Ich bin ein Kind der 80er und als solches klingt mir immer noch der Schlachtruf der Ökos in den Ohren: “Jute statt Plastik!”

Was ist heute daraus geworden?

Leider lautet mein bitteres Fazit: Das Problem ist immer noch da. Es kratzt nur keinen mehr. Ich schätze jeder wird, wenn er darauf achtet, unzählige Beispiele für unsinnige Plastikverpackungen im lokalen Supermarkt finden.

Ab und an beschleicht mich das ungute Gefühl, dass die Weltöffentlichkeit sich wie ein unbehandeltes Kind mit ADS verhält. Da regt sich alle Welt kurz vor und während der olympischen Spiele über die chinesische Unterdrückung in Tibet auf. Aber kein Mensch redete mehr über Myanmar. Myanmar? War da was? Ach was red ich da! Bereits Tibet interessiert heute, nur ein paar Monate später, keinen mehr. Die Finanzkrise übertüncht derzeit alles.

Ähnlich sieht es bei Umweltthemen aus. Der Klimawandel ist ein ganz großes Problem. Das ist gar keine Frage. Aber es gibt daneben immer noch das Problem des immer weiter dem Kahlschlag anheim fallenden Regenwaldes, was dem Klima auch nicht wirklich zuträglich ist. Dann ist da noch unser Plastikmülls, der sich einfach weigert, sich in Wohlgefallen aufzulösen.

Es gibt regelrechte Müllinseln. Zwischen Kalifornien und Hawaii existiert der derzeit größte Müllteppich von der Größe Mitteleuropas, der „Great Pacific Garbage Patch.

Schaut Euch mal dieses Bild eines Strandes auf Hawaii an. Paradiesisch ist anders.

Kommentare (6)

  1. #1 Chris
    Oktober 24, 2008

    Och, aus diesem Teppich kann man doch einfach neues Bauland machen, siehe hier:
    http://www.scienceblogs.de/wissen-schafft-kommunikation/2007/10/insel-zum-selberbauen.php

  2. #2 Ronny
    Oktober 27, 2008

    @Ludmilla, du musst das so sehen. Gaia (Die Erde) wollte immer schon hübsches Plastik haben und hat es nicht hingebracht. Also hat es die Menschheit erschaffen um Plastik zu bekommen. Das ist der langgesuchte Sinn des Lebens !!
    //Ironiemode aus//

    Letztendlich schaden wir uns nur immer selbst. Obs um Plastikmüll, Klima, Übervölkerung, ausufernder Kapitalismus usw. geht. Eigentlich müsste Umweltschutz = Selbstschutz heißen.

    Ganz delikat finde ich es ja, wenn man jetzt zusätzliche Regenwälder abholzt um an Anbaufläche für Biotreibstoffe zu kommen. Das ist einfach nur pervers, gründet sich aber auf die Fixierung auf das ach so böse Spurengas CO2. Diese Fixierung ist mittlerweile das Übel, aber es macht sich gut in Regierungsprogrammen.
    Das wir zuviel Öl rausblasen ist unbestritten, aber diese Fixierung ist nicht gut, weil viele andere Themen (u.a. auch das Müllproblem) hinten angestellt werden.

  3. #3 Tijm
    Oktober 30, 2008

    Wäre es denn so viel besser für die Umwelt, wenn die Leute künftig Jutetaschen statt Plastiktüten ins Müll kippen würden? 🙂

  4. #4 Anhaltiner
    November 12, 2008

    Ich finde es gibt sehr viele Probleme die gelöst werden müssen. Das Problem mit dem zur Neige gehenden Erdöl und damit das Ende eines des z.Z. wichtigesten Energielieferantens hat in meinen Augen einen so großen Einfluss auf die Gesellschaft, das es die Politik zum Handeln zwingt. Da Mineralölsteuer und Ökosteuer scheinbar nicht ausreichen um erneuerbare Energien heute schon wettbewerbsfähig zu machen müssen andere Dinge herhalten um den Energiewandel heute schon einzuleiten um so etwas Vorsprung zu Peak-Oil zu haben.

  5. #5 Robert S.T.
    Juni 25, 2011

    Hmm keine Ahnung ob das hier noch jemand liest nach so langer Zeit, aber weil du in dem Artikel ein Video verlinkt hast, hier noch Anti-Plastik Hymne von Tim Minchin:

    Es gibt auch eine Musikvideoversion davon (die ich allerdings nicht so gut finde):

    Die Sache ist ihm wirklich wichtig. Die Version ist auch sehr genial:

  6. #6 roel
    März 28, 2012

    @Ludmila Ich wurde gerade auf diesen Beitrag aufmerksam als ich auf Frischer Wind einen ähnlichen las. Das hier war und ist ein sehr guter Beitrag.

    Leider liest man von Ihnen seit längerer Zeit nichts mehr. Ich hoffe es ist nicht krankheitsbedingt, wenn doch wünsche ich Ihnen gute Besserung und baldige Genesung.