Direkt von seinem Direktions-Schreibtisch am NASA/GISS Institut in New York eilte Klimaforscher James Hansen zu einer Sitzblockade nach West Virginia. Ziel war es wohl den dortigen Mountain-Top Bergbau zeitweise zu stoppen und auf die Forderung nach der Entwicklung anderer Energiequellen aufmerksam zu machen. Ob das produktiv im Sinne der Ziele Hansens ist, fällt mir schwer zu beurteilen. Meine Vermutung ist aber, dass er es noch schwerer haben wird bei Senatsanhörungen als unabhängige Quelle gehört zu werden, wenn er sich so sehr für die “Umweltbewegung” (im weitesten Sinne) engagiert. Das gilt selbst dann, wenn seine wissenschaftlichen Argumente auch aus Beton sein mögen. Aber Gott, was weiss ich schon. Es ist offensichtlich, dass er als Bûrger im Wesentlichen seine demokratischen Rechte wahrnimmt.

In jedem Fall war er noch geistesgegenwärtig genug, sich zusammen mit Darryl Hannah einbuchten zu lassen. Keine Ahnung, ob er seine Kaution schon bezahlt hat.

Hier noch ein paar Photos und Links, damit ihr nicht selber googlen müsst.

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Bild 1: “See you later, Jim”. Darryl Hannah bei der Festnahme anlässlich der Sitzblockade gegen ein neues Minenprojekt in West-Virginia

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Bild 2: James Hansen kurz vorm Einbuchten. In der Tasche noch den Laptop um einen Peer Review, zwei revised Paper und einen Funding Antrag über 2.5 Millionen Dollar fertigzustellen.

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Bild 3: Darryl Hannah bei der Freilassung. James hat ihr sämtliche AGU Meeting Powerpoint Vorträge in 24 Stunden non-stop heruntergebetet. Sie denkt nun ernsthaft an eine Doktorarbeit zum Thema “Gravitationswellen in quasi-geostrophischen Modellen” nach.

Nature Blogs.

Examiner

EcoRazzi

Democracy Now mit Interview

Rainforest Action Network

Kommentare (20)

  1. #1 Martin Rundkvist
    Juni 25, 2009

    Swedish curtains?! We should never have messed with you guys back in the 17th century! (-;

  2. #2 Georg Hoffmann
    Juni 25, 2009

    @Martin
    True, all-too-true. Do you know as well what a Schweden-Trunk is? http://en.wikipedia.org/wiki/Schwedentrunk
    If there were no IKEA I guess the german-swedish relationships still would be a a desaster.

  3. #3 Martin R
    Juni 25, 2009

    Ouch. Nasty stuff. Good thing you Germans never did anything as nasty as that in wars of the past. d-;

  4. #4 Georg Hoffmann
    Juni 25, 2009

    I tell you Martin. That is one of our strength, never do nasty stuff in past wars. The other is amnesia.

  5. #5 Wolfgang Flamme
    Juni 26, 2009

    “Direkt von seinem Direktions-Schreibtisch am NASA/GISS Institut in New York eilte Klimaforscher James Hansen zu einer Sitzblockade nach West Virginia.”

    Wenn wir alle Hansens CO2-Footprint hätten, dann hätten wir die +6°C-Marke schon lange gerissen.

  6. #6 Eddy
    Juni 26, 2009

    @Wolfgang Flamme

    Der Co2-Footprint von Georg wird den von Hansen wohl noch um einiges überbieten?!

    Schade um Darryl Hannah 😉

    Eigentlich gibt es nichts blöderes als dummen unreflektierten Oekoaktivismus. Die Aktivisten selbst halten sich aber anscheinend für Genies?!

  7. #7 Georg Hoffmann
    Juni 26, 2009

    @Eddy
    Soso, Demonstrationen sind also “unrefletionierter Aktivismus”. Ist ja jetzt nicht so als haetten die da Autos abgefackelt und Polizisten vergewaltiigt. EIn paar Schilder hoch gehalten und sich auf die Strasse gesetzt. In meinem Demokrativerstaendnis handelt es sich um das Wahrnehmen von Grundrechten, aber man kann ahnen welche Art von Staat manchen Leuten so vorschwebt.
    Gleiches gilt uebrigens fuer die Minenarbeiter bei der Gegendemonstration.
    Zur Sache habe ich keine grosse Meinung, aber es ist nun auch nicht so, dass man angesichts des Resultats des Mountain-Top Mining nicht vielleicht zweimal nachdenken koennte:
    http://www.mountainjusticesummer.org/facts/steps.php

  8. #8 Wolfgang Flamme
    Juni 27, 2009

    @Georg

    aber man kann ahnen welche Art von Staat manchen Leuten so vorschwebt.

    Tjaja … yes, we can.

    Zynismus beiseite. Man kann und sollte sicherlich intensiv darüber nachdenken. Aber die Sache könnte dennoch auch Vorteile haben, mit denen sich womöglich bloß keiner beschäftigt. Junge Sukzessionsstandorte werden zunehmend rar (Buschzaunkönig, Goldwaldsänger) und ihre Erhaltung kostet Geld. Andererseits ist ja buchstäblich Kohle da. Na, da könnte man doch vielleicht einen Kompromiß finden, bei dem die Ökologie nicht schlecht abschneidet?

  9. #9 Georg Hoffmann
    Juni 27, 2009

    @flamme
    jau, das machen wir. das sieht tatsaechlich aus wie das paradies auf erden fuer Buschzaunkönig und Goldwaldsänger.
    http://images.google.fr/images?q=mountain%20top%20mining&oe=utf-8&rls=org.mozilla:fr:official&client=firefox-a&um=1&ie=UTF-8&sa=N&hl=fr&tab=wi
    fehlt nur noch ein busch und ein stueckchen wald, dann koennen die beiden loslegen.

  10. #10 Thorsten
    Juni 27, 2009

    @ Wolfgang Flamme

    Friedliches Demonstrieren ist ein demokratisches Grundrecht. Gerade in diesen Tagen wird dies für die überwiegend friedlichen Demonstranten im Iran eingefordert. Es waren friedliche Demonstrationen, die Ausgangspunkt der deutschen Wiedervereinigung waren.

    Der AGW ist die wichtigste Herausforderung dieses Jahrhunderts (Angela Merkel). Die Gewinnung und Verbrennung von Kohle ist mit der wichtigste CO2-Emittent weltweit.

    Wer hierzu schweigt und eine Energiewende blockiert, macht sich mitschuldig an unabsehbaren unumkehrbaren Veränderungen und Risiken des Weltklimas.

    Ich finde es gut, dass Hansen seine Position so öffentlich sichtbar macht. Aber ich bezweifle, dass dies seiner Position zuträglich ist. Auf dem politischen Parkett sind solche Leute nicht gerne gesehen, seien sie auch noch so populär!

  11. #11 Wolfgang Flamme
    Juni 27, 2009

    Georg,

    Du weist doch immer so genau, wie alles in 50 oder 100 Jahren sein wird, dann streng Dich halt mal ein bischen an – Beispiele hast Du haufenweise vor der Haustür, wie ich auch. Hier sieht’s von oben so aus:
    http://maps.google.com/?ie=UTF8&ll=49.970683,8.302424&spn=0.009951,0.015171&t=h&z=16

    Alles Landschaften, die richtig wüst aussahen und die heute händeringend von denjenigen beschützt und bestaunt werden, die vorher Blockaden und Barrikaden errichteten, um ihre Entstehung zu verhindern.

    http://www.geo-artenvielfalt.de/aktionen/2008/Steinbruch_Mainz-Weisenau_3_Jahr

  12. #12 Krishna Gans
    Juni 27, 2009

    @Thorsten
    Sehr klimafreundlich, diese berechtigte Wahrung der demokratischen Grundrechte von dem Herrn “Klimaschützer”:

    Direkt von seinem Direktions-Schreibtisch am NASA/GISS Institut in New York eilte Klimaforscher James Hansen zu einer Sitzblockade nach West Virginia.

    Sind ja nur so schlappe 550 Meilen…..

  13. #13 Georg Hoffmann
    Juni 28, 2009

    @Flamme

    Alles Landschaften, die richtig wüst aussahen und die heute händeringend von denjenigen beschützt und bestaunt werden

    In der Logik ist dann der zweite Weltkrieg eine feine Sache, um das deutsche Wirtschaftwunder zu produzieren.
    Aber ich beuge mich selbstverstaendlich dem Experten. Der einzige Weg den Gooldwaldsaenger zum singen zu bringen, ist West Virginia in eine Mondladschaft zu verwandeln (und en passant einen kleinen Profit einzustreichen).
    Ich bin sicher, dass ist der einzige Weg, um zu einer einigermaszen erträglichen Naturlandschaft zu kommen.

  14. #14 Thorsten
    Juni 28, 2009

    @ Krishnag

    Sehr klimafreundlich, diese berechtigte Wahrung der demokratischen Grundrechte von dem Herrn “Klimaschützer”

    Herr Hansen ist einer der renommiertesten Klimaforscher weltweit. Seine Teilnahme an einer derartigen Demonstration hat eine große Aussenwirkung. Da muss man prüfen was dem Klima mehr hilft, diese Aussenwirkung oder der Verzicht auf den Flug.

    Zudem gehe ich davon aus, dass Herr Hansen diesen Flug über atmosphair o.ä. teilweise kompensiert.

  15. #15 Eddy
    Juni 29, 2009

    @Thorsten
    Sie schreiben: “Friedliches Demonstrieren ist ein demokratisches Grundrecht.”

    Man sieht ja welche Konsequenzen es haben kann, wenn Wissenschaftler friedlich demonstrieren:

    http://www.tagesspiegel.de/politik/art771,2484272

    “Es klingt fast grotesk: Wegen des wachsenden Umweltbewusstseins in der Welt geht den UN-Hilfsorganisationen das Geld für Hilfen aus. Für hungernde Menschen, deren einzige Hoffnung oftmals die Lebensmittelprogramme der großen UN-Organisationen sind, ist die Realität allerdings mehr als dramatisch.”

    Wenn es schon lange 5 nach 12 ist stellt man als braver Primat selbstverständlich keine Fragen mehr …

  16. #16 Wolfgang Flamme
    Juni 29, 2009

    Georg

    Der einzige Weg den Gooldwaldsaenger zum singen zu bringen, ist West Virginia in eine Mondladschaft zu verwandeln

    Naja, vielleicht gibt’s ja noch gefährdete Spezies, deren bevorzugtes Biotop Sitzblockaden sind und und die Autogramme von Darryl Hannah als Nisthilfe benötigen. Denen wäre mit solchen Aktionen natürlich mehr geholfen.

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