Bei den aktuellen Nachrichten juckt es mir (genauso wie vielen anderen) ziemlich in den Fingern, etwas Sinnvolles zu tun und irgendwie zu helfen. Für die meisten wirklich wichtigen Dinge habe ich allerdings keine Zeit oder kein Geld, wobei “nicht haben” in dem Kontext heißt, dass ich meine Zeit (und mein Geld) lieber (egoistisch) in die eigene Ausbildung und Freizeit stecke. Trotzdem gibt es Situationen, in denen komische Nerd-Fähigkeiten und Hobbies auch mal für was Vernünftiges eingesetzt werden können.

Eines meiner Hobbies ist es, frei zugängliche W-LAN Netze mit kostenlosem Internet für alle aufzubauen. Das ganze nennt sich Freifunk und mittlerweile gibt es eigentlich in jeder größeren Stadt eine Szene, die sich damit beschäftigt.

Statt jetzt Kneipenviertel oder Studentenwohnheime zu vernetzen, kann man das ganze natürlich auch mit Flüchtlingsheimen machen und den Leuten, die dort untergekommen sind, eine einfache Möglichkeit zur Kommunikation zu geben, bei der niemand darauf angewiesen ist, von der Telekom eine Leitung gelegt zu bekommen oder das ganze Geld in SIM-Karten zu investieren.

Um ein Flüchtlingsheim zu vernetzen, braucht es eigentlich nur zwei-drei normale Router, die mit der entsprechenden Firmware geflasht werden und eine Verbindung, zu einem existierenden Freifunk-Netz. Letztere kann auch über das Internet erfolgen, falls kein existierendes Netz in der Nähe ist. Diesen Internetzugang muss dann meistens ein (besser mehrere) Anwohner teilen, denn evtl. vorhandene Internetzugänge in den Flüchtlingsheimen selber gehören meist zur städtischen Infrastruktur und haben ggf. Auflagen. Eine W-LAN Strecke zwischen nettem Anwohner und Flüchtlingsheim kann bei freier Sichtlinie und einfachen Richtantennen mehrere Kilometer betragen.

Falls ihr also in der Nähe eines Flüchtlingheims wohnt, dieses noch offline ist und ihr euer Internet teilen würdet… folgt den Links auf dieser Seite. Einen Router mit neuer Firmware zu bespielen, traue ich jedem SB-Leser zu und wenn doch noch Fragen bestehen, gibt es in der Freifunk Community in eurer Nähe sicher Ansprechpartner, die weiter helfen können. Falls es per Ferndiagnose möglich ist, könnt ihr eure Probleme auch gerne unten in die Kommentare schreiben.

PS: Sachspenden sind nur bedingt sinnvoll, außer wenn ihr noch einen leistungfähigen Server für den CCC-Cöln übrig hättet 😉

PPS: Einen Heise-Artikel mit einem guten Beispiel aus Hamburg gibt es hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Freies-WLAN-Freifunker-stellen-Internet-fuer-Fluechtlinge-bereit-2780265.html

Kommentare (6)

  1. #1 rolak
    20. August 2015

    So einfach kann die an sich schon gute Idee des FreiFunk nochmals aufgewertet werden, schöner Appell… Immerhin gehören Kommunikation und Information zu den zu gewährenden Menschenrechten.
    adPPS: aktuell gut 1100 Kommentare – und was für grottige darunter^^ Und falls die üblichen Knetbirnen auch hier im thread die dort aufgespießten Vorurteile dumpf nachplappern: realty-check.

    einen leistungfähigen Server

    Rechts habe ich keinen gefunden, doch gleich wird auch noch die linke Hosentasche inspiziert… Da der aktuelle Hauptcompi schon beim Kauf vor 3 Jahren ein günstiges Altmodell war und hier die Rechner rumnudeln bis sie abwinken, fällt die hiesige ÜbrigHardware komplett unter des c⁴ Veto “Also bitte nicht versuchen den 17. defekten Amiga 500 oder 386sx bei uns abzuladen.”

  2. #2 rolak
    20. August 2015

    ich kaufe ein ‘i’!

  3. #3 Tobias Cronert
    21. August 2015

    witersuchen, weitersuchen *g*

    Die Kommentare sind schon recht heftig, aber ich freue mich schon sehr auf den NSA Kerl, der die ganzen Syrischen Internetseiten, die aus einem anonymisierten CCC Netze besucht werden, registrieren muss. 😉

  4. #4 rolak
    22. August 2015

    weitersuchen

    Soeben wurde aus einer verschwiegenen Ecke des Vorgängers vom aktuellen Rechner ein altes tiff ausgegraben. Auf jenem Rechner fand ca 2003-4 der Übergang Win98-WinXP statt. Soviel zur RechnerWechselHäufigkeit…

  5. #5 Tobias Cronert
    24. August 2015

    Hehey, Windows…. Jahrestag oder so?

    Auf jeden Fall nur lustig, wenn man nicht mit feiern muss. *g*

  6. #6 rolak
    24. August 2015

    Jahrestag oder so?

    Nee, fiel mir einfach nur auf – und mittlerweile habe ich die Nase voll. Das nächste ArbeitsplatzOS wird ein Unix. Planungen laufen schon, doch nicht alles Vielgenutzte ist einfach portabel…