Atlantic walrus herd (Odobenus rosmarus rosmarus), mother and cub, on ice flow in Foxe Basin (Nunavut, Canada) (Wikipedia: Ansgar Walk)

Eine Expedition der russischen Nordmeerflotte und der russischen Geographischen Gesellschaft sind bei der Landung auf Cape Heller (Franz-Josef-Land) von einem Walross angegriffen worden. Die wütende Robbe hat das Boot versenkt!
Nach Pressemeldungen der Geographischen Gesellschaft, der russischen Marine und des Barents Observer sind alle Menschen gut an Land gekommen, die schnelle und umsichtige Aktion der Marine-Seeleute haben eine Katastrophe verhindert: “Walruses attacked the participating boat,” the research group explained. “The boat sank, but the tragedy was avoided thanks to the clear actions of the squad leader. All the landing participants safely reached the shore.”
In diesem Fall war nicht das angreifende Walroß die größte Gefahr, sondern der eisige artische Ozean – ein ins Polarmeer gefallener Mensch ist schon nach wenigen Minuten unterkühlt.
Eine ebenfalls anwesende militärische Drone hat den Angriff photographisch dokumentiert, die Bilder sind leider nicht zugänglich. Ob die Drone ebenfalls zur Beunruhigung der großen Robbe beigetragen hat, lässt sich nicht sagen.

Wie groß das Beiboot war und wie viele Menschen darin saßen, wird ebenfalls an keiner Stelle erwähnt.
Fest steht, dass das Walross eine der größten und schwersten Robbenarten ist – Weibchen werden bis zu drei Meter groß und zwischen 600 und 800 Kilogramm, Männchen sind noch größer. Die charakteristischen Hauer der arktischen Robben sind gefährliche Waffen und stecken in einem sehr stabilen Schädel. Walrosse jagen übrigens andere Robben und sind keinesfalls immer so friedlich wie Antje aus Hagenbeck (die sich auf das Mundharmonika-Spielen beschränkte).
Die russische Marine ist nicht zum ersten Mal den großen arktischen Robben ins Gehege gekommen, vor einigen Jahren hatte es sich ein Walroß auf einem U-Boot bequem gemacht.

Kommentare (2)

  1. #1 RPGNo1
    27. September 2019

    Die Nachricht hatte ich auch schon gelesen.

    Ich bewundere die ruhige abgeklärte Reaktion der Expeditionsteilnehmer nach dem Vorfall, der weitaus schlimmere Konsequenzen hätte haben können.

    Die Forscher verbuchen den Unfall als Erfahrung. “Gerade erst haben wir über die Gefahren geschrieben, die den Expeditionsteilnehmern bevorstehen: Stürme, niedrige Temperaturen, wilde Tiere”, teilte die RGO mit. […] Den Vorfall mit der Walross-Kuh bezeichnet die RGO als “weiteren Beweis dafür, dass niemand Menschen in der Arktis erwartet.”

    https://www.stern.de/panorama/walross-versenkt-russisches-marineboot-im-nordpolarmeer-8922458.html

    Man stelle sich vor, ein mit Touristen besetztes Beiboot eines Kreuzfahrtschiffes wäre bei einer Besichtigung angegriffen und versenkt worden. Die Schlagzeilen und Reaktionen wären wohl ganz andere geworden.

    • #2 Bettina Wurche
      27. September 2019

      @RPGNo1: Ich finde die PMs sehr angenehm unaufgeregt. Und, ja, in der Arktis muss man mit so etwas rechnen. Genauso wie mit auftauchenden Eisbären. Und man muss darauf gefasst sein, dass die Tiere furchtlos sind und nicht abhauen, weil sie Menschen nicht gewöhnt sind. Ein erschrockenes Tier läuft/schwimmt weg – nur wenn die Fluchtdistanz unterschritten wird, wird es sich wehren. Genau das ist hier passiert. Bei Müttern mit Nachwuchs ist immer höchste Alarmstufe angesagt