Wetter ist kein Klima, und dieser Winter ist keine Beleg dafür, dass der Kilmawandel ausfällt und alles nur eine große Verschwörung war. Trotzdem fällt auf, dass gerade unter Meteorologen die Skepsis in punkto (menschengemachtem) Klimawandel besonders ausgeprägt zu sein scheint. Wie kommt das eigentlich?

Wir hatten den Fall des Meteorologen Klaus Eckart Puls, den Wettermann vom MDR Thomas Klobig, den Meteorologen Donald Baecker. Alle drei Meteorologen, die (eine gewisse) Skepsis hinsichtlich des (menschengemachen) Klimawandels äußern.

(Bei unserem Wettermann Frank Abel bin ich mir nicht so sicher, wie er zum Thema steht.)

Da kann man sich schon fragen: Wie kommt das eigentlich? Das sieht doch so aus, als wäre gerade diese Berufsgruppe besonders anfällig für klimawandelskeptische Argumente.

Ich habe natürlich keine Untersuchung dazu, die hat aber der amerikanische Wissenschaftler Kris Wilson von der Emory University durchgeführt (pdf der Umfrage). Er befragte eine Gruppe von amerikanischen TV-Meteorologen, was sie von den klimawandelskeptischen Ansichten ihres bekannten Kollegen, der Wetterfrosch-Legende John Coleman (“Global Warming is a scam (scam=Betrug, Beschiss)“) hielten.

Charles Homans, Redakteur von The Washington Monthly, beschreibt das Ergebnis in einen gewaltigen Artikel im aktuellen Heft des Columbia Journalism Review

“The responses stunned him. Twenty-nine percent of the 121 meteorologists who replied agreed with Coleman–not that global warming was unproven, or unlikely, but that it was the greatest scam in history. Just 24 percent of them believed that humans were responsible for most of the change in climate over the past half century–half were sure this wasn’t true, and another quarter were “neutral” on the issue.”

“This was the most important scientific question of the twenty-first century thus far, and a matter on which more than eight out of ten climate researchers were thoroughly convinced. And three quarters of the TV meteorologists Wilson surveyed believe the climatologists were wrong.” (Fettung durch mich)

Bei den Zahlen muss man natürlich vorsichtig sein, es ist nur eine Umfrage. Aber es passt zu Beobachtungen unter amerikanischen Meteorologen in den letzten Jahren.

“(…) CNN meteorologist Chad Myers, appearing on Lou Dobbs Tonight, used the occasion to expound on his own doubts about global warming. “You know, to think that we could affect weather all that much is pretty arrogant,” he told Dobbs. “Mother Nature is so big, the world is so big, the oceans are so big. Today’s most oft-quoted and influential skeptics include Joseph D’Aleo, The Weather Channel’s first director of meteorology, and Anthony Watts, a former Chico, California, TV meteorologist”

Als ein Senator eine Liste mit mehr als vierhundert Klimawandel-Skeptikern präsentierte, waren 44 Prozent TV-Wettervorhersager. Und in einer Telefonumfrage unter den Fernseh-Meteorologen von Minneapolis fand sich kaum einer, der an den Klimawandel glaubte.

Wie kommt’s? Eine der Erklärungen ist laut Homans die thematische Nähe zwischen Meteorologen und Klimaforschern: Beide untersuchen das Verhalten der Atmosphäre, aber unter verschiedenen Gesichtspunkten und Fragestellungen.

“Meteorologists live in the short term, the day-to-day forecast. It’s an incredibly hard thing to predict accurately, even with the best models and data; tiny discrepancies matter enormously, and can pile up quickly into giant errors. Given this level of uncertainty in their own work, meteorologist looking at long-range climate questions are predisposed to see a system doomed to terminal unpredictability.”

Ein Zitat eines von Homans befragten Meteorologoen verdeutlicht das ganz schön:

“There’s a lot of error and bias. We’ll use five different models and come back with five different things. So when we hear that climatological models are saying this, how accurate are they?”

Aber, das kann noch nicht alles sein, findet Homans. Er findet noch einen Grund, der Meteorologen zu Klimawandelskeptiker werden lässt: Reine Selbstüberschätzung:

“The biggest difference I noticed between the meteorologists who rejected climate science and those who didn’t was not how much they knew about the subject, but how much they knew about how much they knew–how clearly they recognized the limits of their own training.”

Meteorologen wagen sich beim Thema Klimawandel auf ein Terrain, von dem sie glauben, etwas zu verstehen. Obwohl sie darin eigentlich eher selten geschult sind. Trotzdem haben sie offenbar immer wieder das Bedürfnis ihre Mitmenschen darüber aufzuklären. Auch dafür hat Homans eine – wie ich finde – plausible Erklärung. Die meisten Wissenschaftler verhielten sich zurückhaltend, wenn sie etwas außerhalb ihrer Disziplin erklären sollen. …

” (…) meteorologists, by virtue of typically being the only people with any science background at their stations, are under the opposite pressure–to be conversant in anything and everything scientific. This is a good thing if you see yourself as a science communicator, someone who sifts the good information from the bad–but it becomes a problem when you start to see scientific authority springing from your own haphazardly informed intuition, as many of the skeptic weathercasters do.”

Vielleicht ist das auch mit ausgelöst durch zahlreiche Fragen von Zuschauern, die Meteorologen eben für die richtigen Experten halten, wenn es ums Klima geht (die anderen sind ja schwerer verfügbar). Darauf weist zumindest eine US-Umfrage hin:

“When asked whom they trusted for information about global warming, 66 percent of the respondents named television weather reporters.”

Wie das wohl hier in Deuutschland ausfallen würde?

Sehr empfehlenswert ist auf jeden Fall Charles Homans Artikel “Hot Air“, aus dem ich hier so ausgiebig zitiert habe.

Stellt sich natürlich die Frage, wie übertragbar die Zahlen auf Deutschland sind. Kennt irgendjemand eine Untersuchung dazu?

Oder ist das nur ein Hirngespinst? Vielleicht können die Meteorologen ja selbst mal was dazu sagen? Wie sieht das aus im Kollegenkreis? Gibt’s da viele Klimawandelskeptiker oder sagen viele “Ich weiß es nicht wirklich“? Oder ist die Mehrheit überzeugt, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt? Hält man sich bei dem Thema eher zurück? Gibt es Ärger, wenn man sich dazu in den Medien skeptisch äußert?

Ist das ganze vielleicht einfach nur eine Sache von Gruppendynamik, dass es ein bisschen chic ist, gegen den Strom zu schwimmen, das skeptische raushängen zu lassen?

Meine Meinung: Meteorologen können privat glauben, was sie wollen: Nur wenn sie mit klimawandelskeptischen Äußerungen in den Medien hausieren gehen, sollten sie sich besser zurückhalten. Warum nicht mal einfach sagen: “Tut mir leid, ist nicht mein Fachgebiet.” Meteorologen machen Wettervorhersagen, keine Klimavorhersagen. Sie sind Wetterexperten, keine Klimaexperten.

Bitte schön …

Nachtrag 1.2.10:
Langsam scheinen ja die Meteorologen einzutrudeln. Danke erstmal für’s Kommentieren. Ich hatte ja ausdrücklich die Frage in den Raum gestellt, ob das, was Charles Homans für USA beschreibt, einfach so übertragbar ist auf Deutschland. Eine Untersuchung scheint es nicht wirklich zu geben. Damit sind wir auf Einschätzungen angewiesen, wie die von Elim Gaarak. Das ist doch mal eine Ansage:

Im Kollegenkreis sind sich wohl annährend 100% sicher, dass der Klimawandel zum Teil menschgemacht ist.

Aber er weist auch darauf hin, dass mit Wettervorhersage die allerwenigsten Meteorologen in Deutschland zu tun haben. In Homans Beitrag geht es aber vor allem um eben diese Gruppe. Bei den drei Beispielen, die ich oben aufführte, ist nur einer ein TV-Wettervorhersager.

Meteorologen einfach als die abzutun, die das Wetter vorhersagen, ist definitiv zu kurz gesprungen und hat mit der Realität wenig zu tun, sagt nicht nur Garak, sondern auch Leser Peter Schwarz:

“Ein verschwindend geringer Teil der Meteorologen beschäftigt sich mit der tagesaktuellen Wettervorhersage.”

Kommentare (102)

  1. #1 Christian W
    8. Januar 2010

    Word!

    Ich bin Informatiker, halte mich für ziemlich gut. Ich kann auch ein bisl Mathe, würde mich aber niemals mit einem Mathematiker über Mathematik streiten. Einmal, weil die alle ein wenig merkwürdig sind, aber natürlich auch weil die verdammt nochmal tausendfach mehr Ahnung von Mathematik haben als ich.

  2. #2 AR
    8. Januar 2010

    Jeder kann unter Selbstüberschätzung leiden, egal ob Klimatologe oder Meteorologe. Abgesehen davon haben sich Wissenschaftler schon sehr oft überschätzt…

  3. #3 adenosine
    8. Januar 2010

    Vielleicht ist es ja nicht die Nähe zur Meteorologie sondern die Nähe zum TV signifikant, also die Erfahrung mit der Mediendynamik. Vielleicht liegen die Kompetenzen zur Erklärung des Erfolgs von Katastrophenprognosen ja auch eher bei Psychologen, Soziologen, Politikologen oder Theologen.

  4. #4 Eddy
    8. Januar 2010

    Vielleicht liegt es daran:

    http://www.welt.de/die-welt/debatte/article5608917/Spurenleser-im-Eis.html

    “Was sagt er dazu, dass so viele Klimaforscher das CO2 für die treibende Kraft im Klimageschehen halten und daraus eine kommende katastrophale Erwärmung ableiten? “Meine Ergebnisse beruhen nicht auf Modellen, sondern auf Funden. Die Baumreste und Vogelnester sind Belege, man kann sie nicht wegdiskutieren.” Mit seinen 70 Jahren steigt er immer noch auf die Gletscher und sammelt weiterhin das biologische Material, das sie beim Rückzug freigeben. Obwohl er mit Leib und Seele forscht, ist er froh, pensioniert zu sein. “Ich bin frei”, sagt er, “ich brauche kein Geld. An den Universitäten und Forschungsinstituten kriegen sie ihre Förderung nur, wenn sie die Klimakatastrophe schon in den Antrag schreiben.””

    “Seit Jahrzehnten untersucht Gernot Patzelt das Schmelzen der Alpengletscher. Für den Glaziologen ist das weder ungewöhnlich noch bedrohlich. Das Eis geht und kommt seit Menschengedenken”

    Vielleicht liegt es daran, dass Meteorologen nicht nur die “forcings” im Klimasystem kennen, nicht nur wie viel Wasserdampf die Luft aufheizt, sondern auch den gegenteiligen Effekt, nämlich Wolken die die Sonne abdunkeln. Vielleicht geht es den Meteorologen genauso wie dem interessierten Laien, der sich denkt, dass eine Wolkendecke die Temperatur im Sommer um mehrere Grad absenken kann.

    Und vielleicht denkt der Meteorologe, wie auch der Laie, dass wir noch viele Mechanismen im Klimasystem nicht kennen und deshalb nicht behaupten können das Klima vorhersagen zu können. Vielleicht denken sie, so wie Sven Titz beim Spektrum der Wissenschaft, dass ein Teil der Erwärmung von 1980 bis 1998 natürlichen Ursprungs sein könnte, ob von der Sonne verursacht oder nicht.

    Vielleicht denken die Meteorologen sogar, dass nach dem Jahrhundertwinter 2006/7 der ja nun wirklich alle überzeugt hat, dass der Mensch das Klima zerstört hat, in Zukunft kalte Winter wie der 2009/10 wieder normal werden.

    Vielleicht denkt der Meteorologe, wenn der Klimatologe ihm erklärt, dass die aktuelle kalte Wetterfront der ultimative Beweis für die anthropogene Klimaerwärmung ist einfach nur “xxxxx”, sagt es aber nicht laut?

    Man weiss es natürlich nicht, aber vielleicht denkt der Meteorologe, dass er etwas vom Wetter versteht und dass das Klima das gemittelte Wetter ist?!

    MfG
    Eddy

  5. #5 YeRainbow
    8. Januar 2010

    Och, naja. Bin auch Skeptiker, was den “Klimawandel” angeht.
    Kann schon sein, kann auch nicht sein.

    als diplomierter Psychoschlaumeier versteh ich halt was vom Katastrophendenken der Menschen (unserer Kultur) und von den Gewinnler-Interessen verschiedener Interessen(Geldverdiener)Verbände…

    Klimawandel ist natürlich. Hilft man dem etwas nach (mutmaßlich), so gehts halt etwas schneller.
    Nicht die Natur hat das Problem damit.

    Nur für uns ist es ein wenig unbequem.

    Und ich bin gespannt, wie die ganzen “Gegenmaßnahmen” sich so auswirken werden. Kurzfristig kann man schon sehen, wie sie gewissen Kreisen die Taschen füllen…
    Das mag sehr angenehm sein.

    Aber obs auch sinnvoll ist?

  6. #6 Eddy
    8. Januar 2010

    @Christian W

    Wäre das Klima so schwer zu verstehen wie höhere Mathematik müsste man ihnen wohl zustimmen. Die Grundmechanismen des Klimas sind aber durchaus für den Laien zu verstehen. Erst wenn man sich ins Detail stürzt kommt es zu Diskussionen ob Co2 das Klima überhaupt beeinflussen kann.

    Darum geht es doch sicherlich weder dem Meteorologen noch dem zweifelnden Laien.

    Was er wissen will ist, ob man die elementaren Klimamechanismen wirklich so gut versteht wie behauptet. Elementare Statistik und Klimadatenreihen werden hinzugezogen um dem gemeinen Volk unmissverständlich zu erklären, dass es zu dumm ist solche Gedankengänge nachzuvollziehen.

    Mir leuchtet z.B. immer noch nicht ein wieso die Sommer 2003 und 2006 ein statistischer Beweis für den Einfluss des Menschen sein sollen, bloss weil sie signifikant sind. Müsste man dazu nicht die Grundmechanismen des Klimas zuerst einmal verstehen?

    Genauso die Erklärung dass die 10 wärmsten Jahre sich ausgerechnet heute ereignen. Das ist auch statistisch signifikant. Ich Laie frage mich wie signifikant das wird, wenn wir noch 30 solcher Jahre bekommen würden. Wäre das dann ein noch grösserer Beweis dafür, dass wir das Klima zerstören?

    Oder könnte es nicht bedeuten, dass wir uns wieder in einer Klimanormalperiode befinden?

    Wie gesagt, ich weiss es nicht, d.h. ich bin Zweifler, auf Neusprech “denier” oder “Leugner”, so wie wohl einige Meteorologen aauch?

    Wie auch immer jemand mich beschimpfen will, soll er doch glücklich damit werden!

    Mit freundlichen Grüßen
    Eddy

  7. #7 JV
    8. Januar 2010

    “wie sie gewissen Kreisen”

    Wem denn so?

  8. #8 Anstandsdame
    8. Januar 2010

    Frank Abel ist ein Ketzer! Er hat das selbe Schicksal verdient wie Jörg Friedrich!
    MOBBT IHN!!!

  9. #9 Marcus Anhäuser
    8. Januar 2010

    @Anstandsdame
    ist das jetzt Ironie oder was genau meinen Sie?

  10. #10 Stefan
    8. Januar 2010

    Das erinnert mich an eine Unterhaltung die ich als Linguist mit einem Deutsch-Lehrer hatte. In der Wissenschaft ist es eigentlich ganz klar: richtig ist, was die Menschen sprechen. Wenn die Mehrheit der Deutschen von heute auf morgen nur noch “Glurks” statt “Wettervorhersage” sagt, dann ist Glurks ab sofort das geläufige und dadurch ein richtiges Wort dafür im Deutschen. Für den Deutsch-Lehrer war das vollkommen ungeheuerlich. Richtig ist, was er für richtig erklärt. Punkt.

    Ich habe mir das damals mit wenig Fachkenntnis in der Wissenschaft erklärt (Lehrer werden in dem Punkt einfach mangelhaft ausgebildet – denn es gibt andere Dinge, die Lehrer brauchen, wie z. B. Pädagogik). Vor allem aber, und das trifft mit Sicherheit auch auf die Meterologen zu, denke ich, dass die Alltagserfahrung dieser Menschen tückisch ist. Wenn man im Laufe der Jahre unzählige Schüler hatte und der Meterologe sein Millionenpublikum und alle betrachten einen als den Experten – dann ist man auch der Experte. Darüber vergisst man nur allzugerne, die Grenzen des eigenen Wissens. Insbesondere wenn während der Ausbildung das eigene Wissensgebiet nie explizit von nahen verwandten Gebieten abgerenzt worden ist.

    Warum Meterologen wohl auf die Idee kommen, ein Klimawandel würde nicht stattfinden, wurde ja schon gesagt. Dass sie sich aber wohl selbst als kompetent auf dem Gebiet des Klimas einschätzen, liegt vermutlich an dem eben gesagten. Denn sie bekommen schließlich jeden Tag vorgeführt, dass sie die Experten sind.

  11. #11 Torsten Werner
    8. Januar 2010

    Ich lese immer ‘Klimawissenschaften’, aber meines Erachtens gibt es eine solche Disziplin (noch) gar nicht, sondern es handelt sich um sehr interdiszplinäre Forschung, wo viele Köche mitmischen (und vielleicht auch den Brei verderben – wer weiß).

    Im Gegensatz zu Mathematik, Physik, Chemie ist die Disziplin sehr jung und damit vermutlich sehr fehlerhaft. Selbst alte Wissenschaften wie die Physik haben sich vor 100 Jahren mit Ätherhypothesen herum geschlagen, was aus heutiger Sicht grober Unsinn ist.

    Ich bin und bleibe skeptisch bei dem Thema und das ist auch gut so!

  12. #12 Christian W
    8. Januar 2010

    Wäre das Klima so schwer zu verstehen wie höhere Mathematik müsste man ihnen wohl zustimmen. Die Grundmechanismen des Klimas sind aber durchaus für den Laien zu verstehen. Erst wenn man sich ins Detail stürzt kommt es zu Diskussionen ob Co2 das Klima überhaupt beeinflussen kann.

    Völliger Quatsch. “Höhere Mathematik” ist überhaupt nicht schwer zu verstehen. Sowas erzählen üblicherweise die Leute, die schon zu blöd sind, ohne Zuhilfenahme auswendig gelernter F-Schemata (p-q-Formel, Differenzierungs-/Integralregeln, etc.) primitivste Berechnungen anzustellen. Mathematik ist pragmatisch, (bis auf ganz wenige Ausnahmen) intuitiv, konsistent und für jeden logischen Verstand mit ein wenig Schulung im Denken zu meistern (und weil ich auf diese ewige Übung in mathematischem Denken und Abstrahieren keine Lust hatte, bin ich kein Mathematiker – nicht weil ich dafür nicht ausreichend behirnt wäre).
    Wer behauptet, von höherer Mathematik verstünde er nichts, aber er könne relativ problemlos klimawissenschaftliche Modelle nachvollziehen und sogar Fehler darin nachweisen, hat doch den Schuss nicht gehört. Mit welcher Hilfswissenschaft werden denn die Abertausenden von relevanten Variablen, Bedingungen und restlichem Gedöns in klimawissenschaftliche Modelle, Beschreibungen und letztendlich Theorien umgesetzt? Etymologie? Orientalistik? Volkswirtschaftsbiologie? Theologie?
    Das Klima und damit automatisch dessen wissenschaftliche Untersuchung ist nahezu beliebig komplex und wird mit Hilfe höherer Mathematik beschrieben bzw. betrieben. Anders herum geht’s nicht. Wenn höhere Mathematik komplizierter wäre als der ganze Klima-Kram, wieso sollte man den dann durch dieses unverständliche Mathe-Zeug extra verkomplizieren?

  13. #13 YeRainbow
    8. Januar 2010

    o.T.
    die Anstandsdame meinte sicherlich: knuddelt ihn

    (nur so meine Vermutung…)
    ;-)))

  14. #14 Jörg Friedrich
    8. Januar 2010

    Meteorologie ist Physik der Atmosphäre. Zumindest zu der Zeit und an dem Ort meines Meteorologie-Studiums bestand das Studium aus 4 Semestern reinem Physik-Studium (sowohl Experimental-Physik als auch theoretische Physik mit all der dazu gehörigen Mathematik, insbesondere den für Meteorologen besonders zentralen Differenzialgleichungen zweiter Ordnung) gefolgt von einer Spezialausbildung in Hydrodynamik der Atmosphäre, Thermodynamik der Atmosphäre und numerischer Mathematik. Dann noch Geophysik. All das ist das, was auch ein Klimatologe braucht. Synoptik (Wettervorhersage) war nur ein kleiner Teil des Studiums.

    Ich denke, ein Meteorologe hat nach seinem Studium ein Grundwerkzeug erlernt, was ihn genauso zum Synoptiker qualifiziert wie zum Klimatologen. Einige meiner Kommilitonen sind inzwischen erfolgreich in der Klimatologie tätig, die ja nicht nur aus Klimawandelforschung besteht.

    Gründe warum Meteorologen so skeptisch sein könnten was den menschgemachten Klimawandel betrifft, könnten sein:

    – Ihnen ist die ungeheure Kompexität positiver und negativer Rückkopplungen bekannt, die im klimatischen System eine Rolle spielen.

    – Ihnen ist die tatsächliche Variabilität in jedem Maßstab der atmosphärischen Ereignisse vertraut.

    – Sie wissen, wie aufwändig es ist, eine aussagekräftige Statistik zu bekommen.

    – Sie kennen die Technologie- und Medienbrüche der Aufzeichnungen und Beobachtungen atmosphärischer Ereignisse.

  15. #15 Jörg Friedrich
    8. Januar 2010

    Das Missverständnis scheint hier bei einigen darin zu bestehen dass sie glauben “Meteorologe” übersetzt man ins Deutsche mit “Wetterfrosch”. Es bedeutet aber eher “Atmosphären-Forscher”

  16. #16 TheK
    8. Januar 2010

    IMHO das gleiche Problem wie mit Pfaffen, die sich für Theologen halten und Lehrern, die meinen, die wären Pädagogen: Oftmals glauben die Anwender einer Wissenschaft schlauer zu sein als die eigentlichen Forscher.

    Davon ab muss man sich nicht wundern, wenn der Klimawandel überall als “es wird wärmer” abgekürzt wird – tatsächlich kann so ein kalter Winter ob eines stotternden Golfstroms sogar ein Teil dieses Klimawandels sein.

  17. #17 JoergR
    8. Januar 2010

    Selbst alte Wissenschaften wie die Physik haben sich vor 100 Jahren mit Ätherhypothesen herum geschlagen, was aus heutiger Sicht grober Unsinn ist.

    Von wegen alt, von Physik spricht man eigentlich erst seit dem Manhattan Project…
    Und die Ätherhypothese war kein grober Unsinn, es war eine gute, nachvollziehbare Hypothese. Diese ist ausgearbeitet worden, dabei hat man viel gelernt. Dann hat man sie experimentell geprüft und widerlegt. Ein Leuchtturm wissenschaftlicher Arbeitsweise.
    Grober Unsinn ist allerdings, daraus ein Argument per Analogie zur Klimatologie zu konstruieren.

    Ich bin und bleibe skeptisch bei dem Thema und das ist auch gut so!

    “Skeptisch” sein bedeutet nichts einfach per Aussage zu glauben, sondern sich die Evidenz für alle möglichen Schlussfolgerungen anzusehen UND sich dann für die wahrscheinlichste zu entscheiden. Nichts könnte weiter davon entfernt sein als krude Vergleiche zur Ätherhypothese und zum Alter einer Disziplin.

    Gründe warum Meteorologen so skeptisch sein könnten was den menschgemachten Klimawandel betrifft, könnten sein:
    – Ihnen ist die ungeheure Kompexität positiver und negativer Rückkopplungen bekannt, die im klimatischen System eine Rolle spielen.
    – Ihnen ist die tatsächliche Variabilität in jedem Maßstab der atmosphärischen Ereignisse vertraut.
    – Sie wissen, wie aufwändig es ist, eine aussagekräftige Statistik zu bekommen.
    – Sie kennen die Technologie- und Medienbrüche der Aufzeichnungen und Beobachtungen atmosphärischer Ereignisse.

    Irreduzierbare Komplexität ist das beliebte Argument der Intelligent Design-Gemeinde. Wissenschaftliche Aussagen lassen sich daraus nicht ziehen. Ansonsten wären auch Neutrinos nicht nachweisbar, da man dafür einzelne Atome aus Tausenden Litern Flüssigkeit filtern muss.

  18. #18 Eddy
    8. Januar 2010

    @Christiam W.

    Sie schreiben:

    “Wer behauptet, von höherer Mathematik verstünde er nichts, aber er könne relativ problemlos klimawissenschaftliche Modelle nachvollziehen und sogar Fehler darin nachweisen, hat doch den Schuss nicht gehört.”

    Wer sagt das denn? Wieder so ein Scheinargument von einem angeblich gebildeten Idioten! Aber vor allem ist es bodenloser Unsinn.

    Was hat der Effekt des Co2 und die Rückkoppelung durch Wasserdampf mit komplizierten klimawissenschaftlichen Modellen zu tun? UND, muss der Meteorologe komplizierte klimawissenschaftliche Modelle verstehen um die Atmosphärenphysik zu verstehen?

    Als Laie wird man leider dauernd mit solchen Trollen wie ihnen konfrontiert. Deshalb ist die Klimatologie ja auch momentan so hoch im Kurs.

    Sie sollten sich besser ein Beispiel an diesem Herrn nehmen anstatt wild herumzutrollen:

    http://pielkeclimatesci.wordpress.com/

    Gruss

  19. #19 Eddy
    8. Januar 2010

    Es ist klar was Anstandsdame meint.

    Ironie an**** Frank Abel ist ein Aussätziger, ein Hirnamputierter der nach aussen wirkt wie ein Meteorologe. Er ist so eigenartig wie Hans Von Storch oder Roger Pielke. ***Ironie aus

    Früher nannte man solche Leute einfach “Wissenschaftler”. Heute nennt man sie “Denier” oder “Leugner”.

    Mannomann was wurde bloss aus der Wissenschaft?

    http://en.wikipedia.org/wiki/Cargo_cult_science

    “He recommended that researchers adopt an unusually high level of honesty which is rarely encountered in everyday life, and gives examples from advertising, politics, and behavioral psychology to illustrate the everyday dishonesty which should be unacceptable in science. Feynman cautions that “We’ve learned from experience that the truth will come out. Other experimenters will repeat your experiment and find out whether you were wrong or right. Nature’s phenomena will agree or they’ll disagree with your theory. And, although you may gain some temporary fame and excitement, you will not gain a good reputation as a scientist if you haven’t tried to be very careful in this kind of work. And it’s this type of integrity, this kind of care not to fool yourself, that is missing to a large extent in much of the research in cargo cult science.””

    Als ich vor Monaten auf scienceblogs schrieb, dass mit Stefan Rahmstorf etwas nicht stimmt, mit den Paläoklimatologen usw… wurde ich heftig beschimpft. Aber ich hatte Recht hatte Recht hatte Recht!!! Die CRU-mails zeigen was los ist in der Klimawissenschaft.

    Ist es das: “an unusually high level of honesty which is rarely encountered in everyday life”? Nein das GEGENTEIL, TRICKS, HIDING, DELETING E-MAILS usw…..
    Bis heute warte ich auf eine einzige Entschuldigung, auf ein einziges Wort der Reue. Man gibt nicht einmal zu, dass überhaupt etwas schief läuft bei den “Gatekeeper”n, bei dem “Klimakartell”.

    Wieso sollte der Laie noch irgend etwas ernst nehmen, was von pöbelnden, beleidigenden, lügenden, schummelnden Klimatologen erklärt wird?

    Seid doch froh dass es noch die Von Storchs oder Pielkes gibt. Die Popularität der Klimnakatastrophe tendiert gegen Null.

    cargo cult science?

    Hoffentlich nicht! Nicht schon wieder!

  20. #20 Sven Türpe
    8. Januar 2010

    IMHO das gleiche Problem wie mit Pfaffen, die sich für Theologen halten und Lehrern, die meinen, die wären Pädagogen: Oftmals glauben die Anwender einer Wissenschaft schlauer zu sein als die eigentlichen Forscher.

    Oft sind sie das ja auch. Wo die Elfenbeintürmler sich in die Scheinwelten vereinfachender Modelle verkriechen können, müssen die Praktiker die Relität nehmen, wie sie ist. Und den Praktikern ist die Realität auch nicht nur ein austauschbarer Beobachtungsgegenstand, sondern sie müssen darin echte Probleme lösen. Daraus kann sich durchaus ein Handlungswissen ergeben, dass den Phantasien der Beobachter zu widersprechen scheint.

  21. #21 Marcus Anhäuser
    8. Januar 2010

    So Mädels, bin wieder da, war den ganzen Tag unterwegs.

    Bin ein bisschen enttäuscht. Wo sind den die ganzen Meteorologen, von denen habe ich mir ein paar Antworten erhofft.

    Jörg Friedrichs Antwort, da will ich mal einhaken. Er schreibt:

    “- Ihnen ist die ungeheure Kompexität positiver und negativer Rückkopplungen bekannt, die im klimatischen System eine Rolle spielen.
    – Ihnen ist die tatsächliche Variabilität in jedem Maßstab der atmosphärischen Ereignisse vertraut.
    – Sie wissen, wie aufwändig es ist, eine aussagekräftige Statistik zu bekommen.
    – Sie kennen die Technologie- und Medienbrüche der Aufzeichnungen und Beobachtungen atmosphärischer Ereignisse.”

    Und das alles wissen die Klimaforscher nicht?

  22. #22 Anstandsdame
    8. Januar 2010

    @ Marcus Anhäuser
    @ YeRainbow
    Die Anstandsdame macht keine Witze.

    @ Eddy
    @ Sven Türpe
    Und Ihr, Ihr Leugner – raus hier! Das hier ist nur für Wissenschaftler! (A propos: Wo bleibt eigentlich meine Freundin Ludmila?)

  23. #23 Pink Panther
    8. Januar 2010

    @ Anstandsdame,

    keine Angst, die moralinsgesäuerte Vodka-Ansprache wird es schon noch geben.

  24. #24 Marcus Anhäuser
    8. Januar 2010

    @Anstandsdame
    komm geh spielen…

  25. #25 Marcus Anhäuser
    8. Januar 2010

    @Pink Panther
    @Anstandsdame
    wenn ich stänkern wollt, macht das bei euch zu hause.
    Wenn ihr was zum Thema sagen wollt gerne hier.

  26. #26 Agraefenstein
    8. Januar 2010

    Ich empfehle zu diesem Thema

    Gruß

  27. #27 Marcus Anhäuser
    8. Januar 2010

    Klimawandelleugnerfilm, zur Info. Hätten Sie aber dazu schreiben können, Herr Graefenstein. Das ist nicht so nett, die Leute so zu erschrecken. Beim nächsten Mal denken Sie aber dran, nicht?

  28. #28 walim
    9. Januar 2010

    Kann es sein, dass die Modelle und Methoden der Meteorologie so angelegt sind, wiederkehrende Situationen in gewissen Rahmenbedingungen zu verstehen, deren Natur außerhalb des eigenen Fokus liegt, und diese Rahmenbedingungen deshalb implizit als stabil angesehen werden? Und dass umgekehrt der Erfolg, den diese Modelle bei der kurz und mittelfristigen Prognose haben als Bestätigung dieser Stabilität interpretiert werden können? Und dass die eigene Fähigkeit, Prognosen zu machen da ein Misstrauen in die Prognosen, die da Veränderungen vorausssagen stark motivieren kann?

  29. #29 rmw
    9. Januar 2010

    “Klimawandelleugnerfilm” ist schon ein gutes Wort. In dem Augenblick in dem man den Begriff “verleugnen” verwendet, unterstellt man ja denen die eine andere Auffassung vertreten, dass sie sozusagen eine “Wahrheit” verleugnen.
    Ich will damit keineswegs sagen dass die Sorge um den Klimawandel unberechtigt ist, man kann der einen Auffassung sein und der anderen auch.
    Aber mit dem Begriff “verleugnen” begibt man sich (unbewußt) auf die Ebene des Dogmatischen und das führt in einer Diskussion nicht weiter.

  30. #30 Eddy
    9. Januar 2010

    Gavin Schmidt IST http://www.realclimate.org, der berühmteste Klimakatastrophenblog weltweit, wo auch Stefan Rahmstorf gern mal als Gast publiziert:

    http://rankexploits.com/musings/2010/climategate-article-patrick-courrielche/

    ***Shortly after the post, Lucia, a PhD and specialist in fluid mechanics, received an email from prominent climatologist Gavin Schmidt from the NASA Goddard Institute for Space Studies (GISS). It said in part, “[A] word to the wise… I don’t think that bloggers are shielded under any press shield laws and so, if I were you, I would not post any content, nor allow anyone else to do so.”

    When asked if she thought the Climategate documents were a big deal at first sight, Lucia responded, “Yes. In fact, I was even more sure after Gavin [Schmidt] sent me his note.”***

    HAHAHA diese Trottel. Die grössten Wissenschaftler der Welt? Erinnert eher an düstere Zeiten aus der rezenten deutschen Vergangenheit ….

    Aber Frank Abel ist der Antichrist?! Gehts wirklich noch dümmer? Ich glaube nicht!

    Wikipedia: “Die Klimatologie ist ein wichtiges und in den letzten Jahren allgemein bekannt gewordenes Teilgebiet der Meteorologie.”

  31. #31 Marcus Anhäuser
    9. Januar 2010

    @rmw
    dann sagen wir: Klimawadelskeptikerfilm oder skeptischer Klimawandelfilm obwohl mir das zu sanft klingt, zu uneindeutig. Denn da geht’s ja nicht um’ skeptisch sein. Sondern da wird gesagt, dass ist ein Betrug. Absurd. Der Film leugnet, was die Mehrheit der Klimawissenschaftler für eine ausgemachte Sache hält (Homans schreibt 8 von 10): Der CO2-Gehalt nimmt zu, die Durchschnittstemperatur steigt und das ganze ist menschengemacht. Wie wär’s mit Klimawandelverneinungsfim?

    Aber darum geht`s hier ja nicht. Es geht um die Meteorologen. Könnte dazu mal noch jemand was sagen?

    @walim
    ich ahne, was Du meinst, aber könntest Du es nochmal genauer erklären. Das klingt für mich wie etwas, dass die Selbstüberschätzung erklärt.

    @Eddy
    Eine Bitte: Trage was zum Thema bei (wie zum Beispiel den Wikipedi-Satz zum Beispiel), aber schenk dir den Rest, bitte.

  32. #32 Florian Freistetter
    9. Januar 2010

    Diese Grafik passt zum Thema: http://www.informationisbeautiful.net/2009/climate-change-a-consensus-among-scientists/ Dort werden die Skeptiker nach Berufsgruppen aufgeschlüsselt. Meteorologen sind allerdings nicht extra ausgewiesen.

  33. #33 Torsten Werner
    9. Januar 2010

    > Von wegen alt, von Physik spricht man eigentlich erst seit dem Manhattan Project…

    Nein, man spricht heute von der “Physik der Babylonier”. Das ist eine alte Disziplin, auch wenn sich die Begriffe über die Jahrhunderte immer mal gewandelt haben. Und trotzdem es gab schwere Irrtümer bis hinein ins 20. Jahrhundert, was nicht schlimm ist, denn es gehört dazu. Ergo: Wissenschaft hat nicht immer recht und kann grob falsch sein. Und je jünger eine Disziplin ist, umso größer ist das Risiko derartiger Fehler.

  34. #34 Jörg
    9. Januar 2010

    Ergo: Wissenschaft hat nicht immer recht und kann grob falsch sein. Und je jünger eine Disziplin ist, umso größer ist das Risiko derartiger Fehler.

    Das ist Gelaber, mehr nicht

  35. #35 Torsten Werner
    9. Januar 2010

    > Das ist Gelaber, mehr nicht

    Wenn man keine Argumente mehr, wechselt man zur Beleidigung. Prima.

  36. #36 Marcus Anhäuser
    9. Januar 2010

    @Torsten Werner
    was soll die “Physik der Babylonier” sein?

    “Und je jünger eine Disziplin ist, umso größer ist das Risiko derartiger Fehler.”
    Das ist jetzt schon alles sehr allgemein. Das wissen Sie woher? Gibts Beispiele?

  37. #37 Jörg
    9. Januar 2010

    Wenn man keine Argumente mehr, wechselt man zur Beleidigung. Prima.

    Wo genau war Ihr Argument? Ich empfinde das Gelaber auch als Beleidigung von Tausenden Wissenschaftlern.

  38. #38 rmw
    9. Januar 2010

    @Marcus Anhäuser
    Es ist natürlich schon richtig, die sind in ihrem Film auch alles andere als zurückhaltend.

    Was die Sache selbst betrifft, wenn man etwa den Artikel über Patzelt liest, so scheint mir die Sache so eindeutig auch wieder nicht zu sein.
    Sollte mich wunderen wenn nicht auch Meterologen unterschiedlicher Auffassung zu dem Thema sind.

    @Jörg Rings
    Viel dogmatischer als Sie es tun kann man die Dinge wohl kaum noch sehen.

  39. #39 Pink Panther
    9. Januar 2010

    @ Marcus Anhäuser: “Warum erweisen sich gerade Meteorologen als Skeptiker des Klimawandels?”

    Weil zahlreiche Meteorologen durch ihre tägliche Arbeit wissen, dass der Klimawandel ein Papiertiger mit Weltuntergangsromantik ist.

  40. #40 Marcus Anhäuser
    9. Januar 2010

    @rmw
    Sollte mich wunderen wenn nicht auch Meterologen unterschiedlicher Auffassung zu dem Thema sind.
    davon ist ja eh auszugehen, es sind ja nicht alle Meteorologen Klimawandelskeptiker.

    Leider gibts ja keine vergleichbare Untersuchung in Deutschland … oder kennt jemand eine? Aber wie auch immer: Problematisch wird es einfach durch die exponierte Position und das Vertrauen der Zuschauer. ich finde, da haben Meteorologen eine besondere Verantwortung. Und wenn sie die Wettervorhersage missbrauchen, um ihre persönlichen Meinung kund zu tun, dann habe ich dafür kein Verständnis.

  41. #41 Marcus Anhäuser
    9. Januar 2010

    @Pink Panther
    Weil zahlreiche Meteorologen durch ihre tägliche Arbeit wissen
    aber das ist doch genau der Fehler, den sie machen. Zitat aus Homans Artikel:

    Given this level of uncertainty in their own work, meteorologist looking at long-range climate questions are predisposed to see a system doomed to terminal unpredictability. But in fact, the basic question of whether rising greenhouse gas emissions will lead to climate change hinges on mostly simple, and predictable, matters of physics.

  42. #42 Pink Panther
    9. Januar 2010

    @ Marcus,

    wenn Meteorologen ihr Wissen und ihre Erfahrungswerte als Grundlage zur (kritischen) Bewertung des Klimawandels heranziehen, so kann ich darin keinen Fehler erkennen.

    Außerdem, warum sollte ausgerechnet Homans recht haben?

  43. #43 Marcus Anhäuser
    9. Januar 2010

    @Pink Panther

    es könnte ein Fehler sein, weil sie sich in unterschiedlichen Systemen bewegen. Das wäre vielleicht so wie wenn ein Zellbiologe sich zum Verhalten einer Gruppe von Lebewesen äußert.

    Aber da könnten jetzt die Klimaleute was zu sagen, oder eben die Meteorologen.

  44. #44 Sven Türpe
    10. Januar 2010

    Das wäre vielleicht so wie wenn ein Zellbiologe sich zum Verhalten einer Gruppe von Lebewesen äußert.

    Oder ein Zahnarzt über Medizin oder ein Journalist über Sprache oder ein Wissenschaftler über Philosophie oder ein Nerd über Sozialverhalten? Wäre das ein leeres Netz, wenn wir uns alle an solcherlei Redeverbote hielten! (Und das Fernsehen stellt IMHO auch keine höheren ethischen Anforderungen an die Schwatzenden als die Kommentarfunktion eines Blogs.)

  45. #45 Marcus Anhäuser
    10. Januar 2010

    @Sven Türpe
    hier im Kommentarbereich sind wir unter uns. Wenn ein MDR-Wettermann sich zu einem Thema außerhalb seines Fachbereichs in den MDR-Nachrichte äußert ist das schon eine andere Kategorie. So bedeutend sind Blogs und v.a. der Kommentarbereich dann nicht.

    Und zu wem rennst du, wenn du ein Stechen im Seitenbereich hast: Zum Zahnarzt?

  46. #46 Torsten Werner
    10. Januar 2010

    Und zu wem rennst du, wenn du ein Stechen im Seitenbereich hast: Zum Zahnarzt?

    Zu gar keinem Arzt, weil Seitenstechen völlig harmlos ist. Dafür brauche ich keinen Expertenrat. In jungen Jahren hat Mutti genügt, heute weiß ich das allein.

  47. #47 Marcus Anhäuser
    10. Januar 2010

    tja, und wenn es die Niere ist?

  48. #48 Ludmila
    10. Januar 2010

    Dasselbe Problem haben wir (Physiker) mit einigen wenigen aber dafür umso penetranteren Ingenieuren. Die Mehrheit der Ingenieure sind natürlich absolut in Ordnung und wissen was sie können und was nicht. Umgekehrt weiß ich auch, dass ich von Maschinen eher die Finger lassen sollte ;-P

    Aber es gibt eben so ein paar Ingenieure, die verwechseln Technik mit Naturgesetzen und meinen, nur weil sich vor 100 Jahren niemand einen Laptop vorstellen konnte, würden morgen überlichtschnelle Raumschiffe möglich sein, weil das mit Einstein ja nur ein Dogma wäre.

    Das Gefährliche daran ist, dass viele Laien keinen Unterschied zwischen Ingenieuren und Physikern sehen und meinen, dass beide Berufsgruppen Experten für so ziemlich dasselbe wären. Außerdem scheinen die Aussagen der abgedrehten Ingenieure so etwas wie wissenschaftlich zu sein. Sie verwenden Fachvokabular und Mathematik. Nur eben falsch. Was aber dann nur Leute mit einem gewissen Vorwissen durchschauen. Was auch die Auseinandersetzung mit denen besonders anstrengend macht. Der Anschein von Kompetenz lässt sich hier viel schwerer als bloßer Schein entlarven.

    Dazu kommt dann auch so ein bisschen David-gegen-Goliath-Romantik. Die hart arbeitenden, dem Volke näher stehenden Ingenieure/Meteorologen gegen diese elitären im Elfenbeinturm feststeckenden Physiker/Klimaforscher. Wir sind nun mal Wesen, die gerne eine Geschichte hören wollen. Und wir entscheiden nicht danach, wer die besseren Argumente hat (sich damit auseinander zusetzen, bedeutet Mühe und Zeit), sondern dem, der uns die bessere Geschichte erzählt.

    Sieht man hier auch in den Kommentaren. Anstatt irgendwas wie Sachargumente zu finden, werden Geschichten erzählt und an der Verpackung rumgemäkelt.
    “Das Feld ist gar nicht so alt, da müssen Fehler drin sein.” Ach ja? Dann zeig mal und gewinn den Nobelpreis”
    “Die sind total böse zu ihren Gegnern” Selbst wenn das wahr wäre.Was ändert das an den Daten und den physikalischen Gesetzen? Newton war ein Arsch und ging gegen unliebsame Kollegen alles andere als zimperlich um. Dennoch wird deswegen morgen kein Stein spontan gen Himmel entschweben.
    “Das hört sich nach Weltuntergang an und solchen Geschichten traue ich sowieso nicht” Ach ja? Und wenn die NASA morgen einen großen Asteroiden auf Kollisionskurs entdeckt, würde das den Asteroiden auch nur irgendwie kratzen?

  49. #49 rmw
    10. Januar 2010

    Also ich habe mir nun den oben verlinkten Film zu einen guten Teil angesehen.
    Zunächst habe ich eigentlich schon den Eindruck daß die die hier zu Wort kommen schon wissen wovon sie reden.
    Zur Sache selbt vermittelt mir der Film den Eindruck:
    In den 70er Jahren hatte man Hinweise daß der CO2 Ausstoß die treibende Kraft der Klimaänderung ist. Dementsprechend und zu Recht entstandt auch große Sorge bei vielen zu diesem Thema. Das ganze wird zu einem dominierenden Thema.
    Spätere Erkenntnisse weisen darauf hin daß die Klimaänderung größerenteils von der Sonnenaktivität beinflußt sind. Das wird aber wenig zur Kenntnis genommen.
    Das letzte Wort ist mit Sicherheit noch nicht gesprochen, aber möglicherweise wurde der Einfluß des CO2 ja tatsächlich weit überschätzt.
    Ich sehe keine Katastrophe darin wenn man früheren Wissensstand revidieren muß.
    Abgesehen davon werden ja auch alle möglichen anderen giftigen Abgase in die Luft geblasen und insofern sind möglichst strenge Auflagen schon von daher sinnvoll, auch wenn wahrscheinlich der Einfluß des CO2 deutlich überschätzt wurde.

  50. #50 Pink Panther
    10. Januar 2010

    Am Montag gibts den neuen Focus mit folgendem Titel:

    Forscherstreit: Fällt die Klima-Katastrophe aus?
    Fehlende Sonnenaktivität könnte eine neue Kalt-Zeit auslösen

    http://www.focus.de/magazin/

  51. #51 Eddy
    10. Januar 2010

    ****”Das hört sich nach Weltuntergang an und solchen Geschichten traue ich sowieso nicht” Ach ja? Und wenn die NASA morgen einen großen Asteroiden auf Kollisionskurs entdeckt, würde das den Asteroiden auch nur irgendwie kratzen?****

    Das sind genau die Kommentare, die auf die Komplexität des Klimas überhaupt nicht angewand werden können:

    Es wird angenommen, dass bei einer Erwärmung von 0,9° C bei Verdoppelung des Co2 die Globaltemperatur um 3° C zunimmt.

    Seit Jahren und Jahren stelle ich (mir und Klimatologen) die Frage:

    Wieso kann eine Rückkoppelung durch Wasserdampf 2x grösser sein als die ursprüngliche Erwärmung selbst? Als das Holozän vor 10000 Jahren begann, nahm die Globaltemperatur innerhalb weniger Jahrzenhnte um 5° C zu. Auch ganz ohne Co2Anstieg.

    Was war damals mit dem Zinseszins (durch Wsserdampf-rückkoppelung)? Welcher bekannte Klimamechanismus konnte die galoppierende Rückkoppelung damals stoppen? Wasserdampf ist nicht nur ein weit effektiveres Treibhausgas als Co2, er belegt auch dieselben Absorptionslinien.

    Rein logischweise müsste doch jede Erwärmung, egal welcher Herkunft, die Luftfeuchtigkeit erhöhen? Dass das wahrscheinlich damals der Fall war beweist die extreme Schnelligkeit mit der das Holozän (die aktuelle Warmzeit) begann. Denn das Co2 folgte der Erwärmung mit einer Verzögerung von mehreren Jahrhunderten. Es kann daran nicht beteiligt wesen sein!

    Die Frage an die, die das Klima anscheinend genau berechnen können :

    Was geschah damals als das Holozän begann und wieso hat die Rückkoppelung, die 2x grösser ist als die Erwärmung selbst, irgendwann aufgehört? Wieso wird angenommen, dass die Wasserdampftrückkoppelung HEUTE 2x grösser ist als die Erwärmung selbst. Und die Frage die mich am meisten beschäftigt, als Laie, ist die warum eine Erwärmung von 0,9° C durch Co2 bedrohlicher sein sollte, als irgend eine andere natürliche Art der Erwärmung, die zwar im Holozän immer wieder stattfand, aber von den Betreibern des Klimakartells unterdrückt, weggeredet und weggeschwindelt wird.

    http://www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&_udi=B6VBC-4VGMP9C-2&_user=10&_rdoc=1&_fmt=&_orig=search&_sort=d&_docanchor=&view=c&_searchStrId=1160400404&_rerunOrigin=google&_acct=C000050221&_version=1&_urlVersion=0&_userid=10&md5=b084a45c0f3bb531150d7a494c2aaa08

    Neben diesen Fragen, bleibt aber auch immer noch der bittere Nachgeschmack von S. Rahmstorf, Phil Jones, Gavin Schmit, G. Hoffmann und Kollegen belogen und betrogen worden zu sein. Die CRU-mails beweisen das doch. Ist das normale Wissenschaft?

    Oder ist es etwa normal, dass ich auf einfachste Fragen wie hier oben seit Jahren keine Antwort bekomme, sondern meist immer zuerst beschimpft und gedemütigt werde (nicht von S. Rahmstorf) aber unter anderem auch von G. Hoffmann. Normalerweise eher in anonymen Foren. Die scienceblogs sind da eine bemerkenswerte und bedenklich stimmende Ausnahme.

    Fragen zur Sonnenaktivität lösen sogar immer sogeich regelrechte Hasstiraden aus gefolgt von Ad Hominem Attacken, Beleidigungen, Diffamierungen usw….

    Was der Forscher aus der Schweiz namens Schlüchter zur Sonnenaktivität und den Gletscherständen der Alpen feststellte, wurde sogar von dem Solarforscher Leif Svalgaard dahingehend erklärt, dass diese Wissenschaftler wohl Forschungsgelder benötigten.

    Warum sollte ICH Laie einem solchen Forscher noch eine Frage zu den Sonnenminima und den globalen Gletscherständen stellen?

    Die Wissenschaftler der Scienceblogs selbst haben oft sehr wenig bis gar keine Ahnung von Klimatologie, reden aber munter mit und beleidigen die Laien, obschon sie sich dauernd irren, in Widersprüche verwickeln und oft schlicht und einfach Unsinn erzählen.

    Aber der interessierte und zweifelnde Laie darf gedemütigt werden?! Komische verdrehte Welt!

  52. #52 Eddy
    10. Januar 2010

    @Marcus Anhäuser:

    “””Leider gibts ja keine vergleichbare Untersuchung in Deutschland … oder kennt jemand eine?”””””

    Ich habe dies erlebt in der Klimalounge:

    http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/allgemein/2008-11-03/klimaforscher-befragungen/page/2#comments

    Eddy (ich) schreibt:

    *********Ein anderer Link .kepplinger.de/…gst_nicht_sicher_0.pdf soll aussagen, dass

    „Alternative Interpretation: 73% der Befragten halten den Menschen für einen wesentlichen Einflussfaktor. Klimamodelle spielen bei der Unterscheidung von Einflussfaktoren eine wichtige Rolle.“

    Im Klartext steht aber da:

    Frage: „Damit das Klima berechenbar ist, müssen eine Reihe Voraussetzungen erfüllt sein.
    Welche Voraussetzungen sind schon erfüllt, welche sind noch nicht erfüllt, aber in Zukunft erfüllbar, und welche sind prinzipiell nicht erfüllbar?“

    „Klima-Modelle müssen hinreichend präzise sein.“
    Erfüllt 14 Nicht erfüllt 65 Erfüllbar 14 Nicht erfüllbar 7

    „Klimatische Prozesse müssen hinreichend verstanden sein.“
    Erfüllt 10 Nicht erfüllt 84 Erfüllbar 2 Nicht erfüllbar 5

    „Empirische Daten müssen hinreichend verfügbar sein.
    Erfüllt 13 Nicht erfüllt 72 Erfüllbar 9 Nicht erfüllbar 6

    Mein persönliches Fazit: Wir haben nicht genug Daten, keine ausreichend präzisen Modelle und wir verstehen erst einen Bruchteil der Klimaprozesse.**********

    Selbstverständloich denken die meisten Klimatologen, dass der Mensch am Klimawandel schuld ist und dass dieser Klimawandel bedenkliche Folgen haben kann.

    Darf ich deshalb als Laie nicht mehr daran zweifeln? Ich betrachte das Wetter jeden Tag. Ich lese seit Jahrzehnten populärwissenschaftliche Bücher und Spektrum der Wissenschaft. Ich habe mich schon immer unter anderem für die kleine Eiszeit und ihre Ursachen interessiert .

    Ist es da verwunderlich, dass wenn einige Klimaforscher sich benehmen wie Greenpeaceaktivisten und sogar ihre Daten nicht an deutsche Klimaforscher weitergeben (Hockeystick, Ulrich Cubasch) dass einem da Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser Wissenschaftler kommen?

    Vor mehreren Jahren habe ich einmal in einem Forum erwähnt, dass die Ozeane viel mehr Hitze aufnehmen müssten als die Atmosphäre und dass das Beharren allein auf den Hitzeinhalt der Atmosphäre m.E. nicht die Realität wiederspiegeln könnte.

    Ich denke, dass heute niemand mehr das anzweifelt. Solche Diskussionen waren aber immer äusserst mühsam und immer wieder wurde ich persönlich beleidigt und mir wurde vorgeworfen dumm zu sein und keine Ahnung zu haben.

    Wenn das letzte Argument immer das ist, dass die Wissenschaftler es schon wissen muss ich Einspruch erheben, mit Verlaub.

    Ich hatte in der BSE-Krise einen intressanten E-mailaustausch mit einem BSE-spezialisten namens Heynckes, der mir sehr freundlich und ausführlich erklärte wieso meine Skepsis an der BSE-hysterie unberechtigt war.

    Das bedeutet selbstverständlich nicht dass meine Zweifel an einer Klimakatastrophe auch berechtigt sind. Es berechtigt mich aber m.E. grundsätzliche Zweifel an solchen Aussagen haben zu dürfen, als Laie.

    Wenn die Statisik damals unmissverständlich besagte, dass noch hundertausende Briten an BSE sterben werden würden. Wie weit ist es dann mit dem statistischen Verständnis der Wissenschaftler her?

    Man sagt doch dass die 10 wärmsten Jahre der letzten 500 Jahre beweisen, dass der Mensch am Klimawandel schuld ist. Korrelation, Signifikanz…. Das hatten wir auch beim BSE und der spongiformen Art der Creutzfeld Jacob Erkrankung.

    Ein wenig Demut? Ja! Das gilt aber nicht nur für mich imho!

    Ausserdem ist der Laie da draussen berechtigt zu denken was er will. Und er wird es auch tun. Viel hängt davon ab, wie man ihn behandelt.

    A propos Laien die sich äussern: http://globalklima.blogspot.com/

  53. #53 Sven Türpe
    10. Januar 2010

    Und wenn die NASA morgen einen großen Asteroiden auf Kollisionskurs entdeckt, …

    … halten die Physiker hoffentlich die Klappe und lassen die Ingenieure machen. Man muss ja aus den unterschiedlichen Perspektiven der Disziplinen keine Hierarchie konstruieren, die einem selbst erlaubt, auf andere herabzusehen.

  54. #54 Eddy
    10. Januar 2010

    Hier ist der Link zur Umfrage:

    http://www.kepplinger.de/files/Die_Klimaforscher_sind_sich_laengst_nicht_sicher_0.pdf

    Daten zur Durchführung
    Die Grundgesamtheit der online-Befragung bilden die Klimaforscher in Deutschland,
    die über drei Merkmale verfügen: Professoren, die mit naturwissenschaftlichen
    Methoden Aspekte des Klimas erforschen und damit von anderen Klimaforschern zur
    Kenntnis genommen werden. Hierbei handelt es sich um 239 Personen. Nicht zur
    Grundgesamtheit gehören folglich Assistenten, die ähnlich arbeiten oder
    Professoren, die die Auswirkungen des Klimawandels auf die Weltwirtschaft
    analysieren. Von den im Jahr 2006 kontaktierten Professoren haben 133 den
    Fragebogen ausgefüllt. Dies entspricht einer Ausschöpfung von 56 Prozent. Sie liegt
    damit erheblich höher als bei den meisten online-Befragungen. Von den
    Klimaforschern haben 38 % Geowissenschaften, 28 % Physik und 25 %
    Meteorologie studiert. 8 % haben Chemie, 7 % Mathematik, 6 %
    Biologie/Botanik/Ökologie und 5 % Meereskunde studiert. Die Summe der Prozente
    liegt höher als 100, weil mehrere Klimaforscher mehrere Fächer studiert haben.

  55. #55 Stefan
    10. Januar 2010

    Ich verlinke mal einen Artikel vom Spektrum der Wissenschaft, der glücklicherweise frei zugänglich ist:
    http://www.wissenschaft-online.de/artikel/905110 (Direktlink auf eine 1,5 MB-PDF)

    “Die Wissenschaft hinter dem Klimawandel
    Warum sind sich Klimatologen so sicher, dass die Erde sich
    durch menschliche Aktivitäten bedrohlich aufheizt? Hier fassen
    Autoren des jüngsten UN-Klimaberichts die Argumente
    zusammen und diskutieren verbleibende Unsicherheiten.”

    Hier sieht man sehr schön, dass die Klimatologen sehr wohl auch negative und positive Faktoren kennen. Von Wolkendecken, über Reflexionen bis natürlich zur Sonnenaktivität. Das alles sehr wohl und selbstverständlich berücksichtigt. Nur ist es offensichtlich so, dass sämtliche natürlichen Faktoren zusammengenommen nicht den Ausmaß des beobachteten Anstiegs erklären können.

  56. #56 Sven Türpe
    10. Januar 2010

    So bedeutend sind Blogs und v.a. der Kommentarbereich dann nicht.

    Die MDR-Nachrichten aber auch nicht.

    Spaß beiseite. Es gibt die Skepsis gegenüber dem vorausgesagten Weltuntergang, und dass sie sich in den Medien widerspiegelt, halte ich für einen normalen und begrüßenswerten Vorgang. Ich erwarte freilich von den Medien auch etwas anderes als dass die meine vermeintlich dumme Mitbevölkerung in meinem Sinne erziehen.

  57. #57 E.W.
    10. Januar 2010

    @rmw:
    Über den Einfluss des CO2 auf das Klima wird meines Wissens seit den fünfziger Jahren (zumindest in den USA) diskutiert, in einer Zeit als die globalen Temperaturen einen Abwärtstrend zeigten, und nicht erst ab den siebziger Jahren. Bereits damals gab es Warnungen vor einem globalen Anstieg. Dies ist gerade in den letzten Monaten in verschiedenen Blog an Hand von Quellen dokumentiert worden.

    Die Globalstrahlung der Sonne und ihre Aktivität korreliert aktuell nicht mit der Globaltemperatur. Sie hat natürlich einen Einfluss (siehe kleine Eizeit). Im letzten Jahrhundert und danach ist keine Korrelation erkennbar (auch wenn man von verzögerten Wirkungen ausgeht), weil eben anthropogene Einflüsse zunahmen und andere natürliche Faktoren (Vulkan-Aktivität, Meeresströmungen) hinzukommen. Trotz Zunahme der globalen Temperatur ist seit Jahrzehnten eine Abnahme der Sonnenaktivität zu beobachten.

  58. #58 Eddy
    10. Januar 2010

    Warum Meteorologen wohl deutschen Klimatologen misstrauen?

    Vielleicht deswegen:

    http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article6982299.ece

    “However, the studies, led by Stefan Rahmstorf, professor of ocean physics at Potsdam, have caused growing concern among other experts. They say his methods are flawed and that the real increase in sea levels by 2100 is likely to be far lower than he predicts.”

    “The mathematical approach used to calculate the rise is simplistic and unsatisfactory.”

    Das IPCC wurde überhaupt erst von dem Klimakartell kritisiert, als der letzte Bericht einen Meeresspiegelanstieg von MAXIMAL NUR 50 cm in 100 Jahren voraussagte. Da musste das “Team America” der Klimakatatrophenhüter sogleich ausschwärmen und das Skeptikerfeuer löschen, das nur deswegen entbrannt war, weil die direkte Beeinflussung des IPCC ihnen nicht vollständig gelang!

    “SIMPLISTIC AND UNSATISFACTORY” aber zu kompliziert für den Meteorologen? Da staunt der Meteorologe.

    Diese “Forschungsarbeiten” vom Herrn Rahmstorf wurden keineswegs kritisiert. Wieso haben G. Hoffmann, Jörg R. und Ludmila Carone ihren Frust an mir und Frank Abel ausgelassen und nicht an Stefan Rahmstorf?

    Wie ich oben schon schrieb hatte ich Recht! Und die Meteorologen sicher auch!

  59. #59 Swen Thümmler
    10. Januar 2010

    Vielleicht haben die Meteorologen ja folgenden Satz aus Kapitel 13 des
    Weltklimaberichtes gelesen: “Klimamodelle arbeiten mit gekoppelten
    nicht-linearen chaotischen Systemen. Dadurch ist eine langfritige
    Voraussage des Systems Klima nicht möglich.” (Zitiert nach Vince Ebert,
    ich konnte die Quelle leider nicht persönlich nachprüfen. Falls das
    Zitat falsch ist, bitte ich um Korrektur).

    Insofern finde ich, dass man sich gegenüber den gängigen
    Weltuntergangsszenarien durchaus eine gewisse Skepsis bewahren darf.
    Leider habe ich den Eindruck, dass es beim Thema Klimawandel mehr um
    Glauben denn um Wissen geht, und dass mit religiösem Eifer diskutiert
    wird. Vielleicht wird dieses Gefühl noch dadurch verstärkt, dass
    auch hier der Eindruck vermittelt wird, der Mensch sei grundsätzlich
    “sündig” (fast alles was wir tun, produziert CO2), und habe daher
    gefälligst ein schlechtes Gewissen zu haben. Um noch einmal Vince
    Ebert zu zitieren (der kann das besser formulieren):
    “Und genau deshalb gehen mir Leute wie Al Gore so auf die Nerven. Weil
    sie vor lauter Weltretterei die Menschen vergessen. Weil sie von einer
    Gesellschaftsordnung träumen, in der nicht der Mensch, sondern das
    Klima an erster Stelle steht. Und weil sie das Weltbild vertreten,
    das als grundsätzliche Ursache für die Probleme der Welt allein die
    Verbreitung des Homo sapiens sieht.”
    (aus ‘Denken Sie selbst, sonst tun es andere für Sie’, Kapitel ‘Alles
    heiße Luft’)

    Nur so ein Gedanke. Und ich finde, kritisches Denken sollte auch beim
    Thema Klimawandel nicht tabu sein.

  60. #60 rmw
    10. Januar 2010

    @E.W.
    Wenn es nach dem oben angeführten Film geht besteht ein recht ausgeprägter Zusammenhang zwischen Sonneaktivität bzw. Sonnenflecken und Erklima. Und ich hatte eigentlich den Eindruck dass es doch recht kompetente Persönlichkeiten waren die in dem Film zu Wort kamen. Hier ist der oben verlinkte Film:

    und hier der andere Artikel den ich auch recht interessant fand:
    http://www.welt.de/die-welt/debatte/article5608917/Spurenleser-im-Eis.html

  61. #61 Sven Türpe
    10. Januar 2010

    Vielleicht wird dieses Gefühl noch dadurch verstärkt, dass
    auch hier der Eindruck vermittelt wird, der Mensch sei grundsätzlich
    “sündig” …

    Er ist ja auch sündig: mit der rühmlichen Ausnahme Europas beobachten wir ein weltweites Bevölkerungswachstum, das gute Chancen hat, uns schneller als Katastrophe auf die Füße zu fallen als alles, was wir dem Klima durch CO_2-Ausstoß antun könnten.

  62. #62 Wolfgang Flamme
    10. Januar 2010

    1873 wurde die Internationale Meteorologische Organisation gegründet, der Vorgänger der heutigen World Meteorological Organization WMO. In der Gründungsschrift definiert Sie u.a. als Aufgabe

    “To promote standardization of meteorological observations and to ensure the uniform publication of observations and statistics”

    Nur wenige Jahre später verabschiedet sie die verbindliche statistische Berichtspflicht ihrer Mitglieder im 30-jährigen Rythmus, beginnend 1901, und sie hält diese Regelung seither konsequent durch.
    Und die Mitglieder und Mitgestalter dieser Organisation und ihrer Regelungen sehen sich jetzt dem Vorwurf eines Journalisten gegenüber, “Meteorologists live in the short term, the day-to-day forecast.”

    Meinen Kommentar dazu zensiere ich besser freiwillig.

  63. #63 Helmut
    11. Januar 2010

    Der Klimawandel ist eine Erfindung von Wissenschaftler die Geld dafür kriegen dass sie das Klima erforschen. Würden sie jetzt auf einmal sagen es gibt kein Klimawandel dann würden sie kein Geld mehr bekommen und mehr noch, die Regierungen würden es zurückverlangen und sagen wofür haben wir euch bezahlt.

  64. #64 Jörg
    11. Januar 2010

    Der Klimawandel ist eine Erfindung von Wissenschaftler die Geld dafür kriegen dass sie das Klima erforschen. Würden sie jetzt auf einmal sagen es gibt kein Klimawandel dann würden sie kein Geld mehr bekommen und mehr noch, die Regierungen würden es zurückverlangen und sagen wofür haben wir euch bezahlt.

    Gibt es auch Belege für diese kruden Behauptungen? Ich habe hier die DFG-Antragskriterien neben mir liegen und da steht nichts drin von Rückzahlen, wenn das Forschungsergebnis negativ ist.

  65. #65 Eddy
    11. Januar 2010

    Lieber Marcus Anhäuser,

    Sie haben gefragt ob es eine Umfrage in Deutschland gibt und ich habe ihnen eine geliefert. Ich habe in mehreren Beiträgen versucht zu erklären, wieso Laien und wahrscheinlich auch Meteorologen skeptisch gegenüber der Mainstreamklimatologie sein könnten. Ich meine damit vor allem die CRU-gruppe, Stefan Rahmstorf und auch leider den guten Freund und Blogger Georg Hoffmann.

    Ich habe mehrere Links geliefert, inklusive einer Umfrage die von mehr als der Hälfte der Klimatologen aus Deutschland, davon ein grosse Anzahl Meteorologen, beantwortet wurde. Diese trifft das Blog-Thema mitten ins Herz.

    Sie haben meinen Beitrag oben kritisiert, der zeigt, dass in der Klimatologie etwas nicht ganz koscher ist.

    Jetzt bin ich ein klein wenig überrascht, dass sie meine drei folgenden Beiträge die das von ihnen angeregte Thema direkt betreffen, nicht einmal kommentieren.

    MfG
    Eddy

  66. #66 Marcus Anhäuser
    11. Januar 2010

    Lieber Eddy,

    ich bin die Woche nicht da, weil ich zurzeit eine Hospitanz mache.
    Deswegen fallen die Kommentare und Beiträge diese Woche weitgehend weg.

    Danke für die Links, v.a. die Umfrage. Wenn’s die Zeit zulässt, komme ich drauf zurück.

  67. #67 Eddy
    12. Januar 2010

    Lieber Marcus,

    Vielend Dank dass Sie trotzdem geantwortet haben. Vile Spass bei der Hospitanz. Ich schaue dann nächste Woche noch einmal rein.

    Mit freundlichen Grüssen

    Eddy

  68. #68 Andrea N.D.
    12. Januar 2010

    Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber in Ergänzung zu Ludmila würde ich noch anmerken: Klimaforscher forschen. Sie sind am Puls des Wissens. Meteorlogen “arbeiten”, “sagen das Wetter vorher”, ihr Studium war vor 20 Jahren?

  69. #69 Kai Laborenz
    12. Januar 2010

    @Sven Tümmler
    Vielleicht haben die Meteorologen ja folgenden Satz aus Kapitel 13 des
    Weltklimaberichtes gelesen: “Klimamodelle arbeiten mit gekoppelten
    nicht-linearen chaotischen Systemen. Dadurch ist eine langfritige
    Voraussage des Systems Klima nicht möglich.” (Zitiert nach Vince Ebert,
    ich konnte die Quelle leider nicht persönlich nachprüfen. Falls das
    Zitat falsch ist, bitte ich um Korrektur).

    Wenn ja, dann haben sie sich jedenfalls eine Menge Mühe gegeben. Ich konnte die Originalquelle jedenfalls nicht finden. Welcher Bericht ist gemeint – der dritte oder der vierte (oder ein älterer)? Kann mir jemand hier einen Link zu der Originalquelle geben (ich meine damit nicht Vince Ebert)?

  70. #70 Swen Thümmler
    13. Januar 2010

    Welcher Bericht ist gemeint – der dritte oder der vierte (oder ein älterer)?

    Soweit ich weiss, der dritte.

  71. #71 Kai Laborenz
    13. Januar 2010

    Also, ich habe den dritten Bericht, Kapitel 13 mir jetzt mehrmals durchgelesen und auch nach Schlüsselwörten wie “differential” oder “prediction” gesucht. Und ich habe das angebliche Zitat nicht gefunden… Vielleicht bin ich ja blind aber ich würde es mir ja wirklich gern einmal im Kontext ansehen.

    Hier gibt es den Download auf Englisch (Deutsch habe ich nicht gefunden): http://www.grida.no/publications/other/ipcc_tar/?src=/climate/ipcc_tar/

    Wo steht das Zitat von Vince Ebert?

  72. #72 Torsten Werner
    13. Januar 2010

    Und ich habe das angebliche Zitat nicht gefunden…

    ‘Zitiert nach Vince Ebert’ ist wahrscheinlich keine wortgenaue, sondern eine sinngemäße Wiedergabe des Berichts und in dessen Abschnitt 1.3.2 steht u.a.:

    Since the pioneering work by Lorenz in the 1960s, it is well known that complex non-linear systems have limited predictability, even though the mathematical equations describing the time evolution of the system are perfectly deterministic.

    Because scenarios by their very nature should not be used and regarded as predictions, the term “climate projections” is used in this Report.

    Der Bericht räumt weit mehr Unsicherheit ein, als so mancher Kommentar auf dieser Seite.

  73. #73 Kai Laborenz
    13. Januar 2010

    @Torsten Werner
    Wenn das die Originalquelle dieses Zitats sein soll:
    “Klimamodelle arbeiten mit gekoppelten
    nicht-linearen chaotischen Systemen. Dadurch ist eine langfristige Voraussage des Systems Klima nicht möglich.”
    dann kann man ja nur von ziemlicher Verdrehung sprechen (freundlich formuliert).

    Bei Ebert ist auch von Kapitel 13 die Rede und dass es “ganz hinten” stehen würde. Das passt ja schon für Kapitel 13 nicht – immerhin im ersten von vier Teilen des Berichts.

    Sollte er 1.3.2 mit 13 verwechselt haben und hinten mit ganz vorne?

    Das ist so ein wenig das Problem bei der Diskussion mit vielen “Skeptikern” – sobald man eine Quelle näher untersucht, stellt man fest, dass es entweder ein potemkinsches Dorf ist, etwas ganz anderes dort zu finden ist oder ein Zitat wörtlich richtig aber völlig aus dem Zusammenhang gerissen wird. Da würde ich mir oft etwas mehr Skepsis beim Nach-Zitieren wünschen…

  74. #74 Geoman
    13. Januar 2010

    @ Marcus Anhäuser

    “Meteorologen wagen sich beim Thema Klimawandel auf ein Terrain, von dem sie glauben, etwas zu verstehen. Obwohl sie darin eigentlich eher selten geschult sind.”

    Leider trifft dies noch viel mehr auf die überwiegende Zahl der Wissenschaftsjournalisten zu, die in der Regel weder in der Beobachtung des Klimas noch des Wetters (wenn es da überhaupt einen gravierenden Unterschied gibt) geschult sind und die bekanntlich gezwungen sind, auch ihre Brötchen zu verdienen und deshalb dazu neigen, sich – so wie Du – auf die Seite des Mainstreams zu schlagen.

  75. #75 Eddy
    14. Januar 2010

    @Kai Laborenz

    Ich versuche IMMER meine Aussagen durch Links usw. zu belegen. Einmal ganz davon abgesehen, dass ich oft bloss Fragen stelle, die entweder mit persönlichen Beleidigungen beantwortet werden, oder off-topic beantwortet werden oder, was leider sehr oft passiert, einfach überhaupt nicht. Die Ankündigung irgendwann VIELLEICHT einmal zu antworten ist oft schon sehr aussagekräftig.

    Oben habe ich die deutschen Klimatologen selbst zitiert. Ob chaotische Prozesse dabei eine Rolle spielen weiss ich nicht. Die Hälfte der deutschen Klimaforscher (alle die geantwortet haben) sagt dies:

    „Klima-Modelle müssen hinreichend präzise sein.“
    Erfüllt 14 Nicht erfüllt 65 Erfüllbar 14 Nicht erfüllbar 7

    „Klimatische Prozesse müssen hinreichend verstanden sein.“
    Erfüllt 10 Nicht erfüllt 84 Erfüllbar 2 Nicht erfüllbar 5

    „Empirische Daten müssen hinreichend verfügbar sein.
    Erfüllt 13 Nicht erfüllt 72 Erfüllbar 9 Nicht erfüllbar 6

    Nach netten Beleidigungen ist die zweithäufigste Unart der “Klimakatastrophisten” nicht mehr weiter zu diskutieren, wenn die präsentierten Fakten einfach zu unangenehm sind, bzw. Futter für die “Skeptiker”.

    Als skeptischer Laie fragt man dann sich ob man in der Truman show gelandet ist.

    Es ist doch ein absolutes Unding jede skeptische Frage, jede Äusserung gegenüber den radikalen Aussagen von so manchen Klimawissenschaftlern sogleich mit Beleidigungen und Unterstellungen zu begegnen um dann, wenn sich diese “skeptischen” Aussagen später als Realität entpuppen, einfach nicht mehr darauf einzugehen.

    Sollte das heute wirklich DIE WISSENSCHAFT sein, dann RESPEKT!

  76. #76 Kai Laborenz
    14. Januar 2010

    @Eddy
    “Ich versuche IMMER meine Aussagen durch Links usw. zu belegen.”

    Eigentlich hatte ich mich auf das Ebert-Zitat bezogen (und warte noch auf einen diesbezüglichen Hinweis zur Quelle).

    Aber Ihre Umfrage ist eigentlich auch ganz gut, da sie meinen Kritikpunkt gut illustriert. Sie schreiben eben nicht, auf welche Umfrage Sie sich genau beziehen (es gibt ja mehrere von von Storch) und der Link zur Originalquelle fehlt auch.
    Vielleicht haben Sie keine Antwort bekommen, weil niemand Lust hatte, erst einmal Ihre Quelle nachzurecherchieren. Also, posten Sie die Quelle, dann reden wir gern weiter.

    Und wen bitte habe ich beleidigt?

  77. #77 Torsten Werner
    14. Januar 2010

    @Kai Laborenz

    Bitte die genaue Quelle zu Vince Ebert angeben, damit geprüft werden kann, ob er tatsächlich falsch zitiert.

  78. #78 Swen Thümmler
    14. Januar 2010

    @Kai Laborenz

    Wo steht das Zitat von Vince Ebert?

    Habs gefunden, ist Kapitel 14, Seite 774, letzter Absatz von 14.2.2.2:

    In climate research and modelling, we should recognise that we are dealing with a coupled non-linear chaotic system, and therefore that the long-term prediction of future climate states is not possible.

  79. #79 Eddy
    14. Januar 2010

    @Kai Laborenz

    Der Link steht ein paar Beiträge weiter oben. Das hab ich doch geschrieben!

    Ausserdem haben SIE jetzt nicht MICH beleidigt, sondern Klimakatastrophisten beleidigen gern Laien, die an irgend etwas zweifeln. Bei meinen Zweifeln haben sich leider sehr viele als berechtigt erwiesen. Weshalb die Beleidigungen eigentlich eine Entschuldigung erfordert hätten imho. Aber die Lämmer schweigen weiterhin.

    Auch SIE haben die Umfrage unter Klimaforschern nicht kommentiert, sondern bloss ihre eigene (zu mir) äusserst unpassende Theorie aufgefrischt.

    Aber weil ich es ja gewohnt bin, gern noch einmal für sie:

    http://www.kepplinger.de/files/Die_Klimaforscher_sind_sich_laengst_nicht_sicher_0.pdf

    Ich bin auch durchaus bereit die Friedenspfeife anzubieten. Da bin ich wie Winnetou und Jesus Christus. Und die andere Backe halte ich ja mittlerweile ein Jahr lang hin.

    So ein Prozent von Jesus Christus bei den Wissenschaftlern der scienceblogs würde genügen, und wir wären Freunde! Aber da war wohl Arafat ein grösserer Pazifist?! ;-)

  80. #80 Kai Laborenz
    14. Januar 2010

    @Sven Tümmler
    Vielen Dank. Das Kapitel war 14, nicht 13. Das Zitat ist also korrekt.

    Wenn man das ganze Kapitel liest, stellt man allerdings fest, dass es keinesfalls darum geht, dass Klimamodelle nutzlos sind (in diesem Sinne verwendet Ebert das Zitat), sondern auch der Lösungsansatz wird beschrieben, um das Problem anzugehen: multiple Durchläufe der Modelle mit unterschiedlichen Anfangsbedingungen und eine statistische Auswertung.

    In diesem Sinne finde ich das Zitat zumindest unredlich. Es wird ein einzelner Satz aus einem fast 1000 Seiten starken Papier genommen um ein Problem zu belegen, dass von den Autoren gar nicht bestritten wird. Nur, dass auch ein Lösungsansatz genannt wird, verschweigt Ebert.

  81. #81 Kai Laborenz
    14. Januar 2010

    @Torsten Werner
    Das Zitat wurde gefunden – im übrigen habe zumindest ich nicht behauptet, dass Ebert falsch (im wörtliche Sinne) zitiert – ist es nicht. Ich konnte das Zitat nur nicht an der angegeben Stelle finden. Tatsächlich ist es allerdings bewusst tendenziös und missweisend, siehe mein Posting vorher.

    @Eddy
    Naja, Sie schreiben “…jede skeptische Frage, jede Äusserung gegenüber den radikalen Aussagen von so manchen Klimawissenschaftlern [wird] sogleich mit Beleidigungen…begegnet” in einem Posting @Kai Laborenz. Da fühle ich mich schon angesprochen. Und ich würde es schon zu schätzen wissen, wenn Sie die Unvoreingenommenheit, die Sie für sich beanspruchen auch umgekeht an den Tag legen.

    Ich kommentiere gern die Umfrage nun da ich weiss, wovon die Rede ist.

    „Klima-Modelle müssen hinreichend präzise sein.“
    Erfüllt 14 Nicht erfüllt 65 Erfüllbar 14 Nicht erfüllbar 7

    Kann es sein, dass Sie sich verlesen haben? Oder ist beim Kopieren etwas schief gegangen? Zumindest sind in Ihrer Darstellung ein paar Zahlen vertauscht.

    In dem verlinkten PDF lese ich:
    Aussage: „Klima-Modelle müssen hinreichend präzise sein.“

    Heute schon erfüllt: 14 %
    Noch nicht erfüllt, aber in Zukunft erfüllbar: 65%
    Prinzipiell nicht erfüllbar: 14%
    k. Angabe: 7%

    Also, unbeachtet der Tatsache, dass “hinreichend präzise” recht subjektiv ist, lese ich daraus, dass die Befragten mit 79:14 (85%) der Meinung sind, dass Klimamodelle prinzipiell geeignet sind, das Klima zu berechnen. 14% sind der Meinung, dass die Modelle heute schon gut genug sind – was wenig erstaunlich ist, wenn man den IPCC-Bericht liest. Da steht ja ausführlich zu den Problemen der Modelle und was man dagegen tut. Was genau sich die jeweiligen Befragten unter “hinreichend präzise” vorstellen und ab wann sie eine Berechenbarkeit als gegeben sehen würden, bleibt unklar.

    Ich lese aus der Umfrage aber auch, dass die Befragten die Folgen des Klimawandels mit 57:13 eher für “sehr gefährlich” im Gegensatz zu “sehr ungefährlich” halten (81% unter Weglassen der mittleren Stufe und der kA).
    Ich lese, dass 46 die Klimaentwicklung der letzten 50 Jahre überwiegend und weitere 27 gleichberechtigt mit natürlichen Ursachen dem menschlichen Einfluss zuschreiben – also insgesamt 73:11 (87% unter Weglassen der Unentschlossenen).
    Mit 81:8 unterstützen die Befragten die Aussage: „Klimaforscher haben gegenüber der Öffentlichkeit eine Bringschuld: Sie sind verpflichtet, die Gesellschaft aktiv über Gefahren und Risiken aufzuklären.“
    Zum Thema “Anpassung oder Verhinderung” sprechen sich 91% für eine Begrenzung oder Anpassung und Begrenzung aus, 7% wollen sich vor allem vor den Folgen schützen.

    Wieviele der Befragten Zweifel an der grundsätzlich Realität des Klimawandels haben, wurde nicht gefragt. Mann könnte dies nur implizit aus der Frage nach den Folgen schließen: wer die Folgen zumindest nicht für sehr ungefährlich hält oder “kann man nicht sagen” meint, wird wohl überzeugt sein, dass real etwas passiert ( >87%).

    Oder wir sehen uns die Frage nach dem menschlichen Einfluss an. Hier ist leider auch vergessen worden, die Option “…ausschließlich von natürlichen Faktoren beeinflusst” anzubieten. Insofern kann man nur sagen, dass es mehr als 73% sein müssen, die einen signifikanten menschlichen Einfluss bejahen und damit zumindest vom Wirkunsgmechnismus überzeugt sein müssen.

    Alles in allem finde ich die Umfrage nicht sonderlich spektakulär, sie ist an einigen Stellen zumindest etwas ungeschickt konstruiert, stellt den antropogenen Klimawandel jedenfalls nicht in Frage und zeigt, dass es nach Meinung der Befragten noch Unsicherheiten und Forschungsbedarf in Sachen Modellierung gibt. Was ja auch niemand bestreitet.

    Die grundsätzliche Einschätzung zur Realität des menschlichen Einflusses und der potentiell betrohlichen Folgen wird durch die vermutete und vorhandene Unsicherheit der Modelle jedenfalls nicht beeinflusst. Maßnahmen zur Begrenzung der Klimaerwärmung werden von fast allen Befragten für sinnvoll gehalten.

    Für mich klingt das recht vernünftig:
    Wir wissen nicht alles, auf jeden Fall nicht genug, um zufrieden zu sein aber genug, um zu handeln.

  82. #82 Peter Schwarz
    30. Januar 2010

    Meteorologen machen Wettervorhersagen…oh mein Gott! Das ist kein Placebo, was hier geschrieben wird, sondern schlichtweg barer Unfug!!!! Da kennt sich aber einer richtig aus!! Ein verschwindend geringer Teil der Meteorologen beschäftigt sich mit der tagesaktuellen Wettervorhersage. Ein wichtiges Gebiet, wenn nicht das zentrale Fundament für diese Wissenschaft, ist die Physik der Athmosphäre. Der gut ausgebildete Meteorologe kennt also besser als jeder andere Wissenschaftler die Abläufe und Gesetze unserer Athmosphäre. Warum sollte er also die klimarelevanten Faktoren nicht kennen? Klimatologie ist letztendlich ein Teilgebiet der Meteorologie mit Verknüpfungspunkten zu anderen Wissenschaften (Geographie).

  83. #83 Erasmus
    1. Februar 2010

    Mir ist gerade fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen, als ich die unglaubliche Verdrehung von “how clearly they recognized the limits of their own training” in “Selbstüberschätzung” lesen mußte. Wenn überhaupt kann man diesen Vorwurf nur in die andere Richtung machen. Während gute Meteorologen sich über die Grenzen ihrer Wissenschaft sehr bewußt sind und keine utopischen Vorstellungen von der Genauigkeit ihrer Vorhersagen haben, maßen sich andere an, mit einem ähnlichen Instrumentarium Jahrzehnte in die Zukunft sehen zu wollen, selbst wenn ihre Modelle längst falsifiziert sind.
    http://www.rice.edu/nationalmedia/news2009-07-14-globalwarming.shtml

  84. #84 Elim Garak
    1. Februar 2010

    Ich bin zur Zeit Diplommeteorologe und demnächst hab ich auch meinen Doktor in der Meteorologie gemacht. Wie der Autor zur Ansicht kommt, eim Meteorologe macht Wettervorhersage und hat nichts mit dem Klima zu tun ist mir ein Rätsel. Mit der Wettervorhersage hatte ich noch nie etwas zu tun, mit dem Klima dafür um so mehr. Meine Antwort auf die Frage Wie wird das Wetter am Wochenende ist daher: Tut mir leid, ist nicht mein Gebiet. Schätzungsweise beschäftigen sich bei uns am Institut ca. 1% der Meteorologen mit Wettervorhersage, geschätzte 20% mit Klimavorhersage (wie man jetzt schön an der Lücke zu 100% sieht, gibt es noch jede Menge andere Betätigungen für einen Meteorologen).

    Im Kollegenkreis sind sich wohl annährend 100% sicher, dass der Klimawandel zum Teil menschgemacht ist. Das ist der aktuelle Stand der Forschung und es gibt zur Zeit keine bessere Erklärung. Das heisst natürlich nicht, dass der derzeit beste Stand die Wahrheit ist. Deshalb forschen auch noch viele Meteorologen auf dem Gebiet (gibt es vielleicht deshalb soviele Skeptiker um weitere Forschungsgelder heranzuschaffen?).

    Ein Fernsehwetteransager ist übrigens noch lange kein Meteorologe. Der berühmteste Nichtmeteorologe dürfte wohl Herr Kachelmann sein.

    Fürs nächste mal empfehle ich dem Autor mal ein wenig zu recherchieren bevor er seine Artikel auf die Welt los lässt. Ansonsten einfach mal an Dieter Nuhr halten.

  85. #85 Marcus Anhäuser
    1. Februar 2010

    ich habe die Kommentare von Schwarz und Garak mal zu einem Nachtrag verarbeitet. Danke.

  86. #86 Georg Hoffmann
    1. Februar 2010

    @Garak
    Hmm, gut gebruellt Loewe. Aber wie sieht es mit den Fernsehmeteorologen aus. Irgendeinen Grund, warum die jetzt besonders “klimaskeptisch” (will sagen: wissenschaftsignorant) sein sollten?
    Hier ein paar Beispiele:
    http://www.scienceblogs.de/weatherlog/
    http://www.scienceblogs.de/diaxs-rake/2009/12/das-casting-fur-den-klimaschmock-dezember-hat-begonnen.php

    Dann der Thiele und auch noch der Wuest. Ich weiss, das ist Extremwertstatistik, aber mein Eindruck ist schon auch, dass die “Wettervorhersagemeteorologen” stark befallen sind. Eine Erklaerung? Irgendjemand?

  87. #87 Marcus Anhäuser
    1. Februar 2010

    Hallo Georg,
    der Kommentar-Spamfilter spinnt hier rum. Er sagt, du hättest mehr als 3 Links gepostet, deswegen ist dein Kommentar nicht direkt durchgeflutscht. So doof.

  88. #88 rolak
    1. Februar 2010

    Manchmal zählt er die url unter dem nick mit, wie mir irgendwann mal auffiel.

  89. #89 rolak
    1. Februar 2010

    Was mir noch einfällt: Wenn der Nachtrag bewirkt, daß der Titel eigentlich heißen müßte “Warum erweisen sich gerade Wetterfösche als…”, halte ich die Antwort für trivial. Ein “mach ruhig weiter so wie bisher, bist eh nichts schuld” verkauft sich deutlich besser als ein “beweg Deinen Hintern von der Couch und ändere Dein Verhalten”.

  90. #90 Marcus Anhäuser
    1. Februar 2010

    Sind denn Thiele und Wüst auch TV-Wetteransager? Wenn ja, könnte ich die Überschrift ändern, aber wie gesagt. Puls und Baecker sind doch keine TV-Leute.

  91. #91 rolak
    1. Februar 2010

    Nun, nach den links oben =»Bäcker auf jeden Fall, und -mit Verlaub- als Pressesprecher bei EIKE ist =»Puls auch erst mal ein Frosch, ne Mensch der Medien.

    Den Kommentar Thiele/Wüst-Kommentar hatte ich noch gar nicht gelesen; das war auch kein Antrag zur Redigierung sondern eine konditional verpackte Teilmengenlösung. Oder schlecht formuliert ;-)

  92. #92 Georg Hoffmann
    2. Februar 2010

    @Markus
    Und ich pass immer so auf mit den Links.

    @rolak,Markus
    Wuest=Puls.
    Faengt so eigentlich Alzheimer an. Der Name ist irgendwie schwammig einsilbig mit nem “s” drin, das ist alles was bleibt.
    Anyhow, ich hab 3 1/2 Beispiele: Baecker, Puls, Thiele und unser Abel, den ich mal nur halb zaehle, da er eigentlich nie genau sagt, was er so meint. Es fuehlt sich halt immer so an. Baecker redet auch so aehnlich. “Schaun wer mal, das CO2 steigt, die Temperatur nicht, was machte eigentlich die Sonne, und jetzt das Wetter”.
    Eine Art “coming out interruptus”.
    Reicht das fuer eine solide Statistik auf der Basis von Fernsehwetteransagern?

  93. #93 Jörg
    3. Februar 2010

    Beim HR ist das seltene Exemplar eines Meteorologen/Wetterexperten aufgetaucht der noch weiß was Klima ist:
    http://www.tagesschau.de/inland/interview112.html

  94. #94 Andreas
    9. Februar 2010

    Hallo,

    ich bin Diplom-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) und arbeite hier im Bereich der Vorhersagezentrale und war über 10 Jahre Leiter des Medien Service Zentrums im DWD und habe daher auch viele Kontakte zu Medien.

    Mein Eindruck ist, dass unter den Kolleginnen und Kollegen im DWD ein großer Konsens herrscht, dass der Klimawandel im Gange ist, belegbar durch Messungen und dass der Mensch einen nicht bestreitbaren Einfluss darauf hat.

    Ich wurde in der letzten Woche als Studiogast in eine Diskussionssendung (“Das Stadtgespräch”) zu der Thematik eingeladen.

    Wer Zeit und Lust hat, kann sich die Sendung in der ARD-Mediathek anschauen:

    http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=3749618

    Als Klimaexperte war Prof. Schönwiese dabei, als Klimaskeptiker hat man in meinen Augen zwei etwas suspekte Journalisten eingeladen.

    Ich sollte dort eigentlich über eine Einschätzung und Fortsetzung des aktuellen Winterwetters Auskunft geben. Dieses Thema ging allerdings in dem Streitgespräch mit den beiden eingeladenen Klimaskeptikern unter.

  95. #95 Marcus Anhäuser
    11. Februar 2010

    Hallo Andreas,

    danke für die Einschätzung und den Link. Dazu fallen mir zwei Sachen ein. Interessant ist, dass in der Diskussion zwei Skeptiker und zwei Befürworter aufeinandertreffen. Klassischer Fall von zu viel Ausgewogenheit, obwohl die Verhältnisse ja anders aussehen.

    Und – in Anlegung an meine Artikelüberschrift – ausgerechnet Journalisten Klimaskeptiker sind, wäre auch mal eine soziologisch interessante Frage. Welche Journalisten sind das? Ist das eine Clique? Eine bestimmte Generation? Politische Ausrichtung usw. Aber da gibts wahrscheinlich auch keine Untersuchung zu.

  96. #96 Timm Heidenreich
    13. Februar 2010

    Hi,

    ich bin in und mit der Natur groß geworden, und engagiere mich deswegen sehr für naturverbundenere Lebensweisen. Und ich bin seit Jahren als Hobbymeteorologe tätig und auch fast fertiger Nebenfachstudent der Meteorologie – und mit diesen Grundlagen trete auch ich als Skeptiker der Klimawandel-Prognosen auf.

    Begründung:

    1) Am meisten stören mich Aussagen, die einen Klimawandel als grundsätzlich negatives Ereignis darstellen. Das Klima ist und war niemals ein stabiler Zustand, sondern unterliegt ständigen Wandlungen. Die Natur ist auf solche Wandlungen eingestellt, auch auf relativ extreme – so gibt es viele Hinweise darauf, daß Erwärmungen am Ende von Vereisungen sehr rasch verlaufen, bis zu 10 K in wenigen Jahrhunderten. Das ist seeehr viel. Ein jeder Wandel des Klimas, in welcher Richtung auch immer, führt zunächst einmal zu Verschiebungen. Mancherorts wird es trockener, andernorts feuchter. Mancherorts macht sich die Temperaturänderung stark, andernorts schwach bemerkbar. Teilweise wird das Klima kontinentaler, teilweise maritimer.
    Was genau passiert, hängt sehr vom betrachteten Ort und der zugrundegelegten Wandlungstendenz ab.
    Es ist sicher nicht so, daß es überall zu Problemen kommen wird. Ebenso werden auch Regionen der Erde profitieren.

    Mit meinem meteorologischen Hintergrund ist mir einfach klar, daß die Zusammenhänge nicht so direkt sind, wie sie der Öffentlichkeit verkauft werden.
    Bestes Beispiel: mehr Wärme – mehr Stürme. Das stimmt z.b. gerade für unsere Breiten nicht. Denn Stürme in den Mittelbreiten leben vom Temperaturkontrast zwischen den Polargebieten und den Tropen. Erwärmt sich die Erde, weichen Eis und Schnee in den polaren Regionen zurück. Schneebedeckte Gebiete aber reflektieren eine Menge Sonnenstrahlung, und kühlen damit das Klima ab. Weniger Schnee = mehr Wärmegewinn. D.h. die Erwärmung in den Polargebieten ist (deutlich) größer als am Äquator … in den Zeiten der Vereisung z.b. war es in den Polargebieten und Mittelbreiten ca. 10 K kälter, am Äquator vermutlich nur 1.5 K. Das heißt der Warm-Kalt-Kontrast wird geringer, die Energie für Stürme nimmt ab. Das deckt sich auch mit Beobachtungen aus der nicht so fernen Vergangenheit, wo es gerade in Kaltphasen z.t. schwere Sturmfluten gab.

    2) Es liegen zu wenig Erkenntnisse über die Ursachen bisheriger natürlicher Klimawandel vor. Bisher kann noch kein Wissenschaftler mit einigermaßen großer Sicherheit erklären, warum es zu welchen Zeiten auf der Erde wie warm war. Es gibt viele Vermutungen, einige davon auch recht schlüssig, aber zum berechnen der Vergangenheit reicht es noch nicht. Wie will man da die Zukunft berechnen.

    Das ändert natürlich garnichts daran, daß wir kaum daran vorbeikommen werden, mit Ressourcen sparsamer und bewußter umzugehen, daß wir uns die Ausbeutung unseres Heimatplaneten sicher nicht leisten können. Aber solche globalen Einheitsmeinungen, die keinen Widerspruch erlauben, sind immer gefährlich – sie fördern drastische Regelungen, die schnell ins Extreme gesteigert werden, und sie überdecken andere Themen, deren Konsequenzen vielleicht dramatischer sind.
    Z.b. der gegenwärtige Verlust von natürlicher, aber sogar ganz besonders kultureller Vielfalt. Im Moment wird in 10 Jahren soviel Kulturvielfalt vernichtet, wie in 1000 Jahren vernichtet werden könnte. Sollte unser gegenwärtiges Wirtschaftsystem irgendwann nicht mehr so funktionieren, wirds kein Entrinnen mehr geben. Dann erwischt der Crash alle zugleich.

    Timm

  97. #97 Ralf
    19. Februar 2010

    Ohne Worte – Eine, wie immer, bescheurte Diskussion! Nichts an diesen Wetter- und Klimathemen ist fundiert! Wenn ich die Fachidioten aus dem Wetterforum anschaue, sehe ich das man zwar viel weiss, aber trotzdem immer wieder in der Kristallkugel eine Interpretation der Wetterlage liest! Das Wetter UND das Klima ist so komplex, dass sogenannte Wissenschaftler es, zumindest in dieser Dekade, nicht verstehen werden. Meteorologen und deren Instrumente (GFS, ENS etc.) sind nicht einmal imstande auf 48 Stunden verlässliche angaben zu machen. Das gleiche gilt für Klimatologen und deren Temperaturprognose für das globale Klima. Weil sie nicht im Ansatz die Grundprinzipien der chaotischen Systeme verstehen und auch nicht alle relevanten Klimafaktoren kennen. Das Wetter wird so wie es wird, basta. Und das Klima und das gesamte Universum befinden sich ständig im wandel, auch basta. Diese Typen verdienen Geld mit der sprichwörtlichen Wahrsagerei und genau das ist es, was mich so anwiedert!

  98. #98 corny
    27. Februar 2010

    “Ein “mach ruhig weiter so wie bisher, bist eh nichts schuld” verkauft sich deutlich besser als ein “beweg Deinen Hintern von der Couch und ändere Dein Verhalten”.”

    Klar. Und da kommen dann so tolle Sachen wie der Pro7-Klimaday (oder wie das auch immer hieß) bei heraus, wo alle glauben, sie würden etwa Gutes für die Umwelt tun wenn sie 5 Minuten ne Lampe ausschalten. Und dann ruhigen Gewissens den Rest des Jahres jede noch so kleine Strecke mit dem Auto fahren. Oder Emissionshandel… (http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1434/karbonkapitalismus)

    Ich verstehe auch nicht, wieso die meisten Menschen erst irgendwelche Weltuntergangspropheten brauchen um etwas für sich und ihre Umwelt zu tun. Ich habe zwar seit Jahren einen Führerschein, nutze aber persönlich nur Fahrrad und ÖPNV zur Fortbewegung. Im Auto fahre ich höchstens mit. Vielleicht sollte man mal kritisieren, warum in den Medien das Bild verbreitet wird, dass jeder so eine luftverpestende Schwanzverlängerung braucht.

    Und genau darum geht des den Klimawandelkritikern (zumindest den Vernünftigen, Fanatiker und Lobbyisten gibt es überall). Anstatt kopflos auf irgendwelche PR-Kampagnen (die nichts weiter als die übliche Werbung neu verpackt sind) herein zu fallen, sollte man sich kritisch mit den Informationen auseinandersetzen.

    “Warum nicht mal einfach sagen: “Tut mir leid, ist nicht mein Fachgebiet.” Meteorologen machen Wettervorhersagen, keine Klimavorhersagen. Sie sind Wetterexperten, keine Klimaexperte”

    Da du also genau zu wissen scheinst, dass es den menschengemachten Klimawandel gibt, bist du also Klimaexperte? Wie wäre es sonst mal mit einem “Tut mir leid, ist nicht mein Fachgebiet”?

  99. #99 Franz Nörgel
    3. März 2010

    also, da ist ja schon im Ansatz etwas falsch gelaufen.

    So weit ich weiß gibt es kein Studium der Klimatologie.
    Klimaspezialisten kommen sehr häufig aus der Meteorologie, denn da ist Klimatologie ein Fachschwerpunkt. Sie kommen auch aus anderen Geowissenschaften, auch aus der Mathemetik, Physik usw.
    So wird heute wohl jemend als Klimaforscher bezeichnet, welcher zu diesem Thema publiziert.
    Ich denke, die meisten Meteorologen haben eine fundierte Klimaausbildung und man sollte nie vergessen, Klima ist nichts anderes als eine “Wettersumme”.
    Die Erklärnung über kurze Zeitansichten usw. halte ich für falsch, denn gerade Meteorologen wissen am besten, worin die Unterschiede bestehen.

  100. #100 H.M.Voynich
    16. September 2010

    @Marcus Anhäuser:
    “was soll die “Physik der Babylonier” sein?”

    Die Frage ist zwar ewig her, aber scheinbar unbeantwortet.
    So wie ich Feynman verstanden habe, meint er mit Babyloniern die Leute, die den “Satz des Pythagoras” kannten und anwendeten, aber ihn nicht “bewiesen”.
    Die Griechen erfanden den mathematischen Beweis, und adelten damit die Mathematik zur einzigen Disziplin mit wirklich endgültigen Aussagen. k²+k²=h² war plötzlich nicht mehr nur ein reiner Erfahrungswert.
    Den Babyloniern genügte es, daß die Seitenquadratgeschichte in der Praxis funktionierte, so wie das auch heute noch allen anderen Disziplinen – inklusive der Physik(!) – genügen muß. Eigentlich wären also alle Physiker “Babylonier” – dann macht aber “Physik der Babylonier” keinen Sinn.

    Meines Wissens konnte Feynman nicht beweisen, daß die Pfadintegralmethode sich stets zu 100% summiert – aber das störte ihn auch nicht so wirklich (oder zumindest ließ er es sich nicht anmerken; ich würde wetten, daß es ihn wurmte), denn es sah vernünftig aus und funktionierte. Da war er der typische Babylonier.
    Und da liegt auch so ziemlich das exakte Gegenteil zur Stringtheorie.

    Oder wie Einstein sagte:
    “Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit. ”
    Dabei kannte er die Stringtheorie noch gar nicht … ;)

  101. #101 H.M.Voynich
    16. September 2010

    ” … so ziemlich das exakte …”
    Auweia. Hier fehlt ein Rhetorik-Blog.
    “Superlative verwässern – Towards a Transformative Hermeneutics of Structure Formation”. Ich geh ins Bett …

  102. #102 Sabrina Schwanczar
    3. Januar 2011

    @ Christian W· 08.01.10 · 00:23 Uhr

    Natürlich wissen Hexendiagnostizierer viel mehr über Hexendiagnostik als jene, die das nicht machen.

    Das ist kein Wissenschaftsjournalismus, sondern reine unkritische Publizistik.

    Es ist eine sehr bequeme und feige Herangehensweise, die schon viel Schaden angerichtet hat, z.B.

    Leukotomie, Elektroschocks, Insulinschocks, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Teufelsaustreibung …