Der Mensch ist böse. Das folgende Video zeigt das tragische Ende eines Traums, des Traums gegen die Gravitation mit einem lächerlichen Kostüm ankämpfen zu können. Das Video endet, empfindliche Gemüter seien gewarnt, mit dem Tod eines Österreich-stämmigen Pariser Damenschneiders, der aus unklaren Gründen der festen Meinung war, viele flatternde Kleider sein sicher genug, um zu fliegen. Ich gebe zu, meine erste Reaktion angesichts dieser Bilder war, mir den zum Lachen bereiten Mund zuzuhalten. Wie kann ein Mensch nur so dämlich sein?

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Bild: Françcois Reichelt mit seinem Fallschirm Kostum. Viele fehlgeschlagene Versuche in seinem heimischen Hof mit Sprüngen aus zehn Metern Höhe in einen Strohhaufen brachten ihn nicht von seinem Versuch, vom Eifelturm zu springen. Ohne Stroh.

Nach monatelangen Testflügen mit speziellen Puppen, die er in das gleiche Fledermauskostüm gezwängt hat und die allesamt fehlschlugen, fühlte Monsieur François (Franz) Reichelt sich hinreichend gerüstet den Sprung aus der ersten Etage des Eiffelturms zu wagen. Der Film ist in seiner Weise rührend (François’ Schwarz-weiss-stummes Posieren), schrecklich (sein Fall mit hochwirbelnden Staub nach dem Aufschlag) und zynisch (die nicht sonderlich erschütterte Masse und die Ausmessung des Aufschlaglochs im Sand des Marsfeldes. Was sind wir doch für eine seltame Spezies?
Die Obduktion ergab, dass Francois vor dem Aufschlag an Herzstillstand gestorben sei.

via Liberation.

Kommentare (6)

  1. #1 H.M.Voynich
    Juli 17, 2009

    Unglaublich. Wie in dem alten Chirurgen-Witz:
    “Haben Sie diese Operation denn schonmal durchgeführt?”
    “Hunderte Male.”
    “Dann besteht also kein Grund zur Sorge?”
    “Genau, irgendwann muß es ja mal klappen.”

  2. #2 Martin
    Juli 17, 2009

    Georg: Du siehst dies zu eng. François Reichelt war einer der frühen Basejump-Pioniere. Der erste, der den Eiffelturm geschafft hat. Beim Basejumping gilt: der Weg ist das Ziel. Wir sollten sein Ansehen in Ehren bewahren.

  3. #3 antiangst
    Juli 18, 2009

    Na ja, dem guten Man war ja immerhin schon klar, dass es ohne Maßnahmen nicht geht. Er hat sich nicht qualitativ geirrt sondern nur quantitativ. Ein schon ordentlicher Fortschritt gegenüber Leuten die meinen das Glauben, Wünsche oder Zaubersprüche reichen.

  4. #4 Sunrise
    Juli 18, 2009

    mhm, das scheint ein schneiderproblem zu sein, der schneider von ulm hat´s ja auch probiert…

    http://www.kerber-net.de/literatur/deutsch/prosa/brecht/ulmschne.htm

    Sunrise

  5. #5 Fischer
    Juli 18, 2009

    Um es mit Zapp Brannigan zu sagen:
    “You win again, gravity!”

  6. #6 Webbär
    Juli 28, 2009

    Was man braucht, bekommt man aucht.