Wie *** ist eine Zunft, die sich ständig selbst verleugnet?

(*** passenden Begriff bitte einsetzen)

Ich weiß es nicht, ehrlich. Ich weiß nicht, was mit einer Zunft los ist, die ein Problem damit hat, sich beim richtigen Namen zu nennen. Ist es Verunsicherung oder Ignoranz? Chuzpe oder Ängstlichkeit, Schönfärberei oder schlichte Wurschtigkeit? Es gibt so viele tolle Kollegen, die jeden Tag einen guten Job machen, wenn es darum geht, Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammenzubringen. Nur wenn es um den Begriff für diese Tätigkeit geht, da sind so viele irgendwie … ich weiß es auch nicht (zugegeben, es ist nicht für alle ein Problem).

Die Frage ist: Warum haben die Vertreter der so genannten “Wissenschaftskommunikation” (und das “so genannte” ist in diesem Fall wirklich mal so was von angebracht) solche Angst davor sich/oder das, was sie tun, als das zu bezeichnen, was es ist: Öffentlichkeitsarbeit für die Wissenschaft, Public Relations, kurz PR.

Es wäre alles so viel einfacher.

Ein bekannter Mann, Paul Watzlawik glaube ich, hat einmal gesagt, dass man eigentlich nicht nicht kommunizieren kann, was im Umkehrschluss bedeutet: Alles ist Kommunikation.

Wenn das so ist – und es spricht vieles dafür – dann ist “Kommunikation” ein sehr, sehr, sehr allgemeiner Begriff. Setzt man einen zweiten, ebenfalls allgemeinen Begriff wie “Wissenschaft” davor, ist er zwar nicht mehr ganz so allgemein, denn man schränkt ihn auf den Bereich der “Wissenschaften” ein, aber er beschreibt immer noch ein allgemeines Phänomen, das in diesem Fall eben nur mit Wissenschaft zu tun hat; es wäre  die Kommunikation in, um und um die Wissenschaft herum: die Wissenschaftskommunikation.

Wenn man jetzt dieses sehr allgemeine Feld differenzieren will, also ihre Teildisziplinen betrachtet, kann man sich sicher sehr viele Möglichkeiten ausdenken, wie man das macht, manche sind sinnvoll, manche weniger sinnvoll.

Diese Teildisziplinen oder Sparten der Kommunikation in, um und um die Wissenschaft herum, bekommen dann wiederum eigene Bezeichnungen, um klar zu machen, was damit gemeint ist; dass damit nicht das Gesamtphänomen, sondern nur ein Teilbereich gemeint ist. Dies hat einen entscheidenden Vorteil: Man weiß, worüber man spricht. Man muss es nicht jedes Mal erklären.

Solche Sparten innerhalb der Kommunikation in, um und um die Wissenschaft herum sind dann zum Beispiel der Wissenschaftsjournalismus, das Wissenschaftsmarketing oder die Wissenschaftskommunikation, äh, Stopp.

Die Wissenschaftskommunikation ist ein Teilbereich der Wissenschaftskommunikation? Ergibt das Sinn? Ist das praktisch?

Gemerkt? Irgendwas ist da schief gelaufen. Da klappt was nicht. Eine der Sparten innerhalb der Kommunikation um die Wissenschaft herum, benutzt den Oberbegriff für das Gesamtphänomen, was blöd ist, weil man dann nie weiß, ob jetzt das Gesamtphänomen oder nur die Sparte gemeint ist.

Wenn ich mir ansehe, bei welcher Gelegenheit der Begriff Wissenschaftskommunikation verwendet wird, oder wer ihn nutzt, dann habe ich erhebliche Zweifel, ob damit immer das große Ganze gemeint ist. Meine These: In 97,5 Prozent der Fälle, in denen jemand Wissenschaftskommunikation sagt, ist eigentlich Wissenschafts-PR gemeint.

Beispiel: die schon erwähnte Veranstaltung der Volkswagenstiftung: “Image statt Inhalt? Workshop Wissenschaftskommunikation”, eine der drei wichtigen Termine in diesem Sommer, innerhalb der Kommunikationsszene in, um und um die Wissenschaft herum.

Damit klar war, was mit dem Begriff Wissenschaftskommunikation im Titel gemeint war, gab es extra eine Definition – die man eigentlich nicht bräuchte, wenn klar wäre, was gemeint ist. Oder wenn sie einfach das Kind beim Namen genannt hätten:

“Als “Wissenschaftskommunikation” wird im Kontext dieser Tagung die Kommunikation von Forscher(innen) und Mitarbeiter(innen) in den Pressestellen von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Richtung Medien(öffentlichkeit) verstanden.”

Alle drei großen Veranstaltungen in diesem Sommer hatten vor allem ein zentrales Thema: Die Wissenschafts-PR oder um es noch anders neudeutsch zu beschreiben: Die wissenschaftsinterne Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Ich weiß nicht, wie das passieren konnte, aber irgendwie hat es die Zunft der Öffentlichkeitsarbeiter geschafft, den so allgemeinen Begriff der Wissenschaftskommunikation für ihre Sparte der Public Relations zu vereinnahmen. Böse Zungen würden dies vielleicht als den größten Coup der PR-Branche allgemein bezeichnen: die “PR” aus ihrem Namen zu verbannen und durch die “Kommunikation” zu ersetzen. Es ist ja auch immer die Rede von “Unternehmenskommunikation”, gemeint ist natürlich die Unternehmens-PR, diejenigen, die die Verbindung des Unternehmens in die Öffentlichkeit herstellen – die unternehmensinterne Schnittstelle zur Öffentlichkeit.

Warum nur?

Zusatz: Ich hatte spaßeshalber mal die Tweets zur letztjährigen oder vorletztjährigen Veranstaltung “Forum Wissenschaftskommunikation” verfolgt, und irgendwann war mir aufgefallen: Der Begriff PR kommt da überhaupt nicht vor, also null, nada, gar nicht, njente. Das ist insofern überraschend, da sich eigentlich fast jede der Veranstaltungen um das Thema dreht. Vom 8. bis 10.12. gibt es wieder eins. Mal drauf achten.

Noch ‘n Zusatz: Einfacher Test: Einfach mal beim nächsten Text über “Wissenschaftskommunikation” diesen Begriff durch Wissenschafts-PR oder Public Relations oder Öffentlichkeitsarbeit usw. ersetzen. Man merkt es fast gar nicht. Passt.

Letzter Versuch: Oder ganz blöd gefragt: Wenn Wissenschaftskommunikation der richtige Begriff für das wäre, was eigentlich Wissenschafts-PR ist, was nehmen wir dann eigentlich als Oberbegriff für all die Spielarten der Kommunikation in, um und um die Wissenschaft herum?

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Kommentare (35)

  1. #1 Chris
    http://www.scienceblogs.de/erklaerfix
    30. September 2014

    Unterschreibe ich,
    Ein weiteres Problem sehe ich noch zusätzlich darin, dass leider oft nur über die Wissenschafts-PR geredet wird. Weniger, wie man es praktisch macht, sondern, warum und wo man kommunizieren sollte. Wie wichtig es wäre, was man machen sollte…. viele viele Konjunktive.

  2. #2 Florian Freistetter
    30. September 2014

    Sehr schöner Artikel!

  3. #3 stefanolix
    Dresden
    30. September 2014

    Warum zögern viele Beteiligte, den Begriff Wissenschafts-PR zu verwenden? Weil die Medien mit den Produkten der Wissenschafts-PR nicht umgehen können oder umgehen wollen. Folglich lesen wir jede Woche in den Zeitungen schlechte Berichte über wissenschaftliche Studien, die diesen Namen kaum verdienen. Die Berichte enthalten (meist) Paraphrasen der PR – dabei wird natürlich nichts relativiert oder in Frage gestellt und die Statistik wird sowieso vernachlässigt. An solchen Artikeln möchte wiederum niemand schuld sein. Also verwendet man den schwammigen Begriff Wissenschaftskommunikation.

  4. #4 Christine Vollgraf
    30. September 2014

    Bravo Markus…
    Ich habe da noch einen Zusatz: Auch die Kommunikation, die Wissenschaftler direkt mit der Öffentlichkeit betreiben, wenn sie etwa Interviews geben, also das was das NAWIK lehrt (ist sogar Bestandteil des Namens), wird mit Wissenschaftskommunikation bezeichnet, um die Verwirrung komplett zu machen…Also ich finde so eine allgemeine Begriffsdefinition sehr wichtig, das wurde wirklich mal Zeit.

  5. #5 Marcus Anhäuser
    30. September 2014

    @Christine
    klar, ist ebenfalls Public relations, wenn es sich um die eigene Wissenschaft dreht. Schwierig zu benennen finde ich Wissenschaftler, die bloggen, aber nicht über die eigene Wissenschaft bloggen, sondern im weitesten Sinne ähnlich wie Journalisten über andere Wissenschaftsergebnisse schreiben, sie einordnen. Es ist insofern eine Public relations, weil es aus dem System der Wissenschaft heraus nach draußen kommuniziert wird.

  6. #6 CM
    30. September 2014

    Die negative Konnotation von PR unter Wissenschaftlern (und nicht nur dort) ist sicherlich auch eine Zutat
    zur Verwendungshemmung. Wissenschaftsjournalismus und mittlerweile auch -Blogging hat hingegen einen besseren Ruf – da ist es nur naheliegend diesen auch auf die PR-Leute scheinen zu lassen (aus deren Sicht).

    Trifft meine Behauptung zu, dann wird eine Definition des W.-Kommunikationsbegriffes auch nicht weiter helfen – Begriffsprägung durch massenhafte Verwendung ist i.d.R. stärker als akadem. Definition – unabhängig davon wie unpräzise dies sein mag.

  7. #7 Nicola Wessinghage
    Hamburg
    30. September 2014

    Die Beobachtung stimmt und betrifft nicht nur die Wissenschaft. Es gibt sicherlich verschiedene Ursachen. Wer möchte seine Tätigkeit mit einem Begriff beschreiben, der in der Öffentlichkeit fast automatisch mit Lüge und Manipulation gleichgesetzt wird? Wer möchte sich mit jedem Auftritt und jeder Meinungsäußerung erst einmal an diesem Generalverdacht abarbeiten? Zugegeben, das böse Wort dann einfach zu umschreiben, ist nicht die beste Lösung. Aber der Begriff “Wissenschaftskommunikation” wird auch deshalb gewählt, um sich von gewissen Praktiken, die unter dem Mantel der PR gelaufen sind und laufen, abzugrenzen. Ich kann das nachvollziehen und sehe mich – gerade im Gespräch mit Journalisten – immer wieder in dieser Rolle. Halte es aber in der Tat für die bessere Strategie, wenn wir PR – oder mir eigentlich lieber: Öffentlichkeitsarbeit – wieder (selbst-)bewusster verwenden. Transparenz ist mit der wichtigste Aspekt für Qualität in der PR – schon alleine deshalb lohnt es sich, dass wir die Begriffe schärfen und eindeutig verwenden. Das könnte dazu führen, dass wir irgendwann einmal weniger Probleme damit haben.

  8. #8 Uwe Rohwedder
    Hamburg
    30. September 2014

    Ich kann Nicola Wessinghage nur unterstützen: PR (=Öffentlichkeitsarbeit) wird landläufig – nicht nur im Wissenschaftsbereich – gern mit Werbung/Marketing verwechselt und/oder pauschal mit Manipulation gleichgesetzt. Daher der Drang zum verbalen Ausweichmanöver. M.E. sollte man dieses Grund-Missverständnis benennen und die ursprüngliche Bedeutung von PR wieder stärker in die Öffentlichkeit tragen, anstatt den PR-Leuten schon wieder böse Manipulationsabsichten zu unterstellen.

  9. #9 Reiner Korbmann
    30. September 2014

    Es ehrt die Theoretiker, dass sie immer wieder vom Nullpunkt an die Definitionen entwickeln, aus denen sie ihre Thesen herleiten. Ich als Pragmatiker gehe da lieber von dem aus, was heute in der Umgangssprache oder auch in professionellen Kreisen darunter verstanden wird.
    Und danach greift der Begriff “Wissenschafts-PR” für das, was Forschungssprecher leisten müssen, viel zu kurz. Das ist so, als würde man Wissenschaftsjournalisten auf das Schreiben reduzieren: Wissenschafts-Schreiber. Natürlich gehört Wissenschafts-PR auch zur Wissenschaftskommunikation. Es fehlen der Wissenschafts-PR, wenn man PR wie in anderen Bereichen der Gesellschaft versteht, viele wichtige Felder, etwa die interne Kommunikation, die Zielgruppen-Kommunikation, Profilbildung oder Dialogformen, die für die Wissenschaft eine immer größere Rolle spielen. Um nur einige zu nennen. Nicht umsonst benennen Unternehmen schon längst die zuständigen Abteilungen Unternehmenskommunikation, wobei es dort keineswegs nur um Verkaufen und Profit geht.
    Der Begriff “Wissenschaftskommunikation” aber leitet sich direkt aus der englischen Sprache ab (von den Angelsachsen können wir noch immer Manches lernen), wo Science Communication schon viele Jahre der gängige Begriff für das ist, was Forschungssprecher tun. Da bei uns die Professionalisierung der Wissenschaftskommunikation noch nicht lange existiert, müssen wir wohl noch ein wenig über Begrifflichkeiten diskutieren. Das Neueste übrigens in den USA: The Science of Science Communication – höchst spannend. Könnte uns dabei vielleicht helfen.

  10. #10 Marcus Anhäuser
    30. September 2014

    @Reiner Korbmann Und Wissenschaftsjournalismus ist keine Wissenschaftskommunikation? Also auch keine Kommunikation?

  11. #11 Frank Wappler
    http://man.kann.nicht.nicht-kommunizieren--aber.manche.ScienceBlogs.legen.zumindest.nahe--nicht.zu.korrespondieren
    30. September 2014

    Marcus Anhäuser schrieb (September 29, 2014):
    > Wenn Wissenschaftskommunikation der richtige Begriff für das wäre, was eigentlich Wissenschafts-PR ist, was nehmen wir dann eigentlich als Oberbegriff für all die Spielarten der Kommuni[ka]tion in, um und um die Wissenschaft herum?

    Zumindest ließe sich eine “Spielart der Kommunikation” benennen, die dann ausdrücklich keine “Wissenschaftskommunikation” wäre; nämlich:
    wissenschaftliche Korrespondenz.

  12. #12 Reiner Korbmann
    30. September 2014

    @Marcus Anhäuser Sie selbst haben Paul Watzlawick zitiert. Das beantwortet Ihre provokative Frage von selbst. Ich bin sicher, in den USA würden sich die Journalisten deutlich wehren, zur Szene der Science Communication gerechnet zu werden, sie gehören zu den freien, unabhängigen Medien, die sich nicht vereinnahmen lassen, auch wenn sie als Profis kommunizieren. So ist die Wirklichkeit, die Theorie mag anders aussehen.

  13. #13 Josef König
    Bochum
    30. September 2014

    Ich kann Rainer Korbmann nur zustimmen! Als ich 1990 Sprecher und Leiter der Pressestelle der Ruhr-Universität Bochum wurde, war damit meine Profession klar und erschöpfend bezeichnet.
    In den letzten 25 Jahren hat sich aber der Beruf enorm und deutlich gewandelt. Es kamen weitere Zielgruppen wie Mitarbeiter, Studierende, Schüler, Lehrer, allgemeine Öffentlichkeit und lokale Bevölkerung dazu, es wuchsen die Anforderungen an Qualität der Arbeit und Differenzierung von Zielgruppen, Textsorten, sowie die Ausweitung von Medien (Unizeitung, Wissenschaftsmagazin, Prospekte, Infos für verschiedene Zielgruppen, Homepage und online-Medien, Social Media usw.). Daher kann man den Beruf mit “Pressesprecher” allein nicht mehr erfassen. Kein Wunder daher, dass immer mehr Unis dazu übergegangen sind, ihre Abteilungen unter dem Oberbegriff “Hochschulkommunikation” zu erfassen und sie in Unterabteilungen wie Pressearbeit, interne Kommunikation, Veranstaltungsorganisation, Social Media, Alumnibetreuung, Marketing, usw. zu auszudifferenzieren.
    So witzig also Markus Anhäuser hier mit der Definition spielt – er liegt dennoch etwas neben der Spur. Aber das ist nur allzu verständlich, denkt er doch ausschließlich aus der Perspektive eines Wissenschaftsjournalisten.
    Zustimmen möchte ich noch Nikola Wessinghage: Wenn Wissenschaftsjournalisten – nicht frei von Hybris – einfach behaupten, sie benötigten keine Pressesprecher als Gesprächspartner, und sie seien unabhängige Denker und investigativ tätig, darf es nicht wundern, dass manche PR-Kollegen ihren Beruf herabgesetzt sehen und sich nicht trauen, gegen die sich nur der hehren Wahrheit verpflichteten Wissenschaftsjournalisten dagegen zu halten. Da kommt mancher Mangel an Selbstbewusstsein durch. Aber dieser Mangel nimmt glücklicherweise ab.

    • #14 Florian Freistetter
      30. September 2014

      @Josef König: “So witzig also Markus Anhäuser hier mit der Definition spielt – er liegt dennoch etwas neben der Spur. Aber das ist nur allzu verständlich, denkt er doch ausschließlich aus der Perspektive eines Wissenschaftsjournalisten.”

      Als jemand der kein Wissenschaftsjournalist ist, kann man wohl ausschließen, dass ich den gleichen “Fehler” wie Marcus mache. Ich stimme seinem Artikel aber trotzdem zu. Ich habe schon lange probiert zu verstehen, was “Wissenschaftskommunikatoren” eigentlich machen und was diesen Job von Wissenschaftsjournalismus bzw. PR-Arbeit für Unis unterscheidet. Bis jetzt konnte mir das allerdings noch kein Wissenschaftskommunikator erklären. Auch nicht, ob ich selbst denn nun Wissenschaftskommunikator bin oder nicht.

      Öffentlichkeitsarbeit für eine Universität oder Forschungseinrichtung zu machen, ist doch nicht verwerflich! Warum also die Aufregung, wenn man diesen Job auch korrekt beschreibt?

  14. #15 DH
    30. September 2014

    Nikola Wessinghage hats schon angesprochen , der Begriff “PR” ist nachhaltig diskreditiert , aus guten Gründen , vielleicht ist es gar nicht so ungeschickt , ihn zu vermeiden .

    Darüberhinaus zeigt die Erfahrung in verschiedensten Bereichen , daß Intensität und Lautstärke der Beschäftigung mit PR umgekehrt korrelieren mit der Substanz des dahinter stehenden Inhalts.

  15. #16 Josef König
    30. September 2014

    @Florian Freistetter – Natürlich ist PR für Unis und Wissenschaftsorganisationen nichts Verwerfliches (außer vielleicht in den Augen einiger Wissenschaftsjournalisten, die die Berührung mit PR und Pressesprechern meiden wie der Teufel das Weihwasser), und wenn man den Job professionell und mit dem Anspruch auf Wahrhaftigkeit ausfüllt, wird man auch von Journalisten als Gesprächspartner ernst genommen.
    Es ist mir auch egal, ob wir als Wissenschaftskommunikatoren oder als Wissenschafts-PR-ler oder als Öffentlichkeitsarbeiter für die Wissenschaft tituliert werden; Hauptsache ist, dass wir gute, professionelle Arbeit in unserem Metier leisten und unseren Gegenübern kein X für ein U vormachen.
    Und was den Unterschied zwischen Wissenschafts-PR und Wissenschaftsjournalismus ausmacht – dass jene die Information/Kommunikation aus einer Institution in die Öffentlichkeit ist und man natürlich pro domo für und über diese Institution spricht, schreibt, informiert usw. und somit selbstverständlich Partei ist, wohingegen Wissenschaftsjournalisten idealiter solche sind, die von der Sache was verstehen sollten, über die sie schreiben und auch in der Lage sein sollten, das Thema kritisch einzuschätzen – (kritein, gr. = unterscheiden).
    Ich habe mich nie als Wissenschaftsjournalisten gesehen, bin auch keiner, sondern jemand, der meine Universität, die Ruhr-Universität Bochum, nach außen vertreten hat – und umgekehrt intern versucht hat, bei Wissenschaftlern und anderen Verständnis für die Nöte, Bedarfe und Aufgaben von Journalisten zu wecken. Das war mir Aufgabe genug!

  16. #17 Marcus Anhäuser
    1. Oktober 2014

    @Josef König das sich das Profil des früheren Pressesprechers verändert hat ist klar (auch nochmal schön bei Zens et al beschrieben), dass man das, was an interner Kommunikation läuft nicht als PR bezeichnen kann, ist auch klar, weil es keine Kommunikation nach außerhalb ist. Aber all das andere, was sie aufzählen, Pressearbeit, Veranstaltungsorganisation, Social Media, Alumnibetreuung ist doch genau das: Public relations. Und das war auch das Hauptthema in Hannover (Anmerkung: ich war nicht anwesend), siehe Definition Volkswagenstiftung. Trotzdem ist der Begriff arg selten zu finden. Es geht auch nicht darum überall das Wort Wisskomm durch PR zu ersetzen, es geht nur darum, das Kind da beim Namen zu nennen, wo es angebracht ist. Das hat tatsächlich was mit Selbstbewusstsein zu tun, das hier vielleicht gefordert ist. Und vielleicht geht es auch darum den geschmähten Begriff wieder positiv zu besetzen, einfach durch gute Arbeit, die ja jeden Tag ganz viele der Kollegen machen und auch schon immer gemacht haben. Zur Professionalisierung, die Reiner Korbmann immer wieder einfordert, finde ich, gehört auch sich zu dem zu bekennen, was man macht: Interessen geleitete (was unvermeidlich ist) Kommunikation aus dem System heraus nach draußen. Was dann gute und schlechte PR ausmacht, dafür gab es ja dann diesen Sommer ausreichend Hinweise und Ratschläge von allen Seiten aus der Wisskomm (auch von Journalisten und auch auch aus der “Science about Science Comm Community”).

  17. #18 Christine Vollgraf
    1. Oktober 2014

    @Markus
    Nur mal der Ordnung halber: Kommunikation nach innen ist sehr wohl PR. PR bedeutet Beziehungen zur Öffentlichkeit herstellen und pflegen. Man teilt die Öffentlichkeit in Teilöffentlichkeiten ein und so gibt es auch eine interne Öffentlichkeit. Die Regeln der interenen Kommunikation sind dabei auf weiten Strecken vergleichbar mit denen der externen Kommunikation. So hat frau das jedenfalls mal gelernt…

  18. #19 Marcus Anhäuser
    1. Oktober 2014

    @Christine interessant, ich würde das eher an ‘innen’ und ‘außen’ festmachen, weil “Public” eben die Öffentlichkeit ist, die außerhalb des Systems erreicht werden soll.

  19. #20 Marcus Anhäuser
    1. Oktober 2014

    Übrigens, weil hier mehrfach der schlechte Ruf des Begriffs der PR angesprochen wurde: So toll ist der Ruf des Journalismus nun auch nicht.

    • #21 Nicola Wessinghage
      Hamburg
      1. Oktober 2014

      @Marcus Anhäuser #20: Auch das ist wahr. Hatte mal ein Gespräch mit einem Journalisten, der mir eine recht heftige Geschichte erzählte, die er mit einer PR-Agentur erlebt hatte. Als ich ihm sagte, dass man sich schon manchmal für die eigene Branche schäme, sagte er, das gehe ihm mit seinem Berufsstand oft genauso. Der Unterschied: Während “Qualitätsjournalismus” zumindest theoretisch definiert ist und es die Lehre vom unabhängigen Journalismus gibt, besteht ein adäquates Verständnis von PR in der breiten Öffentlichkeit weniger bis gar nicht. In der Branche selbst entwickelt es sich gerade, darüber wurde hier schon gesprochen. Vielleicht hat das damit zu tun, dass die Professionalisierung hier erst später eingesetzt hat und sich die Diskussion auch innerhalb der Branche erst nach und nach entwickelt.

  20. #22 Barbara Abrell
    München
    1. Oktober 2014

    Marcus, eine provokative Frage: Ist der medien-doktor nicht auch PR für die Technische Universität Dortmund? Oder siehst Du Dich ausschließlich als Wissenschaftsjournalist?

    Als ich noch als Wissenschaftsredakteurin gearbeitet habe, habe ich meine Aufgabe anders definiert, als in meinem jetzigen Job – in der “Wissenschafts- und Unternehmenskommunikation” der Max-Planck-Gesellschaft. Als Journalistin war es auch meine Aufgabe, Wissenschaft kritisch zu hinterfragen. Viele Wissenschaftsjournalisten verstehen sich nur noch ausschließlich als Kommunikatoren (ein sehr weiter Begriff), was meiner Meinung nach zu kurz greift.

    Ansonsten finde ich die Diskussion sehr akademisch. Egal ob man sich selbst als Redakteur-in, Journalist-in, Pressereferent-in, Wissenschaftskommunikator oder als Mitarbeiter-in in der PR sieht, die Grenzen sind mittlerweile fließend. Jeder sollte sich über seine Aufgabe definieren, ihre Notwendigkeit beständig hinterfragen und seinen Job so gut wie möglich machen. Mir ist es dabei völlig egal, ob der Ruf meiner Zunft nun schlecht ist oder nicht.

  21. #23 Marcus Anhäuser
    1. Oktober 2014

    @ Barbara Du meinst, weil es öffentlich ist? Naja, es ist ein Lehr- und Forschungsprojekt aus dem Bereich der angewandten Journalismusforschung der TU. Es ist ja nichts, was entwickelt wurde zum Zweck der öffentlichen Außendarstellung der Uni. Die Ergebnisse der Forschung werden zum Teil auf der Seite, zum Teil in wissenschaftlichen Veröffentlichungen publiziert. Und wissenschaftliches Arbeiten an sich ist ja keine PR. Im Zusammenhang mit dem Projekt gibt es dann natürlich Pressemitteilungen, die PR sind, klar.

  22. #24 Henning Krause
    1. Oktober 2014

    Ich stimme Barbara Abrell, Reiner Korbmann und Josef König in ihren Kommentaren zu.

    @Marcus: Ich verstehe die Polemik in Deinem Artikel nicht. Wer hat “Angst” vor dem Begriff “PR”, wie es in Deiner Überschrift steht? Solche “Merkste?”-Rhetorik bringt doch die inhaltliche Diskussion nicht voran.

    Zum Inhalt – ich fasse meine beiden von Dir verlinkten Kommentare nochmal zusammen: Ich sehe einen fundamentalen Unterschied zwischen Wissenschaftskommunikation/Öffentlichkeitsarbeit, die nach meinem Verständnis informieren, unterhalten und überzeugen soll, und Werbung/Marketing, die Anzeigen schaltet und überredet, statt zu überzeugen. Der Begriff “public relations” ist zwar im eigentlichen Wortsinn sehr nah dran an “Öffentlichkeitsarbeit”, ist aber nach meinem Sprachempfinden bei der Mehrheit der Sprachnutzer mit Werbe- und Marketingaspekten konnotiert – insbesondere im Deutschen in der abgekürzten Form “PR”. Da mag man jetzt Sprach-Definitionen aus der Wikipedia herausziehen – die Konnotationen bleiben. Insofern ist aus meiner Sicht “Öffentlichkeitsarbeit” oder alternativ “Wissenschaftskommunikation” die beste Bezeichnung für mein Tätigkeitsfeld – in meinen Selbstverständnis. Ich habe auch keine Bauchschmerzen mit dem Begriff Öffentlichkeitsarbeit, wie es Michael Sonnabend neulich schrieb (http://www.weltamsonnabend.de/unabhaengige_wissenschaftskommunikation/).

    Außerdem ist wohl jedem Menschen klar, dass jemand, der bei oder im Auftrag einer Organisation arbeitet, auch die Interessen der Organisation vertritt – ob in der Wissenschaft, in den Medien oder in der Öffentlichkeitsarbeit. Und es haben auch Pressestellen von Forschungseinrichtungen schon erkannt, dass die meisten Menschen da draußen an einer “wir sind die tollsten”-Eigenwerbung überhaupt kein Interesse haben. Es ist grottenlangweilig und interessiert außerhalb des eigenen Hauses niemanden. Diese Einsicht akzeptierend gibt es eine Entwicklung dahin, sich kommunikativ eher in Richtung eines Anbieters von Diskussionsplattformen zu positionieren und die Mitbewerber auch zu Wort kommen zu lassen. Oder auch vollkommen unabhängig von eigener Eingebundheit, “einfach über Wissenschaft zu berichten”. Aus meiner Sicht eine Notwendigkeit im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Menschen. Beispiele von meinem Job: unsere Diskussionsreihe “Fokus@Helmholtz”, unser Print-Magazin “Helmholtz Perspektiven” und unser Wissenschaftscomic “Klar Soweit?” (Meta-Eigenwerbung?). Jetzt kann man berechtigterweise einwenden, dass auch wenn die PR versucht Journalismus zu machen oder zu imitieren, dann bleibt der Werbeaspekt darin enthalten, dass eine bestimmte Marke der Absender ist. Und das ist in der Tat so – ebenso wie bei Verlagen, Medien, angestellten und freien JournalistInnen mit ihren Eigeninteressen, Abhängigkeiten (Werbekunden) und politischen Überzeugungen. Jeder hat Eigeninteressen. Aber nur weil z.B. einige Journalismus produzierende Organisationen es geschafft haben, sich ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger zu erlobbyen, behauptet doch auch niemand, man dürfe “Journalismus” jetzt nicht mehr als solchen bezeichnenen – nur weil z.B. Verlage auch Eigeninteressen haben. Aber auch das ist ja kein Geheimnis und man schreibt den Absender eben transparent ins Impressum.

    Insofern widerspreche ich Deiner Behauptung “Wissenschafts-PR” sei die präzisiere Beschreibung für die Tätigkeit der Öffentlichkeitsarbeiter von Wissenschaftsorganisationen. By the way – hat außer Michael Sonnabend noch jemand was gegen den Begriff “Öffentlichkeitsarbeit”? Würde mich mal interessieren?

    Offenlegung: Ich arbeite als Social Media-Manager in der Abteilung Kommunikation und Medien der Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft in Berlin und vertrete hier meine private Meinung.

  23. #25 Marcus Anhäuser
    1. Oktober 2014

    @Henning bei dem Begriff Öffentlichkeitsarbeit bin ich ganz bei Dir, ich gebe dir auch Recht, was Du und andere hinsichtlich der Konnotation des Begriffs PR (insbesondere dieser Abkürzung) schreiben: das ist “belastet”, keine Frage, aber das ist “Journalismus” auch, finde ich. Ob es deshalb die bessere Lösung ist, das ganze einfach durch den Begriff Kommunikation zu “neutralisieren”, das finde ich und auch ein paar andere, eben den falschen Weg. Es verwirrt und führt eben ständig dazu, dass der ein oder andere erst mal wieder erklären muss, was er meint, und das geht jetzt schon seit Jahren so (ich mach das ja auch schon seit 1999). Also ich finde Public relations (PR) und auch Öffentlichkeitsarbeit die präziseren Begriffe (weil es eben genau das ist: Beziehung in die Öffentlichkeit aus dem System heraus herstellen), nur werde ich wohl kaum die Zunft dazu bringen, das zu ändern, das ist mir auch klar. Aber es passiert gerade so viel in dem Bereich, kann man das nicht auch damit verbinden, den Begriff Public relations/Öffentlichkeitsarbeit insbesondere in der Wissenschaft neu zu besetzen?

    Und was die Polemik angeht: Das hier ist mein privater, persönlicher Blog, das ist nicht alles so fein ausgearbeitet, wie anderswo. Aber das muss ich dir nicht erklären, du kennst die Landschaft so gut wie ich. Lass uns zusammensetzen und Du weißt, dass ich dann ganz umgänglich bin und zur Sache ganz unpolemisch diskutiere.

  24. #26 josef könig
    Bochum
    1. Oktober 2014

    @Markus #17 Ganz so einfach ist die Trennung nicht, daher war mir letztlich die Denomination egal. Nur ein Beispiel: Gehören die Studierenden zur internen oder zur externen Öffentlichkeit? Als Mitglieder der Universität sind sie natürlich intern; aber ihr Verhalten ist häufig das des externen! Sie erfuhren früher mehr über die eigene alma mater über die lokalen Medien als über die universitären Medien. Aber die Studierenden sind eine wichtige Zielgruppe, denn: überzeugt man 30.000 Studierende von der eigenen alma mater, so sprechen sie gut über sie bei Mama, Papa, Oma, Opa, Schwester, Freundin usw … und das ist mehr Wert als ein 20 Zeiler im spiegel oder eine Seite in der WAZ …
    Und ob wir PR (amerikanisch), Öffentlichkeitsarbiet (deutsch) oder relacoes publicas (Portugiesich) oder wie auch immer das Kind nennen – die Benennung ist akademisch! Wir sind für interessengeleitete Information und Kommunikation zuständig – und wir wissen das und stehen dazu, was Journalisten häufig für sich weit von sich weisen würden. Denn wir haben ein klares Ziel vor Augen bei unserer Arbeit und das heißt “Vertrauen in die eigene Organisation bei unterschiedlichen Teilöffentlichkeiten erzeugen”.

  25. #27 Marcus Anhäuser
    1. Oktober 2014

    Gearde mal zwischendurch ein Fundstück über den Ruf von Wissenschaftsjournalisten:
    “Was bietet Wissenschaftjournalismus ? Blablabla, Wichtigtuerei, Halbwissen, Unsinn, Zeitverschwendung uam.
    Wissenschaftsjournalisten sind nicht in der Lage, Wissen zu vermitteln. Sie spekulieren und versuchen, ihren Job zu vergolden, weil sie nichts anderes können, als pseudowissenschaftliche Publikationen an den Mann zu bringen. Sie tragen keine Verantwortung und dürfen spekulieren, gaukeln und schwindeln. Sie treten sogar hinreisserisch auf, sprechen von Durchbruch, Sensation, …
    wo der ernste Wissenschaftler dagegen in tiefes Nachdenken verfällt.”
    Wir haben es auch nicht leicht.
    Gefunden in den Kommentaren zu Sibylle Anderls Analyse im FAZ-Blog: http://blogs.faz.net/planckton/2014/09/19/wissenschaftsjournalismus-als-herausforderung-1094/

  26. #28 DasKleineTeilchen
    2. Oktober 2014

    ich muss Nicola zustimmen; PR als begriff ist in der *deutschsprachigen* öffentlichkeit verbrannt, viel, viel mehr als die deutsche entsprechung öffentlichkeitsarbeit (viele setzen den deutschen begriff garnicht in beziehung zum englischen), und genau das scheint einer der hauptgründe für diese sprachliche verwirrung zu sein, eben *weil* die profi-PRler (haha) unter anderem bei VW (grosskonzern) sich dessen bewusst sind. öffentlichkeitsarbeit heute mit selbstbewusstsein tatsächlich als PR (in der dtsch. öffentlichkeit) zu bezeichnen, ist nicht unbedingt smart. den begriff (als anglizismus) wieder “positiv” zu besetzen, halte ich für nahezu aussichtslos. wenn lieschen müller & otto normal “PR” hören, gehen unabhängig vom thema innerlich sämtliche rolladen runter; I am not kidding, der begriff ist hierzulande tot wie frittierter hühnerarsch.

  27. #29 Barbara Abrell
    2. Oktober 2014

    @ Marcus #23 Auch wenn der medien-doktor nicht zum Zweck der öffentlichen Außendarstellung der Uni entwickelt wurde, erfüllt er jetzt genau diesen Zweck. Er ist damit, meiner Meinung nach, eine – gut gemachte – PR für das Lehr- und Forschungsprojekt sowie den Studiengang.

  28. #30 Marcus Anhäuser
    2. Oktober 2014

    @Barbara das kannst Du ja so sehen. Aber das trifft dann auf jedes öffentliche Forschungsprojekt zu. Öffentlichkeit ist ja deshalb wichtig bei dem Projekt, weil jede Bewertung Beispiele für guten und weniger guten Journalismus liefert. Man lernt bei jeder Bewertung etwas und wir machen zugleich transparent was wir, wie und warum wir es so bewerten. Wenn wir das gut und nachvollziehbar machen ist das natürlich auch sogar Werbung für den Lehrstuhl. Aber das ist ja bei jedem öffentlichen Projekt so.

    Ich habe übrigens gar kein Problem damit, den Teil meiner Arbeit als Journalist als PR zu bezeichnen, wenn ich etwa Pressemitteilungen geschrieben habe oder einen Artikel für das MPG-Forschungsmagazin. Und nur um das mal klar zu machen: ich bin hier auf meinem privaten Blog, Medien-Doktor ist ein anderer Bereich, da ist es ja erstmal kein Thema, ob das jetzt Wisskomm oder PR heißt. Das Problem treibt mich nur schon seit Anbeginn meines WissJournalisten-Dasein um, und das geht ja nicht nur mir so, sondern auch vielen anderen Journalisten und auch PR-Kollegen.

  29. #31 Daniel Stolte
    Tucson, Arizona
    3. Oktober 2014

    Interessante Diskussion, aber ich frage mich, ob wir nicht ein Problem schaffen, wo keins ist. Es gibt doch im Grunde nur zwei Arten von Wissenschaftskommunikation: kritisch hinterfragende und nicht – oder nicht primaer – kritisch hinterfragende. Erstere hat bereits einen Namen: Wissenschaftsjournalismus. Alles andere ist Wissenschaftskommunikation. In meinem Kurs “Communicating Science”, den ich an der University of Arizona unterrichte, rede ich mit meinen Studenten ueber “science communication”, “scientific communication” und “science journalism”. Damit halte ich eigentlich alles fuer abgedeckt. Ich selbst scheue nicht davor zurueck, fuer meine Funktion als Wissenschaftsredakteur in der Presseabteilung den Begriff “Science PR” zu verwenden.

  30. #32 Marcus Anhäuser
    4. Oktober 2014

    @Daniel klar, das so zu bezeichnen machen ja viele. Nur, was wäre denn dein Oberbegriff unter denen du die drei zusammenfasst? Zwei davon nennst Du ja schon Kommunikation. Und kann nicht PR (aka Sci Comm) nicht auch kritisch hinterfragend sein? Vielleicht nicht die eigene Wissenschaft, aber die Wissenschaft von anderen? Und wäre Scientific Communication die wissenschaftsinterne Kommunikation, die wäre doch auch hinterfragend (das ist ja sogar ein Kern dieser Kommunikation, wenn ich richtig verstehe, was Du damit meinst).

    Und es gibt natürlich auch ganz viel WissJour, der nicht unbedingt kritisch hinterfragend ist, sondern einfach nur erklärend, begeistert usw. Da unterscheiden sich PR und Journ oft gar nicht.

  31. #33 Marcus Anhäuser
    4. Oktober 2014

    @Josef König klar gibt es Bereiche, die schwerer zuzuordnen sind, aber das ist ja nicht mein Punkt. Es fällt halt auf, dass selbst dann, wenn es ganz einfach wäre, das Kind nicht beim Namen genannt wird.

  32. […] Marcus Anhäuser (Plazeboalarm.de): Die Angst der Kommunikatoren vor der PR […]

  33. […] Vielem, mit dem wir täglich umgehen). Dies hat die Volkswagen Stiftung jüngst getan hat (und damit Irritationen beim Bloggerkollegen Marcus Anhäuser vom Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund ausgelöst). Vor allem in diesem „heißen […]