Das arznei-telegramm verschickt gerade folgende Pressemitteilung an Journalisten. Da mir zuletzt auch aufgefallen war, dass an einigen Apotheken Zettel hingen, wonach sie keine alten Arzneimittel mehr zurücknähmen, poste ich das hier mal. Eine richtige Lösung scheint es nicht zu geben. Wohin entsorgt ihr Eure Medikamente? Bei mir führt es derzeit dazu, dass sich mehr und mehr Mittel ansammeln, deren Ablaufdatum längst überschritten ist.

Arzneimittel richtig entsorgen

Behörden sind nicht auf einer Linie

Wer viel fragt, bekommt oft unterschiedliche Antworten. Dies gilt offensichtlich auch für Themen, für die klare Regelungen etabliert sein sollten -, beispielsweise für die Entsorgung von Arzneimitteln.

Die Produktinformationen der Hersteller, also die Beipackzettel oder die standardisierten Informationen für Fachkreise, geben oft unzureichende Handlungsanweisungen, beanstandet der unabhängige Informationsdienst arznei-telegramm®: So sollen Arzneimittel nach Firmenangaben “weggeworfen” oder “sicher” beziehungsweise “entsprechend den nationalen Anforderungen” und “für Kinder unzugänglich” entsorgt oder in die Apotheke zurückgebracht werden.

Das Entsorgungssystem der Apotheken, bei dem Medikamente als Sondermüll mit hohen Temperaturen verbrannt wurden, ist jedoch weitgehend zusammengebrochen – aus Kostengründen. Und Apotheken sind nicht verpflichtet, abgelaufene oder angebrochene Arzneimittel zurückzunehmen.

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA rät, Arzneimittel über die Toilette zu entsorgen. Dies ist hierzulande jedoch strengstens verboten: Wer gewässerschädigende Substanzen – also auch Arzneimittel – ins Klo wirft, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Das Berliner Umweltbundesamt hat Umweltschutz im Blick und empfiehlt, nicht mehr gebrauchte Arzneimittel bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Wer den Weg zur Sammelstelle überhaupt auf sich nimmt, ist dabei die Frage. Außerdem bedeutet der Ratschlag, dass alte Arzneimittel bis zum nächsten Gang zur Sammelstelle in der Wohnung zwischengelagert werden und dadurch die Zeit zunimmt, in der Kinder an die Medikamente herankommen können.

Das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt einen praxisnahen Rat: Alte Arzneimittel sollen unter den Hausmüll gemischt werden. Es empfiehlt sich hierbei, Tabletten aus den Blistern herauszudrücken und Flüssigkeiten in den Müll zu entleeren und dann im verknoteten Müllbeutel in die Mülltonne zu bringen. Allerdings wird nicht aller Hausmüll verbrannt. Etwa 20% des Restmülls werden mechanisch-biologisch entsorgt, wobei biologisch aktive Substanzen nicht mit der gleichen Zuverlässigkeit zerstört werden wie bei der Verbrennung.

Eine sinnvolle und korrekte Entsorgung von alten Medikamenten ist also eine echte Herausforderung. (…)

Kommentare (36)

  1. #1 Hanno
    22. Mai 2012

    Ich stand vor einiger Zeit auch mal vor der Frage. Die “offizielle” Antwort, die auf der Abfallwirtschafts-Webseite meines damaligen Wohnortes stand, war, dass bis auf wenige Ausnahmen wie Krebsmedikamente die alten Tabletten in den Hausmüll gehören.

    Ein bißchen unwohl war mir dabei, aber da ich keine Alternativmöglichkeit sah hab ich das eben so gemacht. Es steht dort immer noch so:
    http://www.awg-rems-murr.de/generator/medikamente.php

  2. #2 noch'n Flo
    22. Mai 2012

    Das Entsorgungssystem der Apotheken, bei dem Medikamente als Sondermüll mit hohen Temperaturen verbrannt wurden, ist jedoch weitgehend zusammengebrochen – aus Kostengründen.

    Wat denn?!? Verdienen die Apotheker neuerdings nicht mehr genug mit Glaubuli und Schüssler-Salzen, als dass sie Altmedikamente nicht doch fachgerecht entsorgen könnten?

  3. #3 Marcus Anhäuser
    22. Mai 2012

    Warum das mit den Apotheken nicht mehr klappt, hat süddeutsche.de schon 2009 beschrieben:
    http://www.sueddeutsche.de/leben/entsorgung-von-medikamenten-medizin-fuer-die-tonne-1.150729-2

    Bislang finanzierte die Pharmaindustrie das gängige System, nachdem die Altmedikamente und ihre Verpackungen in den Apotheken abgeholt und sicher entsorgt wurden. Drei Viertel aller Apotheken waren diesem Rücknahmesystem angeschlossen. Das funktioniert nun aber nicht mehr: Die Pharmaindustrie ist nämlich nur dazu verpflichtet, für die Rücknahme der Verpackungen aufzukommen, nicht aber für die Entsorgung der Altmedikamente. Und weil die Pharmaindustrie die Rücknahme der Verkaufsverpackungen nicht mehr selbst organisieren darf, sondern sich finanziell am Dualen System beteiligen muss, fehlt nun plötzlich Geld.

  4. #4 ZetaOri
    22. Mai 2012

    @noch’n Flo· 22.05.12 · 14:25 Uhr

    Wat denn?!? Verdienen die Apotheker neuerdings nicht mehr genug mit Glaubuli […]

    Na ja, genau die müssen ja nicht ‘entsorgt’ werden, damit süßt man seinen Kaffee oder streut sie über die Erdbeeren.
    Selig die Gläubigen, deren Arzneischrank voller Homöopathika steht, denn sie werden keine Probleme mit der Entsorgung haben.
    (Nein, NICHT aus der Bergpredigt!) ;o)

  5. #5 nihil jie
    22. Mai 2012

    ich habe zwar keine Medikamente zu Hause, außer eine Packung Anti-Kopfschmerz Tabs, aber hätte ich welche wüsste ich auch nicht wohin damit. die würden sich bestimmt auch in irgend einem Kasten stapeln. also sie auf den Müll zu schmeißen könnte ich nicht.

  6. #6 roel
    22. Mai 2012

    @Marcus Anhäuser Ich habe eben mal geschaut was die einzelnen Läünder empfehlen. Restmüll kommt häufig vor und Sondermüll. Aber was ich dann bei einem Abfallentsorger fand, lässt mich dann doch etwas nachdenklicher werden:

    “Problematische Inhaltsstoffe:

    Arzneimittel enthalten medizinisch wirksame Stoffe, die bei falscher Dosierung lebensgefährlich sein können, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Mittel und Zytostatika (Medikamente zur Krebsbehandlung). Problematisch sind auch Salben mit Quecksilberanteilen und FCKW-haltige Asthma-Sprays.

    Alle Stoffe müssen auf dem Beipackzettel deklariert werden. Auf Quecksilber deuten u.a. folgende Namen hin: Thiomersal, Natriumtrimerfonat, Hydragraphen, Merbromin, Otimerat Natrium, Merysalyl, sowie Verbindungen, die Quecksilber (Lateinisch: mercurium) im Namen führen. FCKW in älteren Asthma Sprays (FCKW-Verbot seit Jan. 2001).

    Derartige Medikamente dürfen niemals über die Restmülltonne entsorgt werden.”

    aus: http://www.awm-muenchen.de/index/abfalllexikon/liste/eintrag/Medikamente.html?no_cache=1&cHash=5dc86e7e2074feb4b52ae08f6e00272c

    Das heißt dann im Klartext, das Quecksilberkonservierungsmittel des Medikaments, darf nicht in den Restmüll gelangen, aber direkt in den Körper.

  7. #7 ZetaOri
    22. Mai 2012

    @roel· 22.05.12 · 15:39 Uhr

    […] Das heißt dann im Klartext, das Quecksilberkonservierungsmittel des Medikaments, darf nicht in den Restmüll gelangen, aber direkt in den Körper.

    Habe gerade mal in der Wiki unter Thiomersal nachgeschaut, damit ist wohl wirklich nicht zu spaßen:

    […] Ende der 1990er Jahre kamen Zweifel an der Unbedenklichkeit von Thiomersal auf: einerseits aufgrund zunehmender Meldungen von unerwünschten Wirkungen, insbesondere Überempfindlichkeitsreaktionen, […]

    Und diese ”Überempfindlichkeitsreaktionen scheinen es in sich zu haben. Bei manchen Leuten treten sie offensichtlich schon bei Verabreichung im homöopathischen Dosen, sprich ohne überhaupt physisch vorhanden zu sein auf. Schon das Wort (VORSICHT, es kommt) “THIOMERSAL” löst bei denen einen Anfall hypochondrischer Logorrhoe aus.
    Schlimm, schlimm.

  8. #8 Brucer
    22. Mai 2012

    @ roel
    Naja, die grosse Party fängt bei Quecksilber erst an, wenn es verdampft (e.g. mit dem Müll verbrennt) und sich so zu richtig giftigen Substanzen wandeln kann. Elementares Quecksilber ist relativ harmlos, und in den Medikamenten liegt Q. eh gebunden in einer harmlos(er)en Verbindung vor.

    Keine Panik!
    Gruss

  9. #9 Marcus Anhäuser
    22. Mai 2012

    Anlass für die PM ist übrigens ein Artikel in der neuen Ausgabe des arznei-telegramms, in dem es um versehentliche Vergiftungen von Kindern durch gebrauchte Opiod-Pflaster geht:

    Näheres finden Sie im beigefügten Artikel der Mai-Ausgabe des unabhängigen Informationsdienstes arznei-telegramm®: “Versehentliche Vergiftung durch Opioid-Pflaster verhindern”. Darin lesen Sie auch, dass gebrauchte Opiod-Pflaster, also Pflaster mit starken Schmerzmittelwirkstoffen wie Fentanyl oder Buprenorphin noch rund 50% der Ausgangsmenge des Wirkstoffs enthalten, wenn sie nach üblicherweise dreitägigem Gebrauch ausgewechselt werden. Auch die gebrauchten Pflaster bedeuten daher eine beträchtliche Gefahr für Kinder, wenn sich diese die Pflaster auf die Haut kleben oder darauf herumkauen: Die FDA hat innerhalb von 15 Jahren 26 versehentliche Vergiftungen bei Kindern durch Pflaster mit dem stark wirkenden Opioidschmerzmittel Fentanyl erfasst. Zehn verliefen tödlich.

  10. #10 Basilius
    22. Mai 2012

    @ZetaOri

    Selig die Gläubigen, deren Arzneischrank voller Homöopathika steht, denn sie werden keine Probleme mit der Entsorgung haben.

    Nein, dem möchte ich widersprechen. Selig sind die Gläubigen an der Stelle aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Die Anhängerschaft der Glaubulis wird die Entsorgung derselben nicht so pragmatisch auf die leichte Schulter nehmen können. Schließlich sind sie ja von der Potenz der Glaubuli überzeugt, also wird man eine “Wirkung” ja wohl auch im Müll postulieren müssen.
    Oder gibt es an dieser Hypothese irgendwelche Einwände?

    Das wirklich Beschämende ist, daß sich fast niemand darum Gedanken macht (schon gar nicht die Verursacher). Aber der eine oder andere Blogger scheint schon früher die Zeichen der Zeit erkannt zu haben :)
    Mehr neue Gefahren der Homöopathie
    Homöopathische Arzneimittel fachgerecht entsorgen.
    Allen voran wussten die gwupler schon im September 2011, die Probleme der Zeit zu benennen:
    Wohin mit homöopathischen Arzneimittelresten?
    ^_^

  11. #11 Kristin
    23. Mai 2012

    Ich habe vor mittlerweile 13 Jahren mein 9. Klasse- Schülerpraktikum in einer Apotheke gemacht (das übrigens dazu geführt hat, dass ich auf gar keinen Fall mehr Pharmazie studieren wollte). Dort wurden auch mal abgelaufene Arzneimittel abgegeben, und ich war als nichtsahnende Jugendliche auch ganz gespant, wie das wohl entsorgt wird, damit es nicht in die Umwelt gelangt, und… die Tabletten kamen in den Hausmüll, die Flüssigkeiten in den Ausguss (!)….

  12. #12 Alexander
    23. Mai 2012

    Da Klobulis sowieso fürn A… sind, entsorgt man die – wie der Name schon sagt – im Klo. Das war jetzt nicht schwer.

  13. #13 CP
    23. Mai 2012

    Ich habe vor nicht allzu langer Zeit mal meinen Medizinschrank ausgeräumt und die abgelaufenen Medikamente gesammelt. Als ich dann in die Apotheke ging und fragte, ob ich diese denn bei denen abgeben darf, wurden mir verwunderte Blicke zugeworfen und gesagt, ich solle sie einfach in den Müll schmeißen…

  14. #14 Rainer
    23. Mai 2012

    Vor kurzem wurde im Radio (WDR2) empfohlen Medikamente im Hausmüll zu entsorgen.
    Siehe hier: http://www.wdr2.de/service/quintessenz/ab_in_die_tonne100.html

    So habe ich das auch prompt gemacht.

  15. #15 S.S.T.
    23. Mai 2012

    Ein großer Teil der Arzneimittel gelangt eh in das (Ab-)Wasser, nämlich über den Urin.

    Tabletten und Kapseln, die in Blistern eingeschweißt sind, sind übrigens auch noch Jahre nach Ablauf regelmäßig einwandfrei. Wer seine Mittelchen für schlechte Zeiten aufbewahren möchte, sollte sie in der Tiefkühltruhe lagern; dort dürften diese nahezu unbegrenzt haltbar sein.

  16. #16 roel
    23. Mai 2012

    @S.S.T. “Ein großer Teil der Arzneimittel gelangt eh in das (Ab-)Wasser, nämlich über den Urin.” Und dann über die Trinkwassergewinnung oder Nahrungskette zurück zum Menschen. Siehe

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Antibabypille&action=edit&section=11 und
    http://bmjopen.bmj.com/content/1/2/e000311.full wo dann die Hormone, die Frauen über die Pille einnehmen, über den Urin ins Abwasser in die Nahrungskette oder ins Trinkwasser gelangen, von Männern zu sich genommen werden und Prostatakrebs auslösen können.

  17. #17 miesepeter3
    23. Mai 2012

    Per Post ohne Absenderangabe an das entsprechende Pharmaunternehmen senden. Dann hat das den Schwarzen Peter, bei Annahmeverweigerung eben die Post. Irgendwer wird sich dann kümmern müssen.

  18. #18 Mithrandir
    23. Mai 2012

    Naja, da machen wir uns Sorgen um Restarzneien…
    Der Großteil geht in den Körper und von dort ins Abwasser.
    Der Teil, der in der Kläranlage ausgesondert wird, wird verbrannt(?), der Rest gelangt in die Umwelt. Ob das jetzt bedenklich ist oder nicht, weiß ich nicht.
    Wenn wir das Zeug in den Restmüll geben wird es höchstwahrscheinlich verbrannt und landet entweder in der Luft, im Abluftfilter oder in der Schlacke.
    Mein Fazit: Es lohnt sich gar nicht sich darüber Gedanken zu machen was mit dem Zeug passiert.
    Wenn ich in meinen Schrank schaue, finde ich dort hauptsächlich “harmlose” Mittelchen (Paracetamol, Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac). Verbrennen die zu harmlosen Rückständen?
    Wenn dem so ist, mache ich mir noch weniger Sorgen, weil ich glaube, dass es in den meisten Medizinschränkchen genau so aussieht und die wirklich “schlimmen” Mittelchen menegenmäßig gar nicht ins Gewicht fallen.

  19. #19 ZetaOri
    23. Mai 2012

    @Basilius· 22.05.12 · 23:04 Uhr

    @ZetaOri
    […]
    Oder gibt es an dieser Hypothese irgendwelche Einwände?

    Nee, nicht wirklich. Ich habe da tatsächlich in meiner Einschätzung die geistige Befindlichkeit der Homöos nicht berücksichtigt. >;-(

    Das wirklich Beschämende ist, daß sich fast niemand darum Gedanken macht (schon gar nicht die Verursacher). Aber der eine oder andere Blogger scheint schon früher die Zeichen der Zeit erkannt zu haben :) […]

    Jo, das ist wirklich typisch, dass WIR uns wieder Gedanken über das Problem machen müssen, das die Verursacher einfach ignorieren. Andererseits wäre ein Verfahren zur sicheren Entsorgung von Homöopathika DIE Geschäftsidee, wobei die ziemlich verschwommenen Vorschläge in den verlinkten Beiträgen doch recht fraglich erscheinen.
    Da aber, wie ich in eigenen Untersuchungen schon vor über 1½ Jahren nachgewiesen habe, die Informationsspeicherung im Wasser über Wasserstoffbrücken stattfindet, böte sich die Wasserelektrolyse als Verfahren der Wahl an. Das dürfte auf die Information die gleiche Wirkung haben, als wenn Du Deine Festplatte zu Metallpulver verarbeitest.
    Mal schauen, vielleicht entwickle ich ein entsprechendes Gerät. ;D

  20. #20 roel
    23. Mai 2012

    @Mithrandir

    “Der Teil, der in der Kläranlage ausgesondert wird, wird verbrannt(?), der Rest gelangt in die Umwelt. Ob das jetzt bedenklich ist oder nicht, weiß ich nicht.” Klärschlamm wird u.a. auch auf Felder aufgetragen. Siehe z.B. http://www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16033/2_2_07.pdf

    Habe gerade gesehen, dass mein Wikipedia link nicht ganz richtig funktioniert. Hier der Klartext:

    “Auswirkungen auf das Ökosystem

    Das synthetische Östrogen Ethinylestradiol, welches in den meisten Antibabypillen verwendet wird, wird über den Urin wieder ausgeschieden. Heutige Kläranlagen können diese Chemikalien nicht entfernen, wodurch sie in den natürlichen Wasserkreislauf gelangen und letztlich u. U. wieder in das Trinkwasser. Diese Form der Umweltverschmutzung hat nachweislich Auswirkungen auf das Ökosystem. Nachgewiesen sind Effekte auf Wasserlebewesen, einschließlich Fische, Frösche und Zooplankton. Die Feminisierung von männlichen Fischen bis hin zum Produzieren von Eiern ist ein bekannter Effekt. Auch lassen sich Veränderungen bei weiblichen und männlichen Fischen an Niere und Leber feststellen sowie eine Verlangsamung des Fortpflanzungszyklus.”

    Und zusätzlich habe ich diesen Link gefunden: http://www.firstfish.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=65&idart=238

    Das erstmal alles nur durch nicht weggeworfene Medikamente (und Pflegeprodukte).

  21. #21 Martin Haug
    23. Mai 2012

    @miesepeter: Wenn die Post das zurückbekommt, gibt es aber ein Problem. Die dürfen den Brief nicht öffnen und können ihn deshalb auch nicht fachgerecht entsorgen. ;)

  22. #22 s.s.t.
    23. Mai 2012

    Was man nicht so alles im Flusswasser findet:

    Deutsche koksen ungeahnte Mengen

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,383687,00.html

    Die ausgeschiedenen Hormone dürften allerdings tatsächlich ein ökölogisches Problem sein.

  23. #23 Mithrandir
    23. Mai 2012

    @roel:
    Danke für die Info, dadurch fühle ich mich betätigt. Bevor wir uns um die paar Gramm überlagerter Medikamente sorgen, sollte man sich doch eher überlegen, wie man den Mist aus dem Abwasser bekommt.

  24. #24 Stefan W.
    24. Mai 2012

    Als so eine Art übrig gebliebenes Lebensmittel gehört es natürlich in die Biotonne. ;)

    Einfach keine Arzneimittel kaufen – dann muss man auch keine wegwerfen.

  25. #25 Mithrandir
    24. Mai 2012

    Noch was zu den Globulis und anderen homöopathischen Mitteln.
    Auf keinen Fall ins Klo. Das würde ja zu extremen Verdünnungen führen und die Potenz eröhen, so dass sich die Gefahr extrem erhöht. man stelle sich vor ein Mittelchen gegen Verstopfung gelangt über die Kläranlage in einen Fluss und dann ins Meer. eine Umweltkatastrophe unfassbaren Ausmaßes. Ein Großteil der Weltbevölkerung hätte mit extremer Diarrhoe zu kämpfen
    ;-)

  26. #26 Uli
    30. Mai 2012

    Waas bei Batterien also seit Jahren geht, funktioniert bei teuren Medikamenten plötzlich nicht (mehr)?

    Zur Erinnerung: Wer Batterien verkauft, MUSS auch Altbatterien zurücknehmen. Ist übrigens auch bei Motoröl so.

    Was also hindert den Gesetzgeber daran, eine ähnliche Regelung für Medikamente zu erlassen?

    Ahh, der Einfluß der Pharmalobby…

  27. #27 bn
    3. Juni 2012

    “Das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt einen praxisnahen Rat: Alte Arzneimittel sollen unter den Hausmüll gemischt werden. Es empfiehlt sich hierbei, Tabletten aus den Blistern herauszudrücken und Flüssigkeiten in den Müll zu entleeren und dann im verknoteten Müllbeutel in die Mülltonne zu bringen.”

    interessant.
    denn so ungefähr wurde es mir kürzlich/auch auf meine frage dazu bei einer lokalen apotheke gesagt. zum glück habe ich sowas sehr selten (und kannte deshalb bislang nur “das alte entsorgungssystem”, das wohl bis vor ca. +/- 15 jahren ?! in dld. i.d. apotheke üblich war.)

    ot : ach, wenn doch die restmüllbeutel mit benutzten kinderwindeln auch “verknotet” entsorgt würden.

  28. #28 David
    6. Juni 2012

    @roel:
    Na die Studie is ja wohl eher mehr als zweifelhaft, methodisch (mindestens) schlecht und obendrein falsche Zahlen genutzt (woher auch immer die kamen…)!
    http://bmjopen.bmj.com/content/1/2/e000311.short/reply
    ganz unten die ersten beiden Kommentare …aber auch die darauf folgende Diskussion ist interessant.
    Mir kommt vor es gibt viel zu viele Leute die erstmal Daten sammeln dann solange irgendwelche statistische Tests drüber laufen lassen bis irgendwas, irgendwie Signifikanz erreicht und das wird dann hinterher “Hypothese” genannt.

  29. #29 roel
    8. Juni 2012

    @David Danke für den Hinweis.

  30. #30 roel
    8. Juni 2012

    @David Es gibt eine neue Studie, die Autismus mit Medikamentenrückständen im Trinkwasser in Verbindung bringt: http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0032917

    “The use of antidepressants by pregnant women has been associated with autism. These and other unmetabolized psychoactive pharmaceuticals (UPPs) have also been found in drinking water from surface sources, providing another possible exposure route and raising questions about human health consequences.”

  31. #31 Dagda
    9. Juni 2012

    @ roel
    Naja;
    Es ist fraglich ob SSRIs wenn sie während der Schwangerschaft in therapeutischen Konzentrationen eingenommen werden, die ASD Rate erhöhen (selbst wenn das so sein sollte wären die Effekte moderat), aber die verlinkte Studie testet relativ hohe Konzentrationen (im Vergleich mit Trinkwasser) in Fischen unduntersucht dann Gen-Sets die möglicherweise mit ASD assoziiert sind.
    Das ist etwas anderes als Definitiv und selbst in Verbindung bringen erscheint mir zu hoch gegriffen.

  32. #32 roel
    11. Juni 2012

    @Dagda Ich verstehe “Our findings suggest a new potential trigger for idiopathic autism in genetically susceptible individuals involving an overlooked source of environmental contamination” als in Verbindung bringen.

  33. #33 Dagda
    11. Juni 2012

    @ Roel
    Ja das kann man so verstehen. Muss man aber nicht.
    Doie Studie ist Mist. Das Ergbniss ist nicht eindeutig. (es werden alle möglichen Gensets hochreguliert, manche werden statistisch signifikant andere nicht. Was dass bedeuten soll: Who knows. Die Studienautoren sicher nicht. Dann betrug die wahre Fallzahl der Studie, ich glaube 6 Fischtanks. Das ist quasi nicht. Und die Dosis an SSRIs war, wenn man den Zahlen für Umweltbelastung durch SSRIs in der Studie glauben mag 600-700 mal zu hoch)
    Dann kommt noch hinzu: SSRIs die in der Schwangerschaft in therapeutischer Dosis (viel SSRI!) eingenommen werden erhöhen das ASD- Risiko minimal. Wie dann Spuren von SSRIs zu einer irgendwie bedeutsamen Risikoerhöhung führen sollen ist völlig unklar. Homöopathie?
    Fazit: Schlechte Studie

  34. #34 roel
    12. Juni 2012

    @Dagda Danke!

  35. #35 Marcus Anhäuser
    14. Juni 2012

    Aktuell zum Thema findet sich hier ein Artikel:
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/wasserverschmutzung-antibabypille-im-fluss-1.1381340

    “Umweltverbände drängen darauf, noch mehr Arzneistoffe zu regulieren. Auch nach Auffassung des Umweltbundesamtes gehört mindestens ein halbes Dutzend weiterer Medikamente auf die Schadstoffliste, darunter das Schmerzmittel Ibuprofen, das Diabetes-Medikament Metformin sowie das Antibiotikum Clindamycin.

    “Aus fachlicher Sicht ist es nötig, bei weiteren Arzneistoffen kritisch zu prüfen, ob sie in diese Liste aufgenommen werden müssen”, sagt UBA-Mitarbeiterin Christiane Heiß. Anfang 2013 beginnt die nächste Runde zur Aktualisierung der prioritären Stoffe in der Wasserrahmenrichtlinie. Dann wird das UBA der EU-Kommission voraussichtlich weitere Wirkstoffe vorschlagen.

    “Am dringlichsten erscheint uns eine Regulierung von Arzneimittelwirkstoffen, die in großen oder steigenden Mengen verwendet werden oder von denen man weiß, dass sie, wie die hormonähnlichen Stoffe, schon in kleinsten Mengen wirksam sind”, sagt Claudia Thierbach, die im UBA das für Arzneimittel zuständige Fachgebiet leitet. Besondere Beachtung sollte auch den langlebigen Wirkstoffen gewidmet werden.

    Unter anderem geht es aber auch um die Regulierung dessen, was Pharmafirmen ins Abwasser entlassen.

  36. #36 Wolfgang Döhler
    Idar-Oberstein
    19. Januar 2015

    Hallo, hoffentlich wird auf diese Seite noch zugegriffen.
    Denn hierher bin ich gekommen weil ich eigentlich eine Stelle suche bei der Medikamente gesammelt werden die im Prinzip noch verwendbar wären.
    Sicherlich gibt es in Drittländern (bei uns wäre das ja leider undenkbar – siehe abgelaufene Haltbarkeit bei Lebensmitteln) Bedarf und Möglichkeit des Einsatzes dieser.
    Was die Restentsorgung betrifft gibt es doch eine einfache These; die des Verursacherprinzips. Das würde wahrscheinlich auch zu anderen Produkten führen. Aber wir wissen ja – die Lobisten.
    Zu den Umweltbelasungen ist zu sagen ohne dogmatisch zu sein: währet den Anfängen! Die möglichen Restbelastungen in Klärschlammausbringungen auf Feldern sollten eigentlich bald ein Ende haben weil diese demnächst nicht mehr zulässig sind. Auch dies ist ein weites Feld. Aus dem Klärschlamm läßt sich eine hochwertige BIO-Kohle gewinnen, dabei ein Biogas, außerdem kann die Biokohle vielseitig eingesetzt werden. Belastende Rückstände z.B. aus Medikamenten werden eliminiert.
    Abgesehen davon sollten wir uns von der Hörigkeit gegenüber der Pharmaindustrie befreien und weitgehend auf deren “Wundermittel” verzichten.