Noch eine Anmerkung am Rande:
Der wissenschaftliche Name des Seebären gazella erinnert an die SMS Gazelle, mit der 1874 eine deutsche Forschungs-Expedition zur Beobachtung des Venustransit zu den Kerguelen-Inseln segelte. Die Wissenschaftler brachten u. a. auch einige dieser antarktischen Pelzrobben mit nach Hause. Eines dieser Exemplare beschrieb dann Wilhelm Peters, der Direktor des Berliner Zoologischen Museums als neue Art und benannte sie nach dem Forschungsschiff.

Zum Weiterlesen:
Zum antarktischen Krill: Meertext: Pinguine – licence to krill

Von Top-Prädatoren als Ökosystem-Indikatoren: Meertext: Seeleoparden, Crittercams und Hexakopter – High-Tech am Südpol

Was ein Otolith ist und wo er zu finden ist: Meertext: Kiemenbogen, Kiefer und Ohr – ein Knorpel macht Karriere (1)

Mehr zur Geschichte Südgeorgiens und der Expedition der HMS ENTERPRISE: Meertext: South Georgia – HMS ENTERPRISE’s walk on the wild side (Bericht aus der Antarktis)

 

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Kommentare (18)

  1. #1 RPGNo1
    14. Mai 2019

    ihre Bisse sind extrem infektiös.

    Woher kommt das? Haben die Seebären entsprechende Bakterien in ihrem Gebiss und Speichel, so wie es z.B. auch bei einigen Waranen der Fall ist?

    • #2 Bettina Wurche
      14. Mai 2019

      @RPGNo1: Zunächst mal: Bisse und Kratzer jedes Carnivoren sind stark infektiös, wegen der Fäulnisbakterien. Marine Säuger (Robben und Wale) haben dann aber noch besondere Bakterienkulturen, gegen die nur wenige Antibiotika wirksam sind. Auch eine Verletzung bei einer Wal- oder Robbensektion bringt Riesenprobleme. “Seehundsfinger” (Seal finger, Spekk finger) war eine typische Erkrankung von Robbenschlägern und wurde früher oft amputiert.
      Heute gibt es Diagnose und Heilung: “The causative microorganism was unknown until 1991, when Mycoplasma phocacerebrale was isolated from both the finger of a patient with seal finger and from the mouth of a seal that bit the patient. Although rare, the disease is not uncommon in marine workers, biologists and veterinarians. Prompt identification based on patient history and treatment with oral tetracycline is pendant to a favourable patient outcome.”
      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2827281/

  2. #3 RPGNo1
    14. Mai 2019

    @Bettina Wurche
    Wieder was gelernt. Danke schön.

    • #4 Bettina Wurche
      14. Mai 2019

      @RPGNo1: : )

  3. #5 nihil jie
    14. Mai 2019

    In Extrementen lesen. Also so eine Art Verdauungsarchäologie 😉

  4. #7 nihil jie
    15. Mai 2019

    @Bettina Wurche

    Da ich früher mal (30 Jahre her) in der Stadtarchäologie Göttingen gearbeitet habe, wussten wir alte Kloaken sehr zu schätzen 😉

    • #8 Bettina Wurche
      15. Mai 2019

      @nihil jie: Dann weisst Du bestimmt mehr darüber als ich – hört sich spannend an. Falls Du irgendeine Story beisteuern möchtest, kannst Du gern hier einen Gastbeitrag beisteuern. Das würde sicherlich reiche Leserschaft finden : )

  5. #9 nihil jie
    15. Mai 2019

    Naja, so ein guter Schreiberling bin ich nun wirklich nicht um hier bei ScienceBlogs antreten zu können.

    Es war aber eine schöne Zeit. Ich habe damals einen Job gebraucht, weil ich als Punk nicht nur dauernd Schnorren wollte. Von “hast du eine Mark für mich” konnte ich nicht leben 😉 So wurde ich zum Grabungshelfer.

    Was die Kloaken anbetrifft. Ja, sie sind in der Tat eine kostbare Fundgrube. Nicht nur für Archäologen sondern auch für Biologen, Botaniker, Ernährungswissenschaftler usw. Beim Freilegen so einer Kloake, hat man manchmal das Gefühl, dass sie noch immer, sogar nach 800 Jahren, nach Fäkalien riecht, wenn sie gut erhalten wurde. Kein Witz 😉

    • #10 Bettina Wurche
      15. Mai 2019

      @nihil jie: Das glaube ich sofort. Unter Luftabschluss halten sich diese organischen Verbindungen ausgezeichnet. Ist nicht die gesamte Archäologie (wie auch andere gute Forschungsprojekte) mittlerweile interdisziplinär? Das bringt doch erst diese phantastischen Rekonstruktionen längst vergangener Lebenswelten.

  6. #11 gedankenknick
    15. Mai 2019

    Die Diskussion hier erinnert mich so ein wenig an einen Teil der Musical-Folge von “Scrubs – Die Anfänger”. Nur für Nicht-Lächel-Resistente Mitmenschen:

    • #12 Bettina Wurche
      16. Mai 2019

      @gedankenknick: ich wisch mir gerade die Lachtränen weg – das ist ja großartig! Bist Du auf Twitter? Das werde ich sofort dort teilen – wir haben regelmäßig Austausch über anderer Viecher Stuhlgang LOL.

  7. #13 RPGNo1
    16. Mai 2019

    Sorry für OT, aber ich kann ein gehöriges Maß an Schadenfreude nicht verbergen.
    https://www.youtube.com/watch?v=9qvl8HDO1Nc
    Go, Krake, go!

    • #14 Bettina Wurche
      16. Mai 2019

      @RPGNo1: der ist wirklich köstlich, ich hatte mich schon darüber amüsiert. O. k., Ihr habt e snicht anders gewollt: Morgen gibt´s einen Cephalopod Friday!

  8. #15 tomtoo
    16. Mai 2019

    Mist jetzt wollte ich motzen das der Cephalopodfriday Link nicht funzt. Aber es ist ja erst Donnerstag. ; )

    • #16 Bettina Wurche
      16. Mai 2019

      @tomtoo: Sorry, ich hatte versehentlich sofort freigeschaltet, so kam es zur Fehlermeldung. Morgen früh kannst Du es lesen : )

  9. #17 nihil jie
    16. Mai 2019

    @Bettina Wurche

    Ohne diesen Wissenstransfer wäre die heutige Wissenschaft irgendwie nicht funktionsfähig. Zumindest nicht in dem Masse wie sie heute funktioniert. So denke ich zumindest darüber.

    Schon damals hatten wir ziemlich viele Mitarbeiter die recht vielseitig begabt waren. Beispielsweise Zeichner oder Grafiker. Aber es gab auch Mitarbeiter die aus anderen Fächern kamen. Wie die, schon von mir erwähnten Botaniker.

    Wie auch immer. Es wäre eine Dummheit die Wissenschaft nicht interdisziplinär zu gestalten.

  10. #18 gedankenknick
    17. Mai 2019

    @Bettina Wurche #12
    In jener Scrubs-Folge wird die Patientin aufgrund eines trivialen Problems ambulant behandelt, als sich herausstellt, dass sie alle anderen Menschen ALLES singend und tanzend erlebt – sie lebt in einem Musical. Die Folge ist fast komplett “aus Sicht” der Patientin gedreht (abweichend zu “normalen” Folgen, die meist die Sicht EINES der verschiedenen Hauptdarsteller zeigen), es stellt sich heraus, dass sie einen Hirntumor hat, der dann operativ entfernt wird. Es endet damit, dass die geheilt erwacht, aber von der Eintönigkeit und Freudlosigkeit der “normalen Welt” irgendwie enttäuscht ist.

    Ich fand die Serie immer großartig. Sie stellt auf eine meist “nur” ironische Weise den Gesundheitssystemalltag ähnlich bloß wie “House of Gods” es sarkastisch macht. Naja, mit dem Stationsarzt “Dr. Percival Ulysses “Perry” Cox” ist genug Sarkasmus dabei. 😉 Auch nach Jahren immer noch sehenswert.