Wozu das alles?

 09.05.2013, 15:45

So viele Skeptiker in einem Saal! In Köln hat heute die 22. GWUP-Konferenz begonnen – traditionsgemäß mit einem Publikumstag. Im Gegensatz zum Rest der Konferenz ist dieser erste Halbtag nicht unbedingt für Leute da, die sich schon länger mit Skeptizismus und Wissenschaft beschäftigen, sondern für alle, die mal sehen wollen, was diese Skeptiker eigentlich so tun.

Einige bekannte Namen findet man auf dem Programm für den Publikumstag: Die Hoaxillas erzählen über moderne Legenden, Sebastian Bartoschek fragt sich, ob es spukt, und Mark Benecke hält mit Bernd Harder eine Mystery-Lehrstunde.

So ein Publikumstag ist natürlich eine tolle Sache, um Leute anzusprechen, die sich irgendwann mal auch intensiver mit Skeptizismus beschäftigen wollen und vielleicht sogar neue GWUP-Mitglieder werden. Doch eines ist klar: Wer hier im Saal sitzt, ist allerhöchstwahrscheinlich weder UFO-Verschwörungstheoretiker noch Quantenheiler oder Wünschelrutengeher. Wir werden hier also vermutlich niemanden bekehren.

Man könnte also fragen: Wozu das alles? Warum, ihr Skeptiker, kommt ihr aus allen Teilen des deutschen Sprachraums in Köln zusammen um euch dann gegenseitig Überzeugungen zu erzählen, die ihr ohnehin schon alle teilt? Teilt doch lieber in der Fußgängerzone Flugblätter aus!

Nun, Soziologen könnten darüber wohl mehr erzählen als ich, doch eines ist klar: Jede Community braucht Austausch – und Skeptiker vielleicht ganz besonders. Einige Formen des Aberglaubens sind heute absolut mehrheitsfähig, oft findet man sich als Skeptiker daher in der Situation, interessierten Nicht-Skeptikern bei einer Party erklären zu müssen, dass Globuli nichts mit Kräuterheilkunde zu tun haben, dass es keine wissenschaftlichen Hinweise auf Unterschiede zwischen Vollmondholz und Neumondholz gibt, dass an Chemtrail-Verschwörungstheorien mit Sicherheit nichts dran ist.

Man befindet sich also als Skeptiker oft in einer Außenseitersituation – und das ist auch wichtig, denn genau darum geht es uns: Wir wollen unsere Ideen und die Ergebnisse unserer Untersuchungen und Überlegungen anderen Leuten zur Verfügung stellen. Aber wenn man gewohnt ist, dagegenzureden – gerade dann braucht man ab und zu auch Bestätigung. Und genau dazu sind solche Skeptiker-Treffen da. Ohne sie wäre eine Skeptiker-Community einfach nicht denkbar – auch wenn wir in diesen Tagen hier in Köln ziemlich sicher keine Hardcore-Esos bekehren werden.

09.05.2013, 16:00

Ein heißer Favorit auf das Zitat der Woche:
“Skeptiker sind die Müllmänner der Wissenschaft – wir kramen dort herum, wo andere die Nase rümpfen.”
Rouven Schäfer
(wie ich eben erfahre: Ausspruch mitgeprägt von Martin Mahner)

 

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Kommentare (7)

  1. #1 BreitSide
    Mai 9, 2013

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  6. #6 Holger
    September 26, 2013

    Also die Gwuppies mal wieder. Müllmänner paßt schon. Und Quantenheilung ist Blödsinn? Sehe ich anders. Ich benutze Lichtquanten, um Entzündungen zu behandeln.

    Dazu die GWUP: “Hohoho.” Und: “Hihihi.” Und “Hahaha.”

    Aber Infrarotstrahler aus dem Baumarkt kennt keiner. Dabei gibt es einen solchen Quantenstrahlensender schon für 19,95 Euronen. Heißt nur anders. Aber wie?

    Grüße, Holger

  7. #7 Mahendra
    WiEMTIKBVY
    Juli 19, 2014

    “Da stellt sich dann schon die Frage, warum diese mtdoheen eine so starke Anhe4ngerschaft haben”Ich denke das he4ngt zum grodfen Teil damit zusammen dadf alles was das Label “natfcrlich” etc. hat irgendwie “gut” sein muss. Das ist wie eine Religion. Ich glaube dahinter steckt auch eine allgemeine Wissenschaftsphobie gepaart mit handfesten wirtschaftlichen Interessen der Paramediziner (die ihren Mangel an medizinischem Wissen mit alternativen Beschwf6rungsformeln kompensieren)