noch so viel Wissen haben, das Schiff notdürftig zu warten?
    Das Schiff könnte von einem Computer gesteuert werden.

    Für den Erstkontakt würde ich eine kleine aber bunte Mischung an Menschengruppen vorschlagen, mit viel feingefühl und Menschen die sehr leicht fremde Sprachen und Kulturen erlernen können und genau beobachten können.

    • #54 Bettina Wurche
      12. Januar 2017

      @Norbert Werner: Die “Berufsgruppe” – sofern bei Aliens diese Differenzierung und Aufgabenteilung existiert – würde sich nach dem Grund des Flugs/der Landung/ der Kontaktaufnahme richten. Bei einer zufälligen Landung wäre es vielleicht eine Frachterbesatzung. Bei einer beabsichtigen Landung / geplanten Kontaktaufnahme würde sich die Zusammensetzung der Alien-Crew sicherlich nach dem Zweck des Kontakts richten: Für eine friedlich-neugierige Kontaktaufnahme wäre ein anderer Typus besser geeignet als für eine Okkupation. Aber vielleicht hat die Kontakt-Gang auch eine besondere Reise beim Preisausschreiben gewonnen? Oder sogar verloren? Oder sie sind Gestrandete, die um Hilfe bitten, weil ihr Mehrgenerationenschiff nicht wie beabsichtigt funktioniert? Weil der Nachwuchs, statt Relativitätstheorie zu büffeln, doch lieber Pokémons jagen möchte?
      Diese Überlegungen sind schon wieder durchweg anthropozentrisch, denn wir wissen nicht, wie eine fremde Lebensform einen solchen Kontakt überhaupt bewertet.
      Eine interdisziplinäre und interprofessionelle Gruppe wäre zumindest auf der Erde wahrscheinlich am besten geeignet, eine solche Herausforderung zu stemmen.
      Zu einem irdischen Mehrgenerationen-Raumschiff hatte ich mal einen ganz interessanten Vortrag gehört:
      http://scienceblogs.de/meertext/2015/02/04/wegzug-von-der-erde/

  39. #55 tomtoo
    12. Januar 2017

    @Norbert Weber
    Das sind sehr schöne Fragen.

  40. #56 tomtoo
    13. Januar 2017

    @Bettina
    (Ich hab den Film nicht gesehen).
    Du hast von Tentakeln gesprochen. Also nehmen diese von Kopffüslern abstammenden Wesen uns evtl. garnicht für relevant . Und Tanken nur ein bischen O2 um dann wieder abzufliegen ?

    • #57 Bettina Wurche
      13. Januar 2017

      @tomtoo: Doch, sie nehmen gezielt Kontakt auf, um Hilfe zu erbitten. Sie sind uns sogar ziemlich ähnlich mit Leib, Kopf und Extremitäten mit “Fingern” und ähnlicher Größe. Ihre Kommunikation läuft akustisch und visuell über “Schrift”. Allerdings sind bei ihnen gesprochene und geschriebene Sprache entkoppelt. Und ihre Wahrnehmung von Zeit ist anders: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nicht linear, sondern gehen, nach unserer Wahrnehmung, durcheinander.
      Und sie wollen sicherlich kein O2, denn sie atmen eine andere Atmosphäre als terranische Organismen. Darum sind Menschen und Heptopoden immer durch eine Trennscheibe getrennt.
      Hier ist die Handlung kurz zusammengefaßt: https://de.wikipedia.org/wiki/Arrival_(Film)

  41. […] passt heute die Überschrift auf besondere Weise. Denn bei Meertext ist eine Rezension des neuen Film Arrival erschienen. Im Film geht es um die Ankunft von Aliens und natürlich auch im ängstliche Militärs und am […]

  42. #59 tomtoo
    13. Januar 2017

    @Bettina
    Ist ja recht ausführlich danke !
    Ich habs ja gleich gesagt das Militär besser drausen lassen 😉

  43. #60 tomtoo
    13. Januar 2017

    @Bettina
    So bin jetzt dazu gekommen mir deinen Vortrag anzusehen (link hier in den Kommentaren). Vielen Dank ! Sehr interessant. Tolle Mischung aus Vergangenheit , Biologie, Verhalten usw.
    Das ist jetzt natürlich persönliche preverens aber speziell die letzten 20min waren sehr spannend. Also nochmal Danke!

  44. #61 Stephanie
    Hamburg
    14. Januar 2017

    Ein weiterer Grund zu Kontaktaufnahme könnte eine Bewertung sein. Es könnte sein, dass Sie nicht das erste mal da sind, sondern einfach schauen wollen was aus ihrer Saat geworden ist.

    Andererseits könnten sie uns durch unsere massiven Radiowellenerzeugung bemerkt haben und sind einfach nur neugierig und wollen einfach nur forschen.

    Vielleicht prüfen sie aber auch wie parasitär wir für die Erde sind. Da bewohnbare Planeten aber nicht so oft vorkommen wollen sie vielleicht prüfen ob wir ordentlich mit der Erde umgehen und wenn nicht einfach mal zapp weg mit uns.

    Vielleicht wollen sie uns aber auch als Laborratten benutzen weil wir ihnen ähnlich sind, so wie wir unsere Tiere verwenden.

    Vielleicht sind wir auch einfach nette Nahrung. Wie schon angedeutet könnten Menschenhände ja eine Delikatesse für sie sein.

    Oder ganz anders: Sie brauchen unsere Hilfe. Wir haben irgendwas entwickelt das sie nicht entwicklen können.

    Möglich ist auch, dass wir sie faszinieren in irgendeiner seltsamen Art und Weise. Vielleicht kennen Sie gewisse Gefühle nicht und wollen diese verstehen oder auch spezielle Formen von Kultur.

    • #62 Bettina Wurche
      14. Januar 2017

      @Stephanie: Ja! Und es könnte auch eine Kombination daraus sein: Eine Gruppe Menschen hätten für eine Kontaktaufnahme sehr wahrscheinlich auch unterschiedliche Gründe, von Forscher-Neugierde bis zu Hegemonie-Gedanken.
      Und vielleicht hätten Aliens noch ganz andere Beweggründe, die wir gar nicht verstehen können.

  45. #63 Boombox
    14. Januar 2017

    Mögliche Gründe für die Landung von Außerirdischen auf der Erde gäbe es sicher sehr viele. Das dürfte von solchen Faktoren wie der Entfernung ihres Planeten von der Erde (wenn der zu weit weg ist, konnten sie vor dem Start vielleicht noch keine Anzeichen unserer Zivilisation entdecken und sind dann gar nicht wegen uns gekommen), ob interstellare Reisen für sie etwas Alltägliches sind oder so viele der ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen erfordern, dass sie sie nur im äußersten Notfall durchführen (z. B. weil sie in der Vergangenheit ähnliche Fehler wie wir gemacht und das Ökosystem ihres Planeten inzwischen unumkehrbar gegen die Wand gefahren haben und jetzt einen neuen Planeten brauchen) und wie schnell sie durchs All reisen können. Wenn auch für sie die Vakuumlichtgeschwindigkeit eine unüberwindbare Grenze ist, wäre fast jede interstellare Reise zwangsläufig eine ohne Rückflugticket in die Welt, aus der sie stammen, weil sicher auch ihr Planet sich in den vielleicht hunderten oder gar tausenden Jahren, die während der Reise dann für die Zurückgebliebenen vergangen wären, sehr verändert hätte. Eine Forschungsreise oder die Etablierung von Handel zwischen unseren Planeten wäre dann z. B. auszuschließen. Vielleicht haben die Außerirdischen ja die Angewohnheit, Schwerverbrecher nicht in Gefängnisse einzusperren oder hinzurichten, sondern verfrachten sie auf Nimmerwiedersehen in Raumschiffe mit dem nächstbesten bewohnbaren Planeten als Ziel, der den Außerirdischen bekannt ist.

    Falls ein Kommunikationsversuch der Außerirdischen zumindest wahrscheinlich ist, sollte man möglichst viele verschiedene Geräte zur Aufzeichnung der verschiedensten Signale mitbringen, die die Außerirdischen zur Kommunikation verwenden könnten, weil man ja nicht wissen kann, was wichtig sein könnte. Dazu braucht man dann natürlich auch Personen, die den Umgang mit den Geräten gewohnt sind und die Daten richtig auswerten können, also wohl am besten Physiker und Chemiker, und zusätzlich Verhaltensbiologen (Linguisten scheinen mir zu sehr auf menschliche Sprachen spezialisiert zu sein). Vor allem für den Fall, dass der Kontakt nicht geplant war, wären vielleicht auch Immunologen oder anderen Personen sinnvoll, die sich mit Krankheiten und deren Ausbreitungswegen auskennen (bei einem geplanten Kontakt würden vermutlich die Außerirdischen selbst Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung von Infektionen in beiden Richtungen zu vermeiden). Exobiologen könnten bei ungeplantem Kontakt vielleicht auch sinnvoll sein.

    Jemand von der UNO als Vertreter zumindest des größten Teils der Menschheit sollte auch anwesend sein. Falls jemandem die Nerven durchzugehen drohen, wären wohl auch Psychologen nötig und damit möglichst kein religiöser Fanatiker oder so zum Landeplatz kommt und was Dummes anstellt, das die Außerirdischen zu Aggressionen veranlassen könnte, sollte das Gebiet durch Sicherheitspersonal bewacht werden. Kommunikationswissenschaftler sollten auch hinzugezogen werden, damit das Geschehen der Bevölkerung angemessen dargstellt wird.

    • #64 Bettina Wurche
      14. Januar 2017

      @Boombox: Exo-Linguisten wären sicherlich sinnvoll
      https://en.wikipedia.org/wiki/Alien_language
      Mittlerweile gibt es in sehr vielen Fach-Disziplinen auch Untergruppen oder einzelne Personen, die sich hypothetisch mit außerirdischen Kontakten beschäftigen.
      Hier ist eine Auswahl von Büchern und Artikeln, die vor allem aus dem Kreis des Forschungsnetzwerks für Extraterrestrische Intelligenz stammen:
      http://eti-research.net/ressourcen.html

  46. #65 tomtoo
    14. Januar 2017

    @Boombox

    Gefällt mir sehr gut dein Beitrag.

  47. #66 Boombox
    15. Januar 2017

    @Bettina Wurche: Danke für die Links, dass es auch Linguisten gibt, die sich damit beschäftigen, wie Sprachen von Außerirdischen beschaffen sein könnten, wusste ich bisher tatsächlich nicht. Wieder was gelernt (und ein oder zwei Bücher gefunden, die vielleicht auf meine Wunschliste für den nächsten Geburtstag kommen 🙂 ).

    @Stephanie: Ich meine mich zu erinnern, auf Astrodicticum Simplex einen Artikel über den Empfang von Radiowellen von Außerirdischen gelesen zu haben. Laut dem sieht es diesbezüglich wohl ziemlich mau aus, was natürlich auch für den umgekehrten Weg gilt. Zumindest, wenn es nicht gerade um gezielt ins All abgestrahlte Radiowellen mit besonders großer Signalstärke geht, die sich besser vom kosmischen “Hintergrundrauschen” unterscheiden würden als nur zufällig ins All abgestrahlte Radiowellen, die gar nicht für interplanetare Kommunikation bestimmt sind. Allerdings könnten Außerirdische, die uns technisch weit überlegen wären, natürlich vielleicht auch über bessere Detektoren verfügen.

  48. #67 Stephanie
    Hamburg
    15. Januar 2017

    Neben der naheliegenden Idee Wissenschaftler aus den verschiedenen Bereichen mitzunehmen, also etwa Sprachwissenschaftler, Naturwissenschaftler würde ich auch Philosophen, Schamanen und Vertreter jeder großen Weltreligion mitnehmen.

    Die Philosophen sind aus meiner Sicht wichtig, weil die Ankömmlinge einfach uns die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen könnten, da sie es selbst gerne wüssten. Genauso könnten die Ankömmlinge tief religiös sein und mit unseren spirituellen Führern sprechen wollen.

    Neben diesen Menschen würde ich auch einige Patienten mitnehmen. Natürlich keine Patienten, die die Ankömmlinge gefährden könnten. Ich dachte an Herzpatienten, Lungenpatienten, Krebspatienten, HIV-Patienten und noch einige weitere. Zu jedem Patienten sollte natürlich der entsprechende spezialisierte Mediziner mitkommen. Das mag zwar etwas seltsam erscheinen aber ich denke, dass intelligente Wesen durchaus zu spontaner Empathie fähig seien könnten und so möglicherweise für solche Erkrankungen uns Lösungen anbieten, einfach weil sie es können. Ich kann nicht abschätzen wie groß die Chance ist dass das passiert, aber es nicht zu versuchen wäre ein Frevel, wenn man bedenkt wie viele Hundert-Millionen Menschen an so etwas leiden. Natürlich muss ein Zusammentreffen der Ankömmlinge mit den Patienten sinnvoll vorbereitet werden.

    Genauso könnten diese Wesen so unsere Verletzlichkeit erkennen. Da die Endlichkeit unsere Existenz wohl eine primäre Gemeinsamkeit mit Ankömmlingen darstellt, wenn diese mit Raumschiffen oder anderen Hilfsmitteln zu uns gelangen, in denen diese ihr eigene künstliche lebenserhaltende Umgebung schaffen.

    Ich bin mir nicht sicher, ob die rein wissenschaftlichen Herangehensweise ausreicht. Natürlich ist diese ein wichtiger Teil. Ich denke aber, dass die Menschheit umfassend Repräsentiert werden sollte. Auf eine gewisse Weise sollten unseren Emotionen auch eine Darstellung finden. Möglicherweise durch geladene Künstler (Musiker, Tänzer, usw..). Das hängt natürlich stark davon ab, welche Emotionalität die Besucher selber mitbringen.

    • #68 Bettina Wurche
      16. Januar 2017

      @Stephanie: Sorry fürs verspätete Freischalten. Die Anwesenheit von Künstlern hatten wir ja bereits angesprochen, für eine nicht-sprachliche visuelle und akustische Kommunikation wäre das jedenfalls sinnvoll. Ich hatte bei “Arrival” ja irgendwie erwartet, dass der Kanarienvogel eine tragende Rolle einnehmen würde : )
      Kranke Menschen beim Erstkontakt, ihrer Erkrankung wegen? Zunächst besteht eine beiderseitieg erhöhte Infektionsgefahr. Und: Was sollen die Aliens davon halten? Dass die Erde krank macht? Dass Menschen ihre Kranken nicht versorgen können? Dass Menschen ihre eigenen Probleme schon nicht geregelt bekommen udn daher keine zuverlässigen Partner sein werden?Dass menschliche Körper wunderbar viele Schwachstellen haben? Wir wissen doch gar nicht, ob sie möglicherweise nach Schwachstellen suchen. Ich halte es aus strategischen Gründen für falsch, jemandem zuerst die Verletzlichkeit zu zeigen.
      Spirituelle Führer der Erde? Allein die Auswahl der Gesprächspartner könnte schon wieder dne nächsten Religionsstreit auslösen. Und wenn ich mir dann so anschaue, welche religiösen Führer die einzelnen Religionen so haben, dann sehe ich eine Menge alter Männer mit erzkonservativem, chauvinistischem Gedankengut. Die in ihrem Denken vollständig festgefahren sind und sich und ihre Religion natürlich für den Nabel der Welt halten. Klar, wir haben ja jede Menge monotheistischer Religionen mit Alleinvertetungsanspruch.
      Das Auftreten solcher ideologisch verblendeten Personenkreise erscheint mir aberwitzig, es birgt große Gefahren.

  49. #69 Alderamin
    16. Januar 2017

    @myself

    Danke für den Hinweis auf den Film (der derzeit z.B. bei Amazon Instant Video ausleihbar ist; anscheinend sind neue Filme dort nur eine Weile zu leihen, dann muss man sie für ein mehrfaches der Leihgebühr kaufen).

    Von wegen, wir wollten ihn gestern schauen und da war er erst ab März zum Kaufen angekündigt. Was ich auf Amazon Instant Video gefunden hatte, war ein viel älterer SF-Film von 1996 mit Charlie Sheen, “The Arrival”. Schade. Irgendwie blöde, jetzt, wo fast alle Videotheken pleite gegangen sind, werden die Filme von den Streaming-Hostern kaum mehr zum Leihen angeboten. So nutzt man seine Marktmacht aus.

  50. #70 Boombox
    16. Januar 2017

    @Stephanie: Infos darüber, was unsere Philosophen und Geistlichen über den Sinn des Lebens und ähnliche Fragestellungen gesagt haben, könnte man Außerirdischen auch in Form einer Datenbank überreichen. Da können dann auch weit mehr Meinungen berücksichtigt werden als beim persönlichen Erscheinen von Philosophen und Religionsvertretern aller möglichen Richtungen (neben dem, was Bettina schon schrieb, einfach auch aus organisatorischen Gründen, weil das wohl sehr viele sein müssten, um kein verzerrtes Bild davon zu geben). Außerdem würde es bei einem Erstkontakt sowieso zuallererst darum gehen, eine funktionierende beiderseitige Kommunikation zu erreichen, alles Weitere käme eventuell später.

    Und das Übergeben solcher Informationen könnte sich genau wie das Präsentieren von Kranken auch als nachteilig erweisen. Vielleicht führen sie Böses im Schilde und suchen nach einem Weg, um das bedingungslose Vertrauen möglichst vieler Menschen zu gewinnen, da könnten solche Infos hilfreich sein. Was das mit den Kranken betrifft, ich halte es sowieso für höchst unwahrscheinlich, dass Außerirdische, die aller Wahrscheinlichkeit nach das erste Mal auf der Erde sind und womöglich eine völlig andere Biochemie haben, einfach so eine Heilung für alle möglichen irdischen Krankheiten aus dem Ärmel schütteln könnten.

    Was man vielleicht machen könnte und was meiner Ansicht nach eher unverfänglich ist: Möglichst Menschen verschiedenen Alters, verschiedenen Geschlechts, verschiedener Hautfarben usw. ins Erstkontakt-Team aufzunehmen, so würden die Außeriridischen gleich sehen (na ja, falls sie das können), dass wir Menschen recht vielfältig sind. Aber ihre fachliche Expertise und somit der Nutzen, um überhaupt erstmal eine erfolgreiche Kommunikation zu ereichen, sollte im Vordergrund stehen.

  51. #71 Stephanie
    Hamburg
    16. Januar 2017

    @Bettina
    @Boombox
    Zu den Geistlichen: Es macht aus meiner Sicht wenig Sinn etwa 60% der Erde Bevölkerung nicht zu repräsentieren. Die richtigen Repräsentanten zu wählen und der Streit darüber fängt ja schon einige Stufen früher an. Ich wette das USA, Russland, China, Japan, Indien und Europa sich ziemlich streiten werden wer den nun die Führung übernimmt. Allein das kann einen Krieg auslösen. Also das ist es doch erheblich einfacher eine Gruppe von Geistlichen auszuwählen. Wenn man annimmt das die Ankömmlinge auch tief gläubig sind kann es passieren, dass sie uns Menschen als unnötig betrachten. Dazu kurz: Eine Bekannte von mir die einige Wochen Zentralafrika (das Land weiß ich leider nicht mehr) besucht hat wurde damit konfrontiert, dass sie als Atheistin nur als besseres Tier wahrgenommen wurde. Sie hat sich dann immer als Christin ausgegeben ansonsten hätte es erhebliche Probleme gegeben, meinte sie jedenfalls. Aliens können ja auch ihren Gott haben und da nur eine Datenbank mit wissen anzubieten ist glaube ich zu wenig, um diese zu überzeugen das wir in ihrem Sinne vernünftige Gläubige sind.

    Zu den strategischen Nachteilen:
    Also wenn es den Ankömmlingen gelingt ihre Körper mit Hilfe ihres Transportes gegenüber Strahlungs- und Partikelbombardement zu Schützen glaube ich können wir getrost davon ausgehen, dass wir strategisch immer im Nachteil sind. Soweit ich weiß gibt es keine Waffe auf der Erde die nicht auf Strahlung oder Projektilen basiert (Atomwaffen, Laser, Granaten,..). Keine dieser Waffen wird auch nur einen Kratzer an deren Transporter hinterlassen, wenn man annimmt, dass dieser dem offene All über sehr lange Zeit trotzte und mit sehr hoher Geschwindigkeit fliegt. Allein ein ruhendes Gesteinspartikel von 1 cm³ hätte eine unglaubliche kinetische Energie, wenn der Transporter mit 10% der Lichtgeschwindigkeit reisen würde. Genauso würde jede Strahlung die im All den Reisenden entgegenkommt durch den Dopplereffekt weiter ins Blau verschoben, so dass aus Röntgenstrahlung einfach mal Gammastrahlung wird usw.. und wenn sich die Aliens gegen Gammastrahlung behaupten können, was nützt da schon der Funke eine Fusionsbombe. Also irgendeine Art von Abschirmung müssen die Aliens besitzen und so sind sie auf ihrem Transporter in jedem Fall sicher vor uns. Auf der anderen Seite können sie unsere Erde erheblich beschädigen, so wie wir das es schon tun. Wenn sie uns was Böses wollen, wie sollen wir uns verteidigen? Wir könnten versuchen sie zu infizieren, dann werden deren Abgesandte vielleicht krank und danach beginnt das Bombardement durch deren Waffen oder sie ziehen einfach die Resourcen aus der Erde ab, die Sie haben wollen und verschwinden, aber effektiv uns oder die Erde verteidigen mit unseren jetzigen Mitteln halte ich für nicht möglich (unter der Annahme, dass das Erdenmilitär nicht noch Joker im Ärmel hat, die nicht allgemein bekannt sind). Ich glaube so erübrigt sich jegliches Militärstrategiedenken.

    Zu den Kranken:
    Ich habe ja bereits gesagt, dass es um nicht infektiöse Kranke geht.
    Wenn auch nur die Chance besteht, dass sie ein Mittel gegen einige der Massenleiden (Krebs, Herz-Lungen-Probleme, HIV,.. ) haben sehe ich es durch aus als sinnvoll an, sie relative schnell mit unseren Kranken in Kontakt zu bringen. Tatsächlich ist Schwäche zeigen auch ein diplomatisches Mittel um Krisen zu vermeiden. Unter Menschen erzeugt sichtbare Verletzlichkeit vertrauen. Es beschreibt unsere Endlichkeit und unsere Limitierungen und macht damit meiner Meinung nach vertrauensvolle Kommunikation auf Augenhöhe erst möglich. Siehe dazu: Brene Brown: Die Macht der Verletzlichkeit

    • #72 Bettina Wurche
      16. Januar 2017

      @Stephanie: Ich habe Deine Begründung dafür schon verstanden, ich teile Deine Meinung nur nicht. Neben den genannten Gegenargumenten sind Religion und Gesundheitsszustand für mich eher private Dinge. Wenn ich eine fremden Menschen treffe und die Person sich mir gegenüber zuerst mit ihrer religiösen Überzeugung und ihrem Gesundheitszustand vorstellt, empfinde ich das schnell als ungebeten intim (es sei denn, der Kontext gibt das her). Dazu habe ich eine in letzter Zeit zunehmende Aversion gegen Leute, die sich über ihre Religion definieren und ihre zahlreichen besonderen, oftmals reichlich irrationalen Verhaltensweisen.
      Wie Boombox auch bereits sagte: Es geht zunächst um den Aufbau einer irgendwie gearteten Kommunikation, bevor an einen Wissenstransfer auch nur zu denken ist.
      Ich möchte in dem Kontext auch darauf hinweisen, dass es Erstkontakt-Szenarien gibt, in denen Aliens über das vermittelte Wissen entsetzt waren (s. “Das 5. Element”).
      Erstkontakte auf der Erde zwischen religiös unterschieldichen Gruppierungen sind übrigens ziemlich oft schief gegangen.

  52. #73 Stephanie
    Hamburg
    16. Januar 2017

    @Bettina
    Wieso ist davon auszugehen das Aliens nicht gläubig sind und/oder auf areligiöse Kontaktversuche positiv reagieren?

    Die einen empfinden Offenheit als zu viel Information, die anderen sehen nicht genanntes als Verheimlichung oder als Affront. Wie soll man sich entscheiden?
    Es scheint keine allgemeingültige Vorgehensweise zu geben oder habe ich was übersehen?

    Andererseits würde ich denken, dass die Ankömmlinge bei friedlichen Absichten, sich sowieso erst ein Bild von uns machen und uns studieren, so dass diese nicht als zu überrascht wären über alle möglichen Präsentationen unsererseits.

    Ich glaube zusätzlich, dass es für uns am schwersten wird Ruhe zu bewahren, wenn allgemein bekannt würde das eine UFO in unser Sonnensystem eintritt.

  53. #74 rolak
    22. Januar 2017

    Triggerwarning: may contain spoilers.

    So, mittlerweile ward der Film hier auch gesehen, mangels angemessener Synch-Version im OTon – kam auch der Mitguckerin Mei zupaß, da DE ihre dritte Sprache ist nach EN und ZH. Generell werten wir den Film ähnlich wie Du, Bettina, allerdings in diversen Punkten anders:
    “Film spaltet sich in Parallelwelten auf” Jein, schon garnicht mil/sci die nur Aspekte einer Welt sind – zwar die Situation anders bewertend, aber gemeinsam agierend. Er spaltet sich allerdings auf, bzw zerfasert in verschiedene Zeitstränge, sehr offensichtlich schon in den ersten Minuten (zB Ehering).
    “Zentrum der filmischen Handlung: Whorf Sapir” Nö. Nicht etwa nur deswegen, weil diese veraltet ist, sondern weil sie sich ausschließlich auf die Muttersprache bezieht und darüber hinaus Louise ihre besondere Fähigkeit durch die Beschäftigung mit Heptapod B zwar handzuhaben lernt, sie allerdings nicht erst dadurch erwirbt.
    “schrecklicher Tentakeln der Aliens” boah wat ne fiese Bewertung – aber als Tentakel sah ich die was-auch-immer-Organe nicht, zu knick-ig. Die Aliens wirkten eher wie eine Mischung aus Kopffüßer, Elefant und Insekt.
    “innerhalb von 10 Minuten ihre Sachen .. packt” na komm, sie wollte 20 ;‑)
    “Die Frage ‘Baby?’ noch vor dem ersten Kuß..” Die ersten 109′ des Filmes scheinen ein wenig anstrengend gewesen zu sein oder zum Überinterpretieren angeregt zu haben: filmzeit-chronologisch
      109:44 forgotten feeling of being hold – green background → landing site
      109:52 baby question – blue background → Louises home
      110:30 answer ‘yes’ – blue
      110:37 enforce hug – green
    Es darf selbstverständlich spekuliert werden, welche konkreten Punkte das realchronologisch-zwischenzeitlich Geschehene umfaßt, doch wenn mir ein Tipp ins Blaue erlaubt ist: Das Übliche.
    “grau-grün-schlammig-depressiv” Die ersten drei ok, wenn auch zu sehr vermischend und vor allem negativ rüberkommend, das Letzte allerdings gar nicht, wirkte alles für uns eher gemütlich, heimelig. Ganz im Gegensatz zum ZeltArbeitsplatz (Minotaurus).

    Ja, es sind (bisher..) keine ScienceFlops aufgefallen, Schwieriges wurde, wie in solchen Fällen Standard, erst mal überhaupt nicht erwähnt. So zB die Energieversorgung und insbesondere FTL. Dafür gibts kleine andere Fehlerchen (ua continuity, postprod.) und Mei war ziemlich *äh* unzufrieden mit dem Chinesischen.
    Falls irgendwer weiterhelfen kann: Bei der Hep-B-Analyse lief auf den Monitoren stellenweise irgendein Code durch. War das zu Sehende ein klassischer ‘ejal wat’ oder doch sprach-realistisch oder sogar projekt-realistisch? An den später wiedergefundenen Stellen konnte ich nichts entziffern, da brauchts wohl mindestens 1080p.

    Und da eh schon viel zu viel links im Text sind: Woran das Alien-Design noch erinnerte, war eine LP aus dem Archiv nebenan, alter französischer ProgRock.

    • #75 Bettina Wurche
      22. Januar 2017

      @rolak: Danke für diesen anderen Blickwinkel und vor allem für die Chinesisch-Übersetzung! Es ist mir völlig unverständlich, warum man ausgerechnet da so patzen musste.
      Meine Parallelwelten bezogen sich auf die Leute, die in Panik ausbrachen, und die Wissenschaftlerin, die einfach ihren Tagesablauf weiter durchzog. Also die üblichen real existirenden Parallelwelten, die sich im Moment so besonders sichtbar in den USA auftun.

  54. #76 biotec4u
    24. Januar 2017

    … bemerkenswert ist das ARRIVAL Plakate immer in WEISS gedrückt sind bei der Bahn – und Abfahrt immer in Gelb …

    Ist wohl im Sinne der AUSSERIRDISCHEN und Auge des Betrachters – gibt auch hier Gelbe Flecken für Nervenpunkt und die bunte Iris ist auf Weiss gebettet – im Mittelpunkt ist unser Astronomisches Loch das das Universum und die Umgebung wahrnimmt.

    Es kommt alles wieder – auch die AUSSERIRDISCHEN.

    Unser Auge ist ein Mikrokosmos – biotec4u

  55. #77 rolak
    28. Januar 2017

    Chinesisch-Übersetzung

    Es hat etwas länger gedauert, um diese bisher hier bezugslos herumhängende Referenz aufzulösen, alles meinerseits, Klemmkommunikation+Faulheit.

    Bettina bekam nebenher eine mail mit den hier bei und nach dem Anschauen des Filmes entstandenen Notizen, Ergänzungen fürs Archiv, sich mit Querverweisen¹ (‘#x’) ins Vorhandene einwebend. Sie meinte, diese könnten auch hierher – ok, doch erst nach HTMLisierung und prokrustrieren für WordPress. Alles selbstverständlich ohne Gewähr und auf die zur Ansicht gelangte Fassung gezeitet:
    #idx{
    1:44  Louises home at lake’s shore, a telescope on the left #x{8:13}
    2:32  golden ring of marriage (left)
    3:58  ’now I’m not so sure I believe in beginnings and endings’→different concept of time
    4:36  nomo golden ring of marriage
    6:6{   alarm goes off, but the strobe (for the deaf) aint flashing.
       Obviously sound postprod added}
    8:13  Louises home, a TV-set where the telescope was (will be) #x{1:44}
    39:55  the ‘kanguru’-bullshit used as argument, bs only given to Ian
    42:42{  on whiteboard above her question’s ‘what’ is formula for entropy,
       decent nudge to ‘time’}
    48:50  Abbot und Costello :‑) Who’s on First?
    49:50  shadowy back-light-images resemble the just seen Hepta-B
    52:01  Hannah’s caterpillar resemble the just worked-on Hepta-B
    53:26{  list of satellite-pics with coordinates (ensure ‘optical decipher’)
      44.617033, 37.891752 Novorossiysk, Russia, offshore in black sea
      -31.825835, 111.021420 east of Perth, in Indian Ocean
      71.097864, -25.4444027 in east Greenland, just above west end of iceland
      76.376013, 105.354644 Siberia, Russia, peninsula between Kara Sea and Laptev Sea
      42.973089, 144.387049 in east Hokkaido, Japan
      7.885110, -11.177800 amidst Kenema, Sierra Leone
      31.123145, 122.739990 east of Shanghai, China, in the Yellow Sea
      10.250438, -67.587785 amidst Maracay, Venezuela
      46.533772, -106.670380 north of Forsyth, Montana, USA
      50.347368, -3.566436 amidst Kingswear, Devon, UK
      15.688487, 32.384589 west of Omdurman, Sudan
      28.666585, 70.658419 north of Khanpur, Punjab, Pakistan
      }
    62:  mentioning Sapir-Whorf, Linguistic relativity
    64:4{  ”Suits, honor and flowers”, according to Mei
       english ‘suit’s semantic span contains (suit=Anzug, suit=Kartenfarbe) but
       mandarin(Kartenfarbe) noninterchangeable with mandarin(Anzug) gooTrans
       so the only way coming up with wordplay ‘suit’
       is already knowing about meaning(→Mahjong)
       }
    68:5{  ’They even got a name for it in Hungary’ yep: DE=Salamitaktik
       but of cause in english, too – unknown to Mr Secret Agent?
       }
    102:26{  [Mei] Louise ununderstandable, neither mandarin nor cantonese;
       Shang heavy cantonese accent, unbelievable for the modern chinese Military
       }
    107:59  ’Star Stuff’ reminiscing Carl Sagan‘s Cosmos
    }

    _____
    ¹ die außerfilmischen sind in links gewandelt worden

    • #78 Bettina Wurche
      28. Januar 2017

      @rolak: Vielen, vielen Dank für diese “fusselige” Arbeit! Jetzt müsste ich mir eigentlich den Film noch einmal anschauen.

  56. #79 Pilot Pirx
    7. Februar 2017

    Mir ist zu Kontaktproblemen gerade noch was in den Kopf gekommen.
    Es gibt ja von Guy de Maupassant die Geschichte “Der Horla”.
    Kurz gesagt wird erzählt, wie was unheimliches, ein böser Geist aus Südamerika(wenn ich mich recht entsinne) über das Meer kommt und hier jemanden sich fast totfürchten lässt und ihn in den Wahnsinn treibt.
    Erik Simon hat eine Geschichte aus der Sicht eben jenes Horla geschrieben. “Der Omm” (verschliffen für Homme) . Der war mit der Gesamtsituation genau so unglücklich. Führte einfach kein Weg zusammen.

  57. #80 rolak
    15. Februar 2017

    Mittlerweile hat BA Plait auch eine Rezension verfaßt, inklusive einiger weiterführender links.

    • #81 Bettina Wurche
      15. Februar 2017

      @rolak: Danke!

  58. #82 tomtoo
    5. März 2017

    Hallöchen,
    ja schon ein bischen älter der Fred.
    Aber ich fand das hier ganz spannend und wirklich sehenwert für SciFi und science Nasen.

    http://www.google.de/url?q=https://m.youtube.com/watch%3Fv%3DxzEPU2PTjT4&sa=U&ved=0ahUKEwjOjPz13L_SAhXEfhoKHTAkDGEQtwIIDTAA&usg=AFQjCNFDEQ32Y8W4lvpS1r1wO3gDVYyGzA

  59. #83 Alderamin
    2. Mai 2017

    @myself #69

    Aber jetzt ist der Film auf Amazon Instant Video für 4,99 € zum Leihen verfügbar (dann wohl auch bei iTunes, Maxdome und beim Streamservice Ihres Vertrauens). Gestern endlich angeschaut.

    Ab hier Spoileralarm, nicht weiterlesen, wer ihn noch schauen möchte!

    **********************************************************

    War ok und regte zum Nachdenken an, aber ich fand ihn nicht so beeindruckend wie beispielsweise “Contact”. Ein paar Ungereimtheiten gab es auch. Dass der Zeitfluss von der Schrift abhängen soll und das Erlernen derselben einem die Fähigkeit geben soll, in die Zukunft zu schauen, macht für micht wenig Sinn. Und wenn man es kann, wie die Heptapoden, dann hätten sie das Attentat vorhersehen können. Und wenn sie es wussten, aber den Zeitfluss dennoch nicht ändern konnten (nicht einmal Abbott retten), wozu dann bei der Menschheit um Hilfe fragen?

    Vom eigenen Selbst in der Zukunft lernen wirft die Frage nach dem Bootstrap-Zeitparadoxon auf. Man kann ja eigentlich nicht aus dem eigenen, später geschriebenen Buch die fremde Schrift lernen, denn diese Information hätte keinen Ursprung.

    Man hätte natürlich auch gerne mehr erfahren, welche Hilfe die Heptapoden in der Zukunft von der Menschheit erwarten und wie sie die Menschheit dorthin führen, aber das erfahren wir dann möglicherweise in einem (hoffentlich nicht, wie so oft, viel schlechteren) Sequel.

    • #84 Bettina Wurche
      2. Mai 2017

      @Alderamin: Danke für die Info! “Contact” hat mir so Ü-BER-HAUPT NICHT gefallen. Ich fand den nicht nur anthropozentrisch, sondern US-ozentrisch. Klar, “Arrival” läßt Fragen offen. Ich kann ihn allerdings so stehen lassen. Eine Fortsetzung fände ich nicht unbedingt sehenswürdig, das kann eher schief gehen.

  60. #85 Alderamin
    2. Mai 2017

    @Bettina

    Geschmäcker sind zum Glück verschieden, wäre ja langweilig, wenn alle der gleichen Meinung wären.

    “Arrival” hat mich emotional jedenfalls nicht besonders berührt, weniger als die Szenen in Contact, als die Hauptdarstellerin mit den Aliens in Form ihres Vaters kommunzierte und man ihr nach der Rückkehr nichts glauben wollte.

    Ich fand’s auch glaubhafter, dass man, wie in Contact, mit den Aliens zuerst über Mathematik kommuniziert, anstatt sich gegenseitig niedergeschriebene Namen in unlesbaren Schriften zu zeigen, das war mir ein wenig zu dünn. Man kann ja nur über Dinge miteinander reden, die man teilt, und eine technologische Zivilisation muss Mathematik beherrschen. Dass die mehr als nur eine Schriftsprache zum Niederschreiben von Regeln ist, merkt man daran, dass man aus ihr z.B. Schlüsse über Naturgesetze ziehen kann.

    Arrival war aber auch US-ozentrisch, die bösen Chinesen und Russen wollten natürlich zuerst die Aliens angreifen. Aber dann reicht ein einziger hastiger Anruf auf das Handy des chinesischen Generals, dass er komplett seine Meinung ändert. Hmm…

    Der Film war dann plötzlich zu Ende. Man hätte ja schon gerne erfahren, was bis zu der Veranstaltung, als die Hauptdarstellerin dann schließlich auf den chinesischen General traf, noch passierte. War bestimmt als Sollbruchstelle für das Sequel geplant. Wenn der Film gut gelaufen ist, kommt das ganz sicher.

  61. #86 Alderamin
    4. Juni 2017

    Passt zwar nicht ganz hierher aber…

    Gestern Abend “Passengers” bei Amazon Video geguckt (ist derzeit auf Streaming-Portalen für ein paar Euros zu leihen). Sehr geiler Film, hat mir gut gefallen. Relativ wenig wissenschaftlich-technische Fehler (unsereiner findet ja immer was) und toller Plot. Nur Außerirdische gab’s keine.

    • #87 Bettina Wurche
      5. Juni 2017

      @Alderamin: Danke für den Filmtipp! Den wollte ich auch unbedingt sehen, habe es aber irgendwie verbaselt. Der steht aber noch auf der Liste!