Eine der häufigsten Fragen, die man mir so stellt ist, wie man einfach mal zu Hause eine evtl. Strahlenbelastung messen kann. Dabei stellen sich die meisten Fragenden dies immer sehr kompliziert vor, was es aber eigentlich nur ist, wenn man wirklich hohe Ansprüche hat. Ich sage ja hier meistens, dass Radioaktivität im Gegensatz zu chemischer (oder biologischer) Kontamination sehr “dankbar” ist, weil man sie einfach und sehr präzise messen kann, doch gerade diese Präzision ist es, die dann für Missverständnisse sorgt. In Köln konnten wir z.B. ein einzelnes C14 Isotop im Volumen des Kölner Doms nachweisen (hier mittels Massenspektroskopie) und das geht theoretisch und praktisch sogar noch genauer. Aber für eine Heimanwendung ist das natürlich total übertrieben. Denn wenn ich so präszise messe, dann messe ich immer irgendwas. Also zumindest immer die natürliche Hintergrundstrahlung.

Nicht nur Bananen sind radioaktiv, sondern im Allgemeinen alles, was aus lebendem Gewebe und/oder Mineralien besteht und diese natürliche Radioaktivität misst man eben auch mit einem Strahlungsmesser von Conrad oder einem anderen Elektronikverkäufer für 200€. Der große Trick bei der Heimgebrauch Anwendung von Strahlungsmessern ist also nicht etwas zu messen, sondern den Wert, den man abgelesen hat, vernünftig zu interpretieren.

SmartGeigerProOhne jetzt viel über allgemeine Anwendungen zu verlieren möchte ich einfach über das Beispiel eines sehr simplen Strahlungsmessers sprechen. Der Smart Geiger Pro SGP-001 ist ein Halbleiterdetektor, der als daumengroßes Bauteil in den Klinkenstecker (Kopfhörerstecker) eines Smartphones gesteckt und dann mit der entsprecheden App ausgelesen wird. Wenn nun ionisierende Strahlung, wie z.B. ein Gamma-Quant auf einen der Halbleiterchips trifft, dann erzeugt sie dort eine Ladung und ein Signal, was die Software registriert. Die Software wiederum ist geeicht und kann dann die Signale in eine Dosis in µSv/h umrechnen.

Die Software ist kinderleicht zu bedienen und sehr simpel gehalten. Allerdings kann man nur zwischen einer Messung von 3 bzw. 5 Minuten Länge und einer ausführlichen von 10 Minuten wählen. Dazu legt man das Smartphone (oder eben Tablet) fest hin und startet mit einem Knopfdruck die Messung, die dann nach der entsprechenden Messzeit ein Ergebnis in Counts (also detektierte Ereignisse), CPM (Counts per Minute) und µSv/h rausgibt.

Anstatt den DGeiger Pro Versuchetektor jetzt großartig mit geeichten Quellen zu kalibrieren habe ich ihn einfach im Bereich von wenig und viel Gamma-Strahlung unterschiedlicher Energien mit anderen Detektoren verglichen (Röntgen habe ich nicht ausprobiert). Diese beiden anderen waren ein professionelles Dosimeter (Zählrohr) und ein GMC-300E den es z.B. für 110€ im Handel gibt und über den ich auch noch mal einen eigenen Bericht schreiben werde. Sowohl im Bereich hoher, als auch bei niedriger Strahlung hat sich der Smart Geiger Pro eigentlich ganz gut geschlagen und seine Ergebnisse liegen maximal 50% von dem professionellen Equipment entfernt. 50% Abweichung wäre für viele Anwendungen im Strahlenschutzbereich natürlich viel zu viel, aber für eine günstige Heimanwendung halte ich das für vertretbar. Das liegt natürlich daran, dass es sich beim Smart Geiger Pro “nur” um einen Halbleiterdetektor handelt, dessen Nachweiswarscheinlichkeit weit hinter einem Zählrohr zurück liegt und im Allgemeinen (laut Herstellerangaben) “nur” 10 Sensoren verbaut sind. Hier sieht man recht gut im Vergleich mit dem GMC-300E, dass der Smart Geiger Pro mit 15 CPM auf 1,33 µSv/h kommt, während der GMC-300E mit 213 CPM nur 1,07 µSv/h errechnet. Einen Fehler können wir guten Gewissens mit +-Wurzel(COUNTS) ansetzen, was uns beim Smart Geiger Pro auf beeindruckende 40% bringt, während der GMC-300E unter 10% liegt. Ein solcher Fehler schlägt natürlich vor allem bei kurzen Messungen und wenig Ereignissen zu Buche, wird aber bei dem Smart Geiger zumindest teilweise dadurch kompensiert, dass man eben nur “längere” Messzeiten zu Verfügung hat.

Zur Auswertung stellt das (kostenlose) Programm des Smart Geigers Pro nur das Speichern der drei Messwerte (COUNTS, CPM und Dosis) mit Datum und Messdauer zur Verfügung. Von dem ganzen kann man Screenshots speichern und wie üblich über Netzwerke teilen. Dabei ist die Software sehr simpel was mich beim ersten Ausprobieren sehr enttäuscht hat. Da hätte man mit geringstem Aufwand Smart Geiger Historywesentlich mehr machen können und mehr als ein Kollege, der mir beim Ausprobieren über die Schulter geguckt hat, meinte lapidar “komm, lass uns doch mal schnell was vernünftiges programmieren”. Doch wenn ich mir die Kombination mit der Hardware noch mal mit etwas Abstand angucke muss ich eingestehen, dass die Einfachheit durchaus berechtigt ist, denn zu mehr ist die Hardware nicht fähig und eine Realtime Ausgabe (in irgendeiner Weise) würde sich auf zu wenig Ereignisse stützen um irgendeine Aussagekraft zu haben. Etwas nervig finde ich die komige, blinkende, Drehspulinstrument nachahmende Animation, die mein Bruder im Alter von 12 hätte besser programmieren können… aber was solls. Für mich ist diese App auch offensichtlich nicht geschrieben worden.

Die Werbung mit “Defend my family with a portable radiation detector” ist reißerisch und einfach nur dämlich. Aber wenn ich schon nicht jede Bild Zeitung verbrenne, die mir in einem Zeitungskiosk unter die Finger kommt, dann kann ich das wohl auch ertragen.

Als Fazit kann ich nun eine bedingte Empfehlung aussprechen. Der Smart Geiger Pro ist etwas für Leute, die ein einfaches System haben wollen, wo sie einfach nur auf den Knopf drücken und ein Ergebnis herauskommt und das gleichzeitig wenig kostet. Mit 60€ ist es nicht wirklich billig, aber doch noch wesentlich verträglicher, als die >200€ Geräte, die es sonst so gibt. Ich werde aber auf jeden Fall noch einen Artikel schreiben, wie man messen sollte und was man überhaupt alles messen kann. Die meiste Radioaktivität in Nahrung (und ähnlichem) wird mit dem Smart Geiger Pro (und vergleichbaren Anwendungen) nicht messbar sein.

Für Leute, die gerne etwas basteln, sich auch mal in eine Messmethode einlesen und kompliziertere Software installieren würde ich den Smart Geiger Pro allerdings nicht empfehlen. Da ist die Frustration einfach zu groß und für das doppelte Geld gibt es auch schon den oben erwähnten GMC-300E, der wesentlich mehr Fähigkeiten bereithält.


 

Alle meine Artikel zu Detektoren gibt er hier.

Zu einem Beispiel, wo die Presse den SPG eingesetzt hat um Radiaktivität bei Ergas nachzuweisen und sich mit der entsprechenden Lobby anzulegen geht es hier.

Kommentare (49)

  1. #1 Tobias Cronert
    21. April 2016

  2. […] Tobias hat sein Versprechen gehalten und einen Strahlungsmesser fürs Handy getestet. Das Ergebnis: Er misst, und für den geringen Preis nicht mal so schlecht. Wer mehr Daten will, sollte aber ein hochwertigeres Gerät kaufen. […]

  3. #3 PeterF
    30. April 2016

    Das war hilfreich, danke! Für mich ist das beschriebene Gerät nicht brauchbar.

    Ich suche Geräte für Demo-Zwecke, die u.a. auch einen akustischen Knacks abgeben können. Eine stille Mittelung über mehrere Minuten ist weniger eingänglich

    Jetzt bin ich auf den Test der GMC-* Geräte gespannt. Hoffentlich gefolgt von einem Test der Geräte, die auch alpha und beta messen können?

  4. #4 Tobias Cronert
    9. Mai 2016

    der GMC kann knacken und auch Beta-Strahlung messen. Genauere Beschreibung kommt…. bald *g*

    Alpha ist immer so ein Ding, selbst im Professionellen Bereich. Mir fallen aber auch nur wenige Situationen ein, wo man es brauchen würde, solange man kein russischer Ex-Spion ist.

  5. #5 Peter Kraft
    Titz
    30. Mai 2016

    Einen Nachteil hat der Smart Geiger (aus eigener Anschauung): er ist so klein, dass er leicht verlorengeht oder sich an einer Stelle versteckt, wo man ihn nicht wiederfindet. Meiner ist z.B. im Arbeitszimmer verschwunden. Von daher würde ich auf ein größeres Gerät ausweichen. Empfehlen könnte ich hier ein koreanisches Gerät in Zigarettenschachtelgröße: den Q-Safe QSF104: CsI(Tl) Scintillator + Photodiode (Energiebereich: 50 keV ~ 6 MeV). Den verlegt man wenigstens nicht so schnell

  6. […] gibt einen umfnagreichen Testbericht zu diesem Strahlungsmesser hier. … „Als Fazit kann ich nun eine bedingte Empfehlung aussprechen. Der Smart Geiger Pro […]

  7. […] gibt einen umfnagreichen Testbericht zu diesem Strahlungsmesser hier. … „Als Fazit kann ich nun eine bedingte Empfehlung aussprechen. Der Smart Geiger Pro […]

  8. […] dass es sich bei dem verwendeten Gerät um den Smart Geiger Pro handelt. Laut einer ausführlichen Kritik bei Science Blogs/Nucular ist dieses Gerät nicht ansatzweise vergleichbar mit professionellen Geräten. Es ist nicht in der […]

  9. #9 digital-paradies
    Berlin
    11. Oktober 2016

    Das finde ich als Unterbewertet, weil im Labor gemessene Fehler liegt beim <15%
    und das Gerät Beweist eine höhere Nachweiswahrscheinlichkeit in Messbereich: 0,05 ~ 200 µSv/h mit Linearität: 98% an 30-70 µSv/h.
    Calibration certificate von Korea Laboratory Accreditation Scheme (KOLAS) ist vorhanden.
    Mögliche weise habe Sie bei Ihren Tests die Empfehlungen des Herstellers nicht ausreichend gefolgt. Wir haben auch sehr Positives Feedback erhalten von Ingenieuren und Professoren
    die das Gerät getestet haben.
    Das Gerät mit 10 eingebauten Halbleitersensoren ist sehr empfindlich. Und reagiert auf Stöße am Gerät oder Sensor.
    Um die Messgenauigkeit zu gewährleisten empfiehlt der Hersteller:
    Vermeiden Stöße am Gerät oder Sensor.
    Deaktivieren während der Messung WLAN und das GSM-Modul. Eingehende Anrufe können die Messergebnisse beeinflussen.
    MfG
    digital-paradies

  10. #10 Robert
    11. Oktober 2016

    Hallo,
    mich interessiert, wie der Halbleitersensor funktioniert.
    Und kann man die einzeln kaufen?

  11. #11 digital-paradies
    Berlin
    11. Oktober 2016

    Der Halbleiterdetektor besteht aus einer in Sperrrichtung geschalteten Halbleiter-Diode.
    Da die Diode in Sperrrichtung geschaltet ist, existiert eine sehr breite ladungsträgerarme Zone (Sperrschicht), so dass kein Strom fließen kann. Fällt nun radioaktive Strahlung in diesen Bereich ein, so werden durch die damit verbundene Energieübertragung Elektronen aus ihren festen Bindungen herausgelöst. Diese Elektronen werden vom Pluspol angezogen und “abgesaugt”. Zur Herstellung des ursprünglichen Zustands werden vom Minuspol gleichzeitig Elektronen durch den Widerstand in die Sperrschicht der Diode hineingedrückt, wo sie in die frei gewordenen Löcher fallen; die ladungsträgerarme Zone ist wiederhergestellt. Der kurzzeitig durch den Widerstand fließende Strom erzeugt am Widerstand einen Spannungsimpuls, dessen Maximum proportional zur Anzahl der herausgelösten Elektronen und damit zur Energie des einfallenden Teilchens ist.
    Die Wirkungsweise eines Halbleiterdetektors ähnelt also der einer gasgefüllten Ionisationskammer (siehe Geiger-Müller-Zählrohr). Weil die Teilchendichte in Halbleitern größer ist als in Gasen, verlieren auch einfallende Teilchen höherer Energie meist ihre gesamte Energie in der Sperrschicht. Der Halbleiterdetektor eignet sich also nicht nur zur Impuls- und damit Teilchenzählung, sondern besonders zur Energiebestimmung. Er besitzt eine sehr hohe Energieauflösung von weniger als 1%, da zum Herauslösen eines Elektrons wenig Energie benötigt wird und so pro einfallendes Teilchen sehr viele freie Elektronen entstehen, die alle zum Spannungsimpuls beitragen.

  12. #12 Tobias Cronert
    11. Oktober 2016

    @Robert: Ein Halbleitersensor benutzt eine spezielle Konfiguraton (Dotierung und geometrischer Aufbau) so dass eine Zone entsteht, die ein elektrisches Signal erzeugt, wenn sie von ionisierender Strahlung getroffen wird. https://de.wikipedia.org/wiki/P-n-%C3%9Cbergang
    https://de.wikipedia.org/wiki/Halbleiterdetektor
    Grunsätzlich kann amn die auch einzelne kaufen bzw. selber zusammenbasteln, aber einen Link habe ich jetzt gerade nicht parat.

    @digital-paradies: Wie ich schon in meiner Mail gschrieben hatte:

    Sehr geehrter Herr XXX,

    vielen Dank für Ihre Nachfragen zu meinen Bewertungen. Sie haben ein nettes Produkt zu dem ich gerne meine Kaufempfehlung gegeben habe.

    Meine Aussage bzgl. der Nachweiswahrscheinlichkeit bezieht sich auf die Relation zu einem Zählrohr. Diese ist bei einem Halbleiterdetektor (fast) immer geringer, als bei einem Zählrohr, was vor allem mit der Größe (und der Zählmethode) zu tun hat. Diesen Sachverhalt habe ich z.B. durch den Vergleich zwischen dem SPG-001 und dem GMC-300E verdeutlicht, wo die Zählrate des GMC-300E um eine Größenordnung über der des SPG-001 liegt. Dieser Unterschied in der Zählrate würde bei normalverteilten Ereignissen den berechneten Fehler ergeben.

    Ihre Laborergebnisse (aus dem Anhang Ihrer Mail) wurden mit einer Cs137 Quelle gemessen, welche über diskrete, klar definierte Gamma-Energien verfügt. Eine solche Kalibrierung ist für Laborbedingungen zwar ausreichend (solange keine hohen (wissenschaftlichen) Ansprüche gestellt werden) aber auf solche Art erhaltene Fehler oder Nachweiswahrscheinlichkeiten von Dosen (was etwas anderes ist, als Nachweiswahrscheinlichkeiten von WW) können nur bedingt mit Situationen verglichen werden in denen es sich um stark inhomogene Gamma- und Neutronenfelder handelt (wie im Fall meines Tests). Mein Test ist reproduzierbar und genügt ausreichenden Kriterien, weshalb ich keinen Grund sehe ihn zu ändern.

    Sie haben ein wirklich schmuckes Produkt, welches ich gerne einer bestimmten Klientel zum Kauf empfehle. Wenn Sie Hilfe bei der Produktbeschreibung zur Vermarktung in Deutschland oder dem fachlichen Kontakt mit Ihrem Zulieferer gebrauchen können stehe ich Ihnen (in gewissem Rahmen) zur Verfügung und begrüße es sehr, dass Sie ein kostengünstiges Messgerät für ionisierende Strahlung in Deutschland vertreiben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Tobias Cronert

    Nach Möglichkeit werde ich zu diesem Sachverhalt mal einen Nachfolgeartikel schreiben, weil dieser Sachverhalt auch wieder ein gutes Paradebeipiel für die Wirkungsweise von Detektoren ist und davon viel für den Allgemeinfall abgeleitet werden kann.

  13. #13 Robert
    12. Oktober 2016

    digital-paradies, Tobias Cronert,

    man kann also theoretisch jeden Transistor verwenden.
    Ich dachte, er müsste speziell dotiert sein für die Neutronenstrahlung.
    Wenn man den Transistor genau am Arbeitspunkt betreibt, kann man ja auch das Wärmerauschen bei hoher Verstärkung hören. Ich war mal Elektronik Freak und habe auch eigene Schaltungen entworfen)

  14. #14 Tobias Cronert
    12. Oktober 2016

    Theoretisch kann man jeden Transistior nehmen um ionisierende Strahlung zu messen, aber die Kunst ist dann aben die Strahlung, die man messen will gegenüber den anderen Effekten (wie z.B. thermischem Rauschen) zu unterscheiden. Das macht man, mit Diskriminierungen am besten über die Impulshöhen der ausgelösten Signale. Am effektivsten ist ein kleiner Energiebereich von Gamms, auf den man sich fokussiert, aber dadurch schränkt man dann natürlich die Effektivität des Detektors ein.

    Neutronenstrahlung kann man mit Halbleiterdetektoren nur sehr schwer messen, da sie eine geringe Nachweiswahrscheinlichkeit haben und in den anderen Signalen (z.B. durch Gammas) untergehen. Normalerweise spielt man bei Neutronen über Bande und absorbiert sie in einem Material, in dem sie diskrete Gammas auslösen und dann detektiert man die Gammas.

  15. #15 Robert
    12. Oktober 2016

    Tobias,
    Neutronenstrahlung lässt sich gut mit Wasser abschirmen.
    Jetzt mal schnell ein Gedankenexperiment. Wenn ich also einen Transistor mit Wasser bei gleicher Temperatur! abschirme, müsste , wenn Neutronenstrahlung vorhanden ist, die Zählrate abnehmen.

  16. #16 Tobias Cronert
    12. Oktober 2016

    Nein, im Gegenteil. Die Zählrate müsste zunehmen.

    Ohne Moderator (z.B. Wasser) würden die Neutronen hauptsächlich ohne WW durch den Detektor durchgehen und nur wenige Signale produzieren. Mit dem Moderator werden mehr Neutronen heruntermoderiert und im Moderator absorbiert. Dadurch entstehen Gammas, die dann im Detektor nachgewiesen werden -> ergo Zählrate geht hoch.

  17. #17 Robert
    12. Oktober 2016

    Tobias Cronert,
    Logisch, wie in einem Kernreaktor.
    Da erwacht meine Phantasie.
    1. Das Wärmerauschen als Musik aufnehmen
    2. Mit einem Audioprogramm und Rauschfilter das Rauschen verringern.
    3. Den Versuch mit Neutronenstrahlung wiederholen.
    Dann müsste man die Neutronen bzw. Gammastrahlung hören.
    Ich bin leider zu alt für solche Versuche und habe auch das Equipment nicht mehr. Juckt es Sie da nicht in den Fingern?

    • #18 Peter Kraft
      Titz
      12. Oktober 2016

      Apropos Neutronenstrahlung: wo hernehmen und nicht stehlen? Ich habe zwar einen militärischen Strahlendetektor für Gamma & Neutros, aber … wie schon gesagt. Rein theoretisch kann man Neutronenstrahlung ja generieren mit einem Alphastrahler (z.B. Pechblende) und Beryllium. Hat das mal jemand probiert? Und wie hoch ist der Output bzw. von was ist er abhängig?
      Gruß
      Peter

  18. #19 PeterF
    12. Oktober 2016

    Ich sag ja immer, ich bin bloß Physiker geworden, weil ich mir die teuren Geräte, die ich zum Spielen brauche, privat einfach nicht leisten kann.

    Scheint auch für andere zu gelten 😉

  19. #20 Robert
    12. Oktober 2016

    Peter F,
    Ja so ist es . Zum Spielen….
    Der Spieltrieb ist eine Voraussetzung für Versuche, wenn sie auch Spaß machen sollen. Und solange etwas Spaß macht und Befriedigung erzeugt ist es keine Arbeit.
    Und wenn man dann noch aus Geldmangel zu anderen Lösungen kommt, ist es noch besser.

  20. #21 Robert
    12. Oktober 2016

    Peter Kraft,
    in England und Irland werden noch Rauchmelder für 5€ verkauft, die nach dem Ionisationsprinzip arbeiten. Sie enthalten ein kleines Stück, z.B. Americum 241, oder ein anderes schweres Isotop. Da hätten Sie schon mal Ihren Alphastrahler. Woher Sie das Beryllium bekommen, weiß ich leider nicht.

    • #22 Anonymous
      12. Oktober 2016

      Ich habe einige Rauchmelder bereits auseinandergenommen, daran wird es nicht scheitern. Beryllium bekommt man über Ebay. Aber reicht es aus, diese Substanzen jetzt einfach zusammen zu “schmeißen” oder ist da eine besondere Geometrie vonnöten?

  21. #23 Robert
    12. Oktober 2016

    Anonymous,
    praktische Erfahrungen habe ich keine. Sorry.

  22. #24 Tobias Cronert
    12. Oktober 2016

    Mein Spieltrieb ist auch die entscheidende Motivation hinter so ziemlich allem, was ich hier mache. Das hat den großen Vor-/als auch Nachteil das mir das extrem Spaß macht.

    Americum, Be müsste eingentlich nur “in die Nähe” gebracht werden, wobei die in prof. Quellen wohl tatsächlich homogen vermischt werden um eine berechenbare Größe zu erhalten.
    Das Vorhandensein von Testquellen ist auch bei und nicht trivial, denn leider wachsen die Neutronenquellen nicht auf Bäumen. Beim Testen bite immer im hinterkopf behalten, dass die produzierten Neutronen schnell sind und besser detektiert werden könen, nachdem sie heruntermoderiert worden sind. Im Zweifelsfall einfach mal eine Flasche Wasser als Reflektor benutzen.

  23. #25 Michael B.
    18. Oktober 2016

    So einen Halbleiterdetektor kann man auch selbst bauen. Wurde vor einigen Jahren in der Elektor vorgestellt.
    Auf der Seite von B. Kainka gibt es dazu eine Anleitung:
    http://www.elektronik-labor.de/Projekte/Gamma3.html

    Auf der Übersichtsseite sind noch ein paar andere interessante Projekte und Weiterentwicklungen zum nachbauen:
    http://www.elektronik-labor.de/Projekte/Projekte.html#gamma

  24. #26 UMa
    24. November 2016

    @Tobias:

    Diese beiden anderen waren ein professionelles Dosimeter (Zählrohr) und ein GMC-300E den es z.B. für 110€ im Handel gibt und über den ich auch noch mal einen eigenen Bericht schreiben werde.

    Mich würde der Testbericht über den GMC-300E interessieren. Ist der noch geplant?

    • #27 Tobias Cronert
      24. November 2016

      Ja, der ist auf jeden Fall noch geplant und ich habe auch schon die entsprechenden Tests gemacht. Aber ich habe leider noch 1001 Artikel, die ich schreiben will, aber nur gefühlte 10 Minuten Zeit *g*

  25. #28 PeterF
    25. November 2016

    Den GMC-300E habe ich dieser Tage von Amazon für 95€ (15€ Rabatt) gekauft. Und heute um 12:25h gibt es den GMC-320 Plus im Blitzangebot (125€ minus Rabatt).

    Mein Gerät klickert mit ca 15…25cpm (angegeben als ca 0.1…0.2µSv/h) vor sich hin.

    Meine Bemühungen, dem Gerät eine höhere Rate durch Vorlage von Betonsteinen oder Bananen zu entlocken, funktionierten nicht. Auch über ein paar Minute keine Erhöhung sichtbar. Ist das wirklich nicht zu erwarten?

    Ich hatte (vor vielen Jahren) meine Gamma Detektoren mit Betonbrocken kalibriert (gute K Linie, 1.4MeV, wenn ich mich recht erinnere). Wo kann ich denn eine Quelle herbekommen, die mit diesem Geigerzähler ein wenig mehr Counts liefert?

    Mein Gerät stelle ich gerne zum Testen zur Verfügung (und erhalte es kalibriert zurück 😉 )

  26. #29 Tobias Cronert
    25. November 2016

    Also an Bananen wirst du nicht messen können, weil die erhöhte Dosis fürs Essen errechnet wurde und nicht fürs “neben den Detektor legen.”

    Meinen GMC habe ich mit einer alten Radonuhr ganz ordentlich (http://scienceblogs.de/nucular/wp-admin/upload.php?item=686) und mit einem Stück Uranglas von ebay leicht (aber messbar) kitzeln können. Alles, was man bei ebay als “Prüfstrahler” bekommt sollte es eigentlich tun.

    Beton sollte je nach Zusammensetzung auch schon was anzeigen können, aber da kann man halt auch einfach “Pech” und Beton ohne nennenswerte Aktivität vorliegen haben.

    Ggf. macht es Sinn die andere Richtung auszuprobieren und den Detektor mal mit Blei (oder in Ermangelung dessen dickere Mengen Eisen(Stahl) abzuschirmen um zu gucken, ob der Untergrund reduziert wird.

    Generell würde ich aber die Sache mit dem “Prüfstrahler” empfehlen.

  27. #30 UMa
    25. November 2016

    @PeterF: Du könntest einen Kaliumhaltigen Dünger versuchen.

  28. #31 Peter Kraft
    Titz
    25. November 2016

    Noch besser ist es gleich mit Kaliumcarbonat / Pottasche E501, gibts in der Kilodose billig auf Ebay. Es ist ein Beta-Plus-Strahler, mit dem man auch gut seinen GZ eichen kann: 1kg Pottasche = 1486 Beq vgl. http://www.chetan.homepage.t-online.de/sonstig/lebensm.htm. Zu beachten ist, dass der GZ ß-empfindlich ist. Ich habe es mal mit dem Inspector Ex und dem ADM-300 getestet (mit ca. 2 – 3 gr.): gegenüber der Hintergrundstrahlung steigt die Anzeige um mind. den dreifachen Wert (in 1cm Entfernung von der Probe)

  29. #32 PeterF
    25. November 2016

    Ich hab mir mal KCl und K2CO3 bei amazon bestellt; werde berichten, wenn ich ‘s probiert habe.

  30. #33 PeterF
    17. Dezember 2016

    Amazon hat geliefert, und mit den jeweils 500g in einer Plastiktüte habe ich ein paar Tests gemacht.
    KCl (https://www.amazon.de/gp/product/B00BK4G7DO/ref=oh_aui_detailpage_o05_s00?ie=UTF8&psc=1 ) und
    K2CO3 (https://www.amazon.de/gp/product/B00BK4CRXS/ref=oh_aui_detailpage_o05_s00?ie=UTF8&psc=1 )

    Beide Salze nach Spezifikation in Lebensmittel(!)-Qualität; KCl wie erwartet als winzige Kristalle, K2CO3 eher als winzige Kügelchen; die Amazon Bilder geben ungefähr den richtigen Eindruck wider.

    K sollte 40K zu ca. 0.01% enthalten. 40K zerfällt mit Halbwertszeit von ca >1 Mrd Jahren zu ca. 90% als Betastrahler (Beta bis 1.33MeV) und zu ca. 10% per Electron-Capture mit Gamma (1.46MeV) Emission.

    Welches Salz hat die höhere Aktivität? Nach Masse hat KCl 52% K im Molekül und eine Dichte von 2.0g/cm³, K2CO3 57% und eine Dichte von 2.4g/cm³. Allerdings kenne ich weder die Schüttdichte noch die Absorptionseffekte durch C und O bzw. dem schwereren Cl. Gibt es Aussagen darüber, welches aktiver sein sollte?

    Ich habe mit KCl etwas höhere (3%) Aktivität gemessen. Allerdings hängt das von der Geometrie der Messanordnung ab, so dass eine verlässliche Aussage für mich schwierig ist; beide sind jedenfalls sehr ähnlich.

    Der „GQ GMC-300E Plus“ Geiger Zähler weist eine Kalibrierung von 155 CPM = 1 µSv/h auf. Ich nenne die Ergebnisse jetzt nur noch als CPM:

    Als Untergrundstrahlung (Lagerung auf dem Holz meines Schreibtisches, weit weg vom Salz) ca. 19 CPM (0.12µSv/h), was halbwegs zu dem offiziellen Düsseldorf Messwert von 0.091µSv/h (http://odlinfo.bfs.de/DE/aktuelles/messstelle/051110003.html ) passt.

    Bei Lagerung auf meinen Bodenfliesen gibt es etwas mehr, ca. 25 CPM.

    Liegt der Zähler auf dem Salz, weiterhin in der Plastiktüte, und etwas angehäufelt, so dass das Zählrohr auf fast zwei Seiten das Salz sieht, so steigt die Zählrate auf gerade einmal 36 CPM. Enttäuschend :-/

    Nehme ich den rückseitigen Deckel des Gerätes ab, kommt endlich ein wenig Leben rein: die Rate steigt auf 150 CPM!

    Lege ich jetzt eine Glasplatte (1.7mm) zwischen Salz und Zähler, fällt die Rate auf 27 CPM, etwas mehr als der 19CPM Untergrund.

    Nehme ich anstelle der Glasplatte 20 Seiten Drucker-Papier liegt die Rate bei 38 CPM.

    Meine Interpretation: Das Gerät hat an der Zählrohr-Seite (unten-hinten) eine Plastikabdeckung von ca 1mm Stärke, die etwa je 1 cm einen ca 1mm breiten Schlitz hat. Also ist etwa 90% des Zählrohres mit Plastik abgedeckt. Plastik, Glas und Papier schirmen Beta-Strahlung vollständig ab. Es kommt im wesentlichen nur Gamma-Strahlung am Zählrohr an, und die wird von Glas etwas stärker abgeschirmt als von Papier bzw. Plastik.

    Bedrohlich klingt für mich aber auch die höchste gemessene Rate nicht. Jedoch, meine Frau ist bereits bei dem Klicken der Untergrundstrahlung, das für mich eher nahezu meditativen Charakter hatte, blass geworden …

    • #34 Peter Kraft
      Titz
      17. Dezember 2016

      Hallo Namensvetter,
      spaßeshalber habe ich auch mal nachgemessen und zwar eine Kartusche mit K2CO3 (500 g) in einer Plastikflasche. Messinstrument ist ein Contamat FHT 111M mit Xenon als Zählgas, empfindlich also für Gamma und Beta. Auf meinem Tisch messe ich hintergrundtechnisch etwas zwischen 11 und 18 Impulse / Sekunde. Halte ich die Plastikkartusche jetzt direkt (ca. 0,5 Zentimenter entfernt) unten an die Messfläche zwischen 25 und 38 Impulse je Sekunde. Zu beachten ist die Geometrie der Sonde, die flächenmäßig dreimal mehr abdeckt als die Kartusche.

      Eindeutiger ist die Messung mit dem Inspector EX (empfindlich für alle drei Strahlungsarten), der als Hintergrund etwas zwischen 40 und 50 Impulsen/Minute auspuckt und die Impulse (aufgelegt auf die Kartusche) dann verfünffacht (200 -250 Imp/M)

      Gruß
      Peter

      p.s. “Plastik, Glas und Papier schirmen Beta-Strahlung vollständig ab.” Das ist so nicht völlig korrekt. Papier schirmt Betastrahlung keinesfalls ausreichend ab. Dafür ist z.B. 4mm Alublech vonnöten.

  31. #35 Tobias Cronert
    27. Dezember 2016

    Das hört sich ja nach sehr interessanten Tests an. Das Abschirmen von solch geringer Beta-Strahlung kann man meist schon durch wenig beliebieges Material (wie hier z.B. mit Plastik Glas etc.) bewerkstelligen. Aber im Allgemeinen gilt natürlich je höher die Kernladungszahl des Abschirmmaterials, desto besser.(Papier und Plasik (viel C und H) ist eher schlecht während alle Metalle recht gut funktionieren. In prof. Anlagen wird oft sogar ein Z/€ Verhältniss gebildet, welche Abschrimung am kosteneffizientesten ist. Meitens ist das einfacher Baustahl aus der Massenproduktion.

    Ansonsten sind die Messungen ja im absoluten Niedrigdosisbereich (normale Nahrungsmittel) zeigen aber mMn sehr eindrucksvoll, dass man schon mit einfachen Messmethoden leicht erhöhte (aber immer noch “natürliche’) Strahlung nachweisen kann. Ein schöner Versuch selbst für den Schulunterricht.

    Die Selbstabschirmung von Detektor und zu untersuchendem Material (also z.B. die Plastikumhausung des Gerätes) ist ein Problem, dass selbst im hoch prof. Bereich auftritt. Sehr gute Zählrohre haben tatsächlich Zählrohrwandstärken von unter 1mm (und keine weitere Umhausung) was sie zwar empfinglich gegen Beschädigungen macht, aber eine präzisere Messung erlaubt.
    Beim späteren Zurückrechnen in Dosis aber wieder vorsichtig sein, denn die CNT -> Dosis Relation ist für die Geometrie in zusammengebeutem Zustand (und wahrscheinlich für Gammas) definiert worden.und ein Umbau verfälscht natürlich das Ergebnis.

  32. #36 Daniel
    Bern
    3. März 2017

    Sehr geehrte Experten

    Es tut mir etwas leid, mich als Laie unter Ihre Fachdiskussion zu stellen und mir eine Frage zu erlauben. Trotzdem folgendes
    Nachdem ich den Bericht
    “Aufnahmen des Loches im Druckbehälter von Reaktorblock AKW Fukushima: “Unfassbarer” Anstieg der Strahlung vom 03.02.2017” gelesen habe und mir bekannt ist, dass die Mindestwerte von den Behörden angehoben wurden, zudem traf ich in Samui vor 2 Jahren einen Leiter einer zuständigen A-Behörde von Kanada welcher mir brisante Details zu Dai Ichi erzählte, insbesondere dass sich Tepco zum damaligen Zeitpunkt überhaupt nicht helfen lassen wollte und das anfängliche Kühlen mit Meerwasser, wegen der nun meterdicken Salzkruste, für uns alle die nächsten 20t Jahre von Bedeutung sein wird.
    Das ist eigentlich sekundär, ist ja weit weg und die Frau von der Tagesschau hat noch nicht erzählt dass das überhaupt wahr ist. 😉
    Ich melde mich hier mit post apokalyptischen Gedanken und frage Sie als Fachgemeinde an:
    Welchen blondinentauglichen Zähler soll ich mir kaufen der mit einfachen AAA oder AA Batterien betrieben wird, keine Auslesegeräte benötigt und Statistiken macht sondern unkompliziert ist.
    also: Zeiger oder Digital mit verschiedenen Bereichen und tac tac tac, bis blauer Bereich noch gut, ab dunkelrot in 48 Std tot.
    Ich bin Ihnen wirklich dankbar, wenn Sie die Grösse haben über mein fehlendes Fachwissen hinwegzusehen und sich doch Ihre wertvolle Zeit nehmen um mir eine kurze Antwort zu geben.
    Ich danke Ihnen überaus!
    Daniel

  33. #37 Tobias Cronert
    5. März 2017

    Hallo Daniel,

    solche Fragen sind hier nicht nur erlaubt, sondern darüber hinaus sehr erwünscht. Sowohl ScienceBlogs im Allgemeinen und mein Blog im Speziellen sind ja genau dafür da Fragen an diejenigen zu stellen, die sich täglich mit solchen Themen auseinandersetzen.

    Aber mal zu deiner Frage:
    Also der Detektor, den ich hier beschrieben habe (der SGP 001), ist so ziemlich das einfachste und “Iodiotensicherste” (hier bitte mit ganz großen Gänsefüßchen), dass es derzeit so am Markt gibt. Der erfüllt deine Kriterien allerdings in zwei Teilen nicht 1.) braucht er ein Smartphone (nicht nur Batterien) und zweitens gibt er nur durch ein kleines “ACHTUNG” Schildchen an, wenn die Strahlung seiner Meinung nach über dem normalen Niveau liegt.

    Als einfachen Detektor, der “Klick Klick” macht, kann ich den GQ GMC-320 empfehlen. Der kostet knapp über 100€ und gibt in der Digitalanzeige sowohl die Zählereignisse wieder, als auch eine Dosis (also wie gefährlich die Strahlung für den Menschen ist) und läuft mit einer apokalypsetauglichen 9V Batterie.

    Allerdings hat auch der keine “blauer Berich bis dunkelrot” Einteilung (noch gut – gleich tot). So eine Einteilung hat mWn kein Detektor, der jemals gebaut wurde, denn die Wirkungsweise von Strahlung ist zu kompliziert um sie einfach so auf einer linearen Skala wiederzugeben. Das ist in etwas so, wie mit einem Strommessgerät. Da wirst du auch niemals eines finden, auf dem drausteht: “ab hier Verbrennungen und ab hier sofortiger Tod”.

    Aber natürlich kann man sich einen handschriftlichen Zettel machen, wo draufsteht 1µSv/h ist noch OK ab 10µSv/h lieber aufpassen, ab 100µSv/h lieber wegrennen und ab 5000000µSv/h ist man nach kurzer Zeit tot. … und diesen Zettel mit einem handelsüblichen Messgerät benutzen.

    Bei weiteren Fragen, einfach schreiben.

    • #38 Daniel
      7. März 2017

      Guten Tag Tobias
      Ich danke Dir überaus für den Tipp bezüglich des einfach zu handhabenden GQ GMC-320 welchen ich umgehend bestelle. Du hast mir damit sehr geholfen suggestive Sicherheit in mein Leben zu bringen.
      Das die schleichende Verstrahlung mittels kontaminierter Dinge in unseren Leben Einzug hält ist wohl nicht mehr abzustreiten.
      Vieles ist nicht mehr so wie es mal im Lot war, was bedeutet, unser Leben bewusster und intensiver zu leben und sich Träume sowie Sehnsüchte jetzt zu erfüllen und mit Dingen aufzuhören welche für uns nicht mehr zum aushalten sind oder diese zumindest in ein akzeptierbares Mass zu bringen.

      Herzlichen Dank!
      Daniel

      Diesen Teil ist für Dich persönlich, um vielleicht auch Dir etwas aus meiner Arbeit an die Hand zu geben ohne zu veröffentlichen.
      Ich arbeite im Finanzbereich (als einfacher Mitarbeiter) und gebe Dir hiermit ungefragt ein Credo aus unserer Abteilung mit (bei uns ist der Tank vom Auto niemals weniger als halb voll und mit dem Kühlschrank / Vorräten ist es ebenso – wir wissen nicht wann das Reset kommt, es kann jetzt eben sein. Doch mit jedem Bilanztrick aus Brüssel bleiben uns die schwarzen Ränder unter den Nägeln noch etwas fern – Rettung kann die volle Digitalisierung sein weil die Geldstöme und Menschen dann lenkbarer werden.
      Das Leben ist schnell geworden, unsere Mitarbeiter wünschen sich am Freitag Abend jeweils “Alles Beste, vielleicht sehen wir uns am Montag wieder” Die Lage ist ernst, zum Glück wissen das die Menschen draußen nicht.
      Vielleicht ist es sinnvoll sich ein paar Silbermünzen zu zu legen, auf Gold bin ich skeptisch, Besitz war schon mal verboten und es gab Zeiten in welchen man in Medellin für 2 Stangen Zigaretten das Leben ließ. Schulden zu haben ist jedoch generell schlecht, die werden überleben.
      Und wenn auch diese Geschichte ein positives Ende nimmt, kommt vielleicht die Zeit der Geigerzähler – ohne Herausforderung hätte es die Menschheit nie vom Baum runter geschafft. In diesem Sinne alles Beste und vielleicht liest man wieder man von einander…

  34. #39 Peter Kraft
    Titz
    7. März 2017

    Hallo Daniel,
    die Aussage “Das die schleichende Verstrahlung mittels kontaminierter Dinge in unseren Leben Einzug hält ist wohl nicht mehr abzustreiten” möchte ich bestreiten. Phasenweise ist es durch Fukushima und Tschernobyl lokal zu einer (temporären) Erhöhung der radioaktiven Belastung gekommen, z.B. sind die Pilze und die Schweine in Teilen Bayerns immer noch so hoch kontaminiert, dass sie nicht zum Verzehr geeignet sind. Ansonsten kann man wohl die letzten Jahre über keine statistisch relevante Zunahme der Hintergrundstrahlung in Deutschland feststellen. Was Du jetzt mit “kontaminierten Dingen” meinst, erschließt sich mir nicht auf den ersten Blick. Meinst Du Lebensmittel? Oder Stahl oder Steine oder was sonst? Mit einem Billigdetektor dürftest Du hier nichts davon messen können.

    • #40 Daniel
      7. März 2017

      Guten Tag Peter
      Grundsätzlich freut es mich von einem Fachmann zu hören dass die Hintergrundstahlung nicht relevant zugenommen hat!
      Ich verfolge dies auch über https://www.naz.ch/de/aktuell/tagesmittelwerte.shtml – es gab eine Zeit da waren alle Punkt dunkelblau. – diese Zeit ist nicht so lange her – also irgendwas ist da faul im kleinen Staate.
      (Die Seite mit der Notverordnung bezüglich der Importe aus Japan ist gelöscht ich wollte Dir den Link anführen) ich habe es noch ausgedruckt.
      Ich stelle mir in meinem einfachen Geist vor dass die produzierten Güter in Japan zwangsläufig höher strahlen durch den “Zwischenfall” Japan exportiert sehr viele Güter in die Welt hinaus und so wird dies verteilt. Weiter denke ich wenn im Regal Dosenthunfische mit höherer Strahlung stehen, so nimmt das Metall des Regales diese auf, so stelle ich es mit auch vor, wenn ein Mitarbeiter von Tepco im Flugzeug sitzt und diese Person leicht verstrahlt ist, wird beim Aussteigen auch der Sitz höher strahlen.
      Das in Japan kontaminiertes Wasser ins Meer läuft und dies über die Nahrungskette in große Fische und Menschen gelangen ist doch auch so.
      Dass ich mit meinem Kästchen da nichts messen kann ist mir bewusst.
      Wenn ich Ihr Forum lese so sehen es mache Menschen so, dass der Fall eintreten könnte wo es wichtig ist von einer verstrahlten Region zu fliehen und in solchen Fällen kann ich dann keinen Zähler mehr kaufen weil “Ausverkauft” wie Handschuhe und Masken bei der Grippe.
      Du denkst vielleicht ich mache Augenwischerei – da hast Du bestimmt recht, in den Augen von euch Profis bestimmt – aber wie ich weiter oben geschrieben habe gibt mir ein solch kleines Kästchen eine Sicherheit im Leben.
      Freundliche Grüsse und einen schönen Tag! Daniel

  35. #41 Peter Kraft
    8. März 2017

    Hallo Daniel,
    wenn wir nicht irgendwelchen Verschwörungstheoretikern auf den Leim gehen wollen, können wir festhalten, dass es entsprechende Einfuhrkontrollen mit definierten Grenzwerten (über die man streiten könnte) gibt, so dass die Wahrscheinlichkeit, kontaminierte Thunfischkonserven im Supermarktregal zu finden, relativ gering ist. Von einem Vorurteil müsstest Du Dich indes befreien. Außer Neutronenstrahlen, die in der freien Wildbahn relativ selten vorfindlich sind, aktiveren weder Alpha-, noch Beta- noch Gammastrahlung andere Materialien. Simpel ausgedrückt: ich habe im Keller Pechblende etc. liegen, die in 30 cm Entfernung mit dem 30fachen der Hintergrundstrahlung emittieren. Selbst wenn in diesen 30cm Gurkengläser, Tomaten- und sonstige Konserven lagern würde, wären die nicht “verstrahlt”. Wenn Du kein Vertrauen in staatliche Stellen hast, müßtest Du so ab 1.000 € investieren, um im groben Umfang, Lebensmittelkontaminationen feststellen zu können – vom notwendigen Mess-Know-how mal ganz abgesehen. Ansonsten dominiert schnell die Paranoia.
    Gruß
    Peter

  36. #42 Tobias Cronert
    8. März 2017

    Hallo Daniel, gern geschehen und Danke für für die netten Grüße. Ich habe auch schon eine Rezension zu dem GMC halbfertig auf meiner Festplatte herumliegen, in der ich noch beschreiben werde, was mit dem Detektor möglich ist (Steine oder Fliesen kontrollieren, einen Super GAU a la Tschernobyl in der Nachbarstadt feststellen) und was nicht möglich ist (Nahrungsmittel kontrollieren), wie es Peter Kraft ja schon angedeutet hat.

    Ansonsten haben sich seit dem Anbruch des Atomzeitalters sicher mehrere Isotope in unsere (Um-)welt geschlichen, die es da vorher nicht gegeben hat … bzgl. schleichender Verstrahlung. Aber das läst sich ja glücklicherweise, wie hier schon so oft erwähnt, sehr präzise messen. Ich habe wesentlich mehr Angst vor chemischen und biologischen Schadstoffen, als vor radioaktiven … wiel man die eben nicht so genau und/oder einfach messen kann.

  37. #43 Daniel
    Bern
    8. März 2017

    Guten Abend Peter
    Ich bin sehr dankbar für Deine Ausführungen und hatte bislang das Gefühl, dass “Die da Oben” willkürlich agieren punkto Importe aus Ländern in denen es grössere Vorfälle gab. Du hast mich sehr beruhigt – das Strahlung nicht einfach übergreifen kann, habe ich in Physik nicht gespeichert. Ich fühle mich jetzt wirklich sicherer.

    @ Tobias, da freue ich mich auf den Bericht und hoffe dass ich bis dann auch etwas Praxis-Kenntnisse mit dem Gerät habe welches in in D bestellen muss.
    Geschmunzelt habe ich darüber wovon Du “Dich etwas fürchtest”. Es wäre wohl eine interessante Diskussionsrunde mit euch Wissenschaftlern “Was ist die kommende große Bedrohung für die Menschheit” Jeder von uns kennt seinem Bereich und erkennt subjektiv die Gefahren und blendet Bedrohungen in anderen Bereichen weitgehend aus.

    Ich danke euch, dass Ihr mich als Laien ernst genommen habt und mir in gehobener, kompetenter Form in meinem Sein weitergeholfen habt.

    Ich bleibe eurer Seite treu und wünsche euch und euren Lieben alles Beste
    Hochachtungsvoll
    Daniel

    • #44 Tobias Cronert
      8. März 2017

      Tja wir fürchten uns wohl alle vor dem, das wir nicht kennen. Scheint sehr menschlich zu sein. 😉

      Es freutmich sehr einen neuen Leser gewonnen zu haben… und natürlich viel Spaß mit dem Messgerät.

  38. #45 Michael
    14. September 2017

    Ich habe eine Laienfrage: könnte ich dieses Teil auch im Dauerbetrieb nutzen? Die Idee wäre es, meine Raspberry PI Wetterstation um den SGP-001 zu ergänzen und die derzeitige Radioaktivität zu erfassen.

  39. #46 Tobias Cronert
    14. September 2017

    Grundsätzlich ja. Aber da würde ich noch ein wenig mehr Geld in die Hand (120 statt 60) nehmen und den GMC benutzen http://scienceblogs.de/nucular/2017/04/04/detektoren-ix-testbericht-gmc-geiger-mueller-counter/

    Je nachdem, was du für ein Betriebssystem auf dem RasPi laufen hast musst du ja noch gucken, dass du das Gerät auslesen kannst. Beim SGP-001 müsstest du warscheinlich noch ein eigenes Programm schreiben. Ich denke nicht, dass du so einfach die existierenden Programme auf dem Pi stabil laufen lassen kannst.

    Für den GMC gibt es ein Python-Programm, das du wahrscheinlich auch auf einem abgespreckten Linux benutzen kannst. AUßerdem ist der GMC noch mal ein gutes Stück präziser.

  40. #47 Michael
    14. September 2017

    Super, vielen Dank. Genau das habe ich gesucht :)

    Nun kann ich in meinem SmartHome die Blei-Rollos automatisiert runterlassen, wenn in der Schweiz ein AKW hochgeht 😉

  41. #48 ullix
    28. September 2017

    Das Python Programm GeigerLog ist hier:
    https://sourceforge.net/projects/geigerlog/
    Das aller-einfachste Logging Programm ist
    https://sourceforge.net/projects/geigerlog/files/geigerlog_simple.py/download
    Es läuft auf Python 2 und Python 3; und mit Sicherheit auch auf dem Raspi.

  42. #49 Tobias Cronert
    28. September 2017

    Das ist natürlich Luxus. Vielen Dank für den Link und natürlich auch die Person, die sich die Arbeit gemacht hat.