Mit Belustigung habe ich heute diesen kleinen Nature Artikel gelesen. Wissenschaftler sollen ihre Daten für immer konservieren. Spontan dachte ich an das obige Woody Allen Zitat, denn für immer ist ja bekanntlich eine verdammt lange Zeit.
Diese Forderung ist zwar sehr allgemein formuliert, zielt aber doch in erster Linie auf die Klimawissenschaften. Phil Jones hat die exakte Position einer handvoll chinesischer Wetterstationen, die er Anfang der 90er veröffentlichte, verloren, ein Verlust der den Skeptikern natürlich herzlich egal ist, der aber wie immer genutzt wird, um noch ein wenig weiter sinnlos herumzugackern.

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Bild: Ein Klimaforscher in den 60ern programmiert unbedarft vor sich hin. Und wo sind die Daten, Herr Bjerknes?


Nature erinnert sehr schön daran, was dieser an sich richtigen Forderung so alles im Wege stehen kann und tatsächlich in der Vergangenheit im Wege stand: Die ersten Tapes wurden mit Walöl gewartet (habe ich noch nie gehört) und die Maschinen, die diese Tapes lesen konnten, existieren nicht nur nicht mehr, sie kämen bei den meisten Labors gar nicht durch die Tür durch, so enorm waren sie. Aber selbst heute, bei scheinends unendlichem Speicherplatz verändern sich die Computersysteme laufend. 20 Jahre (also noch ein kleines Stück entfernt von der Ewigkeit) sind eine verdammt lange Zeit. Ich muss gestehen, ich hab keine Ahnung, ob ich die Resultate meines ersten Papers noch wiederherstellen könnte. Nicht, dass das geringste Risiko bestünde, dass sich jemand dafür interessiert, aber nur mal angenommen. Könnte ich die Grafiken nochmal herstellen? Vielleicht. Könnte ich den Code des Programs noch mal zum Laufen bringen (das ist natürlich aus wissenschaftlicher Sicht der eigentlich interessante Teil)? No way. Absolut nichts von dem, was an logistischer Umgebung nötig war, um das Programm vor nun fast 15 Jahren laufen zu lassen, existiert noch. Das wiederherzustellen wäre eine Doktorarbeit für sich.

Kleine Umfrage. Wenn hier vielleicht ein paar Betroffene mitlesen: Wer glaubt hier, seine erste Veröffentlichung noch vollständig reproduzieren zu können?


Das hat natürlich auch etwas damit zu tun, dass ein junger Mensch typischerweise einfach so in die Forschung reinrutscht und nicht als Teil einer klaren Lebensplanung: der Doktorvater besteht auf ner Veröffentlichung (na meinethalben) , man wechselt das Institut , man fängt mit was ganz Neuem an, man wechselt wieder das Institut, wieder wird was veröffentlicht, und so weiter und so fort. Archiviert wird da gar nix, man glaubt ja zu keinem Zeitpunkt, dass man wirklich in der Forschung hängen bleiben oder dass diese Resultate etwa wichtig sein könnten.

Das Thema ist übrigens wirklich interessant, nur eben nicht im Zusammenhang mit Phil Jones. Im obigen Nature Artikel oben gibt es einen Link zu diesem frei verfügbaren und sehr interessanten Science Artikel. Er beschäftigt sich mit dem Projekt (so muss man es wohl nennen) die Daten der allerersten NASA Missionen aus den 60er zu rekonstruieren. Es handelt sich unter anderem um die sogenannten Nimbus Missionen, die unter anderem normale Fotos schossen (interessant zum Beispiel für die Rekonstruktion des Meereises zu dieser Zeit). Die Satelliten hatten darüberhinaus Infrarot Sensoren an Bord, was durch den Vergleich der IR-Spektren damals und heute einen sehr direkten Hinweis auf das veränderte Abstrahlverhalten der Erde gibt (hier ein Primaklima Beitrag, zu Nimbus 4 Daten).

Hier mein Lieblingssatz aus diesem Artikel:

But during the 1980s, the agency lost much of its old high-quality data. Its early tracking stations recorded satellite data on high-resolution master tapes that used whale oil to bind iron particles to the acetate. The whale oil made the tapes far more durable, but when commercial whaling was phased out in the mid-1980s, NASA couldn’t get such long-lasting tapes.

was wohl bedeutet, dass die Japaner noch ihre Tapes haben?

Kommentare (34)

  1. #1 Arnd
    April 8, 2010

    Alte Software heutzutage wieder zum Laufen zu bringen ist lange nicht mehr so kompliziert wie es mal war. Inzwischen gibt es für quasi jedes Altsystem (zumindest für die Systeme die so ca. 20 Jahre alt sind) einen Emulator, einfach mal googeln. Vom C64 über den Atari ST und Amiga bis hin zu alten Spielkonsolen ist alles dabei, meist sogar mehrfach und manchmal laufen Emulatoren sogar auf Handies!.

    Das größte Problem sind wohl eher die alten Datenträger. Wer hat schon noch eine 8-Zoll-Floppy und selbst wenn… die alte Diskette hat wahrscheinlich eh schon alle Daten verloren.

  2. #2 Franz Nörgel
    April 8, 2010

    Phil Jones hat die exakte Position einer handvoll chinesischer Wetterstationen, die er Anfang der 90er veröffentlichte, verloren, ein Verlust der den Skeptikern natürlich herzlich egal ist, der aber wie immer genutzt wird,

    um noch ein wenig weiter sinnlos herumzugackern.

    Hoffmann, mit solchen dümmlichen Aussagen machen sie sich doch selbst nur noch lächerlicher.

  3. #3 Ludmila
    April 8, 2010

    In der Raumfahrt ist man sich des Problems spätestens seit den Apollo-Tagen bewusst, als mal eben so ein paar Tapes verschwanden bzw. die Sache mit dem Walöl, nicht mehr ganz so einfach war.

    Das große digitale Vergessen sollte man nicht unterschätzen. Letztens konnte man anhand der Aufzeichnungen von Galileo rekonstruieren, dass er Neptun gesehen haben muss, aber nicht als Planeten erkannt hat. Zu wenig Datenpunkte. Das wird mit unseren Arbeiten so nicht mehr möglich sein.

    Seit den 70ern wird also versucht tatsächlich für die Ewigkeit zu archivieren. D.h. Daten und Dokumente in reinem ASCII-Format auf verschiedene Server in den USA und Europa verteilen. Ich glaub drüben bei den Kollegen der anderen Arbeitsgruppen sind noch Panzerschränke mit Magnetbändern von der Galileo-Mission (?) inklusive einem Lesegerät.

    Aber das muss man von Anfang an vorhaben und ist mit nicht geringem Aufwand, Geld, Zeit und wenig Ruhm verbunden. “Wie? Was machst Du so nebenbei? Daten archivieren? Na und?” Ein großes Problem ist aber wirklich, dass die meisten Arbeitsgruppen ihre Software nur unter massivem Druck rausrücken würden. Zu viel Arbeit steckt genau da drin und zu groß ist die Angst, dass andere Leute mit mehr Geld im Rücken, die Software nehmen und dann zuerst die Wissenschaft herausholen.

  4. #4 Alexander
    April 8, 2010

    Na schade aber auch, dass der Herr Jones das nicht mehr kann 😉 Nicht einmal mehr die Namen der Stationen? Nicht einmal als Liste, oder als Hardcopy sprich Ausdruck? Und auch kein Hiwi im Labor des Herrn Institutsleiters, der mal eben für ein zwei oder auch mehr Stunden die alten Unterlagen durchsehen kann? Sehr unglaubwürdig, aber auch sehr praktisch für Herr Jones. So kann er ungeprüft weiter behaupten, dass es in China und weiten Teilen der Welt keinen “Urban Heat Island” Effekt gibt. Glaubst du das? In China, das in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine beispiellose Verstädterung mit einem gigantischen Bauboom, mit Gigatonnen von Asphalt und Beton erlebt hat, vielen 100 km² die aus Acker-und Grünland zu Wohn- und Gewerbegebieten wurden? Georg Hofmann, glaubst du das wirklich??? Oder ist heute schon wieder 1. April?

  5. #5 Nils
    April 8, 2010

    Eli Rabett hatte gerade auch einen Artikel zu den sich über die Zeit ändernden Anforderungen an Wissenschaftler, ihre Daten zu archivieren. So verlangte eine bekannte Zeitschrift bis 1996 lediglich:

    Nature requests authors to deposit sequence and crystallography data in the databases that exist for this purpose

    Andere Einrichtungen schlagen heute noch eine Dauer von 3 bis maximal 7 Jahren vor, über die Daten vorrätig gehalten werden sollten. 20 Jahre ist echt lange. Komisch dass die Skepties nicht für mehr Geld in der Klimaforschung plädieren, damit die Archivierung verbessert wird 😉 Da fällt mir ein: Wie lange muss ein Unternehmen eigentlich seine für die Steuer relevanten Quittungen aufbewahren?? Demnächst heißt es wahrscheinlich, Phil Jones sei ein schlechter Mensch, weil er nicht mehr nachweisen könne, weshalb er 1983 nur so wenig Steuern bezahlt habe.

  6. #6 Eddy
    April 8, 2010

    @Nils
    Ich hatte eigentlich vor nicht mehr zu schreiben, aber wenn ich so einen Unsinn lese dreht sich mir der Magen um.

    Diese Temperaturdaten sind sehr wichtig, auch für die Zukunft, denn den anthropogenen Klimawandel wird es nur einmal geben. Ausserdem würden alle Daten wohl auf jedem USB-stick PLatz finden.

    Vielleicht wissen sie auch noch nicht, dass wir jeden Tag Geld ausgeben für den ganzen Oeko- und Klimazirkus (Clowns eingeschlossen) und die Hälfte davon ist sicherlich einfach bloss ein Sponsoring der Profilneurotiker, bzw. Profiteure.

    Scienceblogs? Dummschwätzerblogs!

  7. #7 Georg Hoffmann
    April 8, 2010

    @Alexander,Eddy
    Natürlich haette er die Daten behalten sollen, natürlich haben die Stationen Namen (was einem nicht hilft , da es wirklich um die EXAKTE Position der Station geht, natuerlich bedauert Jones das Verschlampen dieser 20 Jahre alten Files, natuerlich gibt es eine Urban Heat Island Effekt in China und die Stationen, die davon betroffen sind, werden natuerlich korrigiert.

    @Eddy
    Ich hoffe keiner dieser Saetze gibt Ihnen jetzt Anlass zu behaupten: “Georg Hoffman hat gesagt in China gibt es keine Staedte”. Sie sind da ja nicht pingelig bei der Interpretation meiner Aussagen.

  8. #8 ka
    April 8, 2010

  9. #9 Nils
    April 8, 2010

    Eddy: Klar sind die Daten wichtig, und wenn es 1990 schon USB-Sticks gegeben hätte wären die sicherlich auch darauf gespeichert worden. Finde doch mal für ein paar Forschungsfelder heraus, wie lange Forschungsdaten da vorgehalten werden müssen. Sagen wir mal in der medizinischen Forschung. Und dann können wir das mit der Praxis in der Klimawissenschaft vergleichen. Kleiner Tipp: Lies den Artikel von Eli Rabett mal durch, den ich verlinkt habe. Da gibts nämlich ein paar Beispiele.

  10. #10 Silentjay
    April 8, 2010

    Nun der Chef aus der Röntgenstrukturanalyse hier meinte mal, pro Kristall würden ihm etwa 4 GB an Daten anfallen und er überlegt jedes mal wieder, obs sinnvoll ist die aufzuheben, wenn die Struktur erstmal gelöst ist. Bisher brennt er sie auf DVD.
    Wenn man sich dann überlegt, wieviel da zusammen kommt.
    Geht schnell, das einfach was verschwindet.

  11. #11 Das Doh
    April 8, 2010

    Ojeoje, die “Skeptiker” Alexander und Eddy laichen hier Verbalmüll ab, der sich echt gewaschen hat.
    Habt ihr noch alle Belege von vor 20 Jahren?
    Mich würde nämlich sehr gern interessieren, mit welcher Kreditkartennummer ihr damals beruflich Flugtickets gekauft habt, und zwar nicht die Kreditwürdigkeitsstufe und die Firma, sondern bitte die EXAKTE Nummer! Geht nicht? Tja, dann habt ihr und eure Firma wohl Steuern hinterzogen und eure Steuererklärung von damals ist falsch. Rechnet bitte eigenständig eure Steuerschuld aus.
    Das wäre das BWL-Äquivalent, lieber Alex, von deinem dusseligen ahnungslosen Geschwätz.
    Und 20 Jahre Papier aufheben, für jedes im Institut je veröffentlichte Paper?!? Zahlt ihr die Lagerhallen, die man dafür bräuchte? Nein?

    Und Eddy: Das ist einfach nur noch MÜLL! Klar, heutzutage SCHEINT uns Datenspeicherung einfach und unkompliziert… aber nur so mal zum Vergleich: wissen Sie, wieviel Seiten ein GB darstellt? Also, so, von wegen, USB-Stick und so: So ein Flashdrive hält auch keine Jahrzehnte…. wie auch die DVD-Rohlinge nicht des Kristallographen….

  12. #12 Krishna Gans
    April 8, 2010

    @DasDoh
    Im Gegensatz zu den Kreditkarten, die in der Regel heute niemanden mehr interessieren, weil mit denen von damals heute niemand mehr arbeitet ( wobei, ob die Banken die Nummern noch haben ?) wir ja auf die Klima-Daten laufend zurück gegriffen, sind somit noch “aktuell”. Es taucht dann zusätzlich noch die Frage auf, wann sie denn nun “zufällig” verschwunden sind…..
    Also, Äpfel, Birnen, zwar beides Obst, aber…

  13. #13 ZielWasserVermeider
    April 8, 2010

    Mal ein Kurzes beispiel:

    Vor einiegen Jahren hatte eine große Firma das Problem, daß sie zwar Backups von Daten auf Bändern hatte, aber keine geeignete Software oder Hardware, die die Daten, die sie nun nach Jahrzehnten dringend brauchte, wieder auf ein modernes Datensystem zurück zu spielen.

    Der Hersteller der Backupsoftware war schon lange weg vom Fenster. Die software nirgendwo mehr zu finden. Das Bandlaufwerk wurde schon lange nicht mehr hergestellt.

    Wie es der Zufall nun mal so wollte hatte ich genau so ein Bandlaufwerk aus Sammlergründen in meinem Bestand. Und da der verschwundene Hersteller der
    Backupsoftware sich an einen bekannten Standard gehaltene hatte(Tar-Archiv) konnte ich
    glücklicherweise die Daten von den Bändern holen.

    Es ging um Konstruktionsdaten…. CAD-Dateien… das Endprodukt war durchaus noch vorhanden…. aber die Konstruktionsdaten wären weg gewesen.

    Grunddaten bzw. Messdaten werden nicht für alle Ewigkeit archiviert.

    Das passiert in einem wissenschftliche Betrieb genauso wie in einem industriellen Betrieb.

    An dem Endprodukt – oder dem Ergebniss einer Untersuchung ändet das meist nichts.

    Gruß
    Oli

  14. #14 axel
    April 8, 2010

    @ krishna und eddy

    Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, es gibt hier im thread ein wenig Konfusion, welche Daten verloren sind und welche nicht.

    Zur Klärung:

    Verloren sind irgendwelche Daten zu irgendwelchen chinesischen Wetterstationen, die in einem längst veralteten paper von Jones zum UHI-Effekt benutzt worden sind. Die Ergebnisse dieses papers sind im Wesentlichen von jüngeren papern bestätigt geworden. Ob dieser Verlust die Grundlagen der Temperaturmessung erschüttern kann, mag jeder selbst beurteilen.

    Anders sieht es bei den für die Bestimmung der globalen Temperatur verwendeten Daten aus:
    Die alten Rohdaten wurden vom CRU gelöscht, die Rohdaten sind aber trotzdem vorhanden. Verwirrend? Nun, die CRU ist nicht Eigentümer, sondern lediglich Nutzer dieser Rohdaten. Diese Rohdaten sind in Wetterdatenzentren alle noch vorhanden.
    Ach ja, die vom CRU bearbeiteten Rohdaten sind alle vorhanden.

    Ich kann dich also beruhigen, Krishy. Falls du mit “Klimadaten” letzteres meinst, dann ist alles vorhanden und reproduzierbar.

  15. #15 Krishna Gans
    April 9, 2010

    @axel
    glaub mir, ich bin der Letzte, der sich da irgendwelche Sorgen macht oder vermeintlich gemacht hat.
    Schon witzig, daß jeder noch so harmlose Gedankengang in Politikum mündet.
    Verbohrt muß man sein, Franz Nörgel hat vollkommen recht.
    Irgend ein Schlaumeyer mit irgendwelchen schlaumeyerischen kommentaren findet sich immer.
    Ist ja nicht so, das diese chinesichen Daten kein Thema (mehr) sind.

  16. #16 axel
    April 9, 2010

    Netter Bluff, Krishy, aber

    “…wird ja auf die Klima-Daten laufend zurück gegriffen, sind somit noch “aktuell”. Es taucht dann zusätzlich noch die Frage auf, wann sie denn nun “zufällig” verschwunden sind…..”

    passt eindeutig nicht auf ein veraltetes paper.

    Sag nächstes Mal einfach “danke”, wenn ich wieder versuche, dich ein wenig weiter zu bilden.

  17. #17 adenosine
    April 9, 2010

    Mir erscheint das nicht besonders wichtig. Konstruktionsdaten der Wirtschaft sind nach 30 Jahren eh veraltet und durch Nachfolgesysteme ersetzt. Alte Messdaten sind wohl nur für Historiker oder Sammler interessant, aktueller Messungen sind eh immer genauer. Wichtige Erkenntnisse werden immer wieder aufgefrischt, die Erhaltungssätze werden doch wohl kaum verloren gehen. Wenn was verloren wird, wird das wohl nicht wichtig sein, und das Vergessen ist dann wohl die richtige Entsorgung.

  18. #18 Karl Mistelberger
    April 9, 2010

    Die ersten Tapes wurden mit Walöl gewartet (habe ich noch nie gehört)

    Du scheinst ja erhebliche Defizite zu haben:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Lunar_Orbiter_Image_Recovery_Project

    http://www.moonviews.com/

  19. #19 just me
    April 9, 2010

    @Karl
    japp, das Lunar Orbiter Project ist cool, und hilft sogar der Klimaforschung… ohne den persönlichen Einsatz einer Archivarin bei der NASA, die die Abspielmaschinen in ihrer Garage behalten hatte, wär’s aber Essig gewesen… die hat auch die Tapes gerettet, weil die damals saumäßig teuer waren und überspielt werden sollten… heutzutage kein Problem mehr, vor 50,40,30 Jahren aber schon.

    Da fällt mir was ein: Prof Stonebraker, ein Datenbank-Forschungs-Guru und einer meiner Helden, hat eine DB-Architektur ohne Persistenz auf Platten und Bändern vorgeschlagen: alle Daten werden überall auf der Welt repliziert, das macht alles ziemlich schnell, aber naja, krass ist es schon ;). Aber in der DB-Forschung gibt es aber auch viele Arbeiten zur Langzeitarchivierung oder auch zur Untersuchung von Data Provenance.

    Zur Unterstützung von richtigen Forschern, insbesondere auch Klimaforscher 😉 gibt es dieses Jahr ein cooles Projekt in den USA: https://dataone.org/

  20. #20 Jeeves
    April 9, 2010

    Was sind oder waren das für “high-resolution master tapes”?
    Ich arbeite im Musikbereich und habe durchaus schon 30 bis 35 Jahre alte “tapes” benutzt: also mittels ‘ner alten Revox oder ‘ner nicht ganz so alten 20jährigen Otari abgespielt, in den PC übertragen und mit diesen digitalen Daten dann Musik-CDs herstellen lassen. Ging ganz einwandfrei. Ebenso funktionierte es mit einem 2-Zoll 16-Spur-Tape (und einer alter 16-Track Bandmaschine), von dem wir alle 16 Spuren digitalisiert haben, um die Musik von zwei der Spuren in einem großen Konzert als “Einspieler” zu benutzen.
    Wären diese historischen “tapes” mit irgendeinem Öl (!) verschmiert gewesen, hätte ich sicher nicht diese Resultate erzielt. Wahrscheinlich wären die längst an dem ranzigen Zeugs verreckt, zerfallen, von Mäusen gefresssen…
    Aber wahrscheinlich ist hier von ganz anderen “tapes” die Rede, aber, himmelhilf: von welchen???
    Ach, diese Wissenschaftler…

  21. #21 Xeelee
    April 9, 2010

    Hallo,

    Ich denke bei Daten sollte man, wie bei Buechern auch, von Zeit zu Zeit entscheiden, aufheben oder weggeben. Um bei dem Beispiel der Buecher zu bleiben, habe ich hier auch sehr viele Buecher, die es sich aufzuheben lohnt und einige, die ich nach dem Lesen gleich wieder los werden will und einige, die gleich wieder nach eBay wandern. So ist es bei meinen Daten auch. Ich habe meine Daten aus den Anfaengerpraktikas schon laengst dem Recyclingzyklus zurueck gegeben, weil es einfach schon millionenfach Bewiesen wurde, dass U = I*R ist usw. Sowas muss ich nicht aufheben. Auch ist es gelinde gesagt Bullshit Simulationsdaten aufzuheben, die jederzeit durch den bekannten Algorithmus wieder hergestellt werden. Aber das betrifft eher die theoretische Physik, doch was ist mit der Experimentalphysik oder anderen Bereichen, wie die Meteologie?

    Die Preferenz sollte IMHO eher darin liegen, zu entscheiden, welche Daten wirklich relevant sind. Aber was ist Relevant?
    IMHO:
    – Simulierte Rohdaten: Nein, denn sie koennen durch einen weiteren Simulationslauf wieder hergestellt werden und sollten das gleiche statistische Ergebnis liefern.
    – Experimentaldaten: Ja, wenn sie einmalige Vorkommnisse oder aussergewoehnliche Ergebnisse bezeugen. Sind die Ergebnisse reproduzierbar: Nein.

    Vielleicht hilft das digitale Vergessen aber auch Unrelevantes aus der Geschichte verschwinden zu lassen. Nur sollte sich dabei die Gesellschaft selbst an die Nase fassen, warum ihr Klimadaten weniger wichtig sind, als Pornos von 19XX. Um letzters kuemmert sich die Gesellschaft liebevoll, restauriert alte Farbbaender doch fuer ersteres kuemmert sich dann irgendein Werkstudent, der dazu gezwungen wurde. Letztendlich ist das Vergessen ein Zeichen davon, wie viel uns die Daten insgesamt wert sind.

    Fazit: Jeder der sich beschwert, das die Daten verschwinden sollte sich also selbst fragen, wie viel Zeit oder Geld wuerde ich investieren um alte 8″ Disketten oder Tapes auf ein neues Format zu ueberspielen? Es ist wie mit dem Aufraeumen, wenn man zu lange wartet, schmeisst man am Ende alles weg, weils nur noch nervt. 😉

    MfG Alex

  22. #22 Georg Hoffmann
    April 9, 2010

    @Jeeves
    Ich kann dir das auch nicht genau sagen, sorry. Vielleicht kann Karl oder sonstwer einspringen? Die Baender haben die gesamten gefunkten Originaldaten der Satelliten enthalten. Sicher eine Menge Informationen und wahrscheinlich auf irgendwie besseren Tapes als halt Tonbaender. Bei den Links (auch denen von Karl) oben gibts noch ein paar Infos.

    @Xeelee (Axel)
    Danke fuer den Kommentar und den Vergleich mit dem Aufräumen.
    Zu den “Simulierten Daten”. Sicher eher nur 2ter Ordnung bei der Wichtigkeit. Nur wie ich oben schrieb, ist auch mit dem Algorithmus nur unter unendlichen Qualen so ein Code wieder zum Laufen zu bringen.

  23. #23 Jeeves
    April 9, 2010

    “…wahrscheinlich auf irgendwie besseren Tapes als halt Tonbaender.”
    “Besser” als meine Tonbänder? obwohl sie nix mehr… ?

    Wahrscheinlich von Tesa?
    (ein Witz, ein Witz)

  24. #24 Klaus
    April 9, 2010

    Das Problem liegt wohl eher darin, dass Leute wie Hoffmann von Tuten und Blasen keine Ahnung haben – vor allem, wenn es um Informatik geht. Es ist also nicht verwunderlich, dass derartige “Wissenschaftler” es versäumen, ihre Daten rechtzeitig auf modernere Datenträger umzukopieren. Es gibt immer eine Technologie-Transferphase, in der dies möglich ist. Wenn man aber schlampig mit den Daten umgeht, so wie Jones das getan hat, dann ist es nicht verwunderlich, wenn die Daten dann abhanden kommen, bzw. einfach gelöscht werden, weil man zu faul war, eine Backup-Logistik zu erstellen. Würde mich nicht wundern, wenn Hoffmann ebenso dabei versagt. Wenn man sich seinen Artikel durchliest, spricht das ja schon Bände über seinen Intelligenzquotienten. Den würde ich im Bereich von Einzellern ansiedeln.

  25. #25 BreitSide
    April 9, 2010

    Jeeves, Du erinnerst Dich noch, als man vor ein paar Jahren dachte, mit Tesafilmrollen einen fantastischen Datenspeicher bekommen zu können?

    Wurde glaubich nix draus.

  26. #26 BreitSide
    April 9, 2010

    Oh je, schon wieder ein NörgelKrischiEddyKlon!

    Vermehren die sich durch Zellteilung?

  27. #27 Georg Hoffmann
    April 9, 2010

    @Klaus
    Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass Ihnen meine blitzgescheiten Postings nicht gefallen?
    Was Jones und die Chinesischen Daten angeht, das hat mit Datenformaten nicht viel zu tun. Das haette wohl auch alles auf ein Din A4 Blatt engeschrieben gepasst. Jones hat es als Schlamperei bezeichnet und, ja, ich waere dazu auch in der Lage.

  28. #28 Marcel Kimmich
    April 9, 2010

    mmmhhh… wo ist denn nun der artikel? dachte jetzt kommt was über speicher usw., wie man die daten am besten konservieren könnte, welche technologien es dazu gibt. aber stattdessen nur hohles gesülze. schade.

  29. #29 Ebel
    April 9, 2010

    Auch die Archivierungskriterien ändern sich. So ist manchmal manches nicht wiederzufinden, obwohl es vorhanden ist. Manche Bücherei hat schon ein Buch als Verlust behandelt – obwohl es nur ein kurzes Stück vom Sollplatz entfernt eingeräumt wurde.

    Ein Röhrengerät ist heute vielleicht nicht mehr zum Laufen zu kriegen, wenn z.B. inzwischen eine Röhre Luft gezogen hat – Ersatzröhren produziert niemand mehr.

    und, und, und …

    Cobol-Programmierer sind heute gesuchte Spezialisten, weil keiner mehr die alten Programme warten und anpassen kann. An die Jahr-2000-Problematik dachte niemand ( …” in ein paar Jahren ist sowieso alles moderner” – Pustekuchen, Lebensdauer laufender Programm zum Teil …). http://www.itjobboard.de/suchen/Suche-Cobol-Jobs/de?WT.mc_id=T105&WT.srch=1&gclid=CIuuwefd-aACFQiRZgod1xM-aQ Außerdem sind alte Programme oft schlecht kommentiert usw.

    Wenn man jemand was am Zeuge flicken will, dann wird der größte Unsinn hervorgeholt. Ein analoges Beispiel mal auf einem anderen Gebiet: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1994/0216/berlinrundschau/0021/index.html

    Ihren Gegnern sei es nie um die erstatteten Beträge gegangen, sondern um die Schwächung des sozialliberalen Flügels.

    MfG

  30. #30 Wolfgang Flamme
    April 9, 2010

    Es ist mE gar nicht nötig, Rohdaten lange zu konservieren. Dazu ist es allerdings nötig, sie zeitnah vollumfänglich zu veröffentlichen.

    Wem nützt es, wenn Rohdaten jahrzehntelang aufgehoben werden, und dann praktisch niemand diese Daten mehr mit irgendwas abgleichen und verifizieren kann? Niemandem.

    Aber wenn man sie zeitnah offenlegt, dann kann auch zeitnah verifiziert werden. Und dann ist der Kram vom Tisch.

    Wo liegt also das eigentliche Problem? Ganz einfach: Man sollte nicht länger mauern, abwiegeln und Ausflüchte bemühen, als man Daten und Quellennachweise tatsächlich reproduzieren kann. Eigentlich simpel, oder?

  31. #31 Karl Mistelberger
    April 10, 2010

    Vor 50 Jahren gab es in meinem Umfeld schon Tonbandgeräte, aber Farbfernsehen und vom Band abgespielt war faszinierend wie ein Raketenstart: http://www.youtube.com/watch?v=z6RLCw1OZFw Da geriet sogar Chrustschow in Verlegenheit, zumal der Gründer von Ampex, Alexander Matveevich Poniatoff, ein Russe war.

    Die Lunar Orbiter-Bilder wurden auf 1500(!) Spulen mit 35cm Durchmesser gespeichert:
    http://www.ampex.com/l-history/79-1958.html

  32. #32 MBT Chaussures Hommes
    http://www.mbt-france.com/mbt-chaussures-hommes-c-4.html
    April 10, 2019

    Die Ewigkeit dauert lange, vor allem zum Ende hin – Primaklima
    MBT Chaussures Hommes http://www.mbt-france.com/mbt-chaussures-hommes-c-4.html

  33. #33 Roger Vivier Flats sale
    http://www.rogervivier-paris.com/roger-vivier-flats-c-2.html
    Juni 14, 2019

    Die Ewigkeit dauert lange, vor allem zum Ende hin – Primaklima
    Roger Vivier Flats sale http://www.rogervivier-paris.com/roger-vivier-flats-c-2.html

  34. #34 roger vivier pumps
    http://www.vivierparis.com/roger-vivier-pumps-c-3.html
    Juni 14, 2019

    Die Ewigkeit dauert lange, vor allem zum Ende hin – Primaklima
    roger vivier pumps http://www.vivierparis.com/roger-vivier-pumps-c-3.html