Wir (also wir alle) lassen uns gerne von Experten beeindrucken und neigen dazu, ihnen eher Dinge zu glauben als anderen Personen. Dabei erzählen auch Experten hin und wieder totalen Quatsch (ein eigentlich sehr schönes Wort). Sollten Sie jemandem begegnen, der einen der folgenden sieben Dinge behauptet, sollten Sie an seiner Expertise zweifeln.

Und da Frank Patalong von Spiegel Online schon schneller war, sparen wir uns die Zeit und verlinken auf seinen Beitrag: Mythen, an die selbst Mediziner glauben.

Zusammengestellt im Original von Aaron Carroll von der medizinischen Fakultät der Indiana University und Rachel Vreeman vom Regenstrief Institute, Indianapolis, USA für die Weihnachtsausgabe des “British Medical Journal”, in der die Themen traditionell etwas leichtfüßiger sind.

1. Mythos: Wir nutzen nur einen Bruchteil unserer Hirn-Kapazitäten
2. Mythos: Der Mensch braucht zwei Liter Wasser am Tag
3. Mythos: Haare und Fingernägel wachsen auch nach dem Tod noch weiter
4. Mythos: Haare wachsen schneller und werden dunkler, wenn man sie rasiert
5. Mythos: Lesen bei schlechtem Licht verdirbt die Augen
6. Mythos: Handys sind ein Risiko in Krankenhäusern
7. Mythos: Putenfleisch macht müde

Zusatz:
Hier noch ein paar mehr von den Mythen, die auch mancher Experte gerne erzählt, auf die wir hier und in unserer alten Heimat schon mal hingewiesen haben (und die nicht alle aus der Medizin stammen).

9. Mythos: Salat ist besonders gesund
10. Mythos: Kaugummis ohne Zucker sind ganz besonders Zahn schonend
11. Mythos: Zähne sollte man nach jeder Mahlzeit putzen
12. Mythos: Zähne sollte man mindestens drei Minuten putzen
13. Mythos: Kaffee entzieht dem Körper zu viel Wasser
14. Mythos: Ab 7 Grad Celsius sollte man Winterreifen aufziehen

Kommentare (6)

  1. #1 hockeystick
    22. Dezember 2007

    Mit der Aufrechterhaltung von Mythos Nr. 6 sind auch ganz handfeste kommerzielle Interessen der Krankenhäuser verbunden, zu Lasten von Patienten und Angehörigen:

    http://gesundheit.blogger.de/stories/670352/

  2. #2 blugger
    22. Dezember 2007

    zu 6 – und was ist mit dieser Studie an 60 medizinischen Geräten vom September diesen Jahres? Immerhin scheint vereinzelt doch etwas dran zu sein, weshalb es die Handyverbote an besonderen Orten gibt.

  3. #3 sparc
    23. Dezember 2007

    Sind diese Fragen nicht schon vor Jahren in der Zeit-Kolumne “Stimmt’s?” abgehandelt worden? Aber es ist ja Weihnachten, also gilt “Alle Jahre wieder”.

  4. #4 Marcus
    23. Dezember 2007

    @blugger: Im Beitrag ist von drei Zentimetern die Rede, bei denen es zu Beeinträchtigungen kam. In den Kommentaren ist zu lesen, dass es bereits Länder gibt, in denen Handys überhaupt kein Probleme gibt. Für ein generelles Verbot von Handys reicht die Studie sicher nicht, was die Autoren ja auch sagen. Und hockeysticks Link zum Beitrag von strappato zeigt sehr schön, dass es da einen Markt gibt, den es zu verteidigen gilt.

    @sparc: manche Dinge kann man gar nicht oft genug wiederholen. Und für manche klingt es noch überzeugender, wenn es ein Mediziner in einem Fachmagazin schreibt und nicht ein Journalist in einer Wochenzeitungs-Kolumne (bei allem Respekt).

    Der “Weißkittel-Effekt” funktioniert ja nicht nur in die negative Richtung (Quatsch erzählen, den andere glauben, weil es der Herr Doktor im weißen Kittel sagt), sondern auch in die positive Richtung.

  5. #5 sparc
    23. Dezember 2007

    Und für manche klingt es noch überzeugender, wenn es ein Mediziner in einem Fachmagazin schreibt

    Den Glauben verliert man spätestens, wenn man als Biologe im medizinischen Bereich gearbeitet hat.

  6. #6 Monika Armand
    8. Januar 2008

    Mythos Nr. 1 z.B. hier:
    http://www.netschool.de/lbg/liebertz.htm
    Nun denn, wenn ganzheitliches Lernen dagegen hilft ;-))