Wie eigenartig: Ein kurzer Blick zu den Kollegen der Scilogs offenbart etwas Seltsames. Die Blogplattform ist ein Ort der Stille, wenn es um DAS Thema schlechthin derzeit geht: Keine Schweinegrippe, nirgends. Was’n da los?

Ich wollte einfach mal sehen, was dort die Blogger zum Thema zu sagen haben. Wollen Sie aufklären, sich lustig machen, die gesellschaftliche Relevanz diskutieren oder was auch immer …

Aber, nada.

Wenn man über die Suchffunktionen der jeweiligen Unterplattformen (eine zentrale Suchfunktion habe ich nicht entdeckt, oder ist die das oben rechts?) den Begriff “Schweinegrippe” eingibt, bekommt man folgendes Ergebnis:

i-1e0f4b354614d4a2701a684f3631e16f-Bild 1.png

Ich weiß gar nicht, wie ich das finden soll?

Ist das Lässigkeit, im Sinne von Coolness oder Lässigkeit, im Sinne von “etwas sträflich vernachlässigen”, oder Ignoranz, Arroganz, Bescheidenheit, Bedachtsamkeit, Unaufgeregtheit oder der viel zitierte Elfenbeinturm?

Oder einfach nur eine mangelhafte Suchfunktion?

Ich meine, ich zähle 67 Blogs. Und keiner hat was zu dem Thema zu sagen? Bemerkenswert.

Eine angenehme Insel der Stille oder doch nur der Elfenbeinturm? Oder einfach zu sehr in den eigenen Themen vergraben?

Mal sehen, ob sich wer meldet. Ich könnt’ ja wetten … Quatsch, hier muss sich ja keine rechtfertigen.

Nachtrag:
Überraschend, das ist das Wort, was es am besten trift. Ich fand es überraschend

Kommentare (47)

  1. #1 Thilo
    30. April 2009

    Hat jetzt nichts mit dem Thema zu tun, aber kann den Leuten von den scilogs mal jemand erklären, wie Trackbacks funktionieren? Ist mir schon x mal passiert, daß Trackbacks dort nicht angenommen wurden.

  2. #2 Marcus Anhäuser
    30. April 2009

    geht mir genauso

  3. #3 hockeystick
    30. April 2009

    Was bin ich froh, dass ich das Thema bei uns umfassend abgehandelt habe.

  4. #4 Stefan
    30. April 2009

    Ich tippe mal auf Unaufgeregtheit oder wie heute auf Focus-Online steht: “In vier Wochen ist der Spuk vorbei, prognostiziert ein Experte.” http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/psychologie/psychologie-was-neu-ist-macht-angst_aid_395026.html

    Mal sehen, welche Sau dann durchs Dorf gejagt wird.

  5. #5 Marcus Anhäuser
    30. April 2009

    @hockeystick
    ja, ist mir auch schon aufgefallen, ihr habt eigentlich alles abgehandelt …

  6. #6 Karl Mistelberger
    1. Mai 2009

    Bei den Scienceblogs fand ich bei Suche nach “site:www.scienceblogs.de schweinegrippe” ca 1810 Beiträge, eine nur scheinbar beeindruckende Fülle von Information. Unter “site:www.wissenslogs.de schweinegrippe” gab es zur gleichen Zeit keine einzige Fundstelle.

    Dafür ist der Artikel “Wo bleibt die nächste Pandemie?” frei verfügbar (http://www.spektrum.de/artikel/943422&_z=798888). Den finde ich allemal nützlicher als die 1810 Beiträge.

  7. #7 Marcus Anhäuser
    1. Mai 2009

    @Karl Mistelberg
    Ist das fair? Da müsste ich ja jetzt mit der Bunten kontern, oder? ;-) Außerdem, so schlecht it das auch nicht, was sich hier findet:
    http://www.scienceblogs.de/2009/05/kein-grund-zur-panik-wissenschaftliche-infos-zur-schweinegrippe.php

  8. #8 melanie gatzke
    1. Mai 2009

    Eine erstaunliche Hysterie und alle springen mit. Die Medien eifern um die Wette, wer den besten Aufreißer hat.
    Wir haben nicht zum ersten mal eine Grippewelle. Sie kommt jährlich wieder.
    Das ist der Lauf der Welt seit Jahrtausenden. Was solls.
    Angst haben schon wieder einige vor wirtschaftlichen Verlusten wegen Krankheitsausfällen, ist das nicht erstaunlich. Nicht die Grippe ist also das Problem, sondern die angeblichen wirtschaftlichen Einbußen. Das sind Sorgen, man oh man.
    Alles dreht sich um das liebe Geld. Kommt irgendwann auch noch mal eine Geldgrippe?
    Noch soll ja am Geld keiner gestorben sein, wohl ist aber so mancher zum Unmenschen geworden.
    Der Euphorie sind keine Grenzen gesetzt– Sars-Vogelgrippe Schweinegrippe —
    Was ist das Nächste? Hundegrippe? Katzengrippe?
    Die Pharmaindustrie braucht Umsatz, Leute kauft auf Vorrat, solange der Vorrat reicht.

  9. #9 Marcus Anhäuser
    1. Mai 2009

    @Gatzke
    also Sie finden: Die Scilogs sind eine angenehme Insel der Stille.

    Zum Thema Media-Hype eine interessante Meinung von unser aller geschätzten Ben Goldacre. Er findet das gar nicht so verkehrt, denn diese Neue Grippe hat schon mehr “zu bieten” als SARS und vor allem Vogelgrippe.
    http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2009/apr/29/swine-flu-hype

  10. #10 Chris
    1. Mai 2009

    Vielleicht haben die auch nur einen zu vorsichtigen “Virenscanner” installiert?

    und fünf Euro in die Kalauer-Kasse ;-)

  11. #11 Marcus Anhäuser
    1. Mai 2009

    nicht schlecht

  12. #12 Stefan
    1. Mai 2009

    Ich verstehe das Problem immernoch nicht und bin auch nicht durch die bisherigen Kommentare schlauer geworden. Warum muss ein Thema, das in allen Medien auf unterschiedlichster Art und Weise breit getreten wird, auch noch unbedingt in der Blogosphäre stattfinden? Ich selber habe diese Erwartungshaltung gar nicht. Verstehe ich da was falsch? Wenn ein Blogger einen konstruktiven Beitrag abgeben kann ist das ja fein, aber seit wann gibt es einen Zwang bestimmte Themen zu behandeln? Es ist doch auch sehr leicht, Themen zu finden, die auf scilogs stattfinden, aber nicht auf scienceblogs und eben auch umgekehrt. Ich frag mich echt schon den halben Tag: Wo ist das Problem?

  13. #13 Sven Türpe
    1. Mai 2009

    Warum muss ein Thema, das in allen Medien auf unterschiedlichster Art und Weise breit getreten wird, auch noch unbedingt in der Blogosphäre stattfinden?

    Weil sich verdächtig macht, wer nicht mit der Herde rennt — und die Herde verunsichert. Ist es nur Desinteresse? Wissen die etwas, was wir nicht wissen? Wissen sie etwas nicht, was wir ihnen nun wirklich oft genug erklärt haben? Handelt es sich gar um Freigeister, die sich und ihre Bloggerei nicht wichtig nehmen? Steht am Ende alles über die Grippe bereits in der Wikipedia? Sind Blogs vielleicht doch nur Internettagebücher und nicht die Medienzukunft?

    SCNR

  14. #14 Marcus Anhäuser
    1. Mai 2009

    @Stefan
    Du hast ja gar nicht Unrecht. Es ist kein Problem. Es muss auch niemand über die Schweinegrippe schreiben. Doch man kann das von verschiedenen Seiten sehen.

    Als einzelner Blogger, so wie Du, der sagt: Das ist nicht mein Thema, warum soll ich mich dazu auch noch äußern. Und wenn das 67 Blogger finden, völlig okay. (oder die arrogante Version: aus dem Hype halte ich mich raus, lass all die Deppen drüber schreiben, ich hab damit nichts zu tun, bitte nicht missverstehen) Mich hat es einfach überrascht, dass es keinen einzigen gibt, der was dazu schreibt. Es ist ein wissenschaftliches Thema und es ist in aller Munde. Ich hätte drauf gewettet, dass es jemanden gibt. Hier bei uns kommt das Thema in mindestens vier Blogs ausführlicher vor, bei etwa der Hälfte an Blogs gegenüber Sciblogs.

    Man kann das aber auch zum Beispiel als Plattform-Betreiber betrachten, der sich um so mehr freut, je mehr Leute auf seine Plattform kommen, was zum Beispiel damit gelingt, dass sich einige seiner Autoren mit Themen befassen, die gerade en vogue sind. (was jetzt nicht heißt, dass auf beiden Plattformen die Betreiber die Blogger dazu bringen sollen, dazu unbedingt etwas zu schreiben, da können die nur hoffen. ich zum Beispiel, hab keinen Bock auf “Hinweis” zu schreiben.)

    Man kann es auch aus der Sicht desjenigen betrachten, der sagt: So eine Wissenschaftsblogplattform ist auch dazu da, der breiten Bevölkerung Wissenschaft näher zu bringen. Und dazu eignet sich ein Thema wie dieses gerade ganz gut.

    Man kann es auch unter dem Aspekt sehen, dass die Autoren ihre Plattform voran bringen wollen, bekannter machen wollen, und da eignet sich so ein Thema vielleicht auch ganz gut.

    Man kann es als jemand betrachten, der sagt: Mit unserer Blogplattform wollen wir eine Gegenöffentlichkeit zu den etablierten Medien sein, und das Thema anders bearbeiten, darstellen (oder auch ganz auslassen, das gehört auch dazu).

    Wie gesagt: Es gibt keinen Zwang. ich fand die Wahrscheinlichkeit größer, dass jemand was schreibt, als dass niemand etwas schreibt.

    Und schließlich: ich bin Journalist, da ich vom Schreiben leben muss/will, gehört es dazu, mir zu überlegen, was Leser interessieren könnte. Das spielt hier beim Blog nur eine untergeordnete Rolle, aber beim Brötchenverdienen ist es überlebenswichtig. das kann man nicht ganz abstreifen. Daher ist mir das vielleicht aufgefallen.

  15. #15 Marcus Anhäuser
    1. Mai 2009

    @Sven Türpe
    guck, selbst Du hast einen Post zum Thema …

  16. #16 Sven Türpe
    1. Mai 2009

    Hier bei uns kommt das Thema in mindestens vier Blogs ausführlicher vor, bei etwa der Hälfte an Blogs gegenüber Sciblogs.

    Behandelt von zwei Journalisten, einem Politikwissenschaftler und immerhin einem Biologen. Sorgfältig formuliert sollte die Frage also lauten, wieso die Konkurrenz weder Kunsthistoriker noch Physiker aufbieten kann, die sich berufen fühlen, etwas zum Thema zu sagen.

    SCNR

    (Selbstverständlich habe ich was zum Thema in meinem Blog. Ich bin schließlich auch nicht vom Fach. :-) )

  17. #17 Marcus Anhäuser
    1. Mai 2009

    .. den Astronomen wollen wir jetzt aber nicht vergessen, der hat mal wieder den meist gelesen/kommentierten Artikel dazu verfasst.

    Also eigentlich sind es fünf Blogs.

  18. #18 Stefan
    1. Mai 2009

    @Marcus Anhäuser: Danke für Deine ausführliche Antwort!

  19. #19 Sven Türpe
    1. Mai 2009

    Ach ja, der Astronom war mir entgangen. Ich fasse mal zusammen: die einzigen, die — aus Zeitgründen — vorerst garantiert nicht über die Grippe bloggen werden, sind a) Wissenschaftler, die sich mit Grippeviren beschäftigen, sowie b) Geschäftsleute, die in den Grippepanikern ihre Zielgruppe wiedererkennen. Dass es in der Blogosphäre Nischen gibt, in denen sich diese (vermutete) Tatsache nicht erkennbar niederschlägt, ist in der Tat überraschend. Aber Wissenschaftler waren ja schon immer etwas verschroben.

    ;-)

  20. #20 melanie gatzke
    2. Mai 2009

    Hallo, liebe Leute, dann wollen wir doch dieses Thema etwas erweitern.
    Zitat:
    Behandelt von zwei Journalisten, einem Politikwissenschaftler und immerhin einem Biologen. Sorgfältig formuliert sollte die Frage also lauten, wieso die Konkurrenz weder Kunsthistoriker noch Physiker aufbieten kann, die sich berufen fühlen, etwas zum Thema zu sagen.
    SCNR
    (Selbstverständlich habe ich was zum Thema in meinem Blog. Ich bin schließlich auch nicht vom Fach. :-) )

    dann nehmen wir mal auch noch den Fachmann dazu:
    Hier Dallas TV – so sieht es der/ein – Fachmann — wir sind ja nur Laien.

    http://www.wfaa.com/video/index.html?nvid=357199

    und@Anhäuser
    Zitat: Die Scilogs sind eine angenehme Insel der Stille.
    So kann man es sehen ,gar nicht so schlecht, man stößt überall auf massenweise Berichte, So gesehen kann, muß aber nicht, -dieser Blog auch der Herde folgen.
    Es gibt neben der Schweinegrippe noch tausend andere Dinge , die die Welt bewegen.
    Deswegen ist er nicht weniger interessant.

  21. #21 Marc
    2. Mai 2009

    Jetzt muß ich mich – als jemand, der letztlich dann doch für Scienceblogs Verantwortung trägt – noch kurz in diese Diskussion einschalten.

    Ich selbst bin einerseits – ähnlich wie Marcus – ein klein wenig verwundert, daß drüben bei unseren Kollegen von Scilogs gar kein Beitrag zu diesem Thema erschienen ist. Andererseits halte ich das keineswegs für schlimm oder gar ein Defizit. (Wissenschaftliche) Blogger schreiben nunmal genau dann über Themen, wann sie es für richtig halten und wann sie Zeit dafür finden. Gut möglich, daß nächste Woche jemand bei den Scilogs einige Sätze zur Schweinegrippe schreibt.

    Eine Redaktion, die ihre Autoren verpflichten könnte bestimmte Themen (und das auch noch tagesaktuell) aufzugreifen, gibt es weder dort, noch bei uns.

    Allerdings – und da gibt es eben doch einen Unterschied in der Ausrichtung zwischen Scilogs und Scienceblogs – haben wir ehrlicherweise den Anspruch, daß wir die aktuellen wissenschaftlichen Themen und Kontroversen bei uns abbilden. Scienceblogs soll eine Plattform sein, in dem die jeweils diskutierten Themen stattfinden; egal ob es vor 10 Tagen das Anbauverbot für Mon810 war oder jetzt diese Woche die Schweinegrippe. Und ich denke, daß uns das recht gut gelingt.

    Und es gibt noch etwas, was mir wichtig ist – es wurde unterschwellig kritisiert, daß bei uns das Thema “Schweinegrippe” zwar Thema verschiedener Artikel war, aber bei näherem Hinsehen es vermeintlich nicht Fachleute waren. Oben wurde kommentiert:

    Behandelt von zwei Journalisten, einem Politikwissenschaftler und immerhin einem Biologen.

    An der Stelle möchte ich doch auf einige Punkte hinweisen:

    u.a, daß der Journalist seinen Schwerpunkt bei Gesundheits- und Medizinthemen hat (also als Fachjournalist angesehen werden darf).

    Der Politikwissenschaftler hat nicht bloß seine Meinung zur Schweinegrippe kundgetan, sondern die mediale Darstellung und Reaktionen öffentlicher Institutionen skizziert. (Es war also ein Kommentar aus einem spezifischen, sozialwissenschaftl. Blickwinkel).

    Der andere Journalist (ich nehme an, daß ich gemeint war) ist nebenbei auch Soziologe. Und als solcher habe ich in meinem Beitrag die Unterscheidung der Begriffe “Risiko” und “Gefahr” vorgeführt, also eine kleine Fingerübung in Sachen Risikosoziologie präsentiert.

    Und der Biologe, also Tobias Maier, hat aus fachlicher Sicht gleich mehrere Postings beigesteuert.

    D.h.: wir haben jeweils Beiträge, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven das Thema behandelt haben. Und das jeweils mit einer Akzentsetzung, die durch die fachliche Expertise der Autoren legitimiert ist.

    Und genau das ist – jedenfalls nach meinem Verständnis – Sinn und Zweck von Scienceblogs.

  22. #22 melanie gatzke
    2. Mai 2009

    @Marc · 02.05.09 · 11:40 Uhr
    Volles Einverständnis zu ihrer Darstellung.
    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
    Schönes Wochenende, und weiter so, hoffentlich ohne Schweinegrippe.

  23. #23 strappato
    3. Mai 2009

    Was ich viel seltsamer finde: Dass ich bei scienceblogs nichts zu dem Heidelberger Appell gefunden habe (und zu dem Google Book Settlement). Anscheinend veröffentlichen die Blogautoren nicht (mein Name ziert dieses Jahr bisher vier von mir und Kollegen eingereichte Journal-Beiträge). Ich halte die Diskussion, die gerade erbittert in Deutschland geführt wird, für entscheidend für den Stellenwert von Internet und OpenAccess im deutschen Wissenschaftsbetrieb und damit für den Stellenwert der deutschen Wissenschaft im internationalen Wettbewerb.

  24. #24 Marcus Anhäuser
    3. Mai 2009

    @Marc
    “… haben wir ehrlicherweise den Anspruch, daß wir die aktuellen wissenschaftlichen Themen und Kontroversen bei uns abbilden….
    Das mit dem Anspruch ist natürlich so eine Sache bei einem Blogplattformbetreiber, der (zudem) keinen Einfluss auf seine Autoren nehmen will/nimmt. Anders als ein Magazin/Zeitungsbetreiber kann ein Blogplattformbetreiber eigentlich nur hoffen, dass die Autoren das tun, was r als “Anspruch” nach außen präsentiert. Weil, was nützt ein Anspruch, wenn ich ihn nicht durchsetzen kann. Realistischer wäre vielleicht “… haben wir ehrlicherweise die Hoffnung, daß wir die aktuellen wissenschaftlichen Themen und Kontroversen bei uns abbilden….”.

    Was hätte SB gemacht, wenn niemand etwas zum Thema Schweinegrippe geschrieben hätte. Da wäre es mit dem Anspruch schon dahin gewesen (außer er/seine Vertreter (Redakteure) hätte selbst etwas dazu geschrieben, was Marc ja auch getan hat, nur ist ein Beirag natürlich ein bisschen wenig, wenn man von Abbilden der Haupttemen sprechen will.)

    Nachteil des Formulierens dieses “Anspruches” ist auch, dass man sich daran messen lassen muss und sich eben jedesmal, wenn die Autoren nichts zu vermeintlichen Hauptthemen geschrieben haben, den Vorwurf gefallen lassen muss: “Wolltet ihr nicht die wichtigen Themen und Debatten der Wissenschaft abbilden?”

    Wie gesagt: Das sind die Probleme eines Blogplattformbetreibers. Was der einzelne Blogger macht, kann ihm niemand vorschreiben, so lange er sich nicht der Plattform und ihren Zielen und Ansprüchen oder Hoffnungen verpflichtet fühlt.

  25. #25 strappato
    3. Mai 2009

    Die Kluft zwischen Anspruch und Realität zu überwinden, ist eine tägliche Herausforderung.

    Wie bemerkt: Der Heidelberger Appell gehört zu den aktuellen wissenschaftliche Kontroversen, der selbst in den Fäuletons der Zeitungen sein Niederschlag findet. Das hier auf der Plattform immer wiederkehrende Thema Homöopathie würde ich nicht dazu zählen.

  26. #26 Florian Freistetter
    3. Mai 2009

    @strappato: Bei SB sind bis jetzt ein bisschen mehr als 4500 Artikel erschienen. Etwa 20 – 30 davon beschäftigen sich mit Homöopathie. Würd ich jetzt nicht so dramatisch sehen.

    Den Heidelberger Appell hab zumindest ich deswegen ignoriert, weil er mit seiner Vermischung von Google Books/Youtube und Open Access in der deutschen Wissenschaft ziemlich seltsam und unklar daher kommt… (Ach ja, und 2 Publikationen hatte ich dieses Jahr auch schon ;) )

  27. #27 Thilo
    3. Mai 2009

    @ Frau Strappato:
    Das Thema OpenAccess, PubMed etc. hatte ich im Kommentarteil zu http://www.scienceblogs.de/mathlog/2009/03/wissenschaftsjournalismus-und-pressefreiheit-update.php (gegen Ende) mal anzuschneiden versucht. Es wollte aber fast niemand mitdiskutieren.

  28. #28 Alexander
    3. Mai 2009

    @strappato:
    Ich hätte beispielsweise gern was über den Heidelberger Appell geschrieben, und auch über das Gegenpapier. Mir fehlt leider momentan die Zeit (überhaupt einen Artikel zu schreiben, nicht nur darüber).
    Wer sich ein wenig informieren möchte, dem sei das Interview mit Matthias Spielkamp im Literatur-Café empfohlen!

  29. #29 Sonntagabendsurfer
    3. Mai 2009

    Es ist eben leichter Journalismus zu simulieren, als Journalismus zu praktizieren.

    Blogs sind eben Blogs, sie dienen meist der Nabelschau.

  30. #30 Marcus Anhäuser
    3. Mai 2009

    @Sonntagssurfer
    buh …

  31. #31 ali
    3. Mai 2009

    Blogs sind eben Blogs, sie dienen meist der Nabelschau.

    Das gleiche gilt auch für viele Sonntagsabendkommentare.

    P.S.: Da ich eh nur ein argumentfreies Drive-by-shooting vermute, erspare ich mir eine Antwort.

  32. #32 Thilo
    3. Mai 2009

    Übrigens hat hier auch niemand die Absicht, Journalismus zu simulieren oder zu praktizieren.

    @ strappato: Warum schreiben Sie nicht bei den scienceblogs? Statt ständig darüber zu klagen, was alles fehlt.

  33. #33 strappato
    4. Mai 2009

    Mein Blog und mein Job füllt mich derzeit Zeit aus. Ich bin weder Wissenschaftler, noch Journalist. Pseudionyme sind eh nicht gefragt hier.

  34. #34 Marc
    4. Mai 2009

    @Marcus:

    Du schreibst:

    Was hätte SB gemacht, wenn niemand etwas zum Thema Schweinegrippe geschrieben hätte. Da wäre es mit dem Anspruch schon dahin gewesen

    Naja, ich habe in einem Satz geschrieben, daß wir den “Anspruch” haben, daß wir aktuelle wissenschaftliche Debatten abbilden. Daß das nicht in jedem Fall gelingen kann, ist sowieso klar und insofern ist strappatos Reklamation auch berechtigt. Aber Anspruch bedeutet ja nicht, daß wir es gewährleisten könnten. Wir bemühen uns und freuen uns, wenn es (dank der Artikel von Euch Bloggern) gelingt.

    Ansonsten hatte ich ja ausdrücklich geschriebenn:

    (Wissenschaftliche) Blogger schreiben nunmal genau dann über Themen, wann sie es für richtig halten und wann sie Zeit dafür finden. (…)
    Eine Redaktion, die ihre Autoren verpflichten könnte bestimmte Themen (und das auch noch tagesaktuell) aufzugreifen, gibt es weder dort (bei den Scilogs), noch bei uns.

    Und, weitere Anmerkung, es stimmt, daß ich selbst nur 1 Text zur Schweinegrippe verfasst habe. Wenn Ihr allerdings nicht so vielfältig und umfassend geschrieben hättet, hätte ich auch nachgelegt.

  35. #35 knorke
    4. Mai 2009

    Ich finde das vor allem wohltuend.
    Heute morgen erst in den Nachrichten hat die Moderatorin alles versucht, um daraus ein Drama ohne Gleichen inklusive Versagen der Politik und anderer beteiligter Stellen zu machen.
    Wenn man sich das mal langsam vor Augen führt: heute ist die Rede von 22 bestätigten Todesfällen in mexiko (laut Nachrichten) – letzte Woche waren’s zeitweise 80 (weil gleich jeder Toter ein Opfer der Schweinegrippe war?!).
    Außerdem: Wie viele in der gleichen Zeit an Hunger, an einer “herkömmlichen Influenza” oder sonstwas gestorben sind, wird völlig ausgeblendet. Wahrscheinlich gab es in Mexiko in der gleichen Zeit mehr Opfer durch einen Splitter im Finger oder irgendsowas. Ich wünsche mir wirklich, dass dieses übertriebene Gegeifer schnell nachlässt – gern auch schneller als in 4 Wochen.

  36. #36 Sonntagabendsurfer (jetzt auch Montagmittags)
    4. Mai 2009

    Mein Einwurf war kein Schnellschnuss.
    Bei dem Thema Schweinegrippe zeigt sich einfach wieder, dass Wissenschaftler die Arbeit von Journalisten extrem unterschätzen. Die Blogs schweigen zum Thema (bis auf ein paar holprige uninformative Einträge).
    Vielen Zeitungen hingegen ist es gelungen, binnen Stunden bzw Tagen die Leser über das komplexe Theme Schweingrippe/Pandemie aufzuklären.
    Gerade in der spontanen Reaktion auf solche schwierige Themen zeigt sich eine der hohen Anforderung des Medienberufes: Binnen kurzer Zeit verständliche, korrekte, eher knappe Texte zum Thema zu verfassen.
    Wissenschaftler hingegen verlautbaren auf ihren Blogs meist Dinge, mit denen sie sich seit langem beschäftigen. Sie schreiben meist in unbeholfener Weise. Weil sie sich aber ständig gegenseitig auf die Schulter klopfen, merken sie nichts von ihrer Unfähigkeit.
    Pardon. Musste mal gesagt werden.

  37. #37 Martin Huhn
    4. Mai 2009

    @ Thilo und Marcus Anhäuser:

    Die Trackbacks funktionieren seit Donnerstag letzter Woche. Das war alles nicht so einfach wegen des Revers Proxys, aber ich konnte das Problem lösen. Florian Freistetter hat gestern auch schon einen gesetzt.

    Darf ich mal fragen, warum die Scienceblogs keine Auto-Discover Funktion unterstützen? So muß man die Trackback Ping URLs alle einzeln eintragen, anstatt bequem automatisch über den Permalink zu gehen.

    Gruß
    von nebenan

  38. #38 Marc
    4. Mai 2009

    @Martin Huhn:

    Fein, daß bei Euch nun die Trackbacks endlich funktionieren. Ich weiß nicht, wieviele dutzendmale ich schon auf Euch verlinkt hatte. Freue mich schon auf die nächste Gelegenheit. :-)

    Bei uns gibt es – weil unser CMS Moveable-Type das so vorgibt – die Trennung zwischen Permalink und Trackback-Link. Das dient natürlich auf der einen Seite der Minimierung des Spam-Aufkommens. Wobei ich auch zugeben muß, das andere Systeme (wie WordPress, das ich ja privat in mehreren Projekten verwende) hier keine Trennung haben und die Spamprobleme dennoch sehr gut bewältigen…

  39. #39 Fischer
    4. Mai 2009

    Wir sind momentan viel zu sehr damit beschäftigt, Martin für die Trackbacks die Füße zu küssen, als dass wir auch noch über Schweinegrippe schreiben könnten… ;)

    Ernsthaft, ich hatte mir durchaus überlegt, das Thema bei mir groß aufzuziehen, aber man sieht ja an den ganzen vorliegenden Presse- und Blogtexten dass es ne ganz gute Idee war, sich da weitgehend rauszuhalten. Wenn man da nicht irgendein ganz spezielles Unterthema hat und ordentlich Arbeit reinsteckt, werden das einfach zu oft sinnfreie me-too-isms mit Sachen, die in ca. 30 anderen Quellen zu lesen sind. Gerade weil die klassischen Medien das Thema so extrem abgrasen. Und das ist kaum Sinn der Sache.

  40. #40 Marcus Anhäuser
    4. Mai 2009

    @Sonntagabendsurfer (jetzt auch Montagmittags)
    das war aber völlig missverständlich. So verstehe ich das schon eher.

    @Martin Huhn
    schön, dass es jetzt klappt. Zur Technik bei uns kann ich fast nix sagen. da bin ich wie ein normaler Autofahrer, es muss laufen, sonst geht´s in die Werkstatt. Die hat sich ja schon gemeldet (Marc ;-))

    @ Marc (vorletzter Post)
    mir ging es eigentlich auch darum ,darauf hinzuweisen, dass Blogportalbetreiber eigentlich weniger Eifluss auf die Inhalte haben (sollten), als Zeitungs- oder Magazinbesitzer Chefredakteure oder was auch immer man dem gegenüberstellen will (vorausgesetzt wir gehen von dem autarken Blogger aus, der nur darüber schreiben will, worauf er Bock hat.) Eine Zeitung ohne Schweinegrippe-Berichterstattung wäre undenkbar, eine Wissenschaftsseite sowieso, selbst wenn keiner der Redakteure Lust darauf hätte … (mal theoretisch angenommen).

  41. #41 Martin Huhn
    4. Mai 2009

    @ Marc:

    Ja, mit den Trackbacks, da bin ich wahrscheinlich am meisten froh drüber. Jetzt werden die Blogs auch sichtbarer in der Blogosphäre und wir bekommen auch mehr mit, was so geht. So wie es sein soll.

    Permalink und Trackback Ping URL sind bei uns auch getrennt (muß auch so sein, denn der Permalink nimmt keine Trackbacks an). LifeType hat die Trackbackfunktion nach der Trackback Spezifikation ( http://www.sixapart.com/pronet/docs/trackback_spec ) installiert. Die haben die Trackbacks erfunden und auch Moveable-Type programmiert. Von daher müßte die Auto-Discover Funktion funktionieren. Und zwar ist rdf-Code als Kommentar in der Seite enthalten. Bei Euch gibt es diesen aber nicht. Die Trackback Ping URL aber wohl. Das Ganze funktioniert dann folgendermaßen: Nehmen wir an, ich setze von uns aus ein Trackback zu Euch. Dazu gebe ich nur den Permalink an und schicke den Trackback los. Darauf hin lädt sich LifeType erstmal die Seite vom Permalink herunter und scannt die Seite nach dem rdf-Code. In diesem ist der Trackback Ping URL enthalten und dieser wird extrahiert. Danach schickt LifeType die Daten (Titel, Blogname, Permalink und Excert) an diesen Trackback Ping URL und die Sache ist gelaufen. Weil aber bei Euch kein rdf-Code enthalten ist, muß neben dem Permalink auch noch der Trackback Ping URL bei uns eingefügt werden und das ist umständlich. Ich weiß nicht, ob unsere Blogger das alles machen werden. Wahrscheinlich nur wenige.

    Schau doch bitte mal nach, ob Moveable-Type auch mit Auto-Discovery läuft. Ich meine, wenn sie es schon erfinden, dann müßten sie es auch können. ;-)

  42. #42 Marc
    6. Mai 2009

    @Martin:

    Ich habe heute mal wieder auf Euch verlinkt. Funktioniert – wobei es offenbar noch Probleme mit Sonderzeichen gibt und eigentlich fände ich es ehrlicherweise schöner, wenn die Trackbacks direkt unter den Artikeln angezeigt werden würden… Vielleicht ändert Ihr das ja noch?

    Deinen Hinweis bzgl. des Auto-Discovery habe ich mir mal notiert und werde ihn nächste Woche bei unserem obligatorischen Meeting mit unseren Technikern vortragen. Ich selbst bin hier ehrlicherweise überfragt.

  43. #43 Martin Huhn
    8. Mai 2009

    Standardmäßig werden die Trackbacks in utf-8 verschickt, wenn man nicht anderes angibt. Unsere Blogs laufen mit iso-8859-1, deshalb kommt es da zu Problemen mit den Umlauten. Das läßt sich wohl auch nicht ändern.
    Von der schlechten Sichtbarkeit der Trackbacks bin ich auch nicht begeistert. Ich werde mir etwas einfallen lassen. Aber das wird dauern, weil noch einige andere Sachen zu bearbeiten sind.
    Wäre wirklich gut, wenn mit Auto-Discovery was ginge.

  44. #45 Thilo
    29. Juni 2009

    Viel überraschender als das Schweigen zur Schweinegrippe finde ich bei den scilogs eigentlich das Schweigen zu den aktuellen Ereignissen im Iran. Während man sonst jeder noch so abstrusen islamkritischen These ein Forum bietet (und man sich gerade auf den chronologs oft fragt, was das alles eigentlich noch mit ‘Wissenschaft’ zu tun hat), scheinen die Wahlen und ihre Folgen dort niemandem eine Notiz wert zu sein.

  45. #46 Thilo
    26. Mai 2011

    @ Marcus et al

    Kein Ehec bei den scienceblogs?

  46. #47 Marcus Anhäuser
    26. Mai 2011

    Hab anderweitig zu tun. http://www.medien-doktor.de/
    Sollte ich vielleicht mal langsam erklären.