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Grafik 3: Zehnjahrestrends von HADCRU Temperaturen und MPI AOGCM 20th Century Simulationen

Solche praktisch Null-Erwärmungsdekaden liegen also völlig im Spektrum der simulierten Variabilität. Wird das gemäss den Modellen aber auch in Zukunft so ein? Die Antwort ist ganz klar: JA. Grafik 4 zeigt die Ergebnisse für das Ökoscenario B1 und Grafik 5 das GWBush Scenario A2. Obwohl beide ja bekanntermassen noch zu mehreren Grad Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts führen, gibt es in beiden Dekaden ohne Erwärmung und sogar mit Abkühlung. Und diese Schlussfolgerung ist solide selbst ohne jeden grösseren Einfluss von Vulanausbrüchen oder verminderter Sonnenaktivität, die wir beide nicht vorhersagen können. Selbst im Scenario A2 (Grafik5) kam es z.B. einzig auf Grund natürlicher Schwankungen des ENSO Systems in den Jahren 2030-50 zu abkühlenden Dekaden.

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Grafik4: Zehnjahrestrends von HADCRU Temperaturen und MPI AOGCM IPCC B1 Scenario Simulationen

Ich habe hier keine wirkliche statistische Analyse gemacht, wie wahrscheinlich ein Jahrzehnt wie das letzte in der Modellwelt eigentlich ist. Auch ist die Berechnung der Trends und insbesondere der Konfidenzintervalle, wie ich ja schon öfter gesagt habe, statistisch nicht korrekt, da die hohe Auto-korrelation der Zeitserien berücksichtigt werden müsste. Eine echte Analyse müsste auch das Ensemble aller Simulationen aller Modelle betrachten, um so eine Wahrscheinlichkeit für ein “Null-Erwärmungsdekade” wirklich abschätzen zu können, aber darum soll es hier gar nicht gehen. Der visuelle Eindruck reicht fürs Erste und scheint mir überzeugend genug.

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Grafik5: Zehnjahrestrends von HADCRU Temperaturen und MPI AOGCM IPCC A2 Scenario Simulationen

Das Thema dekadischer Vorhersagen hat gerade erst richtig angefangen und es sicher nicht überraschend, dass die Skeptiker es mal wieder von vornherein völlig verfehlen. Im nächsten Beitrag wird dann in gleicher Weise mit einem Skeptiker Mythos aufgeräumt, demzufolge der Temperaturverlauf der Südhemisphäre mit ihrer zögerlichen Langzeiterwärmung und einer aktuellen dekadischen Abkühlung sei ein Mysterium, was niemals nicht ein Klimamodell erklären könnte etc etc. Doch auch hier gilt: Warum nicht einfach mal nachschauen, was die Modelle wirklich sagen?

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Kommentare (6)

  1. #1 adenosine
    Juli 13, 2008

    Interessanter Aspekt, diese natürliche Variabilität. Wieso ist die eigentlich so klein? 0,2Grad sind doch weniger als 0,1% der Temperatur. Was begrenzt sie? Kann man denn zweifelsfrei ausschließen, dass auf längeren Zeitskalen die natürliche Variabilität mit allen feedbacks nicht deutlich größer ist (2Grad)? Könnte nicht ein großer Teil der Temperaturschwankungen der Vergangenheit auf die natürliche Variabilität zurückzuführen sein, zumal die Schwankungen der Sonnenintensität auch nur minimal sind?

  2. #2 Georg Hoffmann
    Juli 15, 2008

    @Adenosine
    Ich glaube da in Prozenten zu rechnen (0.2 Grad von 280 Grad) ist nicht besonders physikalisch. Sonne und Treibhausgase legen eine Mitteltemperatur der Oberflaeche und des oberen Ozeans fest. Die Atmosphaere alleine kann ueberhaupt keine dekadische Variabilitaet global erzeugen. Bleiben also nur relativ “winzige” Variationen im Vertikalgradienten der Ozeane. Ein starker Austausch mit tieferen Ozeanschichten kuehlt ab, ein schwaecherer erwaermt. Die direkt beobachtete dekadische Variation ist von der Groessenordnung oben (~±0.2°) und Paleoproxies geben keine wesentlich andere Antwort. .
    Grunssaetzlich richtig aber ist, dass das Klimasystem einem sog. roten Rauschen folgt, dh ja laenger Zeitskalen ich betrachte (jaehrlich, dekadisch, centennial etc)) umso groessere Variationen findet man. ± 2°C allerdings liegen bereits nahe einer Groessenordnung von glazial/inter-glazialen Zyklen (100.000 Jahre) und ist ausserhalb der hier betrachteten Zeitskala.
    Es spricht einiges dafuer, dass zumindest am Maunder Minimum 1650-1700 auch die Sonne beteiligt war und nicht nur natuerliche Klimavariabilitaet. Schon beim Dalton Minimum ist das nicht mehr so klar. Ein/Zwei Vulkane reiche da auch schon mal.
    Betrachtet man die letzten 1000 Jahre ist meine sehr grobe Abschaetzung, dass ±0.3-0.4°C natuerliche Variation sich zu vielleicht ±0.3-0.4°C geforcte Variabilitaet (Sonne + Vulkane) addieren oder subtrahieren koennen. Das sollen nur Groessenordnungen sein.
    Georg

  3. #3 Schweickhardt
    Juli 10, 2009

    Die Sache ist mir schon lange klar, Parameter zur Entlastung des Menschen werden weggelassen,
    die Modelle sind spekulativ und motivgesteuert. Es ist die Sonne und nicht der Mensch. Aber mit Angst und mit “schuldigen” Menschen kann man Geld und Macht anziehen und nur alleine darum gehts. Gibt es Aktionen gegen Klimawahn, wenn ja bin da voll dabei.

  4. #4 Georg Hoffmann
    Juli 10, 2009

    @Schweickhardt
    Nein “Parameter zur Entlastung” gibts in Klimamodellen nicht. Hier kann man lesen wie die Modelle im Groben so funktionieren.
    http://www.realclimate.org/index.php/archives/2008/11/faq-on-climate-models/

  5. #5 Krishna Gans
    Juli 10, 2009

    @GHoffmann

    Es spricht einiges dafuer, dass zumindest am Maunder Minimum 1650-1700 auch die Sonne beteiligt war und nicht nur natuerliche Klimavariabilitaet.

    Da frage ich mich dann allerdings, wie natürliche Klimavariabilität “ohne Beteiligung der Sonne” funktionieren soll…..

  6. #6 Georg Hoffmann
    Juli 10, 2009

    @Gans
    Dunkel deiner Rede Sinn. Jedes Modell hat in vielerlei Hinsicht, die Sonne mit drin. Als Solarkonstante, im kurzwelligen Strahlungstransport, und einige sogar die UV Wechselwirkung mit dem stratosphaerischen Ozon. Keine Ahnung also was du meinst. Als ein Beispiel von vielen:
    http://pubs.giss.nasa.gov/docs/2001/2001_Shindell_etal_1.pdf
    Ich selbst mache gerade auch solch eine Simulation. Spater vielleicht mehr zu den Ergebnissen.