Das nenn’ ich Humor. Der Titel der SPIEGEL-Geschichte lautet: Der große Schüttelfrust. Markus Grill und Veronika Hackenbroch gehen das ganze Thema durch und ihre Haltung ist klar: Homöopathie hat keinen medizinischen Nutzen, auch wenn es Millionen Menschen behaupten.

Ich finde den Artikel lesenwert, weil er nochmal sehr schön zusammenfasst, was H. ist, wo sie herkommt, was für ein Geschäft sie ist und wie absurd es teilweise ist. (Homöopathiebefürworter werden den Text als einseitig und wissenschaftsgläubig bezeichnen).

Hier noch mal ein paar Zitate (neben denen aus der Vorabmeldung):

Prominente Befürworter zum Thema Homöopathie:

“Die Schauspielerin Anna Loos etwa bekennt sich in Klatschblättern zu ihrer Homöopathin, der Modedesigner Karl Lagerfeld nahm mit Hilfe eines Homöopathen angeblich 42 Kilogramm ab, Doris Schröder-Köpf, die Frau des ehemaligen Kanzlers, übernahm die Schirmherrschaft des Homöopathen-Weltkongresses, Renate Künast, Chefin der Grünen im Bundestag, will mehr Globuli in der Landwirtschaft, und selbst der Philosoph Peter Sloterdijk preist die Homöopathie als “plausibel und unglaublich in einem, rätselhaft und wirkungsvoll”.”

Warum so viele sich für H. entscheiden:

“Dass die Homöopathie heute dennoch so verbreitet ist, liegt auch an der Kälte und Technikgläubigkeit der Schulmedizin. Patienten erleben in Krankenhäusern, dass sie nicht als Mensch behandelt werden, sondern als “die rechte Hüfte von Zimmer drei”. Viele Hausärzte erübrigen kaum fünf Minuten Zeit für ein Gespräch mit ihren Patienten und glauben, allen sei am besten geholfen, wenn sie mit einen Rezept in der Hand die Praxis verlassen.”

Krankenkassen und Homöopathie:

“Ein Gespräch darüber, weshalb die Techniker Krankenkasse die Zuckerkügelchen bezahlt, lehnte TK-Boss Norbert Klusen ab, offiziell aus Termingründen. Seine Sprecherin gibt allerdings freimütig zu: Bei ihrem Homöopathie-Angebot gehe es für die TK vor allem darum, eine lukrative Klientel zu ködern: junge, gutverdienende Akademiker, die kaum krank sind.”

Der ehemalige Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte Curt Kösters, selbst Homöopath, zum Wirkmechanismus:

“Kösters selbst räumt ein, dass er nicht wisse, warum die Homöopathie wirkt. Chemisch gesehen sei es ja wirklich nicht plausibel. Aber die Summe der positiven Erfahrungen, die er gemacht habe, hätte ihn überzeugt, “dass Homöopathie wirklich etwas bringt”.”

Wie kann man die H. überprüfen:

“Vor allem sollen randomisiert-kontrollierte Studien nicht vorrangig notwendig sein, um die Wirksamkeit eines Medikaments zu belegen. Stattdessen soll die Homöopathie mit Methoden untersucht werden, die die Homöopathen für richtig erachten. Nach Möglichkeit sollen bei den Behörden deshalb entsprechende Experten eingestellt werden. Mit der gleichen Logik könnte man fordern, dass nicht mehr die Polizei, sondern zum Beispiel der ADAC die Geschwindigkeitskontrolle auf den Autobahnen übernehmen soll.”

Ein paar Rohstoffe, die in der H. verwendet werden:

“Blättert man im “Handbuch der Materia medica”, finden sich noch ganz andere Rohstoffe, etwa Blattläuse, Eierstockextrakt von Kühen, Hornissen, Kakerlaken, Kellerasseln, Krötengift, Quecksilber, Speichel tollwütiger Hunde oder Stinktiersekret. Selbst Coca-Cola, faules Rindfleisch, Hundekot, Kondomgummi, menschlicher Hodenextrakt und Pferdehaar werden zur Herstellung der Mittelchen verwandt.”

Fazit:

“Je eingehender man sich mit der Homöopathie beschäftigt, desto mehr stellt man fest, wie skurril sie ist.”

Das sind nur die Spitzen aus einem neun Seiten langen Artikel. Ich hoffe, die werten Kollegen sehen mir die Zitatelawine nach. Aber da sind einfach zu schöne Sachen dabei.

Wer den Spiegel noch nicht hat, der Artikel ist ein Grund ihn mal wieder zu kaufen.

Bei SPOn gibt es eine Art Zusammenfassung des Beitrags. Der Titel ist auch nicht schlecht: Tausendmal gerührt.

Update 13.7.:
Die Carstens-Stiftung gibt sich verschnupft und reagiert mit einer sechsseitigen Pressemitteilung auf den Spiegel-Artikel:

Fazit: “Der Artikel im SPIEGEL wird die Debatte um die Homöopathie, und die Komplementärmedizin im Allgemeinen anregen. (…) Agitation, Stimmungsmache und eine erschreckende Unkenntnis der Sachlage, wie der SPIEGEL sie vorträgt, bringen die Sache nicht weiter.”

Kommentare (158)

  1. #1 D
    12. Juli 2010

    Danke für die Zusammenfassung, ist ja mal ein Wunder, dass offensichtlich ein solcher Artikel im Spiegel erscheint. Die sich oft linksliberal gebende Leserschaft, gehoert ja wohl auch zu der Zielgruppe (siehe TK-Abschnitt, weiter oben). Immerhin bezahlt die TK “nur” die Beratung bei einem “Homöopathen”, nicht das eigentliche Mittel. Und würden alle Hausärzte sich wirklich nur an die vorgeschriebenen paar Minuten Gesprächszeit halten, hätten sie ein noch angenehmeres Leben, aber das Gegenteil ist ja der Fall (und das Problem mit H. nicht aus der Welt geschafft).

    In diesem Zusammenhang sei auch nochmal an diesen Beitrag erinnert: http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/02/58-der-abgeordneten-des-deutschen-bundestags-haben-positive-erfahrungen-mit-einer-homoopathischen-behandlung.php

    Dieses Thema ist das ideale Sommerlochthema. Mal sehen wie ernsthaft es angegangen wird.

  2. #2 Dr. Glukose
    12. Juli 2010

    Habe den Artikel eben gelesen und muss sagen: Astrein!

  3. #3 Ole Sumfleth
    12. Juli 2010

    Schöne Zitate, vielleicht hol ich mir den auch mal ^^

  4. #4 Mueder Joe
    12. Juli 2010
  5. #5 Dietmar Hilsebein
    12. Juli 2010

    “Kösters selbst räumt ein, dass er nicht wisse, warum die Homöopathie wirkt. Chemisch gesehen sei es ja wirklich nicht plausibel. Aber die Summe der positiven Erfahrungen, die er gemacht habe, hätte ihn überzeugt, ‘dass Homöopathie wirklich etwas bringt’.”

    Der Mann aus Nazareth würde dazu nur sagen: “dein Glaube hat dir geholfen.”

  6. #6 Bernd Moerken
    12. Juli 2010

    Bin zwar seit langem TK-Mitglied, war in noch keiner anderen KK, habe aber eigentlich keine Lust, den unwissenschaftlichen Quatsch mit zu finanzieren und werde daher bei nächster Gelegenheit – zum ersten mal – Krankenkassen vergleichen.
    Vielleicht gibt es ja eine KK, die die Beiträge, die die TK für Homöopathie verschwendet, sinnvoll einsetzt.
    Ich muss sagen, dass ich echt überrascht bin, dass eine KK Homöopathische Wundermedizin bezahlt.

  7. #7 peter
    12. Juli 2010

    @Bernd
    Wenn du eine Kasse findest die den Quatsch nicht unterstützt sag mir bitte Bescheid. Ich würde auch gern wechseln bin aber aus Mangel an Alternativen immer noch bei meiner alten.

  8. #8 Hein
    12. Juli 2010

    Der Grund für diesen Artikel könnte die Forderung von Karl Lauterbach sein, dass Homöopathie keine Kassenleistung mehr sein sollte. Hier der spon Artikel vom Samstag (12.07.2010):
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,705782,00.html

  9. #9 Marcus Anhäuser
    12. Juli 2010

    @Hein
    es ist umgekehrt: Das bei SpOn ist die Begleitmusik zum SPIEGEL-Hauptartikel. Esgab ja auch schon die Vorabmeldung, auf die ich am Samstag verwiesen hatte. Das ist eigentlich üblich. Die Zitate aus der Vorabmeldung und dem SpOn-Artikel stammen aus dem Hauptartikel.

  10. #10 Alexis
    12. Juli 2010

    es wurde Zeit, dass mal wieder ein seriöser und guter Artikel zu diesem Unsinn erschienen ist. Nur: es wird nichts ändern, ein großer Teil der Menschheit wird weiterhin vorziehen, im geistigen Mittelalter zu leben.

    Hier auf meinem Tisch (ich bin auch Journalist) stehen ein paar Homöopathika, die ich bei der DHU bestellt habe – weil ich kaum glauben konnte, dass es WIRKLICH wahr ist:
    1. Vakuum C 200 (darauf muss man erst mal kommen)
    2. Antimaterie C200 (das toppt sogar das Vakuum :-) )
    3. Excrementum Caninum (Hundescheisse) C200 (ohnen Nennung der Rasse oder des Hundefutters)
    4. Eurocent C200
    5. Kondomgummi C200 (mit oder ohne Noppen?)
    6. Mondlicht C200 (“Licht des Herbstmondes”), genannt “Luna C200”
    7. Mobilfunkstrahlen C200

    MEHR muss man zur Homöopathie nicht sagen. Jeder Organismus oberhalb der Blattlaus kapiert angesichts solcher “Naturheilkunde”, was hier Sache ist.

    mfg
    AvC

  11. #11 Dietmar Hilsebein
    12. Juli 2010

    @Alexis

    Wie sagten schon die alten Römer: Geld stinkt nicht. Vielleicht besitzen die Hersteller homöopathischer Mittel schwarzen Humor. Wenn die Leute Scheiße fressen wollen -es gibt für alles einen Markt.

  12. #12 nihil jie
    12. Juli 2010

    ich empfehle jedem Nihilium C-Gogol^Gogol :) es macht aus nichts noch mehr nichts *gg

    1. Vakuum C 200 (darauf muss man erst mal kommen)
    2. Antimaterie C200 (das toppt sogar das Vakuum :-) )

    hatte deswegen vorhin einen derben lachanfall bekommen und kann mich immer noch nicht ein kriegen ;)

  13. #13 Vicky
    12. Juli 2010

    Na ja, homöopathische “Potenz” und Vakuum haben wenigstens eine Kleinigkeit gemeinsam: je weniger drin ist, umso höher sind sie (habe ich gerade versehentlich das Geheimnis der Homöopathie gelüftet?).
    @Alexis
    Kennst Du die “Indikationen” für diese Mittel? Würde mich ja beispielsweise mal interessieren, welche Symptome Antimaterie beim Gesunden auslösen soll (auch interessant: woher bekommt die DHU Antimaterie?).

  14. #14 S.S.T.
    12. Juli 2010

    Mein ‘Liebling’, neben der sonderbaren Pflanze @h.t. aka A.Wilfert ist immer noch die Seite http://www.heilen-ohne-chemie.de/html/methode.html Inzwischen zwar ein paar mal überarbeitet, aber immer noch für viele Lacher gut.

  15. #15 nihil jie
    12. Juli 2010

    @S.S.T.

    habe da ein wenig herumgestöbert, und mir wirft sich sofort die frage auf… wie kann man so viel text schreiben der quasi in sich schlüssig klingt (für einen esoteriker) dennoch totaler bullshit ist und nichts… aber auch absolut nichts… aussagt ? das ist eine gabe ! das will ich auch können :)

  16. #16 radicchio
    12. Juli 2010

    focus.de bezeichnet HP als naturmedizin!

  17. #17 Thomas Risse
    12. Juli 2010

    Antimaterie sorgt beim Gesunden für plötzliche Verpuffungseffekte, bildlich gesprochen. Hilft ausreichend verdünnt vielleicht gegen jede Form von Tod?

  18. #18 ZetaOri
    12. Juli 2010

    Was mich an der Homöopathie schon lange irritiert ist die eklatante Vernachlässigung von Dihydrogen-Monoxid als Grundsubstanz (und nicht nur als Trägerstoff).
    Da das Zeug beim Gesunden eine eindeutig ‘nässende’ Wirkung hat und lt. Hahnemann ja “Ähnliches durch Ähnliches” geheilt werden soll (similia similibus curentur), müsste es doch bei einer Vielzahl von Gesundheits- und vielleicht auch anderen Problemen mit entsprechender Symptomatik (nässendes Ekzem, Wassersucht, Ulcus cruris, Überschwemmungen, div. Ödeme, Ertrinken, feuchte Wände, Regenwetter, undichte Schuhe, …) seine segensreiche Wirkung entfalten.

    Wegen der bekannten und symptomatischen “Ergüsse”, die bei den meisten Formen von “Gläubigkeit” zu beobachten sind, könnte sogar die Anwendung jenseit von rein physischen Dysfunktionen angedacht werden, wobei als Grundsubstanz zwischen diversen “Glaubens”-spezifischen Modifikationen variiert werden sollte.
    Hier nur einige wenige Beispiele (kann beliebig erweitert und detailliert werden):

    Gegen esotherischen Glauben, besonders bzgl. Homöopathie:
    Aqua pura in Hochpotenzen.
    Damit beim Potenzieren keine Verwechselung zwischen Grund- und Trägersubstanz stattfinden kann, ist erstere vorher zu “beleben” (oder letztere ggf. tot zu schlagen)!

    Eine preiswerte Alternative, die aber lt. Studien zur “Korrelation zwischen Preis und Wirksamkeit von Plazebos” weniger erfolgversprechend scheint (es sei denn, sie wird teurer verkauft wie die vorgenannte), wäre

    Aqua vulgaris in beliebiger Potenz (gewünschten Wert einfach auf dem Etikett vermerken).
    Ebenfalls aus Kostengründen kann hier die “Verschüttelung” per Handmixer (bei größeren Mengen auch mittels Handbohrmaschine mit Mörtel-Rührer oder im Zementmischer) erfolgen. Zur Geschmacksverbesserung empfehlen sich Multivitamin-Brausetabletten.

    Gegen religiösen Glauben:
    Aqua santa D 12 oder D 33, in schweren Fällen D 666.
    Diese Behandlung ist ganz besonders empfehlenswert! Da die deklarierte Wirk-Komponente (santa) selbst in der Grundsubstanz nicht nachzuweisen ist, können Nebenwirkungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden!
    Eine Verwechselung zwischen Grund- und Trägersubstanz ist hier nicht zu befürchten, da der nicht nachweisbare Wirkstoff der Grundsubstanz in der Trägersubstanz nicht enthalten ist.

    Anmerkung: Für Anhänger der konventionellen (nicht Dihydrogen-Monoxid-basierten) Homöopathie empfehle ich hier geschredderte Bibel, Koran, etc. in D 5.000.000.000 (geschätzte Anzahl von religiös Gläubigen). Die Herstellung ist zwar recht aufwändig (insbesondere die Beschaffung der benötigten Menge an Lösungsmittel, die nicht schon durch einen vorhergehenden Potenzierungsvorgang `kontaminiert´ ist, dürfte problematisch werden), dafür reicht dann aber ein Fitzelchen der jeweiligen Schrift zur Herstellung einer 100jahres-Dosis für alle Gläubigen!

    Gegen profanen Glauben im Edelmetall-Handel:
    Aqua regis D0, äusserlich auf das Objekt der (Nicht-)Skepsis.
    Achtung: Orale, perkutane oder sonstige Applikation an den (Nicht-)Skeptiker sollte tunlichst vermieden werden. Nichtbeachtung kann die Absenz von Skepsis auf weitere Absentia im physischen Bereich erweitern!

    Hervorragendes Mittel, wenn man im reziproken Fall den Glauben (z.B. an die Menschheit) verloren hat:
    Aqua vitae D0.
    Kommt in diversen Modifikationen vor: Ausser dem originalen Aquavitae z.B. auch als Eau de vie für die Frankophonen (oder Frankophilen), uisge beatha (oder so ähnlich) für Freunde des Inselkeltischen oder slawisch-kurz und niedlich vodka.
    Auswahl der jeweiligen Modifikation kann nach persönlicher Präferenz erfolgen, die Wirkung ist tendenziell die gleiche und nur von der Dosierung abhängig: Der Glaube (an die Menschheit) stellt sich zwar nicht wieder ein, aber man macht sich nichts mehr draus.

    Zeta

  19. #19 Thomas J
    12. Juli 2010

    @ZetaOri

    Eigentlich wahr, wieso arbeitetet die H.-Industrie nicht durchwegs mit Granderwasser?
    Ist das bewusst? Oder vermeiden sie das, weil sie sich dann komplett der Lächerlichkeit preisgeben würden?
    Oder kann belebtes Wasser keine Information speichern? Eigentlich sollte es das ja besser tun? Oder stört die Urinformation(TM), die aufgeprägte Information? Fragen über Fragen…

  20. #20 nihil jie
    12. Juli 2010

    Aqua vitae D0.
    Kommt in diversen Modifikationen vor: Ausser dem originalen Aquavitae z.B. auch als Eau de vie für die Frankophonen (oder Frankophilen), uisge beatha (oder so ähnlich) für Freunde des Inselkeltischen oder slawisch-kurz und niedlich vodka.

    in bezug auf vodka… müsste es eigentlich da nicht eher Aqua ignis stehen und nicht Aqua vitae ? *gg

  21. #21 Ole Sumfleth
    12. Juli 2010

    Zu hart, wie sich im Spiegel-Forum die Trolle fetzen – 219 Seiten in 2 Tagen…

    90% nach dem Muster “Meiner Oma hat’s geholfen, also irren sich alle Wissenschaftler, die das seit Jahrzehnten studieren!”

    Ähnlich dem “Mir sind die Geranien im Vorgarten erfroren, also gibt es keinen globalen Klimawandel.”- Argument

  22. #22 Stefan Taube
    12. Juli 2010

    “Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt.” sagt die Grünen-Politikerin Renate Künast: http://www.tagesschau.de/inland/alternativemedizin100.html
    Mein Gott ist das peinlich! Die Grüne Frau Künast weiß offensichtlich gar nicht, was Homöopathie ist, findet sie aber trotzdem gut. Sie soll mir mal die Schulmedizin nennen, die auf die industrielle Nachahmung der kostenlosen Naturpräparate Antimaterie, Vakuum und Hundescheiße setzt.

  23. #23 Minerva
    12. Juli 2010

    Von der Seite der DHU: “Ob in Form von Dilutionen, Globuli, Tabletten, Salben oder Ampullen – keines unserer homöopathischen Arzneimittel verlässt unser Unternehmen, ohne dass es während der Produktion und nach der Fertigstellung auf seine Qualität geprüft wurde.”

    Ich würde zu gerne Wissen, was die für Prüfpunkte haben…

  24. #24 ZetaOri
    12. Juli 2010

    @nihil jie· 12.07.10 · 21:01 Uhr

    …in bezug auf vodka… müsste es eigentlich da nicht eher Aqua ignis stehen und nicht

    Aqua vitae ? *gg

    Ach, das war den (zumindest den alten) Lateinern ziemlich egal. Die mussten noch,

    mangels Branntewein und wissenschaftlicher Prinzipien, in literweise Vino mühsam

    veritas suchen, da `feuerte´ noch nix, und Single Malt war für die wohl so was wie

    Vollkornbrot.

    Zur Frage: Warum sollte das für Whisky und Aquavit nicht zutreffen?
    Motto: Jeder Schnaps ein Feuer und kein Schnaps ohne Feuer. Der NAME macht NICHT, ob ein Schnaps Feuer ist! *GG*

    Slainte
    Zeta

  25. #25 the carter
    12. Juli 2010

    @ ole sumfleth: Ja, meine Güte, im SPIEGEL-Forum geht’s echt zur Sache, und das schon am Abend des Vorab-Artikels, da war der SPIEGEL ja noch gar nicht draussen. Man findet kaum den eigenen Beitrag wieder :-)
    Aber tatsächlich ist die Argumentationsschiene der Befürworter so gähnend langweilig, dass man sich kaum die Mühe machen mag, sich da durzuwühlen. Der ganze Artikel ist jedenfalls prima, vielleicht besteht noch Hoffnung, doch noch den ein oder anderen aufklären zu können.

  26. #26 helduel
    12. Juli 2010

    @ZetaOri
    Die Homöopathen haben das Wasser natürlich nicht vergessen:
    http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Potenzierung
    Etwas weiter unten gibt es ein entsprechendes Bildchen :-)

  27. #27 Jan
    12. Juli 2010

    Ich habe seit vielen Jahren eine Nasennebenhöhlenentzündung und mich zu einem Homöopathen und einem weiteren Alternativmediziner begeben. Während bei letzterem nichts Auffallendes passierte, hatte ich 3 Std. nach Einnahme der Globuli einen großen Schleimbrocken, der sich löste. Am nächsten Tag bekam ich Halsschmerzen. In ein paar Wochen habe ich den nächsten Termin. Die Beschwerden sind noch da, aber ich fand es seltsam, dass nach so vielen Jahren eine Reaktion eintritt. Wenn es ein Plazeboeffekt war, warum dann nicht bei der anderen Methode? Warum zum ersten Mal nach so vielen Jahren so eine Reaktion? Ob es mir helfen wird, weiss ich nicht, aber versuchen will ich es.

  28. #28 ZetaOri
    12. Juli 2010

    @Thomas J· 12.07.10 · 20:24 Uhr

    wieso arbeitetet die H.-Industrie nicht durchwegs mit Granderwasser?

    Die sind doch nicht blöd. Granderwasser ist´n Markenname, das müssten die

    KAUFEN! Du glaubst doch wohl nicht, dass sich ein Eso vom anderen bescheiBen

    lässt?

    Ist das bewusst?

    Klar, Kostenfaktor, s.o.!

    Oder vermeiden sie das, weil sie sich dann komplett der Lächerlichkeit preisgeben würden?

    Nö, da haben die überhaupt keine Berührungsängste. Kennt man ja auch aus der

    Werbeindustrie; hat die schon mal irgendeine Lächerlichkeit vermieden?

    Oder kann belebtes Wasser keine Information speichern? Eigentlich sollte es das ja besser tun?

    Vielleicht zuviel Bewegung? Vor allem: Wie lange lebt es?
    (und wovon?)

    Oder stört die Urinformation(TM),

    Wie formiert (oder formatiert?) man denn Urin? *g*

    die aufgeprägte Information? Fragen über Fragen…

    Ja, ja. Die leidige Frage nach der Informationsspeicherung! Da findet man wirklich
    keine Info über die verwendeten Technologieen, schon gar keine technischen Daten:
    Zugriffszeit (0,x Picosekunden), Refreshzyklus (xx Jahre), Kapazität (Terabyte/Liter), und, und, und.
    Dabei suche ich schon lange nach `ner Alternative für RAM und Festplatte!
    Auch `n Fließendwasser-Anschluss für meine Digikam wäre toll, dann könnte ich fast
    endlos hochauflösende Videos aufnehmen, und das Problem mit dem hohen
    Speicherbedarf für RAW-Dateien währe auch gelöst. Bloss: Wo finde ich die
    einzelnen Aufnahmen in dem 5000 Liter Tank dann wieder?
    Fragen . . .

    Zeta

  29. #29 ZetaOri
    12. Juli 2010

    @helduel· 12.07.10 · 22:00 Uhr

    @ZetaOri
    Die Homöopathen haben das Wasser natürlich nicht vergessen:
    http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Potenzierung
    Etwas weiter unten gibt es ein entsprechendes Bildchen :-)

    Satiriker ist echt´n Scheiß Job. Gut dass ich damit nicht meine Globuli verdienen muß!
    ;->
    Zeta

  30. #30 ZetaOri
    12. Juli 2010

    @Minerva· 12.07.10 · 21:40 Uhr

    …Ich würde zu gerne Wissen, was die für Prüfpunkte haben…

    Na, das Zeug darf absolut KEINE NebenWIRKUNGEN haben, ausser vielleicht Harndrang vom Wasser, Karies von den Zuckerkügelchen und Fettflecken von der Vaseline. Und die Ampullen müssen natürlich aus Sicherheitsglas sein. >;->

    Zeta

  31. #31 Thomas J
    12. Juli 2010

    @ZetaOri

    Ha! Haben nicht Hardocregamer eine Wasserkühlung im Computer? Was DA alles für Informationen drinn sein müssen?!
    Das sollte man verkaufen!

  32. #32 Stefan
    12. Juli 2010

    Jan: Weil das nun mal so ist mit dem Placeboeffekt. So richtig verlassen kann man sich als Anwender da nämlich nicht drauf.

  33. #33 Randifan
    13. Juli 2010

    Ich bezweifele, dass die Homöopathen bereit sind, die Wirkung ihrer Medizin durch Selbstversuche unter Beweis zu stellen und zwar gegen lebensbedrohliche Erkrankungen.

    Die Homoöpathiekritik machten den ersten Schritten und versuchten durch eine Überdosis homoöpathischer Mittel Selbstmord zu begehen, was nicht gelang.

  34. #34 paranoid android
    13. Juli 2010

    Ja, die üblichen Verdächtigen des SpON-Forums kriechen mal wieder ans Tageslicht. Wahrscheinlich ganz gut für meine geistige Gesundheit, dass ich mich da nicht mehr viel rumtreibe.

    Schön fand ich allerdings den Kommentar eines Teilnehmers, mit Homöopathie seien sogar vierfach verblindete Studien möglich: Nicht einmal das Medikament weiß, ob es Verum oder Placebo ist!

  35. #35 Marcus Anhäuser
    13. Juli 2010

    @Jan
    das ist immer schwierig zu sagen von außen, weil man selten alle Details kennt. Das klingt immer blöd, aber vielleicht war es Zufall, vielleicht war es Placebo (hast Du dich denn beim Homöopathen gut aufgehoben gefühlt) vielleicht war das Globuli auch gar nicht all zu stark verdünnt und es gab wirklich mal einen Inhaltsstoff, der was ausgelöst hat. Naja, aber wenn die Beschwerden noch da sind …

  36. #36 Conni
    13. Juli 2010

    Was der Artikel sträflich vernachlässigt, ist die homöopathische Arzneimittelprüfung. Hierbei werden neue Mittel erprobt, indem Probanden selbiges einnehmen und alles aufschreiben, was in der Zeit danch passiert, vom Schnupfen bis hin zum Ehestreit…

    Liest man sich solche Berichte, ist Kaffeewarnung angesagt, so absurd ist das….

    Hier ein Beispiel zur Schleiereule (die zermatschen geschützte Tiere….). Man muss etws nach unten scrollen:

    http://www.homoeopathie-wichmann.de/provings/Tyto%20alba%20AMP.PDF

  37. #37 Andrea N.D.
    13. Juli 2010

    @all:

    raddiccio: “focus.de bezeichnet HP als naturmedizin!”

    Wie bitte?!?

    Dann wundert mich nichts mehr.

  38. #38 Armin
    13. Juli 2010

    @Alexis

    Soso, Sie sind also Journalist… und glauben anscheinend, Sie sind im Besitz der einzigen Wahrheit. Natürlich gibt es die von Ihnen angegebenen Mittel (Vakuum, etc.) nicht bei der DHU. Aber das war ja auch nur ein Joke auf Pubertätsniveau, nicht wahr? Ich bezweifle, dass Sie sich wirklich jemals mit Homöopathie auseinandergesetzt haben, sonst würden Sie Menschen, denen sie geholfen hat, nicht dermassen diffamieren.

  39. #39 Enssen
    13. Juli 2010

    @Armin:

    Ich bezweifle, dass sie sich jemals wirklich mit der Homöopathie auseinandergesetzt haben, sonst würden sie nicht denken, sie würde irgendjemandem(ausgenommen den Betrügern die sie anbieten) wirklich helfen

  40. #40 Armin
    13. Juli 2010

    @Enssen

    die Homöopathie gibt es schon sehr lange. Wieso sollte sich eine Heilmethode, die angeblich niemandem jemals geholfen hat, jahrhundertelang halten?

  41. #41 Basilius
    13. Juli 2010

    Vierfach verblindete Studien nur bei Homöopathie möglich!

    Yeah! Selten so gelacht! Das ist wirklich fein beobachtet.

  42. #42 Thomas J
    13. Juli 2010

    @Armin

    Ja, wieso gibts dann noch die Astrologie? Da muss auch was drann sein, gell? Gibts ja noch viel länger, also KANN Astrologie gar kein bullshit sein!

    Aber ernsthaft, wo sind die Menschen denen die Homöopathie geholfen hat? Meines Wissens gibts nur Leute, denen der Placeboeffekt geholfen hat. Reden wir von der gleichen Homöopathie?

  43. #43 Armin
    13. Juli 2010

    @Thomas J

    Viele Ärzte verschreiben auch Homöopathika und viele Deutsche verwenden Homöopathie:

    http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37775/Bevoelkerung_setzt_auf_homoeopathische_Arzneimittel.htm

    Würden sie das nicht tun, wenn sie nicht helfen würde (sowohl die Ärzte als auch die Patienten)? Was macht es für einen Unterschied, ob es nun der Placeboeffekt ist oder ein anderer Wirkmechanismus?

  44. #44 Thomas J
    13. Juli 2010

    @Armin

    Sie behaupten, die Homöopathika wirken. Ich fragen Sie, woher Sie das wissen? Homöopathen behaupten halt etwas, was sie nicht belegen können. Solchen Leuten trauen Sie? Ich nicht.

  45. #45 Armin
    13. Juli 2010

    @Thomas J

    haben Sie den Artikel gelesen, von dem ich die URL mitgeschickt habe? Wenn viele Ärzte (und ich meine keinesfalls nur Homöopathen) Homöopathika verschreiben und noch dazu viele Patienten sie verwenden, dann können wir doch davon ausgehen, dass sie geholfen haben, oder? Die Umfrage ist übrigens vom seriösen Institut für Demoskopie in Allensbach.

  46. #46 Basilius
    13. Juli 2010

    @Armin
    Ich glaube hier liegt ein Mißverständnis vor.
    Niemand, der sich ernsthaft mit der Homöopathie beschäftigt hat wird behaupten, daß es nie einem Menschen nach einer HP-Behandlung besser gegangen sei. Das passiert sicherlich immer wieder.
    Der entscheidende Punkt ist, daß die Tradition leider ein schlechter Lehrmeister ist, um zu entscheiden, was genau dem Patienten letztlich wirklich zur Genesung verholfen hat. In den letzten 200 Jahren wurden immer wieder unzählige Studien (ja gerade auch von HP-Befürwortern!) angestrengt um einen Wirkungsnachweis zu erbringen. Das Ergebnis war immer dasselbe: Die HP war leider nicht die Ursache der Genesung. Und das ist ja auch gar nicht mal so verwunderlich, weil der angenommene Wirkungsmechanismus der HP so ziemlich allem gesammelten und gesicherten Wissen darüber, wie unsere Welt und Natur nun mal funktioniert krass widerspricht. Es wäre natürlich eine irre Sache gewesen, wenn in den Studien sich bestätigt hätte, daß die HP-Behandlung die tatsächliche Ursache der Genesung gewesen wäre. Da hätte sich der Forschung ein wundervolles neues Feld aufgetan, um herauszufinden wie das sein kann. Nobelpreise würden winken, große Ehrungen, unglaublich viel Geld gäbe es zu verdienen…
    War aber leider nix.

  47. #47 Randifan
    13. Juli 2010

    @ Armin
    “Viele Ärzte verschreiben auch Homöopathika und viele Deutsche verwenden Homöopathie:”
    Im Angebot der Krankenkassen gibt es eine ganze Reihe von esoterischen Angeboten.
    Es ist ein Unterschied, ob es für kleine Beschwerden oder gegen gefährliche Erkrankungen verschrieben wird, wie z.B. gegen Malarie.

    “Vor Prophylaxeversuchen mit homöopathischen Mitteln ist wegen Unwirksamkeit dringend zu warnen (a-t 1998; Nr. 4: 42). Die Verordnung kann berufsrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.20 ”
    http://www.arznei-telegramm.de/html/2001_07/0107065_01.html

    Das Arzneimittel-Telegramm gehört zu einer Gruppe kritischer Ärzte und Apotheker, auch sie veröffentlichen Berichten, die besagen, Homöopathie wirkt nicht besser als ein Placebo.
    http://www.arznei-telegramm.de/html/2005_09/0509077_01.html

  48. #48 Thomas J
    13. Juli 2010

    @Armin

    Basilius hats auf den Punkt gebracht. Schade müssen Andere Ihnen erklären, wie man eine Frage beantwortet.

    Bezüglich Ihrer Argumentation: Damit könnte man auch, wie oben schon erwähnt, die Astrologie as “funktionierend” darstellen. Denn es gibt Astrologen, die ihr Geld damit verdienen. Und, glauben Sie auch an die Astrologie? Etwa auch an vierblättrige Kleeblätter?

  49. #49 Armin
    13. Juli 2010

    @Basilius

    es wurde hier aber behauptet bzw. so hingestellt, dass die Homöopathie nie jemandem geholfen hat. Sogar der Vergleich mit der Astrologie wurde gemacht, dabei ist das wirklich etwas komplett anderes! Deswegen habe ich die Frage gestellt, warum die H. sich dann bis in die heutige Zeit retten konnte und anscheindend immer noch grossen Zuspruch findet. Ich habe natürlich auch gehört, dass die H. wissenschaftlichen Ansprüchen nicht standhält, aber, wie heisst es so schön : “Wer heilt, hat recht.”. Das Ergebnis zählt und nicht der (wissenschaftliche) Beweis.

  50. #50 ernst
    13. Juli 2010

    Homöopathie uns Astrololgie sind mitnichten völlig verschiedene Dinge. Bei beiden handelt es sich klar um pseudowissenschaftlichen Hokuspokus, der sämlichen in den letzten 200 Jahren gesammelten Erkenntnissen widerspricht.

    Beide funktionieren nicht.

  51. #51 Armin
    13. Juli 2010

    @Thomas J

    “Basilius hats auf den Punkt gebracht. Schade müssen Andere Ihnen erklären, wie man eine Frage beantwortet.”

    Sie haben meine Fragen ja auch nicht beantwortet, sondern nur Gegenfragen gestellt.

    Ja, Basilius Kommentar fand ich auch wesentlich sachlicher als Ihre Vergleiche mit der Astrologie.

  52. #52 Armin
    13. Juli 2010

    @ernst

    das ist nur Ihre Behauptung. Können Sie das auch belegen?

  53. #53 ernst
    13. Juli 2010

    Was ist daran unsachlich, zwei nachgewiesermaßen nicht funktionierende esoterische “Lehren” zu vergleichen?

  54. #54 Thomas J
    13. Juli 2010

    @Armin

    Ich stelle nochmals die Frage: Woher wissen Sie, dass Homöopathika wirken?

    Und extra für Sie erkläre ich die Frage:
    Die Frage ist nur über eine Kritik an vorhanden Studien, die eine Nichtwirksamkeit belegen zu beantworten. Alles klar soweit? Sie behaupten, Homöopathika wirken, Untersuchungen belegen, dass dem nicht so ist. Somit müssen Sie aufzeigen, wo diese Studien fehlerhaft sind.

    Es ist schnurzepiepegal, wieviel Ärzte H. verschreiben und selbst wenn der Papst H. nimmt und drann glauben würde, das ist irrelevant, verstehen Sie? Ir-re-le-vant!

    Hab ich damit Ihre Frage beantworten? Ansonsten stellen Sie die Frage nochmal, ich war ja auch so nett.

  55. #55 Randifan
    13. Juli 2010

    @Armin
    “Wer heilt, hat recht.”
    Es ist kein Wunder, kleine Beschwerden zu heilen.

  56. #56 Holleak
    13. Juli 2010

    @ Armin:

    Sie haben meine Fragen ja auch nicht beantwortet, sondern nur Gegenfragen gestellt.

    Es hat schon einen Grund, warum ich diesem hysterischen Hühnerstall von Scienceblogs vor einem guten Jahr fast komplett den Rücken zugewendet habe. Die Standard- Argumentation des “Hörsaal-sonst-nix”- Studis dieser Seiten basiert gerne auf jener Vorgabe: Klick

  57. #57 Anhaltiner
    13. Juli 2010

    bei der DHU finde ich Vucuum gerade nicht (haben die das etwa versteckt?) – aber wer dennoch apnoetauchen möchte: Vacuum bis C 10M
    haben die das etwa versteckt?

  58. #58 Armin
    13. Juli 2010

    @Radifan

    von Wundern war ja auch nicht die Rede, sondern nur davon, ob H. tatsächlich wirkt, was hier von vielen vehement bestritten wird.

    @Thomas J

    Ich formuliere meine Frage nochmal anders: Ist die subjektive Erfahrung einer nicht unbeträchtlichen Anzahl von Patienten völlig irrelevant für die Beurteilung der Wirksamkeit der Homöopathie? Ist alleine die Existenz bisher nicht widerlegter Studien zur offensichtlichen Unwirksamkeit der H. ausreichend, um die H. als Hokuspokus abzutun?

  59. #59 Thomas J
    13. Juli 2010

    @Armin

    Ja, deine Frage ist absolut zu bejahen, denn Anekdoten sind keine Daten, weil aus einem Einzelfall NIE auf die tatsächliche Wirkung geschlossen werden kann. Und 100000 Einzelfälle sind und bleiben Einzelfälle, wenn sie nicht unter kontrollierten Bedingungen untersucht wurden.
    Aber was ist daran so schwierig zu verstehen?
    Wie würdest du denn herausfinden wollen, ob H. über den Placeboeffekt wirkt oder nicht? Oder willst du das gar nicht wissen?

  60. #60 Anhaltiner
    13. Juli 2010

    @Armin subjektive Erfahrung sagt nur etwas über den Krankheitsverlauf aus nicht jedoch über die Ursache und das Sammeln von Positiv-Beispielen sagt nichts über das Verhältnis von Heilung und Nicht-Heilung. Genauso gut kann ich Fälle sammeln die ohne Homöopathie genesen sind. (56 Heilungen in Lurdes – ganz ohne Homöopathie – wirklich)

    Beispiel: Am Samstang fühle ich mich schlapp und müde, habe abends Fußball geschaut und fühlte mich nach Abpfiff wie neugeboren! Stadionfreikarten auf Rezept, denn wer heilt hat recht!

  61. #61 Ludmila
    13. Juli 2010

    @Armin: Ich möchte Sie bitte über folgendes mal nachzudenken:
    1) Merken Sie eigentlich, dass mit Ihrer Argumentation auch Waschpulver verkauft werden? “Testen Sie selbst!” “Millionen zufriedener Hausfrauen schwören” etc. etc. pp. Glauben Sie diese Sprüche, wenn Sie sich eine Waschmaschine kaufen? Oder lesen Sie lieber, was Stiftung Warentest dazu zu sagen hat?

    2) Steht die Erde im Mittelpunkt des Universums, auch wenn Jahrhunderte lang, nicht wenige Menschen davon überzeugt waren?

    Menschen haben sich geirrt. Menschen haben sich schon in großer Anzahl und kollektiv geirrrt.

    Überzeugungen machen Dinge nicht unbedingt wahr, auch wenn sehr viele Menschen daran glauben wollen. Es ist verführerisch sich selbst ins Zentrum des Universums und als Maß aller Dinge stellen zu wollen, aber es ist ein Irrweg.

    Darum gilt es schonungslos offen und ehrlich zu sein und Überzeugungen nicht einfach zu akzeptieren, sondern sie auf den Prüfstand zu stellen.

    Von daher lautet die Frage auf Ihre Antwort, solange diese unsere Erde nicht von unfehlbaren Gottheiten bewohnt wird.

    Ist die subjektive Erfahrung einer nicht unbeträchtlichen Anzahl von Patienten völlig irrelevant für die Beurteilung der Wirksamkeit der Homöopathie?

    Ja. Komplett irrelevant. Das muss sogar so sein. Es geht um die möglichst objektive Einschätzung dessen, was ist und nicht dessen, wie wir gefälligst die Welt haben wollen.

  62. #62 Armin
    13. Juli 2010

    @Thomas J

    Für mich ist es schwer zu verstehen, warum man die Erfahrungen von “1000000 Einzefällen” einfach ignoriert und die Leute als Spinner hinstellt, nur weil es nicht wissenschaftlich kontrollierbar ist.

    Stimmt, ich will gar nicht unbedingt herausfinden, ob H. über den Placeboeffekt wirkt. Was für mich entscheidend ist, ist, dass es offenbar wirkt. Zitat der Umfrage:

    “Laut Studie gab insgesamt ein Viertel der Befragten an, „überzeugte Verwender” homöopathischer Arzneimittel zu sein. „Sie nutzen homöopathische Präparate und sind ohne Einschränkung von deren Wirksamkeit überzeugt“, erklärt das Institut. ”

  63. #63 Anhaltiner
    13. Juli 2010

    Vielleicht sollte man noch mal deutlich sagen das die Frage nach Wirksamkeit eines (jeden) Medikamentes gleichbedeutend mit der Frage “wirkt es besser als ein Placebo?” ist.

  64. #64 Anhaltiner
    13. Juli 2010

    @Armin und was ist nun wenn sich 10000000 Einzelfälle melden denen Homöopatie nicht geholfen hat. Werden überhaupt Fälle dokumentiert die nicht das gewünschte Ergebnis haben?

  65. #65 Ludmila
    13. Juli 2010

    @Armin: Niemand stellt die Leute als Spinner hin, Himmelherrgott. Man hat einfach erkannt, dass Menschen Menschen sind und sich irren können. Wir sind nun mal keine kleinen Götter. Wenn Du Dir Deiner rein menschlichen Irrtumsmöglichkeiten nicht bewusst bist und Dich als “Spinner” fühlst, wenn man Dich darauf hinweist, dann ist das Dein Problem.

    Anderen Leuten irgendwelche Dinge zu unterstellen, weil Du oder andere nicht damit klarkommt, dass Eure Überzeugungen noch lange keine Wahrheit machen, ist ziemlich mies. Lass das!

  66. #66 martin
    13. Juli 2010

    nur weil es nicht wissenschaftlich kontrollierbar ist.

    Das „nur“ ist gut. Wie will man denn sonst wissen, ob es ein subjektiver Eindruck ist, oder ein objektiver Effekt, wenn man es nicht kontrolliert?

    „Wissenschaftlich“ ist in dem Fall auch nur ein Etikett für eine Vorgehensweise, wo man subjektive Störfaktoren in der Datenerhebung minimieren möchte.

  67. #67 Ludmila
    13. Juli 2010

    @Armin:

    Stimmt, ich will gar nicht unbedingt herausfinden, ob H. über den Placeboeffekt wirkt. Was für mich entscheidend ist, ist, dass es offenbar wirkt.

    Dir ist es also z.B. auch völlig egal, ob die Erde um die Sonne kreist. Es reicht Dir, dass offenbar die Sonne um die Erde kreist. Du willst lieber meinen als wissen. Du willst lieber die billigen Verkaufssprüche aus der Werbung als die Stiftung Warentest. Du willst keine Qualitätskontrolle.

    Dann nimm bitte einfach zur Kenntnis, dass das für andere Leute schlicht inakzeptabel ist. Medizin ist das, was nachgewiesenermaßen wirkt und nicht das, von dem Ihr bloß meint, dass es wirkt. Meinen ist nicht wissen.

  68. #68 Holleak
    13. Juli 2010

    @ Ludmilla:
    Wahahah, soll ich lachen oder weinen? Die diplomatische Tour ist nett, kommt bei Ihnen aber arg verfälscht rüber.
    Soso, NIEMAND bezeichnet die Kleinen Hahnemanns als “Spinner”. Niemals. Schon gar nicht auf den Scienceblogs. Wo kämen wir denn da hin…

    Sicher, wir können uns alle irren. Sogar die schlauen Wissenschaftsstudis. Außer Freistetter. Der irrt sich ja bekanntlich nie. Behauptet er mit dreister Wiener Schmä zumindest selbst ständig. Würde sagen, das wäre dann schon sein erster Irrtum.

  69. #69 martin
    13. Juli 2010

    @Ludmilla

    Ich glaube, die meisten Menschen sind nicht neugierig. Sie sind deshalb z.B. keine Wissenschaftler geworden.

    Du bist mit deinem Wissensdurst eben nicht das Maß aller Dinge! ;)

  70. #70 Anhaltiner
    13. Juli 2010

    1Mrd Christen können nicht irren, es muss Gott(TM) geben! (ob H. im Widerspruch zur Bibel steht?)

  71. #71 Ludmila
    13. Juli 2010

    @martin: Muss man echt gleich Wissenschaftler sein, um folgende Einstellung zu überwinden?
    “ich meine, meine, meine und weil ich es meine, ist es absolut richtig und wag es ja nicht das in Frage zu stellen Du arroganter Vollidiot!”

    Ich will ja echt hoffen, dass ein signifikanter Teil der Menschheit klüger ist, ohne gleich Wissenschaftler zu werden.

    P.S.: Im Übrigen, ist auch nicht jeder Wissenschaftler zu allen Zeiten vor Selbstbetrug gefeit. Wir sind auch Menschen, auch wenn das einige Typen nicht wahrhaben wollen. Wir sind nur (hoffentlich) drauf trainiert, uns selbst gegenüber mindestens genauso misstrauisch zu sein, wie gegenüber andere ;-)

  72. #72 martin
    13. Juli 2010

    @Ludmilla
    Nein, ich schrieb ja, dass die Neugier ein guter Motivator ist, etwa ein Wissenschaftler zu werden. Es gibt neugierige Nicht-Wisschenschaftler und ignorante Wissenschaftler, das ist doch klar.

  73. #73 Holleak
    13. Juli 2010

    @ Anhaltiner:
    Schlechter Vergleich.

    Christentum setzt Gott nicht zwangsmäßig voraus, um zu “funktionieren”. D. h. dort reicht alleine der “gemeinschaftliche Halt” um überzeugter Christ zu sein, weniger “Gotteswunder” oder dergleichen.
    Homöopathie setzt bei dem Anwender allerdings vorraus, dass er danach Linderung verspürt (ob diese nun auf einer persönlichen Wahrnehmungsform, auf einem tatsächlichen Placeboeffekt oder einer “Wunderheilung durch Homöopathie” basiert), ansonsten würde er das Zeugs schnell wieder aufgeben.

    Ergo: Es gibt genug Christen, die von “Gott” überhaupt nichts verstehen, oder sich eine eigene Philosophie auf diesem Gebilde vorstellen mögen, außer den vorgegeben Schriften in der Bibel, aber nur sehr wenige Anwender der Homöopathie, die damit keine guten Erfahrungen gemacht haben.
    Man sollte daher froh sein, dass es auch Menschen gibt, die nicht einfach sagen: “Danke Spiegel, jetzt weiß ich mehr. Ich werfe meine bisher wirksamen Homöopathika in die Tonne, und futtere ab jetzt nur noch den Stoff, den mir Pfizer ganz altrusistisch und ohne finanziellen Hintergedanken andrehen möchte.”
    Gleiches gilt natürlich für den blinden HP- Konsumenten, ganz recht. Dennoch würde ich diese ganzen “Spinner” nicht so in einen Topf packen, wie es hier nur allzu gerne gemacht wird.

  74. #74 martin
    13. Juli 2010

    @Holleak
    Sicher, Pfizer stellt Medikamente her und verdient damit Geld. Die Pharmaindustrie stellt auch Homöopathika her, damit wird auch Geld verdient.

    Ist also der, der das Zeug nicht altruistisch verschenkt, ein Schuft? Oder gibt es mal wieder unterschiedliche Maßstäbe, je nachdem, ob es „Schulmedizin“ oder „natürlich-ganzheitliche Sanftkur“ ist?

  75. #75 Michael
    13. Juli 2010

    Tja, da haben wir wieder den alten Konflikt.
    Ich weiß auch nicht so recht, wie man mit der H. umgehen soll.

    Auf der einen Seite scheint die komplette Behandlung durch einen Heilpraktiker bei diversen kleinen Wehwehchen besser zu funktionieren als beim herkömmlichen Arzt, der einem nach 2 Minuten “Beratungsgespräch” lieblos irgendein Mittelchen rüberschiebt, auf der anderen Seite ist die H. an sich wirkungslos.

    Aus wissenschaftlicher Sicht ist die H. definitiv abzulehnen, es ist esoterischer Quatsch.
    Der gesamte Behandlungsprozess scheint den Menschen aber trotzdem besser zu helfen.

  76. #76 Holleak
    13. Juli 2010

    @ martin:
    Nein, vollkommen richtig erkannt.
    Es geht nur um die Anschauung der Dinge. Wer bisher Erfolge mit Homöopathika zu verzeichnen hatte, sollte diese auch weiterhin beziehen können, und muss sie sich nicht von einem Magazin wie dem alles andere als neutralen Spiegel schlechtreden lassen.
    Dass damit so oder so Geld verdient wird, ist ja klar. Nur darf man dann wiederum nicht das Argument verdrehen, um dem einen Sektor auf dem Markt einen Vorteil zu verschaffen. Ein Konkurrent wird herausgeboxt. Nichts anderes macht die Medienlandschaft inkl. Spiegel täglich. Da fließen so viel Gelder auf Basis einer bestimmten Artikelveröffentlichung, dass will man als unbescholtener Contra-Homöo vielleicht lieber gar nicht wissen. So manche haben ihre “Meinung” aus beruflichen Gründen…
    Am Ende schließen sich auch die, die es gut meinen, einem Monstrum an. Da sollte man sich manchmal mit Zusprüchen lieber zurückhalten, wenn man nicht weiß, welches Kartell gerade auf Basis von Meinungsmache an der Gesundheit des Patienten Geld verdient.

  77. #77 Michael
    13. Juli 2010

    @Holleak

    “Es geht nur um die Anschauung der Dinge. Wer bisher Erfolge mit Homöopathika zu verzeichnen hatte, sollte diese auch weiterhin beziehen können, und muss sie sich nicht von einem Magazin wie dem alles andere als neutralen Spiegel schlechtreden lassen.”

    Konsequenterweise müsste man aber dann auch den Astrologen, die Hexe, und was da sonst noch so alles rumschwirrt, über die Kasse abrechnen können.
    Es gibt für beinahe jeden Mist genügend Leute die positive Erfahrungen damit gemacht haben.

  78. #78 Tobias
    13. Juli 2010

    Kommt es bei Wertung bezuüglich der Wirksamkeit von Homöopathie nicht letztlich auf den Standpunkt an? Ich für meinen Teil halte mich eher an die wissenschaftliche/objektive Herangehensweise, faktisch ist ein Wirkstoff in Potenzen wie D78 ja nicht nachzuweisen, und auch das Konzept “Gleiches mit gleichem” widersetzt sich meinem Verständnis von der Lösung eines Problems.

    Die andere Seite (derer ich erheblich abgeneigt bin), die subjektive und auf Meinung anstelle von Wissen/Erkenntnis beruhende, ist für die, die nicht großartig nachdenken oder verstehen wollen, wie Armin im Verlauf dieser Diskussion bereits ausführlich bewiesen hat.

    Man sollte einsehen, dass es leider Menschen gibt, denen kritisches Denken und Hinterfragen einfach nicht zugetragen wurde, sei es einer inneren Antriebslosigkeit, “falscher” Erziehung oder einfach Dummheit und Gutgläubigkeit geschuldet.

    Ich selbst habe, als ich 14 war, Homöopathika beeinflusst durch meine Mutter zu mir genommen, ohne zu Wissen, was das ist. Fakt ist, dass nach Einnahme dieser Tabletten meine Beschwerden (ein krasser Sonnenbrand mit Blasen und allem drum und dran) verschwunden sind. Aus Armins Sichtweise müsste ich als zu eben jenen gehören, die positive yerfahrung mit H. gemacht haben. Aber: Wer beweist mir, dass meine Genesung wirklich an H. gelegen hat? Wo sind die Kontrollgruppen, die mit Traubenzucker und die mit echten Medikamenten?

    Die Wirkung von Homöopathie entsteht durch das Glauben, es würde helfen. Wenn man es schafft, Traubenzucker eine ähnliche mysteriöse Wirkungsweise zuzusprechen, die in der Bevölkerung breiten Anklang findet, wäre H. vermutlich tot. Und in Scienceblogs würde man sich über Traubenzucker aufregen. Meine Güte!

    Es ist auf jeder Seite eine Art Affentheater.

  79. #79 ernst
    13. Juli 2010

    Ahja Hollaek, die Homöopathen sind also ganz und gar uneigennützig und verschenken ihren Zucker am liebsten. Keinesfalls handelt es sich bei der Alternativmedizin um ein Multimillionengeschäft.

    Wie selig sind doch diejenigen mit einem felsenfest gefügtem Weltbild.

  80. #80 Holleak
    13. Juli 2010

    @Michael:

    Konsequenterweise müsste man aber dann auch den Astrologen, die Hexe, und was da sonst noch so alles rumschwirrt, über die Kasse abrechnen können.
    Es gibt für beinahe jeden Mist genügend Leute die positive Erfahrungen damit gemacht haben.

    Richtig. Also brauchen wir entweder ein Gesundheitssystem, wo man auf Wunsch auch solche Bereiche individuell in die Bezahlung einfließen lassen kann (wenn man denn einen Besuch beim Astrologen bezahlt haben möchte), oder die gesetzlichen Kassen werden abgeschafft, und jeder sucht sich eine private Möglichkeit.

    Für mich persönlich würde ja z. B. ein Basispaket (ohne alles) ausreichen. Und ob ich jetzt noch mit meinem sog. “freiwilligen Beitrag” (der übrigens nicht mehr freiwillig ist) als Selbstständiger jemandem seine Homöopathika, weil er auch dieses mal ausprobieren will, oder dem wilden Skifahrer sein Gipsbein und Krankenhausaufenthalt bezahle, macht ja nun wirklich keinen argumentatorischen Unterschied.
    Von den ganzen Menschen abgesehen, die ihr Lebtag täglich fünf verschiedene Pillen schlucken “müssen” (bzw. die ihnen oft einfach nur “verkauft” werden, ob sie ihnen einen Nutzen/Linderung bringen, oder nicht) mal ganz abgesehen.
    Dann trete ich auch dafür ein, den Docs künftig genau auf die Finger zu schauen, ob die ganzen verschiedenen Verschreibungen überhaupt Sinn machen.

  81. #81 Holleak
    13. Juli 2010

    @ ernst:
    Scienceblogs- Argumentation?
    Beitrag lesen, verstehen und richtig zusammenfügen. Manchmal ein bisschen schwierig, ich weiß.

  82. #82 Michael
    13. Juli 2010

    @Holleak

    Das klingt in der Tat nicht schlecht.
    Behandlungen ohne nachgewiesenem Effekt fliegen raus aus dem Leistungspaket.
    Wer möchte versichert das zusätzlich.

    Was mir aber Sorgen macht ist das Stimmungsbild zu diesem Thema, die Leute scheinen zu großen Teilen für Scharlatanerie offen zu sein, wie z.B. diese Umfrage andeutet: http://www.tagesschau.de/kassen108.html
    (Link aus http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/07/pseudowissenschaft-an-der-kinderuni-wien.php geklaut)

  83. #83 Holleak
    13. Juli 2010

    @ Michael:
    Na ja, das ist jetzt nicht unbedingt stellvertretend für eine Mehrheit, die gegenüber den homöopathischen Wirksamkeit uneingeschränkt offen ist.

    Da steckt auch viel vom: “Wir lassen uns nicht unsere Leistungen nehmen, egal was das ist, basta!” mit drin.
    Dem Deutschen wird ständig vermittelt, wie reich die Kassen und die Ärzte sind. Ist ja klar, dass da keiner Lust darauf hat, so langsam diverse Leistungen gekürzt zu bekommen, unabhängig davon, welche Leistungen das sind.

    Und “offen für Scharlatanerie” ist an sich schon ein falsches Urteil. Ich bin schon froh, dass manche überhaupt noch irgendwie “offen” sind.

  84. #85 Dome
    13. Juli 2010

    Wobei der genaue Wirkungsmechanismus des Pakets Homöopath + Globuli = Linderung schon sehr interessant wäre. Den könnte dann jeder Hausarzt kopieren und gut ist.
    Was hier immer gern von beiden Seiten vergessen wird, ist, dass für den Placeboeffekt es überhaupt nicht relevant ist, ob der Nutzer davon überzeugt ist oder nicht. Was alerdings relevant ist, ist, wie teuer das Placebo ist, sprich, wenn der Patient das Gefühl hat, dass “viel investiert” wird, er von seinem Körper anscheinend ein größeres “Return of Investement” verlangt… und es funzt….

    P.S. Bitte mich jetzt nicht unter Contra-Homöo-Feuer nehmen, ich halte es da streng mit James Randy: H. is Fraud!!!!

  85. #86 Saidiph
    13. Juli 2010

    Ich weiß echt nicht, warum Leute so schrecklich viel auf Stundenlange Artzberatung stehen. Echt nicht.

    Wenn ich zum Arzt gehe, dann soll der hier tasten, drei Punkte anschauen, vielleicht eine Röntgenaufnahme machen oder schnell Blut nehmen. Dann soll er mir sowas sagen, ob das so wird, ob ich nen Verband brauch, Medikamente oder Betäubungsmittel brauch.

    Wenn ich über meine Probleme reden will, geh ich zu nem Bekannten, ruf Domian an oder geh zu einem Psychater.

    *Versteht die Menschen nicht*

  86. #87 nihil jie
    13. Juli 2010

    @Saidiph

    ich muss gerade lachen… es erinnert mich halt ein wenig an mein motorradunfall anfang der neuziger und das göttinger klinikum. ich kam damals gleich auf den op tisch mit offenen brüchen am bein. dann lag ich da so herum und wartete. und dann kamen sie.. ein chirurg und 2 assis… fragten mich was mir geschehen war und dann meinte der arzt dass es gleich losgeht. dann meinte der arzt “ich gebe ihnen jetzt die örtliche beteubung, aber nur wen sie mir bei dem eingriff dann nicht dauernd dazwischen quatschen… sie dürfen aber zuschauen… wenn nicht dann setze ich sie komplett ausser gefecht” dann grinste er… musste dann aber auch grinsen. als die beteubung langsam ansetzte schaute er mich wieder an und meinte, dass es gleich ein wenig komisch wird wenn er die knochen richten wird und in die wunde zurück drücken wird und erzählte weiter was er so machen muss und auf was er achten muss… dann unterbrach ich ihm und meinte etwas so was wie “ja ja… dann ziehen sie hier noch ein kabel durch, da machen sie eine baterie rein und da noch einen neuen schalter… oh mann willst du mich bewusstlosquatschen… nun fang doch endlich an” ich kann mich erinnern dass er ganz laut loslachte und dann anfing an meinem bein herum zu docktern…

    es war ein recht junger und sehr guter chirurg… er hatte es super hinbekommen. auch wenn er sagte das ich eventuell lange zeit leicht humpeln werde und das womöglich auch noch so bleiben würde. tja… nichts ist geblieben… ich kann alles machen. laufen, springen… einfach alles. das war ein richtiger handwerker der sein handwerk sehr gut verstanden hat.

    warum ich den schwank aus meiner jugend gerade ausgerechnet jetzt hier nieder poste ? nun ja… ich mag auch nicht wenn mir zu viel aufmerksamkeit zum teil wird. ich mag mich nicht zu sehr mit meinen verletztungen und krankheiten beschäftigen weil mich das noch mehr krank macht. ich will sie ja schliesslich loswerden und überwinden und sie nicht pflegen. ich mag auch keinen besuch wenn ich krank bin… *gg es nervt mich total ab wenn ich bedauert werde und macht mich buchstäblich noch mehr krank. und ich weiss auch woher das bei mir kommt. von meiner grossmutter nämlich. da gab es im krankheitsfall auch kaum zuneigung… nur hilfe. essen wurde vorbeigebracht es wurde mal gefragt ob es einem besser geht und ob man noch was braucht… das war alles. und meine grossmutter sagt bis heute immer noch… “beschäftige dich bloss nicht zu viel mit deiner krankheit sonnst bringt sie dich noch um”.

    so… fertisch :)

  87. #88 Sebastian
    13. Juli 2010

    Es gibt einen sehr simplen Grund, warum es einem nicht egal sein sollte, ob Homöopathie wirkt, oder “nur” der Placeboeffekt: das liebe Geld!

    Der Placeboeffekt wäre theoretisch kostenlos zu haben. Denn es ist ja “nur” die körpereigene Fähigkeit, sich zu regenerieren, bzw. Leiden zu dämpfen. Diese wohnt grundsätzlich jedem Menschen inne und wird, vereinfacht ausgedrückt, durch positive psychologische Signale (Hoffnung, Zuspruch) verstärkt. Wenn mir jemand glaubwürdig versichert, dass sich mein Zustand verbessern wird, dann werde ich das tatsächlich so erleben.

    Hinter der Homöopathie steht hingegen eine Milliardenindustrie, die die oft gescholtene Pharmaindustrie an Geschäftstüchtigkeit und Skrupelosigkeit bei weitem überbietet. Denn man muss sich das mal vorstellen: hier werden enorme Gewinne damit erzielt, leichtgläubigen Menschen Zuckerwasser zu verkaufen, dessen “Heilwirkung” nur auf Körperfunktionen beruht, die eigentlich keinen Cent kosten müssten. Und anders als echte, zugelassene Medizin, muss die Homöopathie nicht einmal beweisen, dass es wirkt. Mir explodiert fast der Kopf, immer wenn ich daran denke, dass in aller Öffentlichkeit und mit staatlicher Unterstützung tagtäglich Massen-Trickbetrug begangen wird.

    Alle, die mit “Wer heilt hat recht” argumentieren, sollten sich mal überlegen, ob die Milliarden, die jedes Jahr an Zuckerwasserfabrikanten fließen, nicht anderswo besser aufgehoben wären – zum Beispiel könnte man ja mal erforschen, wie man den Placeboeffekt erzielen könnte, ohne dafür überteuerte Täuschungspillen zu verwenden, die die Dummen ärmer und die Gerissenen reicher machen.

  88. #89 segeln141
    13. Juli 2010

    ich habe den artikel gelesen und die SPON-diskussion verfolgt.
    der artikel ist sehr gut,wer hätte das vom spiegel gedacht?
    die SPON-diskussion,donnerwetter,ein hauen und stechen vom feinsten.
    leider sind beide seiten von einem unangemessenen ton infiziert.
    warum renate künast von der h begeistert ist ,ist doch klar:sie ist juristin:
    “mediziner wissen alles(z.b.,dass h unsinn ist),juristen wissen alles besser.”

  89. #90 Basilius
    13. Juli 2010

    @Holleak

    Sicher, wir können uns alle irren. Sogar die schlauen Wissenschaftsstudis. Außer Freistetter. Der irrt sich ja bekanntlich nie. Behauptet er mit dreister Wiener Schmä zumindest selbst ständig. Würde sagen, das wäre dann schon sein erster Irrtum.

    Mit welchem Beleg wollen Sie diese freche Lüge beweisen? Haben Sie sonst noch was vorzuweisen, außer blinder Niedermache?

    Im übrigen scheinen Sie immer noch nicht begriffen zu haben, daß man die Homöopathiegläubigen sehr gut mit den Gläubigen einer Religion vergleichen kann. In beiden Fällen ist nichts dahinter, was man in irgendeiner Form erkennen, erklären oder gar objektiv nachweisen könnte. Trotzdem fühlen sich alle, welche die Gabe der Erleuchtung erhalten haben hinterher wohler. Naja, wem das gefällt. Aber da muss ich wenigstens keine Kirchensteuern mehr bezahlen. Obwohl es auch eine Frechheit ist, daß ich hierfür erst mal selber aktiv werden musste, um das abzustellen.

  90. #91 Gregor
    13. Juli 2010

    Um es klar zu sagen, ich kämpfe in meiner familiären Umgebung gegen Homöopathie.
    Aber ich möchte mal einen anderen Aspekt zum Thema Kosten/Geld einbringen. Die Argumentation lautet ja, Homöopathie bringt nichts über den Placeboeffekt hinaus – was ich so unterschreiben würde. Aber dies heißt meines Erachtens nicht, das ein Gesundheitswesen ohne Homöopathie billiger wäre. Dazu müssten die Ärzte ja (bei einfachen Leiden) den Patienten ohne Rezept nach Hause schicken. Die Gesichter der Patienten möchte ich ja mal sehen, wenn der Arzt sie nur mit einem Handschlag und guten Wünschen verabschiedet.
    Ist nicht davon auszugehen, dass in diesem Falle ein Mittelchen der “sogenannten Schulmedizin”* verschrieben würde? Dies insbesondere auch, wenn es für den Patienten vielleicht besser wäre, von selbst gesund zu werden – was ja Homöopathie bedeutet?

    —-
    * “sogenannten Schulmedizin” – in Anführungszeichen, weil es meines Erachtens nur Medizin oder nicht Medizin gibt.

  91. #92 Holleak
    13. Juli 2010

    @Basilius:
    Ich zahle auch keine Kirchensteuer, und gehöre keiner Kirche an.

    Wieso ziehen Sie einen Beitrag von mir heraus, legen ihn mir als “freche Lüge” aus, obwohl ich doch selbst ganz genau weiß, was ich hier immerzu lese?

    Und außerdem habe ich wiederum das Gefühl, dass Sie meinen Betrag (bzw. meine Intention – die Reaktion auf Frau Carones “frechen” Diplomatieversuch) nicht verstanden haben.

  92. #93 Basilius
    13. Juli 2010

    @Holleak
    Keine Kirchensteuer? Schön für sie (*Schulterzuck’*)

    Es nützt mir (und den stillen Mitlesern) nichts, wenn nur Sie wissen, mit welchem Recht Sie jemand Anderen des ständigen sich Irrens bezichtigen.
    Vielleicht hätten Sie ja die Güte dies Behauptungen doch noch mit irgendetwas zu belegen? Was genau lesen Sie denn hier immerzu?

    Um es auch gleich noch auf einen Punkt zu bringen: Ja, ich bin durchaus der Ansicht, daß es unter den kleinen Hahnemanns den einen oder anderen Spinner gibt! Das trifft aber bestimmt nicht auf alle zu. Die meisten haben andere Gründe, warum sie daran glauben.

  93. #94 Saidiph
    13. Juli 2010

    @Holleac
    Abgesehen davon, dass das Argument gegen die Person das Argument der Person immernoch nicht automatisch zunichte macht, hat es tautologischen Charakter, dass sie bemerken, dass auch Florian sich irren kann. Über tautologien braucht man aber nich lange reden.

    @topic:
    Wo ist denn das große Problem, einem Patienten zu sagen, dass es kein Mittel gibt, das wirkt? In meinem Fall hatte ich etwa mustergültige Mononukleose, aber ich war froh, dass mir der Arzt sagen konnte was es ist und worauf ich mich einstellen muss. Etwa, dass nichts wirklich hilft. Aber die Info, womit man es zu tun hat, wie man sich verhalten soll, was auf einen zukommt, ist doch auch schon ein großer Gewinn.

    Ich weiß, dass die Skala nach oben offen ist. Es gibt eine unglaubliche Anzahl an chronischen und schmerzhaften Erkrankungen. Aber wenn man damit leben muss, muss man sich dann auch noch betrügen lassen?

  94. #95 Thomas
    14. Juli 2010

    Sry, aber ich muss hier doch mal einen kleinen Erlebnisbericht loswerden (der natürlich in keinster Weise wissenschaftlich relevant ist): Als überzeugter Anhänger der Schulmedizin hatte ich keine Lust wegen einer Allergie Monate auf einen Termin beim Hautarzt zu warten und habe mich deshalb homöopathisch behandeln lassen. Jede der Sitzungen dauerte rund 90 Min und ich habe sie alle in vollen Zügen genossen, denn ich bekam gleich eine halbe Psychotherapie, eine quantenmidizienische Diagnose, Pendeln, Chakra-Heilung und Akkupunktur dazu. Zusätzlich diverse Globuli, z. T. speziell für mich hergestellt. Auf meine Allergie hat das keinerlei Auswirkungen gehabt, aber es war wirklich nett und amüsant und hat viel Spaß gemacht – ich kann diese Erlebnis wirklich empfehlen (natürlich nur, solange man nicht krank ist)

  95. #96 Astrotux
    14. Juli 2010

    Bei den ganzen Homöopathiediskussionen hab ich mich bis jetzt immer rausgehalten, doch jetzt hab ich doch eine Frage. Wenn die Homöopathie doch so toll ist und vor allem bei chronischen Krankheiten bzw bei Krankheiten wo die “Schulmedizin” nicht mehr helfen kann, hilft, wie kann sie dann mir helfen?

    COPD mit nur noch 70% Lungenfunktion mit dem vollen Programm an Begleiterscheinungen. Das ganze gilt als unheilbar und ich muss stets eine Portion Chemie mit mir rumschleppen. Gibts irgenwo einen Homöopathen der sich zutraut mir zu helfen? Sind die Globuli dann feinstofflich damit man sie einatmen kann, oder wie geht das dann? Aber Achtung, ein akuter Anfall von Atmnot (atypisch, vor allem nachts) kann mich bei falscher Medikation das Leben kosten. Und das Argument, dass ich ja eh schon in einem fortgeschrittenen Alter bin lasse ich dabei nicht gelten!

  96. #97 Lammi
    14. Juli 2010

    @astrotux:

    “Aber Achtung, ein akuter Anfall von Atmnot (atypisch, vor allem nachts) kann mich bei falscher Medikation das Leben kosten.”

    das ist die erwartete und notwendige erstverschlimmerung. aber danach gehts dir blendend!

    :D

  97. #98 Dr. E. Berndt
    15. Juli 2010

    Zum Abnehmen: Schweinsbratenglobuli C12

  98. #99 michael
    16. Juli 2010

    Zum Reichwerden : Goldglobuli C0 (gibst die auch in C-10?)

  99. #100 Dr. E. Berndt
    16. Juli 2010

    Das Problem ist, daß es in der Medizinethik keine unwirksame Therapie gibt und dementsprechend verbietet Medizinethik heute nicht die Empfehlung von unwirksamen Therapien und Mitteln. Das ist so.

    Für seine Entscheidung zu im naturwissenschaftlichen Sinn Quacksalberei muß sich kein approbierter Arzt auch nur irgendwie rechtfertigen. Der Arztglaube, daß es dem Patienten helfen könnte, genügt als Rechtfertigung.

    Diese Ethik stammt aus einer Zeit, wo es noch nicht möglich war, herauszufinden, ob ein Mittel oder eine Therapiemethode tatsächlich kraft ihrer damit verbundenen chemisch-physikalischen Eigenschaften wirkt oder nicht. Die Medizinethik hat also die Entwicklung in der Biologie schlichtweg verschlafen.

    Wenn es nicht wirkt und vor allem wenn es schiefgeht, muß der mitunter schwer geschädigte Patient die Beweislast tragen und dem Arzt nachweisen, daß dieser zu einem bestimmten Zeitpunkt bestimmte Symptome erkennen hätte müssen. Funktioniert praktisch nie!

    Wenn diese Lobbyinstitution von Carsten Stiftung auf Wissenschaftlichkeit pocht, dann soll sie bitte zuerst mal erklären warum genau 10 mal geschüttelt werden soll. Was passiert wenn man nur 8 mal schüttelt oder gar 12 mal schüttelt? Darauf gibt es wohlweislich keine Antwort!

    Was es gibt sind immer größenwahnsinnigere Spekulationen über einen noch zu beweisenden Wirkungsmechanismus. Unweigerlich kommen dann die Informations- und Quantenmärchen auf das Tapet.

  100. #101 Joseph Kuhn
    16. Juli 2010

    Zum Stellenwert der evidenzbasierten Medizin im Zusammenhang mit der Hmomöopathie sehr aufschlussreich: die Äußerungen des Ärztekammerpräsidenten im Deutschen Ärzteblatt: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=42002:

    “Die Wirkung von homöopathischen Mitteln ist zwar nicht naturwissenschaftlich belegbar, trotzdem ist die Homoöpathie ein wichtiger Zweig in der Ausbildung von Ärzten geworden.”

  101. #102 Marcus Anhäuser
    16. Juli 2010

    @Joseph Kuhn
    ja, da hab ich auch gestutzt. Eigenartiges Argument … ich verstehe es auch nicht wirklich.

  102. #103 Betty Blue
    16. Juli 2010

    @michael – nicht zum reichwerden ;-) eher das Gegenteil, Verdünnungen gibt´s alle bis zur Unendlichkeit

    Aurum, das Gold, wird auch in der Homöopathie eingesetzt. Aurum metallicum hilft unter anderem bei Durchblutungsstörungen, Depressionen bis hin zu Beschwerden an der Vorsteherdrüse (Prostata) und den Hoden.

    Aurum-Typen sind oft cholerisch, von Grunde auf ehrlich und fleissig und verfolgen ihre Ziele.

    Typische Einsatzgebiete:
    Bei Depressionen, bei Verzweiflung und Angst, bei einem Gefühl der Enttäuschung und der eigenen Wertlosigkeit, bei einer gefühlten inneren Leere.
    Bei Herzenge, bei Herzklopfen, hohem Blutdruck, bei Atemnot, angezeigt besonders bei Schmerzen hinter dem Brustbein, die in die Arme ausstrahlen.
    Bei Hodenentzündungen, bei einer schmerzhaften Periode, bei Uterusmyomen und einem Gebärmuttervorfall.
    Bei Kopfschmerzen, die hämmern und in den Schläfen pulsieren.
    Bei Knochenschmerzen und Muskelschmerzen und wandernden rheumatischen Schmerzen

  103. #104 Marcus Anhäuser
    16. Juli 2010

    Ich lese es und kann es nicht glauben: Das kann doch nicht sein. Gegen Gebärmuttervorfall, aber auch bei Schmerzen im Brustbein, und aber auch bei Gefühl von Enttäuschung.

    Absurd.

  104. #105 MartinS
    16. Juli 2010

    In dem von @Joseph Kuhn verlinkten Artikel, fand ich auch diesen Satz, der mir noch weniger erklärlich ist: “Auch in der Vorsorge sei die 200 Jahre alte Homöopathie ein wichtiger Helfer.”!
    Entweder ich habe die falsche Vorstellung von ‘Vorsorge’, oder Hr Hoppe ist echt ‘schräg drauf’?! Soll ich jetzt ‘vorsorglich’ *Krebs C 200* nehmen und damit vorbeugen, oder wie?
    Oder ist gar die Homöopathie bei der Schulmedizin angekommen, weil sie ein einträgliches Einkommensfeld ist, dass bei ‘verantwortungsvollem’ Einsatz völlig *gefahrlos* ist (weil: wirkt ja nicht!)?
    Aber in der Vorsorge? Das gaukelt dem Patienten doch eine Sicherheit vor, die überhaupt nicht gegeben sein kann.
    Ich muß mich doch sehr über Herrn Hoppe wundern.

  105. #106 Dr. E. Berndt
    16. Juli 2010

    Die Homöopathie ist keine Wissenschaft. Sie war es nicht und ist es nicht. Homöopathie ist der klassische Fall einer hochentwickelten Unwissenschaft wie Astrologie. Weil aber der Begriff „Wissenschaft“ nicht geschützt ist, darf jeder Astrologe und Homöopath sich als Wissenschafter bezeichnen. Und auch ein Herr Grander hat für sein Patent, welches ihn Herr Jesus schauen ließ, einen Orden für Wissenschaft und Kunst erhalten!

    Das Betörende und Verführerische aller Unwissenschaften ist es, daß ihnen zu glauben immer viel versprechender ist, als Wissenschaft zu akzeptieren. Und man kann nicht nur glauben, sondern man muß glauben, will man an Vorstellungen jenseits naturwissenschaftlicher Kausalitäten festhalten. Solche transrealen Vorstellungen haben den großen psychologischen Vorteil, daß sie für alles „einfachere“ Erklärungen anbieten als die komplizierte Wissenschaft.

    Diese Einfach-Erklärungen halten aber keiner eingehenden Analyse stand. Sie erweisen sich als pseudoverständlich und vor allem unverkennbar dogmatisch.

    Bestechend an Unwissenschaft ist, daß im Gegensatz zu echter Wissenschaft auch „dumme“ Fragen beantwortet werden. Wissenschaft ist in diesem Sinne oft sehr unbefriedigend, und vor allem weil nicht alle Wünsche nach Heilung etc. erfüllt werden können, tun sich gerade Pseudowissenschaften und damit auch die Homöopathie im Überzeugen von Personen leichter, die sich in Ausnahmesituationen befinden. Hier wird eben das Gewünschte und Ersehnte versprochen. Was und wie ein für allemal zu „denken“ ist, wird besonders von Heillehren vorgegeben, die sich nicht einem naturwissenschaftlich kausal begründbaren Weltbild verpflichtet fühlen. Hahnemann hat einen Denkkäfig zum Auswendiglernen mit gewaltigem Umfang konstruiert. Daher wird nichts gefragt, und kein Homöopath wird sich daher ernsthaft mit Versuchen auseinandersetzen, die sein Weltbild gefährden können und zum Einsturz bringen.

    In diesem Sinne ist eine Überschneidung mit religiösen Überzeugungen klar gegeben. In dem Augenblick, wo echte Fragen gestellt werden, bricht das Gebäude jeder Scheinwissenschaft zusammen. Und dementsprechend lehnen es auch die Homöopathen und sonstige geschäftstüchtige alternative und komplementäre Führer ab, diesbezügliche Fragen exakt, also unter Verwendung eindeutiger Definitionen und Begriffe zu beantworten.

    Die Homöopathie braucht Gefühle und Emotionen, um sich der Disponierten zu bemächtigen. Diese werden bekehrt und werden zu erleuchteten und besserwissenden Gläubigen. Es ist absolut müßig, Strenggläubige mit logischen oder wissenschaftlichen Argumenten von ihrem Bekenntnis abbringen zu wollen. Bestenfalls könnte es durch einen lebensgefährlichen Schock zu einer Bekehrung kommen. Was aber meist nicht lang anhält, und früher oder später wird wieder begonnen, sich mit Globuli zu kurieren . Das seelische Gleichgewicht bedarf irgendwie dieses Rituals.

    Wie bei einer Religion, gibt es natürlich auch Priester. Die gläubigen Homöopathielaien brauchen einen Bekenner und Führer, der ihnen diesen Glauben immer wieder bestätigt und Zweifel abnimmt. Und das ist heute ein besseres Geschäft denn je geworden. Das Geschäft mit der Homöopathie will subtil beworben sein. Die scheinbare Einfachheit an sich ist schon eine gute Sache, wenn ich etwas verkaufen will, aber sie ist nicht das einzige Rad im sich zur Zeit offenbar immer schneller drehendem Verkaufskarussell.

    Scharlatane spielen perfekt auf der Orgel zwischenmenschlicher Beziehungen. Alle Register werden gezogen. Aura, Charisma und Ambiente sind mehr als anderswo auf die Erwartungen der Kundschaft abgestimmt. Kleine und große Signale werden gesetzt, um den Kunden ein gutes Gefühl zu geben. Das Bauchgefühl, das läßt sich vergolden. Je nach Klientel richtet sich mehr als anderswo die Ausstattung der Ordination und die Gestaltung des Rezeptblocks darauf ein. So ein Krankenkassenrezept ist ja wirklich etwas Grausliches im Vergleich zu einer homöopathischen Verschreibung, wo schon auf meist besonderen Rezeptformularen heilkräftige Symbole wie Sonnenstrahlen oder Wasserwellen Heilung versprechen. Und es gibt keine Mißerfolge. Heerscharen von Wellneßschreibern betreiben Disease mongering. Zahlreiche Beschwerden werden den Informationskonsumenten zur Heilung mit Homöopathie nahe gelegt. In jedem Gesundheitsmagazin zeigt sich die Homöopathie als natürliche Hochglanzheilung ohne Nebenwirkung. Es gibt keine Kritik und keine Zweifel.

    Ein gleiches Vorgehen, wie beim Rauchen, ist zu fordern: nämlich Warnhinweise!
    Der Reibungspunkt in der Frage, wie rechtmäßig dies alles ist, liegt darin, daß die unwissenden Konsumenten und Patienten glauben, daß all diese Verfahren und Mittel einer Evidenz basierten Medizin und Pharmazie absolut gleichwertig sind, also genau so streng geprüft und für wirkungsvoll befunden worden sind. Die zumindest moralische und ethische Bedenklichkeit ist nicht zu übersehen. Es besteht eine Grauzone, die Platz auch für Betrug bietet.

    Die fehlende Verbindlichkeit eine naturwissenschaftlich begründete Kausalität bzw. das Fehlen einer solchen, ist die Grundlage aller dieser modernen Wunder. Aber vom Handysmogumwandler bis zu den Wasserveredelungsvorrichtungen werden alle diese Produkte und Dienstleistungen dem Zeitgeist entsprechend mit Attributen geschmückt, die Wissenschaft vortäuschen.

    Aber es ist nirgendwo Wissenschaft drinnen, und obendrein hat der Gesetzgeber viele alternative und komplementäre Mittel „expressis verbis“ von den sonst so strengen Prüfungen und Auflagen einfach befreit.

    Hier wurde nicht nur eine 2. Realität mit Ausnahmegesetzen etabliert, sondern der Staat kommt einer seiner wichtigsten und hoheitlichen Aufgaben, seine Bürger vor Übervorteilung zu schützen, überhaupt nicht mehr nach. Die Nahrungsergänzungsmittel können als Beispiel für eine Vermarktung von Mitteln dienen, wo die Konsumenten an eine etwaige Wirkung glauben, die dem eines Arzneimittels entspricht, aber es ist selbstverständlich diese Wirkung nicht ausgewiesen. Sie steht bestenfalls zwischen den Zeilen.

    Es gibt auf dem Sektor „Gesundheit“ keine Spielregeln, auf die man sich verlassen kann. Hier darf jeder nach Gusto und Belieben Ratschläge erteilen. Im besten Falle ist im Kleingedruckten noch zu lesen, daß man zusätzlich den Arzt befragen soll, oder ähnliche Formulierungen, die von jeder Haftung entbinden.

    Die Indoktrination ist schon so weit fortgeschritten, daß der Haftungsausschluß mit der Floskel „wissenschaftlich nicht beweisbar“ als die bessere und erstrebenswertere Qualität angesehen wird.
    Bei den Rauchwaren müssen Warnhinweise draufstehen. Bei Homöopathie und Co. steht nichts drauf. Es gibt keine Warnhinweise, daß es sich um keine wissenschaftlich überprüfbaren Methoden und Mittel handelt, daß bislang alle Überprüfungen in der weitaus überwiegenden Zahl nur negative Resultate erbracht haben, und es steht auch nicht drinnen, daß z. B. Homöopathie oder Bachblüten in krassem Widerspruch zu allen Naturwissenschaften stehen. Die Patienten und Konsumenten werden nicht ausdrücklich gewarnt, daß die Nichtbehandlung bzw. die scheinbare Behandlung von Erkrankungen schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann.

    Eine weitere echte Täuschung der Patienten und Konsumenten ist die gleichzeitige Behandlung mit alternativen und komplementären Methoden neben echten medizinisch und naturwissenschaftlich Mitteln und Methoden. Klassisches Beispiel hiefür ist die zusätzliche Gabe von Homöopathie und Co. zu geprüften Medikamenten.

    Mit größter Selbstverständlichkeit wird Ihnen in den Apotheken als maximal möglicher Standard, ungeachtet aller Unterschiede und Unvereinbarkeiten hinsichtlich Wirksamkeit und naturwissenschaftlich erklärbarer Art und Weise der postulierten Wirkung dies alles simultan angepriesen und verkauft.

    Im Doppelpack angewendete und verkaufte Pseudomedizin hat einen großen Vorteil. Solange nichts passiert und die Menschen eh auf natürliche Art gesund werden, sich besser fühlen und so weiter können sich diese und ihre alternativen Therapeuten und Wundermittelverkäufer, darunter approbierte Mediziner und Pharmazeuten, immer aussuchen was gewirkt hat.

  106. #107 Marcus Anhäuser
    16. Juli 2010

    @ Dr. E. Berndt
    wo sie gerade da sind. Hatten sie nicht ein Buch geschrieben über Pseudomedizin u.ä. das wollte ich mir immer mal noch besorgen …

  107. #108 Dr. E. Berndt
    16. Juli 2010

    Verlag Vabene “Der Pillendreh”

  108. #109 Marcus Anhäuser
    16. Juli 2010

    danke…

  109. #110 miesepeter3
    16. Juli 2010

    @Dr. E. Berndt

    in den USA gibt es a) kein Verbraucherschutzgesetz und b) offensichtlich eine breite Bevölkerungsschicht, die nicht dem durchschnittlichem Bildungsstandard der westlichen Welt entspricht. Deshalb gibt es dort für Unternehmen, die diesem Umstand nicht Rechnung tragen, diese irren Unsummen von Entschädigungszahlungen, wenn ein Konsument zu Schaden kommt. Als Schutz davor gibt es dann solche Warnhinweise auf den Produkten : Kinderroller “Achtung! Produkt bewegt sich bei Benutzung”
    Hier bei uns faßt man sich an den Kopf ob eines solchen Unsinns.
    Aber offensichtlich gibt es doch Menschen, die für bestimmte Bereiche solche Warnhinweise fordern, z. B. für die sogenannte Komplementärmedizin. Die Konsumenten dieser Dienstleistung oder Waren werden für absolut dämlich gehalten und müssen entsprechend geschützt werden. Im Prinzip eine menschenfreundliche
    Haltung, wenn denn die Konsumenten tatsächlich so dumm wären, wie man in bestimmtemn Kreisen annimmt.
    Untersuchungen haben gezeigt, dass von den Nutzern lediglich ca. 10 % eine derartige Unwissenheit an den Tag legen. Der Rest weiß sehr wohl um die wissenschaftlichen Probleme, die die Nichtbeweisbarkeit von Wirkung und Wirkungsweise auslösen können. Aber sie entscheiden sich bewußt für diese andere “Medizin”, weil sie, ob berechtigt oder unberechtigt, meinen, dass die normale Medizin ihnen nicht mehr helfen kann. Ein Großteil hat auch entsprechende Erfahrungen über längere Zeiträume machen können, in denen die wissenschaftliche Medizin ihnen tatsachlich nicht in dem gewünschten Ausmaß helfen konnte. Das ist auch für manche Arzte unbefriedigend und sie probieren dann auch mal etwas aus, was nach menschlichem ähh…… wissenschaftlichem Ermessen eigentlich nicht helfen kann. Allen nur pecuniäre Interessen vorzuwerfen trifft es wohl nicht ganz.
    Ich persönlich wünsche mir solche amerikanischen Verhältnisse nicht, auch nicht in dem speziellen Bereich Medizin. Gegen wissenschaftliche Aufklärung habe ich nichts,
    nur der Umgangston nähert sich manchmal doch dem derjenigen, von denen man annimmt, dass sie mindestens Betrüger sind, wenn nicht schlimmeres.

  110. #111 Andreas Lichte
    16. Juli 2010

    “Zusammen mit der Ärztin Ita Wegmann entwickelte Steiner seine anthroposophische „Heilkunst“ aus H O M Ö O P A T H I E und Romantischer Medizin des 19. Jahrhunderts, die er in seine Mitteilungen über Karma und Evolution aus „feinstofflichen Geisterwelten“ verpackte.”

    Ansgar Martins im Vorwort zu: „Masern werden von Waldorfschule zu Waldorfschule übertragen …“, http://waldorfblog.wordpress.com/2010/06/22/„masern-werden-von-waldorfschule-zu-waldorfschule-ubertragen%C2%A0…“/

    Anthroposophische Medizin = Homöopathie + Wahnsinn Rudolf Steiners

  111. #112 Dr. E. Berndt
    16. Juli 2010

    @miesepter 3
    Sie dürfen mir glauben, daß ich nicht nah drann am Geschehen bin, sondern mitten drinn.
    Ihre Vorstellung vom mündigen Patienten – sie haben ihn nicht erwähnt, aber Sie haben ihn beschrieben- beschreiben die Wirklichkeit zu kurz.
    Sicherlich kann man so denken wie Sie, aber Sie müssen mir dann erklären, warum gerade in Sachen Gesundheit, und das ist ja keine Newbensächlichkeit, so viel gelogen und getäuscht werden darf und wird, wie sonst auf keinem Gebiet.
    Der berühmte mündige Patient ist eine Erfindung der Geschäftemacher.

  112. #113 chloe
    19. Juli 2010

    Eine Freundin von mir ist Pharmazeutin und sie erwähnte mir gegenüber, dass bei vielen Medikamenten (Schulmedizin) nicht eindeutig eine Wirkung festgestellt werden kann bzw. Placebo-Effekt und Verum-Effekt oft gleichhoch sind. Diese werden dennoch zugelassen. Da frage ich mich auch, inwiefern man denn bei solchen Medikamenten von einer “wirklichen” Wirkung sprechen kann.

  113. #114 chloe
    19. Juli 2010

    Hinzuzufügen sei noch, dass Verum-Wirksamkeit oft so niedrig ist, dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass dieses Medikament hilft. Die Pharmaindustrie denkt auch vorrangig an Profit. Denen sind doch die Patienten pups-egal, Hauptsache sie zahlen. Von daher sollten sich alle mal zurückhalten, die der Homöopathie Geschäftemacherei vorhalten.

  114. #115 chloe
    19. Juli 2010

    Und, apropo Wirksamkeit: Was sagen Sie zu dem Argument, dass ein Großteil der Probanden männlich ist und weibliche Probanden eher die Seltenheit bilden, aber die Medikamente dennoch auch für Frauen zugelassen werden?

  115. #116 Willi
    19. Juli 2010

    Ah, das gute alte “Die Schulmedizin ist nicht zu 100% perfekt, also darf man die Homöopathie nicht kritisieren”-Argument.

    Wer findet den argumentatorischen Fehler? ;-)

  116. #117 chloe
    19. Juli 2010

    Vielleicht sollten einfach mal die Methoden der Wirksamkeit in der Schulmedizin hinterfragt werden? Schließlich führen die auch zu keinem befriedigenden Ergebnis. Dabei alles auf rein chemische Prozesse herunterzuspielen, erscheint mir wenig produktiv. Und, jedem Kind dürfte ja wohl bekannt sein, dass sich viele Krebsspezialisten nicht, wenn sie selber an Krebs erkranken, der Therapie unterziehen würden, die sie selber bei ihren Patienten anwenden, eben weil sie selber deren Wirksamkeit bezweifeln bzw. die Methoden, die dieses unterstellen.

  117. #118 rolak
    19. Juli 2010

    Hi chloe, Du solltest nicht von Quacksalbern wie Hamer auf richtige Ärzte schließen.

  118. #119 chloe
    19. Juli 2010

    Ich beziehe mich hier gewiss nicht auf Hamer, den ich erstens gar nicht kannte und zweitens durch Recherche herausbekommen habe, dass er u.a. auch wegen antisemitischen Äußerungen angeklagt ist. Von daher erübrigt sich dazu jeder weitere Kommentar.

    Ich habe die Aussage (Haltung der Krebsspezialisten) von einer Krebspatientin, die nur schulmedizinisch behandelt worden ist und keinen Hang hat zu alternativen Methoden. Sie hat dies während ihrer Behandlung erfahren und auch von anderen Frauen bestätigt bekommen.

  119. #120 Willi
    19. Juli 2010

    Was du von einer Bekannten erzählt bekommen hast, muss “jedem Kind bekannt sein”?

    Also *meine* Bekannte hat mir erzählt, dass ihr behandelnder Arzt seine Therapie jederzeit auch an sich selbst anwenden würde.

    Hmm, aber wer dann denn jetzt nur recht? Oder ist es etwa so, dass – oh Schreck! – persönliche Erfahrungen keine Allgemeingültigkeit haben?

    Und dass die Wirksamkeitsprüfung der Medizin (eine “Schulmedizin” gibt es nicht, sondern nur Medizin oder keine Medizin) zu “keinem befriedigenden Ergebnis” kommt, ist eine grob unzulässige Verallgemeinerung. Ohne Zweifel wird es da natürlich auch schwarze Schafe geben, nicht zuletzt gewiss auch Korruption und ähnliches. Wie es eben in jedem menschengemachten System der Fall ist. Aber da liegt der Unterschied zur Homöopathie: während in der Medizin “schwarze Schafe” gibt, kann man die Homöopathie guten Gewissens als “schwarze Herde” bezeichnen. Kein einziges homöopathisches “Medikament” wirkt – eine Wirkrate von 0%, so tief liegt die Medizin selbst in der pessimistischsten Verschwörungstheorie nicht.

  120. #121 Basilius
    19. Juli 2010

    @chloe & Willi
    Und einer der Freunde meines Schwiegervaters hatte nach einer Darmkrebserkrankung ebenfalls eine Chemotherapie (nebst Operation) durchlaufen. Das war vor ca. 2 Jahren. Dem Manne geht es inzwischen wieder blendend. Ihm sind noch nicht mal die Haare ausgefallen oder irgendwas ähnlich Unappetitliches.
    Jetzt sind wir also schon zwei, die persönliche positive Erfahrungen einbringen können. Das bedeutet doch wohl, werte Chloe, daß wir RECHT haben. Und damit sollte es auch völlig egal sein, was und ob da irgendwelche chemischen Prozesse sich abspielen und wer an die selber glaubt oder eben nicht.
    Der Mann ist gesund. Wer heilt hat RECHT!

  121. #122 Dr. E. Berndt
    19. Juli 2010

    Wer heilt, hat recht!

    Die Rechtfertigung der Unvernunft

    Dieses Argument ist oft zu hören. Damit wird versucht, Paramedizin und Parapharmazie, also alles, was sich einer Erklärung entzieht und außerhalb wissenschaftlicher Pharmazie und evidenzbasierter Medizin (EBM) angesiedelt ist, zu rechtfertigen. Es wird dieses Argument als Brückenschlag zwischen Arzneimitteln und Therapien, die anerkannt und amtlich zugelassen sind, und den Methoden und Mitteln der alternativen und komplementären Heilszene eingesetzt. Wobei noch zu bemerken ist, daß es auch Heilkonzepte gibt, die zwar amtlich zugelassen sind, von Ärzten angewendet werden dürfen, die aber expressis verbis von einer Prüfung bzw. einem Nachweis der Wirksamkeit ausgenommen sind und in krassem Widerspruch zu fundamentalen naturwissenschaftlichen Tatsachen stehen. Die Anwendung einer Heilmethode oder eines Heilmittels in der Medizin hängt primär nicht davon ab, ob die Art und Weise der Wirkung bekannt ist und wissenschaftlich erklärt werden kann. Ein Wirkungsnachweis ist auch dann gültig, wenn es dafür keine Erklärung gibt.

    Ein Kennzeichen für alle diese Heilverfahren und Mittel ist das Image, irgendwie mehr zu können oder besser zu sein als medizinische Standardverfahren. Daher werden sie von vielen Menschen als alternativ anwendbare Heilverfahren gesehen. Und wenn dieses Image nicht zu halten ist, dann wird den Leidenden auf ihrer Suche nach ungefährlicher Hilfe suggeriert, daß der Erfolg der (schul)medizinischen Behandlung nur unter Anwendung zusätzlicher komplementärer Maßnahmen und Mittel sichergestellt werden kann. Das giftige Antibiotikum etwa muß ausgeleitet werden, oder zur sicheren Geburtsvorbereitung sind bestimmte Globuli und Tees unerläßlich.

    Es ist das Geschäft mit der Unvernunft und mit der Hoffung, wider alle Erkenntnis und Ratio doch noch Heilung ergattern zu können und dem Schicksal zu entkommen. Geschickt wird auch die Angst vor konventionellen Therapien und Medikamenten von den Anbietern angesprochen und ins Marketing miteinbezogen. Von einem naturwissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen, kommen auf der einen Seite Mittel und Methoden zur Anwendung, die im Vergleich zum anderen Ende des Spektrums nicht irrationaler und unlogischer sein könnten. Und trotz aller Gegensätzlichkeit existiert zwischen den beiden „medizinischen Welten“ eine Grauzone. Allgemein anerkannte scharfe Grenzen zwischen ohne jeden Zweifel wirksamen Methoden und Mitteln und Hokuspokus gibt es nicht.

    Dieser Handlungsfreiheit im Gesundheitswesen stehen umfangreichste und unzählige Gesetze und Vorschriften gegenüber, die zum Schutz der Patienten erlassen worden sind und eingehalten werden müssen. Die sich daraus ergebenden Rahmenbedingungen sind aber nicht so eng, daß es nicht Spielraum für unterschiedliche „Interpretationen“ gäbe. Die Wirksamkeit und Unschädlichkeit von Therapien und Medikamenten sollte immer gegeben sein, aber so selbstverständlich diese Anforderungen auch sind, diese in der Praxis durchzusetzen ist weder einfach noch gelingt es immer. Vor allem dann, wenn es um Mittel und Verfahren geht, deren Wirkung eben schwierig zu objektivieren ist, stößt man bald an Grenzen der Machbarkeit und der Akzeptanz. Ohne den daran Beteiligten vorwerfen zu wollen, nicht guten Willens zu sein, ist zu sagen, daß die Kluft zwischen Theorie und Praxis sowie zwischen subjektivem Empfinden und Wahrnehmen und objektiver Faktenabschätzung hinsichtlich Wirkungen und Nebenwirkungen nicht größer sein könnte.

    Wie auch immer, die Hoffnung der Patienten auf Heilung und Besserung und die Überzeugung von Ärzten und Heilpraktikern dabei wirksam, also über gutes Zureden hinaus, helfen zu können, sind äußerst einflußreiche Faktoren, die auch stärkste Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Wirkung beiseite schieben. Erwiesene Unwirksamkeit alleine hat noch nie das „Aus“ für irgendeine alternative und komplementäre Therapie bedeutet. So dauerte es Jahre, bis nach zahlreichen und nicht mehr zu vertuschenden Todesfällen die Frischzellentherapie dezidiert verboten wurde. Aber es darf vermutet werden, daß trotzdem weiter therapiert wurde, und jetzt wurde das Verbot in Deutschland wieder aufgehoben. Ein Sieg der Juristen über die Bedenken der zuständigen medizinischen Fachleute wie Pharmakologen und Allergologen.

    Beweis oder Rechtfertigung?

    Homöopathie ist das prominenteste Beispiel für eine Therapierichtung, deren spezifische Wirksamkeit bis heute nicht bewiesen wurde. Alle diesbezüglichen Bemühungen erwiesen sich als trügerisch, und dementsprechend fehlt bis heute auch eine schlüssige Erklärung eines Wirkungsmechanismus. Bis dato waren alle groß angekündigten Erklärungsversuche spektakuläre Flops. Bewiesen hingegen wurde zigfach die Unwirksamkeit nach allen gültigen Regeln von Wissenschaft und Heilkunst. Trotzdem oder gerade deshalb ist die Homöopathie populärer denn je, und ihr ultimatives und einziges Argument ist immer noch „Wer heilt, hat recht!“ Die Wirkung dieses Arguments ist phänomenal und entspricht einer Kombination aus psychoaktiver Blendgranate mit antilogischem Nebelwerfer.

    „Wer heilt, hat recht“, ist ein geradezu überplausibles Argument und so bestechend, daß weiteres Nachdenken sofort ausgeschaltet wird. Logisch, daß man das breite Publikum der Nichtbetroffenen durch dieses klassische Totschlagargument natürlich sofort überzeugen kann. Bedauerlicherweise besticht dieses Argument aber nicht nur die von Krankheit und Leid Betroffenen, sondern auch Ärzte, Apotheker und Naturwissenschafter, also Fachleute, die es besser wissen müßten. Somit zählt dieses Argument zu den erfolgreichsten und besten Scheinargumenten überhaupt. Jeder auch noch so Unerfahrene und Ungebildete kann damit argumentieren. Vom Wurzelsepp am Wochenmarkt bis hin zu den Edelscharlatanen im weißen Kittel erfreut es sich großer Beliebtheit. Wenn es nichts mehr zu sagen gibt, oder die vorgebrachten Argumente nichts erklären und in Widersprüche führen: Das kann immer gesagt werden.

    Der Denkausschalter

    „Wer heilt, hat recht“, ist ein unwissenschaftliches Argument, weil es nicht widerlegbar ist. Fehlende Erklärungen und Theorien lassen sich eben nicht widerlegen. Für lästige Zwischenfragen fehlen angreifbare Details. Das läßt Ärger mit Skeptikern, Kritikern oder dem wissenschaftlichen Establishment erst gar nicht aufkommen. Gerade das Fehlen jeglicher Erklärung ist das Erfolgsgeheimnis dieses Pseudoarguments. Wenn, wie in Falle von „Wer heilt, hat recht“, nichts über einen notwendigerweise zu beweisenden Zusammenhang gesagt wird, also das „Wie“, entfällt, kann buchstäblich alles damit bewiesen werden. Jedes auch noch so beliebige Ereignis „Therapie“ kann mit jedem Ereignis „Heilung“ unwiderlegbar verkuppelt werden. Und ehe überhaupt noch nachgedacht werden konnte, ist das „Nachher“ des zeitlichen Ablaufs zum ursächlichen „Weil“ mutiert. Schneller läßt sich kein Wunder beweisen – aber nur scheinbar. Und wenn dieser scheinbare Sachverhalt auch noch von einem entsprechend Betroffenen sinnlich erfahren wird, wird dieser zur gültigen und unerschütterlichen Tatsache. Danach ist es nur mehr eine Frage der Zeit und des Zeitgeistes, mit welcher Pseudologik die Wirkungsweise der zahlreichen diversen Pseudomedikamente und Scheintherapien erklärt wird. Alle anderen Möglichkeiten und Umstände, die ebenfalls zu einer Heilung oder Besserung hätten führen können, werden gar nicht erst in Erwägung gezogen. Niemand denkt mehr daran, daß viele Krankheiten nach einer gewissen Zeit von selbst oder auch spontan heilen. Es wird vergessen, daß bei einer Reihe von chronischen Erkrankungen es immer wieder Phasen der Beschwerdefreiheit gibt. Andere zur gleichen Zeit angewendete Therapien und Medikamente werden ebenso wie Zufall und Placeboeffekte vollkommen ausgeblendet.

    Brettl vorm Kopf

    „Wer heilt, hat recht!“ ist ein Argument wider den Fortschritt. Jeder, der so argumentiert, will aus persönlichen oder beruflichen Gründen teils bewußt oder unbewußt am „Statuts quo“ nichts ändern. Das Denken in die Zukunft wird blockiert. Einen Fortschritt zulassen bedeutet, neue und unbekannte Erkenntnisse zu riskieren, die möglicherweise zu einer Veränderung der Beurteilung und Bewertung von Wirksamkeit und Nebenwirkungen führen. Das könnte in Folge den Erfolg von fragwürdigen Therapien und Mitteln erheblich relativieren, was weder gewisse Ärzte und Apotheker sowie Heilpraktiker und Co. noch ihre Klientel wollen.

    Und „Wer heilt, hat recht!“ wäre keine so wirkungsvolle Killerphrase, wenn sich mit ihr nicht dogmatische Lehren, die letztlich nur auf Glauben beruhen, rechtfertigen ließen. Daher argumentieren damit Therapeuten, die alternative und komplementäre Medizin für einzig und richtig halten. Sie haben ein großes Interesse daran, daß ihre Lehre, die sie für überlegen halten, anerkannt bleibt. Für dogmatische Lehren ist jeder Schritt in Richtung neuer Erkenntnisse eine potentielle Gefährdung für den Fortbestand, und daher muß alles vermieden werden, was dazu führen könnte. Eine Entwicklung zulassen, könnte darüber hinaus dazu führen, sich und anderen eingestehen zu müssen, an etwas Falsches geglaubt zu haben. Das will natürlich niemand; und die Existenz hängt auch davon ab.

    Fazit: Rechtfertigen läßt sich (fast) alles, beweisen (fast) gar nichts!

    Die Vergoldung des Bauchgefühls

    Auf der anderen Seite befindet sich die Klientel, die auf Paramedizin und Parapharmazie vertraut. Ihr Vertrauen in und ihre Hoffnung auf Hilfe durch außergewöhnliche Verfahren und Mittel ist das Resultat langjähriger Konditionierung durch eine sogenannte Gesundheitsinformation in öffentlichen Medien. So werden jetzt positiv empfundene Begriffe wie biologisch, natürlich, ganzheitlich, biologisch, sanft etc. ausschließlich alternativer und komplementärer Medizin zugeordnet. Und Begriffe wie Chemie, Schulmedizin, Strahlen und dergleichen mehr werden, weil man ja aufgeklärt wurde, negativ wahrgenommen. Wer die ersteren Begriffe dem alternativen und komplementären Gesundheitssektor und die letzteren Begriffe den konventionellen Bereichen des Gesundheitswesens zuordnet, darf erwarten, daß er voll im Trend liegt. Dieser Meinung nicht zustimmen, bedeutet gegen den Strom des Zeitgeists zu schwimmen. Freundliche Zustimmung gibt es in der Regel dafür nicht.

    Doppelte Wahrnehmung

    Als Information, als Hilfe zu mehr Wissen, um sagen zu können, man weiß Bescheid, kann das alles, was öffentlich breitgetreten wird, nicht bezeichnet werden, dazu ist es in jeder Hinsicht zu einseitig. Diese Einseitigkeit der Information kann nicht zu einer Bildung führen, die notwendigerweise Grundlage jeder rationalen Entscheidung ist. Die Einseitigkeit und Unobjektivität besteht in einer fast vollständigen Abtrennung der jeweiligen Heilslehren von der übrigen Medizin, die stets immer irgendwie abwertend beurteilt wird. Im Kern vermeiden alle alternativen und komplementären Lehren in ihren Informationen jeden Bezug, der über die sorgfältig gezogenen Grenzen zum Schutz vor Kritik und Vergleich hinausgeht. Information über alternative und komplementäre Medizin ist immer subjektiv. Es ist, als existierten zwei voneinander völlig getrennte Welten, die auch vollkommen getrennt wahrgenommen werden.

    Diese Trennung und die damit verbundene jeweilig isolierte und einseitige Wahrnehmung sind nahezu vollkommen. Es mag noch verständlich sein, wenn Laien dieser getrennten Wahrnehmung unterliegen und daher keine Querfragen zur jeweils „anderen“ medizinischen bzw. naturwissenschaftlichen „Welt“ stellen. Aber von dieser getrennten Wahrnehmung sind auch Studenten in den Universitäten erfaßt; Orte wo Wissenschaft angesagt sein sollte. Wissenschaft bedeutet immer auch ein Zweifeln am scheinbar Offenkundigen. Zweifel und Neugierde treiben Wissenschaft voran. Wer nicht den Mut zum Zweifel hat und nicht Neugier besitzt, kann nicht zu neueren Erkenntnissen gelangen. Aber auch hier wird gelernt und nichts mehr gefragt.

    Die Medizinstudenten hören im gleichen Gebäude am gleichen Tag eine Vorlesung über die Grundlagen der Pharmakologie und eine Vorlesung z. B. in TCM. Es stört sie nicht, daß in der traditionellen chinesischen Medizin über Vitalenergien und deren Bahnen im Körper als wahr und gegeben referiert wird. Vitalismus und Meridiane, das sind Annahmen der Existenz einer besonderen Lebensenergie und Bahnen, entlang derer diese Energie fließt. Aber im Sinne der Naturwissenschaften sind das Konzepte, die ihren ontologischen Status mit dem Einhorn aus den Grimmschen Märchen teilen. Das in einem Hirn zu denken und beides für wahr zu halten, ist Doppeldenk ; und leider normal für Sonderschüler bis hin zu Universitätsprofessoren. Die Unmöglichkeit und die Unvereinbarkeit wird einfach nicht mehr wahrgenommen. Auch auf der Universität stellen die Studierenden, die über eine profunde naturwissenschaftliche Basisausbildung verfügen, die zu einem kritischen Hinterfragen der Widersprüche und Ungereimtheiten eigentlich zwingen sollte, keinerlei Fragen. Alles ist happy.

    „Aber, mir hilft es!“

    Viele Menschen sind in Angelegenheiten der Gesundheit verunsichert und vorsichtig. Die aus ihrer Sicht erkannten besonderen Gefahren um ihre Gesundheit sind meist mit bestimmten weltanschaulichen Grundhaltungen verbunden. Und dieses für sie erfolgreiche Weltbild wird natürlich verteidigt. Egal, ob für sie aus eben diesen Gründen alternative und komplementäre Medizin ein erstrebenswertes Ziel ist oder eine Zuflucht vor den Gefahren konventioneller Medizin darstellt: Ihre Antwort und ihre Verteidigung diesbezüglich lautet in Anlehnung an „Wer heilt, hat recht“ schlicht „Aber mir hilft ’s womit ein Aufklärungsversuch schon gescheitert ist, ehe damit begonnen wurde. Sie haben sich damit erfolgreich gegen den Versuch, ihre Meinung zu ändern, gewehrt, und alles bleibt subjektiv richtig.

    „Wer heilt, hat recht“, ist andrerseits das bevorzugte Argument aller, die vor allem von sich und ihren Ideen ohne Einschränkung überzeugt sind. Ihr Erfolg liegt in einem überwältigenden Charisma. Ihr bombenfester Glaube, nach ihrer persönlichen Wundertherapie eine Heilung auslösen und bewirken zu können, läßt keinen Spalt für Zweifel offen. Es gibt keine Fakten, die z. B. einen Dr. Hamer von seiner „Germanischen Neuen Medizin“ abbringen könnten. Und noch überzeugter ist die Anhängerschaft. Der Guru wird zu Lebzeiten buchstäblich bis zum letzten verteidigt, und nach seinem Tode finden sich treue Jünger, die das Werk des Meisters fortführen, wobei der unbedingte Erhalt der reinen Lehre die Mission darstellt. Die Erfahrung des täglichen Lebens lehrt, daß Meinungen nicht durch Fakten zu ändern sind.

    Diesem Totschlagargument folgt die Totschlagkasuistik, die nach wie vor die Werbelinie für Schlankheitspräparate und Waschmittel ist. „Frau B. wurde nach nur 14-tägiger Einnahme von Slimhip um 10 kg schlanker.“ „Nach der Umstellung auf „Super-R-Wasser“ verbrauchte Herr M. nur mehr die Hälfte an Waschpulver.“ Nur wie das alles zuging und wie es geprüft wurde, weiß niemand.

    Es ist das Wesen von Killerphrasen, daß sie sich einer Beurteilung entziehen. Zum Hinterfragen, Erklären und Widerlegen muß etwas weiter ausgeholt werden.

    Die gefühlte Kausalität

    „Wer heilt, hat recht!“, ist genau so richtig wie: „Die Blumen sind vertrocknet, weil der Papst sie nicht gegossen hat!“ Wenn jemandem als Therapie empfohlen wurde, stündlich 20 „Ave Maria“ zu beten und auf den Knien nach Mariazell zu rutschen, und er verspürte hinterher tatsächlich eine Verbesserung seiner Leiden: Ist dann die Wirksamkeit dieses Therapievorschlags bewiesen?

    Diese Frage wird sicher mit „Nein“ beantwortet werden. Aber das war nicht immer so. Diese Frage wird nur heute mit „Nein“ beantwortet. Vor der Aufklärung war das anders. Damals waren Gebet und Gottes Hilfe selbstverständlich wirksamste Mittel und logisch! Es wurde so und nicht anders von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen geglaubt und wahrgenommen. Und es war auch logisch, denn wer sonst, wenn nicht der liebe Gott, konnte gegen die teuflischen Krankheiten helfen? Im Kontext des Mittelalters herrschte ein anderer Zeitgeist vor. Daher wurden die sinnlichen Erfahrungen einer Heilung dementsprechend anders gewichtet und interpretiert. Die Wunder einer Wallfahrt waren glaubwürdig. Aufgewachsen und eingebettet in einen christlichen Jahresablauf, konnte praktisch nichts anderes geglaubt werden, wollte man nicht zum Ketzer werden. Erzogen, fest an die unmittelbare Allmachtmacht Gottes und an die kraftvolle Fürsprache Marias zu glauben und in Kenntnis unzähliger erfolgreicher Heilungen, waren für die Menschen damals die Vorstellungen von einer himmlischen Hilfe sinnliche Realität und daher eine einsichtige bzw. befriedigende Erklärung.

    Heute beschert uns der Zeitgeist eine andere Wahrnehmung. Die Glaubwürdigkeit hat sich verändert. Die sinnlichen Erfahrungen werden anders gewichtet und logisiert. Die Wunder werden anders verortet. Die verheißungsvolle Unwahrscheinlichkeit ist ins Medizinbusineß übersiedelt. Dort wird jetzt das Geschäft mit Hoffnung und Angst gemacht. Heilsam ist, was durch Medien wahrgemacht wird. Mit geschicktem Marketing getarnt, als Aufklärung und Information, kann heute alles als wirksam verhökert werden. Man muß versiert sein, um bezahlte Einträge von redaktionellen unterscheiden zu können. Und so wirkt nach mehr als zwei Jahrzehnten Dauerschleichwerbung die grüne, sanfte, natürliche, biologische, ganzheitliche und pflanzliche Homöopathie besser denn je. Diese Attribute sind zwar absolut unzutreffend, aber sie liegen im Trend und umreißen den ganzheitlichen Zeitgeist. Sie werden gerade von den Personen für zutreffend erachtet, die meinen, daß sie besonders kritisch sind. Die ängstlich nach Gesundheit suchenden Konsumenten und besonders die zeitgeistigen Neuintellektuellen haben verinnerlicht, daß alles wahr ist, was die Medien auf den „Gesunden Seiten“ über Krankheit und das wunderbar nebenwirkungsfreie moderne Heilbusineß berichten. Der Alternative ist kritischer als gewöhnliche Menschen, weil er selbst lesen und nachdenken kann, was ihm per Werbung vorgedacht wurde. Die Wundermedizin, die in Gratisinformationszeitungen beworben wird, hat einen fixen Platz im Gesundheitsmarkt.

    Und so erscheint heute die Wirksamkeit der Homöopathie einem überwiegenden Teil der Bevölkerung so selbstverständlich wie Gottes Hilfe seinerzeit. Homöopathie kann heute alles. Sie ist der klassischen Medizin überlegen, die bewußt als „Schulmedizin“ mit unüberschaubaren Nebenwirkungen abqualifiziert wird. Und weil es eben so ist bzw. einfach kausal sein muß, werden Erklärungen für den Wirkungsmechanismus in der Homöopathie genauso wie in der Astrologie, auch wenn sie noch so abstrus und unlogisch sind, ebenfalls quer durch die Bevölkerung für höchst wahrscheinlich und richtig gehalten.

    Aber in all diesen Fällen gibt es keine wirkliche Kausalität sondern nur eine emotionelle und/oder placebobasierte Kausalität. An z. B. Homöopathie nicht zu glauben, bedeutet Außenseiter zu sein. Überall hört man davon, und überall ist es zu lesen. Die Wirksamkeit wird durch die Medien vermittelt. Sie schaffen mit ihren sogenannten Informationen den dazu notwendigen Kontext. Ziel dieser direkt und indirekt bezahlten Informationen ist, den Umsatz der alternativen und komplementären Medizinindustrie zu steigern. Wellneßmagazine werden durch Inserate finanziert. Nur Infotainment garantiert Einschaltziffern und Auflagenzahl. In den Medien werden aber keine rationalen Argumente diskutiert, sondern ausschließlich auf Emotionen zielende scheinbar positive Eigenschaften klischeehaft wiederholt.

    Die Placebowirkung, die natürlich von der Homöopathie bestritten wird, benötigt diesen Kontext. Der Placeboeffekt in weitem Sinne ist ein Phänomen, das weit über die Verabreichung eines konkreten Scheinmedikamentes hinausgeht. Die Umkehrung des Placeboeffektes ist der Nocebo-Effekt. Er mindert die Wirkung von Arzneimitteln, wenn diese negativ diskutiert werden. Desgleichen treten auch vermehrt und intensiver Nebenwirkungen auf, wenn deren Auftreten als unvermeidlich angeprangert wird. Alternative und komplementäre Mittel und Therapien werden als die bessere Alternative vermarktet. Im Gegensatz zur veralteten „Schulmedizin“ ist diese Medizin „neu“ dank Imagepflege nebenwirkungsfreier und wirkungsvoller.

    Über die Placebowirkung wird geforscht und auch ausführlich diskutiert. Die Placebowirkung ist sicher ein bedeutender Faktor praktisch jeder Therapie oder Verordnung. Sie beeinflußt die Wirkung. Aber obwohl allgemein bekannt, viel davon gesprochen und auch der Existenz dieser Wirkung zugestimmt wird, will sich niemand eingestehen, daß er selbst, ob er will oder nicht, diesem Effekt nicht entkommen kann. Es wird als Makel angesehen. Niemand will einer Täuschung unterliegen. Daher gibt es diese Wirkung immer nur bei den unbekannten anderen. Dies gilt für Patienten und Behandler gleichermaßen. Das kann doch keine Placebowirkung sein, wo ich es doch an mir selbst erfahren habe. Ich kann mich doch nicht täuschen.

    Vor diesem Meinungshintergrund wird dann jedes subjektive Erlebnis und jede persönliche Erfahrung zur unumstößlichen Bestätigung. Ich habe es selbst gespürt, und bei meinen Kindern war es auch so, also muß es richtig sein. Und die erklärende Ausweichlogik wird auch gleich in den Medien kolportiert. Je nach Intellekt, Bildung und Mentalität kann sich der einzelne etwas Passendes aussuchen. Der mächtige heilige Gott wurde durch Bioinformation und Quantengequatsche verdrängt, und die Rosenkranzperlen wurden durch Globuli ersetzt. Den Part des Geistlichen übernahm der Energethiker. Es wird nicht mehr wie früher geglaubt und zum Dank für Heilung eine Votivgabe gespendet, sondern das Geld wird für Therapien und Mittel lockergemacht, deren Wirksamkeit nur mit Marketing erzeugt wurde.

    Der Marketingberater Guido Stepken beschreibt dies so:

    … „Die Kopplung einer erfunden Erklärung an sinnlich wahrnehmbares ist typisch für die Mechanismen, wie Glaube aufgebaut wird. Und genau dann, wenn diese in „homöopathischer Behandlung“ sind, „geheilt“ werden, verbinden sie ihre angebliche „Heilung“ kausal mit dem „homöopathischen Heilmittel“, bzw. der „homöopathischen Behandlung“, ein Irrtum, wenn auch kaum ein folgenschwerer. Früher gab es den Ausdruck „gesundbeten“. Jeder der krank war, hat zum „lieben Gott“ gebetet, und – tatsächlich wurde Mensch wieder gesund. Der kausale Zusammenhang war „bewiesen“, weil ja auch „erfahrbar“. Tatsache ist, daß jeder Mensch in den allermeisten Fällen von alleine wieder gesund wird, ohne irgendein Zutun. Es gibt Milliarden Menschen auf der Erde, die fürchterlich alt werden, aber nie auch nur einen Arzt oder Apotheke jemals gesehen haben“ …

    „Als ich wieder einmal spürte, daß meine Kinder Anzeichen einer beginnenden Erkältung zeigten, gab ich ihnen auf Anraten meiner Freundin Globuli, und siehe da, der Schnupfen war diesmal minimal. Schon beim Zahnen haben den Kindern die Globuli so gut geholfen. Wer weiß, was mir nicht alles bei der Geburt passiert wäre, hätte mir die Hebamme nicht Pulsatilla empfohlen.“ Und so weiter und so weiter…

    Es liegt in der Natur des Menschen, wo immer es auch nur irgendwie möglich ist, eine Beziehung zwischen der beobachteten oder empfunden Wirkung und einer bestimmten Ursache festzulegen. Unsere Wahrnehmung ist aber nicht auf die Erforschung von wahren Ursachen optimiert, sondern um rasch handeln zu können. Dem zeitlichen Zusammenhang und der Beobachtbarkeit kommt dabei allergrößtes Gewicht zu. Chaos und Zufall sind Eigenschaften, die in unserem Denken keinen Platz haben vor allem dann, wenn es rasch zu handeln galt. Ob mit einer Wahrnehmung oder einer Beobachtung tatsächlich die wirkliche Ursache erfaßt wurde, war nicht wesentlich. Bedeutend für das Überleben war, daß die darauffolgende Reaktion zum Überleben führte.

    Dies wurde von den Verhaltensforschern Konrad Lorenz und seinem Schüler Rupert Riedl mit folgendem Beispiel illustriert:

    Wenn unsere Vorfahren die hinter dem Gebüsch vorblitzenden schwarzen und gelben Streifen (Wirkung) einem Tiger (Ursache) zuschrieben und sich davonmachten, waren sie gut beraten. Die schnelle Entscheidung, was wohl Ursache der Beobachtung sein könnte, und die daraus folgende Aktion waren lebenserhaltend.
    Die diesem Verhalten zugrunde liegende Kausalitätserwartung gehört zu den „angeborenen Lehrmeistern“ (Konrad Lorenz): Die „Hypothese von der Ursache“ enthält die „Erwartung, daß gleiches dieselbe Ursache haben werde. Dies ist zunächst nicht mehr als ein Urteil im voraus. Aber dieses Vorurteil bewährt sich… in einem derartigen Übermaß an Fällen, daß es jedem im Prinzipe andersartigen Urteil oder dem Urteilsverzicht überlegen ist” (Rupert Riedl, 1981).
    Angeborene Lehrmeister haben eine Kehrseite: Sie können Denkfallen sein: „Das biologische Wissen enthält ein System vernünftiger Hypothesen, Vorausurteile, die uns im Rahmen dessen, wofür sie selektiert wurden, wie mit höchster Weisheit lenken; uns aber an dessen Grenzen vollkommen und niederträchtig in die Irre führen.“ (Rupert Riedl). Auf die Kausalitätserwartung geht zurück, daß oftmals vorschnell der Pilot, Kapitän oder Lokführer für ein Unglück verantwortlich gemacht wird.

    Aus einer einzelnen Beobachtung kann keine Kausalität abgeleitet werden. Und auch mit Statistik allein kann ebenfalls keine Kausalität bewiesen werden. Die Anfänge der wissenschaftlichen Medizin waren geprägt vom mühsamen Weg der Erkenntnis. Aus einzelnen Fallbeispielen wurde die Kausalität abgeleitet. Diese Methode wird Kasuistik genannt. Am Beispiel Witwenbuckel läßt sich zeigen, wie irreführend Kasuistik sein kann. Die in früheren Zeiten immer wieder gemachte Beobachtung, daß Witwen Buckel haben, führte zu der Annahme, daß der Umstand, Witwe zu sein, irgendwie dazu führt, einen Buckel zu bekommen. Und im Namen Witwenbuckel kam diese Annahme auch zum Ausdruck.

    Nun, die Ursache für den Buckel ist, wie wir heute wissen, ganz wo anders zu suchen. Heute wissen wir, daß dafür die Osteoporose verantwortlich ist, die vorwiegend bei Frauen nach der Menopause als Folge von Östrogenmangel auftritt. In der Vergangenheit aber waren die demographischen Verhältnisse so, daß dieses Phänomen in der überwiegenden und damit signifikanten Anzahl nur bei Witwen beobachtet werden konnte. Die allgemeine Lebenserwartung war kurz, für Frauen noch kürzer als für Männer. Nur wenige Frauen konnten die Menopause erleben und waren in aller Regel Witwen. Unverheiratete Frauen außerhalb eines Klosters waren eine Seltenheit, und bei Männern ist dieser Buckel, dessen Ursache in der Osteoporose liegt, selten und auch altersabhängig. Also bekamen nur Witwen einen Buckel!

    Ein weiteres Beispiel einer Fehlinterpretation sind die sogenannten „Altersflecken“. Es handelt sich aber, wie heute feststeht, eindeutig um Lichtschäden. Auch alte Menschen haben daher keine derartigen Flecken an Stellen, wo wenig bis keine Lichtexposition möglich ist. Unter der Achsel ist die Haut auch bei älteren Herrschaften meist unauffällig, aber bei unbelehrbaren Sonnenanbeterinnen und Bräunungsfanatikern treten diese Schäden, weil eben Lichtschäden, schon mit 30 bis 40 Jahren und noch früher auf. Und so treten diese Schäden, als Resultat der gesamten erlittenen Sonneneinstrahlung bevorzugt auf Hautgebieten auf, die immer unbedeckt sind. Handrücken, Dekollete, hohe Männerstirne etc. sind daher als erste betroffen. In den Zeiten, wo der jährliche Sonnenbrand noch nicht obligat war, waren daher in erster Linie nur alte Menschen betroffen.

    Einfaches Beobachten und Bauchgefühl sind zuwenig um die wirklichen kausalen Verhältnisse zu erfassen. Dazu bedarf es des Werkzeuges der Wissenschaft und des wissenschaftlichen Beweises. Daher muß es heißen: „Nur wer auch wirklich belegen kann, daß er heilt, hat recht!”

    Wenn etwas einmal passiert, ist es Zufall. Wenn etwas öfters passiert und immer in bestimmtem Situationen, kann entweder ein Zusammenhang oder eine statistische Abweichung vorhanden sein. Wenn mehrere verschiedene Personen ein bestimmtes Verfahren anwenden, und es ebenso wie ich durchführen und in einer statistisch signifikanten Anzahl von Fällen tritt immer der gleiche Effekt zutage, ist die Wirksamkeit einer Methode evident. Nun, ganz so einfach ist es nicht, aber es ist der Anfang der Beurteilung einer Evidenz, der nachweislichen Wirkung.

    Die fromme Ausrede

    Die Methode, um herauszufinden, ob etwas, wie auch immer, wirkt oder nicht, ist die evidenzbasierte Medizin, kurz EBM. Sie ist keine neue Errungenschaft der Medizin, sondern hat sich im Laufe der Geschichte der Medizin, wie vieles andere auch, aus gegebenen Anlässen gegen erhebliche Widerstände entwickelt. Heute werden Bedenken gegen EBM vor allem aus der Szene der Paramedizin und Parapharmazie geäußert. Unliebsame Ergebnisse werden mit dem Argument relativiert, daß EBM zur Prüfung nicht geeignet sei. Trotzdem berufen sich alle dogmatischen Systeme wie Homöopathie, TCM, Ayurveda, anthroposophische Medizin, GNM (germanische neue Medizin) auf Wissenschaftlichkeit, haben aber, wenn die Wissenschaftlichkeit EBM fordert, immer jede Menge Gründe parat, um gerade dieser Prüfung auf Evidenz nicht nachkommen zu müssen. Wenn es brenzlig wird, ist es mit der Wissenschaftlichkeit vorbei. EBM überprüft nur, ob die behauptete Wirksamkeit bzw. die beobachteten Wirkungen auf die Methode zurückgeführt werden können. Der postulierte Wirkmechanismus steht nicht zur Diskussion. EBM ist gewissermaßen eine luxuriöse Vorleistung, denn die Erfahrung der wissenschaftlichen Medizin lehrt, daß Methoden, deren Erklärung fundierte Naturgesetze Lügen straft, noch nie nach den Kriterien der EBM ihre Wirksamkeit belegen konnten. Und so wird entweder das Prüfungsergebnis negiert oder bei nächster Gelegenheit eine neue Überprüfung verlangt.

    Aber, und das muß auch erwähnt werden, es gibt auch Therapeuten und Patienten, die an religiöse, esoterische oder sonst irgendwie spirituelle Heillehren unerschütterlich glauben. Hier kann nichts geprüft werden. Wiewohl es viele Gesetzte zum Schutz von Patienten und Konsumenten gibt, zeigt die Praxis immer wieder, daß es sehr schwierig ist, zu verhindern, daß durch solche Lehren Menschen an Leib und Seele Schaden erleiden.

    Sofern es sich nicht um rein religiöse oder spirituelle Verfahren handelt, die nicht mit „materiellen“ Ursachen erklärt werden wollen, und nicht ein bewußter Betrug vorliegt, glauben alternative und komplementäre Therapeuten, daß ihre Methoden und Arzneimittel tatsächlich wirksam sind. Ihre Patienten hoffen und glauben, wirksam therapiert zu werden. Beide Parteien nehmen jedenfalls an, daß die postulierte Wirksamkeit auf die spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Methode bzw. auf die chemisch physikalischen Eigenschaften des Arzneimittels zurückzuführen ist. Nur ein wissenschaftlicher Ansatz, wie er mit EBM entwickelt wurde, ermöglicht, dies zu überprüfen und zu entscheiden, ob diese Annahme richtig oder falsch ist, also ob eine echte spezifische Wirksamkeit vorliegt oder nicht.

    Sicherheit durch zweierlei Maß?

    Feststellen, ob wirksam oder nicht, ist ohne Zweifel eine ethische und moralische Verpflichtung, der man sich nicht entziehen kann, wenn dazu die Möglichkeit gegeben ist. Eine ethische Medizin oder Pharmazie kann daher diese nunmehr zur Verfügung stehende Prüfmöglichkeit auf Dauer nicht ignorieren. Will man glaubwürdig bleiben, so ist es keine Frage, daß sich Medizin und Pharmazie zukünftig an einer überprüfbaren Evidenz orientieren werden müssen, und es kann nicht statthaft sein, negative Ergebnisse einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen. Diese Entwicklung totzuschweigen und einfach so wie bisher mit Therapien fortzufahren, die keine spezifische Wirkung haben, oder Präparate in Apotheken anzubieten, die weder so, wie behauptet, noch überhaupt wirken können, wird auf Dauer nicht statthaft sein.

    Wer heute Automobile auf den Markt bringt, muß seine Fahrzeuge einem Crashtest unterziehen. Kein Hersteller würde es wagen, den Crashtest etwa mit dem Argument abzulehnen, daß dieser zu wenig erforscht ist. Auf EBM als Standard bzw. als „State of the Art“ verzichten zu wollen, EBM hintanstellen zu wollen, bedeutet, die Möglichkeit der Unterscheidung zu Quacksalberei und Kurpfuscherei zu negieren, und das ist ein unverzeihlicher Rückschritt. Aber bis in alle Bereiche des Gesundheitswesens hat sich diese Erekenntnis noch nicht durchgesetzt. Es gibt in der alternativen und komplementären Heilszene subtilen Widerstand.

    Wenn Geld für Therapien und Mittel verlangt wird, sollte man meinen, daß auch der Nachweis, das ist die Evidenz, erbracht wird, daß diese Therapien und Mittel auch tatsächlich wirksam sind. Mit dem Argument „Wer heilt, hat recht!“ wird nur Reklame gemacht, aber nichts bewiesen. Der Beweis einer Wirksamkeit wird schlicht abgelehnt und die Beweislast umgedreht. Die Patienten bezahlen für unbewiesene Versprechen. Wem es nicht paßt, der muß den Gegenbeweis antreten. Nirgendwo sonst außer im Bereich der Medizin und Pharmazie wird so ein Manko bewußt hingenommen und geduldet, und es ist eine der Voraussetzungen für das Ausufern zweifelhaften Therapien und Mitteln aller nur erdenklichen Art und Herkunft.

    „Wer heilt, hat recht!“ sind die Scheuklappen für Paramedizin und Parapharmazie. Ein verengtes Blickfeld ist die „conditio sine qua non“ für den Fortbestand dogmatischer Heilslehren. Es schützt sowohl Heiler als auch gläubige Patienten vor unliebsamen und verstörenden Wahrnehmungen. So können alle unbeirrt von allen Ergebnissen und Erkenntnissen ganzheitlich am ausgewählten Dogma festhalten. Am Horizont erscheint die Fata Morgana der Heilung. Weiterer Beweise bedarf es nicht. Die Vision beweist sich selbst. Diesem immer wieder zurückweichenden Trugbild wird, weil andere Wahrnehmungen ausgeblendet werden, was immer auch geschieht, nachgeeilt.

    Dies gilt vor allem für die Gurus der Szene. Wer die Welt von allen Krankheiten erlösen will, darf keine Zeit mit Nachdenken verplempern. Die Lehre muß so einfach sein, daß es jeder einfach Denkende intuitiv versteht. Am besten wirkt, was Praktiker ganz einfach machen können. Man weiß es ja eh, die Wissenschafter verstehen nichts, weil sie zu kompliziert denken. Was kümmert da ein Massenwirkungsgesetz? Man braucht es nicht. Man weiß genug, um zu heilen. Was soll man sich um die Rezeptortheorie scheren? Nur Wissenschafter brauchen das, um Leben erklären zu können. Man weiß es besser, weil man heilt. Viren, Bakterien, Stoffwechselerkrankungen, genetische Defekte, Erbkrankheiten, Immunologie etc., kurzum das ganze „Schulwissen“ ist unnötiger Ballast und behindert die allheilende Mission. Und überhaupt die Placeboeffekte sind ein Problem der Schulmedizin. All das gibt es entweder nicht oder es ist nicht notwendig, weil man ganzheitlich agiert.

    Therapiefreiheit ohne Grenzen

    Die Schwierigkeit und/oder der Knackpunkt aller Bemühungen zur Durchsetzung einer wissenschaftlich fundierten Medizin ist, daß der Medizin das Recht eingeräumt wird, es trotzdem versuchen zu dürfen, auch wenn ein theoretisches Konzept derart konfus und widersinnig ist, daß nach allen Regeln der Naturwissenschaft keine spezifische Wirkung erwartet werden kann.

    Ein Arzt hat das Recht, im Einzelfall nach seiner „Meinung“ zu entscheiden, was einem Patienten gut tun könnte oder nicht. Für diese Entscheidung haben die Ergebnisse einer EBM nur bedingte Gültigkeit. Nach derzeit geltender Medizinethik ist Medizin eine Anwendungswissenschaft. Anwendung geht vor wissenschaftlicher Erkenntnis. Alles, was ein Arzt meint, daß es dem Patienten hilft, darf getan werden. Auch wenn nach EBM feststeht, daß keine Wirkung gegeben sein kann, so bedeutet das nicht, daß es im Einzelfall nicht doch einem Patienten helfen könnte, und daher darf es angewendet werden. Honorare für ärztliche Tätigkeiten sind kein Erfolgshonorare, sondern Arbeitshonorare. Unabhängig von der Art der angewandten Behandlung und einem Erfolg werden diese immer fällig. Natürlich gibt es dabei zahlreiche Beschränkungen, aber im Grunde ist diese Behandlungsfreiheit nach wie vor gültig und hat auch ihre Kehrseite.

    Mit dieser Argumentation ist die Ausübung einer „Lotto-Sechser-Medizin” möglich. So eine „Lotto-Sechser-Medizin” ist in der Praxis eine feine, weil bequeme Sache, und nicht wenige wissen, danach zu handeln. Erkenntnisse aus der medizinischen Wissenschaft gelten nur bedingt. Das bekannte dazugehörige Banalargument lautet: „Hilft ’s nix, so schadet ’s nix.“ Wer sich darauf einläßt, hat weniger Mühe. Dem Wunsche vieler Patienten oder deren Angehörigen nach Paramedizin nachzugeben, erfordert deutlich weniger Erklärungsbedarf, als die Sinnlosigkeit unwirksamer Methoden darzulegen und derartiges abzulehnen. Nur wenn ein wirklich gutes Vertrauensverhältnis gegeben ist, wird ein „Nein“ positiv akzeptiert werden.

    Eine breite oder gar öffentliche Ethikdiskussion, wie in Medizin oder Pharmazie mit Methoden und Mitteln umzugehen ist, wenn deren Unwirksamkeit eindeutig nachgewiesen ist, gibt es nicht. Betrachtungen über die Auswirkungen, die Anwendungen von unwirksamer Paramedizin und/oder bewußter Placebogabe über den Bereich der betroffenen Patienten hinaus haben, sind in der Medizinethik noch kein wirkliches Thema. Jede paramedizinische Behandlung ist ja Reklame für eine Methode, die nicht wirksam ist, macht aber die Leute glauben, daß Wirksamkeit gegeben ist, und das fördert nicht nur den Umsatz, sondern hält auch viele Erkrankte zu ihrem Nachteil von einer echten Behandlung fern. Und dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Gesundheit und Leben.

    Der Doppeldenk als Norm

    Die Ethik in Medizin und Pharmazie muß daher in Richtung Annerkennung und Durchsetzung der wissenschaftlichen Prinzipien einer EBM zum Schutz und Nutzen aller weiterentwickelt werden. Dies hintanhalten zu wollen, neuere Ergebnisse einfach zu ignorieren, wird auf Dauer unhaltbar sein. Jeder Kompromiß in dieser Hinsicht ist intellektuell unredlich und kann auch nur mit Scheinargumenten wie „Wer heilt, hat recht!“ begründet werden und ist – erraten – ein Riesengeschäft, so mächtig, daß die Gesundheitsbehörden gezwungen werden sollen, die im Vergleich zu „echten“ Medikamenten ohnedies nur dürftigen Zulassungsbedingungen und Kontrollen gänzlich zu eliminieren.

    Medikamente und z. B. Homöopathika werden von ein und demselben Arzt auf ein und demselben Rezept verschrieben. Die Wochenendbeilagen sind ein Werbedorado. Hier kann fast alles so hochgelobt werden, daß es wirksam sein muß. Am darauffolgenden Montag können dann die „Erkrankten“ die angepriesenen Mittel nach eigenem Empfinden kaufen oder zu alternativen Wunderheiler pilgern. Als Orientierung stehen den informationsbedachten intellektuellen Patienten nur umfangreichste Warnhinweise in den Beipacktexten der registrierten Medikamente zur Verfügung. Im Spital müssen die Patienten bestätigen, daß sie über Risiken und Folgen von Operationen und Therapien aufgeklärt worden sind. Im Bereich Paramedizin und Parapharmazie gibt es derartiges nicht. Alternative Produkte und Therapien werden bewußt wie wirksame Medikamente und echte medizinische Behandlungen vermarktet, sind aber mit dem Nimbus ausgezeichnet, keine Nebenwirkungen sondern nur Wirkung zu haben. Hier stören keine zwingend vorgeschriebenen Warnhinweise oder Aufklärungen die Entscheidungen der Patienten. Die Gesundheitsbehörden halten weitgehend das „Hilft ’s nicht, so schadet ’s nicht!“ und „Wer heilt, hat recht!“ für einen ausreichenden Schutz und Standard.

  122. #123 BreitSide
    20. Juli 2010

    @Willi: mein Onkel auch. Seit Jahren. Es geht ihm prächtig. Bis auf die üblichen inkontinentalen Nebenwirkungen…

    Mir hat vor über 10 Jahren mal ein H-Gläubiger allen Ernstes erzählt, H. würde auch AIDS heilen. Er war (ist?) Leiter einer Volkshochschule.

    Noch Fragen?

    @DrBernd: danke für Deine ausführlichen Einlassungen, auch wenn sie etwas Zeit zum Lesen brauchen. Könnte man daraus gleich wieder ein Buch machen…:-)

  123. #124 chloe
    20. Juli 2010

    @Dr. Berndt
    Gehen sie kritisch mit “der Medizin” um? Das kann ich ihren Beiträgen nicht entnehmen! Und sie werfen Studenten, Naturwissenschaftlern etc. vor, dass sie sich kritisch mit Homöopathie auseinandersetzen sollen! Das macht sie in meinen Augen auch nicht glaubwürdig.

  124. #125 Vicky
    20. Juli 2010

    Cloe, dass Du Dich lieber über die Glaubwürdigkeit anderer auslässt als auf Argumente einzugehen macht Dich auch nicht gerade glaubwürdig; auch Deine “Argumentation” ist nicht gerade berauschend. Wo bitte hat E.B. die Medizin unkritisch behandelt? Wenn jemand sagt

    Feststellen, ob wirksam oder nicht, ist ohne Zweifel eine ethische und moralische Verpflichtung, der man sich nicht entziehen kann, wenn dazu die Möglichkeit gegeben ist.

    dann sagt er doch nicht, dass das nur für “alternative” Verfahren/”Heilmittel” gilt. Der “Aufhänger” dieser Diskussion ist klar die Homöopathie (ergibt sich irgendwie schon aus dem Blogpost, oder?), aber E.B.s Pladoyer für eine kritische Haltung ist nicht auf diese beschränkt sondern gilt genau so für alle Bereiche der “klassischen” Medizin.

    Vielleicht tue ich Dir unrecht, aber für mich sieht es so aus als wäre Dein einziges Argument “in der Medizin gibt es auch Medikamente, die sich als unwirksam herausstellen”. Das ist aber nur ein Scheinargument, dass Dich in einer Geschwindigkeitskontrolle (“Aber die anderen fahren auch zu schnell!”) ebensowenig vor einem Strafzettel bewahren würde wie es ein unwirksam getestetes Homöopathikum wirksam (therapeutisch wirksam) machen kann.

    @E.B.:
    Bitte demnächst ein wenig kürzer, auch wenn’s schwerfällt ^^

  125. #126 segeln141
    20. Juli 2010

    @willi

    “Die Schulmedizin ist nicht zu 100% perfekt, also darf man die Homöopathie nicht kritisieren”-

    bombenargument!!

    denn:

    “Die Homöopathie ist nicht zu 100% perfekt, also darf man die Medizin nicht kritisieren”-

    letzlich darf man dann nichts kritisieren,denn was ist schon 100% perfekt??

  126. #127 Vicky
    20. Juli 2010

    Genau das meinte Willi ja, sonst hätte er den darauf folgenden Satz:

    Wer findet den argumentatorischen Fehler? ;-)

    bestimmt weggelassen ^^

  127. #128 Willi
    20. Juli 2010

    @segeln141: Du hast ihn gefunden! Glückwunsch! :-)

  128. #129 wheelswithinwheels
    21. Juli 2010

    Lieber Herr Dr. Berndt, auch was heute etablierte Wissenschaft ist, kann morgen als Zauberei oder gar Betrug gelten, und zwar sogar mit (nach Vorstellung der jeweiligen Epoche) seriöser Argumentation für diese Auffassung. Sie haben sich viel Mühe gemacht, die Homöopathie argumentativ in den Grund zu bohren. Ich mach mir die Mühe nicht, ebenso ausführlich zu antworten. Ich sag nur: Streiten wir nicht – wer weiß, was in 20 Jahren ist oder in 50 -, sondern lassen wir neben der universitären Medizin ruhig weiter die anderen Konzepte leben.
    Sie sind nämlich unterm Strich höchst nützlich, und sei es auch nur zur Verhütung von Fehl- und Übertherapie nach “wissenschaftlichem” Muster.
    Die wenigen Fälle, in denen das Festhalten an einem “alternativen” Konzept des Heilens zu ernsten Schäden durch Untertherapie führen, fallen dagegen kaum ins Gewicht. Das wissen die Krankenkassen ganz genau und fallen deshalb nicht in das aktuelle Geheul über die angeblich so wirkungslose Homöopathie mit ein.
    Und wer weiß, ob der Vitalismus nicht wieder in universitäre Mode kommt, und zwar aus gutem Grund… ob wir z. B. nicht in 20, 30 Jahren das von Ihnen als bloße theoretische Annahme abgehakte Qi, jene Lebenskraft, die in den Meridianen zirkuliert, werden auf seriöse Weise messen können!
    Dann sind nämlich Sie plötzlich der Dinosaurier – indem Sie eine Naturkraft einfach deshalb geleugnet haben, weil es für die noch keine Voltmeter gibt – und nicht die TCM-Leute oder “die Homöopathen”!
    Ich möchte fast wetten, daß in China schon ne Menge Elektroniker u.ä. daran arbeiten, das Qi meßbar zu machen. Und ich drücke ihnen die Daumen.

  129. #130 Dr. E. Berndt
    21. Juli 2010

    DEar Radlimradl
    Neben dem Hamletargument “es gibt noch mehr Dinge usw….” gibt es noch das Poloniusargument aus dem gleichen Stück : “Ist es schon Tollheit, so hat es doch Methode”
    Elektronisches Hintergrundrauschen ist fixer Bestandteil zahlreicher Pseudodiagnose und Pseudobehandlungsgeräten
    Ihr senesless meaning shows clearly your small knowledge. More Bildung good4you
    backwoddforester!

  130. #131 NBM
    22. Juli 2010

    Ich komme aus einer kleinen bayerischen Gemeinde. Letzes Jahr war die Ernte schlecht, der Müller brach sich ein Bein und der Schreiner haute sich mehrfach auf den Daumen. Zwei Kühe wurde krank.

    Wir haben daraufhin alle rothaarigen Frauen als Hexen verbrannt …. und ….
    es hat funktioniert. Die Ernte ist besser, der Müller ist wieder gesund, der Schreiner haut sich noch auf den Daumen, tut sich aber nicht mehr soo weh und die Kühe sind geschlachtet und verputzt.

    Also lasst uns weiter Hexen verbrennen, es gibt seit dem 13. Jahrhundert zahlreiche historische Belege, dass das funktioniert!!!

    Und wer jetzt fragt, was das mit H. zu tun hat … naja … es kommen immer Menschen zu schaden …

    Gut, Globuli und Co sind es nur die gesetzlich Krankenversicherten, die z.B. auf ihre nächste Blutuntersuchung warten müssen, weil das Laborbudget der Praxis bereits aufgebraucht ist, ohne Globuli gäbs da auch mehr Budget, vom rein finanziellen Schaden mal abgesehen, nachste Erhöhung der Krankenkassenbeiträge incoming.

    Von meiner Seite aus seh ich das so … jeder kann gern glauben, woran er möchte, sofern kein Schaden für andere entsteht.

    Also doch nur symbolisches Verbrennen von Stoffpuppen …. und Globuli schön selber zahlen. Und keine Forschungsgelder für beides, bitte!

  131. #132 NBM
    22. Juli 2010

    Ich komme aus einer kleinen bayerischen Gemeinde. Letzes Jahr war die Ernte schlecht, der Müller brach sich ein Bein und der Schreiner haute sich mehrfach auf den Daumen. Zwei Kühe wurde krank.

    Wir haben daraufhin alle rothaarigen Frauen als Hexen verbrannt …. und ….
    es hat funktioniert. Die Ernte ist besser, der Müller ist wieder gesund, der Schreiner haut sich noch auf den Daumen, tut sich aber nicht mehr soo weh und die Kühe sind geschlachtet und verputzt.

    Also lasst uns weiter Hexen verbrennen, es gibt seit dem 13. Jahrhundert zahlreiche historische Belege, dass das funktioniert!!!

    Und wer jetzt fragt, was das mit H. zu tun hat … naja … es kommen immer Menschen zu schaden …

    Gut, Globuli und Co sind es nur die gesetzlich Krankenversicherten, die z.B. auf ihre nächste Blutuntersuchung warten müssen, weil das Laborbudget der Praxis bereits aufgebraucht ist, ohne Globuli gäbs da auch mehr Budget, vom rein finanziellen Schaden mal abgesehen, nachste Erhöhung der Krankenkassenbeiträge incoming.

    Von meiner Seite aus seh ich das so … jeder kann gern glauben, woran er möchte, sofern kein Schaden für andere entsteht.

    Also doch nur symbolisches Verbrennen von Stoffpuppen …. und Globuli schön selber zahlen. Und keine Forschungsgelder für beides, bitte!

  132. #133 a.friedrich
    24. Juli 2010

    @ NBM

    Junger Mann.

    In Österreich hat der Gesundheitsminister ca. 200 000 000 € ausgegeben zur Bekämpfung der sogenannten “Schweinegrippe”. In Deutschland wird die Lage ähnlich sein. Soviel zu Geldverschwendung.

  133. #134 Dr. E. Berndt
    25. Juli 2010

    @a.friedrich
    Was wollen Sie eigentlich mit ihrem Statement zur Schweinegrippe andeuten?
    Wurde etwa die Natur der Schweinegrippe schon durch Hahnemann geschaut?
    Wurde etwa die Virologie durch Hahnemann begründet?
    Hätte man an ihrer Stelle das Karma walten lassen sollen?
    Oder glauben Sie etwa, daß sie die Viren mit Hahnemann und seinem Organon uminformieren können.
    Jetzt schildern Sie mal welche naturwissenschaftlichen Kausalitäten und welche Erkenntnisse sie für die Schweinegrippe aus dem Organon herauslesen konnten?
    Aber flott!!!

  134. #135 Ereignishorizont
    29. Juli 2010

    ersteinmal vorneweg:
    ich bin praktizierender und überzeugter homöopath.
    aber: ich bin weder gegner der schulmedizin noch der naturwissenschaften!
    wer bereit ist über den tellerrand hinauszusehen ist durchaus in der lage das miteinander zu verbinden.

    ich will mich aber lediglich zum spiegel-artikel äußern.
    dieser artikel ist schlichtweg reißerisch, unseriös und niveaulos. mit billigster polemik (zb. zwischenüberschrift “globuli werden hergestellt mit kakerlaken, hundespeichel, kot..” oder bildern mit nazis – das zieht immer) wird hier meinungsmache praktiziert. zudem werden noch halwahrheiten und unwissen zu diesem gefährlichen cocktail beigemischt.

    skepsis und zweifel sind berechtigt. aber solch ein artikel trägt absolut nichts zu einer konstruktiven auseinandersetzung mit dem thema bei.
    ich behaupte, daß 98% der homöopathie-gegner nie ein homöopathisches mittel genommen haben. wir wissen ja auch, daß es nicht wirken kann. genauso wie wir wissen, daß die sonne sich um die erde dreht, ist ja bewiesen, man braucht lediglich in den himmel zu schauen (jeder der etwas anderes behauptet ist unwissend und ein potentieller ketzer). achtung ironie!!

    daß dieser artikel auch noch so viel applaus und zuspruch erhält lässt mich massiv am deutschen bildungsniveau zweifeln…

  135. #136 cydonia
    29. Juli 2010

    “Ich behaupte, dass 98% der Homöopathiegegner nie ein homöopathisches Mittel genommen haben.”
    Mit der Behauptung könnten Sie recht haben. Sie möchten aber eigentlich sagen, wenn ich richtig vermute, dass die Gegner ja dann nicht wissen können, ob und wie es wirkt, respektive nicht wirkt.
    Sehen Sie, ich muss mir nicht zig Heilsteine um den Hals hängen, mir zig Meinungen von Astrologen einholen oder mir einen Elektro- und Wasseradersmogberater für teures Geld ins Haus holen, nur weil es Menschen gibt, die behaupten, all das gäbe es aber wirklich.
    Eine wissenschaftliche nachprüfbare Grundlage für Homöopathie existiert nicht, die Wasserinformationstheorie ist bestenfalls kurios, und Vieles, was man so über den Placeboeffekt wissen kann, können Sie bei Herrn Anhäuser nachlesen.
    Nur weil der Spiegelartikel in ihren Augen reißerisch ist, muss er nicht falsch sein, und der massive Applaus könnte auch damit zu erklären sein, dass viele Menschen sich von der Behauptung der Homöopathen, das Ganze sei wissenschaftlich fundiert seit Jahren genervt fühlen, weil sie sich selbst davon überzeugt haben, dass das nicht stimmt.
    Und sich anschließend darüber geärgert haben, dass sie soviel Zeit investiert haben, um Artikel und Texte zu lesen, die eigentlich nur ein Glaubenssystem ausbreiten, ohne irgendwelche Belege zu liefern.
    Und ich glaube nicht, dass es unter den naturwissenschaftlich gebildeten Menschen, die gute chemische und biologische Grundkenntnisse haben, viele gibt, die das homöopathische Glaubenssystem ernst nehmen.
    Meine Prognose ist, dass wenn das Bildungsniveau angehoben würde,noch weniger Menschen an HP glauben könnten. Fände ich persönlich sehr angenehm, wenn mir Menschen nichts mehr von Wasserstrukturveränderungen erzählen, weil sie wissen und verstehen gelernt haben, was Wassermoleküle so machen.
    Wirkliches Wissen wäre der Tod für die Homöopathie, und das können Sie nicht wollen, oder?

  136. #137 Dr. E. Berndt
    29. Juli 2010

    @ Ereignishorizont
    Was heißt reißerisch?
    Entweder es gibt diese Mittel wie Hundekot, 1000DM oder Vakuum etc. unter dem Dach der Homöopathie oder gibt sie nicht.
    Noch hat sich kein namhafter Homöopath davon distanziert oder gemeint, daß solche Sachen nicht mit der Homöopathie vereinbar sind!
    Wenn Sie also der Ansicht sind, daß das nicht Homöopathie ist und in der Homöopathie nichts verloren hat, dann sind Sie sehr herzlich gebeten das entsprechend zu kritisieren. Und bitte, da es sich hier um einen Scienceblog handelt, sollte die Kritik naturwissenschaftlich kausal nachvollziehbar sein!
    Wir sind in Erwartung ihres Bildungsniveaus!

  137. #138 Ereignishorizont
    29. Juli 2010

    @ Dr. E. Berndt
    ja es gibt diese mittel tatsächlich. es lässt sich aus jedem stoff ein homöopathisches mittel herstellen. es ist insofern reißerisch, als daß mit dieser zwischenüberschrift der eindruck vermittelt werden soll, daß homöopathen mit vorliebe auf solche mittel zurückgreifen wie man sie aus schlechten hexengeschichten kennt. dort hätte auch fledermausspeichel und spinnenbeine stehen können…

    @ cydonia
    heilsteine, astrologie etc. stehen gar nicht zur debatte, werden aber gerne zusammen mit der homöopathie in den großen esoterik-topf geschmissen. die esoterik ist eine uralte und sehr tiefgehende wissenschaft (die eigentlich auch den naturwissenschaften nicht widerspricht). leider ist 95% dessen was man heutzutage auf dem “eso-markt” findet oberflächlicher new-age-müll.
    “Nur weil der Spiegelartikel in ihren Augen reißerisch ist, muss er nicht falsch sein…” wie gesagt, ich befürworte skepsis, dies ist jedoch keine art die eine sinnvolle auseinandersetzung zulässt.

    @ Dr. E. Berndt & cydonia
    zu meinem (natur-)wissenschaftlichen bildungsstand:
    ich bin sohn eines physikers und einer biologin, die in der forschung tätig waren. ich habe philosophie, mathematik und wissenschaftsgeschichte studiert. ich befasse mich privat viel mit naturwissenschaftlichen themen…

    heutzutage sagen viele leute sie wären naturwissenschaftler oder sie würden naturwissenschaftlich denken. tatsächlich sind sie es/ tun sie es nicht. die ursprünglichen naturwissenschaftler waren frei- und querdenker, die die vorherrschenden dogmatischen (religiösen) ansichten nicht mehr hinnehmen wollten. und das ist der ursprüngliche geist der naturwissenschaften, offen zu sein, bereit zu sein sich überraschen zu lassen. es ist ja kein statisches modell, sondern ein dynamisches, d.h. “fakten” sind nur so lange bestehend bis es eine bessere erklärung gibt (so wie einst die einstein´sche physik die newton´sche abgelöst hat).

    naturwissenschaften bilden nicht die realität ab. das können sie auch gar nicht, wie auch kein anderes erklärungsmodell. es ist wie wenn man eine karte einer landschaft erstellt, es müssen fakten weggelassen werden, ansonsten müsste man die landschaft an sich duplizieren um sie zu 100% darzustellen.
    „Aber die existierenden wissenschaftlichen Begriffe passen jeweils nur zu einem sehr begrenzten Teil der Wirklichkeit, und der andere Teil, der noch nicht verstanden ist, bleibt unendlich.“
    „Die Quantentheorie läßt keine völlig objektive Beschreibung der Natur mehr zu.“
    beides zitate von werner heisenberg, eines, wie ich denke, nicht ganz unbekannten physikers…

    heutzutage sind die naturwissenschaften an ein mechanistisches weltbild gekoppelt. dieses bildet aber nicht die realität ab sondern nur einen teil davon. und leider wird daraus dann meist geschlussfolgert, daß das was sich nicht mechanisch-physikalisch erklären lässt nicht existiert. interessanterweise sprechen die erkentnisse aus der quantenphysik, also dem naturwissenschaftlichen gebiet wo derzeit vielleicht am meisten fortschritte erziehlt werden, immer mehr gegen dieses dogma.

    wahrscheinlich lässt sich homöopathie tatsächlich mit den (heutigen) naturwissenschaftlichen methoden nicht erklären, es ist ja auch rein chemisch gesehen nichts mehr von dem ausgangsstoff vorhanden (abgesehen von den tiefpotenzen). das heißt doch aber nicht, daß es in zukunft nicht möglich ist, so viel grundlegende logik muss schon sein.

    sehen sie, ich will niemandem auf den schlips treten und es geht mir auch nicht um recht haben. ich habe selbst einfach erstaunliches mit homöopathie (und anderen sog. alternativen heilmethoden) erlebt. deswegen fordere ich ja auch zum selbstversuch auf, denn ich glaube es geht nichts über persönliche erfahrung. letztendlich geht es nicht um mich oder sie oder unsere meinungen, sondern um leidende patienten. ich arbeite gerne mit ärzten zusammen und habe meist positive erfahrungen gemacht. daß sollte doch auch der weg sein, daß vorallem zählt was dem patienten hilft. wie die meisten “konservativen” ärzte, haben auch die meisten heilpraktiker und alternativmedizinisch arbeitenden ärzte diesen beruf ergriffen um menschen zu helfen und das tun sie aus ihrem persönlichen hintergrund heraus. wer viel heil durch homöopathie etc. erlebt hat entscheidet sich eben für diesen weg. also wenn es tatsächlich um geldmacherei ginge fallen mir etliche lukrativere berufe ein.
    ich hoffe niemand fühlt sich durch das was ich geschrieben habe provoziert, es ist mehr als friedensangebot gedacht.

  138. #139 Thomas J
    29. Juli 2010

    @Ereignishorizont

    Sie wollen uns auf den Arm nehmen, oder?
    Ihren “naturwissenschaftlichen Bildungshintergrund” kauf ich Ihnen nicht ab.
    Sie plappern von den Naturwissenschaften, die nicht dazu geeignet seien, die Wirkung der H. zu erklären. HAHA!
    Wie wärs, wenn Sie zuerst mal davon plappern, wieso Doppelblindstudien nicht dazu geeignet sind, eine Wirkung nachzuweisen? Denn von einer Wirkung (, die eben nicht belegt ist) gehen Sie ja klammheimlich aus, nicht wahr?

  139. #140 Thomas J
    29. Juli 2010

    @Ereignishorizont

    Ach ja, und dann bitte ich noch um die 5% Esotrik, die kein bullshit ist. Einfach, dass ich heute auch noch was gelernt habe, danke!

  140. #141 Dr. E. Berndt
    29. Juli 2010

    @Ereignishorizont
    Ihr Bildungsniveau war durchaus beindruckend.
    Leider haben Sie aber nichts zu den konkreten Fragen gesagt.
    Ich darf wiederholen:

    Entweder es gibt diese Mittel wie Hundekot, 1000DM oder Vakuum etc. unter dem Dach der Homöopathie oder gibt sie nicht.
    Noch hat sich kein namhafter Homöopath davon distanziert oder gemeint, daß solche Sachen nicht mit der Homöopathie vereinbar sind!

    Wenn Sie also der Ansicht sind, daß das nicht Homöopathie ist und in der Homöopathie nichts verloren hat, dann sind Sie sehr herzlich gebeten das entsprechend zu kritisieren. Und bitte, da es sich hier um einen Scienceblog handelt, sollte die Kritik naturwissenschaftlich kausal nachvollziehbar sein!

  141. #142 Marcus Anhäuser
    29. Juli 2010

    @Ereignishorizont
    Wieso steht Astrologie nicht zur Debatte, Homöopathie aber? Warum ist das eine richtiger als das andere.
    Sie schreiben:
    “ich habe selbst einfach erstaunliches (…) erlebt. deswegen fordere ich ja auch zum selbstversuch auf, denn ich glaube es geht nichts über persönliche Erfahrung.”

    Das wird ihnen jeder Astrologiegläubige auch erzählen.
    Eigenen Erfahrungen sind wichtig, aber naturwissenschaftlich Methoden sind gerade deshalb entwickelt worden, um den eignen subjektiven Eindruck zum umgehen, weil man sich darauf nicht so gut verlassen kann, wie wir immer glauben. Wir neigen zu Selbsttäuschung, sehen Zusammnhänge, die keine sind, und Muster, wo keine sind.

    Wie leicht das geht, zeigt jede optische Täuschung. Und die eigene Erfahrung zeigt uns jeden Tag, dass die Sonne sich um die Erde dreht, und wir auf einer Scheibe leben, oder?

    Deswegen gibt es doch, doppelblind, placebokontrlliert usw.

    Die homöopathische “Arzneimittelprüfung’ setzt voll auf dieses subjektive Erfahren, wenn die gesunden Probanden tagelang protokollieren, was sie nach Einnahme des Mittels erlebt haben. Und dann kommt es zu cherrypicking und Zusammenhänge erkennen, die nicht da sind. Ich finde das absurd.

  142. #143 Ereignishorizont
    29. Juli 2010

    @ Thomas J
    „Ihren “naturwissenschaftlichen Bildungshintergrund” kauf ich Ihnen nicht ab.“
    das macht nichts.

    ich sage lediglich, daß mit den heutigen(!) mitteln/ sichtweisen die homöopathie wahrscheinlich nicht beweisbar ist (nach den derzeitigen naturwissenschaftlichen kriterien).
    ich sage nicht daß doppeltblindstudien keinen sinn machen, jedoch ist die homöopathie auf das individuum ausgerichtet, also auf die möglichst umfassende erfassung einer person in all ihren facetten. schwer in solch einer studie umzusetzen…

    @ Dr. E. Berndt
    ich habe bereits in meinem vorherigen beitrag bestätigt, dass es diese homöopathischen mittel gibt. in der theorie kann man aus jedem stoff ein homöopathisches mittel herstellen. diese mittel sind jedoch randerscheinungen, kaum verwendet und in einigen fällen (zb vakuum) fraglich in ihrer herstellung. 99% der homöopathen werden nie ein solches mittel verwendet haben. es gibt auf jedem gebiet kuriose erscheinungen, deshalb sollte man doch nicht die homöopathie gänzlich in diese ecke schieben.
    es gibt bisher keine erklärung warum ein hoöopathisches mittel wirkt, aber eine idee ist, daß ein solches mittel eine schwingung (oder information) enthält. mit diesem hintergrund macht es sinn, daß aus jedem stoff ein mittel gewonnen werden kann, der also eine ganz eigene schwingung enthält. auch aus hundekot, so widerlich es auch klingen mag…

    @ Marcus Anhäuser

    „Wieso steht Astrologie nicht zur Debatte, Homöopathie aber? Warum ist das eine richtiger als das andere.“
    ganz einfach weil es in dem artikel um homöopathie und nicht astrologie ging. diese beiden denkmodelle haben per se nichts miteinander zu tun.

    „naturwissenschaftlich Methoden sind gerade deshalb entwickelt worden, um den eignen subjektiven Eindruck zum umgehen“
    das ist richtig. das ziel der naturwissenschaftlichen methode ist es zu objektivieren. das hat ja auch seine berechtigung. es ist jedoch eine schematisierung die niemals das gesamtbild erfassen kann. es ist wie ein werkzeug mit dem man arbeiten kann, dabei sollte man jedoch im hinterkopf behalten, daß immer etwas (und zwar das nichtobjektivierbare) ausgeklammert wird. ich weise gerne auf die quantenphysik hin, da wir es hier mit einem gebiet der naturwissenschaften zu tun haben, daß sich genau an der schnittstelle zwischen objekt und subjekt befindet.
    um es mal sehr einfach zu formulieren (aus quantentheoretischer sicht), realität ist nicht eine ansammlung von objektiven fakten, sondern entsteht aus einem zusammenspiel dieser fakten mit einem oder mehreren subjektiven beobachtern. wahrscheinlich kennen sie heisenbergs katze. dies ist ein gedankenspiel, in dem eine katze in einer kiste sitzt, in die gas einströmt. zu 50% ist das gas harmlos, zu 50% tödlich. die katze ist so lange weder tot noch lebendig, so lange niemand die kiste öffnet und nachschaut. also erst wenn ein beobachter hinzutritt steht das ergebnis fest! davor ist es lediglich ein “feld der möglichkeiten“, wie es in der quantentheorie heißt.
    die naturwissenschaften sind lediglich in der lage den objektiven teil zu beschreiben. ich möchte auch unbedingt klarstellen, daß ich kein gegner der naturwissenschaften bin, ganz im gegenteil, ich bin sehr fasziniert von all den erkenntnissen, die die menschheit auf diesem gebiet in historisch gesehen so kurzer zeit erzielt hat. es ist aber nun mal nur eine seite der medaille!
    ich sehe keinen sinn darin irgendjemanden von homöopathie zu überzeugen. vor allem nicht über eine theoretische diskussion. ich plädiere lediglich dafür freigeistig zu sein, auszuprobieren, erfahrungen an eigenem leib zu sammeln. der homöopathie (oder auch anderen methoden/ wissenschaften/ denkmodellen) zumindest eine chance einzuräumen sich zu beweisen.
    ich bin mir ziemlich sicher, daß jeder der an sich selbst eine überzeugende wirkung erfährt auf jede widersprechende studie sch*** wird.
    gruß, EH

  143. #144 Ereignishorizont
    29. Juli 2010

    es ist natürlich schrödingers katze!!!

  144. #145 cydonia
    30. Juli 2010

    Ereignishorizont, Sie sind nicht überzeugend!
    Und wissen Sie auch warum? Weil sämtliche Scheinargumente, die sie hier breittreten von erfahrenen Diskutanten schon zig mal gelesen oder gehört wurden, und auch schon fast jeder bei der Demontage der Argumente zugucken durfte. Deswegen werde ich auch jetzt nicht darauf eingehen. Lesen Sies in den entsprechenden threads selber nach. Sie werden alle ihre Behauptungen sauber zerpflückt sehen.
    Nur eines: “..der homöopathie zumindest eine chance einräumen, sich zu beweisen”
    200 Jahre, Ereignishorizont, und noch keine einzige Studie, die die Wirksamkeit der HP belegt: wie lange sollen wir denn noch warten? Chancen gabs reichlich, sie wurden alle so richtig schön vergeigt, und jetzt kommen sie und hauen uns hier die abgestandensten Pseudoargumente um die Ohren.
    Lassen Sie sich doch mal was Neues einfallen, bis Sie hier wieder aufschlagen.

  145. #146 Dr. E. Berndt
    30. Juli 2010

    @Ereignishorizont
    Nachdem Sie uns des langen und des breiten ihre Bildung dargelegt haben, denke ich, ist es doch an der Zeit, diese ihre Bildung in Sachen Homöopathie einzusetzen. Das Herauspicken von von wissenschaftlichen Begriffen, aus welchem Fachgebiet auch immer, diese zu verdrehen, umzudefinieren und als Erklärung anzubieten ist eine uralte Handlungsweise der Scharlatane, und kein Zeichen von Blldung.

    Sie sind doch gebildet?

    Also jetzt bitte, wie sieht es aus mit einer eingehenden Betrachtung über Homöopathie:

    Unter dem Dach der Homöopathie werden Mittel wie Hundekot, 1000DM oder Vakuum angeboten.

    Sind diese wirksam?

    Noch hat sich kein namhafter Homöopath davon distanziert oder gemeint, daß solche Sachen nicht mit der Homöopathie vereinbar sind!

    Wenn Sie also der Ansicht sind, daß das nicht Homöopathie ist und in der Homöopathie nichts verloren hat, dann sind Sie sehr herzlich gebeten das entsprechend zu kritisieren. Und bitte, da es sich hier um einen Scienceblog handelt, sollte die Kritik naturwissenschaftlich kausal nachvollziehbar sein!

  146. #147 klauszwingenberger
    30. Juli 2010

    @ Ereignishorizont:

    Zwei ganz unsachliche Einwände:

    1. Ja, ich nehme Homöopathika zu mir. Ständig, täglich. Sobald ich den Wasserhahn audrehe und ein Glas Wasser einfahre, schlucke ich jede erdenkliche Potenz von was auch immer, vom Mondschein am vorletzen Fasching bis zum Pipi von Julius Cäsar. Verstehen Sie, dass mir das Probleme macht, HP ernst zu nehmen?

    2. Wenn ich in so einem Beitrag wie Ihrem vom 29.07., 19.15 Uhr etwas von “Quanten” lese, krieg ich kleine gelbe Augen.

  147. #148 BreitSide
    30. Juli 2010

    Ach EH, was nun? Bist Du fasziniert von Wissenschaft oder sch*** Du drauf?

    Die Quarks, die Du da ablässt, sind absoluter Käse, da werd ich richtig quantenfüßig, meine Katze auch. Und die solltest Du Dir mal ganz heitlich unter Deiner Nase vorstellen, in allen Facetten. Meine Quanten, nicht meine Katze.

    Homöopathen sind also Quaksalber. Ich finde Deine Quarks albern.

    BTW, Deine Shift-Taste klemmt.

  148. #149 Humanoid
    30. Juli 2010

    ich bin mir ziemlich sicher, daß jeder der an sich selbst eine überzeugende wirkung erfährt auf jede widersprechende studie sch*** wird.

    Es gibt eine sehr gute, schlüssige Erklärung für die “Wirkung” der Homöopathie: den Placeboeffekt. Er ist wissenschaftlich dokumentiert und er erklärt zufriedenstellend, warum die Einnahme von homöopathischen Mitteln eine “überzeugende Wirkung” hervorruft. Warum ist Ihnen als “naturwissenschaftlich gebildeter” Mensch diese einfache, logische, plausible Erklärung nicht gut genug?

    Wieso muss es eine ominöse, “noch” nicht belegte Wirkkraft sein, die mit der Naturwissenschaft unvereinbar ist? Nur weil irgendein Mensch vor 200 Jahren das behauptet hat? Was macht die (nach 200 Jahren immer noch unbewiesene) Theorie Hahnemanns zu einer “glaubwürdigeren” Annahme, als den bestens belegten, wissenschaftlich anerkannten Placeboeffekt?

  149. #150 Thomas J
    30. Juli 2010

    @Ereignishorizont

    Ich kauf Ihnen nicht nur Ihre naturwissenschaftliche Bildung nicht ab, (Wie sonst ist Ihre Naivität zu deuten hier auf den scienceblogs den Kommentatoren die Schrödigerkatze zu erklären?) nein, den Homöopathen kauf ich Ihnen auch nicht ab, das halte ich für glatt gelogen.

    Aber zurück zum Thema:
    Was ist das prinzipielle Problem einer Doppelblindstudie, dass sie eine individuelle Behandlung nicht erfassen könnte? Ich sehe keins. Klären Sie mich auf, bitte.
    Und probierens Sies mit Argumenten und nicht mit Behauptungen, danke.

  150. #151 Ereignishorizont
    30. Juli 2010

    dies ist nun mein letzter beitrag. ich weiß aus erfahrung, daß solche diskussionen selten zu etwas führen. ich habe zudem das gefühl, daß ich absichtlich missverstanden werde.

    @cydonia
    ich sehe nicht daß ich althergebrachte argumente verwende. ich denke sie werden es aber besser wissen, da ich mich tendenziell von solchen diskussionen fernhalte…
    zum thema studien. es gibt mittlerweile genug studien die der homöopathie wirksamkeit zuschreiben und genug die ihr diese absprechen. deswegen halte ich davon sehr wenig, gleich wechen ausgang sie haben mögen. es ist ähnlich wie mit statistik, die grundvorgaben bestimmen das ergebnis.
    daß die homöopathie in 200 jahren nicht ausgestorben ist, sondern sich eines immer größeren zulaufs erfreut ist für mich eher ein hinweis auf ihre sinnhaftigkeit…
    und deswegen fordere ich zur persönlichen erfahrung auf.

    @ Dr. E. Berndt
    ich bin darauf doch nun schon mehrmals eingegangen. ob diese mittel eine wirkung haben oder nicht kann ich nicht sagen, ich habe nie ein solches verschrieben noch selbst eingenommen. wenn sie nach homöopathischen vorgaben hergestellt sind, müssten sie eine wirkung haben.
    sehen sie, daß sind mittel die man in keiner literatur finden wird, da es randerscheinungen sind. sich an diesen beispielen aufzuhängen halte ich für etwas übertrieben.

    @ klauszwingenberger
    ich kann sie sehr gut verstehen. ich halte skepsis für berechtigt. auch hier, überzeugen sie sich persönlich…

    @ BreitSide
    ich habe nicht gesagt, daß ich von naturwissenschaften nichts halte. ich habe lediglich gesagt, daß ich überzeugt bin, daß es einer person die an sich selbst eine wirkung erfährt vermutlich egal sein was diese oder jene studie oder experte dazu sagt. auf den rest gehe ich nicht ein.

    @ Humanoid
    was oft außer acht gelassen wird ist, daß ein placebo- (oder auch nocebo-)effekt immer eine rolle spielt, also auch in jeder konservativen behandlung. er sagt ja letztendlich nur aus, daß der geist des patienten einfluss auf das geschehen hat. warum das nicht nutzen? wenn es sich ausschließlich dadurch erklären ließe, müssten homöopathen schon grandiose illusionisten sein…
    homöopathie ist mit naturwissenschaften vereinbar. sie ist nicht mit dem mechanistischen dogma vereinbar! ich empfehle dringendst sich über wissenschaftsgeschichte zu belesen!
    ich will mich nicht mehr zur quantentheorie äußern, nur so viel: sie wird von vielen “naturwissenschaftlern” gemieden, weil sie nämlich dieses mechanistische weltbild zunehmends unhaltbar macht.

  151. #152 Thomas J
    30. Juli 2010

    @Ereignishorizont

    Ihre Argumentationsweise ist leider im Kindergarten stecken geblieben. Sie vergessen, dass hier Menschen mit Hirn mitlesen. Sie schaffens ja nicht einmal Dr. Berndts Frage “sinnhaftig” (haha) zu verstehen, geschweige denn irgendwelche Fragen hier schlüssig und qualifiziert abzuhandeln.
    So einer darf Patienten behandeln? So einer unterstellt pauschal seinen Mitmenschen keine Erfahrung mit H. gemacht zu haben? Wieso? Auf welchen Grundlagen?
    Oder leben Sie doch in der Pipilangstrumpfwelt?

  152. #153 Dr. E. Berndt
    30. Juli 2010

    @
    Ereignishorizont
    @ Dr. E. Berndt
    Ich bin darauf doch nun schon mehrmals eingegangen. Ob diese mittel eine Wirkung haben oder nicht kann ich nicht sagen, ich habe nie ein solches verschrieben noch selbst eingenommen. Wenn sie nach homöopathischen Vorgaben hergestellt sind, müssten sie eine Wirkung haben.

    Bitte nicht bös sein – das ist kein wissenschaftliches Argument sondern schlichtweg dumm.

    Sehen sie, daß sind Mittel die man in keiner Literatur finden wird, da es Randerscheinungen sind. Sich an diesen beispielen aufzuhängen halte ich für etwas übertrieben.

    Gerade die Randerscheinungen sind aber das Wichtigste! Hier zeigt wie gut eine Erklärung ist oder nicht! Und alle diese Mittel sind vorrätig und können umgehend bestellt werden. Merkantil gesehen, sind das in Summe sicher keine Randerscheinungen. Und es wäre sicher interessant zu wissen gewesen, was sie als Randerscheinung und warum definieren.

    Leider habe ich bis jetzt auf ein diesbezüglich erläuterndes Ereignis umsonst geartet. Es ist leider keines am Horizont erschienen.

    Ich bin schwer enttäuscht, daß Sie, der Sie sich so viel zu Wissen gerühmt haben, einfach nichts von ihrem Wissen preisgeben wollen. Sie sind definitiv nicht bereit kraft ihres Wissens irgendwelche konkrete und nachvollziehbare Überlegungen zur Diskussion anzubieten.

    Frage: Warum geistern Sie dann durch die Diskussion?

  153. #154 cydonia
    30. Juli 2010

    @Ereignishorizont
    Dass Sie sich von solchen Diskussionen fernhalten, merkt man. Sie scheinen der klassische Gläubige zu sein, der sich, wenn er sich dann mal vor die Tür wagt, wundert, dass Menschen inzwischen den geglaubten Wahrheiten auf den Grund gegangen sind, und sie nach allen Regeln der Kunst verworfen haben.
    Ihre Reaktion: Schnell wieder in die sichere Glaubenskammer zurück, alle Fenster und Türen dicht verschließen, damit ja keine Erkenntnis den eigenen Glauben trüben könnte. Wie gesagt, nicht überzeugend, eher abschreckend.
    Und dass der Geisterglaube in vielen Gegenden auch nach Tausenden von Jahren noch nicht ausgestorben ist, sehen Sie dann wohl auch als Beleg für die Existenz von Geistern an.

  154. #155 martin
    30. Juli 2010

    Sie liefern in der Tat die typischen Homöopathieanhänger-Argumente ab, an ihnen ist nichts besonderes.

    Wenn die „homöopathie auf das individuum ausgerichtet“ ist, warum schließt das einen Vergleich mit einem Scheinpräparat aus? Natürlich kann auch die HP in einem solchen Wirkungsnachweis („ich vergleiche zwei Gruppen“) getestet werden, das ist schließlich keine Zauberei.

    Solange nicht unabhängig eine Wirkung bestätigt werden kann, ist die Aussage, „es gibt bisher keine erklärung warum ein hoöopathisches mittel wirkt“ natürlich Nonsens.

    Und trotzdem, bei der Suche nach einem möglichen Wirkmechanismus reißt man sich immer wieder ein Bein aus und bemüht das Wasser-„Gedächtnis“ und Quanteneffekte. Letztere wohl, weil sie von keinem vollständig verstanden werden.

    Und so sind ihre Hinweise auf die Quantenphysik auch vollends entlarvend: Sie haben noch nicht einmal Schrödingers Katze verstanden, also die Intention, mit der Schrödinger dieses Gedankenexperiment vortrug.

    Der subjektive Beobachter hat nicht die Rolle, die Sie ihm zuschreiben. Sie lassen außer Acht, dass die Experimente mit einzelnen Photonen und Elektronen in isolierten Systemen vorgenommen wurden, sie nicht viel mit der Situation von Teilchen in Makroobjekten gemein haben.

    Die anwesenden Physiker dürfen mich gerne prügeln und korrigieren, mein Verständnis von Quantenphysik ist auch nur rudimentär. Aber ich habe so viel verstanden, dass sie nicht zur Erklärung von nicht nachweisbaren Wirksamkeiten von HP taugt.

  155. #156 segeln141
    17. September 2010

    Hier gibt`s was neues zur Homöopathie unter der Überschrift ” Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrachtung” http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewforum.php?f=111.

  156. #157 Abigail Immel
    23. November 2015

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