Nachdem Kaguya am 10. Juni auf den Mond knallte, hier mal eine kurze Zusammenstellung an neuen Bildern und Informationen rund um dieses Ereignis. Und was zum Lachen und was zum TrĂ€umen ins Wochenende 😉

Das SMART-1 Team hat vorbereitend mal das Terrain um die Einschlagsstelle erkundet. Die sollten Erfahrung mit sowas haben, schließlich haben die ihre eigene Sonde ebenfalls auf dem Mond gecrasht.

Kaguya_impakt_groß.jpg

Bild: ( ESA/SMART-1/Space-X (Space Exploration Institute), ESA (B. Grieger and B. Foing)) SMART-1 hat im Januar 2005 diese Bilder in 1000 km aufgenommen. Gezeigt wird ein 133 km breiter Streifen der MondoberflĂ€che (60°S – 68°S). Die Einschlagsstelle ist rot eingekreist.

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Bild: (ESA/SMART-1/Space-X (Space Exploration Institute), Image mosaic: ESA (B. Grieger and B. Foing)) Die Einschlagsstelle von Kaguya noch mal im Detail. Wie man sieht, ist die Sonde am Rand eines Kraters eingeschlagen. Das Bild deckt einen 70km breiten Bereich der MondoberflÀche ab.

Hier mal eine andere Darstellung, damit man sich ungefÀhr vorstellen kann, wo Kaguya ungefÀhr eingeschlagen ist:

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Bild (Pete Lawrence, Jim Mosher): Sichtbar war das Ereignis in Asien und Australien.

Wie Michael Khan drĂŒben bei den Kosmologs erklĂ€rt, musste Kaguya irgendwo einschlagen. Der Triebstoff neigte sich dem Ende zu und die Umlaufbahn lĂ€sst sich ohne nicht ĂŒber lĂ€ngere Zeit aufrechterhalten.

Nun ist der Einschlag aber vorbei und nach diesem Bild der JAXA ist der Satellit wohl eher neben dem Krater eingeschlagen als im Rand.

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Bild (Jaxa): Die tatsÀchliche Einschlagsstelle von Kaguya.

Obwohl die Verantwortlichen sich unsicher waren, ob der Einschlag von der Erde aus ĂŒberhaupt sichtbar wĂ€re, scheinen Astronomen am Anglo-Australien Teleskop einen hellen Blitz auf dem Mond fotografiert zu haben.

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Bild ( Jeremy Bailey (UNSW) and Steve Lee (AAO)): Im zweiten Bild ist der Blitz zu sehen und im dritten und vierten ist noch ein mattes Leuchten erkennbar. Anscheinend ist da wirklich das verbliebene Treibstoffgemisch beim Einschlag verbrannt. 40 kg Hydrazin waren wohl nach an Bord. Bislang scheint es keinem Amateur-Astronomen gelungen zu sein, ebenfalls den Einschlag aufzunehmen. Immerhin stammen die Bilder oben von einem 3,9 Meter Teleskop.

KuriositĂ€t am Rande. Ein Kommentator hat mir diesen Link zu einem Artikel einer Astrologin zu dem Thema geschickt: Hat jemand die Mondgöttin um Erlaubnis gefragt? Die Autorin wird in den Kommentaren ganz schön auseinander genommen. Fast könnte sie mir leid tun 😉

Aber jetzt mal zu was ganz anderem. Wozu war das Ganze eigentlich gut?

Z.B. fĂŒr das hier:
Das hier ist eines der besten Videos, welche die JAXA, die japanische Raumfahrtagentur jemals veröffentlicht hat. Dazu hat jemand “what a wonderful world” gemischt:

Florian schrieb heute erst, dass es gar kein Zentrum des Universums gibt. Dennoch hÀngen wir an diesem kleinen Felsplaneten gleich hinterm Mond links. Alles, was uns wirklich wichtig ist, befindet sich auf diesem Planeten.

Daher, egal wie weit “draußen” (1) wir forschen; es dreht sich im Grund immer um die gute alte Erde und um uns. Was ist unser Platz im Universum? Eine Möglichkeit diese Frage zu beantworten, ist den Blickwinkel zu verĂ€ndern.

Außerdem ist das Video einfach nur schön. *schnĂŒff*
——————
(1) Wobei man schon sagen muss, dass “draußen” in astronomischen MaßstĂ€ben bedeutet, dass wir allerhöchstens an der TĂŒrschwelle unserer Heimat stehen.

Kommentare (22)

  1. #1 rolak
    Juni 13, 2009

    Wirklich ausnehmend schön zusammengebastelt, der clip. Ich hatte ja eigentlich auf eine ‘Live’ĂŒbertragung gehofft, daß also iwann die Bilder der bis zuletzt laufenden Kamera zu sehen gewesen wĂ€ren.

  2. #2 June
    Juni 13, 2009

    Die Astrologin stellte eine Frage:
    “Haben wir uns gefragt ob das recht ist?”
    Viele der Antworten sind Ad Hominem.

    Als Astronomer solltest auch Du diese Frage ernst nehmen:
    Woher bekommen Erdlinge das Recht andere Himmelskoerper
    mit unserem Junk zu beladen und mit toedlichen Gasen zu vergiften?

  3. #3 hape
    Juni 13, 2009

    tödlich fĂŒr wen? Die MondmĂ€nner? welche tödlichen Gase? und die RĂŒckstĂ€nde von einigen wenigen Missionen gleich “mit Junk zu beladen” dĂŒrfte auch was ĂŒbertrieben sein.

  4. #4 Florian Freistetter
    Juni 13, 2009

    Da gabs ja auch mal diese Russin, die die NASA verklagt hat, weil die ne Sonde auf dem Kometen Tempel (?) chrashen wollte 😉

  5. #5 June
    Juni 13, 2009

    Natuerlich ist das heute noch “Uebertreibung”.
    Der Pazifik wird seine Plastikverseuchung irgenwie ueberleben.
    Und der Mond und Mars sind die naechsten.

    Der Sondentreibstoff ist sehr giftig und hinterlaest Gase.
    Und das Hardware der Sonde ist auch voller Ueberraschungen.
    Dabei wissen wir noch nicht was fuer Lebensarten da leben.

    Denke daran das die naechste Sonde nich so freundlich mag sein.
    Vielleich schickt jemand bald seinen Reaktorabfall auf den Mond?
    Wenn eine rasende kleine Schraube einem Astronaut den Kopf
    abreist werden wir besser verstehen was ich hier frage.
    Wer gibt uns das Recht?

  6. #6 sil
    Juni 13, 2009

    Jetzt wirdÂŽs lustig. Auf dem Mond gibt es Leben, June?

  7. #7 Fischer
    Juni 13, 2009

    Buah, die Astrologin ist ja echt völlig durch. Bei manchen Leuten hat man das BedĂŒrfnis, sie am Kragen zu packen und zu schĂŒtteln. Von ner VierjĂ€hrigen wĂ€re die Frage niedlich, aber von nem erwachsenen Menschen… Frauenfeindlich ist das auch noch.

    So wahnsinnig toll sind die Antworten allerdings nicht. Ich meine, man könnte sie ja kurz darauf hinweisen, dass die MondoberflĂ€che so kraterig aussieht, weil da seit vier Milliarden Jahren massenhaft komische Objekte drauf runterfallen. Man muss ja nicht gleich persönlich werden, nur weil sie n bisschen doof ist…

  8. #8 schrauber2
    Juni 13, 2009

    Der Resttreibstoff wird beim Aufprall verbrennen (wahrscheinlich zu Ammoniak + Stickstoff). Keine Gefahr fĂŒr die Mondlebewesen – sind Ammoniakatmer, wurde alles schon bedacht ;-). Aber mal im Ernst, da oben ist nichts außer SteinwĂŒste, zwischen schweinekalt und sauwarm. AtmosphĂ€re ist fast nicht vorhanden.

    Und Schrauben fliegen da auch nicht rum. Der Mond hat schon noch Gravitation. Das fĂ€llt ohne weitere Energiezufuhr alles zu Boden. Aber interessant fĂŒr MondachĂ€ologen spĂ€terer Tage – Lunochod, der Mondrover und weiterer Kram, aber erstmal finden, wird nicht einfach, das Ding ist so groß wie der Pazifik (na gut, wird wissen aber, wo’s steht).
    Als MĂŒllplatz lohnt es sich nicht, zu teuer, den Schrott da hoch zu bringen – z.Z. noch.

  9. #9 Karol Babioch
    Juni 14, 2009

    Gibt es eigentlich irgendwelche Informationen darĂŒber, warum das Ding nicht an der geplanten Stelle abgestĂŒrzt ist? Und wieso schickt man eine Sonde, die noch 40kg Treibstoff hat absichtlich in den Tod? Finde zwar gerade keine Angaben darĂŒber, wieviel da ursprĂŒnglich mitgefĂŒhrt wurde, aber das hĂ€tte doch sicherlich gereicht, um die Sonde noch ein paar Mal mehr um den Mond kreisen zu lassen.

    Oder hĂ€tte man dann keine “optimale” (fĂŒr die Japaner bzw. Australier) Absturzstelle mehr erreicht?

  10. #10 June
    Juni 14, 2009

    Die ‘Schraube’ die ich meine ist eine von vieltausend Objekten die heute schon um die Erde rasen und unsere Raumfahrt in Gefahr bringen. Bitte mal in der Wikipedia ueber das ‘Kessler Syndrome’ lesen: In ein paar Jahren kann das alle Satelliten unmoeglich machen.

    Bei Plastikverseuchung sprach ich von dem ‘Great Pacific Garbage Patch’ (see Wiki), wo da heute schon ein riesiger Muellhaufen von Plastik zirkuliert der immer groesser wird und bald Hawaii erreicht (google ‘plastic vortex’).

    Als ich ueber die explodierende Sonde las, dachte ich an diese Misthaufen der Technologie.

  11. #11 Ludmila
    Juni 14, 2009

    @June: Den Misthaufen der Technologie nutzt Du doch gerade auch. Oder etwa nicht? Machst Du anderen Leuten zum Vorwurf, was Du selbst nutzt? Immerhin hatten die einen guten Grund. Das Streben nach Wissen und Erkenntnis.

    Die Verschmutzung der Ozeane war hier auf diesem Blog bereits Thema. Und weißt Du was? Das liegt unter anderen in Deiner Hand. Und in meiner usw. usf. Ich trinke seit Jahren aus den Wasserhahn oder nur Tee, weil das gĂŒnstiger, besser, gesĂŒnder und umweltfreundlicher ist, als sich eine Limo nach der anderen reinzuziehen. Coffee to go boykottiere ich auch weitgehend. Und dennoch “sĂŒndige” ich ab und an. Und Du auch. Und weshalb? Aus Bequemlichkeit.

    Und weswegen haben die Kaguya-Leute “gesĂŒndigt”? Auf der Suche nach Wissen und Erkenntnis. Merkst Du was, June? Wenn wir schon aus reichlich dummen GrĂŒnden sĂŒndigen, obwohl wir es besser wissen sollten, ist es dann fair, anderen Menschen, die weitaus bessere GrĂŒnde hatten, das zum Vorwurf zu machen? Insbesondere wenn das bisschen Metall nun wirklich vernachlĂ€ssigbar ist? Das meiste ist sowieso ins Weltall entwichen und dort schwirren immerhin noch massig Metallasteroiden rum. Es ist ja auch nicht so, als ob jetzt alle Nase lang da irgendetwas auf dem Mond crasht. Die Mondastronauten haben auch ihre Mondfahrzeuge zurĂŒckgelassen. Ist das auch Schrott? Oder stellen wir irgendwann diesen “Schrott” unter Denkmalschutz?

    BezĂŒglich der giftigen “Gase”. Dir ist schon klar, dass auf dem Mond Vakuum herrscht? Was bedeutet das? Das bedeutet, dass die Gase schon lĂ€ngst ins Weltall entwichen sind und sich dort unendlich verdĂŒnnt haben. Im Übrigen gasen Komete am laufenden Band weitaus mehr “tödliche” Gase ins Weltalls als so eine kleine Raumsonde.

    Was ich damit sagen will. Ja, solche Gedanken sollte man sich schon machen. Aber man muss wie ĂŒberall im Leben den “Schaden” gegen den Nutzen abwĂ€gen. Und ich denke, dass in diesem Fall der Nutzen bei weitem ĂŒberwiegt.

  12. #12 Ludmila
    Juni 14, 2009

    @Karol Babioch:
    1.

    Gibt es eigentlich irgendwelche Informationen darĂŒber, warum das Ding nicht an der geplanten Stelle abgestĂŒrzt ist?

    Wovon redest Du da? Gemessen an den ganzen Unsicherheiten haben die das ziemlich genau hingekriegt. Die Sonde ist ja schließlich nicht fĂŒr eine Landung ausgelegt gewesen und hatten auch keine Zielvorrichtung oder so. Das Manöver musste man Orbits vorher einleiten und dementsprechend hat man auch da einige Unsicherheiten. Ich finde, die haben die Stelle sogar ziemlich genau getroffen.

    2.

    Und wieso schickt man eine Sonde, die noch 40kg Treibstoff hat absichtlich in den Tod?

    Na ja, ich weiß auch nicht, ob 40 kg so viel sind und wieviel die so verbrauchen, aber ich vermute mal, dass die ein bisschen Sicherheitspuffer haben wollten. Kommt schon blöd, wenn man ankĂŒndigt, dass man die Sonde da und da abstĂŒrzen lassen will und dann der Treibstoff vorher ausgeht. Außerdem meine ich, dass man sowieso nur auf der Erde den verbrennenden Treibstoff gesehen hat. WĂ€re die Sonde “leer” gewesen, hĂ€tte man wohl gar nichts gesehen. Die Missionsmanager redeten von einem Krater mit 5-10 Meter Durchmesser, dessen Staubwolke von der Erde wohl nicht sichtbar sein wĂŒrde. Selbst so, war es schon schwierig ĂŒberhaupt was zu sehen.

  13. #13 Karol Babioch
    Juni 14, 2009

    Ludmila
    Wovon redest Du da? Gemessen an den ganzen Unsicherheiten haben die das ziemlich genau hingekriegt. Die Sonde ist ja schließlich nicht fĂŒr eine Landung ausgelegt gewesen und hatten auch keine Zielvorrichtung oder so. Das Manöver musste man Orbits vorher einleiten und dementsprechend hat man auch da einige Unsicherheiten. Ich finde, die haben die Stelle sogar ziemlich genau getroffen.

    Naja, das sind geschĂ€tzte 7km (vielleicht hab ich mich verschĂ€tzt?). HĂ€tte halt gedacht, dass man das ganze genauer steuern kann, aber was fĂŒr Möglichkeiten man hatte, und wie man diese genutzt hat, weiß ich natĂŒrlich nicht.

    Das das scheinbar eine technische Meisterleistung war, wusste ich nicht ;).

    Ludmila
    Na ja, ich weiß auch nicht, ob 40 kg so viel sind und wieviel die so verbrauchen, aber ich vermute mal, dass die ein bisschen Sicherheitspuffer haben wollten.

    Hier wird davon gesprochen, dass 795kg Treibstoff mitgefĂŒhrt worden sind. Eine einfache Hochrechnung sagt dann aber, dass man hĂ€tte noch einen weiteren Monat den Mond umkreisen können.

    [Ironie]Außerdem hĂ€tte das den Vorteil, dass man dann keine Umweltverschmutzung auf dem Mond betreiben wĂŒrde[/Ironie] :D.

    Naja, wie auch immer, danke fĂŒr die “Berichterstattung”!

  14. #14 rolak
    Juni 14, 2009

    @Karol Babioch: /Genauigkeit/ 7km Abweichung bei 384000km Abstand entspricht bei KK-Schießen auf 100m einer Abweichung von ~1.9mm, also statt einer 10 immer noch eine 10. Erstens gilt das natĂŒrlich nur fĂŒr den direkten Schuß, zweitens hinkt so ein Vergleich immer heftig. Trotzdem 😉
    /Treibstoff/

    Die Projektleiter der japanischen Raumfahrtagentur JAXA wollten die Mission gezielt beenden, bevor dem Raumfahrzeug der Treibstoff ausging. Auf diese Weise konnte „Bonusmaterial“ aus der Mission gewonnen werden. Der Absturz war unvermeidlich und wĂ€re auf jeden Fall in einigen Wochen erfolgt, in diesem Fall aber ungesteuert.
    Um die Umlaufbahn beizubehalten, auf der sich Kaguya seit dem September 2007 befand, war eine erhebliche Menge Treibstoff erforderlich.

    (von =»hier)

  15. #15 Ronny
    Juni 15, 2009

    Richtig gefĂ€hrlich sind nur Sonden die ihren Einsatz außerhalb der Marsbahn haben, da dort Sonnenkollektoren zu ineffizient sind und man daher Plutoniumbatterien einsetzen muss. Zumindest war es bei den Voyagersonden so. Ob das auch bei den neuen Sonden so ist bin ich mir nicht sicher.

  16. #16 Ludmila
    Juni 15, 2009

    @Ronny: So richtig verzichten kann man auf Kernreaktoren jenseits der Marsbahn wohl immer noch nicht. Aber auch hier gilt. Was heißt denn jetzt “gefĂ€hrlich”? FĂŒr wen oder was und wieviel? Radioaktive Materialien gibt es ja auch in der freien Natur.

  17. #17 Ronny
    Juni 15, 2009

    @Ludmilla
    Am Mond ist es vermutlich egal, aber wenns so einen Satelliten mit Plutoniumbatterie beim Start zurĂŒck auf die Erde knallt, dann wirds heftig. Aber ich kenne jetzt zumindest keine Sonde mit Plutoniumbatterien die man absichtlich abstĂŒrzen lies und wenn man einen Gasplaneten als Ziel hat, dann ist es wirklich egal.

    Ich glaube aber auch das June da was verwechselt hat, nĂ€mlich das Problem der TrĂŒmmerbelastung im Orbit um die Erde und diversen Metallteilen am Mond.

  18. #18 Ludmila
    Juni 15, 2009

    Alles schon passiert. Wenn auch unabsichtlich. Bei Mars 96. Und bei jedem Start einer Sonde mit Plutonium an Bord, was meinst Du, was da immer los ist 😉 Aber selbst im Fall von Mars 96 ist das Zeug in der AtmosphĂ€re weit oben verglĂŒht. Und ich meine sogar, die BehĂ€lter sind sogar entsprechend konstruiert.

    Aber sobald das Reizwort “radioaktiv” fĂ€llt, fĂ€ngt es sowieso an, sehr irrational zu werden.

  19. #19 June
    Juni 15, 2009

    Ludmila: Deine Meinung “dass auf dem Mond Vakuum herrscht” mag inkorrekt sein. Da sei genug GashĂŒlle um Gase langsam zu verbreiten. Und jetzt explodieren wir erdliche Metalle und Chemikalien auf dem Mond, und stellen damit alle zukunftige Forschung in Frage. Das scheint so dumm zu sein wie Dynamite zu brauchen um Fossilien auszugraben (was wir vor 100 Jahren getan haben).

    Ronnie: Ich wollte uns nur erinnern was fĂŒr Misthaufen meine Generation hinterlassen hat, in der Hoffnung das die nĂ€chste das besser macht. Aber meine Hoffnung ist so dĂŒnn wie die MondatmosphĂ€re!

  20. #20 Ludmila
    Juni 15, 2009

    @June: Ich bemĂŒhe mich nun wirklich redlich allen Menschen alles Mögliche zu erklĂ€ren. Aber dafĂŒr erwarte ich auch ein bisschen etwas. Z.B. erwarte ich, dass bevor man man mir unterstellt, dass ich gerade Blödsinn erzĂ€hle, zumindest mal in Wikipedia nachschaut und mal nachschlĂ€gt, ob das eigentlich stimmen kann, was man gerade so von sich gibt.

    Und sorry June, das hast Du nicht getan und bei so etwas fĂŒhle ich mich ehrlich gesagt ein bisschen verarscht. Das kostet nĂ€mlich hier nicht gerade unwesentlich Zeit und Zeit ist kostbar. Da kann es doch nicht zuviel verlangt sein, ganz grundsĂ€tzliche Dinge nachzuschlagen, bevor man Behauptungen aufstellt.

    Also bitte hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Mond#Atmosph.C3.A4re

    3 mal 1E-10 Pascal muss man erst mal hinkriegen. Eine Vakuumpumpe braucht fĂŒr einen Druck von einem Mikrobar, was gerade mal 0,1 Pascal sind, zwei Pumpstufen. Weil das bereits verdammt gutes Vakuum ist. Und das Vakuum auf dem Mond ist noch 10 000 000 mal dĂŒnner.

    DafĂŒr brauchst Du schon eine gute Vakuumpumpe. Und nein, June, bei solchen “DrĂŒcken” bzw. eigentlich der Abwesenheit davon verbreitet sich definitiv kein Gas langsam. Das ist sogar der Witz an dem Mond, dass der bis auf den heutigen Tag ausdampft, was ĂŒbrigens auch ein Problem fĂŒr Mondfahrzeuge darstellt. Wenn normales Gummi ausdampft, wird es spröde und reißt und das will man auf dem Mond definitiv vermeiden.

    Hier, June, lege ich schon wert auf Daten und vernĂŒnftige ErklĂ€rungen und nicht auf “ich denke mir jetzt was aus und Du musst mich widerlegen.” Das ist nĂ€mlich extrem unehrlich und auch ziemlich faul.

    2.

    Und jetzt explodieren wir erdliche Metalle und Chemikalien auf dem Mond, und stellen damit alle zukunftige Forschung in Frage

    June, was redest Du da bitte? Ein 5-10 Meter Krater auf einem Mond mit einem Radius von 1737 km stellt nicht nur definitiv nicht zukĂŒnftige Forschung in Frage. Nur mal zur Info: Auf dem Mond explodiert stĂ€ndig Metall und Chemie und das seit Jahrmilliarden. In Form von Asteroiden, die auch aus Metall und Chemie bestehen.

    Und nur mal zur Info. “Chemikalien” ist eine Nichtaussage. Auch Wasser ist eine Chemikalie. Selbst Du bestehst aus Chemikalien. Also lass bitte diesen “Chemie ist böse”-Scheiß stecken. Der geht nicht nur mir tierisch auf den Senkel.

    Und schau doch bitte mal hoch zum Mond! Was meinst Du wohl wo die Krater herkommen? Krater entstehen bis zum heutigen Tag durch EinschlĂ€ge. Weil immer noch stĂ€ndig Zeugs im Sonnensystem rumschwirrt. Was ĂŒbrigens ein wichtiges Forschungsvorhaben ist.

    Der Kaguya-Einschlag könnte sogar zukĂŒnftiger Forschung dienen. Wir haben hier jetzt eine Stelle vorliegen, die von erodierenden Gesteinsschichten freigefegt wurde. Die “Erosion” kommt im Übrigen vom Sonnenwind, der mangels AtmosphĂ€re da drauf knallt und die Zusammensetzung des Gesteins verĂ€ndert. So eine Stelle ist natĂŒrlich spannend, um eben genau diese Erosionsprozesse zu untersuchen.

    Sorry June. Hier hast Du Dich hoffnungslos vergallopiert. Und ich möchte Dich bitten, mal aufzuhören, Planetenforscher als unverantwortliche UmweltsĂŒnder hinzustellen. Jedes Mal wenn Du eine Plastikflasche wegwirfst, schadest Du zukĂŒnftigen Generationen weitaus mehr als die Kaguya-Forscher mit ihrer Mondsonde. Oder willst Du unbedingt gerne mit den Fingern auf andere Leute zeigen und die beschuldigen? So kommt mir das langsam vor.

    So nach dem Motto: “Kuck mal diese doofen Forscher. Die haben nicht gedacht und machen alles kaputt.”

    Doch, June, diese doofen Forscher haben nachgedacht. Die andere Möglichkeit wĂ€re ja gewesen, das Ding im Orbit zu lassen und dann hĂ€tten wir wirklich irgendwann die Situation, die Du zu Recht fĂŒr den Endorbit monierst.

    Zwischen Kritik und kleinlicher MĂ€kelei liegen ja wohl Welten. Und fĂŒr eine gute Kritik bedarf es ja mal mehr als “ich hab zwar keine Ahnung, aber finde es einfach mal doof und hĂ€nge noch ein paar Binsenweisheiten dran”

  21. #21 wolfgan
    Juni 16, 2009

    Die Astrologin ist ja wirklich steil.
    So ein artifizieller crash muss denen ja die ganzen Horrrorskope durcheinanderbringen.
    Und die Monde und Planeten schweigen dazu – sind ja höflich und kommentieren nicht jeden Astro Unsinn 🙂

  22. #22 marco
    Juni 16, 2009

    Hi Karol Babioch:
    Die Sonde hatte ein 500N Triebwerk das mit Stickstofftetroxid und Hydrazin befeuert wurde. Das kann man nicht so lange brennen lassen bis der Sprit alle ist da nie beide Treibstoffe zur gleichen Zeit ausgehen werden und somit zu einem unkontrollierbaren MischverhĂ€ltnis fĂŒhren wĂŒrden. Daher verbleibt bei allen FlĂŒssigtriebwerken eine gewisse Restmenge im Tank und in den Leitungen. Sonst kann es passieren dass einem der Motor um die Ohren fliegt und die Sonde in eine Wolke TrĂŒmmerteile vewandelt. Die verteilen sich dann langsam im Orbit – und weil die MondatmosphĂ€re praktisch nicht existiert bleiben die TrĂŒmmer auch sehr lange dort.

    Gruß

    Marco