Sind wieder zurück. Im Briefstapel fanden wir Post einer Presseabteilung. Dort gab es einen Satz, den wir Euch nicht vorenthalten wollen ….

Wir hatten bei einem Hersteller und Vertreiber von OTC-Mitteln (nicht rezeptpflichtige Arzneimittel) ein paar Studien angefragt, um mal zu checken wie aussagekräftig die sind.

Sie haben uns freundlicherweise etwas geschickt. Im Anschreiben der Firma bat der Mitarbeiter dann um faire (oder nachsichtige?) Behandlung in unserem Urteil. Das nehmen wir zumindest an. Oder meinte er etwas anderes?

Hier die Bitte (im Original ein Satz über viereinhalb Zeilen):

“Wir hoffen in diesem Zusammenhang, dass bei objektiver Relativierung der Datenlage auch von Ihrer Seite dem wissenschaftlichen Pluralismus Rechnung getragen wird und insbesondere auch prophylaktische Nutzeffekte oder abzuleitende “positive Eigenschaften” nicht rezeptpflichtiger Produkte zudem nicht mit vitalen Indikationen rezeptpflichtiger Produkte gleichgesetzt werden.”

So, und jetzt nochmal lesen …

Wir sind wieder einigermaßen da. Haben wir etwas verpasst? Uns scheint, Florian hat bei van Däniken mächtig Spaß gehabt.

Kommentare (7)

  1. #1 StoiBär
    22. Oktober 2008

    Passend dazu: German language should be banned:
    http://larko.wordpress.com/2008/10/18/german-language-should-be-banned/

  2. #2 buchstaeblich
    22. Oktober 2008

    Liebe Grüße an den Verfasser des Satzes:
    Ich schlage ihn vor für den Ehrentitel “Meisterschwurbler der Woche”!

  3. #3 Tark.V
    22. Oktober 2008

    Hallo zusammen,

    was ist da schwer zu verstehen?
    Der Schreiber hofft, dass ihr Rechnung tragt und nicht gleichsetzt.
    Es ist doch klar, dass er nicht gleich aufruft: Berücksichtigt auch nichtwissenschaftliche “Daten” und vergleicht das OTC auf keinen Fall mit Medikamenten nachgewiesener Wirksamkeit.
    Am besten gefällt mir der Einschub mit der prophylaktischen Wirksamkeit: Weist also auf einen durch ausbleiben schädigender Wirkung definierten Nutzeffekt hin, und zwar – entsprechend ersterem Satzteil – unter Verzicht jeden handfesten Nachweises.
    Und alles in einem Satz. Die Firma hat immerhin geantwortet. Pflegt also ein offenes Klima. Stellt sich dem öffentlichen Urteil. Ist doch toll.
    Oder?
    Aber halt, lange Sätze sind doch völlig OK. Ihr seid doch auch nicht bei 8-bit-Computern stehengeblieben.

  4. #4 Martin
    22. Oktober 2008

    Meine Übersetzung:
    “objektiver Relativierung der Datenlage” = wir wissen, dass Sie den wiss. Müll den wir Ihnen liefern zerreissen werden.
    “wissenschaftlichen Pluralismus Rechnung getragen wird” = andere produzieren auch Müll – aber vergleichen Sie den Müll bitte nicht mit ordentlicher Forschung.
    “prophylaktische Nutzeffekte oder abzuleitende “positive Eigenschaften”” = wir wissen selber nicht, wozu das Zeug gut ist. Studien zeigen es jedenfalls nicht, darum haben wir munter dazuinterpretiert.
    “nicht rezeptpflichtiger Produkte zudem nicht mit vitalen Indikationen rezeptpflichtiger Produkte gleichgesetzt werden” = wir behaupten ja nach Verboten auch inzwischen nur noch obskure Gesundheitseffekte und nichts nachprüfbares mehr.

  5. #5 Chris
    23. Oktober 2008

    Hm, ich tippe mal, der Verfasser hat einen akademischen Hintergrund. Für einen PR Fuzzi sind es zu wenig Angizismen. Jurist, vermutlich aber Mediziner, schön kompliziert und keiner versteht ihn…

  6. #6 Beatrice Lugger
    23. Oktober 2008

    Wundert Euch also nicht, wenn Ihr nichts findet, es steckt ja auch nichts drin.

  7. #7 klaus
    23. Oktober 2008

    @Chris: Eher Jurist. Ich weiß, wovon ich rede, wir nennen das eine Nebelkerze. A propos Anglizismen: weiß jemand, was Meeting auf Englisch heißt?