Der Spiegel berichtete. Die beiden US Night Talker Jon Stewart und Stephen Colbert machen gerade gegen die leicht kreationistische, leicht xenophobe, leicht klimakritische und schwer lustige Tea Party Bewegung Stimmung. Irgendwie ein leichtes Ziel, aber einer muss den Job ja machen. Im Zuge ihrer jüngsten Bewegung raus aus dem TV Studio rein ins echte Leben trat Stephen Colbert (berühmt geworden durch seine legendäre Rede beim Washingtoner Presseball, bei dem George W. Bush dann doch das Lachen verging) nun in einem US Senatsausschuss zum Thema Immigration auf. Und was dem Sarrazin der Türke, ist dem Amerikaner eben der Latino. Während “bei uns” zwar kein Mercedes mehr ohne die ungeliebte Einwanderung vom Band ginge, ist es in den USA ein wenig schlimmer: Drei von vier Farmarbeiter in den USA sind illegal aus dem Süden eingewandert. Kurz, ohne die mexikanischen “Illegalen” würden die USA verhungern. Diese und einige andere Überlegungen können Sie hier in der wahrscheinlich lustigsten Senatsanhörung ever hören. Viel Spass, Hav Fun oder Mucho Gusto.

Stephen Colbert im Sentatsausschuss zu Immigration und Bohnenpflücken.

Kommentare (18)

  1. #1 Jan
    September 26, 2010

    Warum hast du nicht gleich den Meister verlinkt:

    http://www.thedailyshow.com/watch/thu-september-16-2010/rally-to-restore-sanity

    Join the rally, hell yeah.

    Ich mache in einem anderen Blogumfeld derzeit die Erahrung, das auch hierzulande die Teabagger eine erstaunliche Fanbase haben. Ich hätte die allg. Bereitschaft, sich freiwillig einer Lobotomie zu unterziehen, nicht so hoch eingeschätzt.

    Wobei ich kürzlich einen Bericht im radio verfolgt habe, demzu entehmen war, das eine nicht geringe Anzahl jüngerer US-Amerikaner Colbert/Stewart nicht als Kurzweil, sondern in der Tat als nachrichtenformat begreifen. Schon irgendwie..irre.

  2. #2 just me
    September 26, 2010

    @Jan
    vielleicht ist der Narr in diesen irren Zeiten der einzig Vernünftige. (Klingt so, als ob das schon jemand gesagt hätte…)

  3. #3 facepalm
    September 26, 2010

    Klingt so, als ob das schon jemand gesagt hätte…

    Zu allen Zeiten. In allen Jahrhunderten. Und das ist das traurigste daran.

  4. #4 Loki45
    September 27, 2010

    Pardon, Herr Hoffmann, wenn ich meinen Einspruch einlege, ab Deutschland ist kein Einwanderungsland. Als Einwanderungsland wird ein Staat bezeichnet, dessen Bevölkerung wesentlich durch Einwanderung von Menschen aus anderen Ländern stark anwächst oder in dem die Einwanderer einen maßgeblichen Teil der Bevölkerung stellen.

    Als klassische Einwanderungsländer gelten vor allem die USA, Brasilien, Kanada, Argentinien, Australien, aber auch Südafrika, Neuseeland und weitere Staaten vor allem in Südamerika. Hierbei handelt es sich um Länder, bei denen ein Großteil der Bevölkerung von Einwanderern abstammt. In vielen Fällen wurde gezielt eine Einwanderung gefördert, oft ausgehend von einer niedrigen Bevölkerungsdichte verbunden mit Arbeitskräftemangel, in anderen Fällen aus militärisch-strategischen Überlegungen, um etwa durch eine Bevölkerungspräsenz einen Grund für die Besetzung eines beanspruchten Gebiets vorweisen zu können. Zu großen Migrationsbewegungen in diese Staaten kam es besonders im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. (nach Wikipedia)

    Bestimmende Faktoren für ein Einwanderungsland sind also:
    – geringe Bevölkerungsdichte
    – Mehrheit der Bevölkerung stammt von Einwanderern ab
    – keine bestehende homogene kulturelle Identität
    – gezielte Einwanderungsförderung

    Seitens der klassischen Einwanderungsländer erfolgen für die Einwanderung immer mehr Restriktionen. Die ehemalige Einwanderungsländer haben für die Einwanderung große Hürden aufgestellt, nur in Deutschland fordern immer noch bestimmte politische Kreise ungehemmte Einwanderung.

  5. #5 Klaus
    September 28, 2010

    Ach ja,
    besonders gelungen finde ich die historisch geschichtlich einmalig gelungene Integration der weißen europäischen Auswanderer in die amerikanische Kultur!
    Die sollten wirklich die Klappe halten!

  6. #6 BK
    September 29, 2010

    @ Loki45:
    Tut mir leid, aber auch Deutschland ist ein Einwanderungsland. Es ist nur ein viel älteres als die von Ihnen als Beispiel gebrachten Staaten.

  7. #7 JV
    September 29, 2010

    @ Jan:
    “Ich mache in einem anderen Blogumfeld derzeit die Erahrung, das auch hierzulande die Teabagger eine erstaunliche Fanbase haben.”

    Achso, Blog. Sonst hätte ich auf das Forum der CDU getippt… 😉

  8. #8 JV
    September 29, 2010

    “Hierbei handelt es sich um Länder, bei denen ein Großteil der Bevölkerung von Einwanderern abstammt.”

    Alles klar – und mit Nachnamen heißt Loki45 bestimmt “Wischnewski”…. ;-))

  9. #9 Loki45
    September 29, 2010

    @BK
    Pardon, auch Ihre “Leidtun” macht Deutschland nicht zum Einwanderungsland – Deutschland ist nur ein Zuwanderungsland! 😉

    @JV
    Richtig, es geht um Länder, bei denen ein Großteil der Bevölkerung von Einwanderern abstammt.
    Falsch, mein Familienname lautet nicht “Wischnewski”, obwohl meine Vorfahren väterlicherseits von 1712 bis 1945 in der Provinz Posen ansässig waren! Und meine Großeltern aus der Neumark (Ostbrandenburg) stammen, dass sie aber auf Grund des weisen Beschlusses der Aliierten 1945 verlassen mussten, weil diese Gebiete an Polen fielen!

    Noch ‘ne Frage Kienzle?

  10. #10 BK
    September 30, 2010

    @ Loki45: Nein, ist es nicht. Lesen Sie Geschichte und Sie werden verstehen…oder auch nicht.

  11. #11 BK
    September 30, 2010

    Ach ja, wer sich weiterhin für die Frage interessiert ob Deutschland ein Einwanderungsland ist oder nicht:
    Klaus J. Bade, Sozialhistorische Migrationsforschung, hg.v. M. Bommes/J. Oltmer (Studien zur Historischen Migrationsforschung, Bd. 13), V&R unipress, Göttingen 2004

  12. #12 Loki45
    September 30, 2010

    @BK
    Schreiben Sie doch bitte Klartext: Was ist nicht? Und welche Geschichte soll ich lesen?

    Weiterhin ist klar definiert, was ein Einwanderungsland ist (siehe mein Kommentar oben)! Ich habe diese Definition NICHT aufgestellt, egal was Klaus J. Bade in seinem Buch “Sozialhistorische Migrationsforschung” dazu geschrieben hat!

    Warum wird eigentlich immer von Migranten gesprochen?
    Als Migranten werden jene Menschen bezeichnet, die von einem Wohnsitz/Land zu anderen Wohnsitzen/Ländern wandern bzw. durchziehen. Aus Sicht ihres Herkunftslandes sind Migranten Emigranten, aus Sicht des Aufnahmelandes Immigranten. (nach Wikipedia)

    Lateinisch : migrare – wandern, umherziehen, reisen

    Immigrạnten sind Menschen, die in ein Land gekommen sind, um dort dauerhaft zu leben und zu arbeiten. (nach Wikipedia)

    Lateinisch: immigrare – einwandern, zuwandern

    “Die Vorstellung, dass eine moderne Gesellschaft in der Lage sein müsste, sich als multikulturelle Gesellschaft zu etablieren, mit möglichst vielen kulturellen Gruppen, halte ich für abwegig. Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen.” (Helmut Schmidt , Altbundeskanzler)

  13. #13 BK
    Oktober 1, 2010

    @Loki45:
    Sie müssen nicht irgendeine Geschichte lesen, sondern Geschichte. Unterschied verstanden? Nein? Schade drum.
    Ich habe nicht von Migranten gesprochen, sondern ein Buch zur Migrationsforschung verlinkt, das ist etwas anderes.
    Die sich auf Wikipedia befindliche Definition eines Einwanderungslandes ist übrigens eine politische, keine wissenschaftliche. Und bei aller moralischer und politischer Autorität, die der werte Bundeskanzler a.D. Schmidt besitzt….wissenschaftliche Autorität besitzt er keine. Ich diskutiere im Übrigen auch nicht auf Grundlage von Wikipedia-Artikeln.
    Ihre Lateinbelehrungen können Sie sich übrigens sparen, kann ich bestens, danke 😉

  14. #14 Loki45
    Oktober 2, 2010

    @BK
    Ich lbeschäftige mich seit 30 Jahren mit deutscher Geschichte und zwar TÄGLICH! Was wollten Sie mir also zur Geschichte erklären bzw. welche Botschaft wollten Sie mir mitteilen? Ich bat Sie daher um Klartext! Wie unterscheidet sich übrigens die politische von der wissenschaftlichen Definition eines Einwanderungslandes? Wollen Sie mir erklären, dass sich Migrationsforschung nicht mit Migranten bzw. Immigranten beschäftigt? Ich denke, in der Frage von Multi-Kulti muss man nicht wissenschaftlich vorgehen, es ist m. E. primär ein soziales und somit gesellschaftspolitisches Problem. Aßerdem meine ich hatt der Altbundeskanzler Schnidt mit seiner Äußerung Recht.

    Ich hatte nicht die Absicht Ihnen Lateinbelehrungen zu geben, ich wollte nur die Wurzeln der Begriffe aufzeigen!

    Панимaете, товарищ?

  15. #15 BK
    Oktober 2, 2010

    @ Loki45:
    Inwiefern und in welchem Schwerpunkt beschäftigen Sie sich mit deutscher Geschichte? Wäre interessant das zu wissen. Verwunderlich finde ich es, dass Sie in diesen Jahrzehnten nie auf den Gedanken gekommen sind, es könne sich bei Deutschland bzw. dessen Vorgängern um ein Einwanderungsland handeln, denn diese Diskussion existiert in der Soziologie, in der historischen Sozialforschung und in der historischen Soziologie bereits schon sehr viel länger. Ferner existiert in der wissenschaftlichen Forschung keine festgelegte Definition eines Einwanderungslandes nach Art derjenigen aus dem Wiki-Artikel.
    Natürlich beschäftigt sich Migrationsforschung mit Migranten, jedoch nicht mehrheitlich und zumindest nicht in dem Sinne wie man diesen Begriff heute inflationär gebraucht. Migrationsforschung hat auch nichts mit Multi-Kulti zu tun.
    Was hat übrigens die Tatsache, dass dies ein gesellschaftspolitisches Problem ist mit der Ausgangsfrage zu tun?
    Es ist mír unverständlich, wieso Sie der Meinung sind, man müsse hier nicht wissenschaftlich vorgehen. Was außer der Wissenschaft kann den die Entscheidungsgrundlage schaffen, solche Probleme zu lösen?
    Dass Sie der Meinung sind, dass Altbundeskanzler Schmidt mit seiner Aussage Recht hat ist schön für Sie, trägt aber keineswegs zur Klärung dieser Frage bei. Falls Sie diese Aussage mit wissenschaftlichen Theorien und Fakten belegen können, wäre das ein Anfang.

    Und Russisch kann ich nicht.

  16. #16 Loki45
    Oktober 3, 2010

    @BK
    Nun, mein Steckenpferd als Preuße ist zuerst einmal Preußen und zum anderen deutsche Geschichte seit dem Befreiungskrieg 1813! Wieso ist das aber für Sie interessant? Übrigens erweckten die Zuwanderungswelle der Hugenotten nach dem Potsdamer Edikt des Großen Kurfürsten 1685, ob ihrer Privilegien Unwillen bei der Bevölkerung in Brandenburg. Weiterhin haben sich die Polen, die Ende des 19. Jahrhunderts ins Ruhrgebiet kamen, sehr schnell integriert und assimiliert! Und ich bleibe dabei: Deutschland ist ein Zuwanderungsland!

    Wieso ist Ihnen unverständlich, man könne könne sozialpolitische bzw. gesellschaftliche Probleme nur wissenschaftlich lösen. Mit Wissenschaft eine Entscheidungsgrundlage schaffen, um diese Probleme zu lösen, ist im Bereich des real-existierenden Sozialismus voll “gegen den Baum gegangen!”

    Hier noch etwas zur Einwanderung:
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/wie_man_am_geschicktesten_kein_einwanderungsland_wird/

  17. #17 BK
    Oktober 5, 2010

    @ Loki45
    Mich hatte interessiert ob Sie sich wissenschaftlich mit Geschichte beschäftigen oder nicht.
    Übrigens wird gerade Preußen in der wissenschaftlichen Fachliteratur als klassisches Einwanderungsland gesehen. Ihre beiden Beispiele sind zwar richtig, haben aber mit dem eigentlichem Thema bzw. mit der eigentlichen Frage nichts zu tun. Können Sie Ihre These, Deutschland sei ein Zuwanderungsland mit wissenschaftlichen Fakten belegen?

    Übrigens werden auch heute viele politische Entscheidungen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen. Wieso das im real existierenden Sozialismus besonders der Fall gewesen sein soll müssen Sie mir mal erklären.

  18. #18 Loki45
    Oktober 7, 2010

    Ich bin Energetiker, mein Arbeitsfeld ist Energieeffizienz und Energieeinsparung. Ich befasse mich nur nebenberuflich und nicht wissenschaftlich mit Geschichte. Wobei es mit der Geschichts”wissenschaft” so ein zweischneidiges Schwert ist. Wie ich mitbekommen habe, ist Geschichte primär Geschichtsbetrachtung – und das ist immer eine Frage des (politischen) Standpunktes!

    Ich kann die These, die ich der Literatur entnommen habe, nicht mit wissenschaftlichen Fakten belegen, da ich kein Migrationsforscher bin! Ich glaube übrigens nicht, dass viele politische Entscheidungen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen werden. Ich denke diese werden eher vorrangig aus Interessen- und Machtkalkül getroffen!