Zum Schluß der Kurzserie über Klimawandel in der Arktis noch ein Exkurs zur Wissens- und Wissenschaftskommunikation.
Für den Klimawandel brauchen wir neben den klimatologischen Methoden auch Methoden der angewandten Psychologie und Soziologie.
Wir brauchen andere Formate, andere Worte und andere Bilder. Die nicht nur ein schlechtes Gewissen, Weltuntergangsstimmung und Ohnmacht der Einzelnen verursachen.
Wir brauchen Ikonen, die auch weniger gebildete Menschen erreichen und als Vorbilder massentauglich sind. Wenn ein Spitzensportler oder Popstar sein PS-starkes Auto stehen ließe und stattdessen Fahrrad oder Bahn fährt, wäre viel gewonnen.
Wir brauchen Story-Telling, um komplizierte Fakten und abstrakte Daten in gute Geschichten zu verpacken, die leichter verständlicher sind.
Wir müssen Wege zu klimaneutralerer Lebensweise aufzeigen, die im Alltag auch funktionieren können – finanziell und logistisch. Dazu gehört ein viel besseres Angebot von öffentlichen Verkehrsmitteln – barrierefrei, bessere Taktung und niedrigerer Preis (oder kostenlos). Jobtickets für Gutverdienende gibt es, wir brauchen auch kostenlose Tickets für Menschen mit geringem oder ohne Einkommen. Manche Städte – vor allem außerhalb Deutschlands – haben damit bereits gute Erfahrungen gemacht, etwa in Tallinn oder in Singapur.

Wir müssen klimaneutrales Handeln belohnen und Klima schädigendes Verhalten stärker sanktionieren.
Städte, Kommunen und Regionen, Bundesländer und Bundesregierung sowie Interessengruppen müssen endlich bei notwendigen Einschnitten gute Alternativen anbieten – etwa beim Braunkohleausstieg den darin Beschäftigen andere Arbeitsmöglichkeiten und Sozialpläne anbieten.
Außerdem könnte man mal wieder darauf hinweisen, dass diese Arbeitsplätze mit spezifischen Berufskrankheiten bitter bezahlt werden und die Luftverschmutzung ganze Regionen gesundheitlich schwer belastet. Das Recht auf eine Arbeit im Kohlebergbau steht gegen das Recht auf faire Arbeitsbedingungen und gesunde Lebensbedingungen.

Und wir müssen Klimaschutz als Chance für alle kommunizieren.
Etwa, dass mehr Bewegung und eine geänderte Ernährung positiv für jeden Einzelnen sind.
Positive Anreize können auch ein Kaffee auf dem Weg zur Arbeit sein – im ÖPNV (Becher selbst mitbringen!) oder beim Brückenkaffee in Frankfurt am  Main.
Gleichzeitig könnte ein positives Community-Gefühl erwachsen.

Mehr dazu auch unter Klimafakten: Klimakommunikation. Dort hat Michael Brüggemann (Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg mit Schwerpunkt Klima- und Wissenschaftskommunikation, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von klimafakten.de) in 6 einfachen Thesen die Kommunikationsziele auf den Punkt gebracht. Wichtig sind u. a. die Kommunikation auf Augenhöhe, das Entlarven von Verschwörunsganhängern und, dass Klimaschutz  nur mit den Menschen gelingt und nicht gegen sie.

Woran sind Klimaexperten und Klimaskeptiker erkennbar?

Für die Klimadiskussion ist auch wichtig, Forschungsergebnisse, Fakten, Behauptungen und Statements einzuordnen und gewichten zu können.
Wer ist eigentlich ein Klimaexperte?
„Wie erkennt man einen echten Klimaexperten?“ hatte Stefan Rahmstorf (Klimaforscher am PIK und Science-Blogger) in einem sehr hilfreichen Beitrag gepostet.

Die FAZ  brachte kürzlich den Beitrag „Die Zeugen der Zweifler“ über WissenschaftlerInnen, die den Klimawandel bezweifeln.
Der Journalist Rauchhaupt nennt dabei wichtige Klimaskeptiker aus der wissenschaftlichen Community und deren Arbeiten, die von Klimaleugnern immer wieder zitiert werden.. Sein Fazit:„Bedenklicher aber ist, dass die klimaskeptischen Arbeiten dieser Wissenschaftler bereits bei ihrer Veröffentlichung wiederum auf die größte Skepsis der Fachkollegen stießen. Lindzen wird zwar immer noch geachtet, seine die Klimaerwärmung betreffenden Arbeiten waren aber oft schon bald nach ihrem Erscheinen widerlegt.“

Wissenschaftliche Arbeit endet nicht mit der Publikation einer Arbeit. Während der Publikation und noch mehr nach ihrem Erscheinen geschieht (oft weltweit) eine Diskussion der Ergebnisse. Immer wieder werden Publikationen widerlegt, manche werden förmlich zerrissen (s. dazu meertext zum Bärtierchen-Genom und Octopus-Genom ).
Vor allem bei hoch ideologischen Themen wie dem Klimawandel sollte man bei besonders Aufsehen erregenden Publikationen oder Behauptungen  immer erst einmal die Fakten recherchieren, wer was aus welchem Grund geschrieben oder gesagt hat.
Schon nach kurzer Recherche lösen sich die vermeintlichen Beweise meist in heiße Luft auf.

Auch unstrukturiert-erregte, von Verunglimpfungen durchsetzte und mit extrem vielen Fragezeichen, Fettdruck und Anführungszeichen garnierte Wortbeiträge sind bereits ein Hinweis auf eine gewisse Unsachlichkeit und darauf, dass die Sach-Expertise möglicherweise hinter der Ideologie weit zurückbleiben könnte.
Auch wer behauptet, allein die Wahrheit zu kennen und andere schnell der Lüge bezichtigt sowie das reflexhafte Beharren auf der freien Meinungsäußerung deuten meist auf Verschwörungsanhänger hin. Normale Menschen, die in demokratischen Staaten leben, wissen, dass sie ein Recht auf freie Meinungsäußerung haben und dass Sachverhalte möglicherweise unterschiedlich interpretiert werden können.
Warum VerschwörungsanhängerInnen diese spezifischen Sprachmerkmale  bevorzugen, darüber vermag ich nur zu spekulieren. Aber vielleicht findet sich ein Linguist, eine Linguistin, die dazu mehr wissen?

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Kommentare (45)

  1. #1 NullcoManix
    13. Dezember 2018

    Wenn ein Spitzensportler oder Popstar sein PS-starkes Auto stehen ließe und stattdessen Fahrrad oder Bahn fährt, wäre viel gewonnen.

    So isses. Mit Spott über Leute, die aus Geltungssucht unnötig fossile Energie verbraten, kann man tatsächlich auch bildungsfernere Menschen erreichen.

    Habe das selbst erlebt. Interessanterweise ging das nicht nur bei gereiften Ü50ern, sondern auch bei (allerdings weniger bildungsfernen) Teenies. Dagegen schienen mir spöttische Bemerkungen bei der Altersgruppe 20-50 eher auf taube Ohren zu stoßen.

    Der klassische Vergleich “fettes Auto = Penisprothese” verfängt heute allerdings seltener, weil gut die Hälfte der extradicken Autos von Frauen gefahren werden. Begründet wird das meist mit gefühlter Sicherheit, da hat man es als Spötter nicht so leicht.

    Alles Anekdötchen, aber vielleicht hat jemand Lust, das mal sauber empirisch nachzuprüfen.

    • #2 Bettina Wurche
      13. Dezember 2018

      @Nullkommanix: Ich hatte das gar nicht als Spott gemeint. SportlerInnen geben heute starke politische Statements ab, etwa gegen Rassismus. Wenn eine solche Ikone einen liebevollen Blick auf den Ferrari in der Garage wirft und sich dann umdreht, das Rennrad greift und mit den Worten “Die Emissionen spare ich mir heute, meine Kinder werden es mir danken” in die Pedale tritt, wäre das ein starkes Statement. Ich träume auch von der Pop-Größe, der/die sein/ihr Badezimmer aufräumt und alle Kosmetika mit Mikroplastik ´rauswirft.
      Zur genderspezifischen Automobilnutzung in Deutschland habe ich keine Zahlen griffbereit. Rein persönlich habe ich allerdings vor allem junge Männer als hilflos ihrem Testosteron ausgeliefert erlebt – wenn ich zu Fuß oder per Fahrrad mal wieder fast überfahren werde, kann ich gut sehen, wer hinter dem Steuer sitzt. Liebe junge Männer – bitte nicht falsch verstehen – ich weiß, dass die allermeisten von Euch verantwortungsvoll fahren. Die Idioten sind in der Minderzahl, aber fallen natürlcih besonders auf.
      Schwere SUVs werden wohl tatsächlich von Männern und Frauen gleichermaßen gefahren. Sie sind darin ganz bestimmt sicher und weit weg von der Straße – als Füssgängerin und Radfahrerin bin ich für beide Geschlechter gleichermaßen unsichtbar im wirklich umfassend großen toten Winkel.
      Shame over me für das AutofahrerInnen-Bashing, aber ich habe es echt satt, etwa alle 2 Wochen eine Nahtoderfahrung zu machen.

  2. #3 Dr. Webbaer
    13. Dezember 2018

    Schönen guten Tag und schon einmal schöne Weihnachten oder alternativ ein angemessenes “Winterfest” wünschend, Dr. Webbaer würde hier gerne als skeptisch die klimatologischen Bemühungen mit dem CO2-zentrierten Erwärmungstrend begleitend [1], die er nicht per se ablehnt, sondern eigentlich ganz gut findet, ergänzen wollen, eben : skeptisch, fragt abär vorab nach, ob Kritik am, wie er findet, größten wissenschaftlichen (nicht nur naturwissenschaftlichen) Vorhaben aller Zeiten hier erwünscht ist.
    Dr. Webbaer sich hier unsicher sein.

    Denn, wenn ein Fachfremder derart den Kommunikationsgedanken in den Mittelpunkt stellt, wie im dankenswerterweise bereit gestellten WebLog-Eintrag geschehen, ist er, oder sie, womöglich nicht an skeptischem Nagen an der Klimatologie mit dem CO2-zentrierten Erwärmungstrend interessiert.

    Es gäbe hier schon einiges aus diesseitiger Sicht nagend klimatologisch und vor allem auch i.p. Wissenschaftskommunikation beizutragen.

    MFG
    Dr. Webbaer (der überhaupt nicht traurig wäre, würde die obige Anfrage negativ beantwortet – bereits für diese Antwort dankbar wäre, aufgeladen, auch : moralisch aufgeladen, wie dieser Topic nun einmal ist)

    • #4 Bettina Wurche
      13. Dezember 2018

      Dr. Webbaer: Herzlich willkommen zurück, Dr. Webbaer. Und vielen Dank für die höfliche Nachfrage. De facto wollte ich nicht in die Diskussion der Details um die Klimawandel-Diskussion einsteigen. Mir ging es hier wirklich um den Ausschnitt des Klimawandels in der Arktis, was das mit Nord-West-Europa zu tun hat und um eine Hinterfragung der derzeitigen Kommunikation.
      Anmerkungen zur derzeitigen Wissenschaftskommunikation wären allerdings herzlich willkommen!

  3. #5 NullcoManix
    14. Dezember 2018

    Da hier schon wieder die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung ins Gespräch gebracht wird, noch eine kurze Anmerkung dazu:

    Selbst wenn die Wissenschaft hier völlig schief liegen sollte: jeder noch so bescheidene Versuch, die Nachfrage nach fossilen Energieträgern zu verringern, reduziert das Konfliktpotenzial. Man vergegenwärtige sich nur, wie viel an verabscheuungswürdiger Politik sich darum dreht, wer wo irgendwelche Öl- oder Gasfelder ausbeuten darf.

  4. #6 Uli Schoppe
    14. Dezember 2018

    Das Problem ist doch wirklich ganz einfach: Wenn ich nichts tue und es kommt wie prognostiziert wegen des Menschen zu einer Verstärkung des Klimawandels sind die Konsequenzen des Handelns schlimmer als wenn ich etwas unternehme und der Mensch hatte doch nichts mit dem Klimawandel zu tun.
    An der Tatsache das sich irgendjemand auf meine Kosten bereichert kann ich erst mal leider nicht drehen. Setzt man auf Kernenergie macht sich jemand die Taschen voll, bei fossilen Energieträgern macht sich jemand die Taschen voll, bei alternativen Energien auch. DAS kann ich nicht ändern aber das ist eben KEIN Argument nicht zu versuchen die CO2 Emissionen zu verringern…

  5. #7 spiritus
    14. Dezember 2018

    Nichts für ungut, aber was ist das für ein Satz?
    “Für den Klimawandel brauchen wir neben den klimatologischen Methoden auch Methoden der angewandten Psychologie und Soziologie”
    Wollen wir den Klimawandel, oder wollen wir ihn abwenden/begrenzen?
    Und äh – was sind klimatologische Methoden?
    ps: danke für diese Artikelserie, sie müsste nur woanders erscheinen, mit mehr Reichweite und dort, wo Halbwissen regiert.

    • #8 Bettina Wurche
      14. Dezember 2018

      @spiritus: der Satz bezieht sich auf einen effektiven Klimaschutz inkl d besseren Kommunikation

    • #9 Bettina Wurche
      14. Dezember 2018

      @spiritus: Damit möchte ich Folgendes sagen. Für den Umgang mit /das Handling des dem Klimawandel /s sind neben den Methoden der KlimaforscherInnen zum Feststellen der klimatischen Fakten nun auch andere Methoden nötig: für eine effektivere Kommunikation und für die Umsetzung von Maßnahmen für etwa die Reduzierung von Emissionen. In diesem Kontext würde das etwa bedeuten, dass es schwer vermittelbar ist, etwa einen Braunkohlentagebau oder ein -Kraftwerk einfach zu schließen. So ein Ausstieg kann nur gelingen, wenn gleichzeitig ein funktionsfähiger Sozialplan die Betroffenen MitarbeiterInnen auffängt.

  6. #10 spiritus
    14. Dezember 2018

    Das soll jetzt nicht pedantisch wirken, aber müsste man dann nicht “Für DIE BEGRENZUNG DES KLIMAWANDELS brauchen wir…” einfügen o.ä., damit es einen Sinn ergibt?

  7. #11 rolak
    14. Dezember 2018

    müsste man dann?

    ‘Die Medikamente benötige ich für meine Krankheit’ ist genauso korrekt, spiritus, obgleich es formal nicht ‘für’, sondern ‘gegen’ heißen müßte. Genauso wie Hundekuchen für Hunde und Hustensaft gegen Husten ist – Sprache ist da erfreulich flexibel.
    Und trotzdem im allgemeinen derart genau, daß eine Komplettformulierung zur Vermeidung groteker Mißverständnisse nur recht selten notwendig zu sein scheint.

  8. #12 Beobachter
    14. Dezember 2018

    … Geht ein AfD-Politiker zur Klimakonferenz nach Kattowitz … :

    http://www.taz.de/Klimaleugner-bei-der-Klimakonferenz/!5556295/

    “Klimaleugner bei der Klimakonferenz
    Karsten Hilse glaubt kein Wort
    Kaum einer poltert so laut gegen den „Irrsinn der Klimapolitik“ wie der AfDler Karsten Hilse. Jetzt war er auf der UN-Konferenz in Kattowitz.
    … “

    • #13 Bettina Wurche
      14. Dezember 2018

      @Beobachter: zu gern würde ich mal von psychiatrisch- neurologisch versierten Personen erklärt bekommen, welche synaptischen Prozesse zu dieser engen Verknüpfung von Rassismus und Verschwörungshörigkeit führen. Es ist eine wahnhafte Melange aus Vermeintlichem Zu-kurz-Kommen und einer alles dominierenden Panik, von anderen Menschen übervorteilt zu werden und der Verschwörung des größten Teils der Menschheit gegen die eigene Person/Kleingruppe. Einerseits faszinierend. Andererseits überaus anstrengend. Einige dieser Auswüchse sind sogar besorgniserregend.

  9. #14 Beobachter
    15. Dezember 2018

    @ Bettina Wurche, # 13:

    Man macht m. E. einen großen Fehler, wenn man meint, die Leugnung des menschengemachten Klimawandels sei (hauptsächlich) eine Sache bzw. Spinnerei verschwörungshöriger, bildungsferner, neidischer Zu-kurz-Gekommener.

    Das AfD-Führungspersonal mit ihren Parteistrategen besteht aus “gebildeten” Leuten:
    Rechtsanwälte, Wissenschaftler, Gymnasiallehrer, etc.
    (von Storch, Curio, Weidel, Höcke, etc.)
    Bildung und Intelligenz schützt offenbar nicht vor Dummheit bzw. Ignoranz (und Rechtsextremismus, Nationalismus, Rassismus).

    Die Haltung/”Positionen” der AfD zum Klimawandel, zur Klimapolitik kann jeder in deren Parteiprogramm nachlesen:
    https://www.afd.de/energie-klima/
    Im Bundestag hat man diese auch schon oft genug kundgetan.

    Und bei “Klimafakten” werden diese AfD-“Positionen” detailliert auseinandergenommen.

    Das sind m. E. nicht nur einige besorgniserregende Auswüchse, sondern es stellt gerade in dieser unsäglichen Kombination eine besorgniserregende gesellschaftspolitische Entwicklung dar, die sich auch noch im Aufwind befindet.
    Und nicht nur in Deutschland …

  10. #15 RPGNo1
    15. Dezember 2018

    Die AfD ist bestens mit EIKE verknüpft. Da wundern mich die Aussagen eines Karsten Hilse überhaupt nicht.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Institut_f%C3%BCr_Klima_und_Energie#Verbindungen_zur_AfD

    • #16 Bettina Wurche
      15. Dezember 2018

      @RPGnO, @Beobachter: Ja, es ist wirklich übel. Und es greift wirklich zu kurz, AfD-AnhängerInnen und sonstige Verschwörungsgläubige als dumm zu bezeichnen. Viele von ihnen sind eher von Rationalität und Gemeinsinn abgekoppelt. Einfach nur gruselig.

  11. #17 Beobachter
    15. Dezember 2018

    Es geht ja nicht nur um die Aussagen eines Karsten Hilse, das war nur ein Beispiel von vielen (Gauland, von Storch usw.).

    Und wie, mit wem und welchen Wissenschaftlern EIKE e. V. verknüpft ist … :

    Dazu Stefan Rahmstorf:

    https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/nir-shaviv-erklaert-den-klimawandel-fuer-die-afd-im-bundestag/

    ” … Die AfD betreibt mit ihrer Leugnung des vom Menschen verursachten Klimawandels das Geschäft der internationalen fossilen Energiekonzerne auf Kosten der Menschen in Deutschland. … “

  12. #18 Beobachter
    15. Dezember 2018

    @ Bettina Wurche, # 13:

    ” … AfD-AnhängerInnen und sonstige Verschwörungsgläubige … ”

    Kann man beides in einem Atemzug nennen bzw. auf eine Stufe stellen?

    Meine Sicht:

    AfD-Politiker und -Wähler sind Anhänger einer politischen Richtung/Strömung, gewählte Vertreter sitzen in wichtigen Ausschüssen, in den Länderparlamenten und im Bundestag, sind gut vernetzt, gewinnen an Einfluss und Macht (Bsp.: Meldeportale für AfD-kritische Lehrer !).
    Wenn z. B. ein Lehrer in Hamburg im Rahmen seines Unterrichts zur Politischen Bildung z. B. das AfD-Parteiprogramm zum Klimawandel/zur Klimapolitik kritisch erörtert, kriegt er u. U. Ärger oder wird zumindest eingeschüchtert (und wird sich vielleicht überlegen, ob er noch und überhaupt Hr. Rahmstorf zum Thema zitieren darf !)

    https://www.nrz.de/politik/weitere-afd-landesverbaende-planen-meldeportale-gegen-lehrer-id215516023.html

    Verschwörungsgläubige sind Leute, die z. B. an Chemtrails glauben; glauben, dass Hitler nach Kriegsende gar nicht tot war, sondern weiterlebte; dass die Amerikaner damals gar nicht auf dem Mond gelandet sind, usw..
    Das sind Gott sei Dank Spinnereien einiger Weniger, die keine reale praktische Relevanz haben.

    Es sind zwei völlig verschiedene Paar Schuh`.

    • #19 Bettina Wurche
      16. Dezember 2018

      @Beobachter: die Schnittmenge von AfD-Anhängern u. a Rechtspopulisten und Verschwörungsanhängern ist leider ganz beachtlich. Etwa d Leugnung d anthropogen Klimawandels, die vermeintliche Verschwörung von Presse, Wissenschaft, Politik und anderen Berufsgruppen, Leugnung des Holocaust, etc.

  13. #20 Beobachter
    15. Dezember 2018

    Berichtigung:

    Sorry, in Kommentar # 18 beziehe ich mich auf # 16.

  14. #21 Beobachter
    16. Dezember 2018

    “Fundstück”:

    Ostafrika, Kenia:

    http://www.taz.de/Kraftwerksbau-in-Kenia/!5558536/

    “Kraftwerksbau in Kenia
    Kenias Energiewende rückwärts
    Direkt vor der ostafrikanischen Insel Lamu baut China ein Kohlekraftwerk. Fischer und Aktivisten in Kenia sind empört.
    … ”

    Jedem, der mal dort war und die Region auch nur etwas kennt, wird es das Herz brechen !
    Irrsinn !

    • #23 Bettina Wurche
      16. Dezember 2018

      @RPGnO: NGOs u UmeltscützerInnen haben beklagt, dass d Abkommen ein Papiertiger sei u keinerlei echte Ergebnisse beinhalte. Das hat mich wenig optimistisch gestimmt.

  15. #24 Beobachter
    16. Dezember 2018

    Nachtrag zu # 18:

    Zu Klimawandel/-politik/-schutz als (m. E. auch ein notwendiges, wichtiges) Thema in der Schule, AfD als Leugner des anthropogenen Klimawandels, AfD-Lehrerportale:

    Lesenswerter Artikel (Gastbeitrag) in der Frankfurter Rundschau (14.12.18):

    http://www.fr.de/wissen/afd-lehrerportal-gegen-afd-hetze-stellung-beziehen-a-1637887

  16. #25 zimtspinne
    16. Dezember 2018

    @ RPG

    “…. schafft Drehbuch…”

    leider auch kein echter Silberstreif, sondern nur wieder die üblichen Absichten, Absichten, Absichten…. (siehe anderer Beitrag Klimawandel in der Arktis)

    Wie oft denkt man im Laufe eines Tages: “ich sollte eigentlich… ich müsste eigentlich… ”
    und fällt doch wieder in die übliche Verschieber- und Verdrängeritis zurück.
    erst, wenn man mal vor vollendete Tatsachen gestellt wird, also von außen Entscheidungen getroffen werden, tut sich dann was. Zwangsweise sozusagen, keine andere Wahl und kein bequemerer Weg mehr da.

    Beim Klimaproblem, das ja global alle betrifft, wird es immer genügend Ausflüchte und Notausgänge geben und die werden auch genutzt, wie man schon bisher sieht.
    Wie lange wird sich zB ein Land vorbildlich und damit auch verzichtend verhalten, wenn die Leute darin sehen, andere reißen die Erfolge (die man erstmal überhaupt sehen und spüren sollte, was nicht der Fall sein wird für eine lange Zeit) mit dem Hintern wieder ein durch rücksichtloses Verhalten?
    An diesem Punkt wird sich bei den meisten bereits wieder ihr Sinn für Fairness und Gerechtigkeit melden, eine angestrebte ausgewogene Verteilung von Geben und Nehmen. Und schon ist wieder alles beim Alten.

  17. #26 RPGNo1
    16. Dezember 2018

    @Bettina, zimtspinne
    Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Ich bin von Natur aus optimistisch eingestellt.

  18. #27 zimtspinne
    16. Dezember 2018

    ich realistisch (was gerne mit pessimistisch verwechselt wird). Bin ja durchaus auch Optimist, wo es gewisse Hoffnungsstränge oder wenigstens Schimmer gibt.
    Aber wo nur Dunkelheit ist, seh ich halt auch kein Licht.

    Um mal eine Freundin zu zitieren (eigentlich auch Optimistin sogar im Grunde ihres Herzens): und oft haut die Realität der Hoffnung voll in die Fresse.

    da bleib ich lieber bei meinen kleinen, trockenen Brötchen und freu mich, wenn es überraschenderweise dann doch mal leckeren Käsekuchen gibt. 😉

    Übrigens beobachte ich fast jeden Tag Eichhörnchen sowie Elstern (die nur nebenbei erwähnt) und kann sagen, zumindest in diesem Jahr greifen die Hörnchen ins Volle…. reichliches Nahrungsangebot. (mag nicht überall so sein).

  19. #28 Beobachter
    16. Dezember 2018

    @ Bettina Wurche, # 19:

    Ja, das mit der “Schnittmenge” ist sicherlich richtig.

    Ich wollte eher darauf hinaus, dass man AfD-Politiker/Anhänger/Wähler nicht lediglich als dumme, spinnerte Verschwörungsgläubige verharmlosen sollte und alles (Programm, Äußerungen, Wahlerfolge, rechte Gewalt etc.) als vorübergehende Erscheinung abtun sollte, die von selbst wieder verschwinden wird.
    Das wird sie mit Sicherheit nicht.
    Und so ähnlich (beschönigend) hat man in Deutschland schon mal gedacht … !

    Vor ein paar Jahren hätte ich es nicht für möglich gehalten, was heutzutage AfD-Politiker alles sagen (und vertreten/verbreiten) dürfen, ohne dafür rechtlich belangt zu werden.
    Und ohne dass ihnen die Wähler davonlaufen !
    Auch das politische Klima hat sich sehr verändert …

  20. #29 Beobachter
    17. Dezember 2018

    Nebenan läuft gerade eine interessante und aufschlussreiche Grundsatzdiskussion (Beitrag und Kommentare !) zum Thema:

    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2018/12/17/klimawandel-wenn-eine-loesung-im-system-unmoeglich-zu-finden-ist-sollten-wir-das-system-aendern/

  21. #30 Beobachter
    5. Januar 2019

    Aktuell in der TAZ ein interessanter Artikel zum Thema Wissenschaftskommunikation –
    es werden “neue Wege gesucht” und bestehende und neue Projekte vorgestellt:

    http://www.taz.de/Kritik-an-Wissenschaftskommunikation/!5560131/

    “Kritik an Wissenschaftskommunikation
    Neue Wege gesucht
    Kommunikationsexperten der Hoschuleinrichtungen und Forschungsinstitute sind unzufrieden. Sie erreichen oftmals ihr Publikum nicht.
    … ”

    ” … In Südhessen ist an der Hochschule Darmstadt das mit 10 Millionen Euro ausgestattete Projekt „S:NE Systeminnovation für Nachhaltige Entwicklung“ auf Ökothemen ausgerichtet. Die ersten inhaltlichen Schwerpunkte sind nachhaltige Städte und Siedlungen sowie nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen. … “

    • #31 Bettina Wurche
      5. Januar 2019

      @Beobachter: Ja, das hatte ich mitbekommen. Das liegt an einigen verschiedenen Gründen, die u. a. im Kontrollwahn und Dünkel von Institutionen//Arbeitsgruppen/Leitungsfunktionsträgern liegen. Da stoßen gut verständliche Texte und innvative Ansätze schnell an Grenzen. Außerdem ist es gern chronisch unter- und nicht nachhaltig finanziert. Gut funktionierende Projekte werden irgendwann gekippt, weil sie Neid erregen. Zumindest nach meiner Erfahrung in Universitäten, Museen, anderen Institutionen und nah meiner Beobachtung einiger guter Blogs/Kommunikationsansätze. Darum ist es systemimmanent, selbst gemacht und kaum veränderlich.

    • #32 Bettina Wurche
      5. Januar 2019

      @Beobachter: Der taz-Artikel ist wirklich gut: die fehlende Finanzierung für Kommunikation wissenschaftlicher Themen ist für mich der Dreh- und Angelpunkt. Unsere Science-Blogs sind ja ein gutes Beispiel dafür: eine höhere Aufwandsentschädigung (gern abhängig von der Clickzahl und Interaktion) wäre klasse. Dass meine Artikel Wissenslücken füllen, merke ich vor allem daran, dass mir Schüler oder Studierende schreiben, die meine Artikel für Schul- oder Studienarbeiten nutzen, weil sie die Infos an anderer Stelle so nicht oder nicht aufbereitet finden.

  22. #33 Beobachter
    5. Januar 2019

    @ Bettina Wurche:

    Ja, an der fehlenden Finanzierung wird es wohl hauptsächlich hängen; offenbar erschien die (unabhängige!) Kommunikation wissenschaftlicher Themen “nach außen” bisher nicht wichtig genug.
    Außerdem habe ich den Eindruck, dass Wissenschaftler am liebsten für “ihresgleichen” bzw. für die eigene Fachcommunity schreiben und ihnen wenig an verständlicher Wissens- bzw. Wissenschaftsvermittlung für interessierte Laien liegt.
    Geschweige denn für`s “bildungsferne” “gemeine Volk” …
    Da herrscht vielerorts leider noch immer ein arger akademischer Dünkel.
    (Anm.: Das fällt bis heute besonders bei der Zunft der Mediziner auf.)

    Es kann/muss nicht jeder Wissenschaftler auch noch ein exzellenter Wissensvermittler sein, aber in Projekt-Teams oder Arbeitsgruppen o. ä. kann man ja die Aufgaben auch etwas nach diesbezüglicher/m Fähigkeit/Interesse verteilen.

    Die Fortschritte in Wissenschaft/Forschung/Technik sind so groß, grundlegend, vielfältig und rasant, dass selbst die Politik mit ihren Gesetzen und Regularien völlig hinterherhinkt – und die “kleinen Leute” mit ihrem (wissenschaftlichen) Verständnis erst recht.
    Wissen ist Macht – und sollte (auch) deshalb geteilt werden … 😉

  23. #34 Beobachter
    6. Januar 2019

    Nachtrag zu # 33:

    Vielleicht habe ich mich etwas missverständlich bzw. ungenau ausgedrückt:
    Natürlich unterstelle ich nicht ALLEN Wissenschaftlern diesen akademischen Dünkel –
    das wäre vermessen, ungerecht und pauschalisierend.
    Und bestes Beispiel dafür, dass es auch anders und sehr gut geht, Fachwissen verständlich zu vermitteln, ist ja dein Blog hier … !
    Danke !

  24. #35 Beobachter
    17. Januar 2019

    Nur etwas OT:

    Zum Thema Wissens- und Wissenschaftskommunikation, Bildungspolitik, Schule in Zeiten von Lehrermangel und Digitalisierung:

    Auch hier – gerade gefunden:

    http://aktuelle-sozialpolitik.de/2019/01/15/fliessbandarbeiter-einer-bildungsindustrie-in-zeiten-eines-lehrermangels/#more-6456

    Wenn man das liest, tun einem Schüler und Lehrer gleichermaßen leid –
    und es wundert einen gar nichts mehr !
    Wenn es in unseren Schulen schon so aussieht …

    Info zum Autor Stefan Sell:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Sell_(Sozialwissenschaftler)

    • #36 Bettina Wurche
      17. Januar 2019

      @Beobachter: Der Artikel trifft sicherlich viele wunde Punkte gleichermaßen. Allerdings setzt er den Begriff Lehrermangel mal wieder undifferenziert ein: Es gibt vor allem einen Mangel an Sonderpädagogen, spezifischen Fächern und in einigen Regionen. Das hängt u. a. mit einer unterschiedlichen Entlohung der Lehrer an verschiedenen Schulformen und regional zusammen.
      Wenn man dem Link
      https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/lehrermangel-in-duisburg-an-den-meisten-schulen-fehlen-lehrer_aid-35584807
      folgt, wird es differenzierter: Da gibt es einen Lehrermangel von 74 % an einer einzigen Schule. Die Schule ist eine Förderschule, d. b., hier werden Sonderpädagogen gesucht.
      In einigen Regionen, gerade in so mancher großen Stadt, dürften die gründe vor allem darin liegen, dass Lehrer hier oft fast übermenschliches leisten müssen. Bei einer Zusammenballung von marginal sozialisierten Kindern ist an einen irgendwie im Studium erlernten Unterricht gar nicht zu denken. Gleichzeitig werden LehrerInnen mit solchen Problemen völlig allein gelassen, da an den Schulen zu wenige Sozialarbeiter oder gar Schulpsychologen vorgesehen sind. Die meisten Menschen könne sich gar nicht vorstellen, was für ein verrohter Umgangston an einigen Schulen herrscht. Dass Lehrer sich dann eher nicht dorthin bewerben, ist wirklich verständlich.
      Und zum Thema Wissens- und Wissenschaftskommunikation an Schulen fange ich am besten gar nicht an, mich zu äußern, das ist einfach zu bitter…

  25. #37 RPGNo1
    17. Januar 2019

    @Bettina Wurche

    Die meisten Menschen könne sich gar nicht vorstellen, was für ein verrohter Umgangston an einigen Schulen herrscht.

    Persönliche Anekdote: Mein Vater ist pensionierter Realschullehrer (u.a. hat er Biologie unterrichtet). In seiner berufstätigen Zeit vor über 15 Jahren wurden ihm vom Vater eines Schülers am Telefon Schläge angedroht. Der Fall kam zur Anzeige und Gerichtsverhandlung.

  26. #38 Beobachter
    17. Januar 2019

    zu # 37:

    Eine weitere persönliche Anekdote zum Zitat oben bzgl. des verrohten Umgangstons (und nicht nur des Tons):
    Eiin Freund ist in seiner Schulzeit vor weit über 15 Jahren von seinem Realschul-Klassenlehrer verprügelt worden.
    Der Fall kam durch die Eltern des Freundes vor den Rektor, der Lehrer hat sich bei Eltern und Opfer entschuldigt. Damit hatte es sich …

    Ich will damit sagen, dass man mit “persönlichen Anekdoten” nicht weiterkommt, eklatantes Fehlverhalten (von allen Seiten: Lehrer, Schüler, Eltern) gab und gibt es schon immer.

    Und der Umgangston verroht nicht nur in Schulen – das tut er überall, selbst in der “hohen Politik” und in Akademikerkreisen …

    @ Bettina Wurche, # 36:

    Stefan Sell erhebt m. E. in seinen Blogartikeln sicherlich nicht den Anspruch auf Vollständigkeit der differenzierten Ausleuchtung eines komplexen Problems.
    Das kann man im Rahmen von kurzen Blogartikeln auch gar nicht, aber es gibt immer gute, belegende, weiterführende Links zum Thema.

    Ja, mit dem Lehrermangel scheint es besonders in Förderschulen, Grund- und Hauptschulen besonders schlimm zu sein, und gerade auch in Großstädten und Ballungszentren.
    Offenbar hat man in der Bildungspolitik enorm viel “verschlafen” (gerade in der Bildungs-“Grundversorgung”) und wundert sich jetzt, warum es so wenig “Fachkräfte” gibt, es so viele Schulabgänger, die nicht “ausbildungsfähig” sind und u. a. nicht fehlerfrei schreiben können, gibt und viele überhaupt “durch`s Raster fallen”.
    Und wundert sich über die fehlende Medienkompetenz vieler Leute und darüber, dass viele alles glauben, was irgendwo im Internet steht und verbreitet wird (z. B. von Klimawandelleugnern !).
    Und man wundert sich, dass Parteien und Politiker gewählt werden, die eigentlich für vernünftige, “wissende” und interessierte Menschen unwählbar sind.

    M. E. liegt der Fehler mal wieder im System, denn es wird offenbar schon und besonders am “Grundstock” in unserem Bildungssystem gespart bzw. zu wenig Wert darauf gelegt.

    Es ist so verdammt schade um die vielen brachliegenden, nicht geförderten Talente, Fähigkeiten, Möglichkeiten … !

    Anm.:
    Kommentator “tomtoo” hat dazu kürzlich in einem anrührenden Beispiel berichtet:
    http://scienceblogs.de/mathlog/2019/01/05/die-mathematik-des-till-lindemann/#comments
    (dort # 38 )

    • #39 Bettina Wurche
      17. Januar 2019

      @Beobachter: Eine Mißhandlung durch einen Lehrer ist wirklich außergewöhnlich, so etwas habe ich seit meiner Grundschulzeit nicht mehr erlebt. Ansonsten muss ich Dir dazu sagen, dass durch meine museums- und umweltpädagogische Tätigkeit und der Kontakt zu und mit vielen LehrerInnen die Verrohung in manchen Schulen und Klassen eben keine einzelne Anekdote mehr ist, sondern eine grundlegende Veränderung. In den Schulen treffen Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Gesellschaftsschichten zusammen, was im Arbeitsalltag und sonstigen sozialen Alltag eher ungewöhnlich ist. Da erlebt man so etwas eher auf der Straße oder gern auch im Öffentlichen Nahverkehr. Das ist dann Omnibus im eigentlichen Wortsinn.
      Im Schulsystem ist es so besonders bitter, weil die Ansprüche an gutes Lernen und die Veränderungen in den sozialen Schichten seit Jahrzehnten gut bekannt sind, und trotzdem nicht viel passiert.
      Ich weiß allerdings nicht, ob der Anteil der Schulabbrecher und funktionalen Analphabeten prozentual höher wird/ist als in früheren Zeiten. Vielleicht fällt es heute auch nur stärker auf, weil es früher mehr Tätigkeiten für ungelernte Arbeiter gab oder die Zahlen auch gar nicht erhoben wurden.

  27. #40 RPGNo1
    17. Januar 2019

    @Beobachter
    Eine Anmerkung: Mein Kommentar war nicht an dich gerichtet. Deine Belehrungen darüber, was und wie ich einer anderen Person etwas mitzuteilen hätte, behalte bitte daher bei dir.

  28. #41 Beobachter
    17. Januar 2019

    @ RPG, # 39:

    Auch eine Anmerkung: Der Kommentar von Bettina Wurche, aus dem du zitierst, war nicht an dich gerichtet, sondern an mich.
    Ich habe nicht das Geringste “dagegen”, dass du das tust und dich darauf beziehst, denn es soll hier ja um eine öffentliche Diskussion zur Sache/zum Thema gehen, in der niemand ausgeschlossen wird (der sich im Rahmen der üblichen Netiquette bewegt).
    Außerdem “belehre” ich niemanden, sondern äußere eine Meinung – in einem öffentlichen Blog mit öffentlicher Kommentarmöglichkeit.

    Wenn du Privatunterhaltungen mit einem von dir ausgewählten Gesprächspartner führen willst, wo sich niemand einmischen soll oder du Privatmitteilungen zu machen hast, solltest du das auch privat und nicht-öffentlich tun.

  29. #42 Beobachter
    18. Januar 2019

    @ Bettina Wurche, # 39:

    Da hast du mich teilweise missverstanden, und/oder vielleicht habe ich mich auch nicht genau genug ausgedrückt:

    Mit meinem Beispiel des prügelnden Lehrers wollte ich sozusagen “gleichziehen” mit dem des telefonisch Schläge androhenden Schüler-Vaters gegenüber einem Lehrer.
    Beides ist “roh” bzw. justiziabel, zu verurteilen.
    Beides sind Anekdoten/(hoffentlich) nicht-alltägliche Einzelfälle von eklatantem Fehlverhalten (eines Schüler-Vaters/eines Lehrers).

    Überhaupt nicht anekdotisch sondern an der Tagesordnung ist die “Verrohung” in Sprache/Verhalten/Kommunikation von Schülern untereinander und gegenüber Erwachsenen und der Umwelt.
    Ich wohne seit 20 Jahren in direkter Nachbarschaft einer Grund- und Hauptschule und bin häufig im ÖPNV unterwegs – und kann deine(n) Eindruck/Erfahrungen nur bestätigen.
    Es ist eine grundlegende Veränderung, auch des gesamten gesellschaftlichen Klimas, auch überhaupt im Umgang mit Mitmenschen.
    Und das ist nur bedingt schichtspezifisch.

    Was die Zahlen zu Schulabbrechern und funktionalen Analphabeten betrifft und ob und wie sich die Anteile in letzter Zeit verändert haben – darüber weiß ich auch nicht Bescheid, kann mich aber bei einem erfahrenen Fachmann erkundigen.

    • #43 Bettina Wurche
      18. Januar 2019

      @Beobachter: Das habe ich durchaus verstanden, ich habe Dir aber widersprochen. Die Anekdoten zur Verrohung seitens der SchülerInnen ergeben mittlerweile einen statistisch relevanten Trend, bei den genannten Anekdoten handelt es sich um Elemente der qualitativen Statistik. Deine Anekdote zur Brutalität eines Lehrers hingegen ist kein statistischer Trend, sondern ein Einzelfall. Darum lassen sich beide Anekdoten zur Verrohung auch nicht vergleichen.
      Hier ist auch repräsentative Umfrage zur Gewalt gegen Lehrkräfte:
      https://www.tlv.de/bildungspolitik/broschuere-zur-forsa-umfrage-gewalt-gegen-lehrkraefte/
      Soweit ich weiß, ist die Gewalt unter Schülern und Schülerinnen überhaupt nicht umfassend erfasst.
      Weiter möchte ich darauf nun wirklich nicht eingehen, das ist nicht der Fokus dieses Blogs.

  30. #44 RPGNo1
    18. Januar 2019

    @Beobachter
    Mit diesem moralisierenden, überheblichen bzw. belehrenden Verhalten hast du es dir bei vielen Kommentatoren und SB-Bloggern verscherzt. Denke an Joseph Kuhn, dessen Geduld du überstrapazierst hast und der dich deswegen gesperrt hast.

    Und damit beende ich wieder die Kommunikation mit dir. Denn auf Einsicht deinerseits ist nicht zu hoffen.

    @Bettina Wurche
    Sorry für das OT. Aber das wollte ich zum Abschluss noch gesagt. Und jetzt siehe ich mich aus dieser Diskussion zurück.

  31. #45 Beobachter
    18. Januar 2019

    @ RPG, # 43:

    Von dir kommt nichts zur Sache/keine Argumente, sondern immer nur persönliche Anwürfe, weil ich öfters (begründet) anderer Meinung bin als du und deine Kumpels.
    Dir scheint es Spaß zu machen, zu versuchen, mich überall hier bei SB anzuschwärzen.

    Bei mir haben es sich einige Kommentatoren und zwei SB-Blogger auch verscherzt – aus triftigen Gründen, die ich auch belegen könnte.
    Wer wessen “Geduld” wann, wo und weshalb “überstrapaziert” hat, wäre ein Thema/eine Frage für sich, tut hier aber nichts zur Sache, ist völlig OT und würde eher zur “Filterblasen”-Diskussion passen.