Der verzweifelte Versuch eine Katze mit nem Virus zu infizieren. Geteiltes Leid ... Bild: Creative Caro (https://www.patreon.com/creative_caro)

… und wieder zurück ins Krankenhaus *Mist*. Die Virenlast (EBV, CMV) ist zu hoch, als dass das Ganze noch ambulant behandelt werden könnte und ich habe heftigen Hautausschlag bekommen. Ob letzterer eine Graft vs. Host Reaktion, eine allergische Reaktion auf ein neues Antibiotikum oder eine Reaktion auf eine der Virusinfektionen ist, kann man nur schwer sagen, aber unterm Strich läuft alles erst mal wieder auf einen netten Aufenthalt auf der Isolierstation heraus. Nicht, dass ich zur Zeit isoliert werden müsste (und ich kann auch ohne Mundschutz auf dem Gang und im ganzen Krankenhaus herumspringen), aber hier ist die Überwachung einfach ein wenig enger als auf der Normalstation und darauf legen meine behandelnden Ärzte dann doch noch etwas besonderen Wert.

Ich bin ein wenig deprimiert, weil das natürlich schon ein Rückschlag ist. Um ehrlich zu sein, der erste wirklich substantielle Rückschlag seit der Transplantation… zumindest in meinen Augen. Ok, ich war nach der Transplantation schon zweimal wieder stationär im Krankenhaus, aber das war immer nur für kurze Zeit und auch immer nur zur Überwachung und nicht wirklich zu Behandlung. Ich habe jetzt wieder einen zentralen Venenkatheter, damit die hier die ganzen IV-Medikamente geschickt in mich rein bekommen. Das ist für mich immer so ein wenig der Indikator für die Schwere der Situation. Wenn man alle Medikamente noch über einen normalen peripheren Venenzugang reinbekommt, dann kann es ja nicht so schlimm sein *g*.

Trotzdem geht es mir eigentlich recht gut. Außer grippeähnlicher Abgeschlagenheit macht sich die Virusinfektion nicht bemerkbar und der Hautausschlag juckt zwar wie Sau, aber wenn man als Kind mit Neurodermitis aufgewachsen ist, dann entwickelt man schon eine gewissen Toleranz für sich abschälende Haut… also alles kein Problem. Ich versuche mich mal wieder hier an den Rechner zu setzen und etwas Konstruktives zu tun, aber die fehlerhafte Feinmotorik meiner Finger macht das mit dem Tippen auf der dummen Laptoptastatur nicht wirklich einfach und damit den ganzen Versuch des konstruktiven Arbeitens recht frustrierend. Mal gucken, was ich da so hinbekomme. Ich wollte eigentlich noch zwei Anträge bzgl. Strahlenschutz geschrieben haben (von denen ich dann hier auch noch berichten kann), aber leider zieht sich das ganze gerade unbeabsichtigt furchtbar in die Länge. Naja, vielleicht schaffe ich es ja noch ein paar Lampen im Internet zu bestellen und nach Hause schicken zu lassen. Dann habe ich heute zumindest etwas getan.

Laut Planung werde ich jetzt erst mal ein bis zwei Wochen hier verbringen und dann sehen wir weiter. Mal sehen, ob ich den nächsten Artikel dann schon wieder von zu Hause oder auch noch aus dem Krankenhaus schreiben werde… und wann die nächsten richtigen SB-Artikel mit vernünftigen physikalischen Themen kommen.

Kommentare (19)

  1. #1 Till
    14. März 2019

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du die Anfangshürden der Transplantation bald hinter Dir hast und wieder einigermassen Normalität einkehren kann. Halt die Ohren Steif.

  2. #2 Tim
    14. März 2019

    So ein Mist. Kann verstehen, dass Dich das frustriert. Bei mir war es damals übrigens ähnlich: Knapp ein Jahr nach Beginn der Chemo dachte ich, dass ich mit dem Gröbsten durch bin – und dann ging es noch mal ruckartig rapide abwärts. 3 Wochen stationärer Aufenthalt.

    Wenn ich noch einen Artikelwunsch äußern dürfte: Mich interessiert seit langem, warum man intensive Bestrahlungen überlebt, insbesondere wenn dabei auch viel gesundes Gewebe getroffen wird. Heute kriegt man den Fokus aufs Krebsgewebe vielleicht in den meisten Fällen ganz gut hin, aber noch vor 20 Jahren war das anders. Und selbst bei einer banalen Computertomographie bekommt man schnell ein Mehrfaches der normalen jährlichen Strahlendosis mit. Wie steckt der Körper sowas weg?

  3. #3 Dr. Webbaer
    14. März 2019

    Ich bin ein wenig deprimiert, weil das natürlich schon ein Rückschlag ist. Um ehrlich zu sein, der erste wirklich substantielle Rückschlag seit der Transplantation… zumindest in meinen Augen.

    Zäh bleiben, sich schonen, im Web oder sonstwie ein wenig lesen, gerne auch publizieren.
    Neurodermitis bessert sich durch das Älter-Werden, sofern Dr. W korrekt informiert ist.
    MFG
    Dr. Webbaer

  4. #4 RPGNo1
    14. März 2019

    Halt die Ohren steif, und zeig den blöden Viren was ‘ne Harke ist!

    Funfact: Der Virus auf dem Foto sieht nach einer Bakteriophage aus. So eine wurde in meinem Bioschulbuch vorgestellt.

  5. #5 Mamarok
    Ulm
    14. März 2019

    Ist natürlich erst mal blöd, aber wenigstens sind Sie in guten Händen. A propos Zentralvenenkatheter: jedes Mal, wenn mehr als 2 Medikamente gegeben werden, macht der Sinn, weil man so Reaktionen in den Armvenen vermeidet und nicht mit Riesennadeln einen Zugang legen muss am Arm. Und man hat die Arme frei 🙂
    Hat mit der Schwere der Situation erst mal nichts zu tun, weil das auch bei weit weniger “schlimmen” Sachen Sinn macht.

    Da liebe ich meinen Portacath: könnte zwar raus, ist aber wieder eine OP, und man weiss ja nie, ob man das Ding nicht nochmal braucht 🙂

  6. #6 Tobias Cronert
    14. März 2019

    Dafür, dass es mein schlimmster Rückschlag bislang ist fühle ich mich eigentlich ganz OK. Passt schon *g*

    Das Bild vom Virus ist … ich sag mal eine künstelrische Interpretation *g*, von der lieben Caro.
    Ich bin mir jetzt unschlüssig, ob sie ihre Inspiration noch aus dem Bio Unterricht hat.

    @Tim: Ist sicher auch noch mal einen gesonderten Artiekl wert, aber kurz und bündig: Ein CT verursacht nahezu keine Zellschäden, dazu ist die Dosis viel zu gering (Faktor 100-1000). … nur Krebsrisiko auf lange Zeit.
    Ansonsten überleben die meisten Zellen die Bestrahlung erstmal. Erst wenn sie sich teilen, dann kommen die Auswirkungen wirklich zum tragen. Also erstmal zeitverzögert und dann auch nicht alle auf einmal, sondern jeweils abhängig vom einzelnen Zellzyklus.

  7. #7 Karl-Heinz
    14. März 2019

    Es kann durchaus sein, dass der Hautausschlag auf ein neues Antibiotikum zurückzuführen ist. Ich kann mich dunkel erinnern, dass meine Freundin mal so ein Problem mit einem Antibiotikum hatte. Werde mal nachfragen.
    Auf auf jedenfall gute Besserung. 😉

  8. #8 tomtoo
    14. März 2019

    Hatte auch schon eine nachvollziehbare allergiereaktion auf der Haut. Pusteln und Juckreiz nach 0.5 L billigst Rotwein aus dem Tetrapack. Ich war danach rein Wissenschaftlich unterwegs, hab den Rest 2 Tage später getestet, selbe reaktion.
    28 Tage später bei einer ähnlichen Probe, keine Reaktion?! Will damit sagen: Alles nicht sooo einfach! Halt die Ohren( und anderes Steif) shyt happens!

  9. #9 RPGNo1
    14. März 2019

    @Tobias Cronert.
    Oh, muss man natürlich die Farbe Altrosa und die vielen Klimperaugen ausblenden. Dann passt es mit der Ähnlichkeit zu einer Bakteriophage. 😉

    https://de.depositphotos.com/13696096/stock-illustration-structure-of-virus-bacteriophage.html

  10. #10 Tim
    14. März 2019

    @ Tobias Cronet

    Ein CT verursacht nahezu keine Zellschäden, dazu ist die Dosis viel zu gering (Faktor 100-1000). … nur Krebsrisiko auf lange Zeit.

    Ja, eben. Wären da nicht sehr viel mehr Sekundärtumoren fällig, wenn man vom LNT-Modell ausgeht? Bin schon gespannt auf den Artikel. 🙂

  11. #11 Karl-Heinz
    14. März 2019

    @ Tobias Cronert
    So …
    Habe bei meiner Freundin nachgefragt.
    Das synthetisches Antibiotikum mit dem es Schwierigkeiten (Jucken) gegeben hat, hieß Ciprofloxacin.
    Nebenwirkungen sind unter anderem Risse der Sehnen, … usw.

  12. #12 Natalie
    14. März 2019

    Gute Besserung weiterhin!
    Liebe Grüße, Natalie

  13. #13 René
    14. März 2019

    […] das mit dem Tippen auf der dummen Laptoptastatur […]

    Pack Dir doch einfach mal ne anständige Tastatur und ne Maus in die Bag of Holding. Das erspart viel Frust mit unzureichenden Laptop-Eingabegeräten. ツ

  14. #14 Laie
    14. März 2019

    Schliesse mich den Genesungswünschen an. Wünsche Dir rasche und anhaltende Gesundung!

  15. #15 Tobias Cronert
    15. März 2019

    Na wenn ich immer meinen ganzen Hausrat mitschleppe, dann verstärkt sich noch da Gefühl für ewig hier drin bleiben zu müssen *g*

    Ansonsten Danke für die ganzen Genesungswünsche und das Nachfragen, bzgl. Antibiotikaallergieen.

    Mittlerweile scheint sich der Verdacht zu erhärten, dass es eine Graft-vs-Host Reaktion und keine Medikamentenallergie ist … aber Hautproben sind unterwegs ins Labor und bald wissen wir mehr.

  16. #16 Anonymous
    15. März 2019

    @Tobias Cronert

    Mittlerweile scheint sich der Verdacht zu erhärten, dass es eine Graft-vs-Host Reaktion […] ist

    Ist das in den Griff zu kriegen? Ev. medikamentös? Oder musst du dich auf schwerwiegendere Konsequenzen einstellen?

  17. #17 Tobias Cronert
    15. März 2019

    ALso ein bischen Graft vs Host ist bei meinem aktuellen Stand fast normal. Man muss dann nur die Immunsuppresiva anpassen, so dass sich gerade keine solche Reaktion mehr zeigt.

    Das verlangsamt halt den ganzen Prozess, was ein wenig blöd ist.

  18. #18 RPGNo1
    15. März 2019

    Gut, dann bin ich erleichtert.

  19. #19 noch'n Flo
    Schoggiland
    16. März 2019

    Auch von meiner Seite die besten Genesungswünsche. Ich schicke Dir ganz viel Kraft, diese Krise durchzustehen.