Der Spiegel (in der Druckausgabe) hat ein Interview mit Mojib Latif (Leibniz Institut Kiel) und Jochem Marotzke (Direktor am MPI für Meteorologie, Hamburg) geführt, um herauszubekommen, was um alles in der Welt klimatisch gerade los ist. Schluss mit global warming? Seit einer Dekade gibt es keine globalen Rekordtemperaturen mehr, das ist doch nicht normal.

Zitat der Spiegel:

Erst vor wenigen Wochen hat das britische Hadley-Zentrum für Klimawandel die Aufregung mit seinen neuesten Berechnungen zur globalen Durchschnittstemperatur angefacht: Von 1999 bis 2008 hat sich die Welt demnach nur um 0,07 Grad Celsius erwärmt – und nicht um jene 0,2 Grad Celsius, von der noch der Uno- Weltklimarat IPCC ausgeht. Rechne man zudem die beiden natürlichen Klimaereignisse El Niño und La Niña heraus, so ergebe sich sogar nur ein Temperaturtrend von 0,0 Grad Celsius, konstatieren die britischen Experten – also Stillstand.

Also der IPCC hätte eine Vorhersage von 0.2°C pro Dekade gemacht und nun ist es null. Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu.

Auch Prof. Marotzke ist ratlos:

„Es ist nicht zu leugnen, dass dies in unserer Gemeinde eins der heißesten Themen ist”, sagt Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Der Klimamodellierer gibt offen zu: „Wir wissen nicht so recht, warum sich diese Stagnation gerade abspielt.”

Ich kann jetzt, zugegeben, nicht sagen, dass das für mich und die Leute, mit denen ich spreche, das nun gerade das heisseste Thema ist (eher das hier), aber in jedem Fall sind alle ratlos.

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Grafik 1: Das Ende der globalen Erwärmung? Die globalen Temperaturen vom Hadley Center/CRU und der Trend von 1998 an.

In Grafik 1 habe ich die Situation mal abgebildet. Wie ein braver Klimaskeptiker habe ich rein zufällig das Jahr des Super-El Niños 1998 gewählt und schwupp bekomme ich sogar einen leicht negativen Trend. Es ist also wahr! Das haben die Modelle nicht vorhergesehen, berichtet der Spiegel und ich hänge daher mal eine beliebige Simulation im pessimistischsten Szenario A2 des Instituts von Prof Marotzke mit dran (Grafik 2). Denn das müsste ja bestätigen, dass die Modelle, das nicht vorhergesagt haben.


Was ich erläutern will, ist natürlich, dass der IPCC KEINE Vorhersage von 1998 bis heute gemacht hat. Die konkreten atmosphärischen und ozeanischen Bedingungen des Jahres sind gar nicht hinreichend bekannt, um solche Ausagen zu machen. Das ist in der Tat der Gegenstand aktueller Forschung, ob und wenn wie man so etwas wohl machen könnte.
In den Scenario-Rechnungen seines Instituts kann Jochem Marotzke leicht auch weitere Beispiele für Null dekadische und längere (bis ca 15.Jahre) Trends auch in der Zukunft finden. Obendrein ist in diesen Rechnungen eine Suche nach dem “Warum” („Wir wissen nicht so recht, warum sich diese Stagnation gerade abspielt.” ) sehr einfach. Eine ganze Reihe natürlicher Gründe für Variabilität fallen in der Modellwelt nämlich weg. Das Modell läuft in den IPCC Scenarien ohne solare Variabilität (11-Jahreszyklus, etc.) und ohne Vulkane. Der einzige Faktor, der Variabilität erzeugt, ist interne Klimavariabilität insbesondere auf dekadischer Skala. Die Behauptung des Spiegels, der IPCC sage also eine dekadische Erwärmung von Zeitpunkt X zu Zeitpunkt Y (mit Y-X=10) voraus, ist klar falsch. Ich weiss nicht, wie das Gespräch/Interview genau abgelaufen ist, aber es ist schade, dass weder Marotzke noch Latif auf diesen Fehler hinweisen. Der IPCC gibt die 0.2°C pro Dekade als Ensemblemittel über viele Simulationen vieler Modelle an. Jede einzelne Simulation aber weicht fast PERMANENT bei den Dekaden von diesem Mittel ab.

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Grafik 2: Zur Grafik 1 wurde noch ein beliebig ausgewählter Lauf des MPI Klimodells im IPCC Scenario A2 angehangen. Der Lauf wurde der CMIP3 Datenbank entnommen. Man findet leicht Episoden mit Null Trend, länger sogar noch als die zwischen 1998-2009.

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Kommentare (32)

  1. #1 antiangst
    November 20, 2009

    Wieviel Jahre müsste denn die Temperatur stagnieren, bis dies den Trend signifikant in frage stellen würde?

  2. #2 Georg Hoffmann
    November 20, 2009

    @antiangst
    Immer unter der Vorraussetzung, es gaebe keine groesseren Vulkanausbrueche, haengt das sehr von der Signifikanz und den Modellen ab, die man zum Vergleich ranzieht. Ich sag mal nur ueber den Daumen gepeilt 20-25 Jahre. Das waere fuer das MPI Modell wahrscheinlich eine hoch signifikante Abweichung.

  3. #3 bs
    November 20, 2009

    Der Spiegel-Artikel stellt halt diese Modelle generell in Frage. Und wenn diese Modelle nicht in der Lage sind solche Perioden, Stagnation oder auch mal Rückgänge möglichst detailliert nachzubilden (sei es mangels Daten, Details oder was auch immer), dann ist es ja wohl auch begründet diese in Frage zu stellen (#Verbesserungsanreiz). Ist ja schließlich ein Grundprinzip der Wissenschaft etwas in Frage zu stellen bzw. skeptisch dem Präsentierten gegenüber zu stehen (weil du dich immer so mit “die Skeptiker” hast). Sollte also kein Grund sein, dass sich irgendwelche Modelltheoretiker auf den Schwanz getreten fühlen.
    Und ein zweiter Gedanke wäre wie Aussagekräftig sind dann die Prognosen für größer Zeitspannen wenn schon bei kleineren Zeiträumen deutlich erkennbare Abweichungen da sind (wobei ich natürlich davon ausgehe/hoffe, dass zwischenzeitlich die Modelle ebenfalls schon verbessert wurde).

  4. #4 Kapi
    November 20, 2009

    @Georg:
    Du schrubst:”Unter der VORRAUSSETZUNG, dass die Modelle richtig liegen, gilt, dass wir uns in den nächsten Jahren (bis ca. 2050) selbst bei starken Anstieg der Treibhausgase (wie im A2 Szenario) in einer klimatischen Situation wie heute (also eine Stagnation der Temperaturen über einen gewissen Zeitraum) befinden MÜSSEN.”

    Das “MÜSSEN” ist mir ein wenig zu apodiktisch. Inbesondere bin auch auch erstaunt ob des Umstands, dass der einzige Faktor, der in den IPCC-Modellen Variabilität erzeugt, interne Klimavariabilität ist. Kann ich so nicht nanchvollziehen, da muss ich mal anderweitig blättern :-).

    P.S.: Sieht so aus, als habe das CRU seit gestern evtl. ein dickes Problem an der Backe:
    http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8370282.stm

  5. #5 Joe Confetti
    November 20, 2009

    Georg, du XXX XXX

    es ist vorbei. Fertig. Aus. Dein XXX Klimazirkus hat XXX. Du solltest wieder mal etwas News lesen (nicht nur den Spiegel). Es reicht, wenn du Realclimate liest. Mehr weisst du natürlich wenn du climatedepot oder so liest, aber das tust du dir ja nicht an, du bist ja so ein intellektuelles XXX. Tja, heute ist’s vorbei mit arroganter Besserwisserei, all die dummen Laien hatten recht und Herr Doktor hatte unrecht. Ja, so kann das Leben spielen. Aber sei’s drum, das Leben geht auch für dich weiter. Und eine Lektion haste ja gelernt: Man soll sich nicht arrogant aufführen.
    Und ja, wegen dem Bericht im Spiegel: Du und deine Kumpel hatten ja eine gute Zeit, weil die Medien und Politiker auf eurer Seite standen. Und jetzt merkst du, dass Medien und Politiker Windfahnen sind und nicht zuverlässige Verbündete.
    Du XXX.
    Dein Joe

  6. #6 Georg Hoffmann
    November 20, 2009

    @Kapi
    Hmm, ok, ich muesste da vorsichtiger sein. Die Aussage ist trivial in der Simulation, die ich hier zeige.
    Und sie ist auch richtig für alle Simulationen des MPI Modells in allen Scenarien
    http://www.scienceblogs.de/primaklima/CRUB1MPI5.jpg
    http://www.scienceblogs.de/primaklima/CRUA2MPI5.jpg
    (jedesmal wenn die Trend Berechnungen die Null-Linie beruehren, hat man eine Situation wie zur Zeit. Da habe ich aber die Trends nur alle beliebige Zehn-Jahre berechnet. Man kann aber auch richtig danachfischen und sich die richtigen Intervalle raussuchen, wie ich es hier gemacht habe)
    im Beitrag http://www.scienceblogs.de/primaklima/2008/07/die-mar-von-der-beendeten-erwarmung-und-den-modellen-die-etwas-vorhersagen.php
    Aber ich habe natuerlich nicht alle Modelle danach durchgeschaut. Werde ich aber fuer die grossen “Institute” (GISS/GFDL/IPSL/HADAM etc) mal machen. Dann haben wir das auch geklaert.

    P.S.: Sieht so aus, als habe das CRU seit gestern evtl. ein dickes Problem an der Backe:
    http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8370282.stm

    Bis jetzt habe ich noch nichts Schockierendes gesehen. Halt was man so hoert, wenn man in den Privatbereich von jemanden eindringt. Die Leute reden anders als auf der Couch als auf dem Marktplatz.

  7. #7 Georg Hoffmann
    November 21, 2009

    @Joe
    Ich habe mir mal erlaubt, nur die Faekal- und Schimpfwoerter rauszunehmen. Ich hoffe das ist ok. Ich habe den Beitrag stehen lassen, weil ein Punkt mir wichtig scheint. Einige Journalisten machen gute Arbeit. SIe kaemmen nicht alles in eine Richtung, koennen kontroverse Wissenschaft auch so darstellen und ,was als gesichert gilt, eben auch als gesichert. Und einige eben nicht. Ich habe hier nicht insbesondere Journalisten auf dem Kiecker, aber das sind halt besonders sichtbare Teile der oeffentlichen Diskussion. Ich finde, wenn man ueber die Klimaentwicklung der letzten Jahre diskutiert wie in diesem Spiegelartikel und Zahlen aus den Modellen nennt, dass das dann auch vernueftig eingeordnet werden muss (also 0.2 ist das Ensemblemittel etc etc. siehe Text).
    Das war jetzt der Teil meiner Erwiederung, der so tut, als haetten Sie sich hier als normale Person eingefuehrt. Der andere Teil verspricht dir, dass alle weiteren Beitraege , geloescht werden, wenn wieder solch geschmacklosen und vor allem orthographisch katastrophalen (wegen ausser in Ausnahmefaellen mit dem Genitiv) Beschimpfungsorgien von Ihnen hier abgeladen werden.

  8. #8 Joe Confetti
    November 21, 2009

    Werterster Herr Hoffmann

    Ich hoffe, es zählt nicht als Beschimpfungsorgie, wenn ich Sie höflichst darauf aufmerksam mache, dass man Erwiderung ohne “ie” schreibt.
    Meine Fehler von gestern abend sind auf eine grössere Menge Alkohl zurückzuführen, Freitagabend und so, Sie wissen ja.
    Übrigens hat sich mein Beitrag nur zum Teil auf den Spiegel-Bericht bezogen, sondern auf den Had CRU Hack. Sie haben’s dann ja selber gesehen. Sie sagen
    “Bis jetzt habe ich noch nichts Schockierendes gesehen”, wiederum muss ich Ihnen nachhelfen:

    http://blogs.news.com.au/heraldsun/andrewbolt/index.php/heraldsun/comments/the_warmist_conspiracy_tthe_emails_that_really_damn_professor_jones#63704

    Wenn Sie Dinge wie

    Es gibt ausreichend Webseiten, auf denen Sie den Inhalt dieser gestohlenen Mails diskutieren und vor allem zitieren duerfen. Hier nicht. Es sei auch auf folgendes Urteil aufmerksam gemacht: http://www.e-recht24.de/news/sonstige/359.html

    nicht schockierend finden, dann tauchen bei mir Zweifel über Ihre moralischen Standards auf.

    Hochachtungsvoll
    Joe Confetti

  9. #9 Müller
    November 21, 2009

    Mueller, ich habe es dir doch nett erklaert (schau mal nach bei deinen letzten Beitraghttp://www.scienceblogs.de/primaklima/2009/11/der-rekordticker-im-september-giss-und-cru-sind-sich-im-suden-nicht-einig.php).
    Und, nein, ich moechte nicht wissen, was andere über mich schreiben. Danke fuer das Angebot in gestohlenen Privatmails herumzuschnueffeln.
    Versuch es vielleicht in 6 Monaten noch einmal, aber muss auch nicht wirklich sein. Es ist besser fuer dich und fuer jeden Versuch einer intelligenten Diskussion. Danke fuer dein Verstaendnis.

  10. #10 Georg Hoffmann
    November 21, 2009

    @Joe

    Meine Fehler von gestern abend sind auf eine grössere Menge Alkohl zurückzuführen, Freitagabend und so, Sie wissen ja.

    Na klar, Joe, ein Klassiker. Freitags abends sich vollaufen lassen und dann ran an den Computer und einfach mal alle Faekalworte rauslassen, die einem sonst im Alltag so verwehrt sind. Das Normalste auf der Welt.

    Ich finde nichts von dem Schockierend aus drei Gruenden:
    1) Wie Menschen bei sich zu Hause, am Telephon in e-mails und Briefen zu Freunden und ind er Familie reden ist ihre Privatsache. Ich kenne niemanden, der zu einem Freund genauso reden wuerde wie zu seinem Leib-und Magenfeind. Dass Ihnen diese Privatsphaere egal ist, passt prima zu ihrem Freitag-Abend Programm. Das Gesetz ist aber nicht ganz einverstanden.

    2) Science is a contact sport. Es ist genau dieses ziemlich harte Umfeld was Qualitaet garantiert. Die Skeptiker Idee, dass sich da alle lieb das Haendchen halten ist eine Karikatur. Wenn Sie also kurz bevor Sie Freitagsabends nichts mehr lesen und schreiben koennen, sich davon ueberzeugen wollen, dann koennen Sie die mails ja mal vor diesem Hintergrund lesen.

    3) Der Treibhauseffekt, die Abschaetzung der Aenderungen, die uns bevorstehen, ja meinethalben der Hockeystick, nichts von dem haengt von all dem haengt davon ab, ob Phil Jones oder Michael Mann nette Menschen sind (oder gar ob Sie nett zu McI sind). Von daher kann ich nicht nur bestaetigen, dass ich das alles nicht nur nicht schockierend finde, sondern obendrein ist es mir ein wenig Wurscht.

  11. #11 lotma
    November 21, 2009

    @GH
    Ich will Ihre Moderationen nicht kommentieren. Man kann darin nur
    ein Zeichen grosser Schwäche erkennen. Leider moderieren Sie Ihre
    eigenen Beiträge nicht mit gleicher Entschlossenheit. Das enttäuscht sehr.

    Mit zwei sorgfältig ausgewählten Zitaten hoffe ich, Sie zum Nachdenken
    zu bewegen :

    Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit. (Platon)

    Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine
    Prognose nicht gestimmt hat. (Churchill)

  12. #12 just me
    November 21, 2009

    “ob XYZ oder KLM nette Menschen sind”…

    das ist dir egal, das ist mir egal, das ist vielen interessierten Leuten egal. Das Problem ist aber, die “SKeptiker” haben ja nur ein einziges Ziel: die Diskreditierung von Personen. Das ist ganz einfach: abstrakte Ergebnisse reichen der Masse nicht aus, es muss eine Person als Gesicht dastehen. Das ist eben so, vieles müssen ja Laien wie ich glauben (ich habe aber Ahnung von Forschung, Review-prozessen, Forschungsanträgen, Wissenschaft im Allgemeinen, usw. usf.). Und wenn man ein Gesicht erstmal aufbaut und dann zerstört, dann tut man so, als ob man die Ergebnisse widerlegt hätte. Dabei schrecken sie nicht mal vor kriminellen Machenschaften zurück, wie jetzt gesehen beim Diebstahl von E-Mails.

  13. #13 schlappohr
    November 21, 2009

    Also um die Sache mit dem Spiegel mal mit meinen eigenen Worten wiederzugeben: Aus einer naturgemäßig zappeligen und verrauschten globalen Temperaturkurve wird ein beliebiges Intervall herausgegriffen, dessen Grenzen so gewählt sind, dass der Mittelwert Null ergibt, und aus der Existenz dieses Intervalles wird der jahrzehntelange Aufwärtstrend der Kurve widerlegt? Stimmt das so in etwa?
    Ich finde das ausgezeichnet. Wenn sich also im DAX ein paar Stunden langes Intervall mit verschwindendem Mittelwert finden lassen könnte, dann könnte man damit die Nichtexistenz der aktuellen Weltwirtschaftkrise beweisen.
    Also an die Arbeit, liebe Spiegelredakteure.

  14. #14 Webbaer
    November 21, 2009

    Zum Glück weisen die Klimamodelle überzeugend nach, dass es wärmer werden wird, danke für Grafik 2.

  15. #15 Georg Hoffmann
    November 21, 2009

    @lotma
    Danke. Denke nach.

    @schlappohr
    Das stimmt ziemlich genau. In unserem Fall ist es so, dass wir gerade diese Dekade mit Null Anstieg hinter uns haben und sich alle (zumindest nach dem Spiegelinterview) fragen, wie konnte es dazu kommen. Es ist genau wie jemand der mit zwei Wuerfeln gerade 2 Sechsen wirft und meint, dass sei ein unglaublicher Gluecksfall. Er hat aber ganz vergessen, dass er bereits 36 mal geworfen hat. Wenn das Klima genau den MPI Laeufen folgen wuerde, dann ist genuegend dekadische Variabilitaet in diesen Laeufen, dass solche Null Dekaden eintreten muessen.
    Aber wie ich oben sagte, ich schau mal in den anderen Modellen nach, ob das allgemein richtig ist.Ich denke schon.

    @webbaer

    Zum Glück weisen die Klimamodelle überzeugend nach, dass es wärmer werden wird, danke für Grafik 2.

    Na, das “weist” die Grafik nicht nach, sondern sie sagt es voraus unter der Annahme bestimmter zukuenftiger Treibhausgaskonzentrationen. Das ist aber nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass das gleich Modell einerseits einen Erwaermungstrend von 0.2°C/Dekade berechnet, dass aber einzelne Dekaden bei null liegen.

    @justme

    Das ist ganz einfach: abstrakte Ergebnisse reichen der Masse nicht aus, es muss eine Person als Gesicht dastehen.

    Daher auch das Bonmot, dass wenn der Klimawandel einen fiesen Bart tragen wuerde, das Problem schon laengst geloest waere.
    Siehe auch hier zum Problem der Personalisierung beim Klimawandel.

  16. #16 Webbaer
    November 22, 2009

    @Inhaltsmeister:
    Hatte ich auch so verstanden. :)
    Aber, danke für die Erläuterung.
    Am Rande: Der WB beobachtet zurzeit mit einem gewissen Interesse die veröffentlichten 60MB klimawissenschaftlicher Korrespondenz der letzten 10 Jahre und sagt für die betroffenen Klimatologen einen Erwärmungstrend von 0,1°C/Woche voraus.

    Beste Grüße, weiterhin viel Erfolg,
    WB

  17. #17 MoritzT
    November 22, 2009

    Hi Georg!

    Danke für die schönen Beiträge! Im ErnstUnd die schönen Trolle bei Dir, die sind fast besser als in den Medizin-Scienceblogs 😉

  18. #18 Joe Confetti
    November 22, 2009

    Sehr geehrte Damen und Herren
    liebe Klimaforscher

    es ist klar, dass der HAD-CRU Hack illegal war. Es ist egal, ob gewisse Forscher nett sind oder nicht. ABER Tatsache ist, dass

    – versucht wurde, Daten geheim zu halten, obschon der Steuerzahler das Recht hatte, diese einzusehen
    – versucht wurde, Andersdenkene daran zu hinder, ihre Arbeiten zu publizieren
    – sie alles getan haben, die Daten so zurechtzudrehen, dass sie ihrer Vorstellung entsprachen

    Hier ein Bericht darüber im Wallstreet Journal (es sind keine der E-Mails in dem Bericht zitiert, also gibt es keinen Grund für Georg, den Link zu löschen)

    http://online.wsj.com/article/SB125883405294859215.html

    @just me:
    “Das Problem ist aber, die “SKeptiker” haben ja nur ein einziges Ziel: die Diskreditierung von Personen”
    ähhh, hast du die Sache richtig verfolgt? Oder bist du noch besoffener als ich?
    “Climategate” hat ja gerade bewiesen, dass die Kimaalarmisten so sind!

  19. #19 Georg Hoffmann
    November 22, 2009

    @Joe
    Ich freue mich, dass Sie nuechtern deutlich sinnvollere Saetze bilden.
    Begib dich einfach, in irgendein beliebiges anderes Forschungsgebiet, von Supraleitern bis sumerischen Truemmersprachen, ich wette, dass nirgendwo es soviel Informationen und wirklich gerade produzierte Informationen verfuegbar sind als in der Klimaforschung.
    Es gibt taegliche Satelliten Messungen, monatliche Ergebnisse der globalen Messnetze, alle Computercodes und ihre Resultate, sowohl vollstaendig als auch in graphisch fuer jeden verstaendlichen Zusammenfassungen. Meines Wissens nach besteht solch eine Transparenz nirgendwo, nichtmals ansatzweise. Die Wahrheit ist, selbst wenn ich (oder meinethalben Phil Jones) jeden meiner Schritte, Ueberlegungen kontrolliert und meine Harddisk permanent online waere, es waeren fuer einige niemals genug Informationen.
    Das GHCN Stationsnetzwerk ist online und enthaelt tausende Stationen. Warum zeigen Sie nicht, mit diesen mehr als ausreichenden Informationen, dass es gar keine globale Erwaermung gibt? Warum unbedingt die paar Stationen mehr, von denen Jones sagt sie gehoerten ihm gar nicht? Da geht meines Erachtens berechtigtes Interesse in Mobbing ueber. Es wird nie genuegend Informationen geben um schliesslich die globale Erwaermung zum Verschwinden zu bringen.
    Ich habe mehrmals “Andersdenkende” daran gehindert ihre Ergebnisse und Ueberlegungen zu publizieren. Und ich wurde dazu sogar vom Editor aufgefordert. So ist das Halt. Die Frage ist immer nur, ob jemand dafuer auch die Argumente hat.

  20. #20 Wolfgang Flamme
    November 22, 2009

    GH: “Science is a contact sport.”

    Anscheinend vielmehr was in Richtung “Darstellende Kunst”.

    Schönes Beispiel ist Santer. Der hält es anscheinend für zwangsläufig, daß es im Laufe der Zeit zu signifikanten Trendabweichungen zwischen Modellen und Beobachtungen kommen muß – was ja durchaus was für sich hat und wohl eine genauere Untersuchung verdient hätte. Aber was macht er? Veröffentlicht eine Arbeit, in der er mit nicht ganz aktuellen Daten und einem etwas insensitiven statistischen Test zeigt, daß im Trend eben _kein_ signifikanter Unterschied besteht. Und giftet dann gegen Leute, die genau wie er wissen, daß das wohl nicht der Weisheit letzter Schluß ist.

    Und das mit Daten und Code ist ja nun eine seltsame Ausrede. Um Ergebnisse zu produzieren/publizieren, muß man sie bereits akquiriert und den Code für Ihre Verarbeitung parat haben. Was verursacht wohl mehr Arbeit: Den Kram as-is auf einen ftp-Server zu schieben oder lange Mail-Diskussonen darüber zu führen, warum man das partout garnienichtniemals tun möchte? Wenn Du die gute Dokumentation des Basismaterials preist – nunja, das zeigt ja gerade, das sowas im Grunde wohl möglich und auch begrüßenswert ist.

    Das eigentliche und zentrale Problem ist: Bias. Mensch tendiert einfach dazu, mehr Überzeugung zu entwickeln und überzugt zu vertreten, als sich nüchtern (und dokumentiert) objektiv rechtfertigen ließe. Und daß beißt sich eben regelmäßig mit dem Anspruch, der Selbstdarstellung und Selbstwahrnehmung. Bei jedem. So einfach ist das. Nur ist das eben nicht der Weg zu möglichst objektiver, richtiger Erkenntnis.

  21. #21 Georg Hoffmann
    November 22, 2009

    @Flamme
    Ich bin bei der Kuechenpsychologie gerade fast eingeschlafen.

    Den Kram as-is auf einen ftp-Server zu schieben oder lange Mail-Diskussonen darüber zu führen, warum man das partout garnienichtniemals tun möchte?

    Es waere die einzige Wissenschaft, die das taete. Der Algorithmus ist das Entscheidende und der muss im Paper dokumentiert sein. Interssanter, ob Herr Flamme in der Lage ist den Algorithmus X auf seinen rechner zu implementieren und dann Microunterschiede findet, ueber die er die immer gleiche Interpretationssauce giesst, ist ob er einen anderen Alorithmus entwickeln kann, der zeigt dass gerechtfertigte alternative Annahmen zu anderen Ergebnissen fuehren.
    Die Klimawissenschaften ist, so mir nicht jemand etwas anderes zeigt, der oeffentlichste und best dokumentierte Wissenschaftszweig.

  22. #22 Wolfgang Flamme
    November 23, 2009

    GH: “Ich bin bei der Kuechenpsychologie gerade fast eingeschlafen.”

    War ja auch an Leute mit einem wachen Verstand gerichtet.

  23. #23 Martin
    November 23, 2009

    @GH
    Danke für den Beitrag. Für mich war es wichtig zu wissen, dass die Klimamodelle nicht unser Klima 10 Jahre in die Zukunft vorhersagen können, weil die Schwankungen einfach zu groß sind. Eigentlich schade, denn ich bin sicher, dass die Politiker bei in diesem Zeitraum glaubwürdig vorhergesagten Konsequenzen eher handeln würden, als bei solchen, die erst in 50 oder gar 100 Jahren auftreten.
    Ich würde gerne wissen, ob Du in naher (einige Jahre) Zukunft brauchbare Prognosen über eben diesen Zeitraum für realistisch hältst. Was ist zur Zeit der Faktor, der die größte Unsicherheit verursacht?

    Gruß
    Martin

    @Joe Es ist mir egal, ob Georg Erwiderung mit oder ohne ‘ie’ schreibt. Ich klick auf diese Website, um etwas über die neuesten Entwicklungen in der Klimaforschung zu erfahren. Wenn ich mich bezüglich der deutschen Rechtschreibung unsicher fühle, benutze eine Rechtschreibkorrektur.

  24. #24 Georg Hoffmann
    November 24, 2009

    @Martin
    Mit den dekadischen Vorhersagen passiert momentan sehr viel. EIn Durchbruch ist noch nicht in Sicht. Wieviele Informationen im Ozean sind noetig (nicht nur die Oberflaeche auch in der Tiefe) um verlaessliche Vorhersagen zu machen.
    Dazu insbesondere
    http://ilmasto.wordpress.com/files/2008/05/keenlysideetal_nature_2008.pdf
    Sagt fuer die naechste Dekade weiter fallende Temperaturen voraus
    http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/sci;317/5839/796
    Sagt genau das Gegenteil voraus.
    Unterschied ist hauptsaeclich wo Informationen in die Modelle eingespeist werden.
    Ales offen, fuer den Augenblick.

  25. #25 Krishna Gans
    November 24, 2009

    @GHoffmann

    Sagt fuer die naechste Dekade weiter fallende Temperaturen voraus
    [..]
    Sagt genau das Gegenteil voraus.

    Auf “Arte” über “komplexe Systeme” macht Latif für ein ähnliches Beispiel den Flügelschlag eines Schmetterlings verantwortlich, der in 1. berücksichtigt, in 2. nicht berücksichtigt wurde.

    Ist in der Mediathek von Arte zu sehen :-)
    Das Schlitzohr, das :-)

  26. #26 Georg Hoffmann
    November 24, 2009

    @Gans
    Ohne Mojib jetzt dazu gehoert zu haben, ist das wahrscheinlich falsch, was du sagst. In BEIDEN oben zitierten Papern wird versucht den “Schmetterlingsschlag” mit einzubeziehen, also debn aktuellen Klimazustand ins Modell reinzufüttern. Sie kommen nur auf Grund unterschiedlicher Techniken zu unterschiedlichen Ergebnissen.
    Die Rechnung, die den Schmetterlichgsschlag nicht beeinhaltet waere zB eine aus den IPCC Laeufen.

  27. #27 Krishna Gans
    November 24, 2009

    @GHoffmann
    Mit Sicherheit ist das nicht falsch, allerdings, er sprach vom Wetterbericht.
    http://plus7.arte.tv/de/1697660,CmC=2945348.html
    Ich finde es immer klasse, ungehört und ungesehen zu wissen, was gesagt wurde, insbesondere was nicht.
    Glaskugelleserei ;.)

  28. #28 Georg Hoffmann
    November 24, 2009

    @Gans
    Nur zur Klaerung. ich rede von zwei Paperns (Keenlyside vs Smith) die unterschiedliche dekadische Vorraussagen machen. Du behauptest also, dass sich Mojib Latif darauf in seinem Interview irgendwie bezieht. Kannst du mal die Minute im Video angeben, wo das stattfinden soll.

  29. #29 Georg Hoffmann
    November 24, 2009

    @Gans
    Also ich habe den Arte Beitrag jetzt zwei Mal angehoert (den Teil zum Klima. Es ist doch arg langweilig). Das hat alles ueberhaupt nichts mit der dekadischen Variabilitaet zu tun. Es geht ganz allgemein um Chaos, Klima und Wetter.

    Das Erstaunliche ist, dass ich einen Beitrag nicht hoere und weiss worum es gehen koennte, und du ihn hoerst und immer noch nicht weisst, worum es geht.

  30. #30 Krishna Gans
    November 24, 2009

    @GHoffmann
    Schön, wenn Du nicht weißt, was “ähnlich” heißt, aber letztendlich, so wie Du dich hier wieder aufführst ist mir das wurscht bis -> geht nicht mehr.
    :)

  31. #31 Georg Hoffmann
    November 24, 2009

    @Gans
    Entschuldige. Ich denke immer wieder, dass jemand, der mir direkt auf eine Bemerkung antwortet, einen Zusammenhang dazu herstellen will. Die Idee, dass dann ein Link zum allgemeinen Thema komplexe Systeme und wie man Klimamodelle baut, kommt, ist mir einfach nicht in den Sinn gekommen.

  32. #32 shoe lift for men
    http://www.deelsonheels.com/$1799__Silicone_Shoe_Lifts__Free_Delivery/p133745_317467.aspx
    April 1, 2013

    You actually make it seem so easy with your presentation but I find this matter to be really something that I think I would never understand. It seems too complex and very broad for me. I