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Freie Radikale können in einer Zelle zu Krebs und allerhand anderen ungewollten Nachteilen führen und sind ein essentieller Teil der Zellbiologie, der mitunter auch für den Alterungsprozess verantwortlich ist. Daher wollen viele Forscher und Hobbyexperimentatoren diese Schnittstelle nutzen um durch Einfluss auf die freien Radikale in einer Zelle deren makroskopisches Verhalten zu verändern. Dabei ist es in erster Näherung egal, ob die freien Radikale durch ionisierende Strahlung oder “normale” Umweltfaktoren, wie Nahrung, Gefahrenstoffe, Umweltgifte, Stress, etc. pp. entstanden sind.

Weil das erstmal logisch und plausibel klingt, gibt es im Internet viele Menschen, die Antioxidantien, wie Vitamin C Tabletten, Salami und diverse Nahrungsergänzungmitte, als Medikament gegen Strahlung oder zumindest Hilfmittel bei der Abschwächung der negativen Effekte von selbiger anpreisen. Selbst Dozenten in meinem Strahlenschutzkurs waren der (professionell fundierten) Meinung Vitamin C Tabletten zu nehmen, da diese keinen negativen und vielleicht eben einen positiven Effekt hätten.

Da möchte ich erst mal zur Vorsicht raten, denn es gibt auch Studien(1)  , die genau den gegenteiligen Effekt beobachtet haben (also dass Antioxidantien im Blut den oxidativen Stress in der Zelle erhöhen) bzw. man nicht den einfach Schluss ziehen kann “Ich esse Antioxidantien und dadurch verringern sich die ROS in meinen Zellen”. Ich persönlich gebe dabei immer den Tip mit der mediteranen Ernährung: Die ist höchstwahrscheinlich gesund und selbst falls dem doch nicht so ist, dann wäre es auch nicht so schlimm, wie 3g Vitamin C pro Tag per Pille 😉

Derzeit gibt es viel Forschungs auf dem Gebiet des Zellstresses aus den verschiedensten Gründen und reglmäßig schaffen es Meldungen, wie das “Super-Protein” SSB1 in die Nachrichten. Daher ruhig mal noch ein paar Jahre abwarten und Tomaten, Mozarella und Oliven essen 😉

PS: Während der Strahlentherapie natürlich nicht noch extra Antioxidantien nehmen. Das behindert den berechneten Effekt der Strahlentherapie (vorallem der mit Photonen, weniger der mit Protonen, Neutronen oder anderen Teilchen). Einfach ein paar Tage nach der Bestrahlung warten.

PPS: Das ganze gilt in leicht abgeänderter Form auch für ketogene Ernährung, aber dazu wirds noch nen eigenen Artikel geben

 

Alle “Kurz notiert:” Artikel gibt es hier.

 

(1) https://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/205797

Kommentare (8)

  1. #2 Madouc
    15. Juni 2018

    Ich kann essen was ich will, mein Alterungsprozess hört nicht auf .

  2. #3 Tobias Cronert
    15. Juni 2018

    Wie wärs mit dem “Stahlenmedikament”, Diindolytmethane (DIM) … zumindest bei Mäusen scheint es zu funktionieren 😉
    http://scienceblogs.de/nucular/2017/05/31/echtes-medikament-gegen-strahlung-am-beispiel-diindolylmethane-dim/

  3. #4 roel
    15. Juni 2018

    @Tobias Cronert Das wird hier langsam zu einer meiner Lieblingsserien.

    “Daher ruhig mal noch ein paar Jahre abwarten und Tomaten, Mozarella und Oliven essen”

    Also Tomaten sind auch nicht so ohne!
    https://www.google.com/search?q=tomaten+medikamente

  4. #5 Tobias Cronert
    15. Juni 2018

    Achtung, wie ich schon in den Kommentaren zu einem anderne Beitrag geschrieben habe, werde ich mir jetzt nicht alle zwei Jahre eine neue exotische Krankheit zulegen … also nur als Klickbait.

    Wenn die Leukämie durch ist, dann gibts wieder nur langweilige Strahlungsgeschichten aus dem Reaktor *g* … und die Geschichte mit der Berufsgenossenschaft. Icha habe das Gefühl, dass die sich noch ein paar Jahre hinziehen wird 😉

  5. #6 hzekl
    16. Juni 2018

    Kurz und prägnant. Aber auch ein winziger Verschreiber:

    Hobbexperimentatoren soll wohl Hobbyexperimentatoren

    heißen.

  6. #7 Tobias Cronert
    17. Juni 2018

    merci

  7. #8 Nadine
    3. Juli 2018

    Danke für den interessanten Artikel. Auf https://www.mountnatural.de/antioxidantien findet man auch noch einige wichtige Infos. Mir war der ganze Vorgang bisher gar nicht so bewusst. Werde jetzt aber auch mehr auf meine Ernährung achten.