Ja, ich lebe noch, keine Sorge, Und mein neues Profi-Bild ist nur deswegen schwarz/weiß, weil ich bei der Konvertierung in meinem Grafik-Programm vergessen habe, ein Häkchen abzuschalten. Nix Schlimmes also. Warum also diese lange Blog-Pause…

Ich hab in dieser Zeit tatsächlich endlich, endlich meine Doktorarbeit fertig gestellt. Im Laufe der Jahre – mit all den tollen und wichtigen Projekten (Mars Express, Rosetta und vor allem CoRoT) – habe ich natürlich unheimlich viel gelernt und viele Kontakte geknüpft, aber meine eigentliche Doktorarbeit ist dabei immer weiter an den Rand gerutscht.

‘Ach ja, dann machst Du es eben in Deiner Freizeit’.

Äh ja, in welcher Freizeit? Zunächst einmal hatte ich in den letzten Jahren auch nicht sooo viel Freizeit. Ich hab diverse Urlaube, Wochenenden und Nächte durchgearbeitet. Und ich kann die Abende gar nicht zählen, an denen ich meine Arbeit auf dem Schoß vor dem Fernseher hatte, um Lichtkurven auszusortieren. Außerdem habe ich mir meine Freizeit mit diversen Projekten vollgehauen (u.a. Bloggen ;-)).

Vor einem Jahr dann – kurz vor meinem 35. Geburtstag – habe ich dann entschieden, einen radikalen Schnitt im Leben zu machen und mich voll auf meine Doktorarbeit zu konzentrieren. Wobei ich das Glück hatte, dass mich mein Institut in dieser Zeit voll unterstützt hat. Außerdem ist in das Projekt CoRoT ein wenig Ruhe eingekehrt. Es war schlicht die richtige Zeit alles abzugeben und mich auf mein eigenes Projekt zu konzentrieren.

So und demnächst – am 22.5.2012 – werde ich meine Disputation zum Thema ‘Tidal Interactions of short-period extrasolar transit planets with their host stars: constraining the eluisve steller tidal dissipation factor’ halten und werde dann (wahrscheinlich) endlich mal meinen Doktortitel in den Händen halten.

Puh, das war dann doch deutlich schwerer als ich gedacht habe, vor allem weil ich einen gewissen Eigenanspruch hatte, und es ‘ordentlich’ machen wollte. Ich wollte einfach für mich selber das Gefühl haben, das Thema in der notwendigen Tiefe begriffen zu haben. Dafür brauchte ich Zeit und Ruhe. Und die ist mir dann auch zum Glück zugestanden worden.

So… Ich beginne das Bloggen damit, dass ich frage:

Wer hat auch sehr lange für seine Doktorarbeit gebraucht? Warum? Bereut Ihr die Dauer der Promotion? Und wie ging es anschließend weiter?

Kommentare (37)

  1. #1 Markus A. Dahlem
    April 28, 2012

    Wie war denn Deine Betreuungssituation? Konform mit der aktuellen Empfehlung der Hochschulrektorenkonferenz?

    Wohl kaum. Denn Zitat:

    Eine gute Betreuung sichert auch die Fertigstellung der Promotion in einem angemessenen Zeitraum.

  2. #2 nihil jie
    April 28, 2012

    freut mich Dich wieder gesund und munter hier unter uns zu begrüßen 🙂

  3. #3 Carlo
    April 28, 2012

    Hab zwar keinen Doktor, gratuliere dir aber zu deinem und freue mich, dass du wieder da bist.

  4. #4 rolak
    April 28, 2012

    wb, hurra!
    Und zur Frage: Isch ‘abe gar keinen Doktortitel.

  5. #5 Quacki
    April 28, 2012

    Gratulation auch von mir – ich brauch noch ein kleines büschen, bis ich soweit bin 😉

    Lustigerweise werde ich ähnlich alt sein, wenn ich fertig bin. Die Zeit hab ich aber nicht an der Doktorarbeit “verloren”, sondern an einem üblen Durchhänger im Hauptstudium. Dafür hatte ich dann (nach Zusammenreißen) ein ziemlich gelungenes Comeback ^^
    Insofern interessieren mich die Antworten, die da kommen werden, auch sehr.

  6. #6 Ludmila
    April 28, 2012

    @Quacki: Hey, ich bin nicht alt – nur erfahren 😉

  7. #7 Roland Tluk
    April 28, 2012

    In Zeiten an dem der Nobelpreis an einen US-Präsidenten Obama fürs Nichtstun geht, in Zeiten in den Wissenschaft in Post-normalen Wissenschaften zur politischen Hure mutiert und der Interlekt des Durschnittsstudenten zwischen Toastbrot und Bertelsmannprogramm schwankt -dank dem Selektionverhalten der Platzhalter-, da verzichte ich auf jeglichen akademischen Grad.

    Das zum Thema “Doktor”.

  8. #8 BreitSide
    April 28, 2012

    Ich auke nischte. Aber auke Gratulazione!

    Ich will jetzt gar nicht an den armen Grafen denken, dem das alles viel zu viel war mit seiner ungeheuren doppel-, dreifach- oder n-fach-Belastung.

    Hoffentlich hat die begleitende Debatte etwas dafür gesorgt, dass der Wert einer Dissertation wieder etwas mehr gewürdigt wird. Die Aberkennung einer unehrenhaft erlangten Doktorwürde scheint ja inzwischen im Wochenrütmus in den Nachrichten zu stehen.

  9. #9 Florian Freistetter
    April 28, 2012

    Willkommen zurück!

  10. #10 koi
    April 28, 2012

    Herzlichen Glückwunsch und herzlich willkommen zurück,
    ich hatte mir schon Sorgen gemacht.
    Aber jetzt gehts hoffentlich wieder los 😉
    Sogar das Blogsystem hat sich ja anscheinend vor Freude ein paar Mal überschlagen

  11. #11 BreitSide
    April 28, 2012

    Und wieder ein Dr. weniger: http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2012_04/cdu_fraktionschef.html

    Die Luft wird dünner für die Plagigeister….

  12. #12 WeiterGen
    April 28, 2012

    Willkommen zurück, Ludmila.
    Radikale Schnitte sind meistens gut.
    Ich habe vier Jahre gebraucht (auf den Tag). Die gebundene Doktorarbeit einzureichen ist ein Highlight des Akademikerlebens. Wird gefühlsmäßig von der Disputation aber noch deutlich übertroffen 🙂

  13. #13 Piusbruder
    April 28, 2012

    Heilige Scheiße! Unsere Historikerin ist zurück!

  14. #14 Jörg
    April 28, 2012

    Willkommen zurück! Glückwunsch zur fertig gestellten Arbeit und zum nicht mehr zu nehmenden Titel.
    Und: der Schreckensschei der SB-Trolle war auch in Kalifornien zu hören 😀

  15. #15 kereng
    April 28, 2012

    “Schreckensschei”? Nein, das war mein Jubel.
    Ich lese stundenlang Blogs, Foren und Youtube-Kommentare ohne jede Lautäußerung, aber das Wiederauftauchen von “Hinterm Mond gleich links”, durchbrach die Stille.

  16. #16 AndreasM
    April 28, 2012

    Das von Instituten heute gern genommene Schema, um möglichst viel Nutzen aus den wissenschaftlichen Mitarbeitern vor der Promotion zu ziehen, ist:
    – Ein wages Thema, so dass es eine Zeit dauert, bis überhaupt ein echtes Thema für die Promotion gefunden ist
    – Wenig Betreuung
    – Viel Projektarbeit (auf verschiedene Projekte verteilt)
    – Promotion als Privatvergnügen sehen, aber den Vertrag nicht verlängern, wenn nicht ausreichend Fortschritt in der Promotion ist
    -> Der Promovierende arbeitet viel privat (Promotionsurlaub, …) an Themen, von denen auch das Institut promoviert, zusätzlich zur Vollzeitarbeit in den Projekten

  17. #17 Blugger
    April 28, 2012

    Mensch, super Ludmila! Jetzt noch Daumendrücken für die Disputation am 22.5. (vermerkt)!

  18. #18 nihil jie
    April 28, 2012

    ach liebe Ludmila… ich bin echt unverbesserlich 🙂 wie immer habe ich etwas vergessen… und zwar Dir zu Deiner erfolgreichen Doktorarbeit zu gratulieren… hiermit wird es offiziell nachgereicht…

    Ich gratuliere ! 😉

  19. #19 Constantin
    April 28, 2012

    Hey, super, dass Du wieder Zeit fuers Bloggen findest und Gratulation zur Doktorarbeit!

  20. #20 celsus
    April 28, 2012

    Ludmila, ich habe dich und dein erfrischendes Temperament echt vermisst. Schön dass du weiter machst. Ein kräftiger Daumendruck für den letzten Schritt zum Abschluss 🙂

  21. #21 Schmidts Katze
    April 28, 2012

    Hallo Ludmila, schön, wieder was von dir zu lesen.
    Viel Erfolg bei deiner Disputation.

    =^.^=

  22. #22 Basilius
    April 28, 2012

    Gratuliere zur erfolgreich genutzten Blog-Aus-Zeit.
    Schön, mal wieder von Dir zu lesen. Wir hatten uns ja kurzzeitig tatsächlich schon Sorgen gemacht.

  23. #23 Odysseus
    April 28, 2012

    Yay!

  24. #24 Thomas J
    April 29, 2012

    9 Jahre für die Diss…
    dann sinds jetzt also noch 3 Diss’ bis zur Pension :))

    Schön, dass man hier wieder lesen kann und alles Gute!

  25. #25 Ulrich Berger
    April 29, 2012

    Welcome back, Ludmila!

  26. #26 MartinB
    April 29, 2012

    Toll, toll, toll. Schön, dass du wieder dabei bist.

  27. #27 Bjoern
    April 29, 2012

    Auch von mir ein herzliches “Willkommen zurück!” Und Glückwunsch! 🙂

    (ich habe zwar übrigens nicht allzulange gebraucht für die Disseration, aber dafür kam letztlich auch nichts vernünftiges dabei heraus… 😉 )

  28. #28 ali
    April 29, 2012

    Willkommen zurück.

    Bei mir hat es so lange gedauert wie ich durfte (Frist + 1 Jahr “begründete” Verlängerung). Hätten sie dies bei 9 Jahren angesetzt, hätte ich dafür neun Jahre gebraucht. Die grosse Mehrheit der Fälle die ich kenne (inklusive mir), haben auch erst fertig gemacht, nachdem sie sich eines Tages gesagt haben: “Jetzt muss aber alles andere warten”. Deadlines helfen dabei ungemein.

    Freue mich schon auf deine Einträge. Vielleicht etwas zu Fahrradhelmen die nächsten Tage?

  29. #29 Suse
    April 29, 2012

    Herzlichen Glückwunsch! Ich hab Dein Blog mitten in Deiner Pause entdeckt und freu mich, dass es hier nun weitergeht.

  30. #30 Buck Rogers
    April 29, 2012

    “Herzlichen Glückwunsch! Ich hab Dein Blog mitten in Deiner Pause entdeckt und freu mich, dass es hier nun weitergeht.” – Ich auch!

  31. #31 Chris
    April 29, 2012

    Schön, Dich wieder zu lesen!

  32. #32 Josh@_[°|°]_
    April 30, 2012

    Ebenfalls ein welcome back von mir, hast ja anfangs ganz schön Sorgen verursacht… =:-)

    Zu Deiner Umfrage:
    1. Fast acht Jahre hat ‘s bei mir gedauert;
    2. Die Lütten sind schuld — & bei Tochter #1 ein geplatztes Kondom;
    3. Bereuen tu ich es nicht, allerdings würde ich im nächsten Leben entweder etwas länger Enthaltsamkeit üben, oder aber auf zusätzliche Verhütung pochen;
    4. Gebracht hat es etwas mehr Zaster auf dem Konto — verglichen mit meinen unbedoktorten Kollegen –, das war es dann aber auch schon in meinem Fall (Chemie).

    Im Grunde machen wir alle das gleiche, nur ich habe etwas mehr Papierkram in Sachen Budgetierung und Urlaubsanträgen.

  33. #33 Gunnar
    Mai 2, 2012

    Herzlichen Glückwunsch!! und willkommen zurück!

  34. #34 Climategate
    Mai 4, 2012

    9 Jahre bis zur Doktorarbeit (als Doktorand) ??? Wie geht denn dass ??? Bei mir galt noch max. 6 Jahre Doktorand und max. 6 Jahre Postdoc.

    Wissenschaftliche Mitarbeiter, die nicht promoviert sind, können bis zur Dauer von 6 Jahren befristet beschäftigt werden.

    Nach Abschluß der Promotion ist eine nochmalige insgesamt 6-jährige befristete Beschäftigung zulässig.

    http://www.gesetze-im-internet.de/wisszeitvg/__2.html

  35. #35 Climategate
    Mai 4, 2012

    Und wie ging es anschließend weiter?

    In der Wissenschaft in Deutschland geht es nur weiter über die Habilitation und eine Professur/ Anstellung als Professor(in). Dazu bleiben dann noch max. 6 Jahre Zeit. Also ran halten. Anstellungen als wiss. Angestellter gibt es nicht (kaum) mehr. Will man wiss. weiter arbeiten, heißt es also ab ins Ausland, oder man geht in die freie Wirtschaft. Mann sollte im zweiten Fall aber nicht darauf hoffen, dass Fachkräftemangel in Deutschland herrscht. Physikerinnen und Planetologinnen werden auf den Arbeitsmarkt kaum nachgefragt. Ich habe mich daher selbstständig gemacht.

  36. #36 Climategate
    Mai 4, 2012

    Ach so. Zur Arbeitsmarktsituation noch:

    In Deutschland gibt es rund 6 Mio. Akademiker im erwerbsfähigen Alter. Rund 4 Mio. sind selbstständig, rund 2 Mio. öffentlich bedienstet, rund 0,2 Mio. arbeitslos.

  37. #37 Marcus
    September 24, 2012

    Der Thread ist zwar schon alt, aber ich hab’s erst jetzt gelesen. Und: JUHU, ich bin nicht allein 😉
    Promotionszeit 8,ebbes Jahre, ebenfalls Astrophysik, deutsche Uni.
    Und zur Beruhigung: nach der 1. PostDoc Stellle hat sich keiner mehr für die Promotionsdauer wirklich interessiert.