Kurzer Hinweis zur Rom Houben-Geschichte. Manfred Dworschak vom Spiegel schiebt eine Geschichte nach, die seine erste, die weltweit Aufsehen erregt hatte, korrigiert. Nach der ersten Geschichte waren erhebliche Zweifel an den Ergebnissen gekommen, dass der Patient nach 23 Jahren im Wachkoma mittels gestützter Kommunikation (Tippen mit Hilfe einer Pflegerin) tatsächlich auf diese Weise mit anderen Personen kommunizieren kann.

“Die Überprüfung war aber, wie sich nun zeigt, nicht gründlich genug gewesen. (…) Um fälschlich negative Befunde auszuschließen, sind deshalb wiederholte Testläufe über mehrere Wochen hinweg nötig.

Das hat Laureys jetzt nachgeholt. Resultat: Houben schrieb wohl doch nicht selbst; er hat nicht genug Kraft und Muskelkontrolle in seinem rechten Arm, um Zeichen anzusteuern. Die Logopädin, im Bemühen, dem Mann zum Ausdruck zu verhelfen, übernahm also unbewusst die Führung – solche Selbsttäuschungen kommen bei der Methode immer wieder vor. Auch die Auskünfte, die Houben Ende vorigen Jahres dem SPIEGEL gab, stammten demnach nicht von ihm.”

Details bei Spiegel Online.

Kniffliges Thema, diese ganze Hirnscan-Bewusstseins-Geschichten…

(via @gwup)

Nachtrag 16.2.:
Die ganze Geschichte fasst Stefan Niggemeier nochmal auf Bildblog zusammen.

Kommentare (7)

  1. #1 Stefan
    15. Februar 2010

    Bedauerlich, aber den Verdacht hatten Skeptiker weltweit schon von Anfang an:

    http://blog.gwup.net/2009/11/26/rom-houben-und-die-gestutzte-kommunikation/

  2. #2 Marcus Anhäuser
    15. Februar 2010

    Pardon, da war mir ein Satz verschütt’ gegangen. In meinem alten Beitrag hatte ich ja die Zweifel an der gestützten K. zusammengetragen (u.a. auch Euren Beitrag zu Bernd Harder). Danke für den Link.

  3. #3 Kristin
    15. Februar 2010

    Na, das verwundert uns ja nu nicht. Wird aber diejenigen, die daran “glauben” wollen, daß ihre autistischen Kinder etc pp mit ihnen kommunizieren, nicht davon abhalten, diese methode zu verfechten, als auch die stützer, die bei diesem betruf helfen. Einzig und allein ein stützer, der weder frage noch antwort versteht dürfte reale erkenntnisse bringen.

  4. #4 Stefan
    15. Februar 2010

    Gerne! ;-) Aber der nette Kollege heißt Bernd Harder.

  5. #5 Marcus Anhäuser
    15. Februar 2010

    Korrigiert.

  6. #6 paranoid android
    15. Februar 2010

    Da stellt sich auch die Frage, wie echt die Werke dieses Schriftstellers sind:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Birger_Sellin

    Gut möglich, dass seine Bücher eher von seiner Mutter geschrieben wurden als von ihm selbst.

  7. #7 Rincewind
    16. Februar 2010

    Üble Sache. Dabei wäre es so einfach. Jemanden als Stützer nehmen, der die Sprache nicht spricht.
    Und: Wenn ein Stützer geringste Impulse wahrnemen kann, sind diese auch messbar, und vermutlich elektrotechnisch deutlich besser umsetzbar. Alleine eine Ja-Nein Reaktion würde viel Aufschluss geben.