Eine häufig gestellte Frage ist, warum verschiedene Strahlungsmesser (besonders im Bereich niedriger Strahlung) sehr unterschiedliche Messwerte anzeigen. Diese Frage ist natürlich dadurch motiviert, dass normale Leute Strahlung in ihrem alltäglichen Umfeld messen wollen und daher ist es entsprechend wichtig.

Rebecca: “(Mein Strahlungsmesser) zeigt mir in kurzen wie in längeren Zeiträumen sehr stark schwankende Ergebnisse. Innerhalb der Wohnung zeigt er mir Werte zwischen 0,082 und 0,3 an (Btw: Wieviel ist normal? Die ODl-Messstelle in  ca. 5 km Entfernung gibt 0,075 an).  Draußen schwanken die Werte nur zwischen 0,074 und 0,2, wobei überwiegend drinnen wie draußen ähnlich hohe Werte angezeigt werden. Ich nutze die Anzeige in Mikrosievert, da ich bei den anderen noch weniger verstehe. Die Funktion cps habe ich auch ausprobiert. Dazu eine Verständnisfrage: Sie zeigt doch die Zerfälle an. Das kann ja auch z.B. das Kalium in der Banane sein – ist daher nicht so wichtig in Bezug auf die schädliche Auswirkung auf den Körper, oder? Da siehst du, welche Probleme Unwissende wie ich mit Geigerzählern haben.”

Tobias: “Deine Antwort hat mir sehr geholfen ein paar Fragestellungen ausfindig zu machen, an die ich nicht gedacht habe. Da bin ich wohl ziemlich betriebsblind geworden. Also kurz, dein Geigerzähler scheint vernünftig zu funktionieren (soweit ich das per Ferndiagnose sagen kann). Warum er so unterschiedliche Werte anzeigt und was normal ist, muss ich mal in einem ausführlichen Artikel beschreiben, wenn ich wieder von der Dienstreise zurück bin. Kurz und knapp, solange er unter 1µSv/h anzeigt brauchst du dir akut keine Sorgen zu machen.”

—–

Nun ist es etwas später und ich möchte mir die Mühe machen, die Frage ausführlicher zu beantworten:

Grundsätzlich ist das Problem, dass die Dosis (z.B. µSv/h) keine direkte Messgröße ist, sondern nur eine Näherung, die errechnet bzw. abgeschätzt wird. Cps, also Count pro Sekunde hingegen ist eine tatsächliche Messgröße, sie misst allerdings nicht die Aktivität (also Zerfälle pro Sekunde, die von einem radioaktiven Stoff ausgehen), sondern die Zerfälle, die der Strahlungsmesser registriert. Letzteres ist eine wichtige Einschränkung, denn nicht alle ionisierende Strahlung, die auf den Detektor trifft, löst auch dort ein Zählereignis (Count) aus.

In die angezeigte Dosis (also den Wert in µSv/h) sollten eigentlich alle diese Faktoren einfließen. Sprich wie effektiv ist mein Detektor, welche Art von Strahlung trifft auf ihn auf, wie ist diese Strahlung im Raum verteilt etc. pp.. Aber da das eine ganze Menge Faktoren sind und jeder dieser einzelnen Faktoren eine gewisse Messungenauigkeit besitzt, vervielfacht sich diese Messungenauigkeit und hat umso mehr Auswirkungen, je niedriger die (aus den cps errechnete) Dosis ist. Vereinfacht kann man sagen, dass die Ungenauigkeit mit der Wurzel der Counts angegeben werden kann. Also wenn ich meine Dosis aus 100 Counts berechne ist mein Fehler +-10 Counts oder 10%. Wenn ich dagegen meine Dosis nur aus 9 Counts berechne, dann ist mein Fehler +-3 oder 33%.

Dazu kommen noch weitere Ungenauigkeiten, aber generell lässt sich sagen, dass niedrigere Dosen zu größerer Streuung neigen, als hohe und somit im “Hausgebrauch” höhere Strahlungsdosen besser gemessen werden können. Dem kann entgegengewirkt werden, indem man einfach eine längere Zeit misst (wenn der Detektor diese Option zulässt). Denn dann stützt sich das Messergebnis auf eine höhere Anzahl an Ereignissen und damit eine bessere Statistik, was die Ungenauigkeit reduziert. Falls der Strahlungsmesser diese Option nicht zulässt, kann man auch einfach die entsprechenden Messungen aufschreiben und in eine Excel Liste eintragen. Die Messergebnisse müssten dann normalverteilt sein und der Erwartungswert der Verteilung ist der gesuchte Messwert und die Halbswertsbreite sagt etwas über die Größe der zu erwartenden Messungenauigkeit aus.

Dies hat im Hausgebrauch vor allem zwei Auswirkungen. Die erste ist ganz gut, denn jegliche Strahlung, die ernsthaft schädlich sein könnte, lässt sich leicht aufspüren und entdecken. Die zweite ist leider nicht so gut, denn niedrige Dosen (wie sie ja eigentlich im Alltag vorkommen) haben eine große Ungenauigkeit, die dann wiederum die Leute, die sich damit beschäftigen an der Aussagekraft ihrer Messungen zweifeln lassen (wie in dieser Leserfrage geschehen). Um dem vorzubeugen schlage ich immer vor,  sich neben dem Strahlungsmesser auch noch einen Prüfstrahler zu besorgen. Also einen Gegenstand, von dem man definitiv weiß, dass er ionisierende Strahlung in messbarem Maße aussendet. Den kann man dann zu Hause in einem Blei oder Stahlkästchen aufbewahren und jedes Mal, wenn man irgendetwas misst, den ermittelten Wert mit dem Prüfstrahler vergleichen um die Gefahr einzuschätzen. Ich weiß, dass viele Leute sich nun denken, niemals freiwillig einen strahlenden Gegenstand in die Wohnung stellen zu wollen, aber wie hier schon oft gesagt, gibt es genug strahlende Materialien, die (wenn sie ähnlich sicher gelagert werden wie Rohrreiniger oder vergleichbare Gefahrenstoffe) ein beherrschbares Risiko darstellen.

Neben der Ungenauigkeit des Strahlungsmessers bzw. der jeweiligen Messung gibt es auch noch einen weiteren Grund, warum im niedrigen Bereich so stark unterschiedliche Werte angezeigt werden. Alles strahlt! Eine Betonwand strahlt, eine Banane strahlt und wir Menschen strahlen auch fröhlich in der Gegend herum. Allein durch das radioaktive Kalium 40, dass in unserem Körper eingebaut ist, strahlen wir Menschen mit ca. 5000 Zerfällen pro Sekunde. Von diesen 5000 werden nur die wenigsten von einem handelsüblichen Geigerzähler detektiert, aber grundsätzlich heißt das natürlich, dass ein Strahlungsmesser eine höhere Strahlung detektiert, wenn ein Mensch (oder eine Betonwand) daneben steht, während die Messung gemacht wird. Wenn du also in der Wohnung herumläufst, dann wirst du jede Menge verschiedene Messergebnisse bekommen, je nachdem, was gerade in der Nähe ist…. Und dann kommen ja noch überall diese Messungenauigkeiten von oben auf das Ergebnis drauf 😉

Auch hier kann man wieder mit Hilfe der Glockenkurve mitteln um eine aussagekräftiges Messergebnis zu bekommen. An vielen verschiedenen Orten messen und darüber mitteln. Alles unter 3mSv/Jahr / 365Tage / 24h = 0,35µSv/h als Erwartungswert ist in Deutschland normal.

Das alles ist der Nachteil meiner so oft wiederholten Weisheit “Radioaktivität lässt sich sehr präzise messen”. Wenn eben alles strahlt und man alles messen kann, dann fällt es schwer den Punkt festzulegen, an dem man sagt “ab hier gibt es eine ernsthafte Gefahr” und “hier ist noch alles normal”. Ein Kunststück, an dem nicht nur die deutsche Gesetzgebung scheitert.

Kommentare (35)

  1. #1 schlappohr
    24. November 2016

    Man sollte noch erwähnen, dass das geschilderte Problem der Messungenauigkeit keinesfalls typisch für Messungen der Radioaktivität ist, sondern immer dann auftritt, wenn man zufällig auftretende Ereignisse messen will.
    Zählt man in einer sternklaren Nacht eine Stunde lang alle Sternschnuppen und wiederholt diese Messung dann noch einmal, so gelangt man zu völlig verschiedenen Ergebnissen, die kaum einen Rückschluss auf die tatsächliche Häufigkeit zulassen. Dazu müsste man viele 1h-Intervalle messen und dann mitteln. Das gleiche gilt für Blitze bei einem Sommergewitter, platzendes Popcorn, Mikroerdbeben, Reifenpannen, Computerabstürze und herabfallende Kokusnüsse. Man muss sich klar machen, dass es um statistische Ereignisse geht, und dass man dort prinzipiell keinen Messwert auf Knopfdruck erhalten kann wie z.B. bei einer Temperaturmessung oder einem Wasserstand im Fischteich.

  2. #2 schlappohr
    24. November 2016

    Kokosnüsse. Sorry.

  3. #3 Hobbes
    24. November 2016

    Ich erkläre die Messung von zufallsereignissen immer gerne mit Fussball. Alleine schon weil es immer wieder spaß macht das Brasilienspiel zu erwähnen. Nimmt man die ersten 30 Minuten fiel im Schnitt alle 6 Minuten ein Tor. Danach alle 20 Minuten eines. Wer nur den Anfang gesehen hat wusste das etwas nicht normal ist, wer nur die zweite Halbzeit schaut dem wäre es ohne die vorrigen Werte nicht aufgefallen und wer nur zufällig mal 5 Minuten rein schaut kann wenig bis garnichts über das Spiel sagen.

  4. #4 Robert
    24. November 2016

    Bei meinem Radian 104 wird eine Messgenauigkeit von nur 50 % angegeben.
    Wenn ich also eine Kartoffel messe und 0,16 Mikrosievert/h angezeigt wird, dann wären 0,24 immer noch im Rahmen der Mesungenauigkeit des Gerätes.
    Und wenn die Strahlenbelastung noch von dem Wind beeinflusst wird, dann ist es ganz natürlich, dass man Ergebnisse von 0,16 – 0,24 bekommt. Man gewöhnt sich an diese großen Differenzen.

  5. #5 Alex
    25. November 2016

    Hallo zusammen,

    welches günstige Gerät könnten Ihr da empfehlen ?

    Gab es schon Situationen wo das Gerät euch bei einer Entscheidung/Kauf/Sitzgelegenheit etc. geholfen hat ?

  6. #6 Peter
    25. November 2016

    Macht es wirklich Sinn sich so niedrigen Dosierungen zu beschäftigen die sich praktisch im Hintergrundrauschen befinden?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Dosierung für Lebewesen schädlich sein kann, dafür hat die Evolution schon gesorgt.

    Also was soll das ganze? Damit macht man den meisten Menschen nur Angst, ohne dass es eine konkrete Gefahr gibt.

  7. #7 Robert aus Wien
    25. November 2016

    Kriegt man einen Prüfstrahler wirklich so einfach als Normalsterblicher im Handel?
    Ich hab mal gegoogelt, aber nicht wirklich viel gefunden. Allerdings zumindest diesen Artikel hier, wo jemand beschreibt, wie man sich einen solchen selber bastelt: http://www.chetan.homepage.t-online.de/sonstig/KCL_PR1.HTM
    Ich als Laie kann aber natürlich nicht beurteilen, wie brauchbar das ist.
    (Das erinnert mich übrigens an einen Artikel im österreichischen Standard, den ich mal vor geraumer Zeit gelesen habe. Da wurde im Kärnten ein Kästchen mit irgendwelchen Drähten gefunden, die anscheinend teilweise radioaktiv waren. Ein Poster im Forum hat gemutmaßt, daß es möglicherweise Schweißelektroden aus Wolfram waren.)

  8. #8 Robert
    25. November 2016

    Robert aus Wien,
    rad. Gestein , dessen Strahlung unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes liegt unterliegt nicht der Strahlenschutzverordnung. D.h. du brauchst keine besonderen Auflagen zu beachten. Für Dich persönlich natürlich schon. Versuche es mal bei einem Lieferanten für Schulbedarf.

    Peter,
    ….was soll das Ganze?
    Die meisten Menschen vertrauen dem Staat und seinen Kontrollen. Das ist absolut o.k.
    Ich habe mir ein Stahlenschutzgerät aus Neugier gekauft. Ein russisches, damals für 80 DM. Das funktioniert heute noch.
    Was die Gefahr von niedrig dosierter Strahlung anbelangt, gibt es keine eindeutige Meinung bei den Fachleuten.
    Alex,
    Wenn du das Radian 104 irgendwo findest, kaufe es. Meines ist jetzt 25 Jahre alt und funktioniert . Es ist ein Szintillationsmessgerät mit digitaler Anzeige. Es misst Beta und Gammastrahlung.

  9. #9 Tobias Cronert
    25. November 2016

    @Alex: Ich habe mir mal vorgenommen hier mehrere handsübliche Geräte zu beschreibeunf und zu vergleichen. Leider habe ich bsilang erst ein einziges auf der Liste. Zu wenig Zeit, zu viel zu tun. … kommt bald http://scienceblogs.de/nucular/2016/04/21/detektoren-iii-strahlungsmesser-fuer-den-hausgebrauch-testbericht-smart-geiger-pro-sgp-001/

  10. #10 Tobias Cronert
    25. November 2016

    Also einen richtigen geeichten Prüfstrahler wird man nicht so einfach bekommen, weil er eben absichtlich (deutlich) über der Freigrenze mit einer klar definierten Aktivität eingerichtet wird.

    Aber ein Menge Dinge, die man über Ebay kaufen kann von Natursteinen über glasierte Fliesen, Uranglas, Radiumuhren bis hin zu Glühstrümpfen haben eine messbar erhöhte Aktivität ohne dabei so klar definiert zu sein, wie ein “echter” Prüfstrahler. Für den Hausgebrauch benötigt man aber ja nur etwas, dass den Unterschied, zwischen “da ist etwas” und “hier ist nur Untergrund” verdeutlich um zu demonstrieren, das der Detektor funktioniert.

    Niedrig dosierte Strahlung ist ein Problem und vor allem bei niedrigen Dosen ist es extrem unklar, ob man die Schäden einfach so extrapolieren kann. Bei einem meiner früheren Artikel (http://scienceblogs.de/nucular/2016/01/15/lefloid-und-radioaktivitaet-akw-mitarbeiter-kriegen-mehr-krebs/) hart sich da mal eine recht informative Diskussion zu entwickelt, die ich empfehlen kann, falls sich jemand näher für das Thema interessiert.

    Ein großer Teil aller Leserfragen drehen sich aber gerade um den Bereich niedriger Dosen und “alltäglicher” Strahlung und da ist nichts entmutigender, als zu sagen: “Da kann man keine genaue Aussage treffen und es ist alles harmlos.” Das hilft nicht mit den Ängsten umzugehen, die beim Thema ionisierender Strahlung entstehen.

  11. #11 Robert
    25. November 2016

    Cronert,
    ……niedrige Dosen und Grenzwerte.
    In der Strahlenschutzverordnung steht, die jährliche Strahlenbelastung zusätzlich zur natürlichen Belastung solle 1 mS/a nicht übersteigen. bzw. 0,11 MikroS/h.
    An meinem Wohnort z.B. beträgt die stündliche Belastung etwa 0,16 MikroS/h.
    Wenn man beide Werte addiert erhält man 0,27 MikroS/h.
    Wenn ich also Lebensmittel messe und sie übersteigen 0,30 MikroS/h, dann werfe ich sie auf den Kompost.
    Mein Gerät habe ich so programmiert, dass es bei 0,40 Mikrosievert / Stunde Alarm auslöst. Diesen Fall hatte ich noch nie. also Entwarnung.
    Allerdings hat einmal Liebstöckel in meinem garten 0,31 MikroS/h gehabt, den habe ich weggeworfen. So einfach handhabe ich das.
    Anmerkung: Für Einsätze der Feuerwehr in Österreich gilt eine Grenze von 1,7 Mikrosievert/h als erlaubt.
    Also etwa der 15 fache Wert zusätzlich zur natürlichen Strahlenbelastung.

  12. #12 Anonymous
    25. November 2016

    Für Umgebungsstrahlung (und Sachen, die man so ins Haus bringt (Steine, Fliesen etc) ist das eine gute Anwendung und mMn sollte alle, die zu sowas Lust haben, sich gerne einen solchen Habitus zulegen.

    ABER gerade bei Nahrungsmitteln funktioniert die Dosisbestimmung ja noch mal wesentlich anders. Das kann dafür wirklich nur eine erste Näherung “für den Hausgebrauch” sein, bei dem es nicht wehtut, wenn man mal etwas Gemüse wegwerfen muss. Wobei ich hier dann die Mülltonne statt dem Kompost empfehlen würde.

  13. #13 tomtoo
    25. November 2016

    Das ist spannend.
    Sievert sind doch nur ein extrem grobes Schätzeisen oder ?
    Ist doch ein riesen Unterschied ob ich die Banane esse oder ob ich sie nicht esse oder ?

  14. #14 Robert
    25. November 2016

    tomtoo,
    es ist ein riesen Unterschied, ob man z.b. die Raumluft in einem Keller misst, weil das radioaktive Radon nicht mit dem Körper chemisch reagiert. Du atmest es einfach wieder aus.
    anders ist es bei Lebensmittel. Wenn du radioaktives Calcium oder cäsium aufnimmst, dann lagert es dein Organismus in den Knochen ein. Und da du deine Knochen ein Leben lang hast, strahlen die rad. Nuklide ein Leben lang. Deswegen ist auch die kleinste Dosis gefährlich, weil ja durch die ständige Nahrungsaufnahme auch die radioaktiven Nuklide sich anreichern.
    Also bin ich konsequent. Übertreiben würde ich nicht. Ich messe nur 1x im Jahr.

  15. #15 Tobias Cronert
    25. November 2016

    @tomtoo: Jup, wir haben hier jede Menge Zufallsfaktoren und Vereinfachungen/Abschätzungen. Die biologische Wirksamkeit ermittelt dann eine Dosis mithilfe der Verweildauer im Körper und diese hängt erst mal tatsächlich von dem entsprechenden Isotop ab (z.B. Tritium ist schnell wieder raus und Radium bleibt für immer und addiert sich auf, wie Robert schon sagte) und würde in der Realität ja auch noch mal von Stoffwechsel des Individuums etc. abhängen.

    Aber im Allgemeinen ist es schon ein großer Unterschied, ob man wie eine Kreuzung zwischen KingKong und Smaug auf einen Berg Bananen schläft oder sie tatsächlich isst. Letzteres ist wesentlich schlimmer. Das Kalium40 aus den Bananen ist im Mittel auch rel schnell aus dem menschl. Körper raus, bzw. wird nur zu einem bestimmten Grad überhaupt angereichert.

  16. #16 tomtoo
    25. November 2016

    @Tobias
    Du ich bin echt niemand der bei “Radioaktivität ” Angst bekommt und aus Panik über eine befahrene Autobahn rennt 😉
    Aber Sievert als Messwert ist schon spannend. Also wenn du mal Lust und Zeit hast, ein Leser ist dir gewiss.

  17. #17 Peter Kraft
    Titz
    26. November 2016

    Also zum Radian 104 ist mir aufgefallen: entgegen der Darstellung von Robert ist es kein Szintillationsmessgerät, sondern ein klassischer Geigerzähler. Ich hatte selbst einen und war – in der Relation zum Preis – damit auch recht zufrieden. Einer der preisgünstigsten Szintillationszähler ist der QSF104: kleiner als eine Zigarettenschachtel begleitet er mich fast überall hin (meistens ist er im Auto). Er detektiert Gammastrahlen und ist recht empfindlich und schnell: In der Wohnung misst er 0.13µS bei 300 CPM. Kaufen kann man ihn für 340 $ da: https://www.amazon.com/Q-Safe-Radiation-detector-Scintillation-Dosimeter/dp/B01KUQZZUS

  18. #18 Lercherl
    26. November 2016

    @Robert

    es ist ein riesen Unterschied, ob man z.b. die Raumluft in einem Keller misst, weil das radioaktive Radon nicht mit dem Körper chemisch reagiert

    Radon in geschlossenen Räumen ist eine der Hauptursachen für Gesundheitsschäden durch natürliche Radioaktivität und die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs nach Rauchen. Das meiste Radon wird zwar wieder ausgeatmet, aber ein kleiner Teil zerfällt im Körper zu 218Po, das seinerseits über eine Kette von α- und β-Zerfällen letztendlich zum stabilen 206Pb zerfällt. Vor allem die hochenergetischen α-Teilchen schädigen die Zellen.

    https://www.cancer.gov/about-cancer/causes-prevention/risk/substances/radon/radon-fact-sheet

  19. #19 Peter Kraft
    Titz
    26. November 2016

    “Raumluft in einem Keller messen” – eine sportliche Herausforderung, mind. für Amateure. Mit einem normalen Geigerzähler kann man das vergessen. Es braucht dafür kalibrierte Ionisationskammern (oder Passivdosimeter zum Einschicken an ein spez. Labor). Evtl. geht es auch mit so was: http://www.ebay.com/itm/FTLab-Radon-Eye-Smart-Radon-Detector-Radon-Gas-Tester-radon-monitor-free-APP-/232136328650?hash=item360c6745ca:g:vH0AAOSwsTxXkIzJ
    Ersatzweise und als Privatmann eher zu machen ist die entstehenden Radionuklide mit einer Philion-Platte zu sammeln und zu “messen”. (vgl. Radioaktivität und Strahlenmessung S. 56f). Man kann damit wenigstens herausbekommen, ob man Handlungsbedarf hat oder nicht.

  20. #20 Robert
    26. November 2016

    Lercherl,
    dass Radon so gefährlich ist, wusste ich nicht, tausend Dank für diesen Hinweis.
    Wir haben im Keller immer Durchzug, nicht wegen dem Radon, sondern wegen der Feuchtigkeit.

    Bei uns entstand ein neuer Stadtteil auf einem Felsen oberhalb der City. Da wurden teure Eigentumswohnungen für Reiche gebaut.
    Vor kurzem erschien ein Artikel in der Zeitung, dass man in diesen Gebäuden erhöhte Werte von Radon gemessen hätte.
    Da ist man dann wieder froh, nicht zu den Reichen zu gehören.

  21. #21 Peter Kraft
    26. November 2016

    Noch eine Ergänzung zu meinem Post #19:
    Um einen Trend bzw. einen möglichen Handlungsbedarf zu erkennen, kann man auch den Hausstaub am Filter / Motorfilter etc. (bei uns ein Kärcher mit Papierfilter) auf erhöhte Werte überprüfen. Man “misst” allerdings kein Radon, sondern dessen Verfallsprodukte. Erster Versuch mit dem Inspector Exp zeigen kaum erhöhte Werte (max. 0,08 µS mehr) gegenüber der gemessenen Hintergrundstrahlung. Auch der kurze Versuch mit einem Alphazählrohr (m. ADM-300) brachte kaum mehr CPM zum Vorschein.

  22. #22 Karl-Heinz
    26. November 2016

    @Peter Kraft

    Mit einem normalen Geigerzähler kann man das vergess.

    Wie wahr.
    Es ist recht schwierig, einzelne Radonatome in einem Luftvolumen zu erfassen.
    Wie lange hast du mit dem normalen Geigerzähler gemessen? Fünf Minuten oder eine Stunde oder noch länger?

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Radonmessung

  23. #23 Peter Kraft
    26. November 2016

    Hallo Karl-Heinz,
    ich war faul und habe nur ein paar Minuten gemessen. Da ich im Keller einige (wenige) Kilo radiokativer Mieralien “gebunkert” habe (teilweise unter Blei), hat es mich kursorisch mal interessiert, ob ich größeren Handlungsbedarf habe. Wenn ich mal mehr Zeit habe, werde ich eine längere Messung mit dem Alpha-Zählrohr durchführen

    • #24 Karl-Heinz
      26. November 2016

      @Peter Kraft

      Danke für die Info.
      Du bist sicher ein Mineraliensammler.

      Soweit ich gelesen habe sind die Messzeiten um die Strahlenbelastung von Radon zu bestimmen sehr lang und im Bereich von Tagen, Monate wenn nicht sogar ein Jahr.

  24. #25 Peter Kraft
    26. November 2016

    Bitte kein Missverständnis. Um Radon zu messen, kann man Passivdosimeter nutzen und hier durchaus auch mal über drei Monate. Die Dosimeter müssen eingeschickt und ausgewertet werden (Kosten 10 – 30 € / Dosimeter). Der Staub enthält angelagerte Zerfallsprodukte z.B. Polonium-Isotope, die man mit einem Alpha-Zählrohr “messen” kann. Man kann auch Radon direkt messen, wobei man dann eine Pumpe und eine Ionisationskammer verwendet; andere Verfahren gibts natürlich auch noch

    • #26 Karl-Heinz
      26. November 2016

      @Peter Kraft

      Na dann gib mal einen Zeitraum für das schnellste Verfahren für die Radonmessung an.
      Voraussetzungen:
      1) Messung muss halbwegs genau sein
      2) Messung oder Gerät muss für Otto Normalbürger leistbar sein.

    • #27 Karl-Heinz
      26. November 2016

      @Peter Kraft

      Ich kann mich auch irren.
      Ich meinte eigentlich nur, das man die Radon nicht in fünf Minuten messen kann.

      Ein Messgerät, welches speziell von Baubiologen gerne verwendet wird, ist der Radondosimeter. Radonmessung in der Innenraumluft erfolgen durch alphaspektroskopischen Nachweis von Radon und Radon-Folgeprodukten Po-212 bis Po-218 im Bereich 4500 bis 9500 keV.

      Entwickelt wurde das Gerät für Arbeitsplatzmessungen und für die Personenüberwachung. Die Fehlertolereranz liegt unter 20% bei 20 Bq/m3. Die Auswertung der Messdaten erfolgt über PC und eine mitgelieferte IR-Schnittstelle (Seriell). Die Mindestmessdauer sollte drei bis vier Tage betragen.

  25. #28 Peter Kraft
    26. November 2016

    So aus der Ferne diagnostiziert scheint mir der FTTLab Radon Eye Smart Radon Detector mit Ionisationskammer (für 250 $) auch recht geeignet. Messzeit: 1 – 2 Tage:

    http://www.ebay.com/itm/FTLab-Radon-Eye-Smart-Radon-Detector-Radon-Gas-Tester-radon-monitor-free-APP-/232136328650?hash=item360c6745ca:g:vH0AAOSwsTxXkIzJ

    • #29 Karl-Heinz
      27. November 2016

      @Peter Kraft

      Wegen der Aussage, dass die Radonmessung sehr lange dauert,
      da rudere ich teilweise zurück.
      Man muss auch das Messverfahren berücksichtigen.
      Habe gesehen, dass das Gerät welches du vorschlägst, in regelmäßigen Abständen Zerfälle in einem Zylinder von 0,2 Liter misst.

      Annahme Radonbelastung sei 100Bq/m^3 dann folgt 0,02 Zerfälle pro Sekunde oder 72 Zerfälle pro Stunde im Zylinder.

      Würde ich dagegen ein GAMMA-SCOUT Geigerzähler verwenden, der auch Alpha-strahlung messen kann und die Messung so vornehmen, dass ich das Strahlenmessgerät in die Luft halte und erwarte damit Radon zu messen, so werde ich kläglich scheitern.

      Der Grund liegt darin, dass der GAMMA-SCOUT über ein Sichtfenster des Endfensterzählroh von 0,63 cm^2 misst. Nehmen wir wieder eine Radonbelastung von 100Bq/m^3 an. Das heißt, wir erwarten 100 Zerfälle in einem Kubikmeter Raumluft. Wie groß ist aber die Wahrscheinlichkeit, dass das Sichtfenster vom Zerfall getroffen wird. Hab’s versucht auszurechnen, bin aber kläglich gescheitert. Aber auf jedenfalls ist der Trefferanzahl sehr klein.

      Kann der Gamma-Scout Radon messen?
      Zumindest kann man mit dem Gamma-Scout radioaktiven Hausstaub / Radon-Nachweis nachweisen.

  26. #30 Karl-Heinz
    27. November 2016

    Das hatte ich noch vergessen zu sagen.
    Wenn man die Zerfallsprodukte von Radon misst, immer sofort nach dem Saugen messen, da die Zerfallsprodukte ein kurze Halbwertszeit haben.

  27. #31 Karl-Heinz
    27. November 2016

    Ich finde diesen Artikel auch sehr interessant.

    Man misst bei diesem Versuch keine Strahlung, obwohl das Zeug strahlt.
    In diesem Beitrag sieht man, wie wichtig Hintergrundwissen ist.

    http://m.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/EU-beruft-sich-auf-nuklearen-Notstand/Das-traurige-daran-Der-private-Geigerzaehler-nuetzt-fast-gar-nichts/posting-1506873/show/

  28. #32 Peter Kraft
    27. November 2016

    Na ja, der Faden ist recht witzig … aber die Eingangserwartungen waren auch recht hoch. Grundsätzlich betrachtet ist die Analyse kontaminierter Lebensmittel ohne professionelles Equipement (im fünf- bis sechsstelligen Bereich) recht schwierig – die Interpretation der Messergebnisse noch schwieriger (Art der Messung, Geometrie der Sonden, Abstand, Art der Strahlung, Art der Messgeräte, Probenaufbereitung). Was also nutzen Gamma Scout & Co.? Man kann mit ihnen die Ortsdosisleistung bestimmen, in Tschernobyl auf Erkundung gehen, radioaktive Mineralien grob detektieren, die Strahlung von Paranüssen grob überprüfen solche Sachen halt, evtl. bekommt man auch früher mit als andere, sollte ein Kernreaktor zum Gau mutieren.

  29. #33 Tobias Cronert
    28. November 2016

    Da hat sich ja eine sehr interessanter Austausch entwickelt, während ich am Wochenende auf Europas größtem historischen Tanzball gewesen bin (#derTanzball).

    Peter Kraft hat es mit dem letzten Post #32 noch einmal gut zusammen gefasst. Mit den “handelsüblichen” Strahlungsmessern von Ebay im 100-200€ Bereich kann man zuverlässig eine Ortsdosis bestimmen und kontrollieren, ob es eine Kontamination durch künstlich angereichertes Material und/oder Mineralien gegeben hat.

    Für alles weitere muss man wirklich tiefer in die Materie einsteigen und sich wirklich hobbymäßig (oder professionell) damit beschäftigen.

    Artikel zu Nahrungmittel und Radon messen stehen auf jeden Fall noch sehr weit oben auf meiner Liste… aber Zeit und so.

  30. #34 Peter Kraft
    28. November 2016

    Hier ist mal eine schöne Seite mit kostenlosen Downloads zum Thema:

    http://docplayer.org/5465329-Messung-radioaktiver-strahlung.html

  31. #35 Jan Bertzik
    Deutschland
    30. Januar 2017

    Hallo Zusammen,
    grundsätzlich kann man sagen, dass die Strahlenbelastung in Deutschland die Grenzwerte nicht überschreitet. In diesem geringen Messbereich können die erfassten Ergebnisse schon etwas schwanken.
    Dennoch sollte man die Radioaktivität und die damit verbundenen Risiken nicht außer Acht lassen. Aus diesem Grund habe ich mir vor Kurzem einen Geigerzähler bestellt und nutze ihn regelmäßig in den verschiedensten Situationen.

    Wer ebenfalls darüber nachdenkt, ein Strahlenmessgerät anzuschaffen, findet auf
    http://geigerzaehler-test.com/ möglicherweise das richtige Produkt und darüber hinaus auch interessante Informationen zu der ganzen Thematik.
    Man sollte allerdings schon >100€ anlegen, um ein vernünftiges Messinstrument zu erhalten. Das Gefühl von Sicherheit ist es mir aber definitiv wert.
    Ich hoffe, damit konnte ich helfen!:) LG