Ein kurzer Hinweis auf ein – wie ich finde – sensationelles Video-Tutorial, das sich eigentlich an Wissenschaftler richtet, aber auch für Wissenschaftsjournalisten und jeden geeignet ist, der kleinere Dinge auf Fotos präsentieren will – aber keine Kamera mit Makrofunktion hat und auch sonst keine Möglichkeiten für ein studioartige Umgebung.

MIT OpenCourseWare präsentiert dazu einen Videokurs (“Making Science and Engineering Pictures: A Practical Guide to Presenting Your Work“), bei dem man lernt einen – Achtung! – Flachbettscanner als Kamera zu nutzen. Ich will da gar nicht so viel erklären, schaut einfach selbst. Der Kurs ist auch deshalb sehr empfehlenswert, weil die Tutorin und Fotografin für wissenschaftliche Fotos Felice Frankel (@felicefrankel) eine sehr angenehme Art hat, die Dinge zu erklären.

Kommentare (17)

  1. #1 schlappohr
    29. November 2014

    Auf die einfachsten Ideen kommt man meistens nicht.
    Mich würde mal interessieren, wie Frankel dreidimensionale Gegenstände (also solche, deren Dicke nicht vernachlässigbar ist) durchgehend scharf abbildet, z.B. die Spieluhr. Die Fokusebene des Scanner liegt direkt über der Glasplatte und kann auch nicht verändert werden.

    BTW: Es heißt OpenCourseWare, nicht OpenSourceWare :-) (Obwohl das in gewisser Weise auch richtig ist)

  2. #2 Marcus Anhäuser
    29. November 2014

    Sie bekommt es nicht durchgehend scharf, soweit ich es bisher gesehen habe. Bei der Spieluhr ist nur der Teil scharf, der nahe am Glas liegt. Ich habe aber auch nur die ersten beiden Folgen gesehen bisher.

    Fehler korrigiert, danke.

  3. #3 schlappohr
    29. November 2014

    Auch wenn ich nerve… aber das ist immernoch falsch geschrieben (…Cource…)

    Ich habe mal eine kleine Platine mit elektronischen Bauteilen auf meinen Scanner gelegt, die ist insgesamt etwa 5mm dick, also deutlich dünner als die Spieluhr. Aber es werden wirklich nur die Teile scharf abgebildet, die direkt auf dem Glas liegen. Was einen Millimeter weiter weg ist, ist kaum noch zu erkennen (bei 4800dpi), aber die Spieluhr ist locker einen Zentimeter hoch und zumindest halbwegs scharf abgebildet.
    Ich vemute mal, sie verwendet einen besseren Scanner. Meiner macht anscheinend ein Multipass-Scanning mit einem Pixelversatz zwischen den einzelnen Scans, das führt bei weiter entfernten Objekten zu Unschärfe.
    Ein getrocknetes Laubblatt sieht hingegen genial aus,
    wenn man ein paar schwere Bücher auch den Scannerdeckel legt.

  4. #4 Marcus Anhäuser
    29. November 2014

    Das nervt nicht, das ist wichtig, danke, korrigiert.
    Ich werde mir den ganzen Kurs anschauen und berichten, ob es dazu Infos gibt.

  5. #5 chris
    29. November 2014

    Als ich noch keine Digicam hatte, habe ich alles auf den Scanner gelegt. Bilder für Ebay etwa – von allen möglichen Gegenständen.

    Auch sonderbar… ich hatte vor einer Digitalkamera einen Flachbettscanner.

  6. #6 Stefan Wagner
    http://demystifikation.wordpress.com/2014/11/29/minusch-profil/
    30. November 2014

    Ziemlich beeindruckend.

  7. #7 werner67
    30. November 2014

    @chris: Gar nicht sonderbar. Weit vor vernünftigen, bezahlbaren Digicams gab es schon solche Flachbettscanner, oft mit SCSI-Anschluss (noch vor USB-Zeiten), so ca. Anno ’97

  8. #8 rolak
    30. November 2014

    ca. Anno ’97

    Das ging urplötzlich rasend schnell – in der ersten Hälfte der 90er waren diese ulkigen Handscanner, Modell Kehrmaschinchen, das NonPlusUltra, auf eine zähe Entwicklung hätte ich damals getippt. Dann gabs erste FlachbettTeile mit riesigen Interfaces, exotischen Anschlüssen und horrenden Preisen — und schon m nächsten Morgen stand um die Ecke beim Discounter einer für nen schlanken Taler.

  9. #9 the-grue
    1. Dezember 2014

    Die Guten haben schon eint Tiefenschärfe von wenigen cm. “Damals” als Schüler vor gefühlt 25 Jahren hab’ ich damit schon Makros gescannt.
    Wenn man das Objekt nach dem Scan um ca. 5mm (experimentieren) parallel zur Sensorleiste verschiebt, nochmal scannt und die beiden Bilder wie beim magischen Auge “anschielt” gibt’s sogar einen 3D-Eindruck.

  10. #10 Marcus Anhäuser
    1. Dezember 2014

    Gibts denn Hinweise auf die man beim Kauf achten kann, um herauszufinden wie groß die Tiefenschärfe ist? Im Tutorial spricht felice Frankel übrigens auch von einem Scanner, der auch eine Lichtquelle im Deckel hat, also auch eine Durchleuchtung erzeugen kann, was in ihrem Fall bei Petrischalenaufnahmen eine bessere Aufnahme erzeugte.

  11. #11 Christian Reinboth
    1. Dezember 2014

    Hochspannend. Wenn ich diese Woche dazu komme, teste ich das mal mit zwei unterschiedlichen Flachbettscannern durch und mache von den Objekten gleichzeitig Vergleichsaufnahmen mit dem Mikroskop.

  12. #12 Stefan Wagner
    http://demystifikation.wordpress.com/2014/12/05/hochauflosende-makroaufnahmen-mit-einem-flachbettscanner-plazeboalarm/
    5. Dezember 2014

    Solch seriöse Verwendungszwecke habe ich noch nicht gefunden, aber einen Mobiltelefonakku mit grauer Reliefschrift auf grauem Grund die ich nicht lesen konnte habe ich schon gescannt um sie zu vergrößern und auch zu klein gedruckte Bedienungsanleitungen.

  13. #13 rolak
    5. Dezember 2014

    grau in grau

    Meinst¹ Du das ‘smdDingelskirchen’ links unten oder die Blindprägung, Stefan? Bei letzterem hilft eine Kantenschärfung – oder, ganz oldschool, Farbe und Radiergummi.
    Sonst aber ein schöner Praxistest.

    btw: Einmal den link hätte es sicherlich auch getan

    _____
    ¹ zu spät Deinen Text gelesen, zuerst nur aufs Bild konzentriert… Mist aber auch^^ was solls, hast ja nicht immer nen Scanner dabei ;-)

  14. #14 Sulu
    1. Juni 2015

    Kantenschärfung

    So viele Möglichkeiten, ich mache es mit
    Highpass und Tonwertkorrektur…

  15. #15 Sulu
    1. Juni 2015

    Dann gabs erste FlachbettTeile mit riesigen Interfaces

    Mit diesen Handscannern konnte man am ehesten noch Kunst machen… Flachbettscanner gab es aber schon ab Ende der 80er, im Prinzip sahen die aber nicht groß anders aus als heute. 600 dpi waren allerdings gegen Mid90es HighEnd…

  16. #16 rolak
    12. Dezember 2015

    schon ab Ende der 80er

    Eile mit Weile heißt es, gilt anscheinend auch für diese Antwort, Sulu, doch es ist Zufall. s.u.

    Klar, die gabs schon vor der großen 9, entsinne mich an ein Modell, daß groteske Ausmaße hatte (A3 für nen A4-scan), schon weil das Mainboard mit (mindestens) einem T800 und richtig viel Speicher im Format eines mittelgroßen Backbleches daherkam. Da durfte ich übers WE für 16Bit-ISA nen rechnerseitigen InterfacePrototyp samt Treiber zusammenkloppen. Lief erstaunlicherweise recht gut, für ne Demo ok…

  17. #17 rolak
    12. Dezember 2015

    So, und nun zum eigentlichen Thema: Gestern wurde der VogelbeerenAnsatz abgefüllt und der durchaus noch fruchtige Preßkuchen war viel zu schade zum Entsorgen. Der Großteil soll die Woche gesüßt, gesahnt und vanillisiert zu einem Kuchenbelag umgestaltet werden – ein Portiönchen allerdings durfte schon die feierliche Probe begleiten, unter Apfelmus gemischt. Also rüber ans Regal, das Dunkelste¹ des Puren² gezogen, hmm, hier ist also der ganze Staub hin, ersma Deckel abwischenderweis säubern, wasdatten fürn komischer Klecks *pock*

    Tja, da war ein winziges Löchlein wohl im Zuge des Abfüllens derart ausreichend befeuchtet worden, daß es sich selber aufrosten konnte. Plop, es fiel der Groschen, ab zum Scanner, mit dem Seitenschneider aufknipsen zum Flachlegen, Übersicht, Detail und tadaaa! Ohne Anspruch auf gehobene technische oder künstlerische Qualität: kitchen shuriken and flowering puncture.

    Zum Glück wars nur ein kleines Gläschen, das nächsthellere war dann ok.
    (schon bei zwei links in die Mod, da hätte ich auch alles in einen Kommentar packen können)

    _____
    ¹ immer ein Zeichen für tarro loco -äh- Glas nicht ganz dicht
    ² es gibt auch Gehaltvolleres, mit Maisgrieß-, Sago- oder so -Beimischung